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Donnerstag, 17. August 2017

"Free Lunch" für Anleger beim Tausch von Kontron-Aktien in S&T?

Eine sehr interessante Frage erreichte mich bzgl. des Umtausches von Kontron-Aktien in S&T. Die österreichische S&T AG habe ich ja schon länger auf der Empfehlungsliste, während ich vor einigen Jahren vor einem Investment in Kontron abgeraten hatte. Und nun...?

"Speziell zu S&T habe ich nun eine Nachfrage in Bezug auf die Verschmelzung mit Kontron. 
Haben wir hier nicht eine free lunch-Situation? Das Umtauschverhältnis ist auf 39 Kontron-Aktien für 10 S&T-Aktien definiert (Umtauschfrist 23.8. bis 19.9). Die Kontron-Aktie steht gegenwärtig bei 3,83 EUR, ergo 39x3,83=149,37 EUR. Gleichzeitig zahlt man aktuell ca. 173,50 EUR für 10 S&T-Aktien am Markt. Das ist eine Differenz von ca. 24 EUR, die man relativ risikolos mitnehmen kann, denn das einzige Risiko besteht doch letztlich darin, dass die Verschmelzung nicht wie geplant eingetragen wird. Dazu kommt noch, dass man je erhaltener S&T-Aktie nochmal 0,15 EUR erhält. 
Nun die Frage, ob ich etwas übersehen habe?!"

Hier meine Einschätzung
Das sieht wirklich verlockend aus. Doch leider hat der Hund doch ein paar Flöhe und die finden sich in den Details der Umtauschbedingungen.

Dienstag, 20. Juni 2017

S&T und Kontron können nach den erfolgreichen HV-Voten ihre Verschmelzung angehen

Der Linzer Technologiekonzern S&T AG ist den selbstgesteckten Zielen seines CEO und ehemaligen Großaktionärs Hannes Niederhauser einen großen Schritt näher gekommen, denn sowohl die Hauptversammlung der Kontron AG als auch die der S&T AG haben jeweils mit großer Mehrheit dem Verschmelzungsvertrag der beiden Unternehmen zugestimmt. Die Verschmelzung der Kontron AG auf die 100 prozentige Tochter der S&T AG, die S&T Deutschland Holding AG, in der das Embedded-Know-How der Gruppe gebündelt wird, soll die Stellung des zukünftigen Unternehmensverbunds für Embedded Module, Boards und Systeme sowie Internet der Dinge weiter ausbauen. Über die Softwarekompetenz der S&T-Gruppe hat die Kontron zudem die Möglichkeit, das Produktportfolio mit Softwarelösungen und Softwaredienstleistungen zu erweitern und ihre Technologieführerschaft zu stärken.

Niederhauser möchte mit der gebündelten Power von Kontron und S&T Technologie- und Marktführer werden und bereits ab 2018 die Eine-Milliarde-Euro Marke beim Umsatz überschreiten. Zwischenziel für das Geschäftsjahr 2017 sind Umsätze zwischen 860 und 890 Millionen Euro und ein EBITDA von 50 Millionen Euro.

Meine Einschätzung
Nach den zustimmenden Voten der beiden Hauptversammlungen kann nun die Verschmelzung angegangen werden. Erhebliche Sanierungsvorarbeiten auf Seiten Kontrons wurden bereits im Vorfeld geleistet, so dass künftig der Fokus auf dem Heben der Synergiepotenziale und der zu schaffenden neuen gemeinsamen Schlagkraft liegen wird. Bisher konnte Hannes Niederhauser immer überzeugen und seine Visionen erfolgreich umsetzen. Und auch bzgl. Kontron scheint er auf dem richtigen Pfad zu sein und nach dem Thema IT-Sicherheit für S&T ein weiteres, wichtiges Zukunftsfeld zu besetzen.

S&T befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Freitag, 2. Dezember 2016

Zahlen & Mehr: Aurelius, Deutsche Rohstoff AG, Kontron, S&T, Starbucks, Surteco

▸ Aurelius
Einen weiteren Exit kann Aurelius vermelden und gibt seine Anteile an der Publicitas im Rahmen eines Management-Buy-outs ab. Das Unternehmen befand sich erst seit 2014 im Aurelius-Portfolio und der Finanzinvestor hatte bereits kurz nach der Übernahme Teile weiterveräußert und den Rest operativ neu ausgerichtet.

Meine Einschätzung
Auch wenn zum Kaufpreis nichts gesagt wurde, können wir davon ausgehen, dass Aurelius auch hier wieder schön verdient haben dürfte. Und das liegt daran, dass Aurelius äußerst preiswert einkauft und zumeist nur symbolische Kaufpreise zahlt und nicht selten sogar noch eine Umstrukturierungsmitgift erhält, wenn es Randbereiche großer Konzerne übernimmt. Der Gewinn liegt für Aurelius also im Einkauf

Aurelius ist seit Jahren erfolgreich unterwegs und übernimmt überwiegend Restrukturierungsfälle, bei denen es eine Bargain Purchase erhält, oder Randbereiche großer Konzerne. So wie die laufende Übernahme von Home Office Europe, die mit €2 Mrd. Umsatz bisher größte Firmenübernahme der Münchener.

Aurelius befindet sich als einer der größten Positionen in meinem Depot und ist eine der ältesten und erfolgreichsten Werte auf meiner Empfehlungsliste. Das jüngst aufgelegte Aktienrückkaufprogramm von bis zu €52 Mio. dürfte den Kurs zusätzlich stützen, während das erfolgreiche operative Geschäft den Kurs weiter beflügeln sollte. Aurelius ist einer der Top-Picks im Beteiligungssektor und langfristig orientierte Anleger bleiben investiert und nutzen jeden Kursrücksetzer konsequent zum Aufstocken ihrer Position.


▸ Deutsche Rohstoff
Gerade erst gab es ermutigende Neuigkeiten von der Wolfram-Tochter Almonty Industries, da legt man noch eine Schippe drauf. Denn das kanadische Unternehmen hat mehrere Abnahmevereinbarungen mit bestehenden Kunden abschließen können, wonach Almonty feste und deutlich über dem aktuellen Spotpreis von Wolfram liegende Preise erzielen würde. Die Vereinbarungen sollen am 1. Januar 2017 in Kraft treten und sind auf ein Jahr begrenzt. Damit könnte die Panasqueira-Mine in Portugal im kommenden Jahr in die schwarzen Zahlen zurückkehren und Almontys Ziel, den weltgrößten unabhängigen Wolfram-Produzenten außerhalb Chinas aufzubauen, einen erfolgreichen Schritt näher kommen.

Meine Einschätzung
Die DRAG hält aktuell 12,58% der Aktien von Almonty sowie zwei Wandelschuldverschreibungen, bei deren vollen Ausübung sich ihr Anteil auf 19,58% erhöhen würde. Bisher fielen dort aufgrund des Verfalls der Rohstoffpreise, insbesondere für Wolfram, überwiegend Verluste an mit entsprechend negativen Folgen für den Wert der Beteiligung für die DRAG. Die neuen Vereinbarungen zeigen, dass es auch anders laufen kann und dass sich die DRAG hier antizyklisch in einem interessanten Zukunftsmarkt positioniert hat und künftig auch Erfreuliches aus dieser Sparte zu berichten sein dürfte. Mit Geduld und langem Atem könnte hier eine echte Perle heranwachsen, die der DRAG und ihren Aktionären noch viel Freude bereiten wird. Insbesondere wenn die Konjunktur wieder anspringt und die Nachfrage auch nach Rohstoffen anzieht.


▸ Kontron | S&T
Kontron wird ein drastisches Sparprogramm fahren, um seine Verluste abzubauen. Mit dem für die nächsten 1,5 Jahre ausgelegten Programm, bei dem auch 300 Arbeitsplätze abgebaut werden sollen, wird Kontron signifikante Ergebnisverbesserungen im zweistelligen Millionenbereich erzielen und damit wieder zur Profitabilität zurückkehren.

Damit wird die Grundlage geschaffen für die Übernahme durch S&T, die sich kürzlich mit 29,9% beteiligt hatten und auf einen Zusammenschluss mit Kontron zusteuern. Nach den Plänen von S&T wird das gemeinsame Unternehmen in 2017 den gleichen Gewinn einfahren, wie S&T alleine in 2016, so dass der mit der Übernahme verbundene Aufwand und Anlaufverluste abgefedert werden können. Ab 2018 sollen dann aber die Gewinne deutlich steigen und zwar deutlich schneller als es bei S&T alleine der Fall wäre.

Meine Einschätzung
2017 wird für S&T ein Jahr des Wandels und es wird stark durch die Übernahme von Kontron geprägt sein und durch das Zusammenführen der beiden Unternehmen. Mit der chinesischen Foxconn-Gruppe im Hintergrund und als Lieferant günstiger Komponenten und als erfahrener Sanierer sollte es S&T-CEO Hannes Niederhauser jedoch gelingen, S&T nicht nur auf Kurs zu halten, sondern in neue Dimensionen zu führen. Darüber hinaus wird auch die Übernahme von S&T durch Foxconn ein zunehmendes Thema werden und den Kurs zusätzlich nach unten absichern.


▸ Starbucks
Der bisherige Starbucks-Chef Howard Schultz wird am 3. April kommenden Jahres von seinem Posten zurücktreten und Kevin Johnson wird dann das Amt übernehmen. Dieser ist seit 2015 als "COO" für Starbucks tätig und leitet das operative Geschäft. Darüber hinaus ist er auch bereits schon seit sieben Jahren Mitglied des Verwaltungsrats. Schultz ist seit 1982 für Starbucks tätig und ist der Erfolgsgarant des starken Expansionskurses der vergangenen Jahre.

Er soll sich künftig als Chairman um die Entwicklung des neuen Premium-Geschäftsbereichs Reserve-Roastery kümmern sowie um Design und soziale Initiativen.

Meine Einschätzung
Es ist das Ende einer Ära, denn Howard Schultz hat Starbucks zu dem gemacht, was es heute ist, ein global führendes, schnell wachsendes und dazu noch extrem profitables Business. Schultz bleibt Starbucks erhalten, aber der neue Chef wird dem Unternehmen seinen Stempel aufdrücken (müssen) und auch eigene Akzente setzen, um das Unternehmen durch die anstehenden Herausforderungen zu bringen. Es bleibt abzuwarten, ob der Erfolgsweg von Starbucks unbeeinträchtigt weiter fortgeschrieben werden kann, oder ob der Wechsel an der Spitze zu ähnlich schlechten Ergebnissen führt, als Schultz schon einmal abdankte: zwischen 2000 und 2008. 2017 wird also ein Jahr des Übergangs für Starbucks werden und die Anleger werden mit Argusaugen darauf achten, ob die Erfolgsstory Risse bekommt. Vor diesem Hintergrund ist Starbucks zunächst nur noch eine Halteposition.


▸ Surteco
Nachdem Surteco beim Wiedererstarken seiner Bilanz langsamer als gedacht, aber dennoch erfolgreich, vorankommt, wagt man sich wieder an eine Übernahme. Die letzte, die des Rivalen Süddekor, hatte für zwei Jahre an Reibungsverlusten gesorgt und Surteco eine menge an Kraft und Effizienz gekostet, was auch den Aktienkurs nicht unbeeindruckt gelassen hatte. Nun übernimmt man zum 1. Dezember 85% der Gesellschaftsanteile der Nenplas-Gruppe mit Hauptsitz in Ashbourne, Großbritannien und 100% der zugehörigen Immobiliengesellschaft. Die Nenplas-Gruppe ist auf die Produktion und den Vertrieb von technischen Profilen aller Art auf Kunststoffbasis spezialisiert und erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2015/2016 mit rund 140 Mitarbeitern einen Umsatz von GBP 16,6 Mio. und ein Ergebnis vor Finanzergebnis, Steuern und Goodwillabschreibungen (EBITA) von GBP 3,8 Mio. nach UK-GAAP (EBITA-Marge: 22,9%). Der Kaufpreis für die 85% der Gesellschaftsanteile beläuft sich auf GBP 20,8 Mio. und für die Immobiliengesellschaft auf GBP 2,5 Mio. Für die verbleibenden 15% hält Surteco eine Kauf- und die Verkäufer eine Verkaufsoption. Die Stimm- und Dividendenrechte der restlichen 15% sind ausgeschlossen.

Meine Einschätzung
Surteco hat die Süddekor-Übernahme endlich verdaut und konzentriert sich wieder auf die Entwicklung des Geschäfts. Mit der Übernahme in UK, die aus vorhanden liquiden Mitteln erfolgt und daher keine Kapitalerhöhung nötig machen sollte, legt Surteco die Schalter wieder auf profitables Wachstum um und sollte langfristig von der Übernahme profitieren. Geduldige Anlegern bleiben an Bord.


Aurelius, Deutsche Rohstoff, S&T, Starbucks und Surteco befinden sich auf meiner Empfehlungsliste.

Freitag, 21. Oktober 2016

Wer kauft denn da bei S&T? Es ist der Hannes...

Kürzlich hatte S&T einen gewaltigen Deal angekündigt, den CEO Hannes Niederhauser als "den größten Deal seines Lebens" bezeichnet. Die taiwanesische Foxconn steigt mit 29,4% bei S&T ein, die wiederum selbst 29,9% an der Kontron AG übernimmt. Im Zuge dieser Transaktion steigt Großaktionär Grossnig komplett aus und auch Niederhauser verkauft rund die Hälfte seiner Aktien an die Foxconn.

Da Kontron seit Jahren hohen Verluste einfährt, kam die Nachricht bei vielen S&T-Aktionären nicht so gut an und der Kurs brach in ersten Reaktionen deutlich ein. Dabei bietet insbesondere die neue Kooperation mit Foxconn für S&T hervorragende Perspektiven, die Hannes Niederhauser mit Umsatzwachstum, Margenausweitungen und Gewinnsteigerungen beschreibt. Da wundert es dann einige, dass er sich von einem Teil seiner Aktien trennt, zumal er als CEO bei S&T kein Gehalt bezieht.

 S&T AG (Quelle: finanzen.net) 
Niederhauser hat für seine S&T-Aktien gut €11,10 von Foxconn erhalten und was tut er mit dem vielen Geld? Er kauft S&T-Aktien. Er nutzt also die niedrigen Kurse, um sich wieder einzudecken. So hat er am 19.10. Aktien zu durchschnittlich €9,40 erworben und am 20.10. weitere Aktien zu durchschnittlich €9,699. Und es dürften nicht seine letzten Käufe gewesen sein...

Teil des Foxconn-Deals war, dass er sich von einem Teil seines Aktienpaktes trennen musste, damit Foxconn einen großen Anteil auf Schlag sicher hatte. Das hindert Niederhauser jedoch nicht, über die Börse Aktien zu erwerben und seinen Anteilsbestand wieder auszubauen. Einen deutlicheren Beweis dafür, dass er an eine rosige Zukunft von S&T glaubt und der Foxconn-Deal in seinen Augen wirklich der Deal seines Lebens ist, gibt es wohl kaum. Und wenn man sieht, was der Visionär Niederhauser aus der kränkelnden Gericom/Maxdata für ein Unternehmen aufgebaut hat, dann könnte man geneigt sein, ihm auf seinem Weg (weiterhin) zu folgen. Und S&T-Aktien zu kaufen.

S&T befindet sich auf meiner Empfehlungsliste und in meinem Depot. Und auch ich habe die letzten Tage zum Aufstocken meiner Position genutzt. Mach's noch einmal, Hannes...


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ERGÄNZUNG VOM 25.10.2016
S&T meldet, das Hannes Niederhauser am 24.10.2016 weitere 25.000 Aktien zu €9,40 über XETRA erworben hat.

Samstag, 15. Oktober 2016

Investor-Update: Blue Cap, Deutsche Rohstoff, Eon, MPC, Patrizia, S&T, Suncor

Im Investor-Update notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

Kurz vor dem Oktober-Crash. 1987...!
Der "Crash-Monat" September ist überstanden und es war ein Non-Event. Fast. Obwohl die Volatilität seit vielen Wochen auf sehr niedrigem Niveau verharrt, gab es insbesondere beim DAX starke Kursschwankungen in der Range zwischen 10.300 und 10.700 Punkten. Mehrmals und immer wieder. Dass es nicht im September zu einer heftigen Korrektur gekommen ist, stellt für sich allein genommen keine Entwarnung für die Börsen dar. Denn auch der Oktober kann es in sich haben, wie der 25-Prozent-Einbruch am "Schwarzen Montag", dem 19. Oktober 1987 zeigte. Der Dow Jones Index hatte sich in den beiden Jahren zuvor annähernd verdoppelt und kurz vor dem Crash hatte die US-Notenbank FED erstmals seit Jahren den Leitzins wieder erhöht. Klingt ziemlich genau nach unserer Situation heute. Und so kommt es nicht von ungefähr, dass hier Parallelen gezogen werden - und wenn man den Dow-Jones-Chart von damals mit dem aktuellen übereinander legt, sieht das wirklich nicht gut aus...

Mittwoch, 12. Oktober 2016

Wird Apple-Zulieferer Foxconn neuer Großaktionär bei S&T?

Der Linzer Technologiekonzern S&T AG legt eine ungeheure Geschwindigkeit an den Tag auf dem Weg zu einem Unternehmen mit einer Milliarde Euro Umsatz. Nachdem man kürzlich in den TecDAX aufgenommen wurde, was erklärtes Zwischenziel des (noch?) Großaktionärs und CEO Hannes Niederhauser war, kam man heute mit einer Hammer-Meldung um die Ecke:

"Der Vorstand der S&T AG teilt hiermit mit, dass er sich in fortgeschrittenen Verhandlungen mit der Ennoconn Corporation bezüglich des Einstieges der Ennoconn Corporation bei der S&T AG im Zuge einer 10%igen Barkapitalerhöhung befindet. Die Kapitalerhöhung soll aus genehmigten Kapital erfolgen. Damit würde das Grundkapital der S&T AG gegen Bareinlagen von EUR 43.916.204 um EUR 4.383.620 auf EUR 48.299.824 erhöht werden. Der Ausgabepreis der neuen Aktien wird sich am Börsenkurs der letzten 10 Tage orientieren. Das Bezugsrecht der Aktionäre soll ausgeschlossen und die neuen Aktien durch Gesellschaften der taiwanesischen Ennoconn Corporation-Gruppe gezeichnet werden. Die Durchführung der Kapitalerhöhung wird unter der aufschiebenden Bedingung der Freigabe durch die österreichische Übernahmekommission stehen.

Der Mittelzufluss aus der Barkapitalerhöhung soll zum Erwerb einer Beteiligung von bis zu 29,9% an der Kontron AG, Augsburg, verwendet werden. Der Vorstand der S&T AG teilt dazu mit, dass er mit Aktionären der Kontron AG in fortgeschrittenen Verhandlungen über den Erwerb von insgesamt bis zu 29,9% der Aktien der Kontron AG steht.

Neben der Beteiligung über die 10%ige-Barkapitalerhöhung plant die Ennoconn Corporation laut der S&T AG vorliegenden Informationen zugleich, durch weitere Aktienkäufe von Großaktionären die Beteiligung an der S&T AG vorbehaltlich der kartellrechtlichen Freigabe auf 29,4% zu erhöhen.

Die Ennoconn Corporation ist ein Hersteller von "Embedded Industrial Computersystemen" und ein Tochterunternehmen des weltweit größten Elektronikherstellers Hon Hai Precision Industry Co., Ltd., der unter der Marke Foxconn als Produzent der Apple iPhones bekannt ist. Die Beteiligung der Foxconn Gruppe an der S&T AG einerseits und der S&T AG an der Kontron AG andererseits würden der S&T Gruppe im Zuge einer strategischen Zusammenarbeit wesentliche Synergien ermöglichen: die Foxconn Gruppe verfügt in den Bereichen Embedded Computersysteme und Datenfunk als weltweit führender Hersteller über effiziente Entwicklungs- und Produktionskapazitäten, Kontron als ehemaliger Marktführer im Embedded-Computer-Segment über eine breite Kundenbasis. Gemeinsam mit den starken Software-Engineering-Ressourcen von S&T würde man im Marktsegment "Internet-of-Things" bzw. Industrie 4.0 eine global führende Rolle einnehmen."

Nicht nur, dass S&T bei der Kontron AG einsteigen will, deren Chef Hannes Niederhauser früher einmal war, als Kontron noch erfolgreich am Markt operierte. Über einen solchen Einstieg war bereits länger spekuliert worden, nachdem Niederhäuser öffentlich verkündete, S&T wolle sein Geschäft im Bereich Embedded Compuing weiter ausbauen. Diese eingebetteten Computersysteme vernetzten andere installierte Geräte und machen damit deren Abläufe effizienter. Diese elektronischen Gehirne werden u.a. in der Energietechnik eingesetzt, in der Medizintechnik und im Maschinenbau, man findet sie in der Steuerung von Spielautomaten, Geldkartenterminals oder Bahnticketgeräten. Künftig wird S&T hier zu einem integrierten Hard- und Softwarekonzern heranwachsen, bei dem etwa die Software-Sicherheitslösungen von S&T mit der Kontron-Hardware kombiniert werden können. Die Vernetzung von Geräten ist einer der Megatrends unserer Zeit, des "Internets of Things" bzw. der "Industrie 4.0", wie diese Schlagworte so schön heißen.

Durch die angekündigten Kapitalverflechtungen sichert S&T sich einen Zugang zur günstigen Foxconn-Fertigung. Denn noch interessanter als die Kontron-Beteiligung von S&T ist der Einstieg des taiwanesischen Elektronik-Giganten Hon Hai bei S&T, zu dem auch Foxconn gehört, ein Auftragsfertiger für große Tech-Konzerne wie Samsung oder Apple. Und dessen Tochter Ennoconn steigt nun mit zunächst 10% bei S&T ein und möchte diesen Anteil auf 29,4% ausbauen.

 S&T AG (Quelle: finanzen.net) 
Wie die genauen Kapitalverflechtungen am Ende des Prozesses gestaltet sein werden und welcher Konzern am wem welchen Anteil hält, ist noch in der Schwebe. Auch, welche "Aktienpakete von Großaktionären" Foxconn noch erwerben will. Es scheint kaum vorstellbar, dass Niederhauser selbst seinen Aktienanteil von 4,95% komplett abgeben wird, aber vielleicht der umtriebige österreichische Unternehmer Erhard Grossnigg (seine Grosso Holding hält knapp 14% an S&T). Mit diesem verbindet S&T eine erfolgreiche Zeit; gerade wurde erst gemeinsam das Geschäft der Raiffeisen Informatik übernommen.

Der Aktienkurs hat zunächst verschnupft auf die Ankündigung reagiert, weil einige Aktionäre wohl den Einstieg bei Kontron, einem chronisch defizitären Unternehmen, missbilligen. Andererseits birgt die Konstellation mit Foxconn einiges an Potenzial, denn Foxconn war im Januar bereits bei der Kontron Kanada eingestiegen. Und die Taiwanesen haben einen langem Atem, wenn es ums Geschäft geht, sie setzen weniger auf schnelle Gewinne, als vielmehr auf Zukunftstechnologien und Wachstum.

Meine Einschätzung
Auch wenn noch vieles unklar ist, erscheint diese Meldung aus Sicht der S&T-Aktionäre zusätzliches Potenzial zu bieten für die weitere Entwicklung des Unternehmens. Mit Foxconn steht S&T künftig ein Partner zur Seite, der wohl eher weitere Anteile zukaufen wird und das bietet langfristig auch eine gesicherte Perspektive, sollte sich CEO und Großaktionäre Hannes Niederhauser irgendwann einmal von seinem Anteil trennen wollen. Dann stünde ggf. sogar eine Komplettübernahme der S&T durch die Taiwanesen auf der Agenda. Aber soweit will ich gar nicht vorausschauen. Dass Kontron die S&T-Zahlen zunächst einmal auf kurze Sicht und vermutlich einmalig belasten wird, sollte in Kauf genommen werden, denn entscheidend sind die Synergien und die strategischen Perspektiven, die sich aus der neuen Dreierkonstellation ergeben. Auch und gerade für langfristig orientierte Anleger bietet der Kurseinbruch bei S&T eine hervorragende Chance, sich noch einmal günstig aufzumunitionieren.

S&T befindet sich auf meiner Empfehlungsliste und in meinem Depot. Ich habe heute die Chance genutzt und zu knapp über €9 meinen Bestand nochmals aufgestockt, so dass S&T nun zu den 5 größten Werten in meinem Portfolio zählt.


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ERGÄNZUNG VOM 13.10.2016
Grossnigg wird seinen Anteil von fast 14% abtreten und Niederhauser sich verpflichtet hat, mindestens noch ein Jahr bei S&T an Bord zu bleiben - wie bisher ohne Gehalt.

Des Weiteren wurden weitere Details zu dem Deal bekannt, wie das Wirtschaftsblatt berichtet. Der Mittelzufluss aus der Kapitalerhöhung (Foxconn zeichnet 10% neue S&T-Aktien zu €10,03) wird unmittelbar für ein Investment in die deutsche Kontron AG verwendet. S&T hat hierzu mit den Finanzinvestoren Warburg Pincus und Triton Partners Verträge zum Erwerb von 29,9% der Aktien der Kontron unterzeichnet. 5,1% der Aktien werden durch die deutsche S&T-Tochtergesellschaft S&T Deutschland Holding AG ohne weitere Bedingung erworben, während weitere 24,8% unter der aufschiebenden Bedingung der kartellrechtlichen Genehmigungen gekauft wurden. Der Gesamtkaufpreis der Transaktion beläuft sich auf rund €59,9 Millionen. Der Kauf weiterer Kontron-Aktien oder die Abgabe eines Übernahmeangebots sind nicht geplant.


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ERGÄNZUNG VOM 14.10.2016
Im Zuge des Einstiegs von Ennocon bei S&T wird sich CEO Hannes Niederhauser auch von 40% seiner 4,97-Prozent Beteiligung trennen, so dass er anschließend noch gut 3% an S&T halten wird. Des Weiteren äußerte er sich zur Kontron dergestalt, dass eine Komplettübernahme von Kontron durch S&T angedacht sei, sobald Kontron wieder profitabel arbeite. (QUELLE)

Mittwoch, 7. September 2016

S&T will nach TecDAX-Aufnahme nun die Margen kräftig steigern

Der Linzer Technologiekonzern S&T AG kommt den selbstgesteckten Zielen seines Großaktionärs und CEO Hannes Niederhauser mit großen Schritten näher. Nach seinem Einstieg bei der früheren Gericom, die später unter Quanmax firmierte, wandelte er den siechenden PC-Fertiger zu einem System-IT-Haus mit Schwerpunkt auf der DACH-Region und Ausrichtung auf Zukunftsmärkte. Schon vor fünf Jahren erklärte Niederhauser, er strebe eine Aufnahme von S&T, wie Quanmax nach der Verschmelzung mit dem Systemhaus S&T System Integration & Technology Distribution seit Ende 2012 heißt, in den TexDAX auf, den Technologie-Index der Deutschen Börse. Und nun ist es soweit, S&T wird demnächst Süss Microtec im TecDAX ersetzen. Dies dürfte dem Aktienkurs, der seit 2010 von €2 auf heute €9 abgestiegen ist, weiteren Auftrieb bringen, denn nun werden auch verstärkt Fonds auf den Nebenwert aufmerksam.

 S&T AG (Quelle: finanzen.net) 
S&T trennt sich von PC-Eigenfertigung
Bereits seit einiger Zeit schrumpfen die Hardware-Umsätze, weil sich S&T immer stärker auf das margenstärkere IT-Beratungsgeschäft und neue Märkte konzentriert, wie z.B. das Smart-Metering, also das intelligente Steuern von Stromnetzen, und IT-Sicherheit. Und heute kann man mit einer weiteren Meldung punkten, denn S&T verkauft  die logistisch und technisch komplexe Fertigung von Eigenmarken-PC (insbesondere der Marken MAXDATA und Proworx) an die Wiener Omega Handelsgesellschaft m.b.H., die das Geschäft weiterführen und in Zukunft eng mit der S&T kooperieren wird. S&T wird sich damit stärker auf das Kerngeschäft als Systemhaus fokussieren und bereits kurzfristig die Bruttomargen innerhalb des Segmentes "Services DACH" steigern können.

Darüber hinaus ist eine weiterer Stärkung des Systemhaus-Geschäftes geplant, denn es stehen Unternehmenszukäufen in den Bereichen POS-Management und Rechenzentrum "unmittelbar bevor", wo S&T bereits heute zu den Premium-Anbietern im Workplace- bzw. POS-Management-Umfeld gehört.

Die Transaktionen sollen keine wesentlichen Auswirkungen auf den Barmittelbestand von S&T haben und auch umsatzseitig seien keine wesentlichen Effekte zu erwarten, da sich die Geschäftsvolumina kompensieren würden, teilte S&T weiter mit.

Meine Einschätzung
S&T ist ein sehr agiles Unternehmen, das in seiner Geschichte mehrmals vor schwierigen Problemen stand, als das alte Geschäftsfeld sich nicht mehr zukunftsfähig erwies. Unter der Führung von Hannes Niederhauser ist es gelungen, das Unternehmen immer wieder erfolgreich in neue Wachstumsfelder zu positionieren und es dort als signifikanten Player zu etablieren. Die TecDAX-Aufnahme ist das Ende des Anfangs vom Aufstieg der S&T und da Niederhauser S&T nicht nur auf Umsatzwachstum trimmt, sondern vor allem auch die Margen stärkt, sind die Aktionäre bisher voll auf ihre Kosten gekommen. Und das sollten sie auch in nächster Zeit, denn der Weg von Niederhauser und S&T ist noch lange nicht vorbei. Langfristig orientierte Anleger können sich bei S&T in einem aufstrebenden und agilen Unternehmen mit attraktiver Bewertung positionieren und sollten in den nächsten Jahren viel Freude an ihrem Investment haben.

S&T befindet sich auf meiner Empfehlungsliste und in meinem Depot. Die leicht schwächeren Kurse heute morgen, die entsprechend der Börsenweisheit "buy the rumors, sell the facts" bzgl. der TecDax-Aufnahme den Kurs belasten, habe ich zum Aufstocken meiner Position genutzt.

Montag, 27. Juni 2016

Investor-Update: Aurelius, Hypoport, M.A.X. Automation, Publity, S&T

Im Investor-Update notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

Brexit - wtf?
Es gab letzte Woche nur ein Thema: den Brexit. Nachdem die Prognosen sich nach dem Mord an der britischen Labour-Abgeordneten Cox immer mehr Richtung Bremain, also einem verbleib Großbritanniens in der EU, verschoben, und auch am Abstimmungstag noch eine knappe Mehrheit signalisierten, gab es nach der Auszählung am Freitagmorgen dann Katerstimmung und Börsenbeben. Ein DAX-Minus von fast 10 Prozent im Tagesverlauf, insbesondere im frühen (vorbörslichen) Handel, ist schon eine Besonderheit. Aber auch die anderen Weltbörsen haben mächtig Federn gelassen, die Märkte wurden vom Ausgang des Votums doch sehr überrascht.