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Mittwoch, 15. Juli 2026

Buffett erklärt, weshalb Unternehmen genau die Aktionäre haben, die sie verdienen

Starinvestor Warren Buffett hat sich in seinem Investorenbrief von 1979 an die Aktionäre seiner Investmentholding Berkshire Hathaway damit beschäftigt, wie das Verhalten des Managements dazu führt, dass Unternehmen eine bestimmte Art von Aktionären anziehen.
"Unternehmen erhalten überwiegend genau die Aktionärsbasis, die sie anstreben und verdienen. Wenn sie ihr Denken und ihre Kommunikation auf kurzfristige Ergebnisse oder kurzfristige Börsenentwicklungen ausrichten, werden sie ebenfalls überwiegend Aktionäre anziehen, die sich auf dieselben Faktoren konzentrieren. Und wenn sie Investoren gegenüber zynisch auftreten, ist es sehr wahrscheinlich, dass ihnen dieser Zynismus schließlich von der Investmentgemeinschaft zurückgespiegelt wird.

Phil Fisher verglich die Strategie eines Unternehmens zur Gewinnung von Aktionären einmal mit der eines Restaurants, das um Kunden wirbt. Ein Restaurant kann eine bestimmte Zielgruppe ansprechen – etwa Liebhaber von Fast Food, gehobener Küche oder asiatischer Speisen – und sich im Laufe der Zeit eine passende Stammkundschaft aufbauen. Wird dies professionell umgesetzt, kommen diese Gäste, zufrieden mit Service, Speisekarte und Preisniveau, immer wieder zurück. Ein Restaurant kann jedoch nicht ständig seinen Charakter wechseln und trotzdem eine zufriedene und treue Kundschaft behalten. Würde es abwechselnd französische Gourmetküche und Hähnchen zum Mitnehmen anbieten, wäre das Ergebnis ein ständiges Kommen und Gehen verwirrter und unzufriedener Kunden.

Genauso verhält es sich mit Unternehmen und der Aktionärsgruppe, die sie anziehen möchten. Man kann nicht gleichzeitig alles für jeden sein und zugleich Eigentümer mit völlig unterschiedlichen Interessen gewinnen wollen – von Anlegern, die hohe laufende Ausschüttungen bevorzugen, über Investoren mit Fokus auf langfristiges Kapitalwachstum bis hin zu solchen, die auf spektakuläre Börsenbewegungen aus sind."
Diese Erkenntnisse sind ein weiteres starkes Argument dafür, dass Unternehmen nur dann nachhaltig Erfolg haben, wenn das Management zum Unternehmen passt, seine Kultur und seine DNA "lebt". Egal wie herausragend ein Manager auch ist, wenn er einen "Kulturschock" auslöst kann dies die Siegesserie auch des erfolgreichsten Unternehmens beenden. Was sich dann zumeist auch im Aktienkurs negativ niederschlägt. Und gegebenenfalls aktivistische Investoren auf den Plan ruft, die das Management zum Umlenken zwingen wollen, um die aufgestauten Wertpotenziale zu heben.

Das kann funktionieren, aber viel erfolgversprechender ist, sofort auf den richtigen Dreiklang zu setzen mit einem Management, das zum Unternehmen passt und damit gleichgesinnte Aktionäre anzieht. Buffett hat es bei und mit Berkshire vorgemacht und von Anfang an und über Jahrzehnte hinweg Langfristanleger angelockt. Sein Partner Charlie Munger verfolgte dieselbe Philosophie - und es bleibt zu hoffen, dass Buffetts Nachfolger Greg Abel ihrem Erfolgsweg treu bleibt. Time will tell...

Disclaimer: Habe Berkshire auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.

Donnerstag, 9. Juli 2026

[Kissigs Börsentheater] Warren Buffett meint, das beste Geschäft sei eine Lizenzgebühr auf das Wachstum anderer. Einfach (und) clever...

Börsenlegende Warren Buffett erklärt, wie man einfach zu Geld kommt: "Das beste Geschäft ist eine Lizenzgebühr auf das Wachstum anderer, die selbst wenig Kapital benötigt". Man kann sich dann einfach zurücklehnen und das Geld anderer Leute für sich selbst arbeiten lassen. Je erfolgreicher sie sind, desto mehr Kohle streicht man dabei ein. Klingt (zu) perfekt? Schon möglich, aber, es gibt eine ganze Reihe von Businessmodellen, die genau auf diesem Konzept aufbauen.

Asset Manager fahren ein solches Businessmodel, da sie Provisionen für das Managen des Kapitals ihrer Investoren und auf die realisierten Gewinne erhalten. Apollo Global Management, BlackRock, Blackstone Group, Brookfield, KKR & Co sind Experten darin und je größer ihre Assets under Management (AuM) werden, desto besser skalierbar wird ihr Geschäft. In Deutschland finden wir hierzu mit Patrizia, einen weitgehend auf Gewerbeimmobilien spezialisierten Asset Manager.

Lizenzgebühren erhält auch, wem Rechte gehören, zum Beispiel an Filmen oder Songs. Während der Corona-Phase fanden kaum Konzerte statt und so haben viele Künstler ihre Songbibliothek zu Geld gemacht durch den Verkauf ihrer Songrechte. Blackstone hat dazu Hipgnosis übernommen mit einem Bruttovermögen von rund 2,2 Mrd. Dollar an Musikkatalogen und Tantiemen mit so bekannten Künstlern wie Justin Bieber, Bob Dylan, Shakira, Bruce Springsteen und den Red Hot Chili Peppers. Inzwischen wurde Hipgnosis von Blackstone in Recognition Music umbenannt und ein Großteil der Songrechte an Sony Music Publishing veräußert.

Mit einem weiteren dieser Lizenzgebühr-Modelle haben wir es bei Börsenbetreibern und Brokern zu tun. Sie nehmen Provisionen ein, wenn Anleger aktiv handeln oder über Depotgebühren. Je aktiver Anleger sind, je größer ihr Depotvolumen, desto höher sind die Provisionseinnahmen. Die Deutsche Börse ist hier zu nennen, Charles Schwab und Intercontinental Exchange.

Ein weiteres Lizenz-Business spielt sog. "Royalties" ein und Mineral sowie Surface Rights - also umsatz- und/oder gewinnabhängige Erträge aus Landeigentum. So etwas wird vor allem im Rohstoffsektor vereinbart und ein "Royalty-Pure-Play" ist z.B. Texas Pacific Land, die riesige Gebiete im Permian Basin (Texas und New Mexico) halten, wo andere nach Öl und Gas bohren. Und an der Wasserver- und -entsorgung verdienen, ihr Land für Wind- und Solarfarmen zur Verfügung stellen - und für ein erstes KI-Rechenzentrumsprojekt von Chevron und Microsoft. Ins gleiche Horn, nur ohne Öl/Gas und ein paar Nummern kleiner, stößt LandBridge. 

Mein Fazit

Lizenzgebühren sind eine einfache Geschäftsidee. Einfach (und) clever. Und als Aktionäre können wir genauso einfach daran mitverdienen. Die Gewinne explodieren nicht, aber sie fließen stetig und sorgen so für einen anhaltenden Cashflow-Strom - und entfachen so über die Jahre ganz von selbst die ungeheure Kraft des Compounding. Echt simpel...

Disclaimer: Habe Apollo Global Management, BlackRock, Blackstone Group, Brookfield, Intercontinental Exchange, KKR, LandBridge, Patrizia, Texas Pacific Land auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.

••• Überarbeite Fassung eines Artikels aus Juli 2023

Freitag, 22. Mai 2026

Kissigs Börsentheater: Warren Buffett erklärt, weshalb Value Investoren nicht auf Wachstum verzichten müssen. Und wie...

Warren Buffett ist der beste Investor aller Zeiten und gilt als Ikone des Value Investing. Dabei hat er immer nur eine Handvoll an Regeln befolgt, aber diese sehr konsequent. Und zu den größten Missverständnissen gehört, dass Buffett um Wachstumsunternehmen einen Bogen gemacht hätte.

Erfolgreiches Investieren bedeutet, Wertpapiere zu kaufen und dabei weniger als ihren Wert zu bezahlen. Dieser Wert muss nicht heute höher sein als der Preis; wahrscheinlicher ist, dass er es in der Zukunft sein wird. Doch das ist natürlich nicht sicher.

Daher müssen sich Anleger Gedanken darüber machen, ob und warum der Wert eines Assets steigen wird. Und die Antwort lautet: Wachstum. Das Wachstum von Umsätzen, Cashflows, Margen und Gewinnen erhöht den Wert des Unternehmens und je länger und je stärker dieses Wachstum anhält, umso wertvoller wird das Unternehmen. Und damit seine Aktie.
"Growth und Value sind keine zwei unterschiedlichen Kategorien. Jedes Unternehmen ist die Summe der Barmittel wert, die es zwischen jetzt und dem Jüngsten Tag ausschütten wird. Wachstum ist einfach ein Teil der Wertermittlungsgleichung."
(Warren Buffett)
Anleger sollten müssen also nachdenken, bevor sie in ein Unternehmen investieren. Und sie sollten eine Vorstellung darüber entwickeln, wohin dieses Unternehmen sich entwickeln wird. Wenn der Aktienkurs unterhalb dieses Wertes liegt, schlägt man zu.

Die erfolgreichsten Investoren kaufen Growth-Aktien zu Value-Preisen!

Und dann... muss man "nur" noch die Geduld aufbringen, damit sich der Wert und der Aktienkurs entfalten können. Doch das ist leider der schwierigste Teil des Prozesses, denn er schließt Handeln aus. Und diesen immerwährenden Impuls zu kontrollieren ist nicht so einfach, wie den Wert eines Unternehmens zu ermitteln. Aber es lohnt sich. Denn nur dann kann sich die schier unbändige Superkraft des Compounding entfalten und der Zinseszinseffekt den Turbo ins Depot zaubern - auch in deines!

Montag, 22. Dezember 2025

[Kissigs Börsentheater] Buffett rät Anlegern, sich einfach nur auf die langfristigen Gewinnaussichten der Unternehmen zu konzentrieren

Anleger starren viel zu sehr auf die Kurse und lassen sich vom eigentlich unwichtigsten Faktor blenden. Denn sie setzen irrtümlich den Kurs mit dem Wert des Unternehmens gleich. In gewisser Weise ist das nachvollziehbar, denn der Kurs ist leicht zu finden und erfordert keinen Aufwand, um damit zu arbeiten. Doch genau hier liegt das Problem!

Der Kurs sagt nämlich nichts über das Unternehmen aus. Rein gar nichts. Und trotzdem versuchen Generationen von Anlegern, in ihn etwas Gehaltvolles hinein zu interpretieren – weil es ja so einfach wäre. Und scheitern damit.

Zoom out! Hör auf, ständig auf die Kurszuckungen zu starren und dich an den neusten Schlagzeilen festzubeißen. Warte nicht immer auf die nächsten Quartalszahlen, als würden sie über Leben und Tod (deines Investments) entscheiden. Auf lange Sicht machen kurzfristige Kursbewegungen keinen Unterschied und wenn du dir einen Chart ansiehst, dann siehst du viele Aufs- und Abs – ohne dass du diesen ein Ereignis zuordnen kannst. Außer bei den ganz dicken Bewegungen, aber die sind dann wohl eher allgemeiner Natur, wie ein Börsencrash, und haben weniger mit dem einzelnen Unternehmen zu tun. Also lehn dich zurück und entspann dich. Betrachte die Dinge mit etwas Abstand und mehr Gelassenheit. Konzentriere dich auf das Wesentliche.
"Um als Investor Erfolg zu haben, man muss einfach nur davon überzeugt sein, dass ein bestimmtes Unternehmen oder eine Gruppe von Unternehmen in fünf, zehn oder zwanzig Jahren mit hoher Wahrscheinlichkeit mehr Geld verdienen wird, als heute. Und diese Entscheidung ist nicht schwer zu fällen."
(Warren Buffett)
Es geht um den Wert einer Aktie und um den zu ermitteln, muss man das Unternehmen analysieren. Das ist aufwändig und nicht einfach. Doch Buffett weist den leichteren Weg: gesunden Menschenverstand. Man sucht Unternehmen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit künftig mehr Geld verdienen werden als heute. Denn deren Aktien werden sich wahrscheinlich ebenfalls prächtig entwickeln. So einfach kann Investieren sein...

Dienstag, 9. Dezember 2025

[Kissigs Börsentheater] Buffett rät, nicht bloß Aktien zu kaufen, sondern Anteile an herausragenden Unternehmen. Ist doch klar!?

Aktien sind keine Wettscheine, sondern Anteile an Unternehmen. Klingt wie eine Selbstverständlichkeit und doch spielt es im Hinblick auf den langfristigen Erfolg bei der Aktienanlage eine entscheidende Rolle. Denn der Fokus der Anleger richtet sich schon immer auf die Zuckungen des Aktienkurses, wobei jede stärkere Abwärtsbewegung gleich das Investment infrage stellt und nicht selten sogar umgehend Verkaufsorders auslöst. Zeit zum Überlegen oder gar gründlichen Recherchieren und Nachdenken bleibt kaum noch. Aber das ist nicht nur ein Problem von Social Media und der zunehmenden Informationsflut, sondern vor allem eines des eigenen Mindsets. Am Ende zahlen Anleger meistens drauf, weil die kurzfristigen Kurszuckungen auf lange Sicht nur selten ins Gewicht fallen. Wer sie ignoriert, erzielt mehr Rendite!
"Kaufe nicht bloß Aktien, sondern kaufe Unternehmen mit herausragenden Geschäftsmodellen. Ich habe kein Aktienportfolio, sondern ein Portfolio voller großartiger Unternehmen."
(Warren Buffett)
Und wie gelingt das? Buffett bietet die Lösung: denke nach, bevor du Aktien kaufst. Such dir die besten Unternehmen mit den aussichtsreichsten Geschäftsmodellen und fähigem Management heraus und kaufe (erst) dann deren Aktien. Danach kannst du entspannt bleiben, egal, was die Schlagzeilen dir auch vorgaukeln.

"Good business, good management, good price" - auch das stammt von Buffett. So wirkt buy & hold richtig! Danach braucht man nur noch Geduld, um der unbändigen Kraft des Compoundings ihren Lauf zu lassen. Stress bei der Geldanlage wird so zum Fremdwort und nachhaltiger Vermögensaufbau zum Selbstgänger. Eben the easy way of investing. Aber der scheint nicht massentauglich zu sein - ist vermutlich zu einfach...

Dienstag, 30. September 2025

Buy & Hold: Geh den Weg des Warren Buffett und investiere erfolgreich(er)

Warren Buffett liebt und lebt das Prinzip des Buy & Hold, des Kaufens und Behaltens. Seine bevorzugte Anlagedauer sei für immer, hat er öffentlich verkündet. Und wenn man sich die größten Positionen in dem Portfolio seiner Investmentholding Berkshire Hathaway ansieht, so sind sie teilweise seit Jahren und Jahrzehnten unverändert: American Express, Coca Cola, Moody's. Und auch seine im lukrativen Duracell-Deal eingetauschten Procter & Gamble-Aktien hielt er weit mehr als zehn Jahre - sie resultierten aus seinem Einstieg bei Gillette, die dann später von P&G übernommen wurden.

Seine Einstellung zum langfristigen Investieren legt Buffett auch immer wieder in seinen Jahresberichten dar, die er den Berkshire-Aktionären und Anlegern weltweit zur Verfügung stellt. Zwei besonders bemerkenswerte Passagen aus Jahresberichten von Mitte der 1990er Jahre möchte ich heute aufgreifen und in Erinnerung rufen.

Sonntag, 27. April 2025

[Kissigs Börsentheater] Buffett setzt auf Qualitätsunternehmen und schenkt dem Kurs wenig Beachtung. Nur eine Handvoll Kriterien machen den Unterschied...

Kurseinbrüche zerren an den Nerven, denn wir setzen einen Kursrutsch mit Gefahr gleich und bekommen Angst, dass das Unternehmen Pleite gehen könnte. Doch der Kurs sagt nichts über den Wert eines Unternehmens aus, er erzeugt nur Handlungsoptionen. Und darunter ist die Chance, nach einem zu starken Absturz in ein ansonsten teures Qualitätsunternehmen günstig einsteigen zu können. Genau so wurde Warren Buffett zu einem der reichsten Menschen der Welt. Und im Grunde kann das jeder...
"Buffett bewertet Aktien genauso, wie er ein ganzes Unternehmen bewerten würde: Er sucht nach Unternehmen, die er versteht, die von ehrlichen und kompetenten Managern geführt werden, die gute langfristige Aussichten haben und die zu einem angemessenen Preis erhältlich sind. Er unterlässt jeden Versuch, die Kursentwicklung vorherzusehen."
(Roger Lowenstein)
Nicht vergessen: Der größte Feind einer guten Gelegenheit ist der Traum von der perfekten Gelegenheit. Wenn sich also eine tolle Chance bietet, sollte man nicht auf den perfekten Einstiegsmoment warten, sondern den günstigen einfach nutzen. Das zahlt sich auf lange Sicht aus, auch wenn man mit seiner Position vielleicht erstmal für einige Zeit unter Wasser liegt. Kurzfristig ist das nämlich sehr wahrscheinlich, doch je länger man seinem Investment die Chance gibt, sich zu entwickeln, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass man damit eine positive Rendite einfährt. Statistische gesehen ist nach 12 Jahren Haltedauer das Verlustrisiko gleich null. Wer länger durchhält, erhöht seine Chancen und wer ausschließlich auf Qualitätsunternehmen setzt und diese auch noch günstig eingekauft hat, gehört auf jeden Fall zu den Gewinnern.

Es kann so einfach sein, wenn man nur dem Erfolgsweg des Warren Buffett folgt. Dann klappt’s auch ganz entspannt mit der Rendite.

Montag, 21. April 2025

[Kissigs Börsentheater] Warren Buffett warnt Anleger davor, sich durch den Fokus auf kurzfristige Gewinne den langfristigen Börsenerfolg zu verbauen

Börsenlegende Warren Buffett hat die Gabe, komplizierte Sachverhalte in einfachen Worten zusammenzufassen und den Kern treffsicher auf den Punkt zu bringen. Er rät stets, auf lange Sicht zu investieren und nicht so sehr auf kurzfristige Entwicklungen zu achten. Wenn er von einem Unternehmen überzeugt ist, würde er am liebsten 100 % davon kaufen. Und zieht auf dieser Basis einen treffenden Vergleich: "Genauso wie es töricht wäre, sich beim Erwerb eines ganzen Unternehmens übermäßig auf die kurzfristigen Aussichten zu konzentrieren, halten wir es für unvernünftig, sich beim Kauf kleiner Teile eines Unternehmens, also Aktien, von den voraussichtlichen kurzfristigen Gewinnen hypnotisieren zu lassen."

In der Earnings Season richtet sich der Fokus der Anleger erstmal auf das gerade abgeschlossene Quartal und darüber hinaus auf die kommenden Wochen. Die seit vielen Monaten vorherrschenden negativen Entwicklungen schlagen sich auch in den Unternehmenszahlen nieder – völlig erwartbar. Und genauso verhalten fällt zumeist der Ausblick auf das nächste Quartal oder den Rest des Jahres aus. Auch das kann kaum überraschen. Doch die Reaktion der Börse sind - trotzdem - nicht selten zweistellige Kurseinbrüche. Dabei machen dann die Kurse die Nachrichten, nicht die Nachrichten die Kurse. Denn die wenigsten Anleger schauen sich die Meldungen und die Geschäftszahlen wirklich an und nehmen sich die Zeit, sich tiefschürfende Gedanken darüber und die Auswirkungen auf die nächsten Wochen, Monate und Jahre zu machen. Der Kurs bricht ein? Dann müssen die Zahlen und/oder der Ausblick schlecht sein. Und die auf 'Klicks' konditionierten Börsenmedien (auch als 'Finanzporno' bekannt) verstärken den Effekt noch, weil sie überwiegend nur noch voneinander abschreiben - auf die Anleger prasseln die gleichen (eigentlich sogar dieselben!) negativen Überschriften nun von allen Seiten ein und verstärken das Panikgefühl und den Leidensdruck, endlich auf den Exitknopf zu drücken. Autsch!

Warren Buffett rät zu Gelassenheit. Anleger sollten vielmehr auf die Qualität des Geschäftsmodells achten und die langfristigen Perspektiven, denn bei Qualitätsunternehmen werden Kursdellen aufgrund von negativen Meldungen zumeist bald wieder ausgebügelt. Kurzfristige Kurseinbrüche bieten hier oft auf lange Sicht Chancen und Anleger tun gut daran, entsprechend rational und weitsichtig zu handeln...

••• Überarbeite Fassung eines Artikels aus Juni 2023

Sonntag, 9. Februar 2025

[Kissigs Börsentheater] Buffett bevorzugt, eher bestehende Investments aufzustocken, als auf die Suche nach neuen zu gehen

Anleger sind stets auf der Suche nach der neuen Superaktie, sie hassen das Gefühl, die nächste Rakete zu verpassen. Deshalb kaufen sie oft aus den falschen Gründen und ohne richtig nachgedacht und recherchiert zu haben. FOMO,  also die Angst, etwas zu verpassen, sucht jeden einmal heim: man sieht, dass bestimmte Aktien oder Branchen immer weiter steigen und hatte sie selbst vielleicht mal im Auge. Aber man hat nicht gekauft, aus welchem Grund auch immer. Und nun schaut man den steigenden Kursen hinterher. Bis man dann doch noch einsteigt - vermutlich gerade kurz bevor der Hype kippt und die Spekulationsblase platzt. Das zahlt sich selten aus und man sollte es daher lassen.

Aber auch bei rein fundamentaler Bewertung kann es sinnvoll sein, auf das Bewährte zu setzen.
"Bevor wir neue Investitionen ins Auge fassen, überlegen wir uns, wie wir alte Investitionen ergänzen können. Wenn ein Unternehmen attraktiv genug ist, um es einmal zu kaufen, kann es sich durchaus lohnen, den Prozess zu wiederholen."
(Warren Buffett)
Denn hat man schon eine Reihe von Unternehmen im Depot, mit denen man sich auskennt und die man einschätzen kann. Man hat sie analysiert, man weiß um die Stärken und Schwachpunkte und kann aktuelle Entwicklungen daher gut einschätzen. Bei neuen Aktien steht man mit diesem Lernprozess ganz am Anfang und das kann ein entscheidender Nachteil sein. Denn man findet nicht 100 Superaktien in seinem Börsenleben, sondern allenfalls eine Handvoll. Selbst Warren Buffett erklärte, er habe in seinen 75 Jahren an der Börse nur rund 10 solcher Superinvestments gepickt, die übrigen wären eher allenfalls durchschnittlich gewesen. Und damit hat er seit seiner Übernahme von Berkshire Hathaway im Jahr 1965 mehr als 3,6 Mio. Prozent Rendite eingefahren.

Seine bestehenden Depotpositionen zum Maßstab zu machen, kann aber auch am Ende des Analyseprozesses (noch einmal) eine gute Idee sein. Denn auch wenn man alle Informationen zusammengetragen hat und bereit ist, in ein weiteres Unternehmen zu investieren, sollte man stets an die "Opportunitätskosten" denken. Und deshalb sollte man sein neues Investment mit den bereits bestehenden Depotwerten vergleichen und wenn man dort eines findet, das attraktiver ist als das neue, dann sollte man lieber auf das Bewährte setzen.

Buffetts Grundgedanke ist einfach und richtig: Weshalb etwas Neuem und Unbekannten hinterherjagen, wenn man mit dem Bewährten leichter und sicherer Geld verdienen kann? Klingt (fast) zu einfach. Aber nur fast…

Donnerstag, 26. Dezember 2024

Vielleicht Warren Buffetts bester Rat für Anleger: Kauft keine Aktien, beteiligt euch an einem Unternehmen, werdet Miteigentümer. Spekuliert nicht, investiert!

Kauft man eine Aktie kauft man ein Unternehmen - jedenfalls einen kleinen Teil davon. Weshalb messen Value Investoren, wie Warren Buffett, dieser Unterscheidung zwischen Aktie und Unternehmensanteil aber so einen großen Wert bei?

Das liegt an der Psychologie und am Verhalten der Menschen, die von Natur aus wankelmütig sind. Wir neigen zu Stimmungsschwankungen und so empfinden viele Menschen Freude, wenn ihre Aktien steigen und sind gereizt oder geraten gar in Panik, wenn die Börsenkurse fallen. Doch wer den Börsenkurs zum entscheidenden oder sogar einzigen Gradmesser dafür macht, ob er ein gutes oder mieses Investment getätigt hat, kann nur scheitern. Jedenfalls als Investor, vielleicht nicht als Spieler.
»Kaufe keine Aktien, beteilige dich an einem Unternehmen. Spekuliere nicht, investiere!«
(Warren Buffett)
Man muss sich von diesem Denken lösen, denn es wird einem ansonsten immer im Weg sein und einen davon abhalten, nachhaltig und langfristig mit seinen Investments eine wirklich gute, überdurchschnittliche Performance zu erzielen. Anstatt mit Aktien zu handeln, sollte man Miteigentümer werden, ein Mitunternehmer. Wer es schafft, seine Einstellung zu seinen Investments zu verändern, ändert auch seine Ergebnisse...

Freitag, 4. Oktober 2024

[Kissigs Börsentheater] Warren Buffett kauft am liebsten hochbewertete Schnäppchen

Starinvestor Warren Buffett ist nicht bekannt dafür, zu viel Geld für Unternehmen auszugeben. Sein Credo lautet, billig zu kaufen und mit einer erheblichen Sicherheitsmarge auf den intrinsischen Preis. Und wenn er überhaupt verkauft, dann teuer. Denn sein bevorzugter Anlagehorizont ist "für immer".

Umso bemerkenswerter erscheint daher sein Bekenntnis, sich eher bei hoch bewertete Aktien umzusehen, um sein nächstes interessantes Investment zu finden.
"Es ist weniger wahrscheinlich, dass wir uns etwas ansehen, das zu einem niedrigen Verhältnis zum Buchwert notiert, als etwas mit einem hohen Verhältnis zum Buchwert, weil die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass wir es im ersten Fall mit einem schlechten Business zu tun haben und im zweiten Fall mit einem guten Business."
(Warren Buffett)
Der Grund liegt einfach darin, dass sich hinter dieser hohen Bewertung oft die besten Geschäftsmodelle verbergen und man damit auf lange Sicht mehr erreicht, als nur mit einem spottbilligen Kaufpreis. Eine Erkenntnis, für die Buffett Jahrzehnte brauchte – und die leitende Hilfe seines Partners Charlie Munger.  Doch seit seinem 'Aha-Moment' vor rund 50 Jahren folgt er konsequent seiner Erfolgsstrategie, die ihn letztlich zum besten Investor aller Zeiten machte.

Die meisten Anleger gehen anders vor und suchen nach den vermeintlichen Schnäppchen, indem sie auf das niedrigste Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) abzielen oder das billigste Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV). Doch damit erleiden sie fast immer Schiffbruch, denn eine bloße Kennzahl ohne Hintergrundcheck erzählt einem nicht mal die halbe Geschichte. Oft gibt es nämlich gute Gründe für die vermeintlich niedrige Bewertung...

Mittwoch, 14. Februar 2024

Buffett warnt: Spekuliere niemals auf Kredit, denn Kredit ist wie Sauerstoff!

Fremdfinanzierung ist ein wichtiges Treibmittel unseres Wirtschaftssystems. Unternehmen nutzen Fremdkapital, der Staat begibt Anleihen, Privatleute finanzieren Möbel, Autos, Häuser über Kredite. Weshalb sollten Anleger nicht auch auf Kredite zurückgreifen, um an der Börse zu spekulieren? Immerhin gibt es speziell zugeschnittene Wertpapierkredite, bei denen man zu vergleichsweise attraktiven Zinskonditionen Kredit erhält gegen Verpfändung von Wertpapieren. Also eigentlich eine sichere Sache, oder?
»Kredit ist wie Sauerstoff. Ist er vorhanden, bleibt seine Anwesenheit unbemerkt. Fehlt er, ist das alles, was bemerkt wird. Schon eine kurze Phase ohne Kredit kann ein Unternehmen in die Knie zwingen.«
(Warren Buffett)
Jedenfalls so lange, bis die Aktienkurse zu fallen beginnen. Denn dann sinkt auch der Wert der als Sicherheit hinterlegten Papiere und wenn er unter den des Kreditbetrages fällt, fordert die Bank zum Nachschießen auf (sog. Margin Call). Dann muss man entweder frisches Geld auftreiben, um den Kreditbetrag zu senken, oder Wertpapiere veräußern. Das klingt extrem ungeil. Ist es auch...

Freitag, 19. Januar 2024

[Kissigs Börsentheater] Buffett hält die Zinsen für den Motor für Wirtschaft und Börsen

Zinsen sind der Preis für Geld, sie entschädigen für das Risiko eines Zahlungsausfalls. Je ferner die Rückzahlung in der Zukunft liegt, desto höher ist dieses Risiko. Im Umkehrschluss sind Gewinn der Zukunft heute umso weniger wert, je höher das Zinsniveau ist – das ist der Abzinsungseffekt. Wenn nun die Zinsen perspektivisch wieder sinken, steigt damit der Wert künftiger Unternehmensgewinne – und das bietet Spielraum für steigende Aktienkurse.
"Die Zinssätze sind für die Preise von Vermögenswerten das, was die Schwerkraft für den Apfel ist. Sie treiben alles im wirtschaftlichen Universum an."
(Warren Buffett, 2023)
Die kräftige Jahresendrallye an den Börsen passte nicht zur vorliegenden Wirtschaftslage, aber zu der sich aufhellenden, die in einigen Monaten zu erwarten ist. Die Börsen spiegeln nicht die heutige Lage wider, sondern die in 12 oder 18 Monaten. Die Börsen laufen der Wirtschaft voraus und das führt bisweilen zu scheinbar unerklärlichen Diskrepanzen. Und eine der wichtigsten Triebfedern für Wirtschaft und Börsen ist Liquidität. Die Versorgung mit Geld wird von den Notenbanken (auch) über die Zinssätze geregelt, denn höhere Zinsen machen Geld teurer und damit unattraktiver, während niedrige Zinsen den gegenteiligen Effekt haben und damit die Nachfrage nach Geld anheizen.

Auf genau dieses Anheizen haben die Börsen gesetzt, als sie Ende 2023 wochenlang Richtung neuer Allzeithochs durchstarteten. Und die sich hartnäckig haltenden Inflationsraten sorgen nun für einen Dämpfer in der Euphorie, denn sie schieben die Zinswende auf die lange Bank - und damit die stimulierenden Impulse, die die Börsen für eine Fortsetzung der Rallye brauchen.

Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben und die wirtschaftlich angespannte Lage kann jederzeit die ersten Zinssenkungen auslösen, sofern die Inflation nicht wieder deutlich anzusteigen beginnt. Mit niedrigeren Zinsbelastungen haben die Konsumenten wieder mehr Luft für Käufe, die Unternehmen wieder mehr Luft zum investieren und produzieren und die Börsenkurse wieder mehr Luft zum Klettern. The Sky is the Limit. Immer schon, denn die Börsen steigen durchschnittlich um 7 bis 8 % pro Jahr - über alle wirtschaftlichen Wetterlagen und Zinszyklen hinweg. Der kleine Rückschritt zum Jahresstart erhöht damit statistisch gesehen die potenzielle Rendite, die dieses Jahr noch zu bieten haben wird. Auf geht's...

Donnerstag, 4. Januar 2024

[Kissigs Börsentheater] Buffett wird ganz einfach immer reicher, weil er auf Unternehmen setzt, deren summierte Gewinne über die Jahre steigen

Warren Buffett ist einer der reichsten Menschen der Welt. An der Spitze der Liste liegt der 93-jährige nicht mehr, weil er bereits mehr als die Hälfte seines Vermögens in Form von Aktien seiner Investmentholding Berkshire Hathaway für wohltätige Zwecke verschenkt hat ('The Giving Pledge'). Aber auch so muss der Multimilliardär nicht darben, denn sein Vermögen legt beinahe automatisch immer weiter zu. Und dazu benötigt der Starinvestor keinen magischen Zaubertrank, sondern er nutzt eine ganz simple Erfolgsformel. Und er verrät sein Geheimnis jedem, der zuzuhören bereit ist: "Fügen Sie ein Portfolio von Unternehmen zusammen, deren summierte Gewinne über die Jahre steigen und der Marktwert Ihres Portfolios wird dies ebenfalls tun" lautet Buffetts einfacher Rat.

Die Börse ist wankelmütig. Erst liefen Value-Aktien, dann sprangen die zuvor abgestraften Growth-Aktien in die Höhe; manche verdoppelten sich innerhalb weniger Tage. Die Anleger fragen sich, ob sie schnell umsatteln und aufs nächste Pferd setzen sollen, um ja nichts zu verpassen. 'FOMO' regiert, die Angst, etwas zu verpassen ('Fear Of Missing Out'). Doch die Antwort kennt niemand. Aber im Grunde ist sie auch gar nicht so wichtig...

Dienstag, 26. Dezember 2023

"Value Investing is simple, but not easy". Warren Buffett erklärt, wie's einfach geht...

Das Bonmot "Value Investing ist simpel, aber nicht einfach" von Investorenlegende Warren Buffett bringt das Dilemma auf den Punkt: das Grundprinzip des Value Investings ist nicht schwer zu verstehen, es aber anzuwenden, seine Elemente richtig umzusetzen, hingegen schon. Denn sie prallen auf das menschliche Verhalten und das ist (leider) völlig anders konditioniert, als es für Langfristanleger gut ist.

Dabei ist es wirklich einfach: Value Investing ist das langfristig orientierte Investieren in beständige, Ertrag starke Unternehmen, deren Aktien man zu einem attraktiven Kurs einsammelt. Und dann muss man der Saat nur noch genügend Zeit geben, aufzugehen.
»Aktien sind einfach. Man kauft bloß Anteile an einem großartigen Unternehmen mit höchst integrem und fähigem Management für weniger als seinen inneren Wert. Dann behält man diese Anteile für immer.«
(Warren Buffett)

Freitag, 10. November 2023

Warren Buffett rät: Ignoriere Quartalsergebnisse. Konzentriere Dich auf das Unternehmen und sein Business. Investiere langfristig!

Es ist Earnings Season und die Wall Street wird heftig durchgeschüttelt, weil etliche Unternehmen mit ihren Quartalsergebnissen die Erwartungen des Marktes und/oder der Analysten nicht ganz erreichen bzw. teilweise auch recht deutlich verfehlen. Und das liegt nicht nur an der Corona-Pandemie. Doch gerade langfristig orientierte Value-Anleger sollten sich der Worte Warren Buffetts erinnern und genau(er) hinsehen.
»Nimm eine Jahresbilanz nicht zu ernst. Schau lieber, was über einen Zeitraum von vier bis fünf Jahren geschieht.«
Damit meint das 'Orakel von Omaha', dass Quartale zu kurze Zeitspannen sind, um die Entwicklung eines Unternehmens exakt zu planen und zu bewerten. Liegen ein paar Feiertage mehr auf Wochentagen in dem Quartal oder verschiebt sich ein größerer Zahlungseingang um wenige Tage, kann dies das Quartalsergebnis beeinflussen, ohne dass es für das Jahresergebnis wirklich Relevanz hätte. Und selbst der Blick von Jahr zu Jahr sei keine ausreichende Grundlage für langfristig orientierte Anleger, um die Entwicklung des Unternehmens wirklich solide einschätzen zu können. Dazu gehört schon etwas mehr...

Freitag, 13. Oktober 2023

[Kissigs Börsentheater] Warren Buffett warnt vor zu hohen Kaufpreisen, denn damit könne man jede Investition in ein schlechtes Geschäft verwandeln

Erfolg an der Börse hat, wer Aktien kauft, die weniger kosten als sie wert sind. Das kann heute der Fall sein, so dass man nur 50 Cent für eine Aktie bezahlt, die eigentliche einen Dollar wert ist. Oder aber man kauft eine Aktie, deren Wert in Zukunft beinahe sicher deutlich höher liegen wird, weil ihre Cashflows und Gewinne in Zukunft kräftig zulegen werden.

So oder so: bezahlt man zu viel kann auch der größte Unternehmenserfolg das Investment nicht retten – weil dann schon zu viel im Kaufpreis eingepreist war. Genau diese Frage stellt sich gerade bei KI-Aktien, aber nicht nur dort und auch nicht zum ersten Mal. Der beinahe grenzenlose KI-Hype hat eine Berechtigung, denn 'generative Künstliche Intelligenz' wird unser aller Leben verändern, die Arbeitsabläufe, die Geschäftsmodelle, den Ressourceneinsatz, den Energieaufwand, unser soziales Miteinander. Einfach alles. Doch das ist nicht neu...

Freitag, 6. Oktober 2023

[Kissigs Börsenlexikon] Der "Circle of Competence"

Der persönliche 'Circle of Competence' ist ein Konzept aus dem Value Investing und innerhalb seines Kompetenzbereichs zu investieren hat den Vorteil, die langfristige Entwicklung eines Unternehmens oder einer Branche relativ sicher vorhersehen zu können.

Das bedeutet aber auch, viele Investmentgelegenheiten in anderen Wirtschaftsbereichen an sich vorübergehen zu lassen. Denn wenn man nicht wirklich versteht, was den Erfolg oder Misserfolg in diesen Bereichen ausmacht, und die Geschäftsergebnisse der nächsten fünf bis zehn Jahre nicht hinreichend genau voraussagen kann, sollte man sein Kapital lieber in die Branchen und Unternehmen investieren, von denen man etwas versteht. Denn Regel Nummer 1 ist und bleibt, kein Geld zu verlieren, wie uns Warren Buffett ins Stammbuch schreibt.
»Bleibe in Deinem Kompetenzkreis und investiere nicht in Bereiche, von denen Du nichts verstehst. Denn das Risiko von Fehlentscheidungen steigt ansonsten exponentiell an.«
(Warren Buffett)
Nach Warren Buffett kommt es beim Investieren nicht darauf an, wie groß der Kompetenzbereich des Investors ist. Entscheidend ist, dessen Grenzen zu (er)kennen und strikt zu beachten...

Montag, 29. Mai 2023

Hör auf Warren Buffett und investiere niemals außerhalb Deines "Circle of Competence"

Investieren ist kein Spiel, sondern der ernsthafte Versuch, sich ein Vermögen aufzubauen, seine Altersversorgung abzusichern jenseits der löchrigen Versprechungen der gesetzlichen Rentenzusagen. Und deshalb sollten Anleger auch stets bemüht sein, so wenige Fehler wie möglich zu machen. Denn schon der große Stratege Sunzi lehrte bereits vor mehr als 2.500 Jahren: "Keine Fehler zu machen, ist die Gewissheit des Sieges. Denn es bedeutet, einen Gegner zu schlagen, der bereits geschlagen ist". Für Anleger ist der Gegner der Markt, die Börse, die anderen Anleger. Die haben nichts zu verschenken und der Markt ist gnadenlos, er hat kein Mitleid mit Dummen, mit Unwissenden, mit Ignoranten und daher sollten Anleger so viel möglich dafür tun, nicht zu diesem Kreis zu gehören - denn aus deren Geld speisen sich die Gewinne der Cleveren. Oder wie Warren Buffetts kongenialer Partner Charlie Munger es ausrückte: "Lägen die anderen nicht so oft falsch, wären wir nicht so reich". Nicht unbedingt charmant, aber ziemlich treffend.

Eine weitere Analogie aus der Strategiekiste ist, dass man sich immer ein Schlachtfeld suchen sollte, bei dem die Vorteile auf der eigenen Seite liegen. Also die höhere Position und die Sonne im Rücken. Und Buffetts Rat, seinen 'Circle of Competence' genauestens abzustecken und sich auf die Unternehmen innerhalb dieses Kompetenzbereichs zu konzentrieren, überträgt dieses Erfolgskonzept auf das Investieren...

Sonntag, 9. April 2023

Konzentrier Dich: Warren Buffett rät Anlegern zum Diversifizieren. Aber nicht zu sehr...

Die Börse lebt von Extremen, Langeweile und Ruhe liegen ihr nicht. Und damit befriedigt sie die Bedürfnisse des Menschen nach Abwechslung, nach Aufregung - und seine Gier. Investoren sollten sich bei ihren Investmententscheidungen dieser Gefühle entledigen und sie vielmehr für ihre eigenen Vorteile nutzen. Denn wenn Panik herrscht, werden auch die besten Aktien zu Ausverkaufspreisen auf den Markt geworfen und wenn Gier vorherrscht, erzielen selbst Ramsch-Titel ungeahnte Preise.
»Die Märkte können länger irrational bleiben, als du solvent.«
(John Maynard Keynes)
Die Börse ist alles, nur nicht rational. Und da Übertreibungen auch lange anhalten können, sind sie auch dazu geeignet, Anlegers Geldbörse stark zu schrumpfen. Daher ist es wichtig, seine Anlagen zu streuen, um das Risiko eines Totalverlusts zu verringern. Man sollte nicht zuerst auf die Chancen achten, sondern zuerst die Risiken bedenken.