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Montag, 30. Dezember 2024

Kissigs Nebenwerte-Analyse zu About You: Alles neu beim Online Modehändler?

Im Magazin "Der Nebenwerte Investor" von Traderfox finden sich regelmäßig Analysen von mir zu deutschen Nebenwerten. Das Magazin ist kostenpflichtig und wer dieses oder eine der weiteren Börsenzeitschriften von Traderfox bestellen möchte, gelangt ▶ hier zur Übersicht. Mehrwert für die Leser meines Blogs: Nach Erscheinen des Magazins darf ich meine Nebenwerte-Analysen dann auch hier veröffentlichen.


Artikel aus "Der Nebenwerte Investor" Ausgabe 19/2024 vom 18.12.2024

Dienstag, 12. Oktober 2021

Kissigs Aktien Report: Zalando, HelloFresh, Home24, Shop Apotheke - Abgestrafte Coronagewinner vor dem Comeback?

Im Rahmen meiner Kooperation mit dem "Aktien Report" von Armin Brack nehme ich mir in unregelmäßigen Abständen interessante Unternehmen vor. Die Ausgaben des "Aktien Reports" und/oder "Geld Anlage Reports" erreichen ihre Leser samstags kostenlos und "druckfrisch" im Email-Postfach und man kann sich ▶ hier beim "Geld Anlage Report" anmelden. Bonbon für die Leser meines Blogs: einige Tage später darf ich die Analysen dann auch hier veröffentlichen.

Samstag, 4. September 2021

DAX-Familie im Wechselfieber und HelloFresh, Qiagen, Sartorius, Zalando, Jungheinrich, Hypoport, Shop Apotheke und Secunet sind mittendrin

Großes Stühlerücken in DAX, MDAX und SDAX. Die deutschen Leitindizes werden zum 20. September reformiert, vor allem der DAX. Seit seiner Geburtsstunde im Jahr 1988 umfasst er die 30 größten Aktienwerte und soll nun auf 40 anwachsen. Ziel ist, ihn attraktiver zu machen, das Gewicht des Banken- und Automobilsektors zu reduzieren und mehr aufstrebende Wachstumsunternehmen und "junge Branchen" zu etablieren. Das gelingt - zum Teil.

Im Gegenzug wird der MDAX von 60 auf 50 Werte verkleinert und da seine größten Werte in den DAX aufsteigen, verliert der MDAX erheblich an Gewicht - und Bedeutung. Sein am Streubesitz orientierter Börsenwert wird enorm sinken, etwa um die Hälfte. Die verbleibenden Werte sind bzgl. ihrer Größe näher beieinander, so dass nicht mehr einige wenige Aktien den Index dominieren. Unterm Strich wird der MDAX künftig weniger der Index der mittelgroßen Werte sein, als einer der größeren Nebenwerte. 

Beim SDAX bleibt alles beim alten, nur die Zusammensetzung ändert sich um fünf Werte, die mit Absteigern aus dem MDAX die Plätze tauschen und es gibt sechs Neuaufnahmen.

Insgesamt gewinnt der DAX zehn neue Mitglieder, der MDAX verliert diese zehn und nimmt fünf Aufsteiger auf dem SDAX auf, während der SDAX elf neue Mitglieder begrüßt: fünf MDAX-Absteiger und sechs bisher indexlose Aufsteiger.

Montag, 17. Mai 2021

Rekordkursrutsch: Zalando Spin-off reißt Kinnevik-Aktien in die Tiefe. Und nun?

Der schwedische Venture Capital-Spezialist Kinnevik erlebt heute einen brutalen Kursabsturz an der Stockholmer Börse tauchen die Aktien zwischenzeitlich um mehr als 35% ab.

Hintergrund ist der Spin-off seiner Zalando-Anteile; Kinnevik trennt sich von seinem verbliebenen Anteil von 21% an Europas führender Online-Plattform für Mode und Lifestyle, indem die Aktien den eigenen Aktionären ins Depot gebucht werden. Der Kurssturz bei den Kinnevik-Aktien spiegelt damit den Wertverlust des Zalando-Aktienpakets wider, den die Aktionäre nun als separate Position im Depot finden. Oder genauer gesagt: finden werden. Denn die Aktion wird je nach Depotbank/ Broker wohl ein paar Tage in Anspruch nehmen.

Die Maßnahme ist seit längerem bekannt und hat den Kurs der Zalando-Aktie belastet. Denn nicht jeder Kinnevik-Aktionär wird erfreut darüber sein, nun die Zalando-Papiere im Depot zu haben. Es dürfte daher in den nächsten tagen wohl noch verstärkt Abgabedruck geben, wenn diese "ungeliebten" Aktien aus den Depots geworfen werden.

Für Zalando-Fans können sich hier interessante Kauf-Optionen bieten. Und auch für das Unternehmen selbst bedeutet der von 38,16% auf 59,16% erhöhte Streubesitz eine bessere Handelbarkeit und auch eine bessere Positionierung in Bezug auf mögliche Indexanpassungen, bei denen der Streubesitzanteil eine Rolle spielt.

Disclaimer: Habe Zalando auf meiner Beobachtungsliste und/oder in meinem Depot/Wiki.

Donnerstag, 1. April 2021

Billionendeal: Zalando übernimmt Amazon - AWS wird abgespalten, KKR und Blackstone werden neue Ankerinvestoren

Was für ein Hammer! Zalando will Amazon schlucken! Zuerst hatte Börse Online vor einigen Wochen über entsprechende Spekulationen aus Nebenwertekreisen berichtet, aber das wurde als unglaubwürdig abgetan - auch von mir, wie ich gestehen muss. Zu gewaltig ist das Ausmaß dieses Punches!

Wenn man das erste ungläubige Staunen überwunden hat, dann passen doch viele Puzzleteile recht gut zusammen. Zalando hat einen vergleichsweise engen Fokus auf Mode und Lifestyle, während Amazon sehr breit aufgestellt ist im Onlinehandel. Beide treiben vor allem das Marktplatzgeschäft voran und reduzieren dabei den Handel mit Eigenmarken.

Die Verhandlungen liefen bereits seit Anfang Februar, nachdem Amazon-Gründer Jeff Bezos seinen Rücktritt vom CEO-Posten verkündet hatte. Kurze darauf wurde bekannt, dass seine Ex-Frau, die bei der Scheidung die Hälfte von Bezos Amazon-Aktienpaket erhalten hatte, größere Teile hiervon abgegeben hat. Und nun wissen wir auch, wo diese Aktien gelandet sind: bei Zalando. Doch das ist erst der Anfang der Geschichte...

Dienstag, 23. März 2021

Zalando: Wachstum und kein Ende (in Sicht)?

Zalando hat Zahlen für 2020 vorgelegt und einen Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr 2021 und darüber hinaus gegeben. Für 2021 liegt die optimistische Prognose deutlich über den Markterwartungen wegen des außerordentlich starken Starts in das neue Geschäftsjahr mit erwartetem GMV-Wachstum von rund 50% im ersten Quartal und auf für das Gesamtjahr zwischen 27% und 32% auf €13,6 bis €14,1 Mrd.

Zalando will weiterhin profitabel wachsen und rechnet mit einem bereinigten EBIT in Höhe von €350 bis €425 Mio., wobei 2021 vor allem in Logistik und Technologie Investitionen zwischen €350 und € 400 Mio. fließen sollen.

Europas führende Online-Plattform für Mode und Lifestyle setzt voll auf die Plattformstrategie. Hierüber laufen auf dem deutschen Markt inzwischen gut ein Drittel der Zalando-Umsätze, während es im 2020er Weihnachtsquartal noch 24% waren. Innerhalb der nächsten fünf Jahre will Zalando seinen GMV-Umsatz auf rund €30 Mrd. verdreifachen, nachdem 2021 erstmals Umsätze von mehr als €10 Mrd. erzielt werden sollen. Bisher liegt der Marktplatzanteil noch unter 25%, soll aber bis 2025 auf über 50% ausgeweitet werden. Um dieses Ziel zu erreichen, will Zalando vor allem sein Logistiknetzwerk erweitern und dann 19 Logistikzentren betreiben anstelle der aktuellen 10. Zwei sollen noch dieses Jahr in Betrieb gehen.

Daneben geht Zalando auch erfolgreich neue Wege, um noch mehr zahlungsfreudige Kunden an seine Website und sein Mobilangebot zu binden. So hat Zalando Plus mittlerweile eine halbe Million zahlende Mitglieder, die bereits neun Prozent des GMV abbilden und in Deutschland dabei etwa dreimal so viel GMV wie eine Durchschnittskundin generieren. Mit der Zalando Lounge konnte 2020 erstmals ein GMV von €1 Mrd. erzielt werden. Dabei ist Polen nach Deutschland der zweitgrößte Markt. Die Zalando Plus Vorteile sollen auch auf die Zalando Lounge erweitert werden, um noch mehr Umsatz je Kunde zu generieren.

Disclaimer: Habe Zalando auf meiner Beobachtungsliste und/oder in meinem Depot/Wiki.

Mittwoch, 17. Februar 2021

Schrei vor Glück!? Zalando wird verschenkt!

Zalando, Europas führende Online-Plattform für Mode und Lifestyle, soll verschenkt werden. So ist jedenfalls der Plan der schwedischen Beteiligungsgesellschaft Kinnevik, die ihren Aktionären die noch gehaltenen Zalando-Aktien ins Depot buchen möchte. Diese Übertragung ist nicht ganz ohne, denn Kinneveik ist, trotz einiger Anteilsverkäufe, mit rund 21% der größte Aktionär von Zalando.

Für den MDAX-Wert Zalando bedeutet die Aktion einen erhöhten Streubesitz und damit eine bessere Handelbarkeit der Aktie sowie eine Verbesserung hinsichtlich der Kriterien, die für eine Indexzugehörigkeit herangezogen werden. Für Kinnevik ist die Aktion der einfachste Weg, sich ohne Wertverlust von der Zalando-Position zu trennen; alternativ hätten die Schweden auch stückweise Paketverkäufe an institutionelle Investoren oder über die Börse in Angriff nehmen können. Bei 21% Anteil hätte dies allerdings einen längeren Zeitraum in Anspruch genommen, so dass der gewählte Weg wohl der schnellste ist. Und für die eigenen Aktionäre ja durchaus attraktiv.

Disclaimer: Habe Zalando auf meiner Beobachtungsliste und/oder in meinem Depot/Wiki.

Donnerstag, 14. Januar 2021

Kissigs Aktien Report: Zeitenwende? Mächtig(er) Gegenwind für Amerikas Big-Tech

Im Rahmen meiner Kooperation mit dem "Aktien Report" von Armin Brack nehme ich mir in unregelmäßigen Abständen interessante Unternehmen vor. Die Ausgaben des "Aktien Reports" und/oder "Geld Anlage Reports" erreichen ihre Leser samstags kostenlos und "druckfrisch" im Email-Postfach und man kann sich ▶ hier beim "Geld Anlage Report" anmelden. Bonbon für die Leser meines Blogs: einige Tagen später darf ich die Analysen dann auch hier veröffentlichen.

Freitag, 25. Dezember 2020

Kissigs Aktien Report: Warren Buffett rät, Branchen im Umbruch zu meiden. Aber…

Im Rahmen meiner Kooperation mit dem "Aktien Report" von Armin Brack nehme ich mir in unregelmäßigen Abständen interessante Unternehmen vor. Die Ausgaben des "Aktien Reports" und/oder "Geld Anlage Reports" erreichen ihre Leser samstags kostenlos und "druckfrisch" im Email-Postfach und man kann sich ▶ hier beim "Geld Anlage Report" anmelden. Bonbon für die Leser meines Blogs: einige Tagen später darf ich die Analysen dann auch hier veröffentlichen.

Freitag, 4. Dezember 2020

Home24 und Westwing bereichern bald den SDAX. Und noch mehr...

Home24 und Westwing haben es geschafft: die beiden Home & Living-Onlineanbieter werden mit Wirkung vom 21. Dezember 2020 in den SDAX aufgenommen, den deutschen Auswahlindex für Nebenwerte.

Dabei sind dies nicht die einzigen Veränderungen, die der DAX-Familie ins Haus stehen, denn auch im MDAX gibt es Veränderungen, die Indexanbieter Stoxx Ltd. mitteilte.

Mittwoch, 2. Dezember 2020

Cyber-Week-Shopping: Zalando schreit vor Glück!

Zalando gab ein kurzes Feedback zur abgelaufenen Cyber Week; die elf Tage zwischen dem Black Friday und dem Cyber Monday stellen ja den Auftakt zur Shoppings-Saison vor Weihnachten dar und sind für den Einzelhandel enorm wichtig, online wie offline. Denn im Weihnachtsshopping werden an die 50% der Jahresumsätze generiert. Und bei Zalando lief es in diesem Jahr ganz besonders gut..

Dienstag, 1. Dezember 2020

Einfach gedacht: Amazon punktet in der Cloud - oder Kleinvieh macht auch Mist

Amazon kann mit Cloudaufträgen auch in Deutschland punkten. Während das Augenmerk eher auf Großaufträgen liegt, wie dem des Pentagon im Volumen von $10 Mrd., bei dem sich Amazon Web Service (AWS) und Microsoft (Azure) erbittert um den an Microsoft erteilten Zuschlag streiten, entscheiden sich auch kleinere Kunden für AWS.

Der Kampf um die Cloud wird härter und schneller...

Montag, 26. Oktober 2020

Kissigs Aktien Report: Die zweite Luft für digitale Geschäftsmodelle wie Global Fashion Group, HelloFresh, Home24, Westwing und Zalando

Im Rahmen der Kooperation mit Armin Bracks "Aktien Report" nehme ich mir in unregelmäßigen Abständen interessante Unternehmen vor. Die Ausgaben des "Aktien Reports" und/oder "Geld Anlage Reports" erreichen ihre Leser samstags kostenlos und "druckfrisch" im Email-Postfach und man kann sich ▶ hier beim "Geld Anlage Report" anmelden. Für die Leser meines Blogs hat das Ganze auch einen direkten Nutzen: mit einigen Tagen Zeitverzögerung darf ich die Analysen dann auch hier veröffentlichen...

Freitag, 9. Oktober 2020

Good News bei... Zalando: Die Jahresprognosen müssen schon wieder angehoben werden

Schrei vor Glück, Aktionär von Zalando. Europas führende Online-Plattform für Mode und Lifestyle hebt nach außergewöhnlich starkem und profitablem Wachstum im dritten Quartal die Prognose für das Geschäftsjahr 2020 an. Damit wiederholt Zalando, was bereits im Juli erfolgte, nachdem das zweite Quartal schon überaus positiv verlaufen war.

Dass Corona und der damit einhergehende Lockdown der Modegeschäfte sowie die die Soppinglaune vermiesenden Abstands- und Hygieneregeln, insbesondere die Maskenpflicht, Onlinehändlern und Plattformbetreibern wie Zalando besonders in die Karten spielt, dürfte sich inzwischen rumgesprochen haben. Wie sehr, überrascht diese dann aber wohl selbst noch immer wieder. Und angesichts steigender Fallzahlen und drohender neuer Lockdowns, wenn diesmal auch eher regional als landesweit, verschlechtern sich die Aussichten auch nicht wirklich. Nicht für die nächsten Monate, aber auch darüber hinaus nicht...

Montag, 22. Juni 2020

Good News bei... Zalando: Corona zündet den nächsten Wachstumsturbo bei Neukunden, Umsatz, Ergebnissen

Mitten in der Finanzkrise 2008/09 ging Zalando an den Start und mit seiner ausgefeilten Werbestrategie und dem Slogan "Schrei vor Glück" penetrierte sich der Online-Modehändler ins Bewusstsein aller schuhverrückten Frauen. In der Folgezeit gab es einige Richtungsumschwünge hinsichtlich der Strategie, nachdem das Unternehmen 2014 an die Börse gegangen war und inzwischen zu den stärksten MDAX-Werten zählt. So wurde die Angebotspalette erweitert, dann verstärkt auf Eigenmarken gesetzt und vor einiger Zeit dann der Plattformgedanke in den Vordergrund gerückt. Wem das bekannt vorkommt, der wird bei Amazon fündig, die das im großen Stil vor(er)leben.

Ich bin bei Zalando erst vor 14 Monaten an Bord gegangen und der Kurs zeigt sich seitdem ziemlich volatil. Die Aktie lag schon weit im Plus, auch deutlich im Minus doch Zalandos neue Plattformstrategie trifft den Nerv der Zeit und erweist sich als zukunftsträchtig. Nicht nur wegen des Corona-Lockdowns, der die stationären Modeläden allesamt aus dem Markt genommen hat, aber der Corona-Effekt treibt die digitale Transformation mächtig voran. Bei Zalando aber auch in der gesamten Branche. Mit weitreichenden Folgen...

Sonntag, 22. September 2019

Die 38. Börsenwoche im Rückspiegel: Kissigs Kloogschieterei mit Adobe, Corning, Opera, Zalando

In der vergangenen Börsenwoche konnten die großen Börsenindizes ihre Vorwochenstände nicht verteidigen und notierten allesamt schwächer. Was die US-Aktien angeht, war das abzusehen, jedenfalls statistisch. Denn in den Wochen, in denen die FED über ihre Zinssätze entscheidet, notieren US-Aktien traditionell etwas leichter. Auf der anderen Seite folgte in der Vergangenheit auf die zweite Zinssenkung der US-Notenbank durchschnittlich eine Rallye von über 20% bei den US-Aktien.

Behält die Statistik Recht, könnte sich der letzte Freitag in einigen Wochen also als idealer Einstiegszeitpunkt erweisen bzw. erwiesen haben - auch wenn das heute natürlich nicht unbedingt so aussieht, denn es sprechen ja auch Gründe gegen weiter steigende Kurse. Was diese nicht davon abhält, langfristig immer höher zu steigen, wie ein Blick auf einen Langfristchart zeigt.

Wenn das Börsenbarometer steigt, heißt das nichts anderes, als dass die Aktienkurse steigen - allerdings nicht von jeder Aktie und auch nicht gleichmäßig verteilt. Zuletzt hatten sich zyklische Werte etwas von ihren Tiefständen erholt und sich eindrucksvoll zurück gemeldet. Ob dies nur ein Strohfeuer ist, oder sich eine Trendwende im Konjunkturzyklus anbahnt, bleibt abzuwarten. Die ersten Frühindikatoren senden jedenfalls ermutigende Signale aus...

Samstag, 10. August 2019

Am Scheideweg: Steht eBay vor seinem Nadella-Moment?

"3, 2, 1... meins" lautete der Werbeslogan des Internet-Auktionshauses eBay und seit Kurzem gilt er auch (wieder) für mich, denn ich habe nach fast 20 Jahren wieder eBay-Aktien gekauft.

Das Unternehmen hat die "New Economy" überlebt und sich längst vom einstigen Erfolgsmodell des Online-Flohmarkts für Privatleute verabschiedet. Klar, auch dieses Thema bedient man noch, aber eigentlich bereits seit Einführung des "Sofort Kaufen"-Buttons wurde eBay zu einer Verkaufsplattform für professionelle Händler. Das machte eBay schnell profitabel, aber der ursprüngliche Charme blieb dabei auf der Strecke. Und später auch das Gespür für die relevanten Trends, denn der überaus erfolgreiche Bezahldienst PayPal gehörte einst zum Unternehmen und man war viele Jahre lang bei Südamerikas aufstrebendem Online-Marktplatz MercadoLibre beteiligt - bis man seine Anteile 2016 für $1.05 Mrd. verkaufte und damit die anschließende Wertsteigerung um weitere $4 Mrd. verpasste.

Schaut man auf die aktuellen Börsenbewertungen, bringt es PayPal auf $123 Mrd., MercadoLibre auf $49 Mrd. und eBay lediglich auf $37 Mrd. Dabei steht auch die eBay-Aktie auf Allzeithoch, doch der Blick auf die Bewertungen zeigt, dass eBay nicht (mehr) wie ein Wachstumsunternehmen bepreist wird, sondern wie ein ein Value Investment. Zu Recht! Ein KGV von 14 klingt nicht zu billig für ein Unternehmen, das seit drei Jahren kein Umsatzwachstum mehr erzielt. Doch es gibt Hoffnung auf bessere Zeiten und die beruhen nicht nur auf den Gewinnsteigerungen und üppigen Aktienrückkäufen. Nein, es geht einmal mehr darum, dass Ebay weitere Töchter und Sparten abspalten könnte und dadurch für die Aktionäre eine fette Rendite winken könnte. Und für eBay selbst wieder erfolgreichere Zeiten dank einer neuen Strategie...

Montag, 15. April 2019

Zalando positioniert sich mit seiner neuen Plattform-Strategie als "Anti-Amazon"

Der Internet-Modehändler Zalando stammt aus der Startup-Schmiede von Rocket Internet-CEO Oliver Samwer und ich hatte mir den Wert schon einmal Ende 2017 angesehen ("Zalando: Amazon-Rivale oder einfach nur maßlos überschätzt?"). Damals habe ich (noch) nicht zugeschlagen, aber positive Argumente gab es damals schon eine Reihe.

Mitte 2018 war dann die Herrlichkeit vorübergehend erstmal vorbei, als Zalando eine heftige Gewinnwarnung aussprechen musste. Man wollte und musste deutlich mehr investieren, um mit dem großen Rivalen Amazon mithalten zu können.

Und nun habe ich Anfang letzter Woche doch noch bei Zalando zugeschlagen. Kurz vor der Zahlenvorlage, mit der Zalando dann die Börse beglückte und die den Kurs deutlich ansteigen ließ. Zur Abwechslung mal ein glückliches Händchen beim Timing - aber ich habe die Aktie nicht wegen der Zahlenvorlage gekauft. Obwohl ich nicht davon ausgegangen bin, dass Zalando erneut enttäuschen würde. Nein, ich habe mir Zalando aus anderen Gründen ins Depot gelegt. Seit einiger Zeit kauft Aufsichtsratsmitglied und Großaktionär Anders Holch Povlsen Zalando-Aktienpakete und der dänische Multi-Milliardär hält auch 26,66% der Anteile an ASOS, dem britischen Mitbewerber; Povlsen ist bei ASOS größter Aktionär. Daraus kann man nun Übernahme- oder Fusionsphantasie zusammenbasteln; ich hatte ja Ende 2017 schon spekuliert, dass Zalando durchaus als Übernahmekandidat für den Markteintritt in Europa fungieren könnte für Alibaba oder ähnliche "Kandidaten". Aber auch dieses mögliche Szenario ist nicht mein Kaufgrund...

Freitag, 21. September 2018

Rocket Internet bleibt unverstanden. Das birgt Risiken. Und Chancen. Aber auch mehr?

Zuletzt war es ruhiger geworden um die Startup-Schmiede und Beteiligungsgesellschaft Rocket Internet (WKN: A12UKK), doch nun nimmt das mediale Interesse wieder spürbar zu. Dabei scheint das Geschäftsmodell noch nicht bei jedem angekommen zu sein; doch das ist gar nicht schlimm, sondern kann für mutige Anleger auch eine besondere Chance darstellen. Wenn man denn versteht, auf was man sich einlässt. Denn an der Börse scheitern die meisten Investments nicht an fehlendem Erfolg der Unternehmen, sondern an enttäuschten Erwartungen der Anleger. Daher gehört zur erfolgreichen Aktienanlage nicht nur, das Unternehmen auf Herz und Nieren zu prüfen, bevor man auch nur den ersten Euro investiert, sondern bereits im Vorfeld seine Erwartungen zu definieren. Beides zusammen sind die tragenden Säulen eines soliden Investmentcases.

Und Rocket Internet ist ein exemplarisches Beispiel dafür, dass Anleger falsche und zu hohe Erwartungen hatten - und teilweise noch haben - und dann "die Schuld" bei Enttäuschungen beim Unternehmen abladen. Das ist natürlich wenig zielführend und bringt unterm Strich auch keinen einzigen Renditepunkt mehr. Dabei kann Rocket Internet durchaus mit Interessantem aufwarten...

Donnerstag, 21. Dezember 2017

Zalando: Amazon-Rivale oder einfach nur maßlos überschätzt?

Geschäft ist Krieg. Und der Verlierer hat keine Gnade zu erwarten, ihm droht die Insolvenz, der unternehmerische Tod. Das gilt auch auf einem Schlachtfeld, das seit jeher hart umkämpft ist und wo wir alle teilnehmen: dem Einzelhandel. Wir alle sind Konsumenten und seit das erste Geschäft eröffnet hat, buhlen die Läden um unser Interesse, um unser Geld. Und immer wieder gibt es wellenartige neue Entwicklungen, die die bisherig bekannte Einkaufswelt gehörig durcheinander wirbeln. So war es, als Sears den Katalog erfand und die Menschen immer häufiger über Telefon oder Bestellkarte Waren orderten. Und auch die Waltons waren so eine einschneidende alles verändernde Entwicklung. Genauer gesagt ihre Erfindung des Supermarkts, wo man einfach alles kaufen kann und das auch noch sehr günstig, anstatt zu jedem Spezialhändler einzeln zu gehen.

Jede dieser Entwicklungsschübe brachte es mit sich, dass eine Vielzahl der alten Anbieter vom Markt verschwanden, je mehr sich die Einkaufsgewohnheiten der Kunden änderten. Die vielen Tante-Emma-Läden sind längst Geschichte und unsere Einkaufsstraßen gleichen sich immer mehr, werden immer austauschbarer. Weil sich dort fast nur noch die Filialisten großer Ketten halten können, während der klassische Einzelhändler, wie zum Beispiel der individuelle Modeladen, sich nicht mehr behaupten kann und seine Pforten schließen muss.

Und auch jetzt erleben wir wieder einen solchen einschneidenden Entwicklungsschub: den Onlinehandel. Als reiner Online-Buchhändler gestartet, hat sich Amazon inzwischen zum Dominator in der westlichen Einkaufswelt entwickelt und verändert unser Einkaufsverhalten wieder einmal grundlegend. Die Kunden finden immer mehr Gefallen daran, bequem von zuhause online Waren zu ordern, anstatt sich aus dem Haus begeben zu müssen, um in überfüllten Supermärkten und Einkaufsstraßen mit anderen ewig in der Warteschlange an der Kasse zu stehen. Amazon ist der Wegbereiter und der Taktgeber, aber in seinem Fahrwasser segeln weitere Anbieter erfolgreich auf der Onlinewelle. So erfolgreich, dass im Weihnachtsgeschäft 2016 in den USA erstmals mehr Waren online gekauft wurden als im stationären Handel. Eine echte Zäsur. Und Amazon hatte den größten Anteil an den Onlineumsätzen.