Posts mit dem Label AdCapital werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label AdCapital werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 9. April 2014

Bereinigung meiner Empfehlungsliste: AdCapital, Greiffenberger, WMF Vz.

Einige Werte auf meiner Empfehlungsliste haben die Erwartungen nicht erfüllt bzw. bieten nicht mehr ausreichend gute Perspektiven, so dass ich sie von der Liste nehmen werde.

AdCapital
Das Beteiligungsunternehmen hat eigentlich nie die Erwartungen erfüllen können. Nach einer enormen - steuerfreien - Sonderausschüttung haben die verbliebenen Beteiligungsgesellschaften durch die Bank weg die Erwartungen verfehlt, wie aus dem Geschäftsbericht 2013 zu ersehen ist. Nach 14 Monaten steht unter dem Strich ein Minus von 3 Prozent.

Greiffenberger
Die kleine Beteiligungsholding kommt nicht recht vom Fleck. Einerseits ist das Unternehmen niedrig kapitalisiert und verfügt nicht über große finanzielle Ressourcen, um weitere Beteiligungen eingehen zu können, andererseits liefern die aktuellen Beteiligungen solide Ergebnisse ab. Allerdings ist die nach wie vor sehr niedrige Eigenkapitalquote ein echter Hemmschuh und auf absehbare Zeit wird es wohl auch keine Dividende geben, so dass das Potenzial für das Unternehmen und den Aktienkurs begrenzt sein dürfte. Nach gut anderhalb Jahren streiche ich Greiffenberger daher mit einem Kurszuwachs von 20 Prozent von meiner Empfehlungsliste.

WMF Vz.
WMF wurde übernommen von KKR & Co., einer Private Equity Gesellschaft aus den USA, die auch bei ATU und Hertha BSC beteiligt sind und kürzlich ihr Engagement bei der Pro7Sat1 Media AG sehr erfolgreich beendet haben. KKR krempelt WMF ziemlich um, Teilbereiche wurden abgestoßen, der Vorstand komplett umgekrempelt und die Dividende halbiert. Das Potenzial der Aktie hat sich inzwischen deutlich reduziert und daher nehme ich den Wert nach anderthalb Jahren mit einem Kursplus von mehr als 40 Prozent von der Liste.

Freitag, 24. Mai 2013

Investmentfonds sind meistens schlecht(er)

Die vor allem in Deutschland vorherrschende Meinung ist, als Privatanleger könne man kein erfolgreiches Stock-Picking betreiben und sollte sein Geld lieber in Fonds investieren - und das möglichst breit gestreut, um das Risiko zu minimieren. Ebenso vernünftig klang es, dass die Erde eine Scheibe wäre, allerdings haben beide Denkansätze einen entscheidenden Makel: die Fakten sprechen dagegen!


"Wenn sich die Fakten ändern, ändere ich meine Meinung".

Über Planeten und die Form der Erde werde ich mich nun nicht näher auslassen, aber zum Thema Direktanlage in Aktien versus Fondsinvestments hingegen schon. Der Gedanke eines Fonds ist, dass man als Anleger nur Geld einzahlt und die Auswahl der Anlageobjekte dann einem (gut bezahlten) Fachmann überlässt. Klingt plausibel und vernünftig. Allerdings zahlen auch Fonds Transaktionsgebühren für ihre An- und Verkäufe und die Fondsmanager erhalten Gehälter und/oder Provisionen. Darüber hinaus verdient auch die Fondsgesellschaft, denn zwischen An- und Verkaufskursen liegt ein nicht selten hoher Spread, wenn die Anteile denn überhaupt über die Börse gehandelt werden können. Viele sind nur bei der jeweiligen Fondsgesellschaft erhältlich und können nur an diese zurückgegeben werden - was in der Regel keinen großen Nachteil bedeutet, wenn man nicht gerade auf Immobilienfonds gesetzt hat und der Fonds wegen zu großer Anteilsrückgaben in akute Liquiditätsprobleme geschliddert ist. Was in den letzten Jahren eher die Regel als die Ausnahme war. Bei den übrigen Assetklassen, wie Aktien, Renten (verzinsliche Wertpapiere), Geldmarktpapiere usw. kassiert die Fondsgesellschaft dann noch einen Ausgabeaufschlag, der bis zu 7,5% betragen kann. Diese ganzen Kosten muss der Fondsmanager erst einmal wieder verdienen, ehe das Investment des Anlegers überhaupt aus der Verlustzone kommt. Und abgesehen vom Ausgabeaufschlag fallen die Kosten ja nicht nur einmal an, sondern jährlich immer wieder auf's Neue.

Und trotzdem... immerhin sind Profis am Werk, Anlageexperten, die viel Geld verdienen, die wissen schon, was sie tun. Sollte man meinen. Der Finanzdienstleister Gecam hat nun die Performance von 9.428 Aktien-, Renten-, Geldmarkt-, Dach- und Mischfonds analysiert, die in Europa zum Vertrieb zugelassen sind. Und das Ergebnis ist niederschmetternd: magere 23 Prozent der Investmentfonds schafften es in den vergangenen drei Jahren, ihren jeweiligen Vergleichsindex zu übertreffen. Mit anderen Worten: 77 Prozent der Fonds, also mehr als drei Viertel, schnitten schlechter ab als "der Markt". Beim Roulette liegt die Gewinnchance bei knapp unter 50 Prozent, wenn man auf Rot oder Schwarz setzt (die Null spielt ja auch mit), bei Investmentfonds nur bei 23 Prozent. Als rational denkender Mensch sollte man spätestens jetzt akzeptieren, dass die vermeintlich gute Anlage in Investmentfonds eben auch nur vermeintlich die beste Anlagevariante ist.

Gründe für das schlechte Abschneiden liegen auf der Hand: die Fondsmanager bilden zu mehr als 70 Prozent einfach nur ihren jeweiligen Vergleichsindex ab, so dass sie bei hohem Kostenaufwand keinen Mehrwert schaffen können. Sie müssen quasi schlechter als der Vergleichsindex abschneiden, denn es verbleiben ja nur 30 Prozent der investierten Summe, die sie anders einsetzen. Und da Fonds immer ein gewisses Maß an Liquidität halten, z.B. um ausstiegswillige Anleger auszahlen zu können, liegt die wirkliche "Eigenleistungsquote" noch niedriger. Und dieser geringe Anteil müsste dann die Kosten verdienen und auch noch eine Out-Performance gegenüber dem Vergleichsindex. Das geht nur auf zwei Arten: enormes Glück oder hohes Risiko. Hat der Fondsmanager nur Glück, stellt sich die Frage, weshalb der Anleger diesen "Experten" braucht. Und erkauft sich der Fondsmanager die bessere Performance durch ein erhöhtes Risiko, widerspricht dies dem Sinn einer sicheren Anlage und es kann gut sein, dass sich auch einmal das Risiko nicht auszahlt und ein Fonds nach guten Jahren sehr viel schlechtere aufweist. Studien haben belegt, dass Fonds, die drei Jahre lang besonders gut abgeschnitten haben, danach meistens zu den Verlierern zählen.

Wenn man also schon "den Markt" kaufen möchte, sollte man lieber auf ETFs (Exchange-traded Fund) setzen bzw. Produkte, die nicht aktiv gemanaged werden, sondern wirklich nur den Markt 1:1 abbilden - die produzieren nämlich fast keine Kosten, so dass für den Anleger eine weitaus größere Chance besteht, in die Gewinnzone zu kommen.

Aber es gibt noch eine weitere Möglichkeit: Direktinvestments in Aktien. Warren Buffett meint hierzu, dass jeder durchschnittlich begabte Mensch in der Lage sei, wenn er nur einige wenige Dinge beherzige:
  • er müsse bereit sein, seine Emotionen aus der Anlageentscheidung herauszuhalten und auf Basis von Fakten zu investieren,
  • er müsse bereit sein, sich durch Geschäftsberichte durchzuackern und nicht auf Börsentipps von Freunden, Brokern, Börsenblättern oder Astrologen zu setzen,
  • er sollte in Unternehmen investieren, deren Geschäftsmodell er versteht,
  • er sollte antizyklisch investieren (niedrig kaufen, hoch verkaufen),
  • und er sollte Aktien zu Kursen kaufen, die deutlich unterhalb ihres wahren Wertes notieren, und diese dann lange halten.
Buffett hält nichts von Konjunkturprognosen und auch nichts von Markttiming. Er kauft, egal, ob sich die Börse in einer Hausse oder einer Baisse befindet. Denn wenn er den Wert eines Unternehmens ermittelt hat und somit den wahren Wert seiner Aktien, dann kauft er, wenn der Börsenkurs deutlich unter diesem Wert notiert. Und wartet ab. Buffetts Partner bei Berkshire Hathaway brachte die Strategie des Value-Investings einmal so auf den Punkt:

"Jedes intelligente Investieren ist das Investieren in Werte - mehr
bekommen als das, wofür du bezahlst. Investieren ist, wenn du einige
großartige Unternehmen findest und dann auf deinem Hintern sitzt."
(Charlie Munger)

Es kommt also letztlich darauf an, seinen eigenen Verstand einzusetzen und dann Aktien günstig zu kaufen und lange zu halten. Das ist die Strategie des Buy & Hold, die dem Zinseszinseffekt erst die Chance gibt, sein Potenzial zu entfalten und Anleger reich zu machen. Wer häufig(er) sein Depot umschichtet läuft Gefahr, zum falschen Zeitpunkt ein- und auszusteigen. Und auch das belegen empirische Untersuchungen, dass Anleger eben meistens mit der Herde schwimmen und daher bei stark fallenden Kursen verkaufen und bei stark steigenden Kursen kaufen. Sie handeln also nicht rational, sondern emotional. Und versenken damit eine Menge Geld und füllen nur die Taschen der Broker, die an den Transaktionskosten prächtig verdienen.

"Regel Nummer eins lautet: nie Geld verlieren. Regel
Nummer zwei lautet: vergiss nie Regel Nummer eins."
(Warren Buffett)

Die richtigen Aktien zu finden, ist natürlich in der Praxis nicht ganz so einfacht. Schon Oscar Wilde bemerkte, dass es leichter sei, über Geld zu schreiben, als Geld zu machen. Und so kann ein interessierter Anleger auch "einfach" sein Geld in Aktien von Unternehmen investieren, die ihrerseits Unternehmen und/oder Aktien kaufen. Der Unterschied zu Fonds ist hierbei, dass man an dem Unternehmen als Aktionär direkt beteiligt ist, dass man die Investmententscheidungen näher miterleben kann, z.B. durch die Geschäftsberichte, Quartals- und teilweise Monatsberichte und natürlich durch Adhoc- und sonstige Publikationen des Unternehmens. Und man kann sich in Unternehmen engagieren, wo der Vorstand selbst signifikante Anteile hält, also ein erhebliches Interesse daran hat, den Unternehmenswert zu mehren. Es gibt eine ganze Reihe von Unternehmen auf dem deutschen Kurszettel, die diese Anforderungen erfüllen können.

Zum einen gibt es Unternehmen, die sich auf das Investieren in börsennotierte Unternehmen spezialisiert haben. Hier sind die Shareholder Value Beteiligungen AG, die Allerthal-Werke AG, oder die Scherzer & Co. AG zu nennen, über deren Websites man sich über Anlagemethode und die größeren Investments informieren kann.

Und es gibt "richtige" Beteiligungsgesellschaften. Einige sind auf Frühphaseninvestments spezialisiert, wie die Blue Cap AG oder die mic AG, andere erwerben Krisenunternehmen, um sie wieder aufzupäppeln, wie die Bavaria Industriekapital AG. Dann gibt es Unternehmen, wie die Aurelius AG, die gerne Randaktivitäten großer Konzerne erwerben und zu neuen Einheiten formieren und sie dann auf mittlere Sicht gewinnbringend wieder veräußern. Und zuletzt gibt es langfristig orientierte Industrieholdings, bei denen die Veräußerungserlöse von Tochtergesellschaften eher die Ausnahme als die Regel sind. Hier sind AdCapital, die Deutsche Beteiligungs AG, Gesco, Indus, MAX Automation, MBB Industries zu nennen. Und natürlich Warren Buffetts Investmentkonglomerat Berkshire Hathaway, das in einer ganz anderen Liga spielt, als z.B. Greiffenberger AG oder die H.P.I. Holding AG, die nur jeweils ein oder zwei Beteiligungsunternehmen aufweisen und auf ein Segment fokussiert sind. Insbesondere Aurelius und MBB Industries halte ich für nach wie vor für mittel- und langfristig hervorragende Investments, bei denen man gerne Partner (Mitaktionär) der erfolgreichen Vorstände ist.

Bleibt noch die Frage,  weshalb man in lieber Aktien investieren sollte und nicht in Immobilien, Tagesgeld, Anleihen, Gold, Rohöl oder Schweinebäuche. Die habe ich allerdings bereits unter dem Titel "2013 wird das Jahr der Aktien" ausführlich beantwortet und spare mir deshalb an dieser Stelle die Wiederholung.

"Habe den Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen".

Also, es ist gar nicht so schwer, erfolgreich an der Börse zu investieren. Sofern man die Börse nicht als Casino und Aktienkäufe als Zocken missversteht, sondern Aktien als Partnerschaftsanteile an Unternehmen und die Börse als Handeslplatz, wo man diese Anteile erwerben kann, bleiben gar nicht so viele Möglichkeiten, gravierende Fehler zu machen. Ein wenig Mut und etwas Vertrauen in das eigene Urteilsvermögen gehören zwar schon dazu, aber beides benötigt man auch, wenn man unbeschadet eine fremde Katze streicheln will...

Montag, 28. Januar 2013

AdCapital: steuerfreie Rendite von 50%. Und dann?

Die Beteiligungsgesellschaft AdCapital ist schon etwas Besonderes auf deutschen Kurszetteln, denn sie wird ihrer Aktionäre am 10. Februar mit einer Sonderausschüttung in Höhe von 6,23 EUR beglücken - je Aktie und das auch noch steuerfrei!

Das ist seit längerem bekannt und die notwendigen Beschlüsse hat die Hauptversammlung längst durchgewunken. Die Gründe liegen in einem Strategiewechsel hin zu einer Beteiligungsholding, die sich auf den langfristigen Fokus orientiert und gezielt in das bestehende Beteiligungsportfolio investieren möchte, anstatt wie bisher große Mengen liquider Mittel in der Vemögensverwaltung, also kurz- und mittelfristigen Anlagen, einzusetzen. Nach Durchführung der Sonderausschüttung will AdCapital noch rund 50 Mio. EUR in der Liquiditätsreserve haben, um das Portfolio verstärken und ausbauen zu können.

Interessant wird das Ganze für Aktionäre, weil einerseits Beteiligungsgesellschaften inzwischen den seit Jahrzehnten üblichen "Konglomeratsabschlag" abgebaut haben und viele nahe am oder inzwischen über ihrem inneren Wert notieren. Beteiligungsgesellschaften sind "in", weil sich bei Veräußerungen gezeigt hat, welch enorme stille Bewertungsreserven teilweise in den Bilanzen schlummern. So hat sich etwa Aurelius mit den Verkäufen der Consinto und der Schabmüller 2012 eine goldene Nase verdient und wird die Aktionäre mit Rekorddividende und zusätzlicher Sonderausschüttung verwöhnen. Aber auch MBB Industries feiert einen Rekord nach dem anderen, sowohl bei Umsatz, als auch bei Gewinn und Aktienkurs, nachdem man die Claas Fertigungstechnik übernommen hat und den Umsatz schlicht verdoppelte und die Gewinne verdreifachte. Und die Kursverläufe von Gesco oder der Shareholder Value AG lassen die Augen der investierten Aktionäre leuchten.

Bei AdCapital wird künftig der Fokus auf die Beteiligungen im Portfolio gelegt werden mit den Schwerpunktbranchen Elektrotechnik, Metall- und Kunststoffverarbeitung, Maschinen- und Werkzeugbau sowie Automotive. Die deutsche Wirtschaft läuft weiterhin rund, der Maschinenbau prosperiert und die Aussichten auf eine Erholung der Weltwirtschaft und der südlichen europäischen Ländern verdichten sich. Die neue Ausrichtung wird daher allenthalben als aussichtsreich und folgerichtig bewertet.

Doch was passiert am 10. Februar? Die Aktie wird dramatisch einbrechen, denn die ausgeschütteten 6,23 EUR werden den Aktionären auf ihrem Konto gutgeschrieben und gleichzeitig reduziert sich der Aktienkurs um denselben Betrag, den sog. Dividendenabschlag. Die Charttechnik wird also kollabieren und das Chartbild grausam aussehen. Doch wen juckt's? AdCapital ist ein MidCap mit einer niedrigen Marktkapitalisierung (aktuell rund 180 Mio. EUR und nach der Ausschüttung rund 90 Mio. EUR) und einem Streubesitz von 15,45%. Die Handelsumsätze in der Aktie sind entsprechend gering - selbst Anhänger der Charttechnik räumen ein, dass dies keine erfolgversprechenden Voraussetzungen für Chartanalysen sind.

Der Kurseinbruch wird jedenfalls für Aufmerksamkeit sorgen, es dürften einige Artikel hierzu erscheinen. Und während Focus Money im Januar meinte, man solle auf Kursgewinne vor der Ausschüttung setzen und die Aktien dann vor dem 10. Februar verkaufen, weil im Anschluss weitere Kursabschläge drohten, sehe ich die Aussichten für den Kurs eher genau umgekehrt. Viele Aktien holen nach einer Dividendenausschüttung schnell einen Gutteil des Abschlags wieder auf. Und dabei reden wir über die üblichen 2 bis 5 Prozent, die Aktien als Dividendenrendite durchschnittlich so abwerfen. Bei AdCapital wird der Abschlag sehr viel höher sein, nämlich rund 50 Prozent. Die Aktie wird also optisch billiger werden und derartige Einbrüche führen oft dazu, dass sich der Kurs schnell wieder erholt. Der Vorteil ist hier, dass der Abschlag ja steuerfrei erfolgte und die Aktionäre genauso viel Geld haben wie zuvor. Und im Anschluss wird AdCapital als das wahrgenommen werden, was es ist: eine Industrieholding mit erfolgreichen Mittelständlern in ihrem Beteiligungsportfolio, die einiges an Reserven versprechen.

Ich denke, ein Einstieg um die 12,50 EUR sollte sich langfristig auszahlen. Und bereits im Februar sollte ein (kleiner) Teil der Kursverluste aufgrund der steuerfreien Sonderausschüttung wieder aufgeholt werden können. Und behält AdCapital eine reguläre Dividendenausschüttung von 0,50 EUR bei, würde die bezogen auf den reduzierten Aktienkurs eine Dividendenrendite von knapp 8% bedeuten.

Montag, 30. April 2012

AdCapital: 50% Ausschüttung, steuerfrei

Die Beteiligungsgesellschaft AdCapital hat heute Details zu ihrer Neustrukturierung und den hierdurch frei werdenden Finanzmitteln mitgeteilt. Die bisherige Beteiligungs- und Asset-Management-Gesellschaft ist jetzt eine Industrieholding mit den Schwerpunktbranchen Elektrotechnik, Metall- und Kunststoffverarbeitung, Maschinen- und Werkzeugbau sowie Automotive. Das Unternehmen konzentriert sich in Zukunft darauf, seinen Beteiligungen mit seiner langjährigen Erfahrung bei der strategischen Entwicklung von Unternehmen zur Seite zu stehen, beispielsweise bei der Expansion oder Internationalisierung.

Durch diese Neuausrichtung wird Liquidität frei, die an die Aktionäre ausgezahlt werden soll. Der Aufsichtsrat beschloss, der Hauptversammlung eine Höhe der Ausschüttungen von 84,9 Mio. EUR vorzuschlagen. Dies entspricht 6,23 EUR je zum Bezug der Ausschüttung berechtigter Aktie. Ermöglicht wird die Ausschüttung in dieser Höhe durch eine Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln durch Umwandlung der Kapitalrücklage durch eine Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln und eine sofortige Kapitalherabsetzung. Beide Beschlüsse, Kapitalerhöhung um 82 Mio. EUR und Kapitalherabsetzung um 85 Mio. EUR, werden am 22. Juni 2012 der Hauptversammlung zur Abstimmung vorgelegt. Die Kapitalherabsetzung erfolgt dabei zum Zwecke der Rückzahlung von Teilen des Grundkapitals an die Aktionäre in Form der angekündigten Barausschüttung von 84,9 Mio. EUR.

Der Lohn der Mühen? Die Kapitalrückzahlung unterliegt, anders als eine Ausschüttung aus dem Bilanzgewinn, nicht der Kapitalertragsteuer. Die Aktionäre erhalten die Ausschüttung von 6,23 EUR also steuerfrei!

Im Gegenzug werden Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 22. Juni 2012 vorschlagen, den Bilanzgewinn in Höhe von 5,6 Millionen Euro nicht auszuschütten, sondern auf neue Rechnung vorzutragen. Was nichts anderes bedeutet, als dass die eigentlich anstehende Dividende von 0,50 EUR je Aktie für dieses Jahr entfallen wird als "Tausch" gegen die 6,23 EUR aus der Sonderausschüttung.

Einziger Wermutstropfen: während die Dividende bereits im Juni 2012 fällig gewesen wäre, darf die Sonderausschüttung erst 6 Monate nach Eintragung der Kapitalherabsetzung vorgenommen werden. Also voraussichtlich im Februar 2013.

Geht man vom heutigen Kurs von gut 12 EUR aus, wird die Sonderausschüttung also eine Rendite von 50% abwerfen. Da diese sich im Kurs niederschlagen wird, wäre die Aktie "ex" mithin noch etwa 5,75 EUR teuer - und wird die bisherige Dividendenzahlung von 0,50 EUR dann ab dem Geschäftsjahr 2012 wieder aufgenommen, betrüge die Dividendenrendite stolze 8,7%.

Die Neuausrichtung hin zu einem Beteiligungsunternehmen wie Gesco oder Indus verspricht einiges an Potenzial und die Auschüttung sowie die zu erwartende Dividendenrendite ab dem Geschäftsjahr 2013 sind weitere Argumente für die AdCapital-Aktie - jendenfalls für Anleger mit mittel- und langfristigem Anlagehorizont.