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Mittwoch, 19. Oktober 2016

Andere Ansichten: Schielt Clere auf das PNE-Portfolio?

Nachdem aus dem ehemaligen Kunststoffproduzenten Balda AG durch Veräußerung des operativen Geschäfts die Clere AG wurde, ist es ruhig geworden um das Unternehmen. Was nicht heißt, dass sich nichts tut. So will die Clere AG nach Berlin umziehen und hat kürzlich die Kapitalherabsetzung um €9 je Aktie vollzogen und diese steuerfrei an die Aktionäre ausgekehrt. Dies hat das Unternehmen €53 Mio. gekostet und die verbliebenen Mittel stehen für die Neuausrichtung hin zu Investments im Bereich erneuerbarer Energien und Beteiligungen zur Verfügung.

Hier kommt Börse Online ins Spiel, die in ihrer aktuellen Printausgabe von Gerüchte berichten, nach denen sich Clere um das zum Verkauf stehenden Windpark-Portfolio der PNE Wind bemühe. Die acht Windparks würden eine Nennleistung von 152 MW aufweisen und auf einen Wert von rund €300 Mio. taxiert - was sich Clere angesichts seiner Barmittel von knapp über €150 Mio. durchaus leisten könne. Und mit einer solchen Übernahme würde Clere auf einen Schlag bei den Großen mitspielen und zu einer ernstzunehmenden Hausnummer im Bereich der Erzeuger erneuerbarer Energien werden.

Montag, 9. Mai 2016

Investor-Update: Clere, DBAG, Leifheit, Triangle Capital, Wells Fargo

Im Investor-Update notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

Unternehmensergebnisse geben weiter den Ton an
Die Unternehmensergebnisse sorgen weiterhin für starke Kursschwankungen und die Börsen wenden sich zunehmend dem Entscheid der Briten über den Verbleib in bzw. Austritt aus der EU zu ("Brexit"). Die Nervosität wird wieder spürbarer und da wir nun auch den Wonnemonat Mai eingeläutet haben, erinnert sich so mancher an die alte Börsenweisheit "Sell in may and go away". Da im Jahresverlauf bisher kaum Gewinne eingefahren wurden mit den großen Indizes, ist hier nicht viel in Sicherheit zu bringen. Dennoch dürften die nächsten Monate bis in den Herbst hinein zumindest keine ganz einfachen werden. Die Cashquote etwas hochzufahren, um bei guten Gelegenheiten zugreifen zu können, dürfte wohl keine ganz falsche Entscheidung sein.

 Quelle: CNN Money - Fear and Greed Index 
Fear-and-Greed-Index gibt weiter nach
Der Angst-und-Gier-Index sinkt weiter von 64 auf 61 Punkte und nähert sich zusehends dem neutralen Bereich. Von überschäumendem Optimismus kann jedenfalls keine Rede sein und das zeigt eine gesunde Einstellung der Börsenteilnehmer. Realitätssinn schadet auch an der Börse nicht und gerade die Blue Chips sind weiterhin eher ambitioniert bewertet, zumal die Unternehmensgewinne doch eher verhalten ausfallen und die Bäume nicht (mehr) in den Himmel wachsen.

Im Bereich der Nebenwerte finden sich jedoch durchaus Perlen, deren Potenzial noch nicht erkannt wurde oder noch nicht ausgeschöpft ist, also Werte, die unterhalb des Radars großer Investoren und des Börsen-Mainstreams liegen, und/oder die sich in Sondersituationen befinden. Wie beispielsweise in Turnaroundsituationen. Hier habe ich zuletzt wieder verstärkt investiert, auch wenn man um tiefer gehende Analysen und Bewertungen anhand der Geschäftsberichte nicht herumkommt und einen erhöhten Aufwand betreiben muss, da weniger Informationen "einfach so" im Netz verfügbar sind. Aber das Plus an Chancen rechtfertigt den Aufwand durchaus. Wenn man die richtigen Perlen erwischt...

Freitag, 8. April 2016

Balda heißt jetzt Clere und macht in Beteiligungen

Über die Balda AG und ihren langen Weg, endlich operativ erfolgreich zu werden bzw. zuletzt ihr operatives Geschäft zu verkaufen, habe ich ja mehrfach berichtet. Heute kam nun die lang ersehnte Meldung, dass die anstehenden Kapitalmaßnahmen endlich umgesetzt wurden und werden.

Der Kapitalherabsetzungsbeschluss der Hauptversammlung wurde im Handelsregister eingetragen und ist somit wirksam. Damit werden die Aktien im Verhältnis 10 zu 1 zusammengelegt, vermutlich mit Wirkung des 21. Aprils Die Aktien der Clere AG werden nach vollständiger wertpapiertechnischer Umstellung künftig die Wertpapierkennnummer A2AA40 und ISIN DE00A2AA402 tragen.

Ausschüttung von €9 je Neu-Aktie im Spätherbst
Die Kapitalherabsetzung (-> Hinweise zu den steuerlichen Auswirkungen) erfolgt zum Zweck der Rückzahlung eines Teils des Grundkapitals an die Aktionäre und so wurde das das Grundkapital der Gesellschaft von €58.890.636,00 um €53.001.567,00 auf €5.889.063,00 herabgesetzt. Somit entsteht je zusammengelegter Aktie ein Anspruch von €9,00, der in etwa 6 Monaten an die Aktionäre fließen wird. Der genau Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben werden, versicherte der Vorstand.

Darüber hinaus hatte die Hauptversammlung die Umfirmierung der Gesellschaft beschlossen und so heißt das Unternehmen ab sofort Clere AG und sich auf Investitionen und Beteiligungen im Bereich der Umwelt- und Energietechnik, der Vermögensverwaltung sowie der Mittelstandsbeteiligungen und -finanzierungen konzentrieren.

Kontrollerwerb durch Großaktionär van Aubel
Nur wenige Minuten nach Bekanntgabe der Eintragung platzierte Großaktionär Thomas van Aubel eine weitere Meldung; er hat nämlich weitere 871.143 Stückaktien hinzugekauft und hält nun über seine ihm vollständig gehörende Investmentgesellschaft Elector GmbH unmittelbar 18.202.826 Stimmrechte von insgesamt 58.890.630 Stimmrechten der Balda AG. Dies entspricht 30,91 % der Stimmrechte und löst damit ein Pflichtübergabeangebot aus.

Davon sollte man sich allerdings nicht zu viel versprechen, es wird kaum deutlich oberhalb des aktuellen Aktienkurses von €2,60 liegen. Interessanter ist vielmehr, dass van Aubel weitere Aktien hinzukauft und das könnte durchaus noch so weitergehen, denn immerhin notiert die Aktie auf aktuellem Niveau rund 30% unterhalb ihrer Netto-Cashposition.


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ERGÄNZUNG VOM 13.10.2016
Jetzt ist es soweit: die Aktien werden heute, am 13.10. "cum" Kapitalmaßnahme gehandelt und dann morgen "ex" (Quelle). Wer also heute zum Börsenschluss die Clere-Aktien in seinem Depot hat, erhält die Ausschüttung. Und morgen notiert die Aktie dann mit einem Abschlag.

Freitag, 29. Januar 2016

Balda: Das Murmeltier erwacht. Mal wieder...

Die damit das Angebot von H&T um 6 Mio. EUR überboten hatten. Das seinerseits selbst das (bereits nachgebesserte) Angebot der Paragon-Gruppe auf den letzten Meter ausgestochen hatte. Doch anstatt dass heute Nägel mit Köpfen gemacht werden können, legte H&T während der laufenden Hauptversammlung ein nochmals erhöhtes Kaufangebot auf den Tisch, das nun 90 Mio. EUR bietet (was bei rund 59 Mio. Aktien einem Brutto-Mehrwert von 0,17 EUR entspricht). Zusätzlich wird die Haftungshöchstgrenze aus vertraglicher Gewährleistung ggü. dem ursprünglichen Angebt von 11,9 Mio. auf 5,4 Mio. EUR reduziert. Vorstand und Aufsichtsrat werden sich nun mit dem neuen Angebot befassen.

Was dies nun konkret für Auswirkungen hat, ist ungewiss. Denn die letzte außerordentliche Hauptversammlung hatte das damalige Angebot der H&T ja mit erforderlicher Stimmmehrheit angenommen; dies ist Beschlusslage, die allerdings noch nicht umgesetzt wurde, da ja noch das Angebot von Stevanto auf dem Tisch lag. Hierzu sollte heute ein Beschluss erfolgen, der nun vermutlich nicht getroffen werden wird. Ob jetzt allerdings "einfach" der aktuelle HV-Beschluss mit einem höheren Kaufpreis vollzogen werden könnte, oder ob zu einer weiteren Hauptversammlung eingeladen werden müsste, bleibt abzuwarten.

Auf jeden Fall zeichnet sich ab, dass Balda auf lange Zeit nicht zur Ruhe kommen dürfte, denn dieses "Verfahren" wirft zu viele Zweifel auf, dass man fast sicher von einer Klagewelle ausgehen kann. Egal, welches Angebot am Ende den Zuschlag erhält.

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Ergänzung vom 28.01.2016, 15:49 Uhr

Nachdem der Vorstand der Balda AG verkündet hatte, das neue H&T-Angebot sei nach Prüfung für "heute abstimmungsfähig" eingestuft worden, wurde die Sitzung erneut unterbrochen, da ein weiteres Angebot "eintrudelte".

Soeben vermeldete Balda, auch die Stevanato-Gruppe habe ein nochmals erhöhtes Angebot vorgelegt, das ggü. ihrem bisherigen und eigentlich heute zur Abstimmung stehenden Angebot zwei wesentliche Veränderungen aufweise: der Kaufpreis wurde auf 95 Mio. EUR erhöht und die Haftungshöchstgrenze aus den vertraglichen Gewährleistungen wurde von vormals 10 Mio. auf 5,7 Mio. EUR gesenkt - jeweils vor Anrechnung von Freistellungen. Diese zusätzlichen 5 Mio. EUR über dem H&T-Angebot entsprechen brutto 8,5 Cents mehr je Balda-Aktie.

Vorstand und Aufsichtsrat prüfen nun auch dieses Angebot. Nachdem man grundsätzlich ja ein geändertes Angebot für den heutigen Tag als abstimmungsfähig erklärt hat, entwickelt sich diese außerordentliche Hauptversammlung zu einem interessanten Bieterwettstreit.

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Ergänzung vom 28.01.2016, 17:10 Uhr

Vorstand und Aufsichtsrat haben das neuerliche Angebot der Stevanato-Gruppe geprüft und empfehlen der heutigen Hauptversammlung, dieses anzunehmen.

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Ergänzung vom 28.01.2016, 23:50 Uhr

Die Hauptversammlung stimmte für den Verkauf der operativen Einheiten der Balda-Gruppe an die Stevanato-Gruppe zu einem Kaufpreis in Höhe von 95 Mio. Euro.

Des Weiteren stimmten die Aktionäre auch der Änderung des Unternehmensgegenstands sowie der Umbenennung der verbleibenden Gesellschaft in Clere AG mit deutlicher Mehrheit zu.

Die einzelnen Abstimmungsergebnisse lauten wie folgt:

TOP 1: Zustimmung, mit 98,8985 % der Stimmen.
TOP 2: Zustimmung, mit 97,0252 % der Stimmen.
TOP 3: Zustimmung, mit 98,4435 % der Stimmen.
TOP 4: Zustimmung, mit 98,4117 % der Stimmen.
TOP 5: Zustimmung, mit 98,4328 % der Stimmen.
TOP 6: Zustimmung, mit 98,2587 % der Stimmen.
TOP 7: Zustimmung, mit 98,4150 % der Stimmen.

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Ergänzung vom 04.02.2016, 16:05 Uhr

Die Balda AG hat das Angebot der Stevanato-Gruppe offiziell angenommen.

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Dienstag, 1. Dezember 2015

Investor-Update: Balda, Softing

Im Investor-Update notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

Nebenwertetausch
Seit dem starken Kurseinbruch im September haben sich die Börsen und die meisten Aktien kräftig erholt. Da fällt es schwer, noch aussichtsreiche Nachzügler zu finden. Doch ich denke, das ist mir gelungen...

- Balda
Das Gezerre um Baldas Kunststoffsparte geht aktuell in die heiße Phase, denn gestern begann die Hauptversammlung, auf der über des Angebot von H&T abgestimmt werden soll. Heute erfolgte bereits der Dividendenabschlag von 1,10 EUR je Aktie, doch der Kurs fiel lediglich um 0,80 EUR. Ein schöner Zusatzgewinn.

Es wurden die nötigen Beschlüsse gefasst, doch die Geschichte ist noch längst nicht am Ende, denn die avisierte zweite Ausschüttung von 0,90 EUR je Aktie wird auf jeden Fall mindestens noch 6 Monate auf sich warten lassen. Denn nach dem heutigen Verkaufsbeschluss gibt es eine "Auszeit" von 6 Monaten bis zum Vollzug, also der Eintragung ins Handelsregister. Und dieser Zeitraum kann durchaus noch länger werden, wenn die vielen angekündigten (Anfechtungs-) Klagen vor Gericht gebracht werden. Da kann einem die Zeit schon lang werden, in der man sich als Aktionär die Frage stellen kann, was man nach der zweiten Ausschüttung mit seiner Aktie anfangen soll. Diese sind dann ja nicht wertlos, sondern Balda-Großaktionär van Aubel möchte aus der Balda ja eine Beteiligungsgesellschaft namens Clere machen. Was die genau machen und woran die sich beteiligen soll, steht noch in den Sternen. Evtl. soll sie auch zuvorderst dazu dienen, van Aubels übrigen Unternehmungen zu übernehmen und so an die Börse zu bringen. Ob man sich diese ganzen Unsicherheitsfaktoren als Aktionär antun muss, muss jeder für sich selbst entscheiden. Und für mich habe ich das: ich habe heute nach dem Dividendenabschlag meine Balda-Aktien restlos verkauft und mein Geld in eine aussichtsreichere Firma gesteckt.

+ Softing
Die Softing AG ist ein international führender Anbieter von Steuerungs- und Kommunikationstechniken. Das Unternehmen entwickelt komplexe qualitativ hochwertige Software, Hardware und Systeme, die in den Bereichen industrielle Automatisierung und Fahrzeugelektronik Anwendung finden. Hardware-Prototypen werden im eigenen Haus hergestellt, die Fertigung von Hardware-Produkten erfolgt dann extern. Nachdem im Vorjahr ein großer Zukauf in den USA erfolgte, wodurch nun mehr als die Hälfte der Umsätze außerhalb Deutschlands generiert werden, befindet man sich 2015 in einem Übergangsjahr. Konsolidierung statt Wachstum - und auch das Zahlenwerk sieht entsprechend "unschön" aus. Denn die Abschreibungen auf den Kaufpreis (PPA) verhageln die Bilanz. Dennoch wird die aufgrund der Unternehmenskäufe aufgelaufene Verschuldung in 2015 von 11 auf 9 Mio. EUR zurückgeführt und die Cash-Position im Jahresverlauf gleichwohl anwachsen. Operativ läuft ohnehin alles sehr zufriedenstellend und entgegen der saisonal üblicherweise schwachen Nachfrage in den Ferienmonaten Juli und August haben sich Umsatz und Ergebnis recht positiv entwickelt.

Die Perspektive für die nächsten Monate ist weiterhin gut. Das Unternehmen erwartet daher für 2015 einen Umsatz und ein Ergebnis am oberen Ende der kommunizierten Ziele. Dabei werden im laufenden letzten Quartal einige Großaufträge ausgeliefert, so dass hier bei den Zahlen eher noch positive Überraschungen zu erwarten sind. Softing hat in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres einen Auftragseingang von 63 Millionen Euro verzeichnet gegenüber 54,2 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum und ab dem kommenden Jahr soll neue, margenstarke Software Umsatzbeiträge liefern.

Der Aktienkurs hatte Mitte letzten Jahres die Marke von 18 EUR überschritten und ist zwischenzeitlich im Zuge der Herbstkorrektur sogar unter 10 EUR gefallen. Bei 10,82 EUR habe ich heute eine Position aufgebaut. Zwar ist die Aktie mit einem 2016er KGV von 16 und einer Dividendenrendite von 2,7% nicht völlig unterbewertet, aber ich denke, dass die Gewinnschätzungen ziemlich pessimistisch sind und Softing nach dem Übergangsjahr 2015 wieder auf seinen bekannten Wachstumspfad zurückkehren wird.


.: Cashquote
Meine Cashquote liegt in etwa bei 10 Prozent, da ich den Balda-Verkaufserlös gleich in Softing angelegt habe, die Dividende aber noch aufs Konto fließt. Dazu kommen noch die im Dezember anstehenden Dividenden von Corning, Johnson & Johnson, Microsoft, TICC, TCAP und Wells Fargo, die mein mein Konto weiter auffüllen helfen werden. Und natürlich die Starbucks-Dividende, die heute gutgeschrieben wurde.