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Dienstag, 2. Juni 2026

[Guru Investing] Berkshires große KI-Wette ist jetzt... Alphabet

Greg Abel hat Warren Buffett als CEO von Berkshire Hathaway beerbt und ist seit dem Jahresanfang für alle Investmententscheidungen verantwortlich. Im ersten Quartal überwogen die Verkäufe klar die Käufe, so dass Berkshires Cashberg auf atemberaubende 393 Milliarden Dollar angewachsen war – und Sorgen nährte, auch Greg Abel würde keine geeigneten Investmentziele finden. Irrtum!

Allerdings hatte Abel unter anderem sämtliche Position glattgestellt, die der zu JPMorgan gewechselte Todd Combs verantwortet hatte, während er Buffetts fünf "Japan Bets" auf jeweils über 10% an deren Kapital erhöhte hatte und bei Alphabet Berkshires Position mehr als verdreifachte auf 6,3% des Berkshire-Portfolios.
Die Beteiligung an der Google-Mutter war Ende März rund 17 Milliarden Dollar schwer und ist durch Kursgewinne seitdem auf knapp 20 Milliarden Dollar angewachsen. Und nun kommen weitere 10 Milliarden Dollar hinzu, so dass Abel Berkshires Position um ein weiteres Drittel erhöht.

Samstag, 16. Mai 2026

[Guru Investing] Greg Abel kickt die Hälfte von Buffetts Aktien aus dem Berkshire-Depot

Warren Buffetts Portfolio studiere ich schon seit viel Jahren und habe bei vielen seiner neuen und ganz alten Investments seine Beweggründe und Investmentstorys genau angesehen. Ende 2026 ging der beste Investor aller Zeiten in den verdienten Ruhestand und seitdem hat Greg Abel als sein Nachfolger nicht nur den Chefposten bei Berkshire Hathaway übernommen, sondern ist auch für das mehrere hundert Milliarden Dollar schwere Investmentportfolio zuständig.

Nun hat Berkshire sein 13F bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht und die Depotveränderungen per 31.03.2026 offenbaren viel Interessantes. Vor allem scheint Greg Abel Tabula Rasa zu machen und reihenweise Positionen zu veräußern, die Buffett teilweise schon vor Jahrzehnten gekauft und dort enorme Kursgewinne und Dividendenzahlungen angehäuft hat.

Diese Entwicklungen und auch der noch einmal deutlich angewachsene Cashberg von um weitere 24 auf inzwischen über 393 Milliarden Dollar wirft einige Fragen auf...

Montag, 19. Januar 2026

Kissigs Portfoliocheck: Buffett im (Un-)Ruhestand – und was wird jetzt aus Berkshire?

In meiner Kolumne "Kissigs Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der besten Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 330. Portfoliocheck blicke ich wieder Warren Buffett über die Schulter. Seine Performance ist atemberaubend: über mehr als 50 Jahre hinweg legte er eine Rendite von fast 20 % pro Jahr hin und schlug den S&P 500 in den meisten Jahren. Das "Orakel von Omaha", wie Warren Buffett von seinen Anhängern auch ehrfurchtsvoll genannt wird, ist einer der reichsten Menschen der Welt, doch er ist kein Unternehmer, sondern er ist Investor. Ein Investor der Superlative, denn seinen Reichtum verdankt er ausschließlich dem Investieren.

Ende des 3. Quartals 2025 hatte Buffett 41 Aktienpositionen im Depot, darunter eine Neuaufnahme, während der Gesamtwert seines Aktienportfolios leicht auf 267,3 Mrd. USD anwuchs. Sein Portfolio bleibt stark fokussiert, denn die drei größten Positionen stellen mehr als die Hälfte des Gesamtwerts und die fünf größten Positionen bringen es auf mehr als zwei Drittel Gewichtung. Mit einer Turnoverrate von 2 % war er etwas aktiver als zuvor, aber insgesamt gewohnt passiv. Er hat Aktien im Wert von 7,1 Mrd. USD gekauft, aber im Gegenzug Verkäufe im Volumen von 11,6 Mrd. USD getätigt. Er war also erneut Nettoverkäufe von Aktien und Berkshires Aktienquote sank mit 267,3 Mrd. USD auf den niedrigsten Stand seit fünf Jahren – auch wenn der Depotwert sich dank steigender Börsenkurse um knapp 10 Mrd. USD erhöht hat.

Spitzenreiter bei der Sektorgewichtung bleiben weiterhin die Finanzwerte mit wieder deutlich erhöhtem Anteil von 41 %, während die dahinter liegenden Technologiewerte 23,6 % auf die Waage bringen. Defensive Konsumwerte sanken leicht auf 15,0 %, halten sich aber vor dem Energiesektor mit 11,8 % und den Kommunikationswerten, die ihren Anteil auf 3,5 % annähernd verdoppelt haben und damit die Gesundheitsbranche überholten, die weiter nachgab auf 2,3 %.

Nach einer vorübergehenden Pause hat Buffett nun zum zweiten Mal wieder Apple-Aktien verkauft. Er trennte sich von 14,8 Mio. Anteilen bzw. knapp 15 % seines Bestands. Und auch bei der Bank of America blieb er auf der Verkäuferseite und stieß weitere 6 % seiner Position ab, während er bei VeriSign sogar ein Drittel seiner Position verkauft hat.

Erneut aufgestockt hat Buffett seine Position am Spezialversicherer Chubb Ltd., SiriusXM und an Domino's Pizza. Besonders bemerkenswert ist allerdings Buffetts Einstieg bei der Google-Mutter Alphabet. Den Zug hatte er immer wieder verpasst und im Jahr 2017 angemerkt, dass er Google schon vor Jahren hätte kaufen sollen.

Und doch ist dies alles nur Begleitmusik, denn die eigentliche Geschichte spielt sich woanders ab: nach 60 Jahren auf dem Chefposten ist Warren Buffett ins zweite Glied zurückgetreten und hat den Staffelstab an Greg Abel übergeben. Operativ liefen die Geschäfte bei Berkshire hervorragend, aber der Kurs preist schon länger den "Buffett-Faktor" aus und hinkt der Börsenentwicklung hinterher. Doch Buffett hat seine Entscheidung für Abel nicht aus der Not heraus getroffen, sondern aus Überzeugung! Und zeigte er sich überzeugt, dass Berkshire auch in hundert Jahren noch bestehe und erfolgreich sei - aber kann das wirklich wahr sein?


Disclaimer: Habe Alphabet, Apple, Berkshire, Domino's auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.

Samstag, 20. Dezember 2025

Wochenrückblick 51/2025: Meine stärksten Kurstreiber im Depot waren Almonty, Rocket Lab, Howard Hughes, Viper Energy und Amphenol - doch am Ende war's viel Lärm um nix

Die Top-Werte meines Investmentdepots veröffentliche ich jeweils zum Quartalsende in meinen Investor-Updates und meine Beobachtungsliste aktualisiere ich wöchentlich.

Ergänzend gebe ich heute eine kurze Übersicht zu den Werten, die in der letzten Woche mein Investmentdepot am stärksten bewegt haben. Dabei geht es um alte Bekannte und neue Liebschaften. Und es gibt die eine oder andere Überraschung...

Samstag, 13. Dezember 2025

Wochenrückblick 50/2025: Meine stärksten Kurstreiber im Depot waren Rocket Lab, Vertiv, Amphenol, Almonty, Apollo - und Alphabet, wo ich kolossal daneben lag...

Die Top-Werte meines Investmentdepots veröffentliche ich jeweils zum Quartalsende in meinen Investor-Updates und meine Beobachtungsliste aktualisiere ich wöchentlich.

Ergänzend gebe ich heute eine kurze Übersicht zu den Werten, die in der letzten Woche mein Investmentdepot am stärksten bewegt haben. Dabei geht es um alte Bekannte und neue Liebschaften. Und es gibt die eine oder andere Überraschung...

Mittwoch, 12. November 2025

[Im Fokus] Howard Hughes Holdings: Bill Ackmans "moderne Berkshire" nimmt Fahrt auf

In diesem Kurzportrait geht es um Howard Hughes Holdings, deren Immobilientochter sog. Master Planned Communities entwickelt, also große abgeschottete Stadteile mit bis zu 120.000 Einwohnern. Eine ganze Reihe dieser Projekte werden von externen Investoren errichtet, der Rest wird in Eigenregie entwickelt und später verkauft oder in den eigenen Bestand überführt. Das Unternehmen erzielt daher neben einmaligen Verkaufserlösen auch stetige Mieteinnahmen, wobei der so generierte Cashflow bisher immer zurück ins Business floss und das Unternehmen immer wertvoller machte. Auch wenn der Aktienkurs das schon länger nicht (mehr) abbildete und der Abschlag zwischen Kurs und Wert immer größer wurde.

Doch dann kam Starinvestor Bill Ackman und änderte die Spielregeln. Denn das Business hat inzwischen einen hohen Reifegrad erreicht, so dass der Cashflow zunehmend zur freien Verfügung steht. Und anstelle in neue Immobilienprojekte zu investieren oder das Geld einfach "nur" als Dividenden an die Aktionäre auszuschütten, witterte Ackman eine viel größere Gelegenheit: er will Warren Buffetts Berkshire Hathaway nachbauen, nur nach modernen Maßstäben.

Nachdem Ackman im Frühjahr seine Pläne dargelegt und für 900 Mio. USD eine fette Kapitalerhöhung gezeichnet hat, nehmen seine Pläne inzwischen Gestalt an. Soeben legte das Unternehmen saustarke Quartalszahlen vor, aber noch spannender ist, was Ackman zum neuen Versicherungsbusiness zu sagen hat, denn das wird der Zaubertrank seiner "modernen Berkshire"...

Donnerstag, 30. Oktober 2025

Kissigs Börsengeschichte(n): Am 30.10.1988 erreichte die "Merger Mania" an der Wall Street einen neuen Höhepunkt, als Philip Morris gierig nach Kraft Foods schnappte

Der 30.10.1988 war ein ganz normaler Börsentag inmitten des Börsenwahnsinns, in den sich die Wall Street im Zuge des Fusions- und Übernahmebooms hineinsteigerte. Finanzgeschichte schrieb der Tag dennoch.

Es war das Zeitalter der Leveraged Buyouts (LBOs), als mit enormem Fremdkapital ausgestattete Hasardeure auf Firmenjagd gingen. Vor diesen "Predators" war niemand mehr sicher, weder Mittelständler noch Weltkonzern. Es war einfach zu viel Geld zu machen beim Übernehmen von Firmen und ihrem anschließenden Filettieren - denn Geld war keine Mangelware. Es wurde von Michael Milken und seinem Junk Bond-Imperium bereitgestellt, mit der die zweitklassige Investmentbank Drexel Burnham Lambert an die Spitze katapultiert hatte - und zwar in jeder nötigen Höhe. Man musste nur bereit sein, den Preis dafür zu bezahlen...

Montag, 27. Oktober 2025

Charlie Munger rät zu Buy & Hold: "Du machst kein Geld, wenn du Aktien kaufst. Du machst kein Geld, wenn du Aktien verkaufst. Du verdienst Geld, wenn du abwartest."

Charles Thomas Munger ist der kongeniale Geschäftspartner von Warren Buffett und beide setzen bei ihren Investments seit jeher auf Buy & Hold. Diese Anlagestrategie zielt darauf ab, Wertpapiere langfristig zu halten, womit das Risiko durch die Schwankungen an den Märkten gesenkt und die Erfolgsaussichten auf außerordentliche Renditen steigen.

Historische Daten belegen für für den S&P 500 zwischen 1926 und 2010 eine durchschnittliche jährliche Aktienrendite von 9,7 Prozent, während Staatsanleihen nur 5,6 Prozent p.a. brachten. Dabei unterliegen die Kurse in einzelnen Jahren durchaus heftigen Schwankungen, die auch schon mal 50 Prozent und mehr ausmachen können. Auch in diesen Phasen kann und sollte man nicht panisch verkaufen und versuchen, den Markt zu timen. Mit Geduld und Ruhe hat man in den letzten 100 Jahren jedenfalls nichts falsch gemacht am Aktienmarkt. Denn die durchschnittliche Überrendite von 4 Prozent pro Jahr erzielte man durch Nichtstun...

Sonntag, 5. Oktober 2025

[Im Fokus] The Coca-Cola Company: Warren Buffett liebt diesen Dividendenking - und seine Kultbrause. (Nicht nur) eine Frage des Geschmacks?!

Quelle: Coca-Cola
In diesem Kurzportrait geht es um The Coca-Cola Company, eine der wertvollsten Marken der Welt. Das Unternehmen wurde bereits 1892 gegründet und ist heute das weltweit größte Unternehmen für alkoholfreie Getränke. Es besitzt oder lizenziert mehr als 500 alkoholfreie sowohl kohlensäurehaltige als auch stille Getränke. Das Unternehmen vertreibt seine Produkte in mehr als 200 Ländern auf der ganzen Welt und hat 20 Marken, die jeweils einen Jahresumsatz von 1 Mrd. USD oder mehr erzielen. Täglich werden mehr als 2 Mrd. Getränke des Konzerns konsumiert, die 2024 einen Jahresumsatz von knapp 47 Mrd. USD erwirtschafteten.

Das Portfolio an kohlensäurehaltigen Getränken umfasst das Flaggschiff Coca-Cola sowie weitere Limonadenmarken wie Sprite, Fanta oder Mezzo Mix. Das Portfolio an stillen Getränken umfasst Wasser (Apollinaris, Vio), Säfte (Lift, Powerade) und trinkfertige Tees (Dasani, Minute Maid, Honest Tea).

Größter Aktionär ist Starinvestor Warren Buffett, den eine ganz besondere Geschichte mit dem Unternehmen verbindet. Und noch mehr...

Montag, 25. August 2025

Kissigs Portfoliocheck: Buffetts Depot soll mit UnitedHealth gesunden

In meiner Kolumne "Kissigs Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der besten Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 312. Portfoliocheck blicke ich wieder Warren Buffett über die Schulter. Seine Performance ist atemberaubend: über mehr als 50 Jahre hinweg legte er eine Rendite von fast 20 % pro Jahr hin und schlug den S&P 500 in den meisten Jahren. Das "Orakel von Omaha", wie Warren Buffett von seinen Anhängern auch ehrfurchtsvoll genannt wird, ist einer der reichsten Menschen der Welt, doch er ist kein Unternehmer, sondern er ist Investor. Ein Investor der Superlative, denn seinen Reichtum verdankt er ausschließlich dem Investieren.

Ende des 2. Quartals 2025 hatte Buffett 41 Aktienpositionen im Depot, darunter drei Neuaufnahmen, während der Gesamtwert seines Aktienportfolios leicht auf 257,5 Mrd. USD zurückging. Sein Portfolio bleibt stark fokussiert, denn die drei größten Positionen stellen mehr als die Hälfte des Gesamtwerts und die fünf größten Positionen bringen es auf knapp drei Viertel Gewichtung. Mit einer Turnoverrate von 1 % war er wieder gewohnt passiv, während Berkshires Aktienquote mit 257,5 Mrd. USD auf den niedrigsten Stand seit fünf Jahren sank. Anzumerken ist allerdings, dass Berkshires US-Aktienportfolio zusammen mit dem Cashbestand inzwischen für deutlich weniger als die Hälfte der Vermögenswerte von Berkshire Hathaway ausmacht. Den überwiegenden Teil des Cashbergs von 344 Mrd. USD hat Buffett in kurzlaufende US-Staatsanleihen investiert, die nach Schätzung von JPMorgan inzwischen für 5 % aller von der US-Regierung ausgegebenen Anleihen stehen.

Spitzenreiter bei der Sektorgewichtung bleiben weiterhin die Finanzwerte mit wieder deutlich erhöhtem Anteil von 41,4 %, während die dahinter liegenden Technologiewerte mit nun 23,8 % weiter an Boden verloren haben. Defensive Konsumwerte blieben mit 16,5 % weitgehend konstant vor dem leicht auf 1,1 % gesunkenen Energiesektor und dem weit abgeschlagenen Gesundheitssektor mit einem Anteil von 2,5 %.

Zum ersten Mal seit längerer Zeit trennte sich Buffett wieder von Apple-Aktien; er baute seinen Bestand um 200.000 Anteile bzw. knapp 7 % ab. Auch bei der Bank of America verkaufte er über 4 % seiner Aktienposition, allerdings reduziert er bei der US-Großbank sein Engagement schon länger und fortlaufend und stieß inzwischen fast die Hälfte seiner ursprünglichen Position ab. Bei T-Mobile US, der Tochter der Deutschen Telekom, stieg er sogar vollständig aus - mit einem fetten Gewinn.

Aufgestockt hat Buffett vor allem bei seinen kleineren Positionen, so bei Pool Corp. um 136 % und bei Constellation Brands um 11,5 %. Zudem stieg er ganz frisch ein beim größten US-Krankenversicherungsunternehmen UnitedHealth. Und damit erzielte er höchste Aufmerksamkeit. Denn das Unternehmen war jahrelang der Traum eines jeden Anlegers mit steigenden Umsätzen, steigenden Gewinnen und steigenden Aktienkursen. Doch seit einiger Zeit hat sich einfach alles gegen die erfolgsverwöhnte Firma gewendet. Außer Buffett...!?


Disclaimer: Habe Apple, Berkshire, auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.

Freitag, 15. August 2025

Kissigs Portfoliocheck: Buffett-Fan Chris Davis startet den Ausverkauf bei Berkshire Hathaway

In meiner Kolumne "Kissigs Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der besten Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 311. Portfoliocheck beschäftige ich mich wieder mit Chris Davis, dessen familiengeführte Investmentfirma Davis Advisors seit ihrer Gründung vor 50 Jahren stets ein und dieselbe bewährte Anlagephilosophie verfolgt: man versteht Aktien als Eigentumsanteile an realen Unternehmen und nicht als Wettscheine auf Kursschwankungen. Daher investiert Davis Advisors viel Zeit und Ressourcen in gründliche fundamentale Analysen der Unternehmen und setzt den Schwerpunkt auf dem Konzept der "Owners Earnings", das auch Warren Buffett bei der Auswahl von Aktien für Berkshire Hathaway bevorzugt. Im Gegensatz zum Free Cashflow berücksichtigen die Owners Earnings also nur Positionen, die sich auf den Gewinnanteil der Eigentümer auswirken.
"Wir suchen nach Unternehmen mit dauerhaften Wettbewerbsvorteilen in Verbindung mit einem kompetenten und ehrlichen Management, die zu einem Abschlag auf ihren inneren Wert gehandelt werden. (…) Wir versuchen nicht, ein Portfolio auf der Grundlage einer bestimmten spekulativen Prognose aufzubauen, indem wir beispielsweise versuchen, die Entwicklung der Zinssätze oder der Wirtschaft vorherzusagen."
(Chris Davis)
Im 2. Quartal 2025 kam Chris Davis auf eine Turnoverrate von 7 % und agierte damit wieder aktiver als zuletzt. Im Bestand befanden sich nun 107 Unternehmen, darunter sieben Neuaufnahmen. Der Portfoliowert von Davis Advisors stieg dabei deutlich von 17,35 Mrd. auf 18,7 Mrd. USD an.

Chris Davis nimmt weiter Gewinne mit bei seinen größten Erfolgswerten. Doch während er bei seinen größten Depotwerten Meta, Amazon, Capital One vergleichsweise moderate Teilverkäufe vornahm, ging er bei Berkshire Hathaway diesmal in die Vollen und reduzierte beide Aktiengattungen um etwa ein Drittel. Massiv aufgestockt hat er beim krisengeschüttelten Krankenversicherer UnitedHealth getreu des Mottos seines Idols Buffett, wonach große Anlagemöglichkeiten immer dann entstehen, wenn hervorragende Unternehmen vorübergehend in schwieriges Fahrwasser geraten und deshalb unterbewertet werden. Buffett selbst beherzigte übrigens seinen eigenen Rat und ist ebenfalls kürzlich beim Gesundheitsriesen eingestiegen.

Trotz erneuter Verkäufe blieb der Finanzsektor mit einer Gewichtung von 34,7 % unangefochten an der Spitze von Chris Davis Portfolio, auch wenn dies knapp 2 % weniger ist als zuvor. Ihm folgen weiterhin Gesundheitswerte mit einer Gewichtung 16,2 %, die sogar um gut 2,5 % zurückgingen, vor Kommunikationsdienstleistern mit 13 %, zyklischen Konsumtiteln und mit jeweils 12,3 % sowie Technologiewerten mit 9,2 % Gewichtung.

Die drei größten Beteiligungen liegen bei einem Anteil von über einem Viertel, während es die fünf größten Positionen auf mehr als ein Drittel bringen. Dabei war Warren Buffetts Beteiligungsholding Berkshire Hathaway jahrzehntelang Chris Davis wichtigste und gewichtigste Position in Portfolio. Es reduziert seinen Bestand schon seit einiger Zeit und investierte die realisierten Gewinne in andere Unternehmen. Doch so heftig wie zuletzt waren seine Verkäufe noch nie. Beide Aktiengattungen stehen zusammen noch für etwa 6 % von Chris Davis Portfolio und damit ist sein "Buffett-Engagement" auf den dritten Platz abgerutscht - hinter Kreditkartenprimus Capital One und die Instagram-Mutter Meta Platforms.

-▶ zum Artikel auf aktienmagazin.de

Disclaimer: Habe Amazon, Berkshire, Meta auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.

Montag, 26. Mai 2025

KKR oder Howard Hughes Holdings - wer formt wirklich die "moderne Berkshire"?

Berkshire Hathaway steht für Unternehmenserfolg pur. Jedenfalls seit Warren Buffett das Unternehmen 1964 übernommen und es in seine private Vermögensverwaltung umgewandelt hat. Der S&P 500 Index hat seitdem rund 39.000 Prozent zugelegt, aber die Berkshire-Aktie um unschlagbare 5,5 Millionen Prozent! Kein Wunder also, dass Warren Buffett als der beste Investor aller Zeiten gilt.

Dabei nutz er nur eine Handvoll Prinzipien, denen er aber unbedingt treu bleibt. Im Grunde genommen kann das jeder Anleger auch, aber kaum einer macht es wirklich nach. Weil Buffetts Prinzipien zu einfach klingen und keine schnellen und großen Gewinne in kurzer Zeit versprechen. Aber das wollen wir alle: möglichst schnell möglichst reich werden. Und scheitern dabei.

Buffett hat immer versucht, langsam reich zu werden, aber eben sicher. Er hat die dümmsten Fehler vermieden und so haben viele durchschnittlich erfolgreiche Entscheidungen am Ende zu einem außergewöhnlichen Ergebnis geführt. Und natürlich einige wirklich grenzgeniale Deals.

5,5 Millionen Prozent!

Wir Anleger haben es dabei sogar eigentlich besonders einfach, denn Starinvestoren wie Buffett müssen vierteljährlich ihre Depots gegenüber der US-Börsenaufsicht SEC offenlegen. Mitte des Quartals kann jeder Mensch genau sehen, was der Guru an börsennotierten US-Aktien zum Ende des vorangegangenen Quartals im Depot hatte. Und gerade war es wieder soweit: am 15. Mai wurden die Depots offengelegt und deren Wertpapierbestand zum 31. März.

Aber um Buffett geht es mir heute gar nicht, jedenfalls nicht in erster Linie. Heute geht es im weiteren Sinne um einen "Enkeltrick", denn gleich mehrere legendäre Wall Street-Größen versuchen, Buffetts außergewöhnlichen Erfolgen nachzueifern - indem sie seine Strategie gnadenlos kopieren und in die Gegenwart transformieren. Auch für Anleger winken hier im Erfolgsfall außergewöhnliche Renditen. Aber nur dann...

Donnerstag, 22. Mai 2025

Kissigs Portfoliocheck: Ist Warren Buffett jetzt wirklich am Ende?

In meiner Kolumne "Kissigs Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der besten Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 299. Portfoliocheck blicke ich wieder Warren Buffett über die Schulter. Seine Performance ist atemberaubend: über mehr als 50 Jahre hinweg legte er eine Rendite von fast 20 % pro Jahr hin und schlug den S&P 500 in den meisten Jahren. Das "Orakel von Omaha", wie Warren Buffett von seinen Anhängern auch ehrfurchtsvoll genannt wird, ist einer der reichsten Menschen der Welt, doch er ist kein Unternehmer, sondern er ist Investor. Ein Investor der Superlative, denn seinen Reichtum verdankt er ausschließlich dem Investieren.

Ende des 1. Quartals 2025 hatte Buffett Buffett 36 Aktienpositionen im Depot, darunter keine Neuaufnahmen. Der Gesamtwert seines Aktienportfolios fiel leicht von 267 Mrd. auf 258,7 Mrd. USD, denn Buffett hat erneut mehr Aktien verkauft als Positionen aufgestockt; sein Cashberg (inkl. US-Staatsanleihen) erzielte mit 347,7 Mrd. USD einen neuen Rekordwert.

Sein Portfolio bleibt stark fokussiert, denn die drei größten Positionen stellen mehr als die Hälfte des Gesamtwerts, und die fünf größten Positionen bringen es auf deutlich über zwei Drittel. Bei seiner größten Position Apple hat Buffett seine Verkäufe seit einiger Zeit eingestellt und hält seine Position bei konstanten 300 Mio. Aktien. Doch bei der Bank of America setzte er seine Verkäufe unbeirrt fort und baute weitere 7 % seines Bestands ab und bei der Citigroup ist er inzwischen sogar komplett ausgestiegen. Ein bisschen Geld ausgegeben hat Buffett dann aber doch. Im Vorquartal war er bei Constellation Brands frisch eingestiegen und hat nun seine Position mehr als verdoppelt. Mit mehr als 140 % noch stärker aufgestockt hat Buffett seine Beteiligung an Pool Corp., die Schwimmbadbedarf verkaufen, und bei Domino's um weitere 10 %.

Spitzenreiter bei der Sektorgewichtung bleiben weiterhin die Finanzwerte mit leicht reduzierten 37 %, während die dahinter liegenden Technologiewerte mit nun 27 % ebenfalls etwas an Boden verloren haben. Defensive Konsumwerte sind mit 17 % nun nochmals höher gewichtet vor dem Energiesektor, der in ähnlichem Ausmaß auf 13 % gesunken ist. Weit abgeschlagen folgen Kommunikationsdienste und Gesundheitswerte mit jeweils rund 2 % vor zyklischen Konsumwerten mit gut 1 % Anteil und neuerdings auch Industriewerten, die es aber gerade mal auf ein Gewicht von 0,5 % bringen.

Doch die größte Aufmerksamkeit erzielte Buffett diesmal an anderer Stelle, denn auf der Hauptversammlung von Berkshire verkündete er seinen Abschied vom Posten des CEO. Diesen wird ab dem Jahresende Greg Abel übernehmen, während Buffett "nur" noch als Chairman of the Board und als Berater fungieren wird. Nach 60 Jahren an der Spitze ist diese Veränderung nach dem Tod von Charlie Munger, den Buffett letztes Jahr als "Architekt von Berkshire" gewürdigt hatte, die zweite gravierende Zäsur für Berkshire - und sorgt für Unruhe unter deren Aktionären...


Disclaimer: Habe Apple, Berkshire, Domino's auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.

Sonntag, 11. Mai 2025

Kissigs Kloogschieterei: Bye bye, Warren, mach's gut. Und weiter...

Am letzten Wochenende fand in Omaha wieder das "Woodstock der Kapitalisten" statt, auch als Hauptversammlung von Berkshire Hathaway bekannt. Und die endete mit einem echten Knaller: Warren Buffett hat alle überrascht und seinen Rückzug verkündet. Er wird zum Jahresende als CEO von Berkshire ausscheiden und Greg Abel wird ihm nachfolgen.

Der 94-jährige Buffett hat den perfekten Zeitpunkt gewählt, denn vor 60 Jahren übernahm er das damals strauchelnde Textilunternehmen und schuf daraus eines der wertvollsten Unternehmen der Welt – mit großer Unterstützung seines langjährigen Partners Charlie Munger, den Buffett vor einem Jahr und kurz nach dessen Tod als den "Architekten von Berkshire" ehrte.
Heute steht der Name Berkshire Hathaway für schier unaufhaltsamen Börsenerfolg, doch das war anfangs nicht einmal ansatzweise abzusehen. Berkshire Hathaway war 1955 aus der Fusion der beiden Textilfirmen Berkshire Fine Spinning und Hathaway Manufacturing entstanden. Doch die Fusion zweier strauchelnder Riesen brachte nicht den erhofften Befreiungsschlag im Kampf gegen die asiatische Billigkonkurrenz und so setzte sich der Niedergang fort. Damals folgte Buffett noch der reinen Lehre seines Lehrers und Mentors Benjamin Graham und setzte darauf, Aktien möglichst billig und mit großer Sicherheitsmarge kaufen zu können. Und so kaufte er ab 1962 immer wieder und immer mehr Aktien von Berkshire Hathaway, während das Textilunternehmen eine Fabrik nach der anderen schließen und Personal entlassen musste. 2010 bekannte Buffett in einem CNBC-Interview, Berkshire sei "die dümmste Aktie, die ich je gekauft habe". Es sei ein 200-Milliarden-Dollar-Fehler gewesen - und doch war es ein Meilenstein auf seinem Weg zum wohl besten Investor aller Zeiten...

Freitag, 11. April 2025

Kissigs Aktien Report: Ist Buffett der größte Profiteur von Trumps Zoll-Keule?

Im Rahmen meiner Kooperation mit dem 'Aktien Report' von Armin Brack nehme ich mir in unregelmäßigen Abständen interessante Unternehmen und Themen vor. Die Ausgaben des 'Aktien Reports' und/oder 'Geld Anlage Reports' erreichen ihre Leser samstags kostenlos und 'druckfrisch' per Email und man kann sich ▶ hier beim 'Geld Anlage Report' anmelden. Bonbon für die Leser meines Blogs: einige Tage später darf ich die Artikel dann auch hier veröffentlichen.

Aktien Report Nr. 203 vom 04.04.2025

Freitag, 3. Januar 2025

Börsenweisheit des Tages | 03.01.2025

"Wir zentralisieren bei Berkshire das Geld und so ziemlich alles andere dezentralisieren wir."
(Warren Buffett)

Montag, 18. November 2024

Börsenweisheit des Tages | 18.11.2024

"Berkshire Hathaway ist seit meiner Übernahme dreimal um etwa 50 % gesunken. Habe ich mich dabei arm gefühlt? Nein, ganz und gar nicht. Ich wusste, dass es mit der Zeit mehr wert sein würde. Man kauft ein Unternehmen, keine Aktie."
(Warren Buffett)

Freitag, 16. August 2024

Kissigs Aktien Report: Apple vor dem Aus? Die wahren Gründe für Buffetts Verkauf

Im Rahmen meiner Kooperation mit dem 'Aktien Report' von Armin Brack nehme ich mir in unregelmäßigen Abständen interessante Unternehmen und Themen vor. Die Ausgaben des 'Aktien Reports' und/oder 'Geld Anlage Reports' erreichen ihre Leser samstags kostenlos und 'druckfrisch' per Email und man kann sich ▶ hier beim 'Geld Anlage Report' anmelden. Bonbon für die Leser meines Blogs: einige Tage später darf ich die Artikel dann auch hier veröffentlichen.

Aktien Report Nr. 176 vom 09.08.2024

Dienstag, 30. Juli 2024

Einstein mahnt: Nutze den Zinseszinseffekt, sonst bezahlst du dafür!

Das entscheidende Kriterium für den Erfolg einer Anlage ist die erzielte Rendite. Diese kann aus Zinsen stammen, aus Dividenden oder aus Kursgewinnen. Während man Kursgewinne einfach laufen lassen kann, fließen Zinsen und Dividenden aufs Konto und können dann für andere Zwecke als das Investieren verwendet werden. Es zahlt sich aber aus, diese Ausschüttungen wieder zu investieren, damit sie selbst auch Renditen abwerfen. Das nennt man Zinseszinseffekt. Er besteht darin, dass Zinsen, die aufgrund einer verzinslichen Kapitalanlage am Ende eines bestimmten Zeitraums gutgeschrieben werden, den Kapitalstock erhöhen und sich ab Beginn der darauffolgenden Periode somit in der Zukunft selbst verzinsen.
»Der Zinseszinseffekt ist das achte Weltwunder. Wer ihn versteht, verdient daran, alle anderen bezahlen ihn.«
(Albert Einstein)
Beim Investieren wirkt das Prinzip des Zinseszinses in einer ähnlichen Art und Weise. Die von einem Investor erworbenen Vermögensgegenstände generieren Gewinne, werden reinvestiert und produzieren zukünftig mehr Gewinn. Und je mehr Zeit man dem Zinseszinseffekt gibt, desto gewaltiger wird seine Kraftentfaltung, denn das Zinseszinswachstum macht aus einem kleinen Betrag einen großen, ganz von alleine...

Donnerstag, 20. Juni 2024

Kissigs Aktien Report: NVIDIA, Broadcom, Berkshire - Was bringen Aktiensplits wirklich?

Im Rahmen meiner Kooperation mit dem 'Aktien Report' von Armin Brack nehme ich mir in unregelmäßigen Abständen interessante Unternehmen und Themen vor. Die Ausgaben des 'Aktien Reports' und/oder 'Geld Anlage Reports' erreichen ihre Leser samstags kostenlos und 'druckfrisch' per Email und man kann sich ▶ hier beim 'Geld Anlage Report' anmelden. Bonbon für die Leser meines Blogs: einige Tage später darf ich die Artikel dann auch hier veröffentlichen.

Aktien Report Nr. 169 vom 14.06.2024