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Donnerstag, 7. September 2023

Earnings Quickcheck H1/2023: UET verzeichnet starkes Wachstum und ist (endlich) profitabel!

In meinen "Earnings-Quickchecks" schaue ich mir die aktuellen Geschäftszahlen der Unternehmen an und unterziehe sie einem kurzen Abgleich mit meinem Investmentcase.

Die UET United Electronic Technology AG ist ja eine meiner ältesten Turnaround-Spekulationen im Depot und ich hatte sie zuletzt wegen der Aufnahme in mein Turnaround-Wiki erwähnt: "Hier habe ich mich privat bereits 2016 erstmals mit einer kleinen Position eingekauft und liege gut 350 % im Plus. Aber es ist ein sehr zäher Weg zur finanziellen Gesundung und noch immer gibt es beträchtliche Risiken. Vor einem Jahr ist die Blackstone Group zum Großaktionär geworden (23 % Anteil), allerdings wohl nicht ganz freiwillig, sondern man hatte 3,5 Mio. Aktien von Palace Park Investments Ltd übernommen, die inzwischen liquidiert wurden. Vermutlich war Blackstone dort Kreditgeber und bekam die UET-Aktien im Rahmen der Verwertung von Sicherheiten, so dass man dies nicht überbewerten sollte. Und doch mehren sich bei UET die positiven Signale".

Heute gab es nun Zahlen zum 2. Quartal und 1. Halbjahr 2023 und die können sich - wie von mir erwartet - echt sehen lassen. Und doch dürfte das erst das Ende des Anfangs sein, um Winston Churchill zu bemühen...
 

Montag, 19. Februar 2018

Zahlen & Mehr: KAP, PEH Wertpapier

In der Rubrik "Zahlen & Mehr" gehe ich kurz auf aktuelle Unternehmensmeldungen ein und bewerte diese im Hinblick auf meinen Investmentcase.

KAP Beteiligungs-AG
Das Unternehmen hat seine vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2017 präsentiert und konnte Zuwächse sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis vermelden. Auf bereinigter Basis ergaben sich Steigerungen von 6% beim Konzernumsatz (409 Mio. Euro nach 386 Mio. im Vorjahr) und beim Konzernbetriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) konnte zum zweiten Mal in Folge eine Steigerung um mehr als 50% erzielt werden. Das EBIT lag 2017 bei 20,2 Mio. Euro (Vorjahr 12,9 Mio.) und damit nochmals deutlich über dem Ausblick des 2. Zwischenberichts von November 2017, als man noch von einem EBIT in Höhe von 16,5 Mio. Euro (bereinigt) ausging.

Donnerstag, 23. November 2017

Zahlen & Mehr: Ernst Russ, JDC Group, MBB, m-u-t, Opera Software

In der Rubrik "Zahlen & Mehr" gehe ich kurz auf aktuelle Unternehmensmeldungen ein und bewerte diese im Hinblick auf meinen Investmentcase.

Ernst Russ
Der Hamburger Asset Manager mit Schwerpunkt Schifffahrt kommt bei seinem Turnaround weiter voran und setzte neue und vor allem starke Akzente. Nachdem man sehr gute Zahlen präsentiert hatte und bei der noch relativ neuen Beteiligung Marenave durchgreift, machte zuletzt die Immobilientochter Assetando Real Estate GmbH positiv von sich reden. Die Assetando Real Estate fungiert als zentrale Immobilieneinheit der Ernst Russ AG und hat u. a. die Immobilienaktivitäten der HCI Capital AG, der König & Cie. Gruppe, der WestFonds Immobilien Anlagegesellschaft mbH sowie der Assetando Capital GmbH übernommen. Nachdem man zunächst eine dreigeschossige Immobilie in Magdeburg aus dem WestFonds-Bestand verkauft hatte, punktete man nun im Bereich des Sozialen Wohnungsbaus. Für 50 Mio. Euro verkaufte man ein Immobilienportfolio mit 208 Einheiten im Großraum Hamburg an den institutionellen Investor Industrie Wohnen.

Donnerstag, 16. November 2017

Zahlen & Mehr: Cisco Systems, MPC Capital, Ringmetall, VTG

In der Rubrik "Zahlen & Mehr" gehe ich kurz auf aktuelle Unternehmensmeldungen ein und bewerte diese im Hinblick auf meinen Investmentcase.

Cisco Systems
Der Netzwerkgigant scheint die Trendwende zu schaffen. Nach einer Serie von Quartalen mit zurückgehenden Umsatzerlösen musste Cisco für das abgelaufene Quartal zwar noch einmal ein Minus von 1,7% verkünden, aber gleichzeitig hob das Unternehmen die Guidance für das aktuelle zweite Geschäftsquartal an. Demnach sollen die Umsätze zwischen 1% und 3% zulegen. An den Gewinnen war sowieso wenig(er) auszusetzen gewesen, denn die hatte Cisco trotz sinkender Umsätze um 3% auf 2,4 Mrd. Dollar steigern können.

Meine Einschätzung
Cisco Systems befindet sich mitten im Wandel weg von seinem Hardware-Kerngeschäft Router und Switches hin zu Softwarelösungen, cloudbasierten Anwendungen und Cybersecurity. Bisher hatten die neuen Geschäftsfelder die Umsatzrückgänge im Stammgeschäft nicht kompensieren können, doch nun scheint sich der Trend umzukehren und der Strategieschwenk auszuzahlen. Dabei setzt Cisco neben der bewährten Strategie der gezielten Zukäufe auch zunehmend auf Kooperationen, wie zuletzt mit dem Suchmaschinengiganten Google (Alphabet).

Cisco Systems sollte seine Erholung weiter fortsetzen und zunehmend wieder stärkere Umsatz- und Ergebniszahlen vorlegen können. Sollte die Steuerreform in den USA tatsächlich kommen und es eine Art Amnestie für im Ausland liegende Cashbestände geben, wird es für Cisco hier einen indirekten Geldregen geben in Form gesparter Steuern.

Samstag, 4. März 2017

Zahlen & Mehr: Bausch Health, GBK Beteiligungen, GFT, msg life, Scherzer & Co.

In der Rubrik "Zahlen & Mehr" gehe ich kurz auf aktuelle Unternehmensmeldungen ein und bewerte diese im Hinblick auf meinen Investmentcase.

GBK Beteiligungen
Die auf Eigenkapitalbeteiligungen an mittelständischen Unternehmen fokussierte GBK kann bei ihrem Jahresabschluss zum 31.12.2016 ein Rekordergebnis ausweisen. So haben die Hannoveraner im Geschäftsjahr 2016 ein Realisiertes Ergebnis in Höhe von €12,4 Mio. erwirtschaftet und unter Berücksichtigung des Nicht realisierten Ergebnisses beläuft sich das Ergebnis des Geschäftsjahres auf €7,6 Mio. Dieses ist maßgeblich durch den Verkauf von drei Beteiligungen positiv beeinflusst worden. Der Nettoinventarwert je Aktie ist weiter gestiegen und beläuft sich am 31.12.2016 auf €10,18 je Aktie, so dass das Unternehmen der Hauptversammlung eine Ausschüttung von €1,00 je Aktie vorschlagen werden (zuvor €0,70), also einen Gesamtbetrag von €6,75 Mio. Dies entspricht einer Dividendenrendite von knapp 10%.

Meine Einschätzung
GBK Beteiligungen investiert dort, wo andere gar nicht hinschauen: bei den kleinen Unternehmen des erfolgreichen Mittelstands. Diese fliegen für die großen Beteiligungsgesellschaften unter dem Radar und GBK ist auch bereit, sich mit einem Minderheitsanteil zufrieden zu geben. Zuletzt war man zwei neue Beteiligungen eingegangen, um die drei Verkäufe aus dem Vorjahr zu kompensieren. Eine aktive Rolle bei der Führung des jeweiligen Tochterunternehmens strebt man nicht an, wie auch die beiden jüngsten Beteiligungen wieder zeigen. GBK ist ein Nischenwert mit allen Vor- und Nachteilen eines so kleinen Unternehmens, insbesondere der eingeschränkten Handelbarkeit der Aktie und die seltene Berichterstattung in den Medien. Wen das nicht schreckt und wer auf hohe Dividendenausschüttungen aus ist, der findet bei GBK Beteiligungen eine interessante Möglichkeit von Investments in kleine und mittlere Unternehmen des deutschen Mittelstands profitieren zu können.

Dienstag, 7. Februar 2017

Zahlen & Mehr: Delignit, Steico

In der Rubrik "Zahlen & Mehr" gehe ich kurz auf aktuelle Unternehmensmeldungen ein und bewerte diese im Hinblick auf meinen Investmentcase.

▸ Delignit AG
Delignit, ein Hersteller ökologischer laubholzbasierter Produkte und Systemlösungen sowie Zulieferer für die Automobil-, Bahn- und Luftfahrtindustrie, hat vorläufige Zahlen für das Geschäftsjahr 2016 vorgelegt.

Der Umsatz stieg im vergangenen Jahr um rund 9,4% auf einen neuen Rekordwert von rund €48,6 Mio. nach €44,4 Mio. im Vorjahr. Die positive Umsatzentwicklung 2016 wurde dabei von beiden Geschäftsbereichen, Automotive und Technological Applications, getragen. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, EBITDA, verbesserte sich um rund 7,8% auf €3,7 Mio. nach €3,5 Mio. in 2015, während das Konzernergebnis bei rund €1,4 Mio. lag, was einem Anstieg um 30,8% gegenüber dem Vorjahreswert von €1,1 Mio. entspricht. Pro Aktie errechnen sich somit €0,18 gegenüber €0,14 je Aktie im Vorjahr. Der überproportionale Anstieg des Konzernergebnisses resultiert dabei vorwiegend aus gesunkenen Abschreibungen und einer reduzierten Steuerquote.

Meine Einschätzung
Die zunehmende Begeisterung für Elektroautos bringt das Thema Reichweite immer stärker in den Fokus und die Batteriekapazitäten lassen sich nicht ohne weiteres einfach erhöhen - denn sie kosten viel Gewicht. Gewicht, das man durch den Einsatz laubholzbasierter Teile wieder einsparen kann und hier spielt Delignit ganz vorne mit. Hier hat man sich inzwischen mehrere Serienaufträge aus der Automobil- und der Bahnbranche gesichert und Mitte letzten Jahres weitere langfristige Aufträge an Land gezogen. Die hohen Investitionen der Vorjahre wirken sich nun positiv aus und werden ab diesem Jahr ihre volle Kraft entfalten und aufgrund der nicht mehr anfallenden Investitionskosten sollte es zu einem erfreulichen Anspringen des Jahresergebnisses führen. Anleger sollten keine einzige Aktie dieser "Mittelstandsperle" aus der Hand geben, denn je stärker sich die Ergebnissprünge abzeichnen, desto wahrscheinlicher wird es, dass die Aktie ihre alten Hochs aus dem November 2016 bei €5,40 überwinden wird. Der Emissionsbreis beim Börsengang Ende September 2007 lag übrigens bei €8,00. Bis dahin ist es aber noch ein längerer Weg.


▸ Steico SE
Die Steico SE ist ein Hersteller holzfaserbasierter Bauprodukte und profitiert vom Trend zum nachhaltigen und CO2-armen Bauen sowie dem immer stärker zunehmenden Drang in die Ballungszentren. Nachdem man in den vergangen Jahren massiv investiert hat, entschloss man sich dazu, diese Kapazitäten nochmals zu verdoppeln, da man noch erfolgreicher war, als angenommen. Die Vorlage der vorläufigen Geschäftszahlen für 2016 untermauert diese Entwicklung.

Dienstag, 3. Januar 2017

Aurelius, Mutares, Publity und Scherzer & Co. punkten mit Erfolgsmeldungen

In der Rubrik "Zahlen & Mehr" gehe ich kurz auf aktuelle Unternehmensmeldungen ein und bewerte diese im Hinblick auf meinen Investmentcase.

▸ Aurelius Equity Opportunities SE & Co KGaA
Die Münchner vermelden den Abschluss der Übernahme von Home Office Europe. Damit gehören die Unternehmen nun zum Aurelius-Konzern und steuern mit rund 6.000 Mitarbeitern hier rund €2 Mrd. zum Umsatz der nun 23 konsolidierten Unternehmen bei, der auf insgesamt €4,5 Mrd. pro Jahr steigt. (>>> zur Meldung)

Meine Einschätzung
Aurelius ist einer der Top-Picks im Beteiligungssektor und langfristig orientierte Anleger nutzen jeden Kursrücksetzer konsequent zum Aufstocken ihrer Position. Das Aktienrückkaufprogramm von bis zu €52 Mio. dürfte den Kurs zusätzlich stützen, während das erfolgreiche operative Geschäft den Kurs weiter beflügeln sollte.

Donnerstag, 15. Dezember 2016

Zahlen & Mehr: Deutsche Beteiligungs AG, DIC Asset

▸ Deutsche Beteiligungs AG
Die DBAG schließt das Geschäftsjahr 2015/2016 mit einem Konzernergebnis von 50,2 Mio. EUR ab verglichen mit 27 Mio. EUR im elfmonatigen Rumpfgeschäftsjahr 2014/2015. Im Konzernergebnis ist als wichtigste Einflussgröße das Ergebnis aus dem Beteiligungsgeschäft von 60,1 Mio. EUR enthalten. Dieses basiert ganz wesentlich auf der Wertsteigerung des fortgeführten Portfolios, das auch von der insgesamt guten Kapitalmarktentwicklung während des Geschäftsjahres profitierte. Darüber hinaus sind Erfolge aus der gewinnbringenden Veräußerung von mehreren Beteiligungen enthalten, wie des Autozulieferers Spheros, des Anlagenbauers Broetje Automation und des Fertigungsspezialisten Grohmann Engineering, den Tesla kürzlich übernommen hatte. Das Konzern-Gesamtergebnis erreichte hingegen nur 43,0 Mio. EUR, da sich der Verfall des Rechnungszinsfußes negativ bemerkbar machte, der zur Bemessung der Pensionsrückstellungen verwendet wird.

Die Eigenkapitalrendite je Aktie, die die DBAG als zentrale Steuerungsgröße verwendet, übersteigt mit 16,0% die Eigenkapitalkosten signifikant. Das vorangegangene (elfmonatige Rumpf-) Geschäftsjahr 2014/2015 hatte die DBAG mit einem Konzernergebnis von 27,0 Millionen Euro und einer Eigenkapitalrendite von 10,0 Prozent beendet. Die Aktionäre sollen mit einer um 20 Cents angehobenen Dividende von 1,20 EUR je Aktie an dem guten Ergebnis teilhaben.

Meine Einschätzung
Die DBAG-Bilanz ist grundsolide. Bei einer Eigenkapitalquote von mehr als 90% stehen allein aus der Bilanz der DBAG knapp 80 Mio. EUR für Investitionen bereit, die zuzüglich weiterer Rückflüsse aus bereits vereinbarten Veräußerungen und einer Kreditlinie über 50 Mio. EUR ausreichen werden, um die Co-Investitionszusagen der DBAG in diesem und den kommenden zwei Jahren erfüllen zu können. Das ist keine unwichtige Aussage, denn immerhin hatte man gerade eben erst die Investitionsphase des DBAG Fund VI erfolgreich abgeschlossen und beginnt nun mit der Investitionsperiode des DBAG Fund VII, für den im September 2016 ein Volumen von 1,01 Mrd. EUR an Investorengeldern eingeworben wurde. Hier wird die DBAG Eigenmittel für Co-Investments von 200 Mio. EUR erbringen.

Da die DBAG nach IFRS bilanziert und in das Ergebnis auch die Wertsteigerungen aus den Bewertungen der Tochtergesellschaften eingehen, die stark von der aktuellen Börsenlage abhängen, dürfte es der DBAG schwer fallen, das Rekordergebnis im nächsten Jahr zu übertreffen. Dabei dürften allerdings die Gewinne aus Beteiligungsverkäufen und die Einnahmen aus der Bewirtschaftung der Beteiligungs-Fonds weiter ansteigen und damit auch die Aussicht auf steigende Dividenden fortbestehen. Zur Einordnung: das Ergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahres bewertet die DBAG-Aktie mit einem KGV von 8,7, was absolut und im Vergleich zur Peergroup eine erhebliche Unterbewertung aufzeigt. Alleine aus einem Aufholen des gegenwärtigen Abschlags erwächst bereits ein Kurspotenzial von fast 10 EUR für 2017.

Die Deutsche Beteiligungs AG ist seit Jahrzehnten erfolgreich am Markt unterwegs. Ihre Ausrichtung als Asset-Manager, der Beteiligungs-Fonds auflegt und sich an diesen über Co-Investments auch selbst beteiligt, funktioniert hervorragend. Dabei ist das Risiko begrenzt, während die breite Diversifikation im DBAG-Portfolio die Aktie zu einem "Best-of-Deutscher-Mittelstand-Investment" macht. Die vorgelegten Ergebnisse zeigen, welches Potenzial im DBAG-Ansatz steckt - und damit in der Aktie.


▸ DIC Asset
Der Gewerbeimmobilienspezialist DIC Asset wird entgegen der Planungen einen Verlust für das Geschäftsjahr 2016 ausweisen müssen. Dabei sind die zugrundeliegenden Nachrichten eigentlich hervorragend. Denn man konnte eine Refinanzierung von 960 Mio. EUR über eine Laufzeit von sieben Jahren abschließen und damit die Finanzierungskosten im Commercial Portfolio gegenüber den alten Finanzierungskonditionen um 170 Basispunkte auf rund 1,7% und der Tilgungsrate auf rund 1% senken. Die bestehenden Alt-Finanzierungen werden voraussichtlich im Januar 2017 nahezu vollständig abgelöst, doch durch die vorzeitige Ablösung der Alt-Darlehen entstehen nicht FFO-wirksame Einmalaufwendungen unter anderem für die Zahlung von Vorfälligkeitsentschädigungen von rund 59 Mio. EUR.  Für das Geschäftsjahr 2016 erwartet die DIC Asset AG daher ein einmalig negatives Konzernergebnis von rund 35 Mio. EUR nach Steuern. Die Dividende soll hiervon aber nicht negativ beeinflusst und auf Vorjahresniveau ausgeschüttet werden.

Der Deal hat aber auch positive Auswirkungen. Denn er trägt erheblich zur Stärkung der zukünftigen Finanz- und Ertragslage der DIC Asset AG bei, die nun ab dem Geschäftsjahr 2017 einen Anstieg des Cahsflows um bis zu rund 40 Mio. EUR p.a. erwartet. Darin enthalten sind Einsparungen des Zinsaufwands von bis zu 20 Mio. EUR im Jahr.

Meine Einschätzung
Ein großartiges Geschäft für die DIC Asset, die noch immer unter ihrer hohen Verschuldung leidet. Die Neufinanzierung wird sich erheblich positiv auf das Finanzergebnis und somit auf den Gewinn auswirken und die Belastung durch die zu zahlenden Vorfälligkeitsentschädigungen sind bereits nach 3 Jahren ausgeglichen und drehen dann das Resultat ins Positive. Unter Berücksichtigung der geplanten Weiterentwicklung in den Geschäftsbereichen Commercial Portfolio und Fondsgeschäft erwartet DIC Asset für das Geschäftsjahr 2017 ein FFO von rund 55 Mio. bis 60 Mio. EUR. Der deutliche Abschlag zum NAV und die sich verbessernden Ergebnisse machen die DIC Asset-Aktie zu einem attraktiven Investment im Gewerbeimmobilien-Bereich.


Die DBAG und DIC Asset befinden sich auf meiner Empfehlungsliste.

Freitag, 2. Dezember 2016

Zahlen & Mehr: Aurelius, Deutsche Rohstoff AG, Kontron, S&T, Starbucks, Surteco

▸ Aurelius
Einen weiteren Exit kann Aurelius vermelden und gibt seine Anteile an der Publicitas im Rahmen eines Management-Buy-outs ab. Das Unternehmen befand sich erst seit 2014 im Aurelius-Portfolio und der Finanzinvestor hatte bereits kurz nach der Übernahme Teile weiterveräußert und den Rest operativ neu ausgerichtet.

Meine Einschätzung
Auch wenn zum Kaufpreis nichts gesagt wurde, können wir davon ausgehen, dass Aurelius auch hier wieder schön verdient haben dürfte. Und das liegt daran, dass Aurelius äußerst preiswert einkauft und zumeist nur symbolische Kaufpreise zahlt und nicht selten sogar noch eine Umstrukturierungsmitgift erhält, wenn es Randbereiche großer Konzerne übernimmt. Der Gewinn liegt für Aurelius also im Einkauf

Aurelius ist seit Jahren erfolgreich unterwegs und übernimmt überwiegend Restrukturierungsfälle, bei denen es eine Bargain Purchase erhält, oder Randbereiche großer Konzerne. So wie die laufende Übernahme von Home Office Europe, die mit €2 Mrd. Umsatz bisher größte Firmenübernahme der Münchener.

Aurelius befindet sich als einer der größten Positionen in meinem Depot und ist eine der ältesten und erfolgreichsten Werte auf meiner Empfehlungsliste. Das jüngst aufgelegte Aktienrückkaufprogramm von bis zu €52 Mio. dürfte den Kurs zusätzlich stützen, während das erfolgreiche operative Geschäft den Kurs weiter beflügeln sollte. Aurelius ist einer der Top-Picks im Beteiligungssektor und langfristig orientierte Anleger bleiben investiert und nutzen jeden Kursrücksetzer konsequent zum Aufstocken ihrer Position.


▸ Deutsche Rohstoff
Gerade erst gab es ermutigende Neuigkeiten von der Wolfram-Tochter Almonty Industries, da legt man noch eine Schippe drauf. Denn das kanadische Unternehmen hat mehrere Abnahmevereinbarungen mit bestehenden Kunden abschließen können, wonach Almonty feste und deutlich über dem aktuellen Spotpreis von Wolfram liegende Preise erzielen würde. Die Vereinbarungen sollen am 1. Januar 2017 in Kraft treten und sind auf ein Jahr begrenzt. Damit könnte die Panasqueira-Mine in Portugal im kommenden Jahr in die schwarzen Zahlen zurückkehren und Almontys Ziel, den weltgrößten unabhängigen Wolfram-Produzenten außerhalb Chinas aufzubauen, einen erfolgreichen Schritt näher kommen.

Meine Einschätzung
Die DRAG hält aktuell 12,58% der Aktien von Almonty sowie zwei Wandelschuldverschreibungen, bei deren vollen Ausübung sich ihr Anteil auf 19,58% erhöhen würde. Bisher fielen dort aufgrund des Verfalls der Rohstoffpreise, insbesondere für Wolfram, überwiegend Verluste an mit entsprechend negativen Folgen für den Wert der Beteiligung für die DRAG. Die neuen Vereinbarungen zeigen, dass es auch anders laufen kann und dass sich die DRAG hier antizyklisch in einem interessanten Zukunftsmarkt positioniert hat und künftig auch Erfreuliches aus dieser Sparte zu berichten sein dürfte. Mit Geduld und langem Atem könnte hier eine echte Perle heranwachsen, die der DRAG und ihren Aktionären noch viel Freude bereiten wird. Insbesondere wenn die Konjunktur wieder anspringt und die Nachfrage auch nach Rohstoffen anzieht.


▸ Kontron | S&T
Kontron wird ein drastisches Sparprogramm fahren, um seine Verluste abzubauen. Mit dem für die nächsten 1,5 Jahre ausgelegten Programm, bei dem auch 300 Arbeitsplätze abgebaut werden sollen, wird Kontron signifikante Ergebnisverbesserungen im zweistelligen Millionenbereich erzielen und damit wieder zur Profitabilität zurückkehren.

Damit wird die Grundlage geschaffen für die Übernahme durch S&T, die sich kürzlich mit 29,9% beteiligt hatten und auf einen Zusammenschluss mit Kontron zusteuern. Nach den Plänen von S&T wird das gemeinsame Unternehmen in 2017 den gleichen Gewinn einfahren, wie S&T alleine in 2016, so dass der mit der Übernahme verbundene Aufwand und Anlaufverluste abgefedert werden können. Ab 2018 sollen dann aber die Gewinne deutlich steigen und zwar deutlich schneller als es bei S&T alleine der Fall wäre.

Meine Einschätzung
2017 wird für S&T ein Jahr des Wandels und es wird stark durch die Übernahme von Kontron geprägt sein und durch das Zusammenführen der beiden Unternehmen. Mit der chinesischen Foxconn-Gruppe im Hintergrund und als Lieferant günstiger Komponenten und als erfahrener Sanierer sollte es S&T-CEO Hannes Niederhauser jedoch gelingen, S&T nicht nur auf Kurs zu halten, sondern in neue Dimensionen zu führen. Darüber hinaus wird auch die Übernahme von S&T durch Foxconn ein zunehmendes Thema werden und den Kurs zusätzlich nach unten absichern.


▸ Starbucks
Der bisherige Starbucks-Chef Howard Schultz wird am 3. April kommenden Jahres von seinem Posten zurücktreten und Kevin Johnson wird dann das Amt übernehmen. Dieser ist seit 2015 als "COO" für Starbucks tätig und leitet das operative Geschäft. Darüber hinaus ist er auch bereits schon seit sieben Jahren Mitglied des Verwaltungsrats. Schultz ist seit 1982 für Starbucks tätig und ist der Erfolgsgarant des starken Expansionskurses der vergangenen Jahre.

Er soll sich künftig als Chairman um die Entwicklung des neuen Premium-Geschäftsbereichs Reserve-Roastery kümmern sowie um Design und soziale Initiativen.

Meine Einschätzung
Es ist das Ende einer Ära, denn Howard Schultz hat Starbucks zu dem gemacht, was es heute ist, ein global führendes, schnell wachsendes und dazu noch extrem profitables Business. Schultz bleibt Starbucks erhalten, aber der neue Chef wird dem Unternehmen seinen Stempel aufdrücken (müssen) und auch eigene Akzente setzen, um das Unternehmen durch die anstehenden Herausforderungen zu bringen. Es bleibt abzuwarten, ob der Erfolgsweg von Starbucks unbeeinträchtigt weiter fortgeschrieben werden kann, oder ob der Wechsel an der Spitze zu ähnlich schlechten Ergebnissen führt, als Schultz schon einmal abdankte: zwischen 2000 und 2008. 2017 wird also ein Jahr des Übergangs für Starbucks werden und die Anleger werden mit Argusaugen darauf achten, ob die Erfolgsstory Risse bekommt. Vor diesem Hintergrund ist Starbucks zunächst nur noch eine Halteposition.


▸ Surteco
Nachdem Surteco beim Wiedererstarken seiner Bilanz langsamer als gedacht, aber dennoch erfolgreich, vorankommt, wagt man sich wieder an eine Übernahme. Die letzte, die des Rivalen Süddekor, hatte für zwei Jahre an Reibungsverlusten gesorgt und Surteco eine menge an Kraft und Effizienz gekostet, was auch den Aktienkurs nicht unbeeindruckt gelassen hatte. Nun übernimmt man zum 1. Dezember 85% der Gesellschaftsanteile der Nenplas-Gruppe mit Hauptsitz in Ashbourne, Großbritannien und 100% der zugehörigen Immobiliengesellschaft. Die Nenplas-Gruppe ist auf die Produktion und den Vertrieb von technischen Profilen aller Art auf Kunststoffbasis spezialisiert und erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2015/2016 mit rund 140 Mitarbeitern einen Umsatz von GBP 16,6 Mio. und ein Ergebnis vor Finanzergebnis, Steuern und Goodwillabschreibungen (EBITA) von GBP 3,8 Mio. nach UK-GAAP (EBITA-Marge: 22,9%). Der Kaufpreis für die 85% der Gesellschaftsanteile beläuft sich auf GBP 20,8 Mio. und für die Immobiliengesellschaft auf GBP 2,5 Mio. Für die verbleibenden 15% hält Surteco eine Kauf- und die Verkäufer eine Verkaufsoption. Die Stimm- und Dividendenrechte der restlichen 15% sind ausgeschlossen.

Meine Einschätzung
Surteco hat die Süddekor-Übernahme endlich verdaut und konzentriert sich wieder auf die Entwicklung des Geschäfts. Mit der Übernahme in UK, die aus vorhanden liquiden Mitteln erfolgt und daher keine Kapitalerhöhung nötig machen sollte, legt Surteco die Schalter wieder auf profitables Wachstum um und sollte langfristig von der Übernahme profitieren. Geduldige Anlegern bleiben an Bord.


Aurelius, Deutsche Rohstoff, S&T, Starbucks und Surteco befinden sich auf meiner Empfehlungsliste.

Donnerstag, 1. Dezember 2016

Zahlen & Mehr: Blue Cap, Deutsche Rohstoff AG, MBB

▸ Blue Cap
Die Beteiligungsgesellschaft Blue Cap konnte endlich Vollzug melden bzgl. des wohl größten Coups der Unternehmensgeschichte, die Übernahme des operativen Geschäfts der Neschen-Gruppe.

Meine Einschätzung
Nun dürfte demnächst eine Neubewertung bei Blue Cap anstehen, denn bei Neschen lief es operativ rund, die Insolvenz entstand aus einer Überschuldungssituation, weil ein im Zuge der Finanzkrise von einer regionalen Bank an einen Finanzinvestor weiterverkaufter Kredit fällig gestellt wurde. Was daran lag, dass der Finanzinvestor eigentlich Neschen komplett übernehmen wollte, was die HV aber nicht absegnete. Daraufhin forderte der Finanzinvestor sein Geld zurück, was die Neschen AG nicht begleichen konnte. Mit der Akquisition von Neschen gelingt es Blue Cap, den ohnehin starken Klebstoffbereich der Gruppe weiter auszubauen. Neben den positiven Effekten zu den bestehenden Unternehmen wird man sich damit auch in neuen und wachstumsrelevanten Geschäftsfeldern der Klebstoffverarbeitung positionieren können.

Der wirtschaftliche Übergang des Geschäftsbetriebes von Neschen ist rückwirkend zum 01.07.2016 auf die Blue Cap-Tochter Neschen Coating GmbH erfolgt. Mit anderen Worten: im Geschäftsbericht für das 2016 wird Neschen bereits zu 50% enthalten sein und damit die zu erwartenden positiven Auswirkungen auf Umsatz und Ergebnis. Für 2017 steht dann ein weiterer Sprung an, denn dann steuert Neschen volle 12 Monate bei. Gut möglich, dass der Aktienkurs von Blue Cap diese starke Entwicklung bereits vorwegnimmt und wir bald deutlich zweistellige Kurse sehen werden. Blue Cap ist einer der größten Werte in meinem Depot und weiterhin einer der aussichtsreichsten.


▸ Deutsche Rohstoff
Die mit Abstand wichtigste DRAG-Tochter im Bereich Metalle, Almonty Industries, erhielt die Zusage (Letter of Committment) eines Unternehmen aus der Wolfram-Industrie, den zur Entwicklung der Sangdong-Mine in Südkorea erforderlichen Eigenkapitalanteil in Form eines Darlehens bereitzustellen. Im Ergebnis wird das Bergwerk damit voraussichtlich zu 100% mit Fremdkapital finanziert werden, so dass für die Aktionäre von Almonty keine Verwässerung ihres Aktienanteils durch eine Kapitalerhöhung ansteht. Die DRAG hält aktuell 12,58% der Aktien von Almonty sowie zwei Wandelschuldverschreibungen, bei deren vollen Ausübung sich ihr Anteil auf 19,58% erhöhen würde.

Den starken Kurssprung heute hat aber eine andere Meldung verursacht, nämlich die Einigung der OPEC auf eine Öl-Förderkürzung, was den Ölpreis stark nach oben trieb. Das Ölkartell will in den kommenden sechs Monaten 1,2 Mio. Barrel (je 159 Liter) pro Tag weniger produzieren. Das neue Limit soll bei 32,5 Mio. Barrel täglich liegen.

Meine Einschätzung
Erstmals seit 2008 agiert damit die OPEC wieder als Kartell und ringt sich zu einer Förderkürzung durch. Weniger bedeutend ist die Kürzungsmenge, denn die dürfte ggf. durch US-Fracker ausgeglichen werden. Entscheidend ist vielmehr die Abkehr der OPEC von der durch Saudi-Arabien lange favorisierten Vernichtungsstrategie in Bezug auf die US-Öl-Industrie. Da diese viel höhere Förderkosten je Barrel hat(te), wollte man durch den Preisverfall des Öls die lästige neue Konkurrenz aus dem Markt drängen. Mit durchwachsenem Erfolg. Zwar musste viele US-Öl-Explorer in die Insolvenz, die Fördermenge sank aber nicht erheblich ab, da die produzierenden Quellen einfach weiter förderten. Einerseits abgesichert durch lukrative Öl-Terminkontrakte, andererseits aber auch durch die Tatsache, dass ein Großteil der Kosten beim Fracking für das Bohren anfällt, während die Produktion nur noch geringe Kosten verursacht. Nachdem kürzlich Saudi-Arabien nicht nur einen neuen König bekam, sondern auch den Öl-Minister ausgetauscht hat, folgte nun die 180-Grad-Wende bei der Strategie. Die OPEC zeigt damit Einigungskraft und -willen und das ist das eigentlich preistreibende Signal.

Die DRAG fördert bereits bei WTI-Ölpreisen von deutlich unter $35 gewinnbringend und jeder Dollar darüber ist für sie bares Geld. Vielleicht stehen wir erst am Anfang einer Reihe von Förderkürzungen seitens der OPEC und ggf. anderer Staaten, wie Russland, die den Ölpreis nachhaltig über $50 hieven und vielleicht noch weiter. Die DRAG bleibt weiterhin aussichtsreich und wird in ihren Geschäftszahlen künftig viel stärker den inzwischen erfolgten Beginn der Öl-Förderung zeigen - und die damit erzielten Gewinne. Sie bleibt einer meiner größten Positionen im Depot.


▸ MBB
Die Beteiligungsgesellschaft konnte nicht nur mit ihren Plänen für einen möglichen Börsengang der Automotive-Tochter Aumann AG (bestehend aus der Aumann-Gruppe und der MBB Fertigungstechnik) für Furore sorgen und für deutlich zweistellige Kurszuwächse, sondern sie hat auch den Quartalsfinanzbericht zum 30.09. vorgelegt. Dieser bestätigt, was auf dem Frankfurter Eigenkapitalforum bereits angedeutet wurde, nämlich ein starkes und sich beschleunigendes Wachstum des MBB-Konzerns über alle Töchter hinweg. Besonders jedoch im Automotive-Sektor. Bei oberflächlicher Betrachtung alleine des Gewinns je Aktie (EPS), wird dies bereits deutlich. So legte das Neunmonatsergebnis um 25% auf 1,69€ zu (Vorjahr: 1,35€), das Ergebnis des dritten Quartals hingegen bereits um 30% auf 0,60€ (Vorjahr: 0,46€).

Meine Einschätzung
MBB wird weiter investieren müssen, um dem stark steigenden Auftragseingang im Automotive-Sektor Rechnung tragen zu können. Auch deshalb wird die Sparte in der Aumann AG zusammengelegt und über einen eigenen Börsengang nachgedacht. Doch auch die anderen Töchter bereiten allesamt Freude, auch wieder Hanke Tissue, wo man ja vor zwei Jahren die Produktionskapazitäten verdoppelt hatte. MBB präsentiert sich als grundsolide Beteiligungsgesellschaft, die zunehmend Fahrt aufnimmt. Der letzte Zukauf, die Aumann-Gruppe, soll dem Vernehmen nach nur €19 Mio. für einen 75%-Anteil gekostet haben und hat sich als wahrer Glücksgriff erwiesen.

Gut möglich, dass der Aktienkurs nach dem starken Anstieg erst einmal konsolidieren wird. Das starke, profitable, Wachstum wird den Kurs aber ebenso weiter antreiben wie die Konkretisierung der Börsenpläne für die Tochter Aumann AG, durch die der wahre Wert dieses Unternehmens deutlicher sichtbar würde und gehoben werden kann. Der Kurs könnte im nächsten Jahr Anlauf auf die €70 nehmen und noch darüber hinaus, wenn es MBB gelingt, mit dem Wachstum Schritt zu halten. Aumann erzeugt die Spaten für den neuen Goldrausch, die Elektromobilität und der Megatrend beginnt gerade erst, richtig Fahrt aufzunehmen.

Darüber hinaus verfügt MBB über hohe liquide Mittel, um bei passender Gelegenheit weitere Zukäufe tätigen zu können. MBB bleibt daher eine meiner Kernpositionen im Portfolio.


Blue Cap, Deutsche Rohstoff und MBB befinden sich auf meiner Empfehlungsliste und in meinem Depot.

Dienstag, 15. November 2016

Zahlen & Mehr: Lloyd Fonds, PNE Wind, Publity, Surteco

▸ Lloyd Fonds
Der Asset-Manager macht ernst mit seinem neuen Geschäftsfeld und hat die "Lloyd WohnWert GmbH & Co. KGaA" gegründet. Damit wird deutschlandweit die erste kapitalmarktorientierte Investmentgesellschaft etabliert, über die vorwiegend institutionelle Anleger in den wachsenden Markt des staatlich geförderten Wohnungsbaus investieren können. Die Aktien werden zunächst vorbörslich an langfristig orientierte institutionelle Investoren platziert und der anschließende Börsengang soll im zweiten Halbjahr 2017 erfolgen. Die Lloyd WohnWert strebt eine Ausschüttungsrendite von 3% pro Jahr an.

Ziel der Gesellschaft ist es, in den kommenden Jahren über Kapitalerhöhungen ein attraktives Portfolio aus Immobilienobjekten im Segment des geförderten Wohnungsbaus mit einer langfristigen Haltestrategie aufzubauen. Dabei werden die Investments maßgeblich in Metropolregionen stattfinden, in denen der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum angesichts wachsender Bevölkerungszahlen und steigender Wohnungs- und Mietpreise besonders groß ist. Ein erstes Objekt in Hamburg wurde auch bereits erworben.

Meine Einschätzung
Die Lloyd Fonds AG stößt mit ihrem neuen Produkt in eine attraktive Nische vor, den Sozialen Wohnungsbau. Während dieses Segment bis vor wenigen Jahren noch ein stiefmütterliches Dasein fristete, hat sich in diesem Bereich einiges gewandelt. Insbesondere sind die Kriterien, nach denen Menschen berechtigt sind, in Sozialwohnungen einzuziehen, ausgeweitet worden. In Schleswig-Holstein gelten inzwischen für Single-Haushalte Einkommensgrenzen von 19.400 Euro pro Jahr. Das ist meilenweit weg vom "Einkommen" auf Hartz IV-Niveau. Die Ausweitung ist Folge der rasant ansteigenden Urbanisierung und des großen Mangels an bezahlbarem Wohnraum über die Gruppe der sozial Bedürftigen hinaus. Auch für normale Angestellte, Polizeibeamte oder Rettungsassistenten ist es in den boomenden Großstädten kaum mehr möglich, eine aus ihrem Gehalt bezahlbare Wohnung zu finden.

Einen Ausschüttungsrendite von 3% ist durchaus attraktiv angesichts der vorherrschenden Nullzinsphase. Und wenn die Wohnungen nach Tilgung der Kredite in vielen Jahren aus der Sozialbindung herausfallen, winken hier unter Umständen noch erhebliche stille Reserven, weil dann Mietanpassungen möglich wären. Insofern dürfte es großes Interesse bei institutionellen Investoren für diese Art der Investment geben und für Lloyd Fonds bietet sich hier eine attraktive Chance, in einem neuen Geschäftsfeld stetige Gebühreneinnahmen zu generieren.

Das Nachsteuer-Ergebnis der Lloyd Fonds AG zum Ende des dritten Quartals lag bei €2,2 Mio. Das Unternehmen bestätigte auf dieser Basis noch einmal seine Prognose, für das Gesamtjahr 2016 ein Ergebnis im oberen Bereich der Spanne zwischen €2 und €3 Mio. zu erreichen.

Der Turnaround bei Lloyd Fonds ist in vollem Gange und Anleger können weiter auf eine kräftige Erholung in den nächsten Jahren setzen, sowohl in Bezug auf die Geschäfte als auch auf den Aktienkurs.


▸ PNE Wind
Der Windpark-Projektierer konnte einige Fortschritte vermelden. Auch wenn es sich (noch) nicht um den mit Spannung erwarteten "großen Deal" bzgl. des YieldCo-Portfolios handelt, ist der Frankreich-Deal der Tochtergesellschaft WKN ein gutes Zeichen. Das Windenergieprojekt Saint Martin l’Ars wurde in der vergangenen Woche an die John Laing Group plc verkauft. Es ist kurz nach der Veräußerung des Windparks „Sommette“ (21,6 MW) im September bereits das zweite Projekt aus dem Anfang des Jahres geschlossenen Rahmenvertrag für John Laing. Das Projekt, das sich bereits in der Bauphase befindet, kommt auf eine Gesamtleistung von 10,25 Megawatt. WKN zeichnet für den Bau der Projekte verantwortlich und wird seitens John Laing erneut als Generalunternehmerin beauftragt.

Meine Einschätzung
Der Aktienkurs steht noch unter Druck wegen der Auswirkungen der Trump-Wahl auf die PNE-Pläne, in Nordamerika die Geschäfte auszuweiten. Hier könnte Trumps Ignoranz ggü. dem globalen Klimawandel und der Mitschuld des CO2-Ausstoßes hieran sowie der Erfordernis, auch saubere Energie zu setzen, hemmend wirken. Des Weiteren muss PNE Wind endlich zu neuen finanziellen Mitteln kommen, also das YieldCo-Portfolio endlich verkaufen und somit bis zu €300 Mio. einnehmen. Hierauf wartet die Börse und dies dürfte der Befreiungsschlag sein, auch für den Aktienkurs. Nicht nur die erwarteten hohen Gewinne aus dem Verkauf, sondern vor allem die Aussicht darauf, die vielen Projekte dann mit genügend Cash im Rücken erfolgreicher vorantreiben zu können. Risikobereite Anleger setzen auf dieses Szenario und auf ein Wiedererstarken der PNE Wind, nachdem die internen Querelen im Aktionariat endlich der Vergangenheit angehören und ein neuer Chef frischen Wind in den Laden bringt.


▸ Publity
Publit ist weiter gefragt, jedenfalls bei seinen Kunden, den internationalen Finanzinvestoren. Nachdem man in diesem Jahr bereits mehrere Deals im neuen Standbein "Non-performing-Loans" (NPL) erzielen konnte, wurde Publity nun mit der Betreuung eines weiteren Portfolios im Volumen von €700 Mio. betraut. Das zusätzliche Portfolio umfasst etwa 1.200 Immobilien-Kredite mit einer Forderungshöhe von insgesamt mehr als €700 Mio. und der Servicing-Vertrag läuft über 5 Jahre. Publity ist dabei in Form einer Servicing Fee mit 22% am Verwertungserlös beteiligt, es winken also erkleckliche erfolgsabhängige Provisionen. Nachdem man bereits €1,7 Mrd. von einem anderen Investor anvertraut bekam, erhöht sich durch das neue Portfolio das Volumen der NPL-Portfolios nun auf €2,4 Mrd.

Meine Einschätzung
Publity befindet sich voll auf Kurs. Bis zum Jahresende will man die AuM auf €3 Mrd. steigern und mit dem neuen NPL-Deal liegt man nun bei rund €3,2 Mrd., Ende 2017 sollen die AuM dann bereits €5 Mrd. betragen.

Das NPL-Segment soll als zweite Säule des Geschäftsmodells von Publity zum dynamischen Wachstum der Gesellschaft beitragen und das Co-Investment-Kerngeschäft bei Joint Ventures mit institutionellen Investoren ergänzen. Aus diesem Bereich fließen weniger hohe Einnahmen, dafür jedoch verstetigen sie die Einnahmebasis und balancieren sie ein Stückweit aus.

Für Anleger ist der Deal insoweit interessant, als dass die hieraus zu erwartenden Einnahmen erst ab dem nächsten Jahr ihren Niederschlag in den Geschäftszahlen von Publity finden werden, wenn die NPLs auch verwertet werden. Neben der bereits angekündigten Rekorddividende von €2,80 je Aktie, was eine Dividendenrendite von mehr als 8% bedeutet, sollte die Aussicht auf weiter steigende Einnahmen aus Gebühren und Provisionen das Geschäft und den Aktienkurs von Publity befeuern. Darüber hinaus winkt noch der schon länger erwartete größere Exit bei einigen Portfolio-Immobilien, dessen Abschluss einen weiteren kräftigen Impuls für den Aktienkurs zünden würde.

Das Geschäftsmodell von Publity ist (noch) nicht so stetig wie das anderer Gesellschaften und weist höhere Risiken auf. Auf der anderen Seite liegen hier auch besondere Chancen, so dass sich das Chance-Risiko-Verhältnis weiterhin sehr positiv darstellt.


▸ Surteco
Eher unspektakulär kommen die 9-Monatszahlen von Surteco daher, dem weltweit führenden Hersteller von dekorativen Oberflächenmaterialien. Der Konzernumsatz stieg um €7 Mio. auf €490,9 Mio. und das EBIT um 28% auf €30,6 Mio. Die Jahresprognose sieht das Management voll im Zielfenster. So soll der Konzernumsatz leicht gegenüber dem Vorjahreswert (€638,4 Mio.) steigen, während das EBIT des Konzerns voraussichtlich im mittleren bis unteren Bereich der prognostizierten €38 bis €42 Mio. landen soll. Dies wäre "substanziell über dem Vorjahreswert von €31,1 Mio." wie der Vorstand betont.

Meine Einschätzung
Surteco hatte sich an der Übernahme der Süddekor verhoben und die Integration benötigte viel mehr Zeit und Geld als gedacht. Die erhofften Potenziale lassen sich nicht nachhaltig heben und die neue Schlagkraft des Unternehmens lässt auf sich warten. Anleger brauchen hier Geduld und setzen darauf, dass das Management seine Pläne erfolgreich umsetzen kann, auch wenn es (noch) länger dauert, als geplant.

Lloyd Fonds, PNE Wind, Publity und Surteco befinden sich auf meiner Empfehlungsliste.

Samstag, 12. November 2016

Zahlen & Mehr: Aurelius, Ernst Russ, GFT, Steico, Vectron, WCM

▸ Aurelius
Die Neun-Monatszahlen von Aurelius können sich sehen lassen, auch wenn sie insbesondere aufgrund mehrere gewinnträchtiger Verkäufe von Portfoliounternehmen etwas unter den Rekordzahlen des Vorjahres liegen. Der Konzernumsatz stieg um 63% auf €1.926,9 Mio. und das operative EBITDA lag bei €83,8 Mio. (€95,4 Mio.), was die gute operative Entwicklung der meisten Konzernunternehmen widerspiegelt, vor allem der Tochtergesellschaften SECOP, Studienkreis und Getronics.

Insgesamt acht Unternehmenskäufe in den ersten neun Monaten sowie drei erfolgreiche Verkäufe führen zu Mittelzuflüssen von über €90 Mio. Der Net Asset Value legte gegenüber dem Geschäftsjahresende 2015 um 8% auf €1.353,3 Mio. zu (€1.252,7 Mio.). Dabei ist der große Zukauf von Home Office Europe mit €2 Mrd. Umsatz noch nicht berücksichtigt, da der Vollzug aufgrund kartellrechtlicher Prüfungen noch nicht vorliegt.

Meine Einschätzung
Aurelius befindet sich als einer der größten Positionen in meinem Depot und ist eine der ältesten und erfolgreichsten Werte auf meiner Empfehlungsliste. Es ist und bleibt einer der Top-Picks im Beteiligungssektor. Langfristig orientierte Anleger bleiben investiert und nutzen Kursrücksetzer konsequent zum Aufstocken ihrer Position. Das jüngst aufgelegte Aktienrückkaufprogramm von bis zu €52 Mio. dürfte den Kurs zusätzlich stützen, während das erfolgreiche operative Geschäft den Kurs weiter beflügeln sollte.


▸ Ernst Russ
Das Hamburger Schifffahrtsunternehmen hat sich auf dem "HANSA-Forum Shipping | Financing" in Hamburg präsentiert und interessante Ein- und Ausblicke gegeben.

In einem Joint Venture mit dem norwegischen Finanzdienstleister Pareto werden Restrukturierungs-Projekte vorangetrieben. So legt Pareto einen Fonds auf, mit dem Bestandsschiffe aus dem Markt aufgekauft werden sollen; ein auf die Eigenkapitalseite fokussiertes Projekt zunächst nicht für den deutschen Markt, sondern vor allem mit Blick auf institutionelle Investoren aus dem Ausland. Dabei wird auch die Ernst Russ AG ins Risiko gehen über Co-Investments.

Mit einem zweiten Projekt will Ernst Russ einen weiteren großen Schritt machen. Es gäbe eine Zusage eines Private-Equity-Fonds, der $500 Mio. zur Verfügung stellen wird, mit denen Ernst Russ an der Konsolidierung des Marktes aktiv teilnehmen will. Hier sollen vorrangig sollen "non-performing loans" gekauft werden, also notleidende Kredite, die mit Schiffen besichert sind.

Darüber hinaus bestätigte CFO Mahnke, dass sein Unternehmen weitere Übernahmen angehen könnte; man sei bereits in konkreten Gesprächen und zwar mit starken Kapitalpartnern im Rücken.

Meine Einschätzung
Die Ernst Russ AG war entstanden, als das Emissionshaus HCI Capital die Ernst Russ Reederei sowie den Wettbewerber König & Cie übernommen und sich schließlich im Juli umbenannt hatte. Die großen Anteilseignern sind die Döhle Gruppe und die HSH Nordbank, eine strauchelnde Landesbank, die neben der Commerzbank über das größte Portfolio an notleidenden Schiffsfinanzierungen verfügt. Ernst Russ hätte hier also den kürzesten Draht, denn die HSH Nordbank muss als Auflagen seitens der EU-Kommission ihre Bestände in diesem Bereich massiv abbauen.

Die beiden neuen Geschäftsfelder zielen in einen Bereich, der seit Jahren großen Verwerfungen ausgesetzt ist und auch vor großen Pleiten nicht Haltmacht, wie der siebtgrößten Reederei der Welt, der südkoreanischen Hanjin. Ernst Russ könnte hier, mit finanzstarken Partnern im Rücken, zu einem der ganz großen Profiteure der Branchenbereinigung und Wiederauferstehung werden. Aus dem Pleitekandidaten ist ein hoffnungsvoller Turnaroundwert geworden und die Neuausrichtung verspricht viel Potenzial. Risikofreudige Anleger mit langfristigem Anlagehorizont können sich hier einige Aktien des marktengen Wertes ins Depot legen.


▸ GFT Technologies
Nach dem Brexit-Schock konnte die im TecDAX gelistete GFT weiter zulegen und für das letzte Quartal auch dank Zukäufen über um 15% auf €106,3 Mio. Erlöse berichten. Aus eigener Kraft belief sich das Wachstum auf 12% und die fortschreitende Digitalisierung im Finanzsektor und regulatorische Anforderungen blieben die wichtigsten Wachstumstreiber.

Das EBITDA wuchs um 8% auf €12,46 Mio, während der Gewinn um 11% auf €5,88 Mio. zurückging. Dies lag vor allem an deutlich höheren Steuern. Besonders gut liefen die Geschäfte mit Banken in Kontinental-Europa und der Geschäftsbereich Americas & UK, in dem vorwiegend Kunden aus dem Investment Banking vertreten sind, konnte im dritten Quartal ein Umsatzplus von 4% vorweisen.

Die im Sommer wegen der Pfundschwäche in der Folge der Brexit-Entscheidung gesenkte Gewinnprognose für 2016 wurde bestätigt. Der Ausblick für den Umsatz, der im Sommer entgegen der Gewinnprognose erhöht wurde, wurde ebenfalls bestätigt.

Meine Einschätzung
GFT befindet sich in einem Wachstumsmarkt, hat mit der starken UK-Ausrichtung und der Pfundschwäche allerdings eine schwache Archillesferse. Deren negativer Impact sollte durch den deutlichen Kursrückgang der letzten Monate allerdings nunmehr eingepreist sein, so das der Anlegerfokus sich wieder verstärkt auf das operative Geschäft legen dürfte. Und hier ist GFT hervorragend positioniert und dürfte vom Umbruch m Bankensektor weiterhin überproportional profitieren.


▸ Steico
Ein sehr aufschlussreiches Interview gab Steico der "Börse Global". Mit Inbetriebnahme der zweiten Furnierschichtanlage sollte ein weiterer großer Wachstumsschub erfolgen. Besonders ausführlich wird die einzigartige Positionierung von Steico im Bereich der Holzfaserdämmstoffe herausgestellt und die Vorteile ggü. den (noch) gängigen Wärmeverbundsystemen mit ihren immer stärker ins Bewusstsein drängenden Nachteilen (Krebsgefahr, Feuergefahr, mangelhafte Dämmeigenschaften). Darüber hinaus werden die Folgen der Brexit-Abstimmung beleuchtet, denn mit 15% Umsatzanteil ist UK der zweitwichtigste Markt für Steico.

Insbesondere die Wettbewerbssituation wird angesprochen, denn im Stammgeschäft steht Steico seit jeher unter starkem Druck. Den Mittbewerber bei Holzfaserdämmstoffen Homatherm hat es Ende Oktober in die Insolvenz getrieben, was für Steico insofern eine positive Nachricht ist, als dass der Druck auf die Margen etwas nachlassen und die Umsätze hier anziehen könnten. Auf die Konsolidierung der Branche angesprochen äußert sich Steico dahingehend, dass man selbst sich als Nischenmarktführer aktuell nicht als Übernahmeziel sehe, dies aber für die Zukunft nicht ausgeschlossen sei.

Meine Einschätzung
Die geplanten Investitionen von weiteren €45 Mio. sind angesichts der Überkapazitäten und des Preisdrucks in der Branche durchaus mit Risiken verbunden, setzen aber im margenstarken neuen Bereich an, so dass sich das Wagnis auszahlen sollte. Durch die Investitionen werden Kosten gespart und die Margen ausgeweitet und man kann gleichzeitig davon profitieren, dass die herkömmlichen Wärmeverbundsysteme aufgrund ihrer Problembehaftung (Krebsrisiko, Umweltschädlichkeit, Brandgefahr) sukzessive vom Markt gedrängt werden und immer häufiger hochwertige ökologische Dämmmaterialien zum Einsatz kommen. Darüber hinaus verbreitert die eigene Stegträger-Produktion die Angebotspalette und sorgt für eine Verbreiterung und Ausweitung der Margenbasis und die Insolvenz eines direkten Wettbewerbers verbessert die Position von Steico spürbar.

Ich habe Steico schon seit Jahren auf meiner Empfehlungsliste und sehe auch für die Zukunft eine solide Entwicklung für das Unternehmen. Der Kurs dürfte den unternehmerischen Erfolgen entsprechend unaufgeregt weiter gen Norden streben und die Aktie dürfte auch weiterhin eine solide Depotbeimischung sein mit Aussicht auf attraktive Kurszuwächse.


▸ Vectron
Der Hersteller von Kassensystemen hat 75% des Kassensoftwarestartups Posmatic GmbH erworben und stellt zusätzliches Wachstumskapital zur Verfügung, sodass insgesamt ein sechsstelliger Betrag investiert wird. Posmatic ist Hersteller einer Kassensoftware, die auf Hardware von Apple, wie z.B. Ipads, Ipods oder Iphones läuft. Die Endkunden kaufen sich diese Hardware in der Regel selbst und zahlen monatliche Nutzungsgebühren für die Software. Dieses Vertriebsmodell ist besonders bei kleineren Betrieben beliebt, die oftmals klassische Kassensysteme nicht finanzieren können. Um diesen Markt ebenfalls abdecken zu können wird Posmatic nun neben Vectron und Duratec als weitere Kassenmarke des Vectron-Konzerns im Markt platziert und rundet das Angebotsspektrum ab. Mit dem umfangreichen Vertriebsnetz und der vollen Unterstützung Vectrons soll Posmatic als führender Anbieter von Ipad-Kassensystemen in Deutschland etabliert werden. Weiterhin soll auch das Posmatic-Kassensystem mit der Online-Marketingplattform Bonvito verbunden werden und hierfür einen kostengünstigen Einstieg bieten. Nachdem schon die app-basierten mobilen Lösungen der Marken Vectron und Duratec im laufenden Geschäftsjahr erhebliche Zuwächse verzeichnet haben, ist Vectron zuversichtlich, mit Posmatic zusätzlich von diesem Trend profitieren zu können.

Meine Einschätzung
Vectron hat zuletzt erfreuliche 9-Monatszahlen präsentiert und dabei seine Erträge erhöhen können, obwohl gleichzeitig der Personalbestand aufgestockt und weiterhin massiv in neue Produkte investiert wurde. Das zeigt, dass Vectron sich auf dem richtigen Weg befindet, dass die heutigen Erfolge sich auch in Zukunft so fortführen dürften und man sich nicht auf den einmal erreichten Ergebnissen ausruht. Vectron bietet reichlich Potenzial für langfristig orientierte Anleger und zeigt durch den jüngsten Zukauf, dass man sich auf allen Ebenen die Marktführerschaft bei automatischen Kassensystemen nicht nehmen lassen will. Die gesetzlich vorgeschriebene Verpflichtung zur Einführung dieser Systeme wird Vectron einen weiteren enormen Schub verschaffen und das Unternehmen positioniert sich frühzeitig und aussichtsreich. Langfristig orientierte Anleger nutzen jeden Kursrücksetzer für Nachkäufe und lehnen sich dann geduldig zurück.


▸ WCM
Der auf Gewerbeimmobilien spezialisierte Konzern hat wieder zugekauft und ein Einzelhandelsportfolio erworben. Die drei Einzelhandelszentren weisen rund 88.000 Quadratmeter Mietfläche auf und kosten WCM €98,2 Mio. Die annualisierten Mieteinnahmen liegen bei €7,6 Mio. und der annualisierte Funds from Operations (FFO) bei etwa €4,2 Mio. Die Leerstandsquote von 7% bietet Verbesserungspotenzial und ein führender Lebensmitteleinzelhändler ist als Ankermieter an allen Standorten an Bord mit Verträgen, die eine Restlaufzeit von 6,1 Jahren aufweisen. Der Proforma-Marktwert des Gesamtportfolios von WCM steigt durch die Zukäufe auf  rund €766 Mio. Euro, der NAV legt pro forma Akquisition auf mindestens €2,85 zu, während der annualisierter FFO I bei circa €25,5 Mio. liegt.

Meine Einschätzung
WCM hat seit seinem Neustart eine rasante Entwicklung hinter sich, der Kurs ist entsprechend schnell gestiegen. Allerdings stockt das Expansionstempo merklich und der Einstieg von DIC Asset mit rund 25% hat noch immer keine Klärung gebracht über die Strategie dieses neuen Großaktionärs und die künftige Zusammenarbeit beider Unternehmen. Das bleibt ein Unsicherheitsfaktor.

Der NAV von WCM und der Kurs haben sich inzwischen wieder angenähert, der zueltzt vorliegende deutliche Aufschlag ist durch den Kursrückgang abgebaut worden. Das könnte wieder Aufwärtspotenzial bieten. Nun sind allerdings alle Aktien von (gewerblichen) Immobilienwerten deutlich unter Druck gewesen die letzten Wochen, auch DIC Asset, Publity und Patrizia. Relativ betrachtet hat sich WCM also nicht in die Pole-Position gebracht, da auch die Peergroup günstiger bewertet wird.

Schaut man auf die Strategie, setzt WCM zuletzt nicht mehr auf Bürogebäude, sondern viel mehr auf Einzelhandelsimmoblien, also Edeka-Märkte und kleinere Einzelhandelszentren. Die bieten aktuell noch ganz interessante Konditionen, allerdings sehe ich die Expansion in diesen Bereich eher skeptisch. Hier scheinen mir doch erhebliche Risiken zu schlummern. Der Einzelhandel wird in den nächsten Jahren noch stärker unter Druck kommen als bisher, auch dank Amazon. Stichwort Disruption. Da Immobilienanlagen auf lange Sicht erfolgen, muss man natürlich auch die mittel- und langfristige Sicht im Auge behalten. Und hier sehe ich wenig(er) Potenzial und höhere Risiken. WCM ist für mich daher auch auf dem ermäßigten Kursniveau eine solide Halteposition mit einem ausgewogenen Chance-Risiko-Verhältnis.

 Aurelius, Ernst Russ, GFT, Steico, Vectron und WCM befinden sich auf meiner Empfehlungsliste.

Dienstag, 8. November 2016

Zahlen & Mehr: DIC Asset, Jungheinrich, Patrizia

▸ DIC Asset
Der Gewerbeimmobilienspezialist meldete 9-Monatszahlen und konnte durchaus überzeugen. Sein Konzernüberschuss legte um fast 40% auf €22,5 Mio. zu , was vor allem am starken Anstieg der Gewinne aus Immobilienverkäufen, einem deutlich verbessertes Zinsergebnis sowie steigenden Erträgen im Fondsbereich lag.

Die FFO (Funds from Operations) betrugen €36,9 Mio. und damit nur etwas mehr als im Vorjahr, als man €36,8 Mio. erzielte. Im Bereich Vermietung stiegen die annualisierten Mieteinnahmen von €13,6 Mio. auf €22,2 Mio. und die Leerstandsquote sank um 1,3% auf 11,9% ab. Im zukunftsträchtigen Fondsgeschäft wurden im laufenden Geschäftsjahr bereits Immobilien im Volumen von rund €110 Mio. für die bestehenden Fonds gekauft, womit DIC Asset bereits nach den ersten 9 Monaten das prognostizierte Jahresvolumen von €80 bis €100 Mio übertraf. Darüber hinaus wurden auch noch Einzelhandelsimmobilien im Gesamtvolumen von rund €220 Mio. für einen neuen Einzelhandelsfonds gekauft, der demnächst aufgelegt werden soll.

Dank der operativen Erfolge konnte DIC Asset seine Finanzverbindlichkeiten weiter senken, was zu einem dauerhaft verbesserten Finanzergebnis führt. Per 30. September sanken sie gegenüber dem Vorjahresende um rund €216 Mio auf €1,36 Mrd. und die durchschnittliche Verzinsung sank dabei um 0,1% auf 3,4%. Dabei konnte das Zinsergebnis deutlich von zuvor minus €46,3 Mio auf minus €34 Mio. verbessert werden und der Zinsaufwand sank auf €41,1 Mio. Für das Gesamtjahr rechnet DIC Asset mit Brutto-Mieteinnahmen zwischen €109 und €111 Mio. und hat die Prognose für den FFO von zuvor €43 bis €44 Mio. auf € 46 bis € 47 Mio. erhöht.

Meine Einschätzung
DIC Asset bewegt sich in einem boomenden Markt und hat mit der Übernahme von 25% der Anteile an der WCM einen echten Erfolgscoup gelandet - in 2017 dürfte hier der erste fette Dividendenscheck eintrudeln. Das Unternehmen wandelt sich hin zu einem Asset-Manager und will sich von volatileren und spekulativeren Unternehmensbereichen trennen. Hinzu kommt eine deutliche Unterbewertung der Aktien ggü. ihrem Substanzwert und vergleichbaren Unternehmen. Die Achillesferse war bisher immer die hohe Verschuldung sowie die vergleichsweise hohe Leerstandsquote. Beide Kennzahlen verbessern sich stetig und daher dürfte sich der Blick künftig mehr und mehr in Richtung der operativen Fortschritte richten und die guten Perspektiven aufgrund der Neuausrichtung weg vom volatilen Projektentwicklungsgeschäft in den Vordergrund rücken. Daher sollte DIC Asset auch bei einer deutlichen Börsenkorrektur nach unten hin gut abgesichert sein und aufgrund der massiven Unterbewertung, gepaart mit einer Reihe potenzieller Gewinntreiber, so dass sich dem langfristig orientierten Anleger bei der DIC Asset ein ausgezeichnetes Chance-Risiko-Verhältnis bietet.


▸ Jungheinrich
Der Gabelstaplerhersteller Jungheinrich ist im dritten Quartal vor allem dank einer hohen Nachfrage in Europa kräftig gewachsen. Der Umsatz stieg um 13,4% auf €754 Mio. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg um 2,5% auf €54,1 Mio. und unterm Strich blieben rund €34 Mio. hängen und damit etwas weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Die Bestellungen von Gabelstaplern und Lagertechnik legten im zweiten Quartal um 8,5% auf €781 Mio. zu und summierten sich in den ersten 9 Monaten des laufenden Jahres auf €2,4 Mrd., einem Plus von 15%. Die im August erhöhten Ziele für das Gesamtjahr bestätigte das Unternehmen. Demnach soll der Umsatz auf €3,0 bis €3,1 Mrd. steigen und das EBIT in der Spanne €228 bis €238 Mio. landen. 2015 hatte Jungheinrich einen Umsatz von €2,75 Mrd. ausgewiesen und ein EBIT von €213 Mio.

Meine Einschätzung
Jungheinrich ist konjunktur- und währungssensibel, kann jedoch immer wieder Rückgänge in Krisenregionen durch Fortschritte in anderen Regionen ausgleichen und sogar überkompensieren. Der Trend zu immer komplexerer Logistik, auch dank des boomenden Internethandels, sorgt für weiterhin volle Auftragsbücher und rentierliches Wachstum beim familiengeführten MDAX-Unternehmen. Für Langfristanleger bleibt Jungheinrich auch nach der erfreulichen Kursentwicklung der vergangenen Jahre weiterhin ein solides Investment. Der letzte Kursrücksetzer scheint sich als gute Einstiegs- bzw. Nachkaufgelegenheit herauszustellen.


▸ Patrizia Immobilien
Patrizia hat 9-Monatszahlen präsentiert und die sind so gut, dass man die bisherigen Jahresprognosen anheben muss. Die ursprüngliche Erwartung eines operativen Ergebnisses von €250 Mio. hat Patrizia Immobilien mit €252,5 Mio Millionen Euro schon nach neun Monaten erreicht. Im Vorjahr lag der Wert noch bei € 112,2 Mio. und wurde somit weit mehr als verdoppelt. Nach der Prognoseanhebung erwartet Patrizia bis zum Jahresende nun €265 Mio.

Auch der Gewinn kann sich mehr als sehen lassen, wurde allerdings durch einen Sondereffekt günstig beeinflusst. Denn man hat den so "Harald"-Wohnungsbestand an die Deutsche Wohnen verkauft, der allein mehr als €200 Mio. einbrachte und sehr lukrativ war. Doch auch ohne diesen Effekt hätte sich der operative Gewinn in den ersten 9 Monaten von €24,1 auf €43,9 Mio. fast verdoppelt.

Beim Ausblick aufs nächste Jahr geht Patrizia von von einem Nettowachstum der Assets under Management (AuM) von €2 Mrd. aus bei einem Gesamttransaktionsvolumen von etwa €4 Mrd. Auf dieser Basis erwartet das Management ein laufendes operatives Ergebnis von mindestens €55 Mio., das aber durchaus auch höher ausfallen könnte, wenn ein höheres Transaktionsvolumen, eine höheren leistungsabhängige Vergütung und/oder die Investition der liquiden Mittel von über €300 Mio. gelingen würde.

Meine Einschätzung
Patrizia Immobilien ist operativ weiterhin erfolgreich unterwegs. Die Transformation vom deutschen Immobilienbestandshalter hin zu einem europaweit agierenden Immobilien-Asset-Manager birgt angesichts der anhaltenden Niedrigzinsphase weiterhin großes Potenzial für geduldige Anleger. Der Fokus auf institutionelle Investoren trägt Früchte, denn diese haben angesichts ihrer immer weiter zusammenschrumpfenden Zinseinnahmen wenig Alternativen, als sich in neue Anlagen zu begeben, wie den Immobiliensektor. Und hier weist Patrizia Immobilien eine hohe Kompetenz und ausgezeichnete Vernetzung in der Branche auf, die Investoren selbst nicht im Vorbeigehen erwerben können. Daher wählen sie immer öfter Patrizia als kompetenten Partner und vertrauen den Süddeutschen ihr Investmentvermögen an.

Anleger sollten sich nicht von den Kursen zu sehr beeinflussen lassen, sondern vor allem auf die Unternehmensentwicklung schauen. Und hier läuft bei Patrizia alles im Plan und man kommt dem selbstgesteckten Ziel, die Assets under Management (AuM), also das verwaltete Vermögen, auf mehr als €20 Mrd. zu steigern, in großen Schritten näher. Und je mehr AuM Patrizia generiert, desto höher sind die stetigen Einnahmen aus Provisionen und Gebühren, die das eigene Säckel füllen. Unter Umständen dauert es noch ein bisschen, bis die Kurspotenziale gehoben werden und der Aktienkurs seinen langfristigen Aufschwung wieder aufnimmt. Doch Geduld ist ja bekanntlich die oberste Tugend des Investors...


DIC Asset, Jungheinrich und Patrizia Immobilien befinden sich auf meiner Empfehlungsliste.

Freitag, 4. November 2016

Zahlen & Mehr: GBK Beteiligungen, MBB, Softing

▸ GBK Beteiligungen
Die Beteiligungsgesellschaft habe ich hier im Blog noch nicht vorgestellt, obwohl ich die Aktien schon länger in meinem Depot liegen habe. Wer sich den Kursverlauf anschaut erkennt, dass er ziemlich unspektakulär vor sich hindümpelt, allerdings mit leicht steigender Tendenz. Und dann gibt es vor der Hauptversammlung regelmäßig anziehende Notierungen, dank der Dividenenjäger, und dann einen heftigen Einbruch - verursacht durch die Dividendenausschüttung. Denn die fällt bei GBK öfter mal recht üppig aus, da neben einer Basisdividende von €0,10 je Aktie auch häufiger Sonderdividenden ausgekehrt werden. Für das Geschäftsjahr 2014 gab es so €0,20 obendrauf und für 2015 sogar €0,60 je Aktie.

GBK Beteiligungen ist ein marktenger Small-Cap, also bevor jetzt alle losrennen, um sich einzudecken, bitte erst einmal in Ruhe weiterlesen! Es gehen nur wenige Stücke um und zwar im Freiverkehr, am meisten in Hamburg (ja, in meiner geliebten Hansestadt gibt es auch noch eine Börse!). Des Weiteren kann man auch in Stuttgart oder München ordern. Das war's. Also Vorsicht.

Das Unternehmen investiert seit seiner Gründung im Jahr 1969 in nicht-börsennotierte kleine und mittelgroße Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Zum GBK-Portfolio zählen aktuell rund 30 mittelständische Beteiligungen, an denen man sich vielfach als Co-Investor offen und/oder mit mezzaninen Finanzierungsmitteln beteiligt hat. Hierzu gehören Unternehmen der Automobilindustrie, der Elektrotechnik, der Chemie, des Transports und der Logistik, des Maschinen- und Anlagenbaus, des Handels und E-Commerce und des Dienstleistungssektors.

 GBK Beteiligungen (Quelle: finanzen.net) 
Das Eigenkapital je Aktie wird von GBK per Ende 2015 mit €9,75 ausgewiesen, während der Aktienkurs so um die €10 notiert. Klingt jetzt nicht nach großer Unterbewertung, allerdings wurde zwischenzeitlich ja auch die Dividenden von €0,70 ausgekehrt und der Aktienkurs hat diesen Abschlag nicht nur aufgeholt, sondern liegt auf Jahressicht rund 10% im Plus. Dividende und Kurszuwächse zusammen haben GBK Beteiligungen über die letzten Jahre zu einem leisen, langweiligen, aber eben auch einträglichen Investment werden lassen. Darüber hinaus bietet die Bilanzierung nach HGB eben auch reichlich Platz für stille Reserven, die erst bei Veräußerung der Beteiligung so richtig ans Licht kommen.

Und GBK hat durchaus interessante Pfeile im Köcher. Während man zwar über die hohen Bewertungen im Einkauf stöhnt und hier eher zurückhaltend agiert, gelingen eben in dieser Phase gewinnträchtige Exits. So wurden im zweiten Quartal die Beteiligungen an der IS Inkasso GmbH und der Mackprang/Schlemmer Gruppe veräußert, die zusammen gut €7 Mio. an Gewinnrealisierung einbringen. Und gerade wurde die Veräußerung der Anteile an Raith GmbH bekanntgegeben, die noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Genehmigung steht, welche noch im vierten Quartal 2016 erwartet wird. An dem Entwickler und Hersteller von Nanolithografiesystemen hatte sich  GBK im Jahr 2003  mit 17,6% beteiligt und wird einen positiven Ergebnisbeitrag für das Geschäftsjahr 2016 einstreichen. Der Veräußerungserlös überschreitet nach Abzug von Nebenkosten den Zeitwert, der der Beteiligung im Jahresabschluss zum 31.12.2015 beigemessen wurde, um rund €1,4 Mio. und es wird ein Veräußerungsgewinn nach KAGB in Höhe von rund €6,9 Mio. realisiert. Zum Vergleich: in 2015 lag der gesamte Jahresüberschuss der GBK AG bei €1,2 Mio.

Die hohen Sonderdividenden erklären sich daraus, dass GBK nicht immer alle Sondergewinne sofort ausschüttet, sondern Teile hiervon auf das/die nächsten/n Jahr/e vorträgt, um eine gewisse Glättung der Dividenden zu erreichen.

Sehr lesenswert sind die kurz und knackig gehaltenen Aktionärsbriefe, die ich jedem zur Lektüre empfehle, der sich ggf. die Aktien von GBK mal näher anschauen möchte. Der jüngste Aktionärsbrief betrifft das dritte Quartal 2016 und gibt eine Übersicht über einige Entwicklungen im Portfolio. Des Weiteren sollte man sich die Website des Unternehmens anschauen, dort findet man nicht viele Informationen, aber dafür um so wissenswertere.

Aufgrund der heutigen schönen Erfolgsnachrichten habe ich mir ein paar weitere Aktien zu €10 ins Depot gelegt. Nachdem ich lange mit mir gerungen habe, ob ich einen so marktengen Spezialwert auf meine Empfehlungsliste nehmen soll, werde ich es heute zu diesem Kurs tun.


▸ MBB
Das Beteiligungsunternehmen MBB erzielte im dritten Quartal ein Umsatz von €83,4 Mio. und damit 34,2 % mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Das EBITDA lag bei €8,1 Mio. (+ 44,9%), das EBIT bei €6,2 Mio. (+ 58,0%) und unterm Strich ergab sich ein Ergebnis je Aktie von €0,60 (+ 30,4%). Erfreulich ist, dass dieses Wachstum mit einer deutlichen Margenverbesserung einhergeht, denn im dritten Quartal stieg die EBITDA-Marge von 9,0% auf 9,7% und die EBIT-Marge von 6,3% auf 7,5%. Auch das Eigenkapital stieg  zum 30. September 2016, trotz Zahlung einer erneut erhöhten Dividende in Höhe von €3,9 Mio. auf €97,2 Mio. an verglichen mit €87,7 Mio. zum Jahresende 2015. Dabei blieb die Eigenkapitalquote zum Ende des dritten Quartals 2016 nahezu unverändert bei sehr soliden €39,5%, während die Konzernliquidität gegenüber auf €58,4 Mio. gestiegen ist (Ende 2015 €54,0 Mio.).

Nach den vorläufigen Zahlen zum dritten Quartal erzielte MBB für den 9-Monatszeitraum einen Rekordumsatz von €242,7 Mio. gegenüber €186,6 Mio. im Vorjahreszeitraum. Das entspricht einem Umsatzwachstum von 30,1% und auch ohne die seit November 2015 konsolidierte Aumann-Gruppe betrug das organische Umsatzwachstum 12,6%. Das EBITDA stieg in den ersten 9 Monaten um 36,0% auf €23,7 Mio. (17,4 Mio.) und das EBIT um 47,7% auf €18,1 Mio. (€12,2 Mio.). Das Konzernergebnis in Höhe von €8,9 Mio. im Vorjahreszeitraum wurde mit nun €11,1 Mio. ebenfalls deutlich um 24,2%. Nach 9 Monaten liegt das Ergebnis je Aktie bei €1,69 EUR (€1,36).

Meine Einschätzung
Der Geschäftsverlauf nach neun Monaten und die weiterhin sehr hohen Auftragseingänge untermauern die zum Halbjahr erhöhte Jahresprognose. MBB prognostiziert einem Umsatz von über €310 Mio. bei einem Ergebnis je Aktie in Höhe von mindestens €2,10. Und das Management sieht bereits heute positive Voraussetzungen für einen guten Start in das kommende Geschäftsjahr 2017, wobei die positive Entwicklung der Unternehmensgruppe vom Wachstum in allen Tochterfirmen getragen wird. Gerade die im Sondermaschinenbau tätigen MBB Unternehmen (MBB Fertigungstechnik, Delignit, Aumann) profitieren zunehmend vom Megatrend Elektromobilität. Mit einer Nettoliquidität von €5,9 Mio. (€8,1 Mio.) verfügt MBB somit weiterhin über hinreichenden finanziellen Spielraum für umfangreiche Investitionen in das organische Wachstum und weiterer Unternehmenszukäufe.


▸ Softing
Beim Anbieter von Messtechnikgeräten Softing müssen Anlegern noch weitere Geduld aufbringen, so viel lässt sich mit Sicherheit sagen. Denn Unternehmenslenker Trier hat die avisierten Unternehmenszukäufe erst einmal verschoben. Bisher sollte hier bis zum Jahresende Vollzug gemeldet werden, nun seien "interessantere Targets" aufgetaucht und würden geprüft, so dass eher mit dem ersten Quartal 2017 zu rechnen sei. Mit dem vorgelegten Zwischenbericht zu den ersten 9 Monaten liegt Softing in etwa auf der Höhe der eigenen verkündeten Erwartungen. Einen sehr launigen Bericht zur semantischen Wortklauberei seitens des CEOs Trier und eine gute Zusammenfassung des Zahlenwerks hat Gereon Kruse auf boersengefluester.de abgegeben. Den lege ich euch ans Herz und spare mir an dieser Stelle eigene Ausführungen zum Zahlen Werk. Quintessenz: es dauert noch und eine 2016er Überraschung dürfte es wohl auch nicht mehr geben. Insbesondere das US-Geschäft steht zur Zeit auf der Bremse.

GBK Beteiligungen, MBB und Softing befinden sich auf meiner Empfehlungsliste und in meinem Depot.

Zahlen & Mehr: Genworth Financial, Main Street Capital, Starbucks

▸ Genworth Financial
Der US-Versicherer Genworth Financial legte Zahlen für das dritte Quartal vor und musste einen Nettoverlust von $380 Mio. ausweisen oder $0,76 je Aktie gegenüber $284 Mio. im entsprechenden Vorjahresquartal bzw. $0,57 je Aktie. Der Umsatz lag im Quartal bei $2,13 Mrd. Der operative Nettoverlust lag bei $0,81 je Aktie. Wie schon zuvor berichtet worden war, musste GNW eine weitere große Abschreibung auf sein Long-Term-Care-Portfolio vornehmen und zwar in Höhe von $475 Mio. bzw. $1,10 je Aktie. Ohne diese Abschreibung läge das operative Ergebnis je Aktie somit bei $0,29 und damit um $0,07 über den Erwartungen der Analysten. Während das Hypothekenversicherungsgeschäft weiter richtig gut läuft, bereitet das Business mit den langlaufenden Pflegeversicherungen weiter Probleme. Und dürfte der entscheidende Grund sein, weshalb GNW die Offerte der chinesischen Oceanwide Gruppe zu $5,43 je Aktie befürwortet und seinen Aktionären zur Annahme empfiehlt.

Meine Einschätzung
Die China-Offerte hatte den Aktienkurs von Genworth Financial um mehr als 15% unter Druck gesetzt, weil das Übernahmeangebot nur magere 4% Aufgeld auf den Vortagesschlusskurs bot. Dabei stellt sich die Situation doch so dar, dass bis Mitte 2017 Oceanwide die Aktien zu $5,43 einsammeln will - also jede Aktie, die man heute kauft, in gewisser Weise nach unten gut abgesichert ist. Auf der anderen Seite ist es nicht unwahrscheinlich, dass auch andere Bieter, neben Versicherungen auch Finanzinvestoren, nun auf den Zug aufspringen könnten, um sich das Buchwert-Schnäppchen Genworth Financial (knapp $30 je Aktie) unter den Nagel zu reißen. Ich werde meine Aktien jedenfalls nicht hergeben und abwarten, was die Zukunft so bringt.


▸ Main Street Capital
Die Business Development Company (BDC) Main Street Capital konnte im vergangenen Quartal glänzen und erzielte ein Ergebnis von $0,82 je Aktie. Da zu diesem Ergebnis auch Sonderfaktoren beitrugen, beläuft sich das bereinigte Ergebnis auf $0,58 je Aktie und liegt über den Prognosen der Wall Street. Auch beim Umsatz lag MAIN im dritten Quartal mit $46,6 Mio. über den Erwartungen.

Meine Einschätzung
MAIN ist eine der solidesten BDCs und hat selten größeren Abschreibungsbedarf auf ihre NAV (Buchwert). Die Aktie notiert deshalb mit einem satten Aufschlag auf ihren NAV. Die monatlichen Dividenden von $0,19 werden halbjährlich noch durch eine Sonderausschüttung flankiert, die als nächstes wieder im Dezember anfallen und $0,275 betragen wird. Auf das Gesamtjahr gesehen hat MAIN dann $2,725 ausgeschüttet, was bei einem Aktienkurs von €29 eine Dividendenrendite von rund 8,5% ergibt. Ein solides Investment, insbesondere für Dividendenjäger.


▸ Starbucks
Der Kaffeeröster Starbucks stand zuletzt unter Druck, weil man im letzten Quartal gepatzt hatte und die Börsianer den Beteuerungen von CEO Howard Schulz nicht recht glauben wollten, dass es sich um einen einmaligen Ausrutscher gehandelt habe, der vor allem auf die Einführung des neuen Bonussystems zurückzuführen sei. Die jetzt für das abgelaufene Quartal vorgelegten Zahlen dürften nun allen Fans von Starbucks Freudentränen in die Augen treiben, denn man konnte das profitabelste Geschäftsquartal der 24-jährigen Unternehmensgeschichte präsentieren.

Verglichen mit dem Vorjahreswert legte der Gewinn um 23 Prozent auf $801 Mio. zu, während die Erlöse um 16 Prozent auf auf $5,7 Mrd. kletterten. Die Verkäufe in etablierten Filialen, die seit mindestens 13 Monaten am Markt sind, wuchsen weltweit um 4 Prozent. Im gesamten abgelaufenen Geschäftsjahr, das bis Ende September lief, steigerte Starbucks die Erlöse um 11 Prozent auf $21,3 Mrd. und die Zahl seiner über 75 Ländern verteilten Filialen um 2.042 auf 25.085. Insbesondere in Asien und hier in China boomt das Geschäft mit dem schwarzen Heißgetränk. Besonders gut dürfte auch bei den Aktionären ankommen, dass das Unternehmen die Dividende um ein Viertel auf 25 Cent je Aktie anheben wird.

Meine Einschätzung
Bei Starbucks steht der Kunde im Mittelpunkt, nicht das Produkt alleine. Und daher sind Starbucks-Aktien auch bei einer absolut betrachteten hohen Bewertung ein Top-Pick, der Top-Pick im Restaurant-Sektor. Denn relativ gesehen, also im Verhältnis zum Wachstum, liegt die Bewertung dieses schnell wachsenden Unternehmens im fairen Bereich. Der hohe Free-Cashflow dürfte dafür sorgen, dass Starbucks die Dividende auch nach den jetzigen kräftigen Schluck aus der tasse weiter anheben wird in den nächsten Jahren.

Doch der eigentliche Grund dafür Starbucks-Aktien zu kaufen, liegt natürlich in seinem profitablen Wachstum, das mit durchschnittlichen 18% jährlich erwartet wird. Insbesondere in China wird die Musik spielen, denn der starke Dollar sorgt hier nicht für schlechte Ergebnisse, sondern vor allem dafür, dass es für Starbucks immer günstiger wird, neue Läden zu eröffnen. Und Starbucks-CEO Howard Schultz spricht bereits offen davon, dass China irgendwann die USA als wichtigsten Markt ablösen dürfte. 500 neue Shops im Reich der Mitte pro Jahr sind ein ambitioniertes Wachstumstempo und Anleger haben die Chance, dieses Qualitätsunternehmen auf seinem Weg zu begleiten. Als Mitinhaber und damit Profiteur. Dabei kommt das Wachstum nicht nur durch neue Filialen, sondern die bestehenden wachsen beim Gewinn alleine schon um 4% pro Jahr - das ist beeindruckend und zeigt, wie stark das Starbucks-Business und seine Preissetzungsmacht, also sein ökonomischer Burggraben ("Moat") wirklich ist. Ich bin dabei und ich bleibe dabei.

Genworth Financial, Main Street Capital und Starbucks befinden sich auf meiner Empfehlungsliste.

Samstag, 22. Oktober 2016

Zahlen & Mehr: Funkwerk, Hypoport, Microsoft, PayPal, Sixt, Villeroy & Boch

:: Funkwerk
Funkwerk-Großaktionär Hörmann Finance wird ihre Beteiligung an der Funkwerk AG noch in diesem Jahr auf einen Mehrheitsanteil ausbauen. Die Anteile an Funkwerk übernimmt man gegen Verrechnung von Schulden von der Hörmann Funkwerk Holding GmbH und anschließend wird die Hörmann Finance 78,35% an der Funkwerk AG halten.

Meine Einschätzung
Grundsätzlich ändern tut sich nichts, auch zuvor schon hatte die Hörmann-Gruppe das Sagen bei Funkwerk. Nachdem bei Funkwerk inzwischen allerdings immer deutlicher der erfolgreiche Turnaround in den Vordergrund drängt, dürfte diese "Optimierung der Konzernstruktur" bei der Hörman-Gruppe wieder Übernahmephantasien bzgl. der Funkwerk AG beflügeln. Geduldige Anleger setzen auf die operativen Fortschritte und den nachhaltigen Turnaround; die Übernahme-Spekulation ist nur ein leckeres Zubrot.


:: Hypoport
Das im SDAX notierte Fintech-Unternehmen wartete mit vorläufigen 9-Monats-Zahlen auf und die konnten sich sehen lassen. So wird ein Umsatz von rund €113,5 Mio. (9M 2015: €103,1 Mio.) und ein Ertrag vor Zinsen und Steuern (EBIT) von rund €17 Mio. erwartet. Das EBIT konnte somit gegenüber dem ersten neun Monaten des Vorjahrs mit einer Steigerung um 15% überproportional ausgebaut werden (9M 2015: €14,7 Mio.). Und kurz zuvor hatte man auch Zahlen für das Transaktionsvolumen auf der Finanzplattform Europace vorgelegt, wo im dritten Quartal ein Rekordvolumen von €11,8 Mrd. erzielt wurde und damit 8% mehr als im Vorquartal. Für den bisherigen Jahresverlauf in den ersten 9 Monaten verzeichnet Hypoport allerdings einen leichten Rückgang der Summe auf €33,1 Mrd., was an den beiden schwachen Monaten April und Mai liegt, in denen sich die neue Wohnimmobilienkreditrichtlinie besonders negativ ausgewirkt hatte.

Meine Einschätzung
Hypoport ist ein "Game-Changer" in der Bankenlandschaft und wird einer der großen Gewinner des Umbruchs in der Bankenbranche bleiben. Die Wachstumskurve hat sich abgeflacht, während sich die Gewinne verstetigen. Für Langfristanleger bietet Hypoport hervorragende Perspektiven, da die gegenwärtigen Zahlen noch durch die massiven Investitionen in die neue Versicherungsplattform belastet sind, aus denen in den folgenden Jahren dann hohe Erträge zu erwarten sind.


:: Microsoft
Der IT-Riese legte Quartalszahlen vor und diese fielen ziemlich positiv aus. Der Umsatz im Geschäftsbereich Windows-Software und Mobilfunk fiel um 2% auf $9,3 Mrd. und das beinahe vollständig aufgegebene Smartphone-Geschäft ("Nokia") brach um weitere 72% ein. Und auch die Gaming-Sparte um die Spielkonsole Xbox gab um 5% niedrigere Umsätze her. Während diese negativen Aspekte bereits erwartet wurden, konnte Microsoft in den übrigen Bereichen massiv punkten. Die Office-Sparte, die inzwischen verstärkt als Abo angeboten werden,legte 6% auf $6,7 Mrd. zu und die Cloud-Sparte wuchs sogar um 8% auf $6,4 Mrd. Insbesondere der Cloud-Dienst Azure, mit dem Unternehmen ihre Websites, Apps oder Daten verwalten können, konnte beim Umsatz nahezu um 100% zulegen. Unterm Strich legte der bereinigte Konzernumsatz um 3% auf $22,3 Mird. zu und auch der Überschuss von $4,7 Mrd. lag über den Erwartungen der Analysten. Obwohl er auf Jahressicht um 4% nachgab.

Meine Einschätzung
Satya Nadella trimmt Microsoft auf Zukunft und hat aus dem angestaubten Software-Dinosaurier wieder ein hippes Business geformt. Sein Credo "Cloud first, mobile first" trägt Früchte und hat die Aktien von Microsoft auf ein neues Allzeithoch katapultiert und somit sogar die einstigen Höchststände aus der Zeit des Internet-Hypes und dem Platzen der Dot-Com-Blase Anfang 2000 hinter sich gelassen. Trotz der Schwäche beim Windows-Betriebssystem, das unter weiterhin nachgebenden Absätzen bei PCs und Notebooks leidet, befindet sich Microsoft auf dem richtigen Weg und dürfte für Anleger auch künftig eine  erstklassige Wahl bleiben. Dazu trägt sicherlich auch bei, das Microsoft seine Quartalsdividende um 8% auf $0,39 anheben wird und ein weiteres Aktienrückkaufprogramm im Volumen von $40 Mrd. angekündigt hat.


:: PayPal
Der Bezahldienst Paypal konnte seinen Umsatz und Gewinn im vergangenen Quartal deutlich steigern. Die Erlöse kletterten im Vorjahresvergleich um 18% auf €2,7 Mrd., wie die ehemalige Ebay-Tochter mitteilte. Der Überschuss legte dabei um 7% auf €323 Mio. zu und für das traditionell konsumfreudige Weihnachtsquartal stellt PayPal ein Umsatzwachstum zwischen 14 und 17 Prozent in Aussicht.

Meine Einschätzung
PayPal profitiert vom zunehmenden Trend hin zu mobilen und bargeldlosen Bezahlformen und als Platzhirsch im E-Commerce-Business wächst man überproportional. Denn die wichtigste Währung beim Onlinebezahlen bleibt Vertrauen und hier hat PayPal eine sehr starke Marktstellung, einen ökonomischen Burggraben ("Moat"). Allerdings wird es künftig schwerer, sich hier zu behaupten, da mit Apple und Amazon zwei Giganten zu Konkurrenten heranwachsen, die über eine sehr breite Kundenbasis verfügen, denen man über die eigene Shops bereits Bezahldienstleistungen zur Verfügung stellt und die dort eigene Konten unterhalten. Und die beide ebenfalls über hohes Kundenvertrauen verfügen. PayPal wird sich hier jedoch auf absehbare Zeit behaupten können, auch weil der Markt insgesamt rasant weiter wächst.


:: Sixt Vz.
Der Autovermieter Sixt hat vorläufige Zahlen für das dritte Quartal präsentiert und im Anschluss seine Jahresprognose angehoben. Der Gewinn stieg von €79 Mio. auf rund €90 Mio. Diese deutliche Steigerung beruht nach Unternehmensangaben "im Wesentlichen auf einer im Geschäftsfeld Autovermietung im Ausland stark gestiegenen Nachfrage, verbunden mit einer hohen Auslastung der Vermietflotte und geringeren Refinanzierungskosten“. Für das Gesamtjahr rechnet Sixt nun mit einem Vorsteuerergebnis von mindestens €200 Mio.

Meine Einschätzung
Der umtriebige Autovermieter fährt weiter voll auf Kurs und bleibt der Top-Pick im Autovermietbusiness für langfristig orientierte Anleger, nicht nur wegen der üppigen Dividendenrendite.


:: Villeroy & Boch
Der Porzellan-Konzern hat seine 9-Monats-Zahlen vorgelegt und kann einen Umsatzanstieg um 2,8% auf €594,7 Mio. vermelden, während der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) sogar um 7,7% auf €23,8 Mio. gesteigert werden konnte. Das Konzernergebnis stieg auf €13,9 Mio. nach zuvor €12,5 Mio. Insbesondere mit dem robusten deutschen Heimatmarkt zeigte sich Villeroy & Boch zufrieden und bestätigte die bisherige Prognose für das Gesamtjahr, die einen Umsatzanstieg um 3 bis 6 Prozent vorsieht, während der operative Gewinn zwischen 5 und 10 Prozent gesteigert werden soll.

Meine Einschätzung
Villeroy & Boch gelingt es, seine Margen zu verbessern und sich auf seine Kerngeschäftsfelder zu konzentrieren. Daneben winken noch hohe Sondererträge aus Immobiliengeschäften, weil das Unternehmen in mehreren Ländern seine oftmals innenstädtischen Produktionsstätten aufgegeben hat und diese Liegenschaften nun verkauft werden. Insbesondere das Grundstück in Luxemburg dürfte hier in absehbarer Zeit zu über mehrere Jahren verteilten Erlösen führen. Und diese Kombination aus operativen Erfolgen und Mehrwert generierenden Sonderfaktoren macht Villeroy & Boch für Langfristanleger auch weiterhin interessant.

Funkwerk, Hypoport, Microsoft, PayPal, Sixt und Villeroy & Boch befinden sich auf meiner Empfehlungsliste.