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Donnerstag, 17. April 2025

KKR übernimmt Datagroup - und peilt Delisting an

Datagroup gehört zu den ältesten Werten auf meiner Beobachtungsliste und als ich Anfang 2012 bei rund 6 Euro eingestiegen bin, war der folgende große Erfolg nicht in diesem Maße absehbar. Denn obwohl der Kurs deutlich unter seinem Allzeithoch liegt, ist Datagroup doch einer meiner ersten "Tenbagger". Dabei habe ich mich als Aktionär bereits vor einigen Jahren verabschiedet, als ich meinen Fokus stärker auf US-Werte gelegt habe.

Und nun wird Datagroup übernommen - und wandert damit zurück in mein Depot. Zumindest indirekt, denn Käufer ist der US-Finanzinvestor KKR, an dem ich ja bereits seit vielen Jahren beteiligt bin. Für Datagroup heißt es also hello and goodbye...

Freitag, 6. Dezember 2024

Delisting: KKR will das Börsenleben von Encavis vorzeitig beenden

Bei Encavis stehen die Zeichen auf Abschied: die von Finanzinvestor KKR angeführte 'Elbe BidCo' hatte gestern gemeldet, inzwischen 87,73% an Encavis zu halten, nachdem ihr letztes Übernahmeangebot ausgelaufen war. Und bereits heute folgt der nächste Schritt, indem nun ein sogenanntes 'Delisting-Erwerbsangebot' hinterhergeschoben wird. 

Konkret haben der Vorstand des Hamburger Wind- und Solarparkbetreibers Encavis AG und die Elbe BidCo AG eine Delisting-Vereinbarung abgeschlossen, auf deren Grundlage der Widerruf der jeweiligen Zulassung der Encavis-Aktien am regulierten Markt erfolgen soll, um anschließend die Einbeziehung der Encavis-Aktien in den Handel im Freiverkehr zu beenden. Gemäß der Delisting-Vereinbarung unterbreitet die die Elbe BidCo den Aktionären der Encavis ein öffentliches Delisting-Erwerbsangebot in Form eines Barangebots zum Erwerb sämtlicher Aktien der Gesellschaft gegen Zahlung von 17,50 Euro je Encavis-Aktie.

Diese Entwicklung hat sich schon seit einigen Monaten abgezeichnet und dürfte eigentlich niemanden mehr überraschen.
Damit nähert sich die Börsennotierung von Encavis dem Ende und anschließend wird KKR Richtung Squeeze-out marschieren. Vermutlich werden sich einige 'Abfindungsspezialisten' in Stellung bringen und einige Aktien der Encavis kaufen, um ggf. von einer gerichtlichen Überprüfung des Angebotspreises zu profitieren, wenn es denn zum Squeeze-out kommt. Bis dahin könnten die Aktien entweder gar nicht mehr einer Börse gelistet sein oder aber die Börse Hamburg wird einen Handel ermöglichen, wie es bei vielen delisteten Nebenwerten tut.

Für Anleger stellt sich die Frage, ob sie bei Encavis noch viel Geld verdienen können mit den Aussichten auf Delisting und Squeeze-out, oder ob sie das Angebot nicht lieber annehmen und ihr Geld woanders für sich arbeiten lassen.
Für mich ist die Sache klar: ich verdiene hier als Aktionär von KKR mit und kann mir die weitere Entwicklung ganz gemütlich von der Seitenlinie aus anschauen...

Ergänzung vom 28.01.2025
Das Delisting der Encavis-Aktien erfolgt nach Börsenschluss am 31.01.2025.

Disclaimer: Habe KKR auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.

Dienstag, 22. November 2022

Kissigs Nebenwerte-Analyse zu Scherzer & Co.: Spezialist für Sondersituationen und Nachbesserungen

Im Magazin "Der Nebenwerte Investor" von Traderfox finden sich regelmäßig Analysen von mir zu deutschen Nebenwerten. Das Magazin ist kostenpflichtig und wer dieses oder eine der weiteren Börsenzeitschriften von Traderfox bestellen möchte, gelangt ▶ hier zur Übersicht.
Mehrwert für die Leser meines Blogs: Nach Erscheinen des Magazins darf ich die eine oder andere meiner Analysen dann auch hier veröffentlichen.

Donnerstag, 17. Dezember 2020

Einfach gedacht: Erneuter Delistingversuch? PNE zwischen Anlegerpanik oder Kursverdopplung...

Beim Windparkprojektierer und -betreiber PNE strebte der damals noch neue Großaktionär Morgan Stanley Infrastruktur Partners (MSIP) vor einem Jahr eine Übernahme an und wollte das Unternehmen von der Börse nehmen. Dazu lancierte man ein Delistingerwerbsangebot und bot den übrigen Aktionären €4 je Aktie als Abfindung an. Und scheiterte kolossal; es wurden nur wenige Aktien angedient und anstelle einer stattlichen Mehrheit kam MSIP nur mikroskopisch weiter, nämlich auf klägliche 40% der Anteile.

Nun jährt sich der gescheiterte Versuch und bald könnte MSIP einen zweiten Anlauf unternehmen, weil die gesetzlichen Frist abläuft. Entsprechende Gerüchte und Halbwissen sorgen für Verunsicherung und das, wo in und mit der Branche gerade viel Geld zu machen ist und Anleger einen kühlen Kopf bewahren sollten...

Mittwoch, 2. September 2020

Rocket Internet sagt tschüß...

Es war ein wenig erfolgreiches Gastspiel von Rocket Internet an der Börse, jedenfalls aus Sicht der freien Aktionäre. Für Gründer und CEO Oliver Samwer sieht die Sache anders aus, denn er hatte den "Incubator" vor einigen Jahren an die Börse gebracht und das zu Kursen von €42,50.

Nun endet das Kapital Börse absehbar, denn Rocket Internet hat ein Delistingerwerbsangebot angekündigt und will sich von der Börse verabschieden. Der Angebotspreis soll beim gesetzlich vorgeschriebenen Mindestpreis von €18,57 liegen, der auf dem Durchschnittskurs der letzten sechs Monate basiert. Ein fairer Preis, könnte man meinen, aber der faire Wert je Aktie (NAV) liegt bei über €30 und daher erntet Samwer mit seinem "Angebot" deutlich Kritik. Zu Recht. Die Frage für Aktionäre ist allerdings, ob sie das zu erwartende Siechtum der Aktie erleiden sollten in Erhoffen eines satten Aufschlags oder ob sie nicht doch die spärliche Kollekte kassieren und woanders investieren. Auch für mich, denn ich bin seit einigen Wochen zum zweiten Mal bei Rocket Internet an Bord...

Freitag, 14. Februar 2020

Delisting-Übernahmeangebot bei Godewind: Bei 100% Rendite darf man schwach werden

Godewind Immobilien gab nur ein kurzes Gastspiel an der Börse, das Ende dürfte nun besiegelt sein. Doch anders als bei WCM wurden Karl Ehlerding und Stavros Efremidis dieses Mal nicht überrumpelt von einer feindlichen Übernahmeattacke, wie damals durch die DIC Asset AG, sondern man hat sich im Vorfeld mit dem Übernehmer auf einen Preis verständigt. So teilten es heute Abend Godewind und die Covivio X-Tend AG mit, eine Tochter der französischen Covivio S.A., einem französischen börsennotierten Real-Estate-Investment-Trust (REIT) mit Sitz in Metz.

Konkret haben Godewind und Covivio X-Tend eine Grundsatzvereinbarung geschlossen, wonach Covivio ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für 100% des Grundkapitals von Godewind unterbreiten wird zu €6,40 pro Aktie in bar. Das Übernahmeangebot soll als Delisting-Angebot abgegeben werden. Gut so...

Sonntag, 2. Juni 2019

Kissigs Kloogschieterei: Die 22. Börsenwoche im Rückspiegel mit 3U Holding, Axel Springer, KKR & Co., Teva Pharmaceuticals

Ich kann Donald Trump nicht gerade gut leiden, weder sein Auftreten noch seinen Charakter. Allerdings hat er (damit) ziemlichen Erfolg und das nötigt mir schon Respekt ab. Dass ich hier im Blog in letzter zeit so regelmäßig über ihn berichte, liegt aber weniger an einem von mir entwickelten Fetisch, sondern leider an seinem immer unduldsameren Benehmen. "The Don" verhält sich immer öfter wie ein Mafia-Pate und auch wenn er sich bevorzugt als "Deal-Maker" hinstellt, ist er doch eher ein (Klein-) Krimineller, der mit Nötigung und Erpressung zu Werk geht. Denn unter seriösen Geschäftsleuten gilt die eiserne Regel, die schon aus der Römerzeit stammt: "Pacta sunt servanda": Verträge sind einzuhalten. Und diese Vertragstreue kümmert "The Don" nicht, er bricht Verträge, wie es ihm beliebt, er zwingt Partner, Verbündete, Freunde zu neuen Verträgen, die nicht in ihrem Interesse sind, weil er ihnen mit erheblichen Sanktionen droht, falls sie nicht nachgeben. Und wenn sie es dann tun und neue Verträge mit ihm schließen, hindert ihn das nicht daran, kurze Zeit später wegen eines anderen Sachverhalts mit den gleichen Drohungen zu agieren und sogar die gerade getroffenen Regelungen zu brechen - wie in den letzten Tagen mit Mexiko. Genau so hat es auch das Römische Imperium gemacht mit den ganzen germanischen Volksstämmen, die vor 1.500 Jahren an seine Grenzen gespült wurden. Und abseits der kurzfristigen "Erfolge" bei einzelnen Scharmützeln hat die Geschichte eindrucksvoll gezeigt, wie diese Strategie voll nach hinten losgeht: wenn sich nämlich genügend ihrer Opfer nicht mehr einschüchtern lassen, weil der Leidensdruck zu einem noch größeren Übel geworden ist, als ihnen ohnehin droht. Mit dem Ergebnis, dass die Germanen das Römische Imperium in den Staub getreten haben.

Man kann politisch von Donald Trump halten, was man will. Auch ich kann einigen seiner Überlegungen und Ziele einiges abgewinnen. Aber nicht seinen Methoden. Und ähnlich ergeht es der Börse, die von Trumps rüden Attacken ein ums andere Mal kalt erwischt wird. Daraus resultiert ein Klima der Angst, der Unsicherheit, und das ist seit jeher ein Feind der Wirtschaft und der Börsen. "Unsere Welt"...

Donnerstag, 17. August 2017

Softship: Das Ende aller (Börsen-)Tage. Übernahme und Delisting angekündigt...

Die Tage der Softship AG, einem Hamburger IT-Dienstleister für Spezialsoftware für die Linienschifffahrt, dürften gezählt sein, zumindest die an der Börse. Denn heute hat die CargoWise GmbH, eine 100-prozentige Tochter des Softship-Großaktionärs WiseTech Global Ltd., den übrigen Aktionären ein Delisting-Erwerbsangebot unterbreitet.

"CargoWise GmbH, Bremen (der "Bieter"), gibt heute seine Entscheidung bekannt,
  • ein Angebot an die Aktionäre der Softship AG, Hamburg ("Softship") abzugeben, sämtliche Aktien der Softship (ISIN DE0005758304 /WKN 575830), die nicht bereits vom Bieter gehalten werden 
  • zu einem Angebotspreis von EUR 10,00 in bar je Aktie zu erwerben, d.h. mit einer Prämie von 
    • 9,4% über dem XETRA-Schlusskurs der Softship-Aktie an der Börse Frankfurt am 16. August 2017 von EUR 9,14 
    • 27,1% über dem durchschnittlichen täglichen XETRA-Schlusskurs der Softship-Aktie an der Börse Frankfurt während der sechs Monate vor dem 16. August 2017 von EUR 7,87 (basierend auf XETRA Daten).
Das Angebot wird spätestens am 31. August 2017 veröffentlicht und vor folgendem Hintergrund erfolgen:

Samstag, 4. März 2017

Zahlen & Mehr: Bausch Health, GBK Beteiligungen, GFT, msg life, Scherzer & Co.

In der Rubrik "Zahlen & Mehr" gehe ich kurz auf aktuelle Unternehmensmeldungen ein und bewerte diese im Hinblick auf meinen Investmentcase.

GBK Beteiligungen
Die auf Eigenkapitalbeteiligungen an mittelständischen Unternehmen fokussierte GBK kann bei ihrem Jahresabschluss zum 31.12.2016 ein Rekordergebnis ausweisen. So haben die Hannoveraner im Geschäftsjahr 2016 ein Realisiertes Ergebnis in Höhe von €12,4 Mio. erwirtschaftet und unter Berücksichtigung des Nicht realisierten Ergebnisses beläuft sich das Ergebnis des Geschäftsjahres auf €7,6 Mio. Dieses ist maßgeblich durch den Verkauf von drei Beteiligungen positiv beeinflusst worden. Der Nettoinventarwert je Aktie ist weiter gestiegen und beläuft sich am 31.12.2016 auf €10,18 je Aktie, so dass das Unternehmen der Hauptversammlung eine Ausschüttung von €1,00 je Aktie vorschlagen werden (zuvor €0,70), also einen Gesamtbetrag von €6,75 Mio. Dies entspricht einer Dividendenrendite von knapp 10%.

Meine Einschätzung
GBK Beteiligungen investiert dort, wo andere gar nicht hinschauen: bei den kleinen Unternehmen des erfolgreichen Mittelstands. Diese fliegen für die großen Beteiligungsgesellschaften unter dem Radar und GBK ist auch bereit, sich mit einem Minderheitsanteil zufrieden zu geben. Zuletzt war man zwei neue Beteiligungen eingegangen, um die drei Verkäufe aus dem Vorjahr zu kompensieren. Eine aktive Rolle bei der Führung des jeweiligen Tochterunternehmens strebt man nicht an, wie auch die beiden jüngsten Beteiligungen wieder zeigen. GBK ist ein Nischenwert mit allen Vor- und Nachteilen eines so kleinen Unternehmens, insbesondere der eingeschränkten Handelbarkeit der Aktie und die seltene Berichterstattung in den Medien. Wen das nicht schreckt und wer auf hohe Dividendenausschüttungen aus ist, der findet bei GBK Beteiligungen eine interessante Möglichkeit von Investments in kleine und mittlere Unternehmen des deutschen Mittelstands profitieren zu können.

Dienstag, 17. Januar 2017

msg life AG: Übernahmeangebot, Delisting - lasst die Spiele beginnen!

Die msg life AG ist ein Spezial-Softwareunternehmen für die Versicherungsbranche und auf dem besten Weg, einen erfolgreichen Turnaround hinzulegen. Ich hatte vor knapp einem halben Jahr erstmals über das Unternehmen berichtet, das aus der Fusion der beiden ehemaligen neuer Markt-Werte FJA und Cor entstanden war, und hatte es als aussichtsreiche Turnaroundsituation bei €2,20 auf meine Empfehlungsliste genommen und kurze Zeit später bei knapp über €2,00 nochmals etwas aufgestockt, als die eigentlich recht ansprechenden Halbjahreszahlen mit einem 10-prozentigen Kurseinbruch quittiert wurden. Seither hat sich das Unternehmen prächtig entwickelt und mit ihm der Aktienkurs. Bis gestern...

Denn gestern gab das Unternehmen eine für seine Aktionäre folgenschwere Meldung heraus. So hat die msg systems AG, mit aktuell ca. 49,09% Anteil die Hauptaktionärin der msg life AG, dem Vorstand der msg life AG mitgeteilt, ein freiwilliges öffentliches Erwerbsangebot für alle Aktien der msg life AG abgeben zu wollen. Den Aktionären soll der gesetzlich vorgeschriebene Mindestpreis angeboten werden.

 msg life AG (Quelle: finanzen.net
Normalerweise versetzt ein Übernahmeangebot die Aktionäre in Entzücken, denn üblicherweise wird es mit einer fetten Prämie auf den zuletzt aufgerufenen Aktienkurs garniert. Doch nicht dieses Mal. Denn die Hauptaktionärin will den freien Aktionären lediglich ein Angebot in Höhe des gesetzlichen Mindestpreises unterbreiten und bei freiwilligen Übernahmeangeboten und bei Pflichtangeboten hat ein Bieter den Aktionären einer Zielgesellschaft eine angemessene Gegenleistung anzubieten. Wie eine angemessene Gegenleistung zu berechnen ist, ergibt sich aus den §§3ff. der WpÜG-Angebotsverordnung. Nach §5 Abs. 1 WpÜG-Angebotsverordnung muss die Gegenleistung mindestens dem gewichteten durchschnittlichen inländischen Börsenkurs der durch einen Bieter zu erwerbenden Aktien einer Zielgesellschaft während der letzten drei Monate vor Veröffentlichung der Entscheidung zur Abgabe eines Angebots bzw. der Veröffentlichung der Kontrollerlangung entsprechen. Die BaFin ermittelt nun diesen Angebotspreis und im Anschluss daran wird die Hauptaktionärin msg systems AG eine Angebotsunterlage veröffentlichen. Dann steht der Preis fest, zu dem Aktionäre ihre Aktien andienen können.

In den letzten drei Monaten schwankte der Aktienkurs der msg life AG zwischen €2,15 und €2,95, aber bei der Preisbestimmung spielen auch die Umsätze, also die Anzahl der gehandelten Aktien eine Rolle. Daher kann man aktuell den Angebotspreis nur erahnen. Aber er dürfte vermutlich so um die €2,40 liegen - dort, wo sich der Aktienkurs auch nach der Meldung in etwa eingependelt hat. Und damit deutlich unterhalb der kürzlich erreichten Hochs bei €2,95.