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Montag, 23. März 2026

[Kissigs Börsentheater] Nassim Taleb erklärt Anpassungsfähigkeit zum (einzigen) Erfolgsrezept für überdurchschnittliche Erfolge

Die Geschichte ist gepflastert mit Erfolgsunternehmen, die schier unaufhaltsam an die Spitze strebten, aber dann ihren Zenit überschritten und wie eine Sternschnuppe verglühten. Sears war einmal das wertvollste Unternehmen der Welt und hatte einen schier unüberwindlichen Burggraben. Bis der Onlinehandel aufkam und Sears den Anschluss verpasste. Die Pleite war letztlich unausweichlich, weil Sears keine modernen Antworten auf moderne Probleme fand. Amazon & Co. disruptierten das Geschäftsmodell von Sears und der Versandhändler Otto erleidet aktuell dasselbe Schicksal. Europas ehemals größter Versandhandel hat diese Krone längst an Amazon abgeben müssen und trotz seiner Pole-Position konnte er nicht wirklich im Onlinehandel Fuß fassen. Strategie- und Vorstandswechsel wechseln sich inzwischen ab, die einstigen Online-Hoffnungsträger wurden und werden verkauft und auch die Logistiktochter Hermes wird immer mehr ausgedünnt und steht auf der Abschussliste. Ein Trauerspiel mit offenem Ausgang. Aber die Wettquoten zeichnen leider ein ziemlich eindeutiges Bild von der Zukunft.

Und wir erinnern uns an den Smartphone-Pionier BlackBerry, der den Siegeszug der Touchscreens verpasste und vom Markt gefegt wurde - vom Apple und ihrem iPhone. Als BlackBerry Jahre später mit einem eigenen tastaturlosen Touchscreen-Modell auf den Markt kam, war die Messe längst gelesen und die Marktanteile neu verteilt. BlackBerry hatte alles auf ein ausgereiztes Blatt gesetzt und verloren.
"Wenn man von der Prämisse ausgeht, dass wir in einer unsicheren Welt leben, ist Anpassungsfähigkeit die einzige Möglichkeit, langfristig besser abzuschneiden als der Durchschnitt."
(Nassim Taleb)
Das einzig Stete ist der Wandel, nichts hat ewig Bestand. Daher müssen sich selbst die besten Unternehmen ständig anpassen, sich ständig neu erfinden, um im Geschäft zu bleiben. Und auch Anleger müssen sich von verendenden Trends verabschieden. Denn der sicherste Weg zu Verlusten ist, auf die Marktführer in einem sterbenden Markt zu setzen. Jedenfalls solange, wie diese nicht die Zeichen der Zeit erkennen und sich (endlich) anpassen.

Sonntag, 20. April 2025

Börsenweisheit des Tages | 20.04.2025

"Frage nie jemanden nach seiner Meinung, Prognose oder Empfehlung. Frage einfach, was er in seinem Portfolio hat - oder nicht hat."
(Nassim Taleb)

Samstag, 11. Januar 2025

Börsenweisheit des Tages | 11.01.2025

"Alle Gerüchte sind falsch, bis sie offiziell dementiert werden."
(Nassim Taleb)

Freitag, 15. März 2024

Börsenweisheit des Tages | 15.03.2024

"Wer unter 40 Jahre alt ist, hat keine Erfahrung an den Finanzmärkten. Wir hatten 15 Jahre ohne Zinsen. Das ist, als würde man Physik studieren, ohne dabei die Schwerkraft zu beachten."
(Nassim Taleb)

Montag, 13. April 2020

[Kissigs Börsenlexikon] Schwarzer Schwan: Vorbote der Apokalypse? Innovationsengel? Oder beides?

Als Schwarzer Schwan (Black Swan) wird ein unerwartetes Ereignis von enormer Tragweite bezeichnet, das die Finanzmärkte abrupt aus der Bahn werfen kann.

Geprägt hat den Begriff der Publizist und Börsenhändler Nassim Nicholas Taleb in seinem im Jahr 2007 erschienen Buch "Der Schwarze Schwan: Die Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse". Taleb beschreibt darin, dass Menschen es sich in einer "Zone des Vorhersagbaren" bequem machen und so extrem unwahrscheinliche Ereignisse kaum eine Rolle in ihrer Risikobetrachtung spielen. Allerdings treten diese Ereignisse doch häufiger auf, als man annimmt, wie z.B. bei der Subprime-Krise in den USA, der folgenden Pleite der Investmentbank Lehman Brothers, dem Tsunami in Japan mit der anschließenden Atomkatastrophe von Fukushima - oder jetzt aktuell mit der Corona-Pandemie.

Dabei ist nicht jeder überrasche "Einschlag" gleich ein Schwarzer Schwan. Wesentlich für einen Schwarzen Schwan ist, dass das Ereignis außerhalb der "normalen Wahrscheinlichkeiten" liegt, also quasi ein "Passiert-eh-nie-Ereignis" ist, und dieses Ereignis muss gravierende Auswirkungen haben auf die Menschen, die Natur und/oder auf die Wirtschaft.