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Sonntag, 14. April 2019

Kissigs Kloogschieterei: Die 15. Börsenwoche im Rückspiegel mit Amazon, Blue Cap, DIC Asset, Jumia, Microsoft, Rocket Internet

Unterm Strich notieren die großen Indizes der Welt unverändert nach der vergangenen Woche. Zur Wochenmitte waren DAX und Dow Jones zwar deutlich unter Druck, ebenso der MDAX, doch das hat sich am Freitag wieder gegeben. Lediglich der technologielastige NASDAQ zeichnet ein etwas anderes Bild: er hat in der letzten Woche gut 1% zugelegt und ist eigentlich die ganze Woche über moderat angestiegen. Hiermit zeichnet sich die jetzt schon seit einigen Jahren auffällige Entwicklung weiter fort, dass die US-Technologiewerte zulegen und alle Indizes mitreißen. Beim NASDAQ ist das sehr ausgeprägt, da diese viele der großen Technologiewerte beinhaltet, aber auch S&P 500, DOW oder der MSCI World würden ohne die Kursstärke der US-Techgiganten ein ziemlich düsteres Bild zeichnen.

Und genau das ist der Punkt: Skeptiker orientieren sich gerne an den vermeintlichen Höchstständen der Indizes, dabei ist der breite Markt gar nicht großartig angestiegen in den letzten zwei Jahren. So notierte der breite Russel 2000 Ende Dezember 2018 mit knapp 1.337 Punkten leicht unterhalb seines Wertes vom 30. Dezember 2016, als er bei 1.357 Punkten lag. Zwei Jahre ohne Zugewinn. Natürlich auch dank des allgemeinen Börseneinbruchs Ende 2018; Ende August 2018 hatte der Russel 2000 einen Höchststand von rund 1.740 Punkten markiert. Und damit notiert er aktuell, trotz des fulminanten Jahresauftakts, noch gut 10 Prozent unter seinen alten Hochs.

Es ziehen also die großen Technologiewerte und das nicht ohne Grund. Denn sie legen weiterhin Wachstumsraten im prozentual zweistelligen Bereich vor und kaufen mit ihren enormen Cashflows weiterhin massiv eigene Aktien zurück, so dass ihr Ergebnis je Aktie überproportional profitiert. Ohne dass sie dabei auf Investitionen in Forschung & Entwicklung verzichten würden oder auf Firmenzukäufe. In anderen Bereichen der Wirtschaft läuft es allerdings nicht (mehr) ganz so rund...

Sonntag, 31. März 2019

Kissigs Kloogschieterei: Die 13. Börsenwoche im Rückspiegel mit 1&1 Drillisch, Apple, Lyft, Naspers, Rocket Internet, Jumia, MasterCard, Wirecard

Unterm Strich ist wenig passiert in der letzten Woche; DAX und NASDAQ gingen am Freitag in etwa unverändert aus der Woche, während der Dow Jonex Index sogar 2% zugelegt hatte.

Über das Brexit-Chaos kann man schon nicht einmal mehr lachen. Das britische Parlament hat es doch wohl ernsthaft geschafft, wiederholt nur festzustellen, dass man alle möglichen Wege nicht beschreiten will. Kein neues Referendum, keine Abkehr vom Brexit, kein Brexit ohne Abkommen, aber auch das Abkommen samt einiger "Behelfsbrücken" wurde abgelehnt. Was die Parlamentarier dabei zu vergessen scheinen: die Kündigung ist doch längst erfolgt, wenn sie nichts tun, kommt es zum harten Brexit. Und die EU stuft dieses Szenario ab sofort als das wahrscheinlichste an. Denn die EU wird den Stecker ziehen, weil die Wahlen zum Europäischen Parlament anstehen und die Briten als Mitglied eine Wahl abhalten müssten. Was sie nicht wollen, was die EU nicht will, was auch gar nicht geht, da die Zeit zur Vorbereitung fehlt und wenn die Briten einfach nicht wählen alle Beschlüsse des künftigen EU-Parlaments mindestens anfechtbar wären. Die EU muss sich also selbst schützen und den Brexit exekutieren, so oder so.

Ansonsten herrschte eher Lethargie an den Börsen, denn auch beim größten Thema, dem Handelsstreit zwischen den USA und China, gibt es kaum konkrete Fortschritte. Zumindest werden beide Seiten nicht müde zu betonen, dass man gut vorankomme. Der Börse reicht das - momentan. Insofern könnte man die allgemeine Lage als stabil bezeichnen und den Blick auf die Unternehmen richten, von denen ja momentan so einiges zu hören ist...

Freitag, 21. September 2018

Rocket Internet bleibt unverstanden. Das birgt Risiken. Und Chancen. Aber auch mehr?

Zuletzt war es ruhiger geworden um die Startup-Schmiede und Beteiligungsgesellschaft Rocket Internet (WKN: A12UKK), doch nun nimmt das mediale Interesse wieder spürbar zu. Dabei scheint das Geschäftsmodell noch nicht bei jedem angekommen zu sein; doch das ist gar nicht schlimm, sondern kann für mutige Anleger auch eine besondere Chance darstellen. Wenn man denn versteht, auf was man sich einlässt. Denn an der Börse scheitern die meisten Investments nicht an fehlendem Erfolg der Unternehmen, sondern an enttäuschten Erwartungen der Anleger. Daher gehört zur erfolgreichen Aktienanlage nicht nur, das Unternehmen auf Herz und Nieren zu prüfen, bevor man auch nur den ersten Euro investiert, sondern bereits im Vorfeld seine Erwartungen zu definieren. Beides zusammen sind die tragenden Säulen eines soliden Investmentcases.

Und Rocket Internet ist ein exemplarisches Beispiel dafür, dass Anleger falsche und zu hohe Erwartungen hatten - und teilweise noch haben - und dann "die Schuld" bei Enttäuschungen beim Unternehmen abladen. Das ist natürlich wenig zielführend und bringt unterm Strich auch keinen einzigen Renditepunkt mehr. Dabei kann Rocket Internet durchaus mit Interessantem aufwarten...