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Montag, 2. Februar 2026

Kissigs Portfoliocheck: Joel Greenblatt verdoppelt seinen Einsatz bei Corning. Glasklar...

In meiner Kolumne "Kissigs Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der besten Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 332. Portfoliocheck blicke ich wieder Joel Greenblatt über die Schulter. Er bevorzugt günstige und gute Unternehmen, die im Idealfall einen Katalysator aufweisen, damit absehbare Erfolge möglichst zeitnah eintreten. Auch deshalb setzt er gerne auf Sondersituationen, wie zum Beispiel Spin-offs. Greenblatt ist einer der erfolgreichsten Value Investoren und einem breiten Publikum durch seine Bestseller-Bücher bekannt, vor allem durch seine "Börsenzauberformel". Mit dieser setzt Greenblatt auf ein regelbasiertes System, das nur wenige Bilanz- und Wirtschaftskenntnisse voraussetzt und somit für den Privatanleger einfach anzuwenden ist. Es basiert auf lediglich zwei Kennzahlen und zwar der Kapitalrendite (ROIC, Return on Invested Capital) und der Gewinnrendite. Und Greenblatts Zauberformel funktioniert! Zwischen 1985 und 2006 erzielte er eine durchschnittliche Rendite von 40 %.

Zum Ende des 3. Quartals 2025 hatte Joel Greenblatts Portfolio von Gotham Capital einen Wert von 23,0 Mrd. Dollar nach 16,7 Mrd. im Vorquartal. Er hielt 1.678 Werte, darunter 186 Neuaufnahmen und seine Turnover-Rate ist mit 27 % weiterhin überdurchschnittlich hoch. Der erneute starke Zuwachs im Anlagevolumen dürfte auch wieder auf einen signifikanten Zufluss neuer Investorengelder zurückzuführen sein.

Der erneute starke Zuwachs im Anlagevolumen dürfte auch wieder auf einen signifikanten Zufluss neuer Investorengelder zurückzuführen sein. Amedisys und Ansys haben sein Depot verlassen, da beide Unternehmen übernommen und anschließend delisted wurden. Amedisys wurde von Optum übernommen, einer Tochter des US-Krankenversicherungsriesen UnitedHealth, und Ansys wurde von Synopsys aufgekauft. Abgesehen hiervon dominieren die Käufe bei Greenblatts Transaktionen. Dabei setzt er neben Einzelwerten auch weiterhin auf einen breiten Marktaufschwung und hat dem entsprechend seine bevorzugten S&P 500-ETFs weiter aufgestockt. Parallel dazu erhöhte er auch das Engagement bei Apple, Nvidia und Amazon. Alle drei Werte gehören zu den sogenannten "Magnificent 7" und dominieren mit ihrer hohen Gewichtung den S&P 500 Index, so dass Greenblatt hier sein Engagement gleich doppelt hochgefahren hat. Nicht zum ersten Mal und bisher hat er damit ein ziemlich gutes Näschen bewiesen.

In Greenblatts breit gestreutem Portfolio führen weiterhin Technologiewerte mit 18 % vor Industriewerten, die es auf eine Gewichtung von 11,3 % bringen, und zyklischen Konsumwerten mit 10 %. Der Gesundheitssektor folgt mit 8 %, dahinter liegen die Finanzwerte mit 5,5 % vor Kommunikationsdiensten und defensiven Konsumwerten mit jeweils rund 4 % Gewichtung.

Die fünf größten Positionen in Greenblatts Portfolio haben sich erneut nicht verändert und bringen es zusammen auf annähernd ein Viertel seines Anlagevolumens. Neben seinen drei bevorzugten ETFs finden sich hier auch die beliebten Technologierschwergewichte Nvidia und Apple wieder, doch der SPDR S&P 500 ETF mit mehr als 16 % Anteil die mit großem Abstand gewichtigste Beteiligung dar. 

Die Aktie von Corning rangiert nicht unter den Top-Werten in Greenblatts Portfolio. Dabei ist sie mit inzwischen 85 Mrd. USD Börsengewichtung kein kleiner Brocken mehr und nachdem sich der Kurs auf Sicht von 12 Monaten mehr als verdoppelt hat, gewinnt das Unternehmen zunehmend an Aufmerksamkeit. Und das zu Recht. Denn das bereits 1851 gegründete Unternehmen ist bekannt für sein Spezialglas, die es in verschiedenen Zukunftsbranchen wie optischer Kommunikation, Displaytechnologien, Umwelttechnologien, Spezialmaterialien und Biowissenschaften einsetzt. So richtig geht es aber im Bereich KI-Rechenzentren ab, wo Cornings eigens hierfür entwickeltes Glasfaserkabel "Contour" ganz neue Maßstäbe setzt. Und der jüngste Megadeal mit Meta entfacht noch mehr Fantasie...


Disclaimer: Habe Alphabet, Amazon, Apple, Meta, Nvidia auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.

Mittwoch, 6. Mai 2020

Corning: Der Innovationsführer hinkt hinterher

Den Glasspezialisten Corning hatte ich einige Jahre an Bord, aber vor gut zehn Wochen habe ich mich von diesem Investment getrennt. Trotz bester Zukunftsaussichten konnte das Unternehmen nicht mehr überzeugen und die unbestreitbar vorhandenen Chancen in Ergebnisse umsetzen. Ende Februar war dann Schluss für mich und die jüngsten Zahlen zum Verlauf des ersten Quartals 2020 machen wenig Hoffnung auf Besserung. Und das hat nicht nur mit Corona zu tun...

Sonntag, 22. September 2019

Die 38. Börsenwoche im Rückspiegel: Kissigs Kloogschieterei mit Adobe, Corning, Opera, Zalando

In der vergangenen Börsenwoche konnten die großen Börsenindizes ihre Vorwochenstände nicht verteidigen und notierten allesamt schwächer. Was die US-Aktien angeht, war das abzusehen, jedenfalls statistisch. Denn in den Wochen, in denen die FED über ihre Zinssätze entscheidet, notieren US-Aktien traditionell etwas leichter. Auf der anderen Seite folgte in der Vergangenheit auf die zweite Zinssenkung der US-Notenbank durchschnittlich eine Rallye von über 20% bei den US-Aktien.

Behält die Statistik Recht, könnte sich der letzte Freitag in einigen Wochen also als idealer Einstiegszeitpunkt erweisen bzw. erwiesen haben - auch wenn das heute natürlich nicht unbedingt so aussieht, denn es sprechen ja auch Gründe gegen weiter steigende Kurse. Was diese nicht davon abhält, langfristig immer höher zu steigen, wie ein Blick auf einen Langfristchart zeigt.

Wenn das Börsenbarometer steigt, heißt das nichts anderes, als dass die Aktienkurse steigen - allerdings nicht von jeder Aktie und auch nicht gleichmäßig verteilt. Zuletzt hatten sich zyklische Werte etwas von ihren Tiefständen erholt und sich eindrucksvoll zurück gemeldet. Ob dies nur ein Strohfeuer ist, oder sich eine Trendwende im Konjunkturzyklus anbahnt, bleibt abzuwarten. Die ersten Frühindikatoren senden jedenfalls ermutigende Signale aus...

Sonntag, 5. Mai 2019

Kissigs Kloogschieterei: Die 18. Börsenwoche im Rückspiegel mit Alphabet, Berkshire Hathaway, Corning, Funkwerk, KKR, MasterCard, Softbank, Steico, Xylem

Die "Earnings Season" in den USA hat die Börsen weiterhin im Griff und es vergeht kein Tag, an dem nicht mindestens ein Unternehmen heftigen Kursschwankungen ausgesetzt ist, weil es die Erwartungen des Marktes verfehlt. In die eine oder andere Richtung.

Beste Beispiele dafür sind Alphabet, die enttäuschten, oder Funkwerk, die überraschten, und MasterCard, die mal wieder einfach "nur" lieferten.

Quartalsergebnisse dürfen kein Maßstab für langfristig orientierte Anleger sein. Die Ergebnisse, aber vor allem auch die Erläuterungen des Managements, wie die sich ihre Zahlen erklären (oder schönreden), das sind jedoch durchaus nützlich für die Überprüfung des eigenen Investmentcases. Stimmt die Richtung noch, passen die Zahlen ins große Bild, deuten sich Entwicklungen an, über die man sich genauere Gedanken machen sollte? Oder sind schlechte Zahlen nur eine einmalige Sache und vielleicht eher stichtagsbezogen? Sind erwartete Aufträge evtl. nur um ein paar Tage oder Wochen verschoben? Dann besteht kein Grund zur Panik, das Unternehmen scheint weiterhin auf Kurs. Und dann bieten kurzfristige Kurseinbrüche eine willkommene Chance, um den eigenen Aktienbestand etwas aufzustocken...


Samstag, 16. Februar 2019

Kissigs Kloogschieterei: Die 7. Börsenwoche im Rückspiegel mit Arista, Aumann, Corning, IT Competence Group, MBB, McCormick, Navigator Equity, Teva, TTL Beteiligung

Es dominieren weiterhin Entspannungstendenzen an den Börsen, auch was die Gefühlslage angeht. Die Berichtssaison läuft auf vollen Touren und Unternehmen, die (vermeintlich) die hohen Erwartungen nicht erfüllen, werden hart abgestraft.

So traf es meine Turnaround-Spekulation Teva Pharmaceuticals mit einem zweistelligen Kurseinbruch, nachdem man mit den 2018er Zahlen und dem Ausblick auf 2019 nicht punkten konnte. Und doch... auf Wochensicht verbleibt auf Eurobasis lediglich ein Minus von 1,1%. Man könnte daraus schließen, dass immer weniger Marktteilnehmer Instinkt getrieben agieren und stattdessen wieder mehr Ratio das Börsengeschehen bestimmt. Könnte man, aber der eine oder andere Punkt spricht doch dagegen, dass die Panikzeiten wirklich ernsthaft definitiv abschließend hinter uns liegen (hab ich da noch was vergessen? Oh ja, ultimativ!)...

Dienstag, 23. Oktober 2018

Corning: Starke Zahlen, schwacher Kurs. Die beste aller Anlegerwelten?

Den Glasspezialisten Corning habe ich schon seit einigen Jahren auf meiner Beobachtungsliste und hatte das Geschäftsmodell mit seinen fünf Sparten in dem Artikel "Corning: Der gläserne Riese!" ausführlich vorgestellt.

Nun hat Corning Zahlen zum dritten Quartal 2018 vorgelegt und die Gewinnerwartungen klar übertroffen. So berichtet man von einem Umsatz von $3,01 Mrd. und einem Gewinn je Aktie $0,51 und somit 3 Cents über den Erwartungen. Auf Jahresbasis liegt der Umsatz bei $11,3 Mrd. (Konsens: $11,27 Mrd.) und die Bruttomarge bei den erwarteten 42%.

Die Umsätze verteilen sich auf fünf Segmente und hier gab es einige bemerkenswerte Entwicklungen...

Freitag, 3. August 2018

Corning ist zurück in der Erfolgsspur. Und das Beste kommt erst noch...

Den Glaspezialisten Corning habe ich schon seit einigen Jahren auf meiner Empfehlungsliste und hatte das Geschäftsmodell mit seinen fünf Sparten in dem Artikel "Corning: Der gläserne Riese!" ausführlich vorgestellt. Nun hat das Unternehmen Zahlen zum zweiten Quartal vorgelegt und die Erwartungen übertroffen. Es folgte ein Kurssprung um mehr als 11 Prozent, nachdem die Aktie seit Jahresanfang deutlich schlechter abgeschnitten hatte als der Markt.

Eigentlich ist es überraschend, dass der Markt so überrascht reagierte. Denn Corning hat im Grunde nur das geliefert, was man zuvor versprochen hatte. Und das war sogar absehbar...

Montag, 11. Dezember 2017

Glasspezialist Corning mit attraktivem Zukauf von 3M-Glasfasersparte

Der Glasspezialist Corning kauft das Kommunikationsnetz-Geschäft des Mischkonzerns 3M. Die Sparte besteht vor allem aus Netzwerktechnik für Glasfaser- und Kupferkabelnetze und wird Corning rund 900 Mio. Dollar kosten. Der jährliche Umsatz der Sparte mit Produkten mit hoher Bandbreite und optischen Fasern, die dem Segment Optical Communications bei Corning zugeordnet wird, beläuft sich auf knapp 400 Mio. Dollar. Dem Verkauf müssen noch die Behörden zustimmen, so dass der Abschluss wird für das kommende Jahr erwartet.

Der effektive Unternehmenswert der Transaktion beträgt weniger als das 7-fache des voraussichtlichen jährlichen bereinigten EBITDA der Communication Markets Division einschließlich der erwarteten Synergien. Corning geht davon aus, dass die Transaktion bis 2019 das EPS um 0,07 bis 0,09 Dollar erhöhen wird.

Die anstehende Übernahme ist Teil des mehrjährigen Strategie- und Kapitalallokationskonzepts von Corning, das durch die Fokussierung des Portfolios und die Nutzung der Finanzkraft des Unternehmens einen erheblichen Mehrwert für die Aktionäre schaffen soll. Eine Schlüsselkomponente ist dabei der Plan des Unternehmens, etwa ein bis drei Mrd. Dollar in Akquisitionen zu investieren. Auch dieses "Shareholder-Value-Konzept" hatte mich gut zwei Jahren zu den Ansicht gebracht, "Corning sei glasklar ein Investment wert" und mich dazu veranlasst, das Unternehmen auf meine Empfehlungsliste zu nehmen.

Donnerstag, 27. Juli 2017

Corning bietet Quartalszahlen mit Kater und Gorilla. Abgesang oder Kaufgelegenheit?

Der Glaspezialist Corning hat Zahlen zum zweiten Quartal vorgelegt und die Erwartungen übertroffen. Es folgte ein Kursabsturz um mehr als 6 Prozent. Denn die Befürchtungen wurden bestätigt. Und die Hoffnungen erfüllt.

Ich habe Corning ja schon etwas länger auf meiner Empfehlungsliste und erst neulich ausführlich das Geschäftsmodell mit seinen fünf Sparten vorgestellt ("Corning: Der gläserne Riese!"). Die Quartalszahlen lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Umwelttechnologien (Environmental Technologies) sind um 2% gewachsen auf 263 Mio. Dollar und Corning erwartet für das nächste Quartal ein weiteres Wachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich.
     
  • Biowissenschaften (Life Sciences) wuchs um 3% auf 221 Mio. Dollar und auch hier wird ein weiteres Wachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich für das dritte Quartal erwartet.
     
  • Optische Kommunikation (Optical Communications) legte um 13% zu auf 882 Mio. Dollar um im dritten Quartal soll der Umsatz um weitere 10% zulegen gegenüber dem Vorjahreswert.
     
  • Spezialmaterialien (Specialty Materials) explodierte förmlich um 27% aufgrund der stark anziehenden Nachfrage nach Gorilla Glas und im dritten Quartal soll der Umsatz um weitere rund 15% zulegen ggü. dem Vorjahreswert.
     
  • Anzeigentechnologien (Display Technologies) erzielten 7% weniger Umsatz und lagen bei nur noch 748 Mio. Dollar, was an einer geringeren Nachfrage und Preisrückgängen lag. Für das dritte Quartal erhofft sich Corning ein prozentual mittleres einstelliges Wachstum.

Mittwoch, 28. Juni 2017

Corning: Der gläserne Riese!

Die richtigen Aktien zu finden, ist ganz einfach. Zumindest im Nachhinein. Denn man sieht den Kursverlauf und kann sich noch sehr gut erinnern, dass man die Aktie ja eigentlich kaufen wollte. Und man weiß auch noch, weshalb. Auch dieses Verhaltensmuster kann man unter dem Stichwort „Confirmation Bias“ ablegen, dem Bestätigungsfehler. Wir neigen dazu, Informationen so zu interpretieren, dass sie zu unseren Erwartungen passen. Und steigt ein Aktienkurs an, denken wir oft, „ich hab’s ja gleich gewusst“. Weshalb wir die Aktie dann aber nicht gekauft haben, obwohl wir es ja wussten, das reduzieren wir dann auf einen kleine, unwichtige Fehleinschätzung. Auf etwas, das uns einmalig einen Strich durch die Rechnung gemacht hat und uns keinesfalls davon abhält, beim nächsten Mal bei der richtigen Aktie zum richtigen Zeitpunkt zuzugreifen.

Dummerweise passiert diese Situation Anlegern nicht nur einmal in ihrem Leben, sondern jeder dürfte sie schon mehrfach erlebt haben. Und da wir entgangene Gewinne sogar als schmerzhafter empfinden als Verluste, wäre es doch sinnvoll, sich einen Weg zu überlegen, dieses Verhaltensmuster aufzubrechen und es künftig besser zu machen.

Gut, dass wir bescheiden begabten Anleger nicht selbst auf die Lösung kommen müssen, denn wahre Börsenlegenden wie Warren Buffett oder Peter Lynch haben sich diese Gedanken bereits lange vor uns gemacht und Wege gefunden, damit umzugehen und zu besseren Investoren zu werden. Seien wir uns also nicht zu schade, sie einfach zu kopieren und ihrem Erfolgsweg zu folgen. Und wenn ich einfach sage, meine ich natürlich nicht einfach. Denn schon der große Goethe wusste, dass es nicht ausreicht, zu wissen, sondern man muss dieses Wissen auch anwenden.

»Value Investing ist simpel, aber nicht einfach.«
(Warren Buffett)

Peter Lynch rät, eine Branche zu finden, die auf absehbare Zeit wachsen wird und dann möglichst viele Aktien zu kaufen, die von dem Boom profitieren werden. Warren Buffett bevorzugt auch Branchen, wo in Zukunft Wachstum zu erwarten ist, fährt dann aber einen konzentrierten Ansatz. Anstatt breit gestreut Aktien einzusammeln, bevorzugt er das beste Unternehmen mit den größten Vorteilen und der besten Marktstellung zu finden und dann nur in dieses beste Unternehmen zu investieren. Er fragt, weshalb er das zweitbeste Unternehmen kaufen sollte, wenn er doch auch das Beste haben kann.

Freitag, 29. April 2016

Zahlen & Mehr: Corning, Ströer, Suncor Energy, Surteco, Vectron

:: Corning
Der Glasspezialist Corning Inc. konnte im ersten Quartal nicht glänzen. Die Umsätze sanken im Jahresvergleich um 10,7% auf 2,17 Mrd. und lagen damit um Einiges unter den Analystenerwartungen von $2,24 Mrd. Beim Ergebnis je Aktie wurden hingegen die Erwartungen mit $0,28 je Aktie erfüllt. Allerdings kam der Ausblick des Unternehmens überhaupt nicht gut an, denn dieser ist doch sehr verhalten, obwohl man vor der Einführung neuer Glas-Produkte steht. (>>> zur Meldung)

:: Ströer
Der ins Fadenkreuz einer Short-Attacke geratene Werbespezialist Ströer ist operativ hervorragend ins Jahr 2016 gestartet, wie die Zahlen zum ersten Quartal belegen. Der Konzernumsatz wuchs deutlich um 40% auf €226,2 Mio., wobei das organische Wachstum ohne Zukäufe 11,5% betrug. Das operational EBITDA stieg um nahezu 72% auf €45,3 Mio. und erstmalig konnte in einem 1. Quartal ein positives Ergebnis erzielt werden und zwar in Höhe von €5,1 Mio. Vor diesem Hintergrund hob das Unternehmen seine Prognose für das Geschäftsjahr 2016 an und rechnet nun mit mehr als €280 Mio. operationalem EBITDA (bisher €270 bis €280 Mio. bei einem Umsatz zwischen €1,1 und €1,2 Mrd. (>>> zur Meldung)

:: Suncor Energy
Der Ölsandwäscher und Raffineriebetreiber Suncor musste dem niedrigen Ölpreis Tribut zollen und für das erste Quartal 2016 einen operativen Verlust vermelden. Der um Einmaleffekte bereinigte Verlust betrug C$500 Mio. oder C$0,33 je Aktie, nachdem in der Vorjahresperiode noch ein operativer Gewinn von C$175 Mio. oder C$0,12 je Aktie in den Büchern stand. Der Nettogewinn hingegen stieg auf C$257 Mio. oder C$0,17 je Aktie, insbesondere aufgrund nicht-cashwirksamer Erträge und der Reduzierung von Finanzierungskosten.

Nach der erfolgreichen Komplettübernahme von Canadian Oil Sands hat sich Suncor nun für C$937 Mio. den 5-Prozent-Anteil von Murphy Oil Corp's 5 im Syncrude Oil Sands Project, gesichert und so seinen Anteil an diesem Joint-Venture auf nunmehr 53,74% ausgebaut. (>>> zur Meldung, Engl.)

:: Surteco
Die Surteco SE ist einer der weltweit führenden Hersteller von dekorativen Oberflächenmaterialien und konnte im Berichtsjahr 2015 erfreulich zulegen. So erreichte der Konzernumsatz mit €638,4 Mio.(2014: €618,5 Mio.) ein erneutes Rekordniveau und beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) konnte Surteco trotz substanzieller Integrationskosten für die Konzentration der deutschen Dekordruckaktivitäten mit €31,1 Mio. ein Plus von 13% gegenüber dem 2014er Wert von €27,6 Mio. erzielen. Ein deutlich verbessertes Finanzergebnis führte zu einem Anstieg des Vorsteuergewinns von €22,3 Mio. in 2014 auf nun €26,8 Mio, so dass sich nach Steuern ein Gewinn von €17,7 Mio. bzw. ein Ergebnis je Aktie von €1,14 ergibt. Vor diesem Hintergrund wird der Hauptversammlung eine 16-prozentige Erhöhung der Dividende auf €0,80 EUR je Aktie (vorher €0,70) vorgeschlagen. (>>> zur Meldung)

:: Vectron
Die Vectron Systems AG hat das Geschäftsjahr 2015 mit einem Nettoergebnis von €1,2 Mio. abgeschlossen, einer Steigerung um 127% gegenüber dem Vorjahreswert von €0,5 Mio. Der Umsatz lag mit €25,2 Mio. um 12,5% über dem Vorjahreswert von €22,4 Mio., während das EBIT €2,1 Mio. betrug (Vorjahr €1,0 Mio.). Dabei konnte der Rohertrag mit 59% relativ konstant gehalten werden. (>>> zur Meldung)

Corning, Suncor Energy, Surteco und Vectron befinden sich auf meiner Empfehlungsliste.

Samstag, 2. Januar 2016

2016 werden wir neue Höchststände sehen. Und dann?

Von 9.764 auf 10.743 Punkte bzw. um 9,56 Prozent legte der DAX in 2015 zu und stieg damit das vierte Jahr in Folge. Doch der Jahresverlauf war alles andere als linear, es war eine wahre Achterbahnfahrt, denn Mitte April waren es sogar schon einmal 1.500 Punkte mehr gewesen, als der DAX sein neues Allzeithoch bei 12.390,75 Punkten erreichte.

Als ich im letztes Jahr schrieb "2015 können die Aktienkurse nicht weiter steigen. Oder doch?" deutet sich bereits meine Skepsis an und doch kam ich letzten Endes zu einem insgesamt positiven Jahresausblick. Und die ersten Wochen des neuen Jahres gaben mir Recht, die Aktienkurse explodierten geradezu, der Ölpreis gab ebenso weiter nach wie der Euro gegenüber dem Dollar. Eine perfekte Anlegerwelt. Fast.

Mittwoch, 28. Oktober 2015

Corning ist glasklar ein Investment wert

Corning Inc. ist weltweiter Marktführer in der Herstellung von Spezialgläsern und Keramik - und eigentlich eine Holding, die 5 Geschäftsbereiche unter ihren Fittichen hat. Denn obwohl alle mit Glas und seiner Nutzung zu tun haben, sind sie doch ziemlich eigenständig und bergen nur bedingt Synergien.

Am bekanntesten und zuletzt immer häufiger in den Medien ist der Bereich Spezialmaterialien, der das berühmte "Gorilla Glas" fertigt, das so viele Smartphones und Tablets von Herstellern wie Apple oder Samsung ziert. Denn Gorilla Glas ist extrem kratzfest, berührungsempfindlich, stromsparend und wenig reflektierend – kurz gesagt, es ist das Produkt von Corning, das wir alle tagtäglich antatschen, oft mehrmals in der Minute. Corning liefert die Touchscreens unseres iPhones, unseres Nexus-Tablets und vieler anderer Geräte, die über Gesten und Berührungen gesteuert werden.

Doch auch wenn diese Sparte die meiste Phantasie birgt, ist sie doch nur ein Bereich unter vielen im Corning-Universum. Denn neben den Spezialmaterialien gibt es noch die vier weiteren Geschäftsbereiche Anzeigentechnologien, Umwelttechnologien, Optische Kommunikation und Biowissenschaften.

In der Sparte Umwelttechnologien produziert Corning Keramiksubstrate und Filterprodukte zur Emissionskontrolle in mobilen und stationären Anwendungen weltweit, also in Generatoren, Antrieben, Autokatalysatoren.

Die im Bereich Biowissenschaften zusammengefassten Produkte umfassen allgemeine Laborprodukte und Geräte sowie Spezialoberflächen, die in der Arzneimittelforschung, Mikrobiologie und Chemie zum Einsatz kommen. Hier hatte man kürzlich erst das Röhrenglasgeschäft des deutschen Verpackungsspezialisten Gerresheimer übernommen.

Die Sparte Optische Kommunikation könnte man vereinfacht als Glasfaserkabelsparte bezeichnen, denn hier geht es um das schnelle Internet, das Rückgrat der immer höheren Bandbreiten, die die neuen Smartphones, Tablets, Video-on-Demand-Anbieter verlangen, um den Kunden immer bessere und ruckelfreie Kommunikation und Entertainment anbieten zu können.

Und bei den Anzeigentechnologien geht es vor allem um Glassubstrate, die in LCD-Fernsehern, Notebooks und Flachbildschirmen zum Einsatz kommen.

 Corning (Quelle: comdirect.de)
Glas ist der Werkstoff der Zukunft(stechnologien)
Während die ersten beiden Sparten für solide, langweilige Geschäftsbereiche mit etablierten Geschäftsfeldern, Umsätzen und Erträgen stehen, spielt in den drei anderen die Zukunftsmusik. Der schleichende Tod der Computermaus und der Tastatur durch den Siegeszug der Touchscreens führt dazu, dass immer mehr Bereiche unseres Lebens mit „intelligentem“ Glas überzogen werden (müssen), ob es Fernseher sind oder die Bedienungselemente in unseren Autos – hier ging Corning jüngst eine Kooperation mit BMW ein, um das neuste Cornings-Glas im Elektroauto i8 einzusetzen. Die normalen Glasfenster werden so zu berührungsempfindlichen Steuerelementen und zu Anzeigekomponenten für technische Einblendungen und Informationsdarstellung.

Doch gerade im Bereich von Gorilla Glas stand Corning vor einer großen Herausforderung. Denn Apple hatte sich auf eine andere Technologie versteift, wollte für seine Geräte Saphir-Glas einsetzen, und hatte sich mit Milliardenaufwand an einer eigenen Fertigung versucht. Und ist gescheitert. Denn die Hoffnungen, die man mit Saphir-Glas verband, konnten nicht erfüllt werden. Zu schwer, zu splitteranfällig, zu energieintensiv. Und während Apples größter Konkurrent (und gleichzeitig wichtigster Zulieferer) Samsung sich mit 10% an Corning beteiligte und Gorilla Glas in seinen Geräten einsetzt, hatte die Apple-Abkehr für empfindliche Kurseinbrüche bei Corning gesorgt. Notgedrungen musste Apple wieder auf Gorilla Glas zurückgreifen für seine iPhones und iPads.

Project Phire
Corning ist schlau genug, sich nicht auf alten Erfolgen auszuruhen. Vielmehr hat man diesen deutlichen Wink mit dem Zaunpfahl verstanden und fleißig an einer Verbesserung von Gorilla Glas gearbeitet. Und diese sind so gravierend, dass das neue Produkt gleich einen neuen Namen bekommt: Project Phire. Dieses neue Glas vereint die Bruchfestigkeit von Gorilla Glas mit der Kratzfestigkeit von Saphir-Glas und bietet weitere Vorteile, weil es leichter ist, noch weniger Energie verbraucht und weil Sonneneinstrahlung nach besser kompensiert werden kann, so dass die Endgeräte sich noch besser für den Einsatz im Freien eignen, kratz- uns bruchsicherer sein werden und längere Akkulaufzeiten versprechen. Allein aufgrund des verwendeten Materials für das Display bzw. die Touchscreens.

Unternehmen der verschiedenen Geschwindigkeiten
Wie man an den unterschiedlichen Sparten sehen kann, ist Corning ein Unternehmen der verschiedenen Geschwindigkeiten. Einerseits gibt es etablierte Geschäftsbereiche mit wenig Wachstum und gefestigten Erlösen und hinsichtlich seines Silikon-Joint-Ventures mit dem Chemie-Giganten Dow Chemical hatte Corning bereits die Absicht geäußert, seine Anteile an den Partner abgeben zu wollen und Dow hat seinerseits nun Interesse bekundet. Und dann gibt es jene Bereiche, die schnell wachsen sowie höhere Investitionen in neue Produkte erfordern - und die hohe Gewinne für die Zukunft versprechen.

Versteckte Werte heben
Star-Invstor Carl Icahn, Icahn Enterprises 
An dieser Stelle wird es spannend, denn Gerüchten zufolge ist genau diese Konstellation der Grund, weshalb Corning ins Visier „aktivistischer Investoren“ geraten ist. Kein Geringerer als Starinvestor Carl Icahn soll sich bei Corning zur Zeit einkaufen und was dann folgen wird, kann man sich in bunten Farben ausmalen. Denn Icahn ist ein aktiver, konfliktfreudiger Investor, der sich bevorzugt in Unternehmen einkauft und einmischt, bei denen er versteckte Werte vermutet. So kaufte er nach dem großen Einbruch bei Apple einen Milliardenanteil zusammen und setzte Apple-CEO Tim Cook auch öffentlich dermaßen unter Druck, dass Apple die Dividenden deutlich erhöhte und seine Aktienrückkäufe massiv ausweitete. Bei Ebay sorgte Icahn dafür, dass der Online-Bezahldienst PayPal abgespalten und als separates Unternehmen an die Börse gebracht wurde - die jüngst präsentierten Quartalszahlen belegen, dass es beiden seit der Trennung hervorragend geht. Und bei Corning findet sich ebenfalls eine Mischung aus unterschiedlichen Geschäftsfeldern, die sich getrennt wohl deutlich besser entwickeln könnten als unter einem gemeinsamen Dach. Wer in die wachsenden Zukunftsbereiche investieren will, der muss heute auch den Medizin- und Umweltbereich mit kaufen.

Ob es nun Icahn ist oder ein anderer der vielen aktivistischen Investoren, unter dem Strich bahnt sich bei Corning eine Entwicklung an, die die Werte der einzelnen Geschäftsbereiche zum Vorschein bringen könnte. Dabei bin ich nicht per se ein Freund von Einmischungen seitens der Aktionäre, denn das Unternehmen gut zu führen, ist zuvorderst Aufgabe des Managements, nicht des Aufsichtsrats und auch nicht der Aktionäre. Allerdings kann eine solche Einmischung dem Management dabei helfen, verkrustete Strukturen aufzubrechen und notwendige Veränderungsprozesse anzugehen, die ohne einen starken äußeren Impuls vielleicht am „bürokratischen Widerstand“ innerhalb des Unternehmens gar nicht realisierbar wären.

Quartalszahlen, mehr Dividende und stärkere Aktienrückkäufe
Bis es soweit ist, hat das Unternehmen auch heute schon operativ einiges zu bieten, auch wenn die Zahlen zum 3. Quartal unter denen des Vorjahres lagen. Der Nettoumsatz fiel gegenüber dem Vorjahreswert von 2,54 Mrd. USD auf 2,27 Mrd. USD und der Nettogewinn sogar von 1,01 Mrd. USD auf 188 Mio. USD bzw. 0,15 USD je Aktie (0,72 USD). Unter Ausblendung von Sondereffekten blieben Corning 0,34 USD je Aktie nach 0,37 USD im Vorjahr.

Ein größeres Augenmerk richtet sich allerdings auf die begleitenden Aussagen des Managements. Bis 2019 will man 20 Mrd. USD investieren, darunter 10 Mrd. USD in Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufe. Dazu weitet man das bestehende Aktienrückkaufprogramm um weitere 4 Mrd. USD aus und bereits im aktuellen vierten Quartal soll es beschleunigt und für 1,25 Mrd. USD eigene Aktien erworben werden. Weitere 10 Mrd. USD werden in den Ausbau des Geschäfts fließen, um Cornings führende Marktposition zu erhalten und auszubauen.

Cornings Quartalsdividende wird zum vierten Mal 0,12 USD je Aktie betragen und am 11. Dezember überwiesen. Der Dividendenabschlag hierzu erfolgt am 10. November. Allerdings will das Unternehmen seine Dividende bis 2019 um jährlich jeweils 10% anheben.

Fazit
Ob nun durch äußere Einmischung oder durch eigenes Erkennen des Managements, wir Corning-Aktionäre können eigentlich von den Überlegungen nur profitieren und die möglichen Entwicklungen als Bonus betrachten bei einem attraktiv bewerteten Langfristinvestment mit interessanten Perspektiven.

Seitdem ich Corning Ende Juli auf meine Empfehlungsliste genommen habe, ist der Kurs im Zuge der Herbstkorrektur noch etwas weiter gefallen. Bei den jetzt aktuellen 16,50 EUR wird das Unternehmen mit einem 2016er KGV von 11,8 und einer Dividendenrendite von 2,7% bewertet, was angesichts des soliden Cashflows und der positiven Aussichten geradezu unverschämt günstig erscheint.

Dienstag, 28. Juli 2015

Investor-Update: Blackstone, Corning, Deutsche Rohstoff, KCAP Financial

Im Investor-Update notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

= Blackstone Group
Der Kurs der Blackstone-Aktien hat den Dividendenabschlag sowie den China-Crash zu verdauen und ist etwas unter die Räder gekommen. Die Quartalsdividende von 74 US-Cents fehlt zwar im aktuellen Aktienkurs, wird aber erst am 3. August ausgeschüttet. Mit Abstand mein größter Depotwert.

+ Corning Inc.
Corning ist ein Glasfaser-Spezialist und produziert u.a. Glasfaserkabel für schnelle Internetverbindungen. Samsung hat sich einen 10-Prozent-Anteil gesichert und zwar weil Corning auch der Hersteller des Gorilla-Glases ist, also dem kratz- und stoßfesten Glas, das so gut wie jedes Smartphone ziert. Apple wollte ja auf das Konkurrenzprodukt Saphirglas setzen, doch das ist bekanntlich kolossal gescheitert. Nun verbaut man auch im iPhone 6 Gorilla-Glas und Corning ist es gelungen, eine neue Variante zu kreieren, die noch dünner, noch sensibler, noch leichter, noch stromsparender und vor allem noch sehr viel kratzfester sein soll - und will dieses neue Glas demnächst auf den Markt bringen. Heute wurden Zahlen präsentiert und der Kurs ist von 22 EUR auf unter 17 EUR zurückgekommen - weil seit einiger Zeit befürchtet wird, dass Corning aufgrund von Absatzschwierigkeiten in China die Erwartungen verfehlen könnte. Nun, wie diese Grafik bei Zacks.com zeigt, hat Corning in den letzten 6 Quartalen die Erwartungen einmal getroffen und fünfmal übertroffen. So auch heute. Der Kurs ist stark zurückgekommen und Corning ist in einem starken Wachstumsmarkt unterwegs, stellt quasi das Rückgrat für unsere moderne Kommunikation her. Auch hier habe ich mir einige Stücke ins Depot gelegt, denn auch wenn ich Apple verkauft habe wegen der einseitigen Ausrichtung auf das iPhone, wächst der globale Smartphone-Markt doch mit atemberaubender Geschwindigkeit. Und auch die chinesischen Anbieter, die schnell Marktanteile gewinnen, brauchen Touchscreens für ihre Smartphones. Das KGV für 2015 wird bei 12,5 angesiedelt, für 2016 bei 11,5 und die Dividendenrendite liegt bei 2,5%.

= Deutsche Rohstoff
Die Dividenden von 50 Cents je Aktie hat meinem Konto gut getan, der Aktienkurs ist allerdings deutlicher zurückgekommen. Was wohl weniger an China liegt, sondern vielmehr am deutlich reduzierten Ölpreis. Eigentlich verkehrte Welt, denn die DRAG produziert und verkauft gar kein Öl, sondern sie sitzt auf einem riesigen Berg an Geld (und möglichen Steuererstattungen), den sie gerade in neue Öl- und Gasprojekte investiert. Und diese Projekte kosten aufgrund des Preisverfalls momentan so wenig wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Billig kaufen, teuer verkaufen, das ist Erfolgsgeschichte der Kaufleute. Und die DRAG hält sich genau daran. Nur die Anleger nicht. Bisher. Naja, ich habe Geduld und freue mich schon auf den Zeitpunkt, wenn die Deutsche Rohstoff wieder aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt wird. Sehr schön ist übrigens eine Darstellung aus der HV-Präsentation: die DRAG ist die einzige Aktie im Rohstoffbereich, mit der Anleger in den vergangenen Jahren an der Börse gut Geld verdienen konnten. Denn obwohl der Aktienkurs um einiges unter seinen Höchstständen notiert, liegt er auf 5-Jahressicht doch deutlich vorne.

+ KCAP Financial Inc.
KCAP Financial (ehemals Kohlberg Capital Corp.) wurde 1987 von Jerome Kohlberg gegründet, nachdem der Namensgeber von KKR (Kohlberg Kravis Roberts) dort ausgestiegen war. KCAP ist eine Private Equity Firma, die vor allem kleine und mittlere nicht-börsennotierte US-Unternehmen mit Eigen- und Fremdkapital finanziert. Wenn man sich den Kursverlauf der Aktie ansieht, bekommt man das kalte Gruseln: es scheint nur bergab zu gehen. 2013 notierte die Aktie nahe 9 EUR, im März auf einem Zwischenhoch bei 7 EUR und heute habe ich mir eine kleine Position zu 4,64 EUR ins Depot gelegt. Es gibt einige Analysten, die den Wert covern, einige sagen "halten", zwei sagen "verkaufen". Keiner mag die Aktie. Dabei hat KCAP gerade erst wieder eine Quartalsdividende von  21 US-Cents ausgeschüttet. Richtig gelesen, das ergibt auf dem aktuellen Kursniveau eine Dividendenrendite aufs Jahr hochgerechnet von mehr als 15%. Wie die Dividendenhistorie zeigt, fielen die Quartalsdividenden von 28 US-Cents in 2013 über 25 US-Cents in 2014 auf die nun aktuellen 21 US-Cents. Und es ist etwas mehr, als KCAP in diesem Jahr an Gewinn erzielen wird - man könnte also sagen, die Dividende wird zu einem kleinen Teil aus der Substanz ausgeschüttet. Was mir ja so gar nicht schmeckt. Normalerweise... Meine erste Vermutung war, das KCAP sich stark im Öl- und Gasbereich exponiert hätte, aber darin liegen nur 6% der investierten Gelder. Und als "uneinbringlich" ist nur eine einzige Position eingestuft, gerade mal 1% des Portfolios. Und die Bewertung? Die selben Analysten, die die Aktie mit Halten und Verkaufen einstufen, erwarten ein Jahresergebnis von 72 US-Cents je Aktie - ergibt ein KGV von 7. Bei einer Dividendenrendite von 15%. Egal, was ich hier übersehen habe, diese Konstellation erscheint mir doch so verlockend, dass ich in das "fallende Messer "gegriffen habe und gespannt auf die Ergebnisse zum 2. Quartal warte, die KCAP am 5. August nach US-Börsenschluss präsentieren will.

.: Cashquote
Meine Cashquote ist trotz der eingegangenen Dividendenzahlung der DRAG weiter geschrumpft und nähert sich der 10-Prozent-Marke. Angesichts der Jahreszeit mit den bevorstehenden "schaukeligen Herbstwochen" eine eher ungewöhnliche Situation für mich. Andererseits muss man als Langfrist-Investor die Gelegenheiten dann ergreifen, wenn sie sich bieten. Und die üppigen Dividenden, wie z.B. bei Blackstone, schaufeln ja auch wieder ordentlich Cash aufs Konto, ohne dass ich etwas dafür tun - oder gar verkaufen - müsste.