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Montag, 5. Dezember 2022

Kissigs Aktien Report: Kennzahlen im Wandel - Vergiss KGV und KBV, achte (nur) auf den Cashflow!

Im Rahmen meiner Kooperation mit dem "Aktien Report" von Armin Brack nehme ich mir in unregelmäßigen Abständen interessante Unternehmen vor. Die Ausgaben des "Aktien Reports" und/oder "Geld Anlage Reports" erreichen ihre Leser samstags kostenlos und "druckfrisch" im Email-Postfach und man kann sich ▶ hier beim "Geld Anlage Report" anmelden. Bonbon für die Leser meines Blogs: einige Tage später darf ich die Artikel dann auch hier veröffentlichen.
Aktien Report Nr. 115 vom 25.11.2022

Sonntag, 14. August 2022

Börsenweisheit des Tages | 14.08.2022

"In der Wirtschaft verhalten sich die Zinssätze wie die Schwerkraft in der physischen Welt. Zu jeder Zeit, auf allen Märkten, in allen Teilen der Welt, verändert die kleinste Änderung der Zinssätze den Wert jedes finanziellen Vermögenswertes. Sie sehen das deutlich an den schwankenden Preisen von Anleihen. Aber die Regel gilt auch für Ackerland, Ölreserven, Aktien und jeden anderen finanziellen Vermögenswert."
(Warren Buffett)

Sonntag, 25. Juli 2021

Peter Lynch rät: Teile Aktien in Kategorien ein, um sie richtig bewerten zu können

Wer sein Geld in Unternehmen investieren will, möchte (Kurs-) Gewinne erzielen. Dies gelingt zumeist nur, wenn das Unternehmen Gewinn erwirtschaftet und zwar dauerhaft. Bei der Betrachtung der Gewinne kennt man allerdings nur die Vergangenheit, während die zukünftigen Aussichten/Erträge geschätzt werden müssen. Das macht die Bewertung schwierig.

Um diese Einschätzung erfolgreich vornehmen zu können, rät Peter Lynch in seinem Buch "Der Börse einen Schritt voraus" (hier zu meiner Kurzrezension) dazu, Aktien in sechs Kategorien einzuteilen.
»Unterteile Aktien in Kategorien und bewerte sie entsprechend. Wenn du Aktien in Kategorien teilst, weißt du besser, was du von ihnen erwarten kannst.«

Montag, 7. Dezember 2020

Selbst Robert Shiller hält sein Shiller-KGV für überholt und preist nun das Zinsniveau mit ein. Er folgt damit Ken Fisher, Jeremy Grantham und Warren Buffett

Robert Shiller genießt hohes Ansehen in der Finanz- und Wirtschaftswelt. Der US-amerikanischer Ökonom und Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Yale University wurde 2013 mit dem Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften ausgezeichnet, gemeinsam mit Lars Peter Hansen und Eugene Fama und zwar für ihre empirische Analyse von Kapitalmarktpreisen.

Zu seinem wohl am meisten beachteten Werk gehört das CAPE-Ratio, auch Shiller-KGV genannt, das als Indikator für den Börsenmarkt gilt (CAPE steht dabei für cyclically adjusted price-to-earnings ratio).

Robert Shiller und John Campbell kamen 1988 in einer Studie zu dem Ergebnis, es müsse ein sinnvoller(er) Bewertungsmaßstab entwickelt werden, als das vorherrschende Kurs-Gewinnverhältnis (KGV). Ein Maßstab, der weniger anfällig für kurzfristige Entwicklungen sein und eher mittel- bis langfristige Börsenbewertungen ermitteln sollte. Ihr Vorschlag lautete, das KGV nicht mehr auf Basis der aktuellen Gewinne zu berechnen, sondern auf Basis der durchschnittlichen Gewinne der vergangenen zehn Jahre. Zusätzlich sollten die Gewinne um die Inflationsrate bereinigt werden. Die so ermittelte Gewinnreihe wurde als gleitender Durchschnitt ins Verhältnis zum aktuellen Kurs gesetzt und ergibt dann das CAPE-Ratio bzw. Shiller-KGV.

Dieses Shiller-KGV wird seither häufig als Bewertungsmaßstab für die Börsen herangezogen, doch in den letzten Jahren geriet es zunehmend in die Kritik - es hat nämlich seine Vorhersagekraft eingebüßt. Auch deshalb haben sich in den letzten Jahren viele Value Investoren vom Shiller-KGV abgewandt und nun folgt ihnen auch Shiller selbst. Aus den gleichen, guten Gründen...

Samstag, 28. Januar 2012

Dividende / Dividendenrendite

Dividenden sind der Anteil am Gewinn eines Unternehmens, der an die Aktionäre ausgeschüttet wird. In Deutschland erfolgt dies üblicherweise einmal im Jahr, in den USA sind auch halb- oder vierteljährliche Dividendenausschüttungen gängige Praxis. Dort schwanken die Dividendenhöhen auch stärker als in Deutschland, weil hierzulande einer kontinuierlichen und verlässlichen Dividendenpolitik der Vorzug gegeben wird. Deshalb werden in besonders erfolgreichen Jahren auch zuweilen einmalige Boni gezahlt und als solche gekennzeichnet, um nicht im nächsten Jahr die Dividenden wieder senken zu müssen.

Die Dividende wird von der Hauptversammlung auf Vorschlag des Vorstands festgelegt und beträgt zumeist zwischen 40% und 60% des Jahresgewinns des Unternehmens. Der Rest verbleibt im Unternehmen und erhöht so nicht nur den Unternehmenswert, sondern stellt der Firma auch Investitionsmittel zur Verfügung.

Am Tag der Dividendenzahlung wird die Bruttodividende vom Börsenkurs abgezogen (sog. Dividendenabschlag), so dass dieser zumeist ein deutliches Minus aufweist. Nicht selten fängt sich der Kurs aber ziemlich schnell, da Anleger auf dem verbilligten Niveau gerne zugreifen. Denn die Dividendenzahlung muss ja von Privatpersonen pauschal versteuert werden ("Abgeltungssteuer"), während Kapitalgesellschaften erhaltene Dividendenzahlungen zumeist steuerfrei vereinnahmen können.

Je nach Höhe des Börsenkurses, ergibt sich in Verbindung mit der Nettodividende eine Dividendenrendite. Sie errechnet sich so:

Dividendenrendite  = (Dividende / Aktienkurs) * 100

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Buchwert / Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV)

Der Buchwert eines Unternehmens war früher eine sehr wichtige Kennzahl bei der Bewertung und beim Aufspüren unterbewerteter Aktiva. Benjamin Graham hat hierauf seine berühmte Investment-Strategie aufgebaut und bereits 1940 in seinem gemeinsam mit David Dodd verfassten Standardwerk “Wertpapieranalyse” Vorschläge zur Berechnung vorgelegt. In den 1980er Jahren waren Übernahmen, um diese Firmen anschließend zu zerschlagen und stückweise zu verkaufen das "große Spiel". Der Film "Wallstreet" von Oliver Stone mit Michael Douglas handelt von eben dieser Ära mit Akteuren wie  dem Junk-Bond-König  Michael Milken und Ivan Boesky und anderen "Räubern" (Predators). Spannend und detailliert ist auch das Buch "Club der Diebe" von James B. Stewart.

Die Unternehmenskennziffer Buchwert je Aktie gibt die Höhe des auf die Aktionäre entfallenden Eigenkapitals pro Aktie an. Er berücksichtigt nur den bilanziell ausgewiesenen Wert der Aktiva, nicht jedoch mögliche stille Reserven oder stille Lasten. Daher sind Buchwerte in der Bilanz skeptisch zu betrachten, weil man sie kaum verifizieren kann. Üblicherweise werden sie nach dem Niederstwertprinzip ja zu den ursprünglichen Anschaffungskosten ausgewiesen (falls dieser unter dem aktuellen Wert liegt, wird entsprechend der niedrigere Wert angegeben). Die Bilanz sagt also nichts über mögliche stille Reserven aus, das KBV (Kurs-Buchwert-Verhältnis) ist also fast immer zu hoch! Der Buchwert stellt vielmehr den untersten Wert des sog. inneren Wertes oder Substanzwertes des Unternehmens dar (beides wird gerne und oft gleichgesetzt, sind aber unterschiedliche “Konzepte”). Und trotzdem weiß man erst sicher, was man als Buchwert realisieren kann, wenn das Unternehmen liquidiert wird.