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Dienstag, 14. Oktober 2025

Peter Lynch warnt: Markttiming frisst unnötig Geld und Rendite. Einfach zu dumm...

Die Börsenkurse steigen immer. So sieht es aus, wenn man sich die Entwicklung von S&P 500 oder DAX über einen langen Zeitraum ansieht. Klar, zwischendrin gibt es immer mal Rücksetzer, aber auf lange Sicht fallen die kaum ins Gewicht. In der Rückschau, wohlgemerkt, denn die Kurseinbrüche waren zu ihrer Zeit bisweilen dramatisch: 1929 mit annähernd 90 % oder 1987 mit einem Verlust von mehr als 22 % an nur einem einzigen Tag, dem "schwarzen Montag" am 19. Oktober. Zudem gibt es regelmäßig heftige Korrekturen, wie beispielsweise 2011, als es fast 40 % abwärts ging. Jedenfalls vorübergehend, auch dank des billigen Geldes der Notenbanken. Anfang 2016 und Ende 2018 gab es ebenfalls heftige Einbrüche und 2021 folgte ein rund anderthalb Jahre anhaltender Bärenmarkt, bevor eine neue Hausse einsetzte, die (beinahe) Anfang April 2025 durch Don Trumps Zollkriegserklärungen gekillt wurde.

Das zugrundeliegende Muster ist klar: es geht längere Zeit eher gemächlich nach oben und dann tritt irgendwann ein emotional getriebenes, panikartiges Kursmassaker auf. Und auf ein solches warten Anleger derzeit wieder, denn seit dem letzten Tiefpunkt zogen die Aktienbörsen bereits stark an entlang der "Wall of Worries". Und dieser Aufschwung wird überwiegend von einigen wenigen BigTechs getragen und gehypten KI-Aktien, so die Kritik, die die Befürchtung auf eine weitere Börsenblase nährt.

Dabei ist zu bemerken, dass die Volatilität der Märkte grundsätzlich zugenommen hat, also dass die Kursausschläge extremer werden, in beide Richtungen. In Deutschland gibt es den VDAX, der die Volatilität misst. Und wenn wir diesen betrachten, so weist er - erstaunlicherweise - seit Monaten ein niedriges und sinkendes Niveau auf; er ist geradezu entspannt, von kurzen Ausreißern nach oben einmal abgesehen. Und das, wo weltweit Krisen toben, Inflations- und Zinssorgen die Börse umtreiben und Rezessionsängste die Stimmung belasten. Doch die Börsianer blieben entspannt - wenn sie schlau(er) waren…

Donnerstag, 29. August 2024

[Kissigs Börsentheater] Peter Lynch erklärt, dass letztlich nur der Anleger selbst sein Börsenschicksal entscheidet

Fundamentaldaten bestimmen die Unternehmen, Emotionen bestimmen die Börse. Wenn die Kurse steigen bekommen Anleger Panik, sie würden etwas verpassen - FOMO regiert, die Angst, etwas zu verpassen. Und wenn die Kurse fallen, verkaufen sie ihre Aktien panisch, um sich vor Verlusten zu schützen - doch dann ist es meistens bereits zu spät, der Schaden ist angerichtet, der Kursverlust wird nur noch realisiert. In den meisten Fällen (re-)agieren die Anleger falsch und aus den falschen Gründen.
"Letztlich sind es nicht die Börse oder gar die Unternehmen, die das Schicksal des Anlegers bestimmen. Es ist der Anleger selbst."
(Peter Lynch)
Nicht die Börse bezwingt sie, sondern ihr eigenes Herdenverhalten, das sie ohne Kenntnisse der Lage Kurzschlussentscheidungen treffen lässt. Sie lassen sich zu Getriebenen ihrer Emotionen machen, lassen Angst und Gier das Ruder übernehmen, anstatt dem Verstand das Denken zu überlassen. Und da alle Anleger gleich empfinden und auf dieselben Herausforderungen gleich konditioniert sind von der Evolution, reagieren sie auch (fast) alle gleich. Das führt zu Übertreibungen, zu viel zu starken Kursausschlägen wegen des kurzfristigen massiven Überhangs an Angebot oder Nachfrage. Anleger torpedieren damit selbst ihre Renditechancen!

Dabei haben Lemminge nicht den Ruf, die schlausten Tiere zu sein. Auch an der Börse nicht, wo sie von Bulle und Bär immer wieder ausmanövriert werden. Warum also den Lemming machen anstatt selbst nachzudenken und ein kräftiger Bär oder ein starker Bulle zu werden? Jeder Anleger hat es letztlich selbst in der Hand…

Sonntag, 24. März 2024

[Kissigs Börsentheater] Peter Lynch hält nichts von Wirtschaftsprognosen und rät Anlegern, sich lieber auf die Unternehmen zu konzentrieren, in die sie investiert haben

Die meisten Prognosen erweisen sich als falsch und Börsenlegende Peter Lynch hat dazu eine klare Meinung: "Niemand kann die Zinssätze, die künftige Richtung der Wirtschaft oder den Aktienmarkt vorhersagen. Ignoriere derartige Prognosen und konzentriere Dich darauf, was mit den Unternehmen passiert, in die Du investiert hast."

Ein guter Rat! Denn Volkswirte blicken auf Daten der Vergangenheit und schreiben sie aufgrund aktueller Ereignisse in die Zukunft fort. In gleichem Maß, wie ihre Prognosen überzeugend klingen, verfehlen sie jedoch die Realität. John Kenneth Galbraight merkte sogar einmal süffisant an, Wirtschaftsprognosen würden vor allem den Zweck erfüllen, die Astrologie seriös aussehen zu lassen.

Etwas ernster gemeint setzt Lynch noch eins drauf: "In den USA gibt es 60.000 Wirtschaftswissenschaftler, die versuchen, Rezessionen und Zinssätze vorherzusagen, und wenn sie damit Erfolg hätten, wären sie jetzt alle Millionäre. Soweit ich weiß, sind die meisten immer noch erwerbstätig, das sollte uns einiges sagen." Stimmt...

Auch Warren Buffett ignoriert Wirtschaftsprognosen und setzt ausschließlich auf Mikrofaktoren, also die Entwicklung in den Unternehmen. Deren Management muss sich um die Zinsentwicklung, Rohstoffpreise und Energiekosten kümmern, nicht der Aktionär. Jeder sollte seinen Job erledigen, nicht den des andren, und das so gut wie möglich. Dann stimmt am Ende auch die Rendite.

Als Aktionäre können wir uns dann ab und zu entspannt zurücklehnen und uns an Winston Churchills pointierte Kommentare zu Experten erinnern: "Die sicherste Zeit für eine Prognose ist kurz nach dem Ergebnis." Und: "Ein Experte ist jemand, der hinterher genau sagen kann, warum seine Prognose nicht gestimmt hat." Genau...

••• Überarbeite Fassung eines Artikels aus April 2023

Sonntag, 3. Dezember 2023

[Kissigs Börsentheater] Peter Lynch erklärt, weshalb der Bauch und nicht der Kopf das Schicksal des Aktieninvestors bestimmt. Und wie...

Wirtschaft und Börsen laufen nicht immer parallel, manchmal koppeln sich die Börsenkurse deutlich ab – nach oben oder unten. Vor allem bei fallenden Börsen bekommen Anleger dann Zweifel, ob ihre Überlegungen schlüssig sind und ob sie die richtigen Aktien im Depot haben. Die schnelle Schlussfolgerung lautet dann beinahe unweigerlich, wenn der Kurs tief im Minus notiert, muss man doch falsch liegen, oder? Ja. Oder nein, es kommt drauf an. Aber nicht auf den Aktienkurs. Der Preis der Aktie an der Börse ist zwar niedriger als beim Kauf, aber das bedeutet nur, dass man (etwas) zu teuer gekauft hat, und nicht zwangsweise, dass man falsch liegt mit seinen Überlegungen.
"Ihr Erfolg oder Misserfolg an der Börse hängt letztlich von Ihrer Fähigkeit ab, die Sorgen der Welt lange genug zu ignorieren, damit Ihre Investitionen erfolgreich sind. Nicht der Kopf, sondern der Bauch bestimmt das Schicksal des Aktieninvestors."
Der Aktienkurs wird bestimmt durch Angebot und Nachfrage anderer Anleger, also durch deren Angst und Gier, durch deren Hoffnungen und Sorgen. Gibt es mehr von dem einen, reagiert der Kurs anders, als wenn es mehr von dem anderen gibt. Dabei geht es zwar und den Handel von Aktien, aber für die meisten Akteure ist dies nicht gleichbedeutend mit dem Handel von Unternehmen(santeilen). Viele verwenden Aktien wie Wettscheine auf steigende Kurse. Und auf kurze Sicht dominieren sie den Markt, bestimmen den Kurs. Doch auf mittlere und erst recht auf lange Sicht nicht. Hier setzen sich die Fundamentaldaten durch, es entscheidet die operative Entwicklung des Unternehmens. Kursschwankungen, vor allem die durch Angst und Panik ausgelösten heftigen Kurseinbrüche, sind daher fast immer als Chance anzusehen. Als Chance, endlich die Unternehmen, die man immer schon im Depot haben wollte, halbwegs günstig kaufen zu können. Aber...

Sonntag, 18. Juni 2023

[Kissigs Börsentheater] Peter Lynch ist nicht beunruhigt über die Börsenrallye, obwohl die Nachrichtenlage anhaltend düster aussieht

Börsenlegende Peter Lynch hat so ziemlich schon jede Börsenlage selbst miterlebt und angesichts der neuen Rekordmarken an den Börsen bei gleichzeitigem Rückgang der Wirtschaftsleistung kann er die Anleger beruhigen: Er meint: "Jedem wirtschaftlichen Aufschwung seit dem 2. Weltkrieg ging eine Erholung der Aktienmärkte voraus. Und diese Erholungen beginnen oft, wenn die Rahmenbedingungen düster sind."

Diese Situationsbeschreibung passt perfekt zu unserer gegenwärtigen Lage: Die Notenbanken haben wegen der galoppierenden Inflation in nie gesehenem Tempo ihre Zinssätze erhöht und strangulieren damit die Wirtschaft, deren Leistung zunehmend abnimmt. Als Begleiterscheinung ist der seit 15 Jahren boomende Immobilienmarkt ins Straucheln geraten und hat in den letzten 6 Monaten eine kräftige Talfahrt hinter sich gebracht. Währenddessen waren die Börsenkurse bis in den Frühling hinein beinahe zwei Jahre lang gefallen und hatten teilweise sämtliche Kursgewinne seit dem Corona-Tief wieder ausgemerzt.

Und doch haben sich die Börsenkurse gefangen und sich - unter teilweise heftigen Schwankungen - wieder erholt und vereinzelt auf Rekordjagd begeben; besonders um das Thema 'Künstliche Intelligenz' ist ein regelrechter Hype entstanden, nachdem Microsoft mit ChatGPT hier 'den großen Wurf' präsentierte und KI nun mit Siebenmeilenstiefeln im Alltagsleben der meisten Menschen ankommt.

Da die Börsenkurse der Realität 6 bis 12 Monate vorauseilen, passt ihre Entwicklung oft nicht zur aktuellen Schlagzeilenlage - heute nicht und früher auch nicht. So waren im Frühjahr 2009 auf dem Höhepunkt der Globalen Finanzkrise die Nachrichten geprägt von Weltuntergangsszenarien und Hiobsbotschaften – aber die Börsen setzten bereits zur längsten und stärksten Hausse aller Zeiten an. Sie nahmen Fahrt auf und kletterten an der 'Wall of Worries' empor, wenn auch teilweise unter heftigen Schwankungen.

Das klingt irgendwie bekannt, oder? Genau. 'Die Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich' heißt es. Und so beginnt es…

Disclaimer: Habe Microsoft auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.

Sonntag, 10. April 2022

Verbilligen oder Verluste begrenzen? Peter Lynch weiß, wie's richtig geht. Und wann...

Wenn die Kurse fallen stellt sich Anlegern die Frage, wie sie damit richtig umgehen sollten. Sollten sie ihre bestehende Position ausbauen, also den Einstandskurs verbilligen, oder lieber konsequent die Reißleine ziehen und die Verluste begrenzen?

Eine pauschale richtige Antwort gibt es auch in diesem Fall nicht, denn es kommt entscheidend auf die jeweilige Situation an. Beide Verhaltensweisen können genau das Richtige sein; es kommt darauf an, dass Anleger sich nicht von Angst oder Gier treiben lassen, sondern möglichst emotionslos analysieren, ob ein Nachkauf oder ein Verkauf die positivere Auswirkung auf ihre Gesamtrendite hat.
»Du wirst Deine Ergebnisse nicht verbessern, indem Du die Blumen ausreißt und das Unkraut gießt.«
(Peter Lynch)
Investorenlegende Peter Lynch, der erfolgreichste Fondsmanager der 1980er Jahre, hat hier eine sehr passende Metapher gewählt, um Anlegern eine erste wichtige Entscheidungshilfe zu geben. Aber natürlich steckt noch etwas mehr dahinter...

Samstag, 11. Dezember 2021

Peter Lynch mahnt: "Verliebe Dich nie in eine Aktie. Bleibe immer aufgeschlossen!"

Menschen neigen zu selektiver Wahrnehmung; sie gewichten Argumente, die ihre eigene Meinung stützen als jene, die dem eigenen Standpunkt widersprechen. Man nennt das auch "Confirmation Bias" oder Bestätigungsfehler.

Doch da uns Benjamin Graham schon lehrte, vor allem unser Kapital zu erhalten, also an die Risiken zu denken, muss sich ein Anleger dieser eigenen Schwäche bewusst sein, wenn er langfristig Erfolg an der Börse haben möchte. Oder wie Johann Michael Sailer es ausdrückte: "Sich selbst zu erforschen ist das erste Studium"...

Sonntag, 25. Juli 2021

Peter Lynch rät: Teile Aktien in Kategorien ein, um sie richtig bewerten zu können

Wer sein Geld in Unternehmen investieren will, möchte (Kurs-) Gewinne erzielen. Dies gelingt zumeist nur, wenn das Unternehmen Gewinn erwirtschaftet und zwar dauerhaft. Bei der Betrachtung der Gewinne kennt man allerdings nur die Vergangenheit, während die zukünftigen Aussichten/Erträge geschätzt werden müssen. Das macht die Bewertung schwierig.

Um diese Einschätzung erfolgreich vornehmen zu können, rät Peter Lynch in seinem Buch "Der Börse einen Schritt voraus" (hier zu meiner Kurzrezension) dazu, Aktien in sechs Kategorien einzuteilen.
»Unterteile Aktien in Kategorien und bewerte sie entsprechend. Wenn du Aktien in Kategorien teilst, weißt du besser, was du von ihnen erwarten kannst.«

Sonntag, 27. Juni 2021

Peter Lynch mahnt: Stop-Loss-Orders sind als Absicherung einfach unsinnig!

"Verluste begrenzen, Gewinne laufen lassen" lautet eine in korrigierenden Marktphasen gerne zitierte Börsenweisheit und sie klingt nicht nur sinnvoll, sie ist es auch. Schon Warren Buffetts Regel Nummer 1 lautet: "Verliere niemals Geld", auch das klingt nur vernünftig.

Der Teufel liegt aber, wie so oft, im Detail. Oder genauer gesagt in der Anwendung. Denn es liegt in der Natur der Sache, dass niemand weiß, wohin sich die Börsenkurse entwickeln werden, alles beruht alleine auf Annahmen und Einschätzungen. Und zwar nicht nur unsrer eigenen, sondern der von allen Marktteilnehmern.

Daher hat irgendjemand mal den Stop-Loss erfunden, eine automatisierte Verkaufsorder, die vor (weiteren) Kursverlusten schützen soll. Auch das klingt wieder vernünftig, ist aber beim zweiten Hinsehen eher eine Mogelpackung mit weiteren Nebeneffekten.
»Es ist ganz einfach unsinnig, sich auf Stop-Orders als Absicherung gegen Kursverfälle zu verlassen, ebenso wie auf künstlich gesetzte Kursziele in Aufwärtsphasen.«
Was bewirkt eine Stopp-Loss-Order eigentlich?
Der Durchschnittsanleger denkt, mittels einer Stop-Loss-Order würde er sich einen garantierten Mindestverkaufspreis für seine Aktien sichern. Fällt der Aktienkurs auf den Stop-Loss, wird automatisch verkauft. So weit, so klar. Oder eben unklar. Denn es wird nicht, wie gemeinhin angenommen, zu diesem Stop-Loss-Kurs verkauft! Es wird beim erreicht der Stop-Loss-Marke lediglich eine unlimitierte Verkaufsorder ausgelöst. Soll heißen: wenn die Aktien einbrechen und den Stop-Loss-Kurs erreichen, werden sie auf den Markt geschmissen, zu jedem Preis! Es wird damit garantiert, dass die Verluste realisiert werden!

Mittwoch, 29. Juli 2020

Für Peter Lynch sind Aktienrückkäufe die einfachste und beste Art, wie ein Unternehmen seine Anleger belohnen kann

Kündigt ein Unternehmen einen Aktienrückkauf an, brennt der Kurs ein Feuerwerk ab. Verständlich, ist doch der Aktienkurs das Ergebnis von Angebot und Nachfrage und wenn das Unternehmen seine eigenen Aktien über die Börse zurückkauft, stellt dies zusätzliche Nachfrage dar. Außerdem sollte das Unternehmen am besten wissen, bei welchem Kurs die eigenen Aktien unter ihrem fairen Wert notieren. Und so sind Aktienrückkäufe für die Aktionäre immer eine gute Sache, findet Börsenlegende Peter Lynch.
»Aktienrückkäufe sind die einfachste und beste Art, wie ein Unternehmen seine Anleger belohnen kann. Wenn ein Unternehmen an seine eigene Zukunft glaubt, warum sollte es dann nicht in sich selbst investieren, genauso wie die Aktionäre?«
(Peter Lynch)
Doch wie wie bei allen Wundermitteln, gibt es auch bei Aktienrückkäufen einige Nebenwirkungen und Begleiterscheinungen, über die man sich vorher ein Bild machen sollte. Damit sich der gewünschte positive Effekt auch wirklich einstellt...