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Donnerstag, 12. Dezember 2024

Kissigs Aktien Report: DAX als Renditeschummler geoutet – aber MunichRe und Hannover Rück zeigen sich unbeeindruckt

Im Rahmen meiner Kooperation mit dem 'Aktien Report' von Armin Brack nehme ich mir in unregelmäßigen Abständen interessante Unternehmen und Themen vor. Die Ausgaben des 'Aktien Reports' und/oder 'Geld Anlage Reports' erreichen ihre Leser samstags kostenlos und 'druckfrisch' per Email und man kann sich ▶ hier beim 'Geld Anlage Report' anmelden. Bonbon für die Leser meines Blogs: einige Tage später darf ich die Artikel dann auch hier veröffentlichen.

Aktien Report Nr. 191 vom 06.12.2024

Sonntag, 21. Mai 2023

[Im Fokus] Münchener Rück: Der Versicherer der Versicherer reitet die Erfolgswelle

Die Münchener Rückversicherung, der nach Prämieneinnahmen größte Rückversicherungskonzern der Welt, ist Gegenstand dieses Kurportraits. Das Unternehmen wurde bereits 1880 gegründet und tritt seit 2009 unter dem internationalen Label Munich Re auf.

Die Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft ist ein deutscher Erst- und Rückversicherungskonzern, wobei die Rückversicherungssparte den deutlich größeren Anteil beisteuert, während man im Bereich der Erstversicherungen als Mutter der Ergo-Versicherungsgruppe auftritt. Diese bestand vormals aus den Versicherungsunternehmen D.A.S, Hamburg-Mannheimer, DKV und Victoria. Hier werden Risiken von Kunden abgesichert und dafür möglichst auskömmliche Prämien vereinbart. Dies ist ein recht simples Geschäftsmodell, bei dem es um Zahlen und Wahrscheinlichkeiten geht. Die Versicherung streicht die regelmäßigen Prämien all ihrer Versicherten ein und begleicht daraus die Schäden einzelner Kunden. Im Idealfall erzielt sie eine Überdeckung und streicht diese als Gewinn ein.

Zudem liegen zwischen Prämienzahlung und Auszahlung der Versicherungsleistung oft viele Jahre, in denen die Versicherung dieses Geld zum eigenen Vorteil investieren kann; das übernimmt hier die Munich Ergo Asset Management GmbH.

Warren Buffett liebt das Geschäftsmodell der Versicherungen und den hieraus entstehen 'Float', der das Rückgrat seines großen Investmenterfolgs darstellt.

Dienstag, 21. Juli 2020

Lebensversicherungsaktien: Value-Chance oder Value-Trap?

Versicherungsaktien gehören zu den Lieblingen deutscher Anleger. Die vermeintliche sichere und oftmals üppige Dividendenrendite verlockt. Auch weisen die Versicherungen zumeist steigende Gewinne aus, was zusätzlich Sicherheit suggeriert. Überhaupt nicht ins Bild passen daher Berichte, wonach rund ein Drittel der Lebensversicherungen vor ernsthaften Problemen stehen und evtl. sogar nicht überleben können.

Dabei ist die eigentliche Frage eher, ob dieses Szenario nicht ins Bild passt, oder ob nicht vielleicht das Bild an sich falsch gezeichnet ist. Was bedeuten würde, dass die ganze Branche auf tönernen Füßen steht, während die Erschütterungen immer stärker werden...

Freitag, 12. August 2016

BaFin warnt: Lage bei den Lebensversicherern spitzt sich weiter zu

Ich weiß, ich weiß, es kann niemand mehr hören, dass ich seit Jahren vor der zunehmenden Gefahr bei Lebensversicherern warne und den sich immer weiter verschärfenden Risiken in deren Bilanzen aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase. Aber es nützt ja nichts, auch wenn es euch zu den Ohren herauskommt, die Gefahren sind vorhanden und sie nehmen zu!

Nachdem im letzten Jahr die Ratingagentur Moody's die deutsche Lebensversicherungsbranche als die riskanteste der Welt eingestuft hat, warnte nur wenige Tage später auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), in Deutschland würden Versicherungspleiten drohen. Unterstützt wurde diese Aussage durch eine Untersuchung der Unternehmensberatung Assekurata, die vor einer enormen drohenden Kapitallücke warnte, die die deutsche Lebensversicherungsbranche in den nächsten Jahren überrollen könnte, wenn die Zinsen so niedrig bleiben würden. Da entsprechende Renditen am Kapitalmarkt nicht mehr zu erzielen seien, müssten die Versicherer seit 2011 eine sog. Zinszusatzreserve aufbauenund um die Garantien laufender Lebens- und Rentenversicherungsverträge abzudecken, müssten die Unternehmen diese Zinszusatzreserve bis zum Jahr 2024 von bislang gut €21 Milliarden im schlimmsten Fall auf rund €150 Milliarden aufstocken. Doch schon heute zehre die Zinszusatzreserve an den ohnehin sinkenden Überschussbeteiligungen der Lebens- und Rentenversicherungen und für die Kunden würde die Rendite damit immer unattraktiver werden...

Montag, 14. Dezember 2015

Exodus: Buffett verkauft weitere 5 Prozent an Munich Re

Investment-Legende Warren Buffett hat(te) eine Vorliebe für Versicherungsaktien, insbesondere die Rückversicherungsbranche hatte es ihm stark angetan. Und auch außerhalb der USA hatte er sich eingekauft in die Größten der Welt: die deutsche Munich Re (Münchener Rückversicherung) und die Swiss Re. Da die Versicherungen weltweit aufgrund er Niedrigzinsphase in ernsthafte Schwierigkeiten kommen, habe ich ja bereits seit längerem vor Investments in diesem Bereich gewarnt und sehe sie als Value Traps an. Und ich habe auch die starke Ausrichtung von Buffets Investmentholding Berkshire Hathaway auf diese Branche kritisiert.

Nachdem ich bereits im Mai spekuliert hatte, dass Buffett wohl bei den beiden großen Rückversichern sein Engagement zurückfahren dürfte, ließ er Ende September (endlich) Taten folgen. Er musste bekanntgeben dass sein Anteil an der Munich Re unter die Schwelle von 10 Prozent gefallen war. Und er reduzierte fleißig weiter, denn Freitagabend vermeldete er, sein Bestand sei inzwischen auf 4,6 Prozent gefallen uns damit hat er binnen zwei Monaten ganze 5 Prozent aller Aktien der Munich Re auf den Markt geworfen. Und wir können davon ausgehen, dass er auch die restlichen Anteile seines 1,4 Milliarden Euro schweren Pakets noch schnellstmöglich abbauen wird.

Grämen muss Buffett sich indes nicht, haben die Munich-Re-Aktien seit seinem Einstieg von vor 5 Jahren doch eine Performance von 80 Prozent hingelegt - zuzüglich der üppigen Dividendenausschüttungen.

Berkshire Hathaway befindet sich als Halteposition auf meiner Empfehlungsliste. Das Reduzieren der Versicherungsaktien und das stärkere Engagement im Industrie- und Konsumsektor lassen die Aktie unter Chance-Risiko-Aspekten allerdings zunehmend wieder attraktiver erscheinen.


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29.09.2015 Warren Buffett stößt seine Aktien an der Münchner Rück ab. Endlich!
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12.05.2015 Andere Ansichten: BaFin-Warnung vor Versicherungspleiten
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Donnerstag, 5. November 2015

Münchner Rück bleibt nach Gewinneinbruch ein klarer Verkauf

Ich bin seit längerer Zeit skeptisch was die Rückversicherungsbranche angeht und sehe in den vermeintlichen Dividendenstars und Bewertungsschnäppchen eher Value Traps, also Anlegerfallen. Das niedrige Zinsumfeld treibt immer mehr "alternative" Anbieter, wie Pensions- und Hedgefonds in den Markt der Rückversicherungen, weil sie hier glauben, noch attraktive Rendite erzielen zu können verglichen mit den Magersucht-Zinssätzen, die ihnen Anleihen noch bieten können. Kollateralschaden dieser Entwicklung ist, dass das viele Geld die Preise für die Versicherungsprämien drückt und klassische Rückversicherer vor der Wahl stehen, entweder Risiken in die Bücher zu nehmen, die vermutlich Verluste verursachen werden, oder aber Abstand zu nehmen von Geschäften. So wie z.B. Warren Buffetts Berkshire Hathaway, die Einbußen hinnehmen, weil sie keine Risiken eingehen wollen, wenn sie keine auskömmlichen Prämien hierfür einstreichen können. Auch die Munich Re geht diesen Weg, was sie nicht davor bewahrt, schlechte Zahlen vorlegen zu müssen.

Denn neben dem Prämiendruck macht den Versicherungen auch die eigene Kapitalanlage zu schaffen. Sie müssen die eingenommenen Prämien ja für sich arbeiten lassen, um Renditen zu erwirtschaften und die Börsenturbulenzen ziehen tiefe Furchen in die GuV. So verbuchte die Münchener Rück hohe Wertverluste bei Aktien und Rohstoff- und Inflationspapieren, so dass die Rendite auf die eigenen Kapitalanlagen nun im Gesamtjahr nur bei 3,0 statt der bisher erwarteten 3,3 Prozent liegen wird. So verbleiben im dritten Quartal für Munich Re nur noch 520 Mio. EUR Gewinn und damit 29 Prozent weniger als im letzten Jahr. Analysten hatten deutlich mehr erwartet, nämlich 670 Mio. EUR.

 Munich Re (Quelle: comdirect.de)
Schadensquote steigt deutlich an
Und auch die Schäden werden teurer. So haben die schweren Explosionen in der chinesischen Hafenstadt Tianjin und das Erdbeben in Chile die Münchner Rück 220 Mio. EUR gekostet. Alleine die Tianjin-Katastrophe dürfte  branchenweit einen Schaden von bis zu 2,7 Mrd. EUR verursacht haben. Und wir steuern gerade auf ein weiteres El Niño-Phänomen zu, das wohl zu den stärksten seiner Art gehören und zu massiven Schadensereignissen führen dürfte, die dann auch die Rückversicherungsbranche hart treffen werden. Hierdurch wird weiterer erheblicher Druck auf die GuV der Munich Re entstehen, so dass man als Anleger auch aus diesem Grund lieber einen weiten Bogen um diese Branche machen sollte. Denn wenn die Gewinne einbrechen, schnellt das augenscheinlich niedrige KGV in die Höhe und die Dividenden werden dann aus der Substanz auskehrt. Das heißt, dass sie nicht verdient wurden und somit ihre Ausschüttung das Unternehmen schädigt und seinen Wert verzehrt.

All diese Entwicklungen haben bereits vor einiger Zeit begonnen und setzen sich weiter fort. Daher sehe ich die Kursrücksetzer bei den Rückversicherern nicht als Investmentchancen sondern als Value-Traps an. Und fühle mich mit jeder neuen Schreckensmeldung in meiner Ansicht bestätigt. Speziell zur Munich Re scheint es auch Großaktionär Warren Buffett ähnlich zu sehen, denn er hat unlängst seinen Aktienanteil deutlich reduziert von 12 Prozent auf 9,7. Dabei muss man wissen, dass Buffett nur das Unterschreiten der Meldegrenze von 10 Prozent mitteilen musste und man kann davon ausgehen, dass er weitere Aktien der Munich Re in den letzten Wochen abgestoßen hat. Die nächste Meldung werden wir dann bei 5 Prozent erhalten, danach bei 3 Prozent.

Berkshire Hathaway befindet sich als Halteposition auf meiner Empfehlungsliste.



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Dienstag, 29. September 2015

Warren Buffett stößt seine Aktien an der Münchner Rück ab. Endlich!

Rückversicherungen sind weltweit in schwerer Fahrwasser geraten, weil ihnen die Niedrigzinsphase ihre Erträge nimmt und gleichzeitig branchenfremde Investoren in ihr originäres Geschäftsfeld eindringen. Trotz der vorgeblich niedrigen Bewertungen und optisch hohen Dividendenrenditen, sind Rückversicherungsaktien keine Schnäppchen, sondern Value TrapsIch hatte daher bereits Anfang Mai spekuliert, dass Warren Buffett sich von seinen als Finanzbeteiligungen gehaltenen Aktienpaketen an Munich RE und Swiss RE trennen müsste, nachdem er sich selbst eher skeptisch bis negativ über die Rückversicherungsbranche geäußert hatte. Und nun vermeldet die Munich RE, dass Buffett bzw. seine Investmentholding Berkshire Hathaway und seine Versicherungsgesellschaft National Indemnity Company ihren Anteil von gut 12 Prozent auf 9,7 Prozent reduziert hätten.

 Munich RE (Quelle: comdirect.de)
Das Unterschreiten dieser Meldeschwelle war nach deutschem Börsenrecht ggü. der Munich Re zu melden und von dieser zu veröffentlichen. Aber es ist kaum anzunehmen, dass Buffett nun bei einem Anteilsbesitz von 9,7 Prozent verharren wird, sondern er dürfte weitere Aktien abstoßen. Berkshires starke Ausrichtung auf die Versicherungsbranche stellt ein Klumpenrisiko dar und dass Buffett hier nun endlich Anteile reduziert, bewerte ich als positiv. Denn anders als die zu 100% zu Berkshire gehörenden Versicherungsunternehmen, kann Buffett bei seinen Finanzbeteiligungen natürlich nicht auf den Cashflow aus den Versicherungsprämien zurückgreifen, die er dann für seine Investments einsetzen kann. Insofern bieten ihm Finanzbeteiligungen in der Versicherungsbranche keinen Vorteil ggü. anderen Branchen, während die Risiken steigen aufgrund der einseitigen Ausrichtung und der sich verschärfenden Branchenkrise.

Berkshire Hathaway befindet sich als Halteposition auf meiner Empfehlungsliste, ich überdenke mein Votum aber aktuell, denn das Reduzieren der Versicherungsaktien und das stärkere Engagement im Industrie- und Konsumsektor lassen die Aktie unter Chance-Risiko-Aspekten wieder attraktiver erscheinen.


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Freitag, 14. August 2015

Warren Buffett reduziert seine Versicherungsaktien

Value Investor Warren Buffet liebt Versicherungswerte, in seiner Beteiligungsholding Berkshire Hathaway wimmelt es nur so von ihnen. Neben den (nicht mehr börsennotierten) 100-Prozent-Tochtergesellschaften Geico (Autoversicherungen) und General Re (Rückversicherung), die beide voll bei Berkshire konsolidiert werden und Buffett so Milliarden an Cashflow einspielen, das er für Unternehmenszukäufe nutzen kann, hält er auch viele Minderheitsbeteiligungen an Versicherungskonzernen, darunter die Munich RE und die Swiss RE.

Aufgrund der sich immer weiter eintrübenden Aussichten für die Versicherungsbranche, sowohl was das klassische Lebensversicherungsgeschäft angeht, aber auch den Bereich der Rückversicherungen, hatte ich schon einmal darüber spekuliert, ob Buffett nicht bald beginnen würde, seine Rückversicherungsaktien aus dem Depot zu schmeißen, insbesondere seine europäischen Finanzbeteiligungen. Bisher gibt er hierfür keine Anzeichen, denn anders als seine US-Beteiligungen muss Buffett seine sonstigen Engagements nicht in seinen quartalsweise vorzulegenden SEC-Berichten ausweisen.

 Berkshire Hathaway, B-Aktie (Quelle: comdirect.de)
Buffett steigt bei Symetra aus
Doch in einem anderen Bereich verkauft Buffett nun seine Versicherungsanteile gegen Bares, denn der japanische Versicherungskonzern Sumitomo Life will den US-Konzern Symetra für eine Gesamtsumme von 3,8 Mrd. USD schlucken und zu seinem Standbein in den Vereinigten Staaten machen. Auch Investorenlegende Warren Buffett, der über seine Holding Berkshire Hathaway bisher 17 Prozent der Symetra-Anteile kontrolliert, und der zweite Großaktionär White Mountains stimmen dem Deal zu. Den Symetra-Aktionären bietet Sumitomo für jeden ihrer Anteilsscheine 32,50 USD, davon entfallen 50 Cent auf eine Sonderdividende. Buffett wird für seinen Anteil also 646 Mio. USD erhalten - in bar. Somit reduziert er "elegant" sein versicherungslastiges Geschäft und streicht noch eine schöne Prämie auf seine ursprüngliche Investition ein.

Einschätzung
Berkshire Hathaway befindet sich auf meiner Empfehlungsliste. Allerdings seit einiger Zeit nur noch als Halteposition, weil die starke Abhängigkeit vom Versicherungsgeschäft meines Erachtens immer größere Risiken birgt. Und über diese Sparte sagte Buffet kürzlich selbst, dass sie in den nächsten Zehn Jahren "nicht mehr so gut laufen werde wie in den letzten 30 Jahren". Die soeben vorgelegten Zahlen zum 2. Quartal geben hierzu einen ersten Vorgeschmack. Ich bewerte es daher positiv, dass Buffett sein Exposure in diesem Bereich reduziert.



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Donnerstag, 7. Mai 2015

Schmeißt Buffett die Rückversicherungsaktien aus seinem Depot?

Warren Buffett ist der drittreichste Mensch der Welt und er liebt Versicherungen, denn sie spülen seiner Investmentholding Berkshire Hathaway nahezu zinslos Unmengen an Cash auf's Konto, das der Meister dann gewinnbringend investieren kann. Doch diese Symbiose bekommt Risse...

In Berkshires Portfolio schlummern einige Versicherungen, die meisten davon sind nicht (mehr) börsennotiert. Und wie Genereal Re oder Geico gehören sie ganz oder zum größten Teil Buffett, so dass sie in der Berkshire-Bilanz konsolidiert werden - und Buffett somit Zugriff auf deren Cashflow hat. Dieses ist einer der Geheimnisse von Buffetts schier unnachahmlichem Investmenterfolg, der stets fließende und nicht versiegende Strom an billigen Geldes für seine Investmentideen. Denn die Prämien fließen kontinuierlich und seitens der Kunden als Vorkasse, auszahlen muss die Versicherung erst später, wenn ein Schaden eingetreten ist. In der Zwischenzeit kann die Versicherung, respektive Buffett, mit dem Geld arbeiten und Erträge erwirtschaften.

Und daran wird sich auch nichts ändern! Zwar hat Buffett unlängst sehr kritische Worte über die Rückversicherungsbranche gefunden und dargestellt, dass insbesondere die Hedgefonds den Rückversicherern das Leben schwer machten und es den Rückversicherern die nächsten 10 Jahre nicht so gut gehen werde wie in den vergangenen 30 Jahren. In ihrem Geschäftsfeld hätten sich die Aussichten stark eingetrübt und die Unternehmen könnten nichts dagegen tun, denn der Wettbewerb habe für einen Preisrückgang gesorgt, während die niedrigen Zinsen die Anleihe-Depots unter Druck setzten. Allerdings kann und will er diesen enormen Cashflow nicht stoppen, denn Buffetts große Liebe ist und bleibt das Investieren. Und daher wird Berkshire sich auch nicht von diesen Unternehmen trennen und der Versicherungsbranche treu bleiben. Zuletzt ist Buffett Langzeitinvestor mit einem Anlagehorizont von "ewig" und dass es im Business mal Täler gibt, die auf Gipfel folgen, gehört einfach dazu. Für Buffett ist dies kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen oder hektisch zu agieren. Im Gegenteil: er hat die richtigen Manager in seinem vielen Tochterfirmen, die das operative Geschäft betreiben und sich auf die veränderten Rahmenbedingungen einstellen.

Also alles im grünen Bereich? Nicht ganz... Denn Buffett hält auch Aktienpakete an Versicherungen, die nur Minderheitsbeteiligungen darstellen und ihm eben nicht den Vorteil des direkten Zugriffs auf den Geldstrom erlauben. Diese sind also für ihn reine Finanzbeteiligungen, die er aufgrund ihrer langfristigen Wachstumsperspektiven, ihrer attraktiven Bewertung und ihrer hohen und steigenden Dividenden erworben hat. Zu diesen Finanzbeteiligungen zählen die Swiss Re und die Munich RE, der größte Rückversicherer der Welt. Und da Buffett ein rein sachlich orientierter Investor ist, wäre es nur konsequent, wenn er sich von diesen nun trennen würde. Denn Berkshire Hathaway weist eine große Ballung im Finanzsektor auf, bei Banken, aber eben noch viel stärker im Versicherungsbereich. Gerät die Branche nun in schwierigeres Fahrwasser, kann und wird die die Investmentholding insgesamt betreffen. Und Buffetts Regel Nummer 1 lautet: "Verliere kein Geld!". Noch liegt er mit seinen Investments in diesem Bereich weit vorne, aber die sich immer weiter zuspitzende Situation in der Branche kann zu einem echten Flaschenhals werden, wenn zu viele Investoren zur gleichen Zeit aussteigen wollen. Daher würde es mich nicht wundern, wenn Buffett bereits auf der Verkäuferseite wäre und der Abgabedruck bei der Munich Re seit der Dividendenzahlung auch hierauf mit zurückzuführen sein könnte. Immerhin hält Buffett rund 11 Prozent der Aktien.

Vielleicht wissen wir in wenigen Tagen schon, ob Buffett bereits Munich Re-Aktien verkauft hat, denn er muss seine Handelsaktivitäten der US-amerikanischen Börsenaufsicht SEC melden und diese werden dann veröffentlicht. Dies beinhaltet zwar nicht die außeramerikanischen Positionen, aber nicht selten gibt Buffetts begleitende Interviews und ich denke, die Versicherungsbranche wird hier einer besonderen Betrachtung unterzogen werden, weil Anleger rund um den Globus wissen wollen, wie Buffett mit der Situation umgeht. Und oft Berkshire Hathaway selbst trotz des großen Versicherungsanteils eine krisenfeste Anlage bleibt.

Berkshire Hathaway befindet sich weiterhin auf meiner Empfehlungsliste, allerdings momentan nur noch als Halteposition.


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Montag, 2. Februar 2015

Value Trap Rückversicherungs-Aktien?

Die Aktien von Rückversicherern wie Munich RE, Hannover Rück oder Swiss Re sind seit Jahren eine sichere Bank, ihre Bewertung ist moderat, die KGVs zumeist einstellig, und die Dividendenrenditen zählen zu den höchsten in den großen Indizes. Nachvollziehbar, dass sich die Kurse nahe ihren Höchstständen bewegen. Und Value-Ikone Warren Buffett schwört auf Rückversicherungen, seine Investmentholding Berkshire Hathaway ist ja Mutter von General RE und hält Anteile an der Konkurrenz: seit 2010 alleine 11 Prozent am weltgrößten Rückversicherer Munich Re, aber auch an Swiss Re im mittleren einstelligen Prozentbereich. Da kann ja nichts schief gehen...

Doch seit geraumer Zeit ist das Geschäft der Rückversicherer unter enormen Druck geraten und das hat mit den immer tiefer fallenden Zinsen zu tun. Denn auf der einen Seite bricht den Rückversicherern die Rendite weg, die sie mit den durch ihre Prämien aufgelaufenen Geldern am Anlagenmarkt erzielen können und auf der anderen Seite sehen sie sich einer immer stärker zunehmenden Konkurrenz ausgesetzt. Und zwar nicht aus ihrer Branche, sondern Branchenfremde haben die Rückversicherung als vermeintlich lukrative Anlagezone für sich entdeckt. Die niedrigen Zinsen und das billige Geld der Notenbanken scheuchen immer mehr Kapital auf, das auf dem ganzen Globus verzweifelt nach Rendite sucht. Für die Versicherungsassekuranzen, die sich bei den Rückversicherern ja absichern, bieten sich hier Chancen. Sie bieten immer öfter ihre Erstversicherer-Risiken als verbriefte Versicherungsrisiken (Insurance Linked Securities, kurz: ILS) direkt am Kapitalmarkt an und Investoren greifen dankend zu. Typisches Beispiel sind sog. Katastrophen-Anleihen, die in der Regel von institutionellen Anlegern gezeichnet werden und hohe Renditen versprechen. Doch diese Investoren schauen vor allem auf die vermeintliche Rendite, sie können viel schlechter als die Profis der Rückversicherungen die damit einhergehenden Risiken einschätzen - denn letztlich müssen sie im Schadensfall enorme Beträge zur Verfügung stellen, also bei Tsunamis, Hurricanes, Erdbeben, Flugzeugabstürzen, Kraftwerksunfällen. Und hier lassen die klassischen Rückversicherer immer häufiger Geschäft liegen, weil für sie die zu erzielenden Prämien nicht mehr risikoadäquat sind. Das ist durchaus vernünftig, denn noch vor zehn Jahren war man in der Branche bereit, auch Risiken zu übernehmen, von denen man annahm, dass sie sich nicht rechnen würden. Nur um Marktanteile zu gewinnen oder auch nur zu halten. Die großen Wirbelsturmkatastrophen in den USA (New Orleans, New York) haben die Unternehmen eines Besseren belehrt.

Und doch bringt diese - richtige - Strategie für die Rückversicherer einige Probleme mit sich. Sie verzichten auf Geschäft, auf Prämieneinnahmen, und damit schrumpft ihr Ertragspotenzial. Gleichzeitig verdienen sie selbst mit ihren Kapitalanlagen immer weniger und so erodieren die eigenen Gewinne. Und das bereits seit einigen Jahren und die Lage verschärft sich eher, als dass ein Ende abzusehen wäre. Das führt dazu, dass die scheinbar attraktiven Bewertungen anhand der Kurs-Gewinn-Verhältnisse mit zunehmender Skepsis zu betrachten sind. Das birgt mithin Kursrisiken für alle Branchenvertreter. Und weiteres Ungemach droht, denn die Rückversicherer gelten als Dividendenaristokraten, die seit Jahren mindestens gleichbleibende, meistens aber sogar steigende Dividenden an ihre Anteilseigner ausschütten. Das ist ein echter Vorteil und für viele Anleger sind diese hohen Dividendenrenditen das Anlagekriterium in diesen Aktien schlechthin. Und doch liegt auch gerade hier enormes Gefahrenpotenzial, denn wenn den Unternehmen das Geschäft und die Margen wegbrechen, sie gleichzeitig weniger Geld aus ihren Kapitalanlagen verdienen, dann sinken die Gewinne, die die Grundlage für die Dividendenzahlungen sind. Natürlich werden die Rückversicherer versuchen, die Dividenden mindestens auf gleicher Höhe zu halten, aber diese Zahlungen werden dann aus der Substanz ausgekehrt, also die Rücklagen des Unternehmens angreifen und es so letztlich schädigen. Ein solches Vorgehen kann für ein oder zwei Jahre angebracht sein, um die Dividenden auf einem konstanten Niveau zu halten, obwohl das operative Geschäft stärkeren Schwankungen unterliegt, aber die schwierige Lage der Rückversicherungen ist nicht kurzfristiger Natur, sondern wächst sich seit einigen Jahren zu einem Dauerproblem aus, das das Geschäftsmodell ins Wanken bringt. Denn passen die Unternehmen ihrer Strategie an, nehmen sie höhere Risiken ins Depot mit (viel) zu geringem Prämienaufkommen. Oder sie lehnen dies ab und sehen ihre Umsätze zunehmend schrumpfen und damit auch ihre Gewinne.

Ich kann nicht abschätzen, wie und ob überhaupt die Rückversicherer aus diesem Teufelskreis herauskommen, solange sich das Zinsniveau nicht deutlich erhöht und Anleihen wieder konkurrenzfähige Renditen abwerfen. Ich fürchte allerdings, dass sie das viel Geld kosten wird, so oder so. Und für Aktionäre sind das keine guten Aussichten, nicht auf mittlere und lange Sicht. Ich würde daher die Rückversicherer nicht mehr als Value Investment ansehen, sondern als Branche, die das Zeug zu einer echten Value Trap hat. Von Investments in Rückversicherer würde ich daher absehen; einzig Warren Buffetts Berkshire Hathaway bietet weiterhin gute Chancen, weil das Unternehmen eben weit mehr ist als die Versicherungssparte und so breit diversifiziert ist auch in die Bereiche Energie und Consumer Goods.

Berkshire Hathaway befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.


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Dienstag, 2. Dezember 2014

Versicherungsaktien: Renditen runter, Risiko rauf

Versicherungsaktien erscheinen auf vielen Kauflisten, weil sie im Vergleich zum Gesamtmarkt recht moderat bewertet sind und nicht selten üppige Dividendenrenditen aufweisen können. Das klingt nach guten Investments...

Doch ein paar Flöhe hat der Hund schon. Denn die Versicherungsbranche leidet erheblich unter der lang anhaltenden Zinsflaute, legt sie doch das Geld ihrer Versicherten bevorzugt in langfristige Zinspapiere an. Und wenn die Hochprozenter auslaufen finden sich heutzutage kaum noch attraktive Anlagemöglichkeiten bei vertretbaren Risiken. Mit der Folge, dass die Renditen sinken. Dem begegnet man durch das erneute Absenken des sog. Garantiezinssatzes, den die Kunden der Kapital- und Rentenversicherungen erhalten. Vor einigen Jahren lag dieser noch bei 4 Prozent, nun wird er auf 1,25 Prozent schrumpfen. Es kommen zwar noch die Überschussbeteiligungen hinzu, aber diese sind eben nicht garantiert.

Das Hauptzugpferd der Assekuranzen, die Kapitallebensversicherung, wird also für Kunden zunehmend unattraktiv, trotz der ebenso wenig zündenden Konkurrenz aus der Bankenbranche, denn für Spareinlagen oder Termingelder bekommt man auch fast keine Zinsen mehr gutgeschrieben. Auch wenn es für Privatkunden bisher noch keine Negativzinsen gibt. Erste Lebensversicherer haben schon angekündigt, keine Dividenden mehr zahlen zu können oder zu wollen...