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Donnerstag, 1. April 2021

Billionendeal: Zalando übernimmt Amazon - AWS wird abgespalten, KKR und Blackstone werden neue Ankerinvestoren

Was für ein Hammer! Zalando will Amazon schlucken! Zuerst hatte Börse Online vor einigen Wochen über entsprechende Spekulationen aus Nebenwertekreisen berichtet, aber das wurde als unglaubwürdig abgetan - auch von mir, wie ich gestehen muss. Zu gewaltig ist das Ausmaß dieses Punches!

Wenn man das erste ungläubige Staunen überwunden hat, dann passen doch viele Puzzleteile recht gut zusammen. Zalando hat einen vergleichsweise engen Fokus auf Mode und Lifestyle, während Amazon sehr breit aufgestellt ist im Onlinehandel. Beide treiben vor allem das Marktplatzgeschäft voran und reduzieren dabei den Handel mit Eigenmarken.

Die Verhandlungen liefen bereits seit Anfang Februar, nachdem Amazon-Gründer Jeff Bezos seinen Rücktritt vom CEO-Posten verkündet hatte. Kurze darauf wurde bekannt, dass seine Ex-Frau, die bei der Scheidung die Hälfte von Bezos Amazon-Aktienpaket erhalten hatte, größere Teile hiervon abgegeben hat. Und nun wissen wir auch, wo diese Aktien gelandet sind: bei Zalando. Doch das ist erst der Anfang der Geschichte...

Mittwoch, 2. September 2020

Rocket Internet sagt tschüß...

Es war ein wenig erfolgreiches Gastspiel von Rocket Internet an der Börse, jedenfalls aus Sicht der freien Aktionäre. Für Gründer und CEO Oliver Samwer sieht die Sache anders aus, denn er hatte den "Incubator" vor einigen Jahren an die Börse gebracht und das zu Kursen von €42,50.

Nun endet das Kapital Börse absehbar, denn Rocket Internet hat ein Delistingerwerbsangebot angekündigt und will sich von der Börse verabschieden. Der Angebotspreis soll beim gesetzlich vorgeschriebenen Mindestpreis von €18,57 liegen, der auf dem Durchschnittskurs der letzten sechs Monate basiert. Ein fairer Preis, könnte man meinen, aber der faire Wert je Aktie (NAV) liegt bei über €30 und daher erntet Samwer mit seinem "Angebot" deutlich Kritik. Zu Recht. Die Frage für Aktionäre ist allerdings, ob sie das zu erwartende Siechtum der Aktie erleiden sollten in Erhoffen eines satten Aufschlags oder ob sie nicht doch die spärliche Kollekte kassieren und woanders investieren. Auch für mich, denn ich bin seit einigen Wochen zum zweiten Mal bei Rocket Internet an Bord...

Montag, 3. August 2020

Corona als Game-Changer? Rocket Internet ist zurück im Spiel...

Die frühere Startup-Schmiede und heutige Venture Investor Rocket Internet aus dem Samwer-Imperium habe ich zweieinhalb Jahre als Aktionär begleitet und das mit mäßigem Erfolg. Ende Januar habe ich mich dann verabschiedet. Dank Corona haben sich nun einige Rahmenbedingungen stark und nachhaltig verändert, was auch das Business und die Beteiligungen von Rocket Internet betrifft. Dabei ist die Bewertung noch attraktiver geworden, während eines meiner größten Probleme weiterhin latent-aggressive vor sich hin schlummert. Trotzdem ist die Bewertung nun dermaßen attraktiv, dass ich Rocket Internet nicht mehr ignorieren kann. Gegenüber dem Jahresstart hat der Kurs deutlich nachgegeben, während die größten Beteiligungen sich teilweise im Kurs vervielfacht haben. Und was Aktienrückkäufe zu Kursen deutlich unterhalb des Substanzwerts (NAV) bewirken können, macht gerade Rockets "großes Vorbild" Softbank Group vor, das neue Allzeithochs anpeilt. Davon ist der flügellahme Rocket-Kurs noch weit entfernt. Noch...

Donnerstag, 23. Januar 2020

Mein Abschied von Navigator Equity Solutions und Rocket Internet

Zwei meiner Investments machen mir zuletzt keine Freude mehr, nämlich Navigator Equity Solutions und Rocket Internet. Beide habe ich vor etwas mehr als zweieinhalb Jahren hier im Blog vorgestellt und bei beiden ging es im grundsätzlich darum, dass sie einen hohen Cash-Bestand aufwiesen und eine Reihe interessanter (Unternehmens-) Beteiligungen, diese Vermögenswerte aber im Aktienkurs nicht entsprechend abgebildet wurden. Bei einer Sum-of-the-Parts-Betrachtung (SOTP) ergab sich ein gehöriger Abschlag auf den NAV, den Nettoinventarwert, und mein Investmentcase basiert(e) drauf, dass dieser Abschlag mit der Zeit abgebaut würde. Was aber nicht wirklich passiert ist und inzwischen habe ich die Befürchtung, dass es auch nicht mehr passieren wird...

Sonntag, 30. Juni 2019

Kissigs Kloogschieterei: Die 26. Börsenwoche im Rückspiegel mit 3U Holding, Aurelius, Dr. Hönle, Gesco, Global Fashion Group, Intershop, KAP AG, Naspers, Prosus, Rocket Internet, Shareholder Value Beteiligungen

Weiterhin gibt die Politik den Ton vor für die Börsen. Die Staatsführer der mächtigsten 20 Nationen der Welt haben sich im Japanischen Osaka zum G20-Gipfel versammelt - und die Erwartungen sind extrem niedrig. Zu verhärten sind die Positionen, vor allem die USA unter Donald Trump mauern bei wichtigen Themen, wie dem Umwelt.- und Klimaschutz oder dem Freihandel, und daher wird es allenfalls eine hauchdünne gemeinsame Abschlussnotiz geben, die nur zeigt, dass mit dem Donaldissio nicht zusammenzuarbeiten ist. "The Don" fordert Gehorsam ein, unbedingten Gehorsam, von seinen Vasallen, nicht mehr, nicht weniger. Bekommt er aber meistens nicht, daher knirscht es überall auf dem Globus.

Und doch gab es dann positiven Überraschungen. Zunächst verkündeten die USA und China, man werde "weiter verhandeln". So eine Selbstverständlichkeit in einer zivilisierten Welt wird schon als Erfolg verbucht, unfassbar. Naja, besser als die Alternative. Und dann trafen sich Trump und Kim spontan (?) an der innerkoreanischen Grenze und zwar auf nordkoreanischem Gebiet. Das noch kein US-Präsident betreten hatte. Also Bewegung im Atomstreit mit Nordkorea? Oder doch eher wieder nur ein kurzfristiges PR-Strohfeuer, um irgendeinen "Erfolg" vorweisen zu können? Und um von den anhaltenden Misserfolgen auf anderen Gebieten ablenken zu können? Wie es Zauberlehrlinge halt so machen...?

Sonntag, 23. Juni 2019

Kissigs Kloogschieterei: Die 25. Börsenwoche im Rückspiegel mit Adobe, Jefferies Financial, KAP, MBB, msg life, PennantPark Investment, Rocket Internet, Softbank Group

Die vergangene Woche Stand unter dem Einfluss der Notenbanken. Nachdem EZB-Chef Mario Draghi verkündet hatte, bei einem Konjunktureinbruch nicht nur die Zinsen zu senken, sondern auch wie Anleihekäufe aufzunehmen ("Quantative Easing"), wetterte US-Präsident Donald Trump via Twitter, die EZB verschaffe der Eurozone unlautere Wettbewerbsvorteile. Als dann die FED einige Tage später zusammentrat und die Zinsen nicht senkte, war nicht etwas dies das Thema, sondern Trumps angebliche Versuche, sich des FED-Chefs Jerome Powel zu entledigen. Denn der bzw. die FED verstünde nichts von seinem Job. Die Börsen haben den FED-Entscheidung dennoch positiv aufgenommen, denn die zugrundeliegende Problematik einer sich abschwächenden Welt- und US-Konjunktur ist ja nicht mehr wegzudiskutieren, aber die FED signalisiert ihre Bereitschaft, ebenfalls mit Zinssenkungen einzuschreiten. Und die Befürworter von Zinssenkungen innerhalb der FED gewinnen an Boden, so dass an der Börse inzwischen drei Zinssenkungen noch in 2019 "gespielt" werden. Und Zinssenkungen sind seit jeher eine enorme Triebfeder für die Aktienkurse...

Donnerstag, 20. Juni 2019

Rocket Internet nähert sich seinem Börsenende. Wirklich? Und was springt dabei heraus?

Rocket Internet ist eine Startup-Schmiede und ein Venture Capital-Investor. Und auch ein bisschen Beteiligungsgesellschaft, Asset Manager und Vermögensverwaltung. Je nachdem, auf welches Geschäftsfeld man schaut und wie sich CEO, Gründer und Großaktionär Oliver Samwer gerade mal äußert. Denn in seiner noch recht kurzen Lebensgeschichte hat das Unternehmen schon einige Wechsel in der Geschäftspolitik er- und überlebt. Und nun könnte eine weitere Rochade anstehen, denn nach Berichten des Manager Magazins, das sich auf mit der Sache vertraute Personen beruft, verdichten sich die Anzeichen, dass Oli Samwer bei Rocket Internet wieder die Mehrheit erlangen möchte und das Unternehmen von der Börse nehmen will. Sollten sich diese Pläne konkretisieren, stellen sich für die übrigen Aktionäre einige Fragen; vor allem nach einem fairen Preis der Anteile und wie sie das Beste für sich selbst herausholen können...

Sonntag, 19. Mai 2019

Kissigs Kloogschieterei: Die 19. und 20. Börsenwoche im Rückspiegel mit Arista, Aumann, Cisco, Fintech Group, Hello Fresh, IAC InterActiveCorp., Match Group, MBB, Nynomic, Rocket Internet, SBF, Teva Pharmaceuticals

Nach dem "Aussetzer" am letzten Wochenende gibt es in dieser Woche wieder meine Klookschietereien. Und man kann feststellen, dass die "politischen Börsen" zurück sind, nachdem Donaldissimo zunächst den US-China-Handelskrieg zugespitzt hat, mit Börsenturbulenzen im Gefolge, um wenig später wieder etwas zurückzurudern. Die - nicht ganz so starke - Erhöhung an den Weltbörsen zeigt, wie psychisch instabil die Märkte sind, und was ein Egomane an der Spitze einer Weltmacht anrichten kann.

Daneben läuft die "Earnings Season" in den USA weiter und in Deutschland nimmt die Dividendensaison Fahrt auf. Mit entsprechenden deutlicheren Kursschwankungen bei den betroffenen Werten. Und auch wenn Quartalsergebnisse kein Maßstab für langfristig orientierte Anleger sind, prägen sie doch auf kurze Sicht den Kursverlauf einer Aktie. Und das bietet Chancen und Risiken...

Mittwoch, 1. Mai 2019

Wird Rocket Internet jetzt zum Immobilienkonzern? Ernsthaft? Oder wie jetzt?

Die Rocket Internet SE agiert als Startup-Schmiede und Beteiligungsgesellschaft und hat mit Immobiliengeschäften wenig am Hut. Bis jetzt. An mich wurde - vielleicht nicht ganz ernst gemeint - die Frage herangetragen, ob Rocket Internet jetzt sein Geschäftsmodell ändere hin zu einem Immobilienunternehmen.

Basis für diese Andeutung/Vermutung ist die Einladung zur Hauptversammlung, wo es in der Tat um eine Änderung der Satzung der Gesellschaft geht und worüber die Aktionäre auf der anstehenden Hauptversammlung abstimmen sollen. Aber was steckt denn nun wirklich dahinter...?

Montag, 15. April 2019

Zalando positioniert sich mit seiner neuen Plattform-Strategie als "Anti-Amazon"

Der Internet-Modehändler Zalando stammt aus der Startup-Schmiede von Rocket Internet-CEO Oliver Samwer und ich hatte mir den Wert schon einmal Ende 2017 angesehen ("Zalando: Amazon-Rivale oder einfach nur maßlos überschätzt?"). Damals habe ich (noch) nicht zugeschlagen, aber positive Argumente gab es damals schon eine Reihe.

Mitte 2018 war dann die Herrlichkeit vorübergehend erstmal vorbei, als Zalando eine heftige Gewinnwarnung aussprechen musste. Man wollte und musste deutlich mehr investieren, um mit dem großen Rivalen Amazon mithalten zu können.

Und nun habe ich Anfang letzter Woche doch noch bei Zalando zugeschlagen. Kurz vor der Zahlenvorlage, mit der Zalando dann die Börse beglückte und die den Kurs deutlich ansteigen ließ. Zur Abwechslung mal ein glückliches Händchen beim Timing - aber ich habe die Aktie nicht wegen der Zahlenvorlage gekauft. Obwohl ich nicht davon ausgegangen bin, dass Zalando erneut enttäuschen würde. Nein, ich habe mir Zalando aus anderen Gründen ins Depot gelegt. Seit einiger Zeit kauft Aufsichtsratsmitglied und Großaktionär Anders Holch Povlsen Zalando-Aktienpakete und der dänische Multi-Milliardär hält auch 26,66% der Anteile an ASOS, dem britischen Mitbewerber; Povlsen ist bei ASOS größter Aktionär. Daraus kann man nun Übernahme- oder Fusionsphantasie zusammenbasteln; ich hatte ja Ende 2017 schon spekuliert, dass Zalando durchaus als Übernahmekandidat für den Markteintritt in Europa fungieren könnte für Alibaba oder ähnliche "Kandidaten". Aber auch dieses mögliche Szenario ist nicht mein Kaufgrund...

Sonntag, 14. April 2019

Kissigs Kloogschieterei: Die 15. Börsenwoche im Rückspiegel mit Amazon, Blue Cap, DIC Asset, Jumia, Microsoft, Rocket Internet

Unterm Strich notieren die großen Indizes der Welt unverändert nach der vergangenen Woche. Zur Wochenmitte waren DAX und Dow Jones zwar deutlich unter Druck, ebenso der MDAX, doch das hat sich am Freitag wieder gegeben. Lediglich der technologielastige NASDAQ zeichnet ein etwas anderes Bild: er hat in der letzten Woche gut 1% zugelegt und ist eigentlich die ganze Woche über moderat angestiegen. Hiermit zeichnet sich die jetzt schon seit einigen Jahren auffällige Entwicklung weiter fort, dass die US-Technologiewerte zulegen und alle Indizes mitreißen. Beim NASDAQ ist das sehr ausgeprägt, da diese viele der großen Technologiewerte beinhaltet, aber auch S&P 500, DOW oder der MSCI World würden ohne die Kursstärke der US-Techgiganten ein ziemlich düsteres Bild zeichnen.

Und genau das ist der Punkt: Skeptiker orientieren sich gerne an den vermeintlichen Höchstständen der Indizes, dabei ist der breite Markt gar nicht großartig angestiegen in den letzten zwei Jahren. So notierte der breite Russel 2000 Ende Dezember 2018 mit knapp 1.337 Punkten leicht unterhalb seines Wertes vom 30. Dezember 2016, als er bei 1.357 Punkten lag. Zwei Jahre ohne Zugewinn. Natürlich auch dank des allgemeinen Börseneinbruchs Ende 2018; Ende August 2018 hatte der Russel 2000 einen Höchststand von rund 1.740 Punkten markiert. Und damit notiert er aktuell, trotz des fulminanten Jahresauftakts, noch gut 10 Prozent unter seinen alten Hochs.

Es ziehen also die großen Technologiewerte und das nicht ohne Grund. Denn sie legen weiterhin Wachstumsraten im prozentual zweistelligen Bereich vor und kaufen mit ihren enormen Cashflows weiterhin massiv eigene Aktien zurück, so dass ihr Ergebnis je Aktie überproportional profitiert. Ohne dass sie dabei auf Investitionen in Forschung & Entwicklung verzichten würden oder auf Firmenzukäufe. In anderen Bereichen der Wirtschaft läuft es allerdings nicht (mehr) ganz so rund...

Sonntag, 31. März 2019

Kissigs Kloogschieterei: Die 13. Börsenwoche im Rückspiegel mit 1&1 Drillisch, Apple, Lyft, Naspers, Rocket Internet, Jumia, MasterCard, Wirecard

Unterm Strich ist wenig passiert in der letzten Woche; DAX und NASDAQ gingen am Freitag in etwa unverändert aus der Woche, während der Dow Jonex Index sogar 2% zugelegt hatte.

Über das Brexit-Chaos kann man schon nicht einmal mehr lachen. Das britische Parlament hat es doch wohl ernsthaft geschafft, wiederholt nur festzustellen, dass man alle möglichen Wege nicht beschreiten will. Kein neues Referendum, keine Abkehr vom Brexit, kein Brexit ohne Abkommen, aber auch das Abkommen samt einiger "Behelfsbrücken" wurde abgelehnt. Was die Parlamentarier dabei zu vergessen scheinen: die Kündigung ist doch längst erfolgt, wenn sie nichts tun, kommt es zum harten Brexit. Und die EU stuft dieses Szenario ab sofort als das wahrscheinlichste an. Denn die EU wird den Stecker ziehen, weil die Wahlen zum Europäischen Parlament anstehen und die Briten als Mitglied eine Wahl abhalten müssten. Was sie nicht wollen, was die EU nicht will, was auch gar nicht geht, da die Zeit zur Vorbereitung fehlt und wenn die Briten einfach nicht wählen alle Beschlüsse des künftigen EU-Parlaments mindestens anfechtbar wären. Die EU muss sich also selbst schützen und den Brexit exekutieren, so oder so.

Ansonsten herrschte eher Lethargie an den Börsen, denn auch beim größten Thema, dem Handelsstreit zwischen den USA und China, gibt es kaum konkrete Fortschritte. Zumindest werden beide Seiten nicht müde zu betonen, dass man gut vorankomme. Der Börse reicht das - momentan. Insofern könnte man die allgemeine Lage als stabil bezeichnen und den Blick auf die Unternehmen richten, von denen ja momentan so einiges zu hören ist...

Freitag, 21. September 2018

Rocket Internet bleibt unverstanden. Das birgt Risiken. Und Chancen. Aber auch mehr?

Zuletzt war es ruhiger geworden um die Startup-Schmiede und Beteiligungsgesellschaft Rocket Internet (WKN: A12UKK), doch nun nimmt das mediale Interesse wieder spürbar zu. Dabei scheint das Geschäftsmodell noch nicht bei jedem angekommen zu sein; doch das ist gar nicht schlimm, sondern kann für mutige Anleger auch eine besondere Chance darstellen. Wenn man denn versteht, auf was man sich einlässt. Denn an der Börse scheitern die meisten Investments nicht an fehlendem Erfolg der Unternehmen, sondern an enttäuschten Erwartungen der Anleger. Daher gehört zur erfolgreichen Aktienanlage nicht nur, das Unternehmen auf Herz und Nieren zu prüfen, bevor man auch nur den ersten Euro investiert, sondern bereits im Vorfeld seine Erwartungen zu definieren. Beides zusammen sind die tragenden Säulen eines soliden Investmentcases.

Und Rocket Internet ist ein exemplarisches Beispiel dafür, dass Anleger falsche und zu hohe Erwartungen hatten - und teilweise noch haben - und dann "die Schuld" bei Enttäuschungen beim Unternehmen abladen. Das ist natürlich wenig zielführend und bringt unterm Strich auch keinen einzigen Renditepunkt mehr. Dabei kann Rocket Internet durchaus mit Interessantem aufwarten...

Freitag, 15. Juni 2018

Einfach bei Rocket Internet den Euro für 70 Cents kaufen?!

Als Value Investor leidet man an der Börse mitunter emotional stärker als andere Anleger. Man ist nämlich öfter als "Contrarian Investor" unterwegs, als derjenige, der gegen den Strom schwimmt. Und das ist nicht einfach, denn wir Menschen verhalten uns lieber so, dass uns andere zustimmen. Was an der Börse manchmal, in starken Trends, eine gute Investmentstrategie sein kann, meistens aber aber nicht. Weil man den Entwicklungen - und den Kursen - oft nur hinterher läuft und der Letzte ist, der noch bei der Party auftaucht. Und der zahlt bekanntlich am Ende die Zeche für alle...

Value Investoren leben also damit, dass sie "ganz offensichtliche" gute Investitionsgelegenheiten finden, die vom Markt sträflich ignoriert werden. Und nachdem sie diese gekauft haben, ignoriert der Markt sie weiterhin. Und dann ereilt einen der nagende Stachel des Zweifels. Denn wenn so klar ist, dass man etwas mit 50% Abschlag auf seinen Wert kaufen kann, dann müssten es doch alle tun und der Preis/Kurs entsprechend steigen. Und im Umkehrschluss müsste dieses Unterlassen dann doch wohl bedeuten, dass die anderen schlauer sind und man selbst falsch liegt. Also liegt der Markt auch beim MDAX-Wert Rocket Internet richtig und nur ich irre mich. Oder etwa nicht?

Freitag, 8. Juni 2018

Einfach gedacht: Rocket Internet und das Warten auf den nächsten großen Wurf...

Die Startup-Schmiede und Beteiligungsgesellschaft Rocket Internet steht zuletzt öfter in der Kritik, weil man immer größere Cash-Berge anhäuft und nicht den Eindruck vermittelt, grandiose neue Investmentideen zu haben.

Mag so sein, oder auch nicht. Im Grunde kann es mir als Aktionär von Rocket Internet auch echt egal sein! Denn Oliver Samwer und das Rocket-Führungsteam machen doch einen tollen Job. Sie haben vor Jahren Clone erfolgreicher Online-Businessmodell am laufenden Band hochgezogen und verkaufen diese seit Jahren einfach ab. Zuletzt mehrfach an den chinesischen Internetgiganten Alibaba, aber auch Anteile von Delivery Hero an die südafrikanischen Internetbeteiligungsgesellschaft Naspers. Des Weiteren hat man sich nach dem erfolgreiche IPO bei HelloFresh zwischenzeitlich von weiteren Anteilen getrennt - bei gestiegenen Aktienkursen - und steuert auf das nächste IPO bei der Tochter Home24 sowie in Australien bei Marley Spoon zu. Doch ein bisschen mehr steckt natürlich schon dahinter...

Montag, 16. April 2018

Rocket Internet und das ganz besondere Aktienrückkaufprogramm

Die Startup-Schmiede Rocket Internet (WKN: A12UKK) hat das laufende Aktienrückkaufprogramm beendet und sofort ein neues aufgelegt - obwohl im Rahmen des bisherigen noch eine Menge eigene Aktien hätten eingesammelt werden können. Das sieht auf den ersten Blick erstmal kryptisch aus, ergibt aber durchaus einen Sinn. Und bietet für Aktionäre von Rocket Internet sogar einen Mehrwert.

Schauen wir uns zunächst mal an, was überhaupt passiert (ist). Im ersten Schritt hat Rocket Internet das laufende Aktienrückkaufprogramm vorzeitig beendet (zur Meldung) und zwar per sofort. Es sollte in einem Volumen von maximal bis zu 5.000.000 Aktien zu einem Gesamtkaufpreis (ohne Erwerbsnebenkosten) von maximal bis zu 100 Mio. Euro zurück gekauft werden. Das Aktienrückkaufprogramm begann am 14. August 2017 und sollte ursprünglich bis zum Ablauf des 30. April 2018 andauern. Bis heute hat die Gesellschaft 1.041.167 Aktien zurückerworben, was einem Anteil von 0,63 % des eingetragenen Grundkapitals der Gesellschaft entspricht.

Unmittelbar im Anschluss an die Beendigung des Aktienrückkaufprogramms erfolgte der Start eines neuen (zur Meldung). Im Rahmen dessen sollen maximal bis zu 15.472.912 Aktien der Gesellschaft (dies entspricht maximal bis zu 9,37 % des eingetragenen Grundkapitals) gegen Zahlung eines Angebotspreises in Höhe von 24,00 Euro zurück zu erwerben. Befristet ist das Angebot bis zum Ablauf des 2. Mai.

Was soll das?
24 Euro? Wer soll das denn annehmen, fragt man sich, wo der Aktienkurs doch deutlich über 25 Euro notiert. Doch die Antwort wird gleich mitgeliefert...

Donnerstag, 21. Dezember 2017

Zalando: Amazon-Rivale oder einfach nur maßlos überschätzt?

Geschäft ist Krieg. Und der Verlierer hat keine Gnade zu erwarten, ihm droht die Insolvenz, der unternehmerische Tod. Das gilt auch auf einem Schlachtfeld, das seit jeher hart umkämpft ist und wo wir alle teilnehmen: dem Einzelhandel. Wir alle sind Konsumenten und seit das erste Geschäft eröffnet hat, buhlen die Läden um unser Interesse, um unser Geld. Und immer wieder gibt es wellenartige neue Entwicklungen, die die bisherig bekannte Einkaufswelt gehörig durcheinander wirbeln. So war es, als Sears den Katalog erfand und die Menschen immer häufiger über Telefon oder Bestellkarte Waren orderten. Und auch die Waltons waren so eine einschneidende alles verändernde Entwicklung. Genauer gesagt ihre Erfindung des Supermarkts, wo man einfach alles kaufen kann und das auch noch sehr günstig, anstatt zu jedem Spezialhändler einzeln zu gehen.

Jede dieser Entwicklungsschübe brachte es mit sich, dass eine Vielzahl der alten Anbieter vom Markt verschwanden, je mehr sich die Einkaufsgewohnheiten der Kunden änderten. Die vielen Tante-Emma-Läden sind längst Geschichte und unsere Einkaufsstraßen gleichen sich immer mehr, werden immer austauschbarer. Weil sich dort fast nur noch die Filialisten großer Ketten halten können, während der klassische Einzelhändler, wie zum Beispiel der individuelle Modeladen, sich nicht mehr behaupten kann und seine Pforten schließen muss.

Und auch jetzt erleben wir wieder einen solchen einschneidenden Entwicklungsschub: den Onlinehandel. Als reiner Online-Buchhändler gestartet, hat sich Amazon inzwischen zum Dominator in der westlichen Einkaufswelt entwickelt und verändert unser Einkaufsverhalten wieder einmal grundlegend. Die Kunden finden immer mehr Gefallen daran, bequem von zuhause online Waren zu ordern, anstatt sich aus dem Haus begeben zu müssen, um in überfüllten Supermärkten und Einkaufsstraßen mit anderen ewig in der Warteschlange an der Kasse zu stehen. Amazon ist der Wegbereiter und der Taktgeber, aber in seinem Fahrwasser segeln weitere Anbieter erfolgreich auf der Onlinewelle. So erfolgreich, dass im Weihnachtsgeschäft 2016 in den USA erstmals mehr Waren online gekauft wurden als im stationären Handel. Eine echte Zäsur. Und Amazon hatte den größten Anteil an den Onlineumsätzen.

Samstag, 30. September 2017

Investor-Update: Blue Cap, Burberry, Corestate Capital, Deutsche Telekom, Goldman Sachs BDC, Greiffenberger, Hypoport, Publity, Rocket Internet, Softship

In meinen Investor-Updates notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

September bezaubert mit Traumfinale
Wir haben den September überstanden und entgegen der allgemeinen und überall verkündeten Meinung, es würde zu einem Crash kommen, weil der September ja der schlechteste Börsenmonat überhaupt sei, rannten die Kurse weiter nach oben. Aktienkurse haben kein Gedächtnis und wenn alle Marktteilnehmer der gleichen Meinung sind, dann haben sie sich auch im Vorfeld bereits entsprechend positioniert. Folgerichtig ist das erwartete Ereignis ausgeblieben. Für die Pessimisten noch schlimmer: die Aktienmärkte schlossen den September nahe an ihren Allzeithochs ab.

»Wenn alle Spieler auf eine angeblich todsichere Sache spekulieren, geht es fast immer schief.«
(André Kostolany)

So markierte der S&P 500 am Freitag ein neues Allzeithoch bei 2.518 Punkten, der Dow Jones bei 22.405 Punkten, der MDAX bei 26.012 Punkten und der DAX liegt nur knapp 40 Zähler unter seinem Allzeithoch von rund 22.880 Punkten. Und wir haben noch immer Niedrigst- und sogar Negativzinsen, so dass es gut möglich ist, dass das Geld der "schlauen" Investoren nun bald in die Aktienmärkte zurückkehrt und eine fette Herbstrallye auslöst. Jenseits aller Bedenken bzgl. der Bewertung der Aktienmärkte.