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Donnerstag, 17. September 2026

[Kissigs Kloogschieterei] The Day after...

Nun ist es also passiert: die erste Zinsanhebung der Fed seit 2023. Der neue Fed-Chef Kevin Warsh hat seinen Worten Taten folgen lassen, nachdem er immer wieder betont hatte, Preisstabilität sei der zentrale Auftrag der US-Notenbank neben einem robusten Arbeitsmarkt. Und der Arbeitsmarkt steht ziemlich gut da, während die Inflation wieder und immer stärker zulegt.

US-Präsident Trump hat dann auch nicht lange auf sich warten lassen und eine Schimpfkannonade gegen die Fed losgelassen. Der von ihm selbst ernannte Warsh sei ein "guter Mann", aber er sei umgeben von inkompetenten Wirrköpfen. Die Fed muss (!) die Zinsen auf 1% senken, so Wüterich Trump. Und weiter behauptet er, die Zinserhöhung sei politisch motiviert und alleine gegen ihn persönlich gerichtet. Selbstüberschätzende Irrlichterei!

In der Realität hat die Fed ihren Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf die Spanne von 3,75% bis 4,00% angehoben. Damit folgt sie nur der Inflation, denn die Preisentwicklung zieht gewaltig an. Die Gründe dafür liegen in
  1. Trumps Strafzöllen, die wie eine Steuer für US-Verbraucher und -Unternehmen wirken,
  2. Trumps Krieg gegen den Iran, der den Ölpreis über 100 Dollar getrieben hat mit weiter steigender Tendenz,
  3. Trumps Ausgabenwut, die das US-Defizit ebenso auf Rekordhöhe treibt wie die Verschuldung, die nun bereits über 40 Billionen Dollar liegt, so dass die Neuverschuldung 6% des BIP übersteigt und die Zinsen für die neuen Staatskredite nur noch aus neuen Schulden beglichen werden können.
Trumps wirtschafts- und steuerpolitischer Kamikazekurs ist das Übel, doch Trump zeigt mit dem Finger auf andere. Natürlich. Zuletzt erklärte er allen Ernstes, die hohen Dieselpreise lägen nur daran, dass die Ukraine in ihrem Selbstverteidigungskampf gegen Russland deren Öl-Infrastruktur angreife und zerstöre. Das solle sie doch lieber lassen. Na klar...

Während sich Kevin Warsh nun zunehmend ins Fadenkreuz Trumpscher Attacken bewegt und damit seinem Vorgänger Jerome Powell nacheifert, kommt die Haltung der Fed außerhalb des Weißen Hauses gut an. Dort wird die demonstrierte Unabhängigkeit der US-Notenbang mit Erleichterung aufgenommen, wenngleich höhere Zinsen die Märkte durchaus belasten.

Wie so oft gehen das Positive und das Negative Hand in Hand und es liegt an jedem selbst, wem er folgt. Wobei Optimisten an der Börse auf lange Sicht die Gewinner sind, denn die Märkte steigen öfter als sie fallen und sie steigen stetig an, wenn auch bisweilen unter heftigen Schwankungen.

Optimismus zahlt sich aus. Nicht nur, aber vor allem an der Börse...

Dienstag, 28. Juli 2026

Börsenweisheit des Tages | 28.07.2026

"Gelddrucken kann genauso wenig die Armut besiegen, wie das Drucken von Diplomen die Dummheit."
(Javier Milei)

Freitag, 8. Mai 2026

[Kissigs Börsentheater] Ex-Bundesbank-Präsident Pöhl warnt vor Inflation - und vergleicht sie mit... Zahnpasta?!

Inflation ist schon ein echtes Miststück. Stanley Druckenmiller nannte sie "eine Steuer, die die Armen sich weder leisten noch vermeiden können". Inflation ist Geldentwertung und sorgt dafür, dass man für den gleichen Betrag morgen weniger kaufen kann. Millionäre kratzt das nicht so sehr wie Otto Normalbürger, für den aus Preissteigerungen schnell Konsumverzicht wird. Nötigenfalls auch bei den Dingen des täglichen Bedarfs. Und dann geht es an Eingemachte...

Samstag, 2. Mai 2026

Kissigs Wochenrückblick 18/2026: Meine stärksten Kurstreiber im Depot waren Vincorion, Quanta Services, Alphabet, Comfort Systems, Deutsche Rohstoff AG - mit echt satten Zuwächsen

Die Top-Werte meines Investmentdepots veröffentliche ich jeweils zum Quartalsende in meinen Investor-Updates und meine Beobachtungsliste aktualisiere ich wöchentlich.

Ergänzend gebe ich heute eine kurze Übersicht zu den Werten, die in der letzten Woche mein Investmentdepot am stärksten bewegt haben. Dabei geht es um alte Bekannte und neue Liebschaften. Und es gibt die eine oder andere Überraschung nebst altkluger Einschätzungen. Natürlich...

Sonntag, 19. April 2026

[Kissigs Kloogschieterei] Biste wirklich schon bereit für die Inflationsdruckbetankung?

Die Stimmung an den Börsen hat sich wieder gedreht, nachdem am Golf nicht mehr geschossen wird. Der S&P 500 durchbrach erstmals die 7000er-Marke und markierte eine neues Allzeithoch, während der Fear-and-Greed-Index innerhalb von nur zwei Wochen vom Zustand "extremer Angst" ins "Gier-Terrain" hochschnellte. 

Doch es herrscht (nur) eine trügerische Ruhe, denn eine endgültige Einigung zwischen den USA und dem Iran ist weiterhin in weiter Ferne. Währenddessen nimmt die Earnings Season in den USA Fahrt auf und Anleger hoffen auf Antworten – doch die werden die Zahlen (noch) nicht liefern. Denn der wirkliche Hammer trifft uns erst in den nächsten Monaten. Und da kommt richtig was auf uns zu…

Donnerstag, 9. April 2026

[Kissigs 13F] Mein Investor-Update Q1/26 mit Costco, Texas Pacific Land, Rheinmetall, Palantir, Almonty Industries, Alphabet, KKR, Quanta Services, Vincorion und Pfisterer

Mein Investor-Update zum Ende des 1. Quartals '26

In meinen Investor-Updates blicke ich jeweils zum Ende eines Quartals auf die vergangenen Monate zurück und präsentiere euch die Top-Werte in meinem Investmentdepot; es ist in gewisser Weise "mein persönliches 13F". Des Weiteren beschäftige ich mich gegebenenfalls auch mit Unternehmen, die ich hier im Blog noch nicht vorgestellt habe, die jedoch bereits den Weg in mein Depot gefunden haben.

Donnerstag, 2. April 2026

Börsenweisheit des Tages | 02.04.2026

"Heutzutage fühlen sich Menschen, die Bargeld besitzen, wohl. Das sollten sie nicht. Sie haben sich für einen schrecklichen langfristigen Vermögenswert entschieden, der praktisch nichts einbringt und mit Sicherheit an Wert verliert."
(Warren Buffett)

Sonntag, 22. März 2026

Kissigs Wochenrückblick 12/2026: Meine stärksten Kurstreiber im Depot waren Almonty, Vincorion, Rheinmetall, SoFi, Costco. Ein heftiger Einbruch - dank Energiemangel im Depot

Die Top-Werte meines Investmentdepots veröffentliche ich jeweils zum Quartalsende in meinen Investor-Updates und meine Beobachtungsliste aktualisiere ich wöchentlich.

Ergänzend gebe ich heute eine kurze Übersicht zu den Werten, die in der letzten Woche mein Investmentdepot am stärksten bewegt haben. Dabei geht es um alte Bekannte und neue Liebschaften. Und es gibt die eine oder andere Überraschung nebst altkluger Einschätzungen. Natürlich...

Sonntag, 15. März 2026

Kissigs Börsengeschichte(n): Am 15.03.1924 wurde der letzte 5-Billionen-Mark-Schein gedruckt. Die Hyperinflation ruinierte (fast) alle - und ist bis heute ein deutsches Trauma

Am 15.03.1924 wurden in Deutschland die letzten Geldscheine mit dem gewaltigen Nennwert von fünf Billionen Mark gedruckt. Diese groteske Zahl steht symbolisch für eine der dramatischsten Währungskrisen der modernen Wirtschaftsgeschichte: die deutsche Hyperinflation der Jahre 1922 und 1923. Innerhalb weniger Monate verlor die deutsche Mark nahezu vollständig ihren Wert. Ersparnisse verdampften, Preise explodierten und das Vertrauen in Staat, Wirtschaft und gesellschaftliche Institutionen wurde nachhaltig erschüttert...

Dienstag, 23. Dezember 2025

Kissigs Börsengeschichte(n): Am 23.12.1913 wurde die Fed gegründet und rettet seitdem immer mal wieder das globale Finanzsystem - mehr oder weniger

Am 23.12.1913 unterzeichnete der damalige US-Präsident Woodrow Wilson den Federal Reserve Act. Mit diesem Gesetz wurde das Federal Reserve System geschaffen und damit die erste dauerhaft institutionalisierte Zentralbank der USA - die Fed. Die Gründung der Fed markierte einen tiefgreifenden Einschnitt in der amerikanischen Wirtschafts- und Finanzgeschichte und hatte weitreichende Auswirkungen, nicht nur auf die Vereinigten Staaten, sondern auf das internationale Finanzsystem insgesamt.

Die Etablierung der Fed war das Ergebnis jahrzehntelanger wirtschaftlicher Instabilitäten, politischer Auseinandersetzungen und theoretischer Debatten über Geldschöpfung, Kreditsteuerung und staatliche Eingriffe in Märkte. Gleichzeitig entwickelte sich die Fed im Laufe des 20. Jahrhunderts zu einem der einflussreichsten wirtschaftspolitischen Akteure weltweit. Ihre Rolle während der Weltwirtschaftskrise von 1929 bis 1932, aber auch in späteren Krisen – etwa der Finanzkrise 2007/08 oder der COVID-19-Pandemie – wird bis heute kontrovers diskutiert.

Grund genug, die historischen Hintergründe der Fed-Gründung, die politischen und ökonomischen Motive, ihre institutionelle Ausgestaltung sowie ihre kurz-, mittel- und langfristigen Wirkungen auf Wirtschaftskrisen und das globale Finanzsystem zu beleuchten...

Montag, 1. Dezember 2025

Börsenweisheit des Tages | 01.12.2025

"Nicht das Geld steigert die Preise, sondern die Ausgabeentscheidungen der Menschen, die Geld haben."
(Milton Friedman)

Dienstag, 4. März 2025

Börsenweisheit des Tages | 04.03.2025

"Wir als Notenbank navigieren nach den Sternen - bei bewölktem Himmel."
(Jerome Powell, 08.2023)

Sonntag, 5. Januar 2025

Kissigs Kloogschieterei: Die Rückkehr des Falken

Die alte Börsenregel "buy the rumors, sell the facts" hat sich mal wieder bewahrheitet. Die Fed hat in ihrer letzten Sitzung des Jahres 2024 das Erwartete getan und ihre Leitzinsen um weitere 25 Basispunkte gesenkt. Seit dem Start des Zinssenkungszyklus am 18. September hat sie ihren Basiszinssatz damit um einen ganzen Prozentpunkt reduziert und doch… im Vorfeld waren die Zinssätze für 30-jährige US-Hypotheken von 7,5 auf 6,11 % zurückgegangen, um dann mit den Zinssenkungen wieder auf über 7 % anzusteigen. Damit wird für viele Bürger den Traum vom Eigenheim zum unerreichbaren Wunsch.

Wie kann das sein? Nun, es liegt an der Inflation bzw. der sie betreffenden Markterwartungen. Denn die Inflation erweist sich nicht nur als "sticky", sondern auch als untot. Sie legte seit dem Ende des Sommers wieder zu und angesichts der robusten US-Konjunktur und des inzwischen allseits erwarteten erhöhten Inflationsdrucks durch die von Don Trump angekündigten Wirtschafts- und Steuermaßnahmen ist von einem anhaltenden Überschreiten des Inflationsziels der Fed auszugehen. Deren Chef Jerome Powell erklärte, man visiere in 2025 nur noch zwei statt vier Zinssenkungen an und gehe von einer Inflationsrate von eher 3 % als 2 % aus. Finanzinvestor Apollo taxiert inzwischen sogar die Wahrscheinlichkeit von Zinsanhebungen in 2025 auf 40 %. Und diese Aussichten schickten die Börsen auf Talfahrt.

Dabei war in den letzten beiden Jahren gerade die Zinssenkungsfantasie der Haupttreiber für die Börsenkurse. Niedrigere Zinsen befeuern das Wachstum und reduzieren Finanzierungskosten. Zudem sorgen sie für höhere Bewertungsmultiples. Sinkt die Aussicht auf niedrigere Zinsen und steigen die Marktzinsen sogar an, wie bereits seit einigen Monaten, wird die Luft dünn(er) für die Aktienmärkte. Und nach zwei Jahren mit immer neuen Allzeithochs bei den Leitindizes, ohne dass es zu einer wirklichen bereinigenden Korrektur gekommen ist, braucht die Hausse neue Nahrung, um weiterlaufen zu können. Woher diese kommen soll, ist allerdings nicht klar. Trumps Politik könnte ein Lieferant sein oder steigende Unternehmensgewinne.

2025 bringt viele Veränderungen mit Chancen und Risiken. Die Börsen werden folgen – oder diese vorwegnehmen. Einfacher wird es jedenfalls nicht…

Alles Gute für euer Geld!
Michael C. Kissig

Disclaimer: Habe Apollo auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.

Mittwoch, 1. Januar 2025

Das Rekordjahr 2024 endete mit mehr als einem Knall - und sorgenvollem Blick auf 2025

Mit meinem Ausblick auf 2024 lag ich gar nicht weit daneben, aber in einigen Details dann doch. Das war bereits 2023 so, doch im Unterschied zu damals konnte ich in den letzten 12 Monaten die dümmsten größten Fehler vermeiden und musste daher nur geringe Kurskorrekturen vornehmen. Es war nicht der breite Markt, der die Hausse befeuerte, sondern nur noch wenige Werte, aber die machten auch 2024 zu einem der besten Börsenjahre der Geschichte. Es war der KI-Hype und die großen Technologiewerte, die wir inzwischen als "Magnificent Seven" kennen, und so schnitten die US-Börsen das sechste Mal innerhalb der letzten sieben Jahre besser ab als europäische Aktien. Doch auch ohne diese "Glorreichen" im Depot konnte man Börsenerfolge feiern. Allerdings nicht mit Nebenwerten und auch schon gar nicht jenseits des US-Markts. Ob Deutschland oder China, überall herrscht Börsenkatzenjammer und selten war der Unterschied so gewaltig zwischen der Masse an börsennotierten Unternehmen und die zugstarken Marktführer.
"Lies die Marktprognosen des letzten Jahres und du wirst Jahresprognosen nie wieder ernst nehmen."
Hier lest ihr (m)eine Abrechnung mit 2024 und einen Ausblick auf 2025. Das wird ganz bestimmt nicht leichter, aber sicherlich anders. Und möglicherweise sogar (noch) besser, denn die Zukunft sah schon immer besser aus als die Vergangenheit. Echt? Echt! Aber es kommt drauf an...

Sonntag, 22. Dezember 2024

Kissigs Kloogschieterei: Die Börsenrally frisst ihre Kinder

Den Börsen ist vor Weihnachten die Puste ausgegangen und der Dow Jones Index legte die längste Verlustserie seit 1978 hin. Nur ein magersüchtiges Plus von 0,04 % sorgte dafür, dass sie nicht länger anhielt. Die Euphorie über Trumps Wahlsieg ist verpufft, die Alltagssorgen sind zurück.

Aber Grund zur Panik besteht nicht. Ein paar Minustage tun der Entwicklung nur gut und kühlen die (üb)erhitzten Kurse wieder etwas ab. Und wenn man über die letzten Tage hinausschaut, bleiben noch immer rekordverdächtige Zuwächse: Jetzt, Mitte Dezember, liegt der Dow 14 % seit dem Jahresstart im Plus, beim S&P 500 sind es 24 % und die technologielastige NASDAQ verbuchte sogar satte 30 % an Kursgewinnen. 2024 ist also ein überdurchschnittliches Jahr und wir können mit der Entwicklung also sehr zufrieden sein, obwohl sich eine Woche an Kursrückgängen länger anfühlen kann als ein ganzes Jahr an Kurszuwächsen.

Allerdings gilt das nicht für alle Anleger. Wer nicht die Trendsetter im Depot hatte, kann von solchen Ergebnissen nur träumen. Die miesesten Sektoren im S&P 500 waren in diesem Jahr Gesundheit, Energie und Immobilien. Insbesondere Nebenwerte liegen fett im Minus und der Abstand zwischen Valueaktien und Wachstumsaktien ist so groß wie schon lange nicht mehr. So sind in den letzten 15 Jahren die Wachstumsaktien im S&P 500 um 907 % gestiegen, während die Valuewerte eine Rendite von 363 % erzielten. Allein in den letzten zwei Jahren haben die Wachstumswerte um 94 % zugelegt und damit die Rendite der Valueaktien um das Dreifache übertroffen. Im Vergleich steuern Valueaktien die schlechteste relative Performance gegenüber Wachstumswerten seit 42 Jahren an. Dabei ist das Jahr noch gar nicht zu Ende...

Samstag, 21. Dezember 2024

Die Börsenwoche 51/2024 im Rückblick: Die stärksten Kurstreiber in meinem Depot waren nicht nur Blackstone, PJT Partners, Texas Pacific Land, SoFi Technologies und MPC Capital

Die Top-Werte meines Investmentdepots veröffentliche ich jeweils zum Quartalsende in meinen Investor-Updates und meine Beobachtungsliste aktualisiere ich wöchentlich.

Ergänzend gebe ich heute eine kurze Übersicht zu den Werten, die in der letzten Woche mein Investmentdepot am stärksten bewegt haben. Dabei geht es um alte Bekannte und neue Liebschaften. Und es gibt die eine oder andere Überraschung...

Sonntag, 29. September 2024

Kissigs Kloogschieterei: Nach dem Ereignis ist vor dem Ereignis

Nun ist es also passiert: die Fed hat (endlich) ihre erste Zinssenkung gewagt und es waren gleich 50 Basispunkte. Zudem hat Fed-Chef Jerome Powell erklärt, die US-Notenbank sähe die US-Wirtschaft trotz zunehmender negativer Einflüsse weiter in einer robusten Verfassung. Der Fokus der Fed richtet sich nun stärker in Richtung Arbeitsmarkt. 

Im Grunde hat die Fed nun also (endlich) das geliefert, was schon länger von ihr erwartet wurde. Und trotzdem feierte der Markt den Startschuss der Zinswende mit einem kleinen Kursfeuerwerk. Unverständlich?

Verständlich. Immerhin hinkt die Notenbank der realen Entwicklung zumeist hinterher und agiert dann zu hart. Diese Befürchtungen hatten auch zuletzt wieder deutlich zugenommen. Nicht ganz zu Unrecht. Blackstones CFO Michael Chae erklärte jüngst, da die Fed bei der Inflationsbewertung zunehmend volatile Komponenten heranziehe, wie Wohnkosten, führe dies zu einer verzögerten Erfassung der tatsächlichen Entwicklung. Blackstone filtere solche Entwicklungen heraus und könne daher vor der Welle agieren – nicht von ungefähr hat der weltgrößte Alternative Asset Manager in den vergangenen 12 Monate mehr als 30 Mrd. USD in REITs und Immobilien investiert und damit vor dem nun einsetzenden breiten Aufschwung am Immobilienmarkt. Während also die Wirtschaft unter der zu langsam agierenden Notenbank zu lange leidet, ergeben sich hieraus für clevere Investoren zusätzliche Chancen. Wenn sie denn die Chuzpe haben, diese auch konsequent zu nutzen.

Für Privatanleger ist es kaum leistbar, bessere Informationen als die Notenbaken zu haben, geschweige denn, hieraus sinnstiftendere Analysen abzuleiten für die eigenen Investments. Aber das müssen sie auch gar nicht, denn man kann sich inzwischen ja auch bei denen als Aktionär einkaufen, die das quasi zu ihrem Geschäftsmodell gemacht haben. Nicht nur Blackstone fährt seit Jahren und Jahrzehnten höhere Renditen als das Durchschnittsunternehmen ein, sondern auch seine kleineren Wettbewerber Apollo, Ares, Brookfield und KKR. Anleger haben also die Qual der Wahl und das ist allemal besser, als an der Börse hinterherhinken zu müssen. Und das ist ja vielen Anlegern passiert, die nicht auf die großen Cloud- und KI-Boomer gesetzt haben. Auch unter den Profis.

Doch die gute Nachricht ist, dass es an der Börse nie zu spät ist für gute Entscheidungen und man auch später noch auf die richtigen Zugpferde setzen kann. Und was die Fed macht...

Mittwoch, 25. September 2024

Kissigs Aktien Report: Nach der Zinssenkung jetzt bei Immobilien 'all-in' gehen? Und wo?

Im Rahmen meiner Kooperation mit dem 'Aktien Report' von Armin Brack nehme ich mir in unregelmäßigen Abständen interessante Unternehmen und Themen vor. Die Ausgaben des 'Aktien Reports' und/oder 'Geld Anlage Reports' erreichen ihre Leser samstags kostenlos und 'druckfrisch' per Email und man kann sich ▶ hier beim 'Geld Anlage Report' anmelden. Bonbon für die Leser meines Blogs: einige Tage später darf ich die Artikel dann auch hier veröffentlichen.

Aktien Report Nr. 181 vom 20.09.2024

Dienstag, 17. September 2024

Börsenweisheit des Tages | 17.09.2024

"Das Gute an den Dividendenaktien ist, dass man zunächst einmal Aktien hat, die reale Werte sind, wenn wir eine gewisse Inflation haben. Ich denke, wir werden 2 %, 3 %, vielleicht 4 % haben. Das ist ein guter Punkt für Aktien. Unternehmen kommen damit gut zurecht. Das gibt ihnen Preissetzungsmacht. Ihre Vermögenswerte steigen mit den Preisen. Ich habe keine Angst vor dieser Inflation."
(Jeremy S. Siegel)

Montag, 22. Juli 2024

Börsenweisheit des Tages | 22.07.2024

"Sachwerte werfen keine Rendite ab. Deshalb eignen sie sich als Anlagewerte nicht, es sei denn, man befindet sich in einer Hyperinflation. Das Gleiche gilt auch für Anlagen in Rohstoffe. Während bei der Aktie die Aktiengesellschaft und bei der Anleihe der Emittent mit dem Geld arbeiten, liegt es in Sachwerten brach. Deshalb kann man mit Sachwerten allenfalls spekulieren."
(André Kostolany)