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Mittwoch, 26. November 2014

Dresdner Factoring vor dem Sqeeze-out

Die Dresdner Factoring AG hatte ich zwei Jahre lang auf meiner Empfehlungsliste bis ich sie im Sommer gestrichen habe. Damals standen etwa 200 Prozent Rendite zu Buche und ich sah kein großes Kurspotenzial mehr in der Aktie, die doch recht üppige Bewertungsrelationen erreicht hatte. Bis gestern hat sich der Kurs auch nicht mehr signifikant über 11 EUR erhoben, doch dann kam die Meldung, dass die abcfinance Beteiligungs AG nunmehr 90,004 Prozent an der DFAG hält und einen "Umwandlungsrechtlichen Squeeze-out" anstrebt. Der Kurs kletterte daraufhin gen 13 EUR, rechnen die Anleger doch mit einem schönen Aufschlag innerhalb der angekündigten Barabfindung.

Der Hauptaktionär hat verkündet, mit dem Vorstand der DFAG Verhandlungen über den Abschluss eines Verschmelzungsvertrages aufnehmen zu wollen, bei dem die DFAG auf die abcfinance verschmolzen werden soll. Der Verschmelzungsvertrag soll die Angabe enthalten, dass im Zusammenhang mit der Verschmelzung ein Ausschluss der Minderheitsaktionäre der DFAG erfolgen soll. Dem entsprechend möchte die abcfinance die Hauptversammlung der DFAG über die Übertragung der Aktien der Minderheitsaktionäre gegen Gewährung einer angemessenen Barabfindung beschließen lassen. Was bei 90 Prozent Anteil der abcfinance nur eine Formsache ist. Das Ergebnis wird leider sein, dass das einzige börsennotierte Factoringunternehmen in Deutschland vom Kurszettel verschwinden wird.

Mittwoch, 25. Juni 2014

Gewinne mitnehmen bei der Dresdner Factoring AG

Im Februar 2012 hatte ich die Aktien der Dresdner Factoring AG zum Kauf empfohlen und die Performance kann sich sehen lassen. Nach zwischenzeitlich zwei Übernahmeangeboten hat sich der Kurs seit geraumer Zeit zwischen 9 und 11 EUR eingependelt, und sich seit meiner Empfehlung zeitweilig mehr als verdreifacht.

Der Bericht zur Hauptversammlung gibt den aktuellen Stand des Unternehmens sehr gut wieder: nach wie vor ist die DFAG erfolgreich am Markt unterwegs, leidet aber unter Margendruck und weist inzwischen mit einem KGV von gut 16 keine zwingend günstigen Bewertungskriterien mehr auf. Für 2013 erhalten die Aktionäre auch keine Dividende und für nächstes Jahr geht man von 20 Cents je Anteilsschein aus. Magere 2 Prozent also für einen ehemaligen Dividendenstar.

Auch wenn das Unternehmen in einem interessanten Markt erfolgreich unterwegs  und die Bewertung nicht völlig überteuert ist, verbleibt auf dem derzeitigen Niveau weniger Potenzial als in der Vergangenheit. Zeit, die Gewinne mitzunehmen und woanders für sich arbeiten zu lassen. Ich streiche daher die DFAG nach knapp zweieinhalb Jahren  mit rund 196 Prozent Zuwachs von meiner Empfehlungsliste.

Montag, 15. Juli 2013

Dresdner Factoring: Übernahmeangebot annehmen oder auf Squeeze-out setzen?

Die Dresdner Factoring AG hat seit meiner Empfehlung im Februar 2012 eine rasante Unternehmens- und Kursentwicklung hingelegt, von 3,80 EUR auf rund 8,80 EUR oder etwa 140 Prozent. Dabei resultiert der Kursanstieg auch aus mehreren Sonderfaktoren: zunächst kaufte Aufsichtsratsmitglied Agerholm sukzessive mehr als 10 Prozent der Anteile zusammen, dann musste ein weiteres Aufsichtsratsmitglied, Jürgen Freisleben, für seine Wegold Holding ein (wohl 4 Jahre versäumtes) Pflichtübernahmeangebot abgeben und schließlich gab die abcfinance Beteiligungs AG im Juni bekannt, die Aktien der Dresdner Factoring für 8,75 EUR komplett übernehmen zu wollen. Seitdem liegt der Aktienkurs knapp über dieser Marke und wird zumindest bis zum Ende der Angebotsfrist am 26. Juli 2013 auch nicht darunter fallen. Die Bedingung, dass mindestens 70 Prozent der Aktien angedient werden müssen, ist bereits erfüllt. Denn die Wegold Holding und mindestens ein weiterer Großaktionär der Dresdner Factoring AG haben bereits zugestimmt und nachdem das Unternehmens selbst seine Aktien aus Rückkaufprogrammen, die es im eigenen Bestand hält, ebenfalls andienen wird, ist die Marke von 70 Prozent deutlich überschritten.

Für die übrigen Aktionäre stellt sich nun die Frage, ob man das Angebot annehmen oder seine Aktien behalten sollte und das sollte man alleine daran festmachen, ob die Dresdner Factoring attraktiv bewertet ist und man künftig von Kursanstiegen ausgehen kann. Ist dies nicht der Fall, sollte man aussteigen und die Aktien entweder über die Börse verkaufen (dann hat man sofort sein Geld) oder aber das Übernahmeangebot annehmen.

Kürzlich hat die DFAG ihre Halbjahreszahlen veröffentlicht und die können sich sehen lassen. Das Factoringvolumen ist auf 331 Mio. EUR gestiegen und erzielte ein Ergebnis vor Ertragssteuern (EBT) von 1,1 Mio. EUR. Zusätzlich wurde von den Banken erneut das Kreditvolumen angehoben, so dass die DFAG nunmehr über 52 Mio. EUR verfügen kann und durch die Andienung der 279.957 eigenen Aktien (9,87%) fließt der Gesellschaft Liquidität in Höhe von zusätzlichen rund 24,5 Mio. EUR zu. Und da diese Aktien ja zu deutlich niedrigeren Börsenkursen erworben wurde, wird es in 2013 einen deutlichen außerordentlichen Ertrag hieraus geben.

Vereinfacht auf das Jahr hochgerechnet ergäben sich also ein Factoringumsatz von 662 Mio. EUR und ein EBT von 2,2 Mio. EUR. In 2011 hatte die DFAG noch 458 Mio. EUR umgesetzt und einen Vorsteuergewinn von 1,6 Mio. EUR ausgewiesen (2010 lag dieser noch bei 0,8 Mio. EUR). Legt man nun die Konsensschätzung für den Gewinn von 0,69 EUR je Aktie für 2014 zugrunde, kommt man auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 12,8. Damit liegt das KGV deutlich höher als bei meiner Empfehlung im Februar 2012 und das Kurs-Umsatz-Verhältnis ist mit 5,77 ebenso wenig günstig, wie das Kurs-Buchwertverhältnis von 1,68. Allerdings weisen die Kennzahlen insgesamt auf keine Überbewertung hin, zumal Umsatz und Gewinn seit Jahren deutlich steigen. Das Unternehmen ist also bei 8,80 EUR fair bewertet.

Für einen Neueinstieg wäre mir der Kurs inzwischen zu hoch, aber als Aktionäre, der auf Kursgewinnen sitzt, stellen sich ja zwei Frage: möchte man die angefallenen Kursgewinne (jetzt) versteuern und welche Anlagealternativen bieten sich zurzeit? Behält man die Aktien weiter, arbeitet der Steueranteil für einen und fließt (noch) nicht ans Finanzamt. Der Vorteil des Zinseszinsfaktors liegt also aufseiten des Aktionärs. Und richtig günstige Alternativen muss man erst einmal finden. Auf dem erhöhten Kursniveau der Börsen gibt es auch jetzt aussichtsreiche und attraktiv bewertete Unternehmen, aber eben deutlich weniger als noch vor einigen Monaten.

Und ein weiterer Aspekt könnte für die Entscheidungsfindung interessant sein: die abcfinance wird wohl deutlich mehr als 70% der Aktien angedient bekommen und es könnte eine Überlegung wert sein, dass sie sich mittelfristig auch den Rest einverleiben möchte. Dies kann sie über Zukäufe machen, also auch über die Börse, was aufgrund des immer geringer werdenden Streubesitzes, also der frei verfügbaren Aktien, zu steigenden Kursen führen würde. Oder über ein weiteres, dann zu einem noch höheren Kurs, Übernahmeangebot an die übrigen Aktionäre. Am Ende der Entwicklung kann dann sogar ein Squeeze-out stehen, eine relativ sichere und lukrative Spekulation für die freien Aktionäre.

Fazit: wenn ich die Fakten gegeneinander abwäge, erscheint es mir attraktiver, die Aktien der Dresdner Factoring AG zu behalten. Das Unternehmen wächst rasant und wirft in steigendem Maße Gewinne ab, die Börsenbewertung ist angemessen und bietet weiteres Kurspotenzial bei vergleichsweise niedrigem Kursrisiko und es gibt einen Großaktionär, der mittelfristig weitere Aktien - vielleicht sogar alle - einsammeln könnte.

Freitag, 1. Februar 2013

Dresdner Factoring: neuer Mehrheitseigner strebt keine Komplettübernahme an

Ende Dezember hatte es ein Pflichtangebot des Großaktionärs Jürgen Freisleben bzw. seiner Wegold Holding AG für die Aktien der Dresdner Factoring AG gegeben, und inzwischen verfügt man über mehr als 59 Prozent der Aktien. Der Aktienkurs ist seitdem in etwa auf Höhe des Pflichtangebots von 6,08 EUR festgezurrt und wird sich erst nun nach dessen Auslaufen wieder von dieser Marke lösen.

Zu bemerken ist, dass Freisleben verkündet hat, keine Absicht zu haben, dauerhaft mehr als 50 Prozent der Anteile an der Dresdner Factoring zu halten. Daher werden früher oder später die überschüssigen 10 Prozent veräußert werden; entweder außerbörslich an einen oder mehrere neue Großaktionäre oder über die Börse. In letzterem Fall dürfte dies auf den Aktienkurs drücken und zwar eine ganze Zeit lang. Und nicht zuletzt deshalb wird Freisleben kein Interesse daran haben, diesen Weg zu gehen.

An der grundsätzlich positiven Einschätzung des Geschäftsmodells und des Geschäftsverlaufs hat sich nichts geändert und auch Jürgen Freisleben erklärt, kein Interesse daran zu haben, in das operative Geschäft der Dresdner Factoring AG einzugreifen. In jedem Fall solle die Dresdner Factoring AG als selbständige Gesellschaft fortbestehen und es gäbe keine Absichten, sich von Teilaktivitäten der Dresdner Factoring Gruppe zu trennen. Vielmehr habe die Wegold Holding volles Vertrauen in die Dresdner Factoring AG und ihren gegenwärtigen Vorstand und wolle alles in ihren Möglichkeiten Stehende zu tun, um sicherzustellen, dass der Vorstand der Dresdner Factoring AG auch nach Abschluss der Transaktion in seiner Position tätig bleibt, um das wachsende Geschäft der Dresdner Factoring AG -Gruppe auszubauen und das derzeitige Geschäft zu festigen.

Langfristig orientierte Anleger bleiben investiert, denn das Geschäft brummt und die Dividendenrendite liegt bei ordentlichen 3,4%. Das dürfte einem die Wartezeit versüßen, bis der Aktienkurs wieder Fahrt aufnimmt und den operativen Erfolgen nachfolgt.

Samstag, 29. Dezember 2012

Übernahmeangebot für die Dresdner Factoring AG

Vor einigen Wochen gab es eine Mitteilung, dass der Großaktionär, die Wegold Holding AG von Aufsichtsratsmitglied Jürgen Freisleben, ein Pflichtangebot für die freien Aktien der Dresdner Factoring AG abgeben wird. Dabei liegt der Zeitpunkt der Kontrollerlangung und die damit einhergehende Pflicht zur Abgabe eines Übernahmeangebotes bereits 4 Jahre zurück - und muss somit gem. §38 WpÜG seit diesem Zeitpunkt rückwirkend verzinst werden. Inzwischen liegt das Pflichtangebot aber vor und wurde von der BaFin genehmigt.

Der offerierte Preis von 6,08 EUR liegt nur unwesentlich über dem letzten Börsenkurs von Freitag und errechnet sich wie folgt:
Pflichtangebot, § 4 II d: Einhaltung der gesetzlichen Mindestanforderungen
Die von der Bieterin angebotene Gegenleistung entspricht somit dem von der Ba-Fin ermittelten Drei-Monats-Durchschnittskurs in Höhe von 5,09 EUR zuzüglich der notwendigen Verzinsung in Höhe von 0,99 EUR. Somit entspricht der in der Angebotsunterlage benannte Angebotspreis in Höhe von 6,08 EUR je Dresdner Factoring-Aktie nach Kenntnis von Vorstand und Aufsichtsrat den gesetzlichen Mindestanforderungen gemäß §§ 39, 31 Abs. 1, Abs. 7 WpÜG i.V.m. §§ 4, 5 WpÜG-AngebVO sowie der Verzinsungspflicht nach § 38 WpÜG.
Vorstand und Aufsichtsrat der Dresdner Factoring AG befürworten das Angebot und halten es für angemessen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Aufsichtsratsvorsitzende der Dresdner Factoring AG, Dr. Norbert Hörmann, ebenfalls AR-Vorsitzender der Wegold Holding AG ist und dem sechsköpfigen AR der Dresdner Factoring AG auch noch Jürgen Freisleben (Alleineigentümer und Vorstand der Wegold) und Thomas Agerholm angehören. Agerholm hat in den vergangenen Jahren seinen Anteil an der Dresdner Factoring AG über seine Firma  HW Leasing GmbH sukzessive ausgebaut und zeichnet wesentlich für den Anstieg des Aktienkures in den letzten Monaten verantwortlich.

Die aktuelle Aktionärsstruktur der Dresdner Factoring AG:
  • WEGOLD Holding AG: 29,861%
    (Zurechnung Anteilsbesitz an Herrn Jürgen Freisleben)
  • HW Leasing GmbH: 15,939%
    (Zurechnung Anteilsbesitz an Herrn Thomas Agerholm)
  • SGB Sachsen-Anhalt mbH: 5,252%
  • Dresdner Factoring AG: 9,955%
    (279.957 eigene Aktien)
  • Free Float: 38,992%
Damit kontrolliert Freisleben/Wegold de facto die Mehrheit der Aktien und die Übernahme kann als erfolgreich angesehen werden, egal, wie sich die übrigen Aktionäre verhalten.

Für Agerholm hat sich das Engagement auf jeden Fall gelohnt, denn er ist zu deutlich niedrigeren Kursen eingestiegen. Reine Spekulation ist, ob er von dem versäumten Pflichtangebot des Jürgen Freisleben wusste und deshalb bei seinen Ankäufen quasi ohne Risiko agierte. Fakt ist jedenfalls, dass sich die Geschäfte der Dresdner Factoring AG in den letzten Jahren sehr positiv entwickelt haben und der steigende Aktienkurs daher auch fundamental gerechtfertigt war.

Auf meiner Empfehlungsliste befindet sich die Dresdner Factoring AG seit dem 10 Februar 2012, aufgenommen zu einem Kurs von damals 3,80 EUR. Zwischenzeitlich wurde eine Bruttodividende von 0,20 EUR ausgeschüttet, so dass sich bezogen auf den Angebotspreis von 6,08 EUR eine Gesamtrendite von 65,26% ergibt - für rund zehneinhalb Monate.

Es stellt sich nun die Frage, ob Aktionäre das Angebot, das bis zum Ablauf des 22.01.2013 gilt, annehmen sollten. Eine Pflicht zur Annahme besteht nämlich nicht. Fundamental ist das Unternehmen, das zuletzt seine Prognosen nochmals erhöht hatte, attraktiv bewertet. Auf Basis eines geschätzten Gewinns je Aktie von 0,73 EUR für 2013 errechnet sich ein KGV von knapp 8,3 und Ausschüttung einer geschätzten Dividende von 0,30 EUR je Aktie ergäbe dies eine Dividendenrendite von 4,9%. Je nachdem, wie viele freie Aktionäre das Pflichtangebot annehmen, kommt auf Freisleben/Wegold eine erhebliche Summe zu, die es zu stemmen gilt. Man kann - auch unter Berücksichtigung des positiven Verlaufs des operativen Geschäfts der Dresdner Factoring AG - darauf spekulieren, dass die Dividende signifikant angehoben werden dürfte. Alleine schon aus Refinanzierungsgründen seitens der Wegold AG. Perspektivisch würde also die Dividendenrendite eher steigen als fallen, so dass die Bewertung auf dem aktuellen Kursniveau nicht unbedingt den Ausstieg nahe legt.

Auf der anderen Seite steht die Tatsache, dass der erhebliche Kursanstieg der letzten Monate bei diesem marktengen Wert ganz erheblich auf die Käufe durch Angerholm/DW Leasing zurückzuführen war. Diese werden künftig unterbleiben, so dass die Nachfrage merklich zurückgehen dürfte. Andererseits verknappt sich das Angebot (der Free Float) an Aktien durch die Mehrheitsübernahme vermutlich ebenfalls deutlich, so dass nicht von einem erhöhten Abgabedruck auf die  Dresdner Factoring-Aktien zu rechnen ist.

Fazit: man kann das Übernahmeangebot annehmen, muss aber nicht. Wer ohnehin überlegt, auf dem aktuellen Kursniveau auszusteigen, sollte es wohl annehmen, weil sein Ausstieg dann nicht den Kurs drückt. Wer von den Perspektiven der Dresdner Factoring AG weiterhin überzeugt ist, kann dabei bleiben. Je nach Annahmequote ergibt sich ggf. sogar eine weitere heiße Spekulation, nämlich auf ein Squeeze-Out. Allerdings muss Freisleben/Wegold erst einmal die Mehrheitsübernahme an der Dresdner Factoring AG verdauen und die dafür benötigten Mittel stemmen, so dass hier eher mittel- bis langfristig zu spekulieren ist. Dennoch könnte dies ein interessanter Ansatz sein, da die attraktive Bewertung der Dresdner Factoring AG das Kursrisiko begrenzt und gleichzeitig die guten Perspektiven des Unternehmens auch weiterhin steigende Umsätze, Gewinne und Kurse vermuten lässt.

Freitag, 10. Februar 2012

Dresdner Factoring AG: hohes Wachstum, hohe Rendite, attraktive Bewertung

Firmenportrait
Unter Factoring versteht man den Ankauf und selbständigen Beitrieb von Forderungen. Dresdner Factroing ist auf den Ankauf von Forderungen mittelständischer Unternehmen spezialisiert, denen innehalb weniger Tage nach Ankauf der Forderungen rund 90% des Rechnungsbetrages ausgezahlt wird. Die Kunden verfügen somit sofort über Liquidität und brauchen sich auch nicht mehr dem Risiko eines möglichen Zahlungsausfalls des Kunden abzuplagen. Dieses Risiko übernimmt der Factorer und daher ist dieses Geschäft angesichts der zunehmend schlechten Zahlungsmoral in Deutschland entsprechend gefragt und der Branchenumsatz stieg in den letzten 10 Jahren um 400% auf nunmehr 132 Milliarden €. Doch das Potenzial ist riesig, da vor allem kleinere Unternehmen bisher fast noch gar nicht von diesem Finanzinstrument Gebrauch machen.

Geschäftsentwicklung
Im Geschäftsjahr 2011 stieg der Forderungsumsatz um mehr als 7% auf 458 Mio. € und der Vorsteuergewinn verdoppelte sich auf 1,6 Mio. € und für 2012 sind aus eigener Kraft 500 Mio. € und 1,7 Mio. € angepeilt. Dabei geht das Unternehmen von einem zunehmenden Konsolidierungsdruck in der Branche aus und hat knapp 10% seiner eigenen Aktien zurückgekauft, um sie entweder als Aquisitionswährung einzusetzen oder aber einen Großaktionär ins Boot zu holen. Die ebenfalls denkbare Möglichkeit, diese Aktien einzuziehen und so das EPS zu erhöhen, erscheint vor diesem Hintergrund und angesichts der bereits jetzt schon attraktiven Bewertung der DFAG das unwahrscheinlichere Szenario.

Finanzkennzahlen
Meine Einschätzung
Dresdner Factoring ist ein Small-Cap mit geringer Marktkapitalisierung, aber mit großem Potenzial. Die Wachstumsaussichten der Branche sind hervorragend und die Kennzahlen des Unternehmens zeigen eine sehr attraktive Bewertung auf: die Aktie notiert nur bei Zweidrittel ihres Buchwertes, das KGV für 2012 liegt bei 8,64 und die Dividendenrendite erreicht sensationelle 5,33% - Tendenz für die Folgejahre steigend.

Obwohl die Aktie seit ihren Tiefstkursen bereits deutlich zulegen konnte - alleine im Jahr 2012 gut 20% - ist die Bewertung für ein langfristig orientiertes Engagement noch immer sehr attraktiv. Die Perspektiven stimmen ebenso wie die Bewertung und daher sollte das Unternehmen seinen Aktionären in den nächsten Jahren viel Freude bereiten können. Und attraktive Renditen.