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Montag, 23. März 2026

[Kissigs Börsentheater] Nassim Taleb erklärt Anpassungsfähigkeit zum (einzigen) Erfolgsrezept für überdurchschnittliche Erfolge

Die Geschichte ist gepflastert mit Erfolgsunternehmen, die schier unaufhaltsam an die Spitze strebten, aber dann ihren Zenit überschritten und wie eine Sternschnuppe verglühten. Sears war einmal das wertvollste Unternehmen der Welt und hatte einen schier unüberwindlichen Burggraben. Bis der Onlinehandel aufkam und Sears den Anschluss verpasste. Die Pleite war letztlich unausweichlich, weil Sears keine modernen Antworten auf moderne Probleme fand. Amazon & Co. disruptierten das Geschäftsmodell von Sears und der Versandhändler Otto erleidet aktuell dasselbe Schicksal. Europas ehemals größter Versandhandel hat diese Krone längst an Amazon abgeben müssen und trotz seiner Pole-Position konnte er nicht wirklich im Onlinehandel Fuß fassen. Strategie- und Vorstandswechsel wechseln sich inzwischen ab, die einstigen Online-Hoffnungsträger wurden und werden verkauft und auch die Logistiktochter Hermes wird immer mehr ausgedünnt und steht auf der Abschussliste. Ein Trauerspiel mit offenem Ausgang. Aber die Wettquoten zeichnen leider ein ziemlich eindeutiges Bild von der Zukunft.

Und wir erinnern uns an den Smartphone-Pionier BlackBerry, der den Siegeszug der Touchscreens verpasste und vom Markt gefegt wurde - vom Apple und ihrem iPhone. Als BlackBerry Jahre später mit einem eigenen tastaturlosen Touchscreen-Modell auf den Markt kam, war die Messe längst gelesen und die Marktanteile neu verteilt. BlackBerry hatte alles auf ein ausgereiztes Blatt gesetzt und verloren.
"Wenn man von der Prämisse ausgeht, dass wir in einer unsicheren Welt leben, ist Anpassungsfähigkeit die einzige Möglichkeit, langfristig besser abzuschneiden als der Durchschnitt."
(Nassim Taleb)
Das einzig Stete ist der Wandel, nichts hat ewig Bestand. Daher müssen sich selbst die besten Unternehmen ständig anpassen, sich ständig neu erfinden, um im Geschäft zu bleiben. Und auch Anleger müssen sich von verendenden Trends verabschieden. Denn der sicherste Weg zu Verlusten ist, auf die Marktführer in einem sterbenden Markt zu setzen. Jedenfalls solange, wie diese nicht die Zeichen der Zeit erkennen und sich (endlich) anpassen.

Dienstag, 24. Februar 2026

[Kissigs Kloogschieterei] Back to Value

In früheren Zeiten haben sich Technologieaktien und Valuewerte in mehrjährigen Zyklen abgewechselt und wenn die eine Gruppe einige Jahre lang outperformt hatte, wechselten die Favoriten. Ein weitgehend vorhersagbares Muster.

Doch nach der Globalen Finanzkrise 2008/09 änderte sich das Spiel: Technologieaktien zogen schier unaufhaltsam davon, während klassische Unternehmen kaum von der Stelle kamen. Und so fuhren viele erfolgreiche Value Investoren schlechte(re) Ergebnisse ein und auch wenn sie durchaus Gewinne erzielten, blieben sie doch zumeist weit hinter ihren technologieaffinen Wettbewerbern zurück.

"Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich", heißt es. Und so wurde immer wieder eine bevorstehende Trendumkehr ausgerufen, wann immer die Börsen einen neuen Höchststand markierten und die Technologieaktien neue Bewertungsmaßstäbe setzten. Zuletzt war die immer stärker zunehmende Konzentration der Magnificent 7 im S&P 500 der Grund für den Abgesang auf die endlose Technologie-Hausse – und nun scheint es wirklich soweit zu sein. Dank KI.

Sicher, Künstliche Intelligenz ist ein Technologiethema und viele Technologiefirmen profitieren. Aber auch die Anwender von KI werden zunehmend zu Gewinnern, weil sie rationalisieren können, mit weniger Personal auskommen, schlanker, effizienter werden. Sie bauen ihre Margen aus und damit ihre Gewinne. Jedenfalls die Unternehmen, die nicht von KI disruptiert werden.
Und so erleben wir seit einiger Zeit ein Umdenken: Geld wird aus Technologiewerten abgezogen und in klassische Value-Branchen investiert. Seit dem Jahresstart liegt der Energiesektor mit einem Zuwachs von +20% klar vorne, gefolgt von Rohstoffen mit +17%, defensiven Konsumwerten mit +15% und Industrieunternehmen mit +11%. Die Informationstechnologie hinkt mit -3% klar hinterher und (beinahe) nur die Finanzwerte mit -6 % schneiden noch schlechter ab. Und der Absturz vieler geliebter und gehypter Technologiewerte geht ungebremst weiter, weil Anthropic mit seinem Claude Opus KI-Tool - gefühlt - an jedem neuen Tag ein weiteres Geschäftsmodell killt.

Folge einfach dem Geld

Anleger sollten dem neuen Narrativ aber nicht blind hinterherlaufen. Es gilt, wie immer: erst denken, dann handeln! Man sollte (nur) die Werte im Depot haben, die auf mittlere und lange Sicht absehbar Umsatz und Gewinne steigern können. Also nicht dem Hype hinterherlaufen oder dem neusten Trend, sondern den erkennbaren Profiteuren. Egal, ob sie dem Technologiesektor oder einer klassischen Branche angehören. Qualität gewinnt auf lange Sicht immer und überall. Man muss diesen Unternehmen - und ihren Aktien - nur auch die Gelegenheit geben, ihre Qualitäten auszuspielen. Geduld ist ein wesentlicher Schlüssel in der Börsenerfolsgleichung.

Alles Gute für euer Geld!
Michael C. Kissig

Mittwoch, 14. Januar 2026

Kissigs Börsengeschichte(n): Am 14.01.1914 führte Henry Ford die Fließbandfertigung ein. Er disruptierte damit die Industrie und veränderte das Leben aller Menschen - bis heute

Am 14.01.1914 markierte Henry Ford einen Wendepunkt in der Wirtschafts-, Industrie- und Sozialgeschichte, indem er die Produktion des Ford Model T in den Ford-Werken in Highland Park, Michigan, vollständig auf Fließbandfertigung umstellen ließ. Zwar existierten arbeitsteilige Produktionsformen bereits zuvor, doch Ford gelang es erstmals, diese konsequent zu standardisieren, zu mechanisieren und in großem Maßstab wirtschaftlich nutzbar zu machen.

Die Einführung der Fließbandfertigung war nicht nur eine technische Innovation, sondern ein tiefgreifender Paradigmenwechsel in der Organisation von Arbeit, Kapital, Konsum und Gesellschaft. Ihre Auswirkungen reichen weit über das Unternehmen Ford hinaus. Sie veränderten industrielle Produktionsweisen weltweit, beeinflussten Arbeitsmärkte, soziale Strukturen, Konsumgewohnheiten und wirtschaftspolitische Modelle. Und sie prägen bis heute moderne Industrie-, Logistik- und Dienstleistungsprozesse, ohne die unser Leben ganz anders aussehen würde...

Freitag, 9. Januar 2026

Kissigs Börsengeschichte(n): Am 09.01.2007 präsentierte Steve Jobs das erste iPhone und veränderte damit den Mobilfunkmarkt grundlegend - und den Lebensalltag der Menschen

Am 09.01.2007 betrat Steve Jobs die Bühne der Macworld Conference & Expo in San Francisco und leitete mit einem einzigen Satz eine der größten Umwälzungen der Technikgeschichte ein. Er kündigte drei Produkte an: einen iPod mit großem Bildschirm und Touch-Bedienung, ein revolutionäres Mobiltelefon und ein bahnbrechendes Internet-Kommunikationsgerät. Nach einer kurzen Pause folgte die Pointe: Es handelte sich nicht um drei Geräte, sondern um eines – das iPhone. Dieser Moment markierte den Beginn einer neuen Ära der mobilen Kommunikation. Innerhalb weniger Jahre sollte das Smartphone mit kapazitivem Touchscreen nicht nur den Mobiltelefonmarkt grundlegend verändern, sondern auch den Alltag von Milliarden Menschen weltweit neu strukturieren. Und der Begriff "iPhone-Moment" wurde zum Synonym für einen absoluten Game Changer.

Samstag, 21. Juni 2025

In der Börsenwoche 25/2025 waren die stärksten Kurstreiber in meinem Depot nicht nur Verve Group, Viper Energy, Rheinmetall, Apollo und MercadoLibre

Die Top-Werte meines Investmentdepots veröffentliche ich jeweils zum Quartalsende in meinen Investor-Updates und meine Beobachtungsliste aktualisiere ich wöchentlich.

Ergänzend gebe ich heute eine kurze Übersicht zu den Werten, die in der letzten Woche mein Investmentdepot am stärksten bewegt haben. Dabei geht es um alte Bekannte und neue Liebschaften. Und es gibt die eine oder andere Überraschung...

Donnerstag, 29. Mai 2025

Charlie Munger bevorzugt Unternehmen mit dauerhaften, starken Wettbewerbsvorteilen

Charlie Munger rät, nach Festungen Ausschau zu halten und dabei geht es ihm nicht wirklich um Stahlbeton und Investments in Bau, Steine, Erden. Vielmehr haben es ihm die Markteintrittshürden angetan, der ökonomische Burggraben (Moat), den Wettbewerber zu überwinden haben - und auch die eigenen Kunden, sollten sie sich vom Unternehmen trennen wollen. Es geht also um Wettbewerbsvorteile von Marken und Produkten, um Unternehmen, die ihren Markt beherrschen und die somit die Preissetzungsmacht haben.
»Die beste Idee ist, eine Aktie als Eigentum an einem Unternehmen zu betrachten und die gleichbleibende Qualität seines Geschäfts anhand seines Wettbewerbsvorteils zu beurteilen.«
(Charlie Munger)
Unternehmen mit diesen Eigenschaften haben den großen Vorteil, dass ihre Produkte nicht einfach kopiert werden, dass Wettbewerber mit aggressiven Preissenkungen ihnen nicht einfach Marktanteile abnehmen können. Im Gegenteil: Burggraben-Unternehmen können in schwierigem wirtschaftlichen Umfeld sogar ihre Preise erhöhen, ohne dass sie hierdurch Kunden verlieren. Weil sie eine Marke sind, die Marktmacht haben, ein Standing, weil sie ein Lebensgefühl vermitteln, dass den Kunden mehr bietet als ein Schnäppchenerlebnis in ihrer "Geiz-ist-geil-Mentalität".

Donnerstag, 29. Juni 2023

[Kissigs Börsenlexikon] Disruption - Oder: Die Amazon-Attacke...

Als Disruption bezeichnet man einen Prozess, bei dem ein bestehendes Geschäftsmodell oder ein gesamter Markt durch eine stark wachsende Innovation abgelöst bzw. zerschlagen wird; Produkte, Dienstleistungen oder Technologien werden also ganz oder teilweise verdrängt.

Der Unterschied zu normalen, in allen Branchen alltäglichen, Innovationen liegt in der Art und Weise der Veränderung. Während eine Innovation eine Fortentwicklung, eine Anpassung ist, bezeichnet die Disruption einen totalen Um- oder Zusammenbruch des bestehenden Modells. Und das hat natürlich dramatische Auswirkungen für alle Beteiligten...

Freitag, 14. April 2023

Börsenweisheit des Tages | 14.04.2023

"Wir sind long bei den Disruptoren und short bei den Disruptierten. Das funktioniert ganz wundervoll."
(Stanley Druckenmiller)

Freitag, 4. Dezember 2020

Kissigs Aktien Report: Tesla ist einsame Spitze. Und Musk nun auch.

Im Rahmen meiner Kooperation mit dem "Aktien Report" von Armin Brack nehme ich mir in unregelmäßigen Abständen interessante Unternehmen vor. Die Ausgaben des "Aktien Reports" und/oder "Geld Anlage Reports" erreichen ihre Leser samstags kostenlos und "druckfrisch" im Email-Postfach und man kann sich ▶ hier beim "Geld Anlage Report" anmelden. Bonbon für die Leser meines Blogs: mit einigen Tagen Zeitverzögerung darf ich die Analysen dann auch hier veröffentlichen...

Dienstag, 1. Dezember 2020

Einfach gedacht: Amazon punktet in der Cloud - oder Kleinvieh macht auch Mist

Amazon kann mit Cloudaufträgen auch in Deutschland punkten. Während das Augenmerk eher auf Großaufträgen liegt, wie dem des Pentagon im Volumen von $10 Mrd., bei dem sich Amazon Web Service (AWS) und Microsoft (Azure) erbittert um den an Microsoft erteilten Zuschlag streiten, entscheiden sich auch kleinere Kunden für AWS.

Der Kampf um die Cloud wird härter und schneller...

Freitag, 27. November 2020

Kissigs Aktien Report: Killt Amazon jetzt auch noch die (Online-) Apotheken?

Im Rahmen meiner Kooperation mit dem "Aktien Report" von Armin Brack nehme ich mir in unregelmäßigen Abständen interessante Unternehmen vor. Die Ausgaben des "Aktien Reports" und/oder "Geld Anlage Reports" erreichen ihre Leser samstags kostenlos und "druckfrisch" im Email-Postfach und man kann sich ▶ hier beim "Geld Anlage Report" anmelden. Bonbon für die Leser meines Blogs: mit einigen Tagen Zeitverzögerung darf ich die Analysen dann auch hier veröffentlichen...

Montag, 24. Februar 2020

Stunde der Value Investoren: Kurseinbrüche als Chance auf außerordentliche Kursgewinne!

Schon seit vielen Jahren steigen die Börsen schier unaufhaltsam immer weiter und das trotz der regelmäßigen "Schwarzen Schwäne", die wie trächtige Säue alle paar Monate durchs Dorf gejagt werden. Ob US-China-Handelskrieg, Brexit, oder die anstehende US-Wahl, bei allen Ereignissen werden kräftige Kursverluste vorhergesagt und markerschütternde Dramen an die Wand geworfen - und wenn es welche gibt, dann fast immer nur für kurze Zeit, bevor die Anleger zurück in den Börsenmarkt strömten. Und das dürfte auch beim aktuellen Angstthema Corona-Virus (dem man nun den erschreckenderen Namen COVID-19 gegeben hat) der Fall sein. Zu alternativlos erscheint der Aktienmarkt angesichts Negativzinsen zu sein.

Nachdem die US-Notenbank FED einige Zeit lang die Zinsen angehoben und es Ende 2018 zu einer heftigen Börsenkorrektur kam, schaltete auch die FED inzwischen wieder in den Geldschwemmemodus um und flutet erneut die Märkte. Die US-Börsen konnten erst vor wenigen Tagen neue Allzeithochs erklimmen, ebenso der DAX, doch diese Kursrekorde werden von immer weniger Aktien getragen, vor allem den US-Technologie-Riesen, während "Old School-Werte" unter der Konjunktureintrübung leiden.

Kurzfristig regiert momentan wieder einmal die Unsicherheit, doch auf mittlere und lange Sicht setzen sich die Hartgesottenen durch, wie André Kostolany die Gegenspieler der Zittrigen nannte, und die Kursrücksetzer bieten den Hartgesottenen durchaus attraktive Chancen, alte und neue...

Donnerstag, 31. Oktober 2019

Kosten steigen, Gewinne sinken: Amazon-Aktionäre sollten gerade deshalb jubeln!

Amazon hat kürzlich Quartalszahlen vorgelegt und die Aktie rauschte zunächst um sieben Prozent in die Tiefe, bevor sie ihre Tagesverluste wieder aufholen konnte. Anders als Microsoft oder Apple notiert Amazon deutlich unter seinen früher erreichten Höchstständen und das wird unisono mit der Entwicklung der Geschäftszahlen begründet. Der Gewinn sinkt, die Kosten steigen rapide an und die Konkurrenz habe "endlich" ihre Lethargie überwunden und beginne, sich Amazon zu erwehren.

Alles gute und richtige Argumente - nur ziehen Anleger aus ihnen die falschen Schlüsse. Und das könnte sie am Ende richtig Geld kosten...

Freitag, 3. Mai 2019

Buffett hat nun Amazon-Aktien: steht das Ende von Amazons Wachstum bevor?

Amazon ist das wohl disruptivste Unternehmen der Gegenwart und hat seit seinem Bestehen kaum Gewinne gemacht. Alles wurde und wird dem Wachstum untergeordnet und erst in den letzten Jahren bleiben auch unterm Strich Gewinne hängen und zwar stark steigende.

Warren Buffett hat nie in Amazon investiert, doch vor einiger Zeit bekannte er, dass es ein Fehler gewesen sei, nicht in die Kraft von Amazon zu investieren. Und gestern Abend, kurz vor der diesjährigen Hauptversammlung seiner Investmentholding Berkshire Hathaway, platze Buffett bei CNBC damit heraus, dass Berkshire im letzten Quartal "einige" Amazon-Aktien gekauft habe. Doch was bedeutet das nun? Immerhin stieg Buffett vor einiger Zeit auch groß bei Apple ein und zwar mit den Worten, dass Apple in seinen Augen kein Wachstumsunternehmen mehr sei, sondern eher ein Konsumwert. Denkt Buffett also, die Wachstumszeiten lägen hinter Amazon?

Freitag, 1. Februar 2019

Amazon: Starke Zahlen, starker Ausblick. Oder etwa nicht?

Gestern war es wieder mal soweit: Amazon hat seine Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsquartal vorgelegt und dabei die Erwartungen der Analysten klar getoppt. Nicht nur beim Umsatz, sondern auch beim Gewinn konnte Amazon neue Rekordwerte markieren. Beim Ausblick gibt man sich verhalten(er), als die Analysten es gerne hätten - und die Aktie bricht deutlich ein.

Dabei hatte Amazon-Chef Jeff Bezos mal erklärt, dass Amazons Planungen immer schon zwei Quartale weiter seien und man daher dem abgelaufenen Quartal wenig Beachtung schenke. Und man sollte stets bedenken, dass Amazon nicht Daten von Unternehmen und Kunden sammelt und diese in Geld umwandelt, sondern dass Amazon wohl am meisten über Amazon weiß, über seine Stärken, seine Schwächen und seinen Geschäftsverlauf. Und auf dieser fundierten Datenbasis gibt das Unternehmen seine Prognosen ab (die es fast immer erfüllt und sogar übertrifft), während dann die Analystenschar die Taschenrechner zückt und meint, schlauer zu sein - ohne auch nur ansatzweise vergleichbare Daten und Einblicke zu haben wie Amazon. Trotzdem messen die Anleger den Prognosen der Analysten, die nur selten stimmen, mehr Gewicht bei als denen von Amazon selbst.
»Lache nie über die Dummheit der anderen. Sie ist deine Chance.«
(Winston Churchill)
Vermutlich werden die gleichen Anleger, die nun Amazon aus dem Depot kegeln, in wenigen Tagen die Aktien wieder (teurer) zurückkaufen, wenn sie ein bisschen nachgedacht haben und sich wieder erinnern, weshalb sie überhaupt Aktionäre bei Amazon sind/waren. Die vorgelegten Zahlen und auch die Zukunftserwartungen geben jedenfalls so einiges Interessantes her...

Dienstag, 15. Januar 2019

Cloud-Wars: Microsofts stärkster Trumpf gegen Amazon ist... Amazon!

Amazon ist der Dominator im Cloud-Markt und rangiert mit einem Weltmarktanteil von satten 34% weit vorne. Microsoft als zweitplatzierter Wettbewerber kommt auf abgeschlagen erscheinende 15% Weltmarktanteil. Eigentlich eine klare Sache, sollte man meinen. Zumal Amazons Web Service (AWS) nicht etwa schwächelt, sondern im dritten Quartal 2018 mit enormen 45% weiter gewachsen ist.

Doch Spieglein , Spieglein an der Wand, es gibt einen, der noch erfolgreicher ist im Land. Und zwar Microsoft. Gerade erst hatte sich Windows-Konzern Amazon einen milliardenschweren Pentagonvertrag vor der Nase wegschnappen können, da kann er schon wieder punkten und einen großen Cloud-Abschluss mit dem führenden US-Apothekenbetreiber Walgreen Boots Alliance vermelden. Das ist nicht der einzige Big Deal, den Microsoft in den letzten Wochen an Land ziehen konnte und dabei bekommt er - ungewollt aber auch unabänderlich - ausgerechnet von Amazon große Unterstützung. Aber wie(so)...?

Montag, 29. Oktober 2018

[Einfach gedacht] Börse simplified: Weshalb Amazon (fast) zu jedem Kurs ein Kauf ist...

Das KGV von Amazon ist historisch niedrig. Das liegt natürlich daran, dass man erst seit einigen Quartalen dauerhaft in die Gewinnzone vorgedrungen ist. Entsprechend rasant ist das Gewinnwachstum und der operative Gewinn legte im vierten Quartal 2018 um 966% zu ggü. dem Vorjahresquartal. Der Aktienkurs brach trotzdem zeitweilig zweistellig ein. Was vor allem an Amazons verhaltenem Ausblick für das Weihnachtsquartal lag. Wobei man berücksichtigen sollte, dass die außergewöhnlichen Zuwachsraten im letzten Jahr auch der Milliardenübernahme von Whole Foods geschuldet waren, so dass dieses Umsatzwachstum von 36% nicht zu wiederholen war. Jedenfalls nicht ohne entsprechend große Übernahme.

Die Anleger beschlichen also Zweifel, ob Amazon nicht zu hoch bewertet sei und seine besten Zeiten hinter sich habe. Nun, über die faire Bewertung eine Ausnahmeunternehmens wie Amazon muss sich jeder selbst Gedanken machen, aber zu den Entwicklungen und Perspektiven in nächster Zeit möchte ich einfach mal ein paar Denkanstöße geben...

Freitag, 27. Juli 2018

Amazon bleibt einfach unfassbar!

Der Online-Handelsgigant Amazon (WKN: 906866) hat es wieder getan, er hat die Gewinnerwartungen im zweiten Quartal deutlich übertroffen. Dabei gibt es nicht Wenige, die auf eine Enttäuschung gesetzt und sich - wie bereits vor drei Monaten - kräftig verzockt haben, als Amazon die Märkte schockte. Und die Konkurrenz.

Und nun das: während Amazon beim Umsatz leicht hinter den Markterwartungen zurückblieb (Punktlandung in den USA, im Rest der Welt wohl auch währungsbedingt etwas darunter), konnte der Gewinn verzwölffacht werden! Während die Umsatzerlöse um 39% auf $52,9 Mrd. Dollar stiegen und damit etwas weniger stark als im ersten Quartal, legte der Gewinn von $197 Mio. im Vorjahresquartal auf nun $2,53 Mrd. rasant zu. Und das trotz der weiterhin enormen Investitionen, die Amazon in sein Geschäft pumpt.

Doch auch wenn Amazon der größte Onlinehändler der westlichen Hemisphäre ist, die Gewinne macht erzielt er woanders...

Freitag, 27. April 2018

Amazon schockt die Märkte. Und die Konkurrenz...

Gestern Abend nach Börsenschluss hat der Online-Gigant Amazon (WKN: 906866) seine Zahlen zum ersten Quartal vorgelegt und die Märkte reagieren entsprechend mit saftigen Kursaufschlägen - die Amazon-Aktie spurtet Richtung eines neuen Allzeithochs.

Das ist besonders für jene Börsengurus schmerzhaft, die vor einiger Zeit auf die Shortseite gewechselt sind und nicht müde wurden, das Unternehmen schlecht zu reden. Sie dürften Milliarden versenkt haben und viele Anleger, die ihrem Ratschlag gefolgt sind und die Aktien in den letzten Wochen aus dem Depot geworfen hatten, dürften nun den steigenden Kursen hinterher trauern. Aber was genau macht die Zahlen von Amazon so besonders?

Dienstag, 11. Juli 2017

Deutsche Post: (Wann) wird Amazon vom Kunden zum Rivalen?

Die Deutsche Post ist kein Wachstumsunternehmen und doch ist sie in einem Wachstumsmarkt tätig, der Logistik. Hier war sie in den vergangenen Jahren einer der großen Profiteure und hat sich zu einem der großen global agierenden Anbieter entwickelt. Der Kurs des DAX-Wertes konnte sich in den letzten fünf Jahren mehr als verdoppeln und dazu kamen noch üppige Dividendenzahlungen. Für Aktionäre gab es also keinen Grund zur Klage und angesichts des boomenden Logistikmarktes sollte man sich beruhigt zurücklehnen können und die Gewinne einfach laufen lassen. Zumal die Deutsche Post mit Amazon genau aufs richtige Pferd gesetzt hat und vom Erfolg des Online-Handelsgiganten enorm profitiert. Amazon ist der Garant für den Erfolg der Deutschen Post. Und zugleich auch dessen größte Bedrohung.

Denkt man an die gute alte Post, hat man zumeist den Briefträger in Uniform vor Augen, der Postkarten und Briefe zustellt. Und leider auch immer mehr Werbeprospekte. Diese Sparte der Post hat sich in den letzten Jahren gar nicht so stark gewandelt und hier verdient man aufgrund der monopolartigen Stellung eine Menge Geld. Das Paketgeschäft hat die Post bereits vor vielen Jahren von der Briefsparte getrennt und komplett in ihre Tochter DHL überführt. DHL verfügt über eigene Transportdrehkreuze, eigene Flugzeugflotten und weltweit verteilte Knotenpunkte. In Deutschland ist man unangefochtener Marktführer.

Einen großen Coup konnte die Post landen als es gelang, den aufstrebenden Internethändler Amazon als Kunden zu gewinnen. Das enorme Wachstum von Amazon beschert der Post eine wahre Flut von Paketen und wie auch beim Rivalen Zalando profitiert die Post ebenso von den vielen Retourensendungen. Selbstverständlich zahlt Amazon weit weniger als andere Kunden an die Post, aber die Masse macht die Taler für den gelben Riesen.