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Sonntag, 15. März 2020

Corona-Krise und Ölpreis-Schock treffen auch Blackstone Group, Ringmetall und Sixt

Das Corona-Virus (COVID-19-Pandemie) zieht immer größere Kreise und hält die Welt zunehmend in Atem. Während in China und Süd-Korea nach einigen Wochen die Ansteckungsrate deutlich sinkt und zunehmend, wenn auch langsam und schrittweise, wieder Normalität in den Alltag einkehrt, erreicht die Pandemie und die Panik mit voller Wucht Europa und die USA. Es wird immer wahrscheinlicher, dass auch bei uns nur drastische Maßnahmen (schnelle) Erfolge gegen die Verbreitung des Virus zeigen werden und das hat natürlich Auswirkungen auf unser aller Leben und die Wirtschaft - kurz-, mittel- und langfristige.

Bereits Ende Januar hatte ich mich mit dieser Problemstellung auseinandergesetzt - und fühle mich in meiner Position bestärkt, was die Auswirkung auf die verschiedenen Branchen angeht. Allerdings habe ich doch ziemlich unterschätzt, wie stark sich das Ganze auf die Börsenkurse auswirken wird; hierbei wird aus meiner Sicht auch deutlich, wie sehr inzwischen Computeralgorithmen den Markt beherrschen, die alle nach ganz ähnlichen Mustern funktionieren. Und wenn die Volatilität in die Höhe schießt und schnelle Verluste auflaufen, dann werden gnadenlos Verkäufe zur Verlustreduzierung ausgelöst - was die Verkaufswelle noch beschleunigt. Dabei werden auch die Qualitätsaktien in Grund und Boden geknüppelt un zwar über die Maßen. Man kann das bedauern, aber es ist nunmal Realität, also muss man damit realistisch umgehen. Die Qualitätswerte werden sich wieder erholen, weil die Unternehmen solide sind und dien Schock verkraften können. Andere Unternehmen leiden aktuell besonders stark im operativen Geschäft und die betreffenden (Blackstone Group, Ringmetall, Sixt) streiche ich von meiner Beobachtungsliste - eigentlich hätte ich das bei Ringmetall und Sixt bereits Ende Januar tun sollen müssen, weil es konsequent gewesen wäre aufgrund meiner damaligen Einschätzung. Hab ich aber übersehen und muss dieses Versäumnis nun also nachholen.

Mittwoch, 10. Mai 2017

Sixt: Auf der Überholspur mit dem „Amazon der Neuwagen“

Jeder kennt Sixt. Der Autovermieter fällt seit Jahrzehnten mit der knalligen Farbe Orange und durch seine witzig-provokanten Werbeaktionen auf, mit denen er regelmäßig etwas zu weit geht. Doch Werbung ist nicht alles, und so kommt Sixt auch mit attraktiven Preisen und innovativen Konzepten daher, um sein Kerngeschäft auszubauen und neue Kunden zu gewinnen. Denn die Erfolge fallen auch Sixt nicht in den Schoß, das Fahrzeugvermietgeschäft ist ein heiß umkämpfter Markt.

Eine Familien- und Erfolgsgeschichte
Das erste Auto konnte man bei Sixt schon 1912 mieten, doch die Ursprünge der heutigen Firma gehen auf die Neugründung nach dem zweiten Weltkrieg zurück, ins Jahr 1951. Hans Sixt baute das Unternehmen mit weiteren Standorten in Flughafennähe schnell aus und startete auch schon bald ins Leasinggeschäft. 1969 übernahm Erich Sixt die Leitung und führt das Familienunternehmen bis heute. Vor 31 Jahren führt er Sixt an die Börse und fünf Jahre später beginnt dann die internationale Expansion durch die Vergabe von Lizenzen. Doch Sixt bleibt nicht beim Verleih- und Leasinggeschäft, sondern beginnt 2003 mit dem direkten Autohandel und erschließt sich so ein weiteres Geschäftsfeld. 2009 steigen Konstantin und Alexander Sixt in das Unternehmen ein und übernehmen Aufgaben in der Konzernleitung und nur zwei Jahre später beginnt die Expansion in die USA, wo Sixt die großen Player seitdem mächtig unter Druck setzt. Mit BMW wird 2011 das Joint Venture Drive Now gestartet, das die Marktposition in der Vermietung von Fahrzeugen weiter stärkte und letztes Jahr weitet Drive Now seine Geschäfte auch international aus und ist seitdem in Brüssel, Kopenhagen, London, Mailand und Stockholm verfügbar. Nachdem das Unternehmen 2013 in eine Europäische Aktiengesellschaft umgewandelt wurde und seitdem Sixt SE heißt, wurde zwei Jahre später dann die Leasing-Sparte abgespalten und als separates Unternehmen Sixt Leasing an die Börse gebracht. Sixt hält heute noch 40 Prozent an der Tochter.

Diese kurze Übersicht über die wichtigsten Entwicklungspunkte in der Unternehmensgeschichte zeigen, dass Sixt immer schon nicht nur Mitläufer in einem Markt war, sondern einer der Innovationsführer. Und das setzt sich bis heute fort.

Samstag, 22. Oktober 2016

Zahlen & Mehr: Funkwerk, Hypoport, Microsoft, PayPal, Sixt, Villeroy & Boch

:: Funkwerk
Funkwerk-Großaktionär Hörmann Finance wird ihre Beteiligung an der Funkwerk AG noch in diesem Jahr auf einen Mehrheitsanteil ausbauen. Die Anteile an Funkwerk übernimmt man gegen Verrechnung von Schulden von der Hörmann Funkwerk Holding GmbH und anschließend wird die Hörmann Finance 78,35% an der Funkwerk AG halten.

Meine Einschätzung
Grundsätzlich ändern tut sich nichts, auch zuvor schon hatte die Hörmann-Gruppe das Sagen bei Funkwerk. Nachdem bei Funkwerk inzwischen allerdings immer deutlicher der erfolgreiche Turnaround in den Vordergrund drängt, dürfte diese "Optimierung der Konzernstruktur" bei der Hörman-Gruppe wieder Übernahmephantasien bzgl. der Funkwerk AG beflügeln. Geduldige Anleger setzen auf die operativen Fortschritte und den nachhaltigen Turnaround; die Übernahme-Spekulation ist nur ein leckeres Zubrot.


:: Hypoport
Das im SDAX notierte Fintech-Unternehmen wartete mit vorläufigen 9-Monats-Zahlen auf und die konnten sich sehen lassen. So wird ein Umsatz von rund €113,5 Mio. (9M 2015: €103,1 Mio.) und ein Ertrag vor Zinsen und Steuern (EBIT) von rund €17 Mio. erwartet. Das EBIT konnte somit gegenüber dem ersten neun Monaten des Vorjahrs mit einer Steigerung um 15% überproportional ausgebaut werden (9M 2015: €14,7 Mio.). Und kurz zuvor hatte man auch Zahlen für das Transaktionsvolumen auf der Finanzplattform Europace vorgelegt, wo im dritten Quartal ein Rekordvolumen von €11,8 Mrd. erzielt wurde und damit 8% mehr als im Vorquartal. Für den bisherigen Jahresverlauf in den ersten 9 Monaten verzeichnet Hypoport allerdings einen leichten Rückgang der Summe auf €33,1 Mrd., was an den beiden schwachen Monaten April und Mai liegt, in denen sich die neue Wohnimmobilienkreditrichtlinie besonders negativ ausgewirkt hatte.

Meine Einschätzung
Hypoport ist ein "Game-Changer" in der Bankenlandschaft und wird einer der großen Gewinner des Umbruchs in der Bankenbranche bleiben. Die Wachstumskurve hat sich abgeflacht, während sich die Gewinne verstetigen. Für Langfristanleger bietet Hypoport hervorragende Perspektiven, da die gegenwärtigen Zahlen noch durch die massiven Investitionen in die neue Versicherungsplattform belastet sind, aus denen in den folgenden Jahren dann hohe Erträge zu erwarten sind.


:: Microsoft
Der IT-Riese legte Quartalszahlen vor und diese fielen ziemlich positiv aus. Der Umsatz im Geschäftsbereich Windows-Software und Mobilfunk fiel um 2% auf $9,3 Mrd. und das beinahe vollständig aufgegebene Smartphone-Geschäft ("Nokia") brach um weitere 72% ein. Und auch die Gaming-Sparte um die Spielkonsole Xbox gab um 5% niedrigere Umsätze her. Während diese negativen Aspekte bereits erwartet wurden, konnte Microsoft in den übrigen Bereichen massiv punkten. Die Office-Sparte, die inzwischen verstärkt als Abo angeboten werden,legte 6% auf $6,7 Mrd. zu und die Cloud-Sparte wuchs sogar um 8% auf $6,4 Mrd. Insbesondere der Cloud-Dienst Azure, mit dem Unternehmen ihre Websites, Apps oder Daten verwalten können, konnte beim Umsatz nahezu um 100% zulegen. Unterm Strich legte der bereinigte Konzernumsatz um 3% auf $22,3 Mird. zu und auch der Überschuss von $4,7 Mrd. lag über den Erwartungen der Analysten. Obwohl er auf Jahressicht um 4% nachgab.

Meine Einschätzung
Satya Nadella trimmt Microsoft auf Zukunft und hat aus dem angestaubten Software-Dinosaurier wieder ein hippes Business geformt. Sein Credo "Cloud first, mobile first" trägt Früchte und hat die Aktien von Microsoft auf ein neues Allzeithoch katapultiert und somit sogar die einstigen Höchststände aus der Zeit des Internet-Hypes und dem Platzen der Dot-Com-Blase Anfang 2000 hinter sich gelassen. Trotz der Schwäche beim Windows-Betriebssystem, das unter weiterhin nachgebenden Absätzen bei PCs und Notebooks leidet, befindet sich Microsoft auf dem richtigen Weg und dürfte für Anleger auch künftig eine  erstklassige Wahl bleiben. Dazu trägt sicherlich auch bei, das Microsoft seine Quartalsdividende um 8% auf $0,39 anheben wird und ein weiteres Aktienrückkaufprogramm im Volumen von $40 Mrd. angekündigt hat.


:: PayPal
Der Bezahldienst Paypal konnte seinen Umsatz und Gewinn im vergangenen Quartal deutlich steigern. Die Erlöse kletterten im Vorjahresvergleich um 18% auf €2,7 Mrd., wie die ehemalige Ebay-Tochter mitteilte. Der Überschuss legte dabei um 7% auf €323 Mio. zu und für das traditionell konsumfreudige Weihnachtsquartal stellt PayPal ein Umsatzwachstum zwischen 14 und 17 Prozent in Aussicht.

Meine Einschätzung
PayPal profitiert vom zunehmenden Trend hin zu mobilen und bargeldlosen Bezahlformen und als Platzhirsch im E-Commerce-Business wächst man überproportional. Denn die wichtigste Währung beim Onlinebezahlen bleibt Vertrauen und hier hat PayPal eine sehr starke Marktstellung, einen ökonomischen Burggraben ("Moat"). Allerdings wird es künftig schwerer, sich hier zu behaupten, da mit Apple und Amazon zwei Giganten zu Konkurrenten heranwachsen, die über eine sehr breite Kundenbasis verfügen, denen man über die eigene Shops bereits Bezahldienstleistungen zur Verfügung stellt und die dort eigene Konten unterhalten. Und die beide ebenfalls über hohes Kundenvertrauen verfügen. PayPal wird sich hier jedoch auf absehbare Zeit behaupten können, auch weil der Markt insgesamt rasant weiter wächst.


:: Sixt Vz.
Der Autovermieter Sixt hat vorläufige Zahlen für das dritte Quartal präsentiert und im Anschluss seine Jahresprognose angehoben. Der Gewinn stieg von €79 Mio. auf rund €90 Mio. Diese deutliche Steigerung beruht nach Unternehmensangaben "im Wesentlichen auf einer im Geschäftsfeld Autovermietung im Ausland stark gestiegenen Nachfrage, verbunden mit einer hohen Auslastung der Vermietflotte und geringeren Refinanzierungskosten“. Für das Gesamtjahr rechnet Sixt nun mit einem Vorsteuerergebnis von mindestens €200 Mio.

Meine Einschätzung
Der umtriebige Autovermieter fährt weiter voll auf Kurs und bleibt der Top-Pick im Autovermietbusiness für langfristig orientierte Anleger, nicht nur wegen der üppigen Dividendenrendite.


:: Villeroy & Boch
Der Porzellan-Konzern hat seine 9-Monats-Zahlen vorgelegt und kann einen Umsatzanstieg um 2,8% auf €594,7 Mio. vermelden, während der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) sogar um 7,7% auf €23,8 Mio. gesteigert werden konnte. Das Konzernergebnis stieg auf €13,9 Mio. nach zuvor €12,5 Mio. Insbesondere mit dem robusten deutschen Heimatmarkt zeigte sich Villeroy & Boch zufrieden und bestätigte die bisherige Prognose für das Gesamtjahr, die einen Umsatzanstieg um 3 bis 6 Prozent vorsieht, während der operative Gewinn zwischen 5 und 10 Prozent gesteigert werden soll.

Meine Einschätzung
Villeroy & Boch gelingt es, seine Margen zu verbessern und sich auf seine Kerngeschäftsfelder zu konzentrieren. Daneben winken noch hohe Sondererträge aus Immobiliengeschäften, weil das Unternehmen in mehreren Ländern seine oftmals innenstädtischen Produktionsstätten aufgegeben hat und diese Liegenschaften nun verkauft werden. Insbesondere das Grundstück in Luxemburg dürfte hier in absehbarer Zeit zu über mehrere Jahren verteilten Erlösen führen. Und diese Kombination aus operativen Erfolgen und Mehrwert generierenden Sonderfaktoren macht Villeroy & Boch für Langfristanleger auch weiterhin interessant.

Funkwerk, Hypoport, Microsoft, PayPal, Sixt und Villeroy & Boch befinden sich auf meiner Empfehlungsliste.

Dienstag, 15. März 2016

Sixt bleibt weiter auf der Überholspur

Der innovative Autovermieter Sixt lässt es weiterhin mächtig krachen und Anlegerherzen höher schlagen. Die für das Geschäftsjahr 2015 vorgelegten Zahlen sind beeindruckend und erzielen neue Rekordwerte bei Umsatz und Ergebnis.

Die Zahlen
So wuchs der operative Konzernumsatz um 17,9% auf €1,94 Mrd., getrieben durch ein dynamisches Auslandswachstum und weitere Zuwächse im Inland. Wachstumstreiber war hierbei der Geschäftsbereich Autovermietung und hier insbesondere die voranschreitende Expansion in Westeuropa und den USA. Der Auslandsanteil an den Vermietungserlösen erreicht 49%, wobei die USA zum größten Auslandsmarkt aufgestiegen sind.

Das Konzernergebnis vor Steuern (EBT) stieg um 18,0% auf den Spitzenwert von €185,2 Mio. Das Konzernergebnis nach Steuern legte um 16,5% auf €128,2 Mio. zu, wobei hierin die Einmalkosten für den erfolgreichen Börsengang der gerade in den SDAX aufgenommenen Tochter Sixt Leasing AG enthalten sind.

Dividendenanhebung und Sonderdividende
Auch 2015 möchte der Mobilitätsspezialist seine Anleger am Erfolg teilhaben lassen und schlägt eine satte Dividendenerhöhung vor. Je Stammaktie soll eine Dividende von €0,90 Euro (Vorjahr: €0,80) ausgekehrt werden und je Vorzugsaktie von €0,92 (Vorjahr: €0,82). Hinzu kommen zusätzlich jeweils eine ebenfalls erhöhte Sonderdividende von €0,60 (Vorjahr: € 0,40). Damit errechnet sich eine Gesamtausschüttung von €1,50 pro Stammaktie und €1,52 pro Vorzugsaktie. Somit ergibt sich je Stammaktie eine Dividendenrendite von 3,2% und je Vorzugsaktie von 4,2%.

 Sixt SE Vz. (Quelle: comdirect.de) 
Aktienrückkauf rollt an
Neben den tollen Zahlen und der Dividendenanhebung wird Sixt auch eigene Aktien zurückkaufen. So sollen Aktien bis zu einem Gegenwert von bis zu €50 Mio. erworben werden, wobei sich die Aufteilung nach Stamm- und Vorzugsaktien nach der jeweiligen Verfügbarkeit der Aktien an der Börse richten wird. Bei Zugrundelegung des jeweiligen Schlusskurses der Stamm- bzw. Vorzugsaktien im Xetra-Handel vom 14. März 2016 sowie einem unterstellten Rückerwerb von Stamm- und Vorzugsaktien im Verhältnis der durchschnittlichen Handelsvolumina der beiden Aktiengattungen im Xetra-Handel in den vorangegangenen drei Monaten entspräche das geplante Rückkaufvolumen von €50 Mio. einem Rückerwerb von insgesamt rund 1,2 Mio. Aktien, davon rund 700.000 Stammaktien und rund 500.000 Vorzugsaktien. Dies entspräche rund 2,5% des Grundkapitals der Sixt SE.

Fazit
Seit einiger Zeit habe ich die Vorzugsaktien von Sixt auf meiner Empfehlungsliste und den Wert in meinem Depot. Ich halte Sixt für den innovativsten Autovermieter, der sowohl die Kosten im Griff hat als auch die sich bietenden Marktchancen nutzt. Die Expansion in die USA, den größten Autovermietmarkt der Welt, geht Sixt stringent an und setzt sich nicht der Rabattschlacht mit den übrigen Anbietern aus, sondern setzt auf hochpreisige, serviceorientierte Angebote an ausgesuchten hoch frequentierten Standorten, bevorzugt an Flughäfen. Diese Strategie zahlt sich aus und Sixt gehört in jedes langfristig orientierte Investmentportfolio. Auch und wegen der attraktiven Dividendenausschüttungen.

Samstag, 20. Februar 2016

Investor-Update: Sixt Vz., Western Digital

Im Investor-Update notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

Trendwende oder Bärenmarkt-Rallye?
Genau so habe ich letzte Woche bereits die Überschrift gewählt und es ist bisher noch immer nicht klar. Die Aktienkurse steigen, das ist erfreulich für alle Investierten und ich selbst ertappe mich dabei, dass ich mich insgeheim ärgere, zu den (bisherigen) Tiefstkursen nicht stärker investiert gewesen zu sein. Unglaublich, oder? Meine 80-Prozent-Investitionsquote sollte eigentlich für Freudensprünge sorgen, denn mein Depotwert hat sich deutlich erhöht. Aber so ist es nun einmal, wir schauen lieber auf die  - vermeintlich - negativen Aspekte und erfreuen uns nicht (genug) am Positiven.

 Quelle: CNN Money - Fear and Greed Index 
Angst lässt erheblich nach
Die Angst unter den Anlegern lässt spürbar nach. Der Fear-and-Greed-Index ist mit 50 Punkten inzwischen bereits im neutralen Bereich angekommen und deutet damit an, dass die Kursanstiege noch weitergehen könnten. Denn viele Marktteilnehmer nehmen eben nicht teil, viele stehen mit hohen Cash-Beständen noch Abseits und trauen dem Braten nicht, sie sehen in dem Kursanstieg eine Bärenmarkt-Rallye und hoffen, dass die Kurse nochmals massiv unter Druck geraten, um billig einsteigen zu können. Und je länger dieses Szenario nicht eintrifft, je weiter die Kurse klettern, desto höher wird der Leidensdruck, denn Cash bringt momentan eben keine Rendite. Es kann also dazu kommen, dass dieses Geld demnächst seinen Weg in den Aktienmarkt zurückfindet und der Index dann in den "Gier-Bereich" wandert, weil die Stimmung wieder nur auf die Chancen blickt und die Risiken zunehmend ausblendet.

Aber bis es soweit ist, bleiben wir mal in der Gegenwart bzw. in der jüngsten Vergangenheit. Ich habe in den vergangenen Tagen weiterhin das Hin und Her des Marktes eher passiv begleitet und nur punktuell zugekauft.

Freitag, 22. Januar 2016

Investor-Update: Blackstone, Gladstone Capital, Hornbach, Sixt

Im Investor-Update notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

Erholung oder nur eine Bärenmarktrallye?
Nachdem zum Wochenstart die Kursabstürze ungebremst weiterzugehen schienen, setzten dann Erholungstendenzen ein, so dass es auf einen versöhnlichen Wochenausklang hindeutet. Vielleicht weicht nun auch die Panik aus dem Markt, denn der Fear-and-Greed-Index von CNN Money sackte von den niedrigen 10 sogar noch bis auf 9 ab, um sich auf aktuelle 12 zu erholen. 12 von 100 möglichen Punkten, wohlgemerkt. Also noch immer höchstpanisches Terrain. Insofern stellt sich die Frage, ob die Konsolidierung beendet ist, oder ob es sich nur um eine Erholungsrallye in einem Bärenmarkt handelt und wir nächste Woche neue Tiefststände sehen werden. Nun, ich weiß es nicht...

 Quelle: CNN Money - Fear and Greed-Index 
Earnings-Season sorgt für Kursturbulenzen
Es ist wieder Earnings-Season und die Unternehmen präsentieren Quartalszahlen. Dabei ist festzuhalten, dass die US-Unternehmen mit hohem Auslandsanteil unter dem starken Dollar zu leiden haben und die Umsätze und Gewinne daher zurückgehen oder aber weniger schnell wachsen. Da ich tendenziell von einem weiter festen Dollar gegenüber dem Euro ausgehe, blicke ich bei Neuengagements eher Richtung Eurozone. Hier unterstützt zusätzlich der niedrige Ölpreis, denn der wirkt als Konjunkturrakete für Konsumwerte. Deutschee Exportwerte bekommen hingegen ein stärker werdendes Problem mit der Nachfrage aus Ländern, die stark am Öl-Verkauf hängen, also die arabischen Länder, Russland etc. Andererseits wirkt der niedrige Ölpreis ebenso wie die niedrigen Rohstoffpreise gerade für den Weltwirtschaftsmotor China wie Speed auf Crack. Daher sollte die dortige Wirtschaftsabkühlung eher eine sanfte Landung werden, als ein schmerzvoller Bauchklatscher.

BDC-Sektor vor dem Rebound?
Der gesamte Sektor der Business Development Companys (BDC) ist massiv unter die Räder gekommen in den letzten Wochen, der Angst vor Pleiten und somit Kreditausfällen in der US-Ölbranche sei Dank. In den nächsten Wochen werden die BDCs nun ihre Quartalsergebnisse präsentieren und hier dürften eher positive Überraschungen auf uns warten, einfach weil die Erwartungen nun bodenlos niedrig sind. Das könnte folglich einen kräftigen Rebound der BDC-Aktien auslösen. Hier sollte man dennoch auf qualitativ hochwertige BDCs setzen wie Main Street Capital Corp. oder Triangle Capital Corp. Oder auf New Mountain Finance Corp., die haben bereits Ergebnisse präsentiert, die deutlich über den Erwartungen lagen. Oder eben auf Gladstone Capital Corp., die massiv unterbewertet scheinen auf dem aktuellen Kursniveau. Einen Bogen sollte man weiterhin um die BDCs machen, die stark auf Collateralized Loan Obligations (CLOs) setzen, wie KCAP Financial Inc. und TICC Capital Corp., die ich auch deshalb kürzlich von meiner Empfehlungsliste gestrichen habe.