Die Cloud ist in aller Munde und wer Zukunftsphantasie wecken will, versucht sich mit diesem Begriff zu schmücken. Und so verstehen heute auch viele unter IT-Outsourcing das Verlagern in die Cloud. Moderne Unternehmen bauen ihre eigenen Rechenzentren ab, keines erwirbt mehr eigene PC-Tower oder Softwarepakete, alles wird von IT-Dienstleistern erledigt. Die Großen der Branche heißen
Amazon (AWS),
Microsoft (Azure) oder
IBM. Diese Giganten kämpfen um die Cloud. Dagegen sieht das Geschäft der gründergeführten
Grenke AG geradezu altbacken und antiquiert aus, denn der SDAX-Konzern verdient sein Geld mit klassischem IT-Leasing.
In den letzten Jahren hat sich der Aktienkurs von Grenke verfünffacht, doch seit Anfang 2016 kommt er nicht mehr richtig von der Stelle. Aber vielleicht lohnt sich doch ein genauerer Blick auf das Unternehmen und seine Zukunftsaussichten. Trotz der Cloud oder gerade auch deswegen.
Grenke weist heute eine Börsenkapitalisierung von 2,5 Milliarden Euro auf, ist also bei Weitem keine kleine Klitsche. Das zeigt sich auch am Leasingvolumen, das rund 5 Milliarden Euro beträgt und sich auf 560.000 Verträge stützt. Das liegt daran, dass sich Grenke auf das sog. Small-Ticket-Leasing für kleine und mittlere Unternehmen spezialisiert hat. Bei diesem kleinteiligen Geschäft werden vor allem IT-Produkte wie PCs, Drucker, Kopierer, Telekommunikationsgeräte oder Software verleast und zwar ab einem Anschaffungswert von 500 Euro. Dabei ist man mit über 120 Standorten in 30 Ländern vertreten; in Europa ist man fast flächendeckend präsent und in Deutschland, Italien und der Schweiz sogar Marktführer. Neben dem Leasinggeschäft setzt Grenke noch auf zwei weitere Standbeine, das Factoring, also der Ankauf von einzutreibenden Forderungen, und das Bankgeschäft, das sich vor allem auf die Finanzierung von Existenzgründern fokussiert. Eindeutiger Schwerpunkt ist aber das Leasinggeschäft, womit Grenke 90 Prozent seiner Erträge erzielt.