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Samstag, 25. Juli 2026

Kissigs Wochenrückblick 30/2026: Die Kurstreiber in meinem Depot waren Vincorion, Deutsche Rohstoff AG, Rheinmetall, Rocket Lab, Comfort Systems - und die Gewinne sprudelten

Die Top-Werte meines Investmentdepots veröffentliche ich jeweils zum Quartalsende in meinen Investor-Updates und meine Beobachtungsliste aktualisiere ich wöchentlich.

Ergänzend gebe ich heute eine kurze Übersicht zu den Werten, die in der letzten Woche mein Investmentdepot am stärksten bewegt haben. Dabei geht es um alte Bekannte und neue Liebschaften. Und es gibt die eine oder andere Überraschung sowie altkluge Einschätzungen. Natürlich... ツ

Dienstag, 12. Mai 2026

[Einfach gedacht] RELOADED: Wie hoch sind die Risiken bei "Private Credit" wirklich?

"Die Risiken bei Private Credit steigen" lautete mein Intro, als ich mir die Situation vor einem halben Jahr angesehen habe. Und ich lag mit meiner Einschätzung relativ gut im Wind, auch wenn sich die Gründe für die stürmische See teilweise verändert haben. Die Folgen sind gleich geblieben und so haben die Anleger mit Schlagseiten und Wassereinbrüchen zu kämpfen. Aussicht auf Besserung besteht nicht - noch nicht. Erst dürfte es noch schlimmer werden, bevor es wieder besser wird. Aber das muss keine wirklich schlechte Nachricht sein...

Samstag, 11. April 2026

[Marks Memos] Starinvestor Howard Marks beruhigt: Private Credit steuert nicht auf eine bedrohliche Schieflage zu. Und doch müssen einige Investoren eine alte Lektion neu lernen

Howard Stanley Marks ist einer der besten Investoren der Welt. Regelmäßig veröffentlicht er seine "Marks Memos", über die Warren Buffett sagt, er würde sofort alles stehen und liegen lassen, sobald sich eine neue Ausgabe in seinem Posteingang fände. Zu Recht!

In seinem Memo "What’s Going on in Private Credit?" widmete sich Marks jüngst der Frage, ob die seit Wochen durch die Schlagzeilen geprügelten Befürchtungen über drohende Kreditausfälle und darauf folgende systemische Risiken im Bereich Private Credit Substanz haben, oder ob es sich um ein normales Boom & Bust-Szenario in einer zyklischen Branche handelt. Einfach lesenswert...

Samstag, 28. Februar 2026

Kissigs Wochenrückblick 09/2026: Meine stärksten Kurstreiber im Depot waren Almonty, KKR, Apollo Global, LendingClub und SoFi. Finanzwerte floppten, Rohstoffaktien rockten...

Die Top-Werte meines Investmentdepots veröffentliche ich jeweils zum Quartalsende in meinen Investor-Updates und meine Beobachtungsliste aktualisiere ich wöchentlich.

Ergänzend gebe ich heute eine kurze Übersicht zu den Werten, die in der letzten Woche mein Investmentdepot am stärksten bewegt haben. Dabei geht es um alte Bekannte und neue Liebschaften. Und es gibt die eine oder andere Überraschung...

Dienstag, 6. Januar 2026

Kissigs Portfoliocheck: Der wahre Star im Depot von Bill Ackman ist… Brookfield

In meiner Kolumne "Kissigs Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der besten Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

Bei meinem 329. Portfoliocheck schaue ich wieder Bill Ackman über die Schulter, einem aktivistischer Investor, der bevorzugt Stammaktien börsennotierter Unternehmen kauft und dann das Management öffentlichkeitswirksam zu Änderungen drängt, damit der Markt den wahren Wert der Unternehmen erkennen kann.

Vor einigen Jahren erweiterte seinen Investorenwerkzeugkasten um neue Strategien und kauft sich heute überwiegend in großartige Unternehmen ein, die über solide Cashflows und einen enormen ökonomischen Burggraben verfügen. Dabei ist sein Portfolio extrem fokussiert auf nur die aussichtsreichsten Qualitätsunternehmen, auf die er dann große Summen setzt. Und wenn er sich irrt, schmeißt er diese Aktien schnell und konsequent aus dem Depot.

Ende des 3. Quartals 2025 hat sich seine Turnoverrate vom dem hohen Level des Vorquartals auf quasi 0 % reduziert, während der Wert seines Aktiendepots deutlich von 13,7 Mrd. auf 14,65 Mrd. USD zulegte. Auf den ersten Blick dominiert hier Langeweile, doch hinter den Kulissen sieht das anders aus. Am Ende des Quartals hielt er 11 bzw. 13 Positionen, darunter eine Neuerwerbung. Bei Nike hatte er im 1. Quartal 2025 seinen Aktienbestand in Call-Optionen getauscht, um so mit weniger Kapitaleinsatz einen größeren Hebel zu erzeugen. Diese hat er im 4. Quartal allerdings restlos verkauft, weil der Turnaround nicht wirklich in die Gänge kommt. Und auch bei Chipotle stieg er inzwischen komplett aus. Doch er machte bereits Andeutungen über ein neues gewichtiges Engagement.

An der Sektorgewichtung hat sich nicht viel verändert. Mit einem Anteil von 29,9 % dominieren weiterhin die zyklischen Konsumwerte vor Technologiewerten mit 20,3 % und der Finanzbranche mit 19,2 %. Dahinter folgen Kommunikationsdienste mit 18,6 %, Immobilienwerte mit 11,4 % und Industrieunternehmen mit weniger als 1 %.

Die größte Position mit gut 20 % Gewichtung ist Ride-Sharing-Anbieter Uber, den Ackman als "eines der am besten geführten und hochwertigsten Unternehmen der Welt" bezeichnete. Dahinter folgt unverändert der kanadische Finanzinvestor Brookfield, der zu den weltweit führenden alternativen Vermögensverwaltern zählt und inzwischen Assets im Volumen von deutlich mehr als 1 Billion Dollar verwaltet - und zu dem inzwischen auch Oaktree gehört, die Vermögensverwaltungsgesellschaft von Starinvestor Howard Stanley Marks. Kürzlich gab es einen Aktiensplit und der Aktienkurs notiert auf Allzeithochniveau, sodass Ackman hier allen Grund zur Freude hat, zumal es gute Argumente für eine Fortsetzung dieser Entwicklung gibt. Das gilt auch für die Google-Mutter Alphabet; kombiniert bringen es die A- und die C-Aktien auf rund 18,5 % Gewichtung in Ackmans Depot. Und dann schließt sich Howard Hughes Holdings an, bei der Bill Ackman inzwischen das Ruder übernommen hat, um aus dem Immobilienentwickler eine "moderne Berkshire" zu formen.

Aber Ackmans 13F offenbart nur seine börsennotierten US-Beteiligungen. Gewichtige Investments hält er auch an Universal Music Group sowie den beiden gestrauchelten Hypothekenriesen Fannie Mae und Freddie Mac. Und (auch) hier geraten die Dinge in Bewegung...


Disclaimer: Habe Alphabet, Berkshire, Brookfield, Howard Hughes, Uber auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.

Sonntag, 4. Januar 2026

Kissigs Investor-Update Q4/25 mit Rheinmetall, Alphabet, LendingClub, Costco, KKR, Apollo Global, Brookfield, Amphenol, SoFi Technologies und Howard Hughes Holdings

Mein Investor-Update zum Ende des 4. Quartals '25

In meinen Investor-Updates blicke ich jeweils zum Ende eines Quartals auf die vergangenen Monate zurück und präsentiere euch die Top-Werte in meinem Investmentdepot; es ist in gewisser Weise "mein persönliches 13F". Des Weiteren beschäftige ich mich gegebenenfalls auch mit Unternehmen, die ich hier im Blog noch nicht vorgestellt habe, die jedoch bereits den Weg in mein Depot gefunden haben.

Dienstag, 11. November 2025

[Einfach gedacht] Wie hoch sind die Risiken von "Private Credit" wirklich?

Die Risiken bei "Private Credit" steigen und wachsen sich zu einer systemischen Gefahr aus - so muss man schlussfolgern, wenn man den Schlagzeilen der letzten Wochen und Monate glaubt. Und JPMorgan-Chef Jamie Dimon warnte bereits von "Kakerlaken" in den Bankbilanzen, nachdem Abschreibungen auf Kreditausfälle zunahmen. Dimon wird auch nicht müde, auf die Alternativen Asset Manager einzuprügeln - nachvollziehbar, denn die nehmen den Banken seit Jahren lukratives Geschäft weg.

Inzwischen nimmt das allerdings absurde Züge an, denn Dimons eigene Bank JPMorgan Chase hat sich bei der Kreditvergabe an Private-Equity-Sponsoren mit 47 Mrd. Dollar an Kreditfazilitäten für Fondsmanager sogar an die Spitze der Bewegung gesetzt. Nicht ganz überraschend, denn die Ratingagentur Moody's hat festgestellt, dass sich die US-Banken zu einer wichtigen Triebkraft von Private Credit entwickelt haben und im ersten Halbjahr 2025 rund 300 Mrd. Dollar an Darlehen für private Kreditfonds bereitstellten. Dabei leiten die Banken zunehmend Finanzierungen an private Kreditgeber weiter, anstatt sie direkt an hochverzinsliche oder nicht geratete Kreditnehmer zu vergeben, da sie dies als sichereren Weg ansehen, um am Wachstum der Anlageklasse teilzuhaben und gleichzeitig ein direktes Risiko zu vermeiden.

Wie es aussieht, hat Jamie Dimon Recht. Er spielt ja auch auf beiden Seiten des Netzes und kann damit irgendwie gar nicht falschliegen. Also blicken wir einfach mal darauf, wie führende Private Credit-Profis die aktuelle Lage einschätzen - und die Risiken...

Donnerstag, 2. Januar 2025

Kissigs Investor-Update Q4/24 mit Costco, KKR, Ares Management, Blackstone, Brookfield, Apollo Global, LendingClub, Rheinmetall, Texas Pacific Land, Amazon

Mein Investor-Update zum Ende des 4. Quartals '24

In meinen Investor-Updates blicke ich jeweils zum Ende eines Quartals auf die vergangenen Monate zurück und präsentiere euch die Top-Werte in meinem Investmentdepot; es ist in gewisser Weise "mein persönliches 13F". Des Weiteren beschäftige ich mich gegebenenfalls auch mit Unternehmen, die ich hier im Blog noch nicht vorgestellt habe, die jedoch bereits den Weg in mein Depot gefunden haben.

Mittwoch, 1. Januar 2025

Das Rekordjahr 2024 endete mit mehr als einem Knall - und sorgenvollem Blick auf 2025

Mit meinem Ausblick auf 2024 lag ich gar nicht weit daneben, aber in einigen Details dann doch. Das war bereits 2023 so, doch im Unterschied zu damals konnte ich in den letzten 12 Monaten die dümmsten größten Fehler vermeiden und musste daher nur geringe Kurskorrekturen vornehmen. Es war nicht der breite Markt, der die Hausse befeuerte, sondern nur noch wenige Werte, aber die machten auch 2024 zu einem der besten Börsenjahre der Geschichte. Es war der KI-Hype und die großen Technologiewerte, die wir inzwischen als "Magnificent Seven" kennen, und so schnitten die US-Börsen das sechste Mal innerhalb der letzten sieben Jahre besser ab als europäische Aktien. Doch auch ohne diese "Glorreichen" im Depot konnte man Börsenerfolge feiern. Allerdings nicht mit Nebenwerten und auch schon gar nicht jenseits des US-Markts. Ob Deutschland oder China, überall herrscht Börsenkatzenjammer und selten war der Unterschied so gewaltig zwischen der Masse an börsennotierten Unternehmen und die zugstarken Marktführer.
"Lies die Marktprognosen des letzten Jahres und du wirst Jahresprognosen nie wieder ernst nehmen."
Hier lest ihr (m)eine Abrechnung mit 2024 und einen Ausblick auf 2025. Das wird ganz bestimmt nicht leichter, aber sicherlich anders. Und möglicherweise sogar (noch) besser, denn die Zukunft sah schon immer besser aus als die Vergangenheit. Echt? Echt! Aber es kommt drauf an...

Samstag, 7. Dezember 2024

Apollo Global Management und Workday entern den S&P 500 Index

Apollo Global Management und Workday haben kursbewegende Neuigkeiten zu bieten: S&P Dow Jones Indices teilte das Ergebnis seiner Überprüfungen zur Indexzusammensetzung mit und danach werden die beiden Unternehmen mit Wirkung vom 23. Dezember 2024 in den S&P 500 Index aufgenommen und dort Qorvo und Amentum Holdings ersetzen.

Für die Unternehmen sind das gute Nachrichten, denn die Zugehörigkeit in den weltweit viel beachteten S&P 500 Index bringt Aufmerksamkeit und eine erhöhte Reputation. Zudem wird sich die Nachfrage nach ihren Aktien spürbar erhöhen, weil Index-Fonds die Aktien nun kaufen müssen und manche institutionelle Anleger aufgrund ihrer (internen) Richtlinien bisher nicht in Apollo oder Workday investieren durften. 

Ende 2022 waren die Aufnahmekriterien dem entsprechend geändert worden, dass auch Finanzinvestoren in den S&P 500 aufgenommen werden können. Im September 2023 erfolgte mit Branchenprimus Blackstone der erste Schritt, KKR folgte im Juni 2024. Und nun auch Apollo. Dabei war die S&P 500-Aufnahme seit meinem Ersteinstieg bei diesem Alternativen Asset Manager im Frühjahr 2021 bereits eine meine Überlegungen zur künftigen Performance. Nun also der Ritterschlag für Apollo und ein schönes Weihnachtsgeschenk obendrein. Dabei hat sich das Unternehmen in den letzten drei Jahren fulminant entwickelt und meine darin gesetzten Erwartungen mehr als erfüllt...

Montag, 2. Dezember 2024

Börsenweisheit des Tages | 02.12.2024

"In praktisch allen Sektoren gibt es weltweit bis zu 10 branchenführende Unternehmen. Diese Unternehmen sind in der Lage, über längere Zeiträume und über Marktzyklen hinweg profitables Wachstum zu erzielen. Und auch wenn sich die Zusammensetzung dieser Gruppe von Zeit zu Zeit ändert, so ist es doch viel wahrscheinlicher, dass diejenigen, die gute Leistungen erbringen, ihre Position behalten. (…) Führende Asset Manager zeichnen sich durch eine starke Anlageperformance über einen langen Zeitraum, Zugang zu Großkapital, finanzielle und geografische Streuung sowie eine groß angelegte Organisation aus, um Kunden zu betreuen und künftige Wachstumstrends zu bedienen. Ähnlich wie in den anderen relevanten Branchen gibt es nur eine Handvoll alternativer Vermögensverwalter, die diese Eigenschaften aufweisen."
(Bruce Flatt, Brookfield-CEO, 2023)

Donnerstag, 31. Oktober 2024

Kissigs Aktien Report: Jetzt auf die Gewinner des Private Credit-Superzyklus setzen!

Im Rahmen meiner Kooperation mit dem 'Aktien Report' von Armin Brack nehme ich mir in unregelmäßigen Abständen interessante Unternehmen und Themen vor. Die Ausgaben des 'Aktien Reports' und/oder 'Geld Anlage Reports' erreichen ihre Leser samstags kostenlos und 'druckfrisch' per Email und man kann sich ▶ hier beim 'Geld Anlage Report' anmelden. Bonbon für die Leser meines Blogs: einige Tage später darf ich die Artikel dann auch hier veröffentlichen.

Aktien Report Nr. 185 vom 25.10.2024

Dienstag, 1. Oktober 2024

Kissigs Investor-Update Q3/24 mit KKR, Brookfield, Costco, Apollo Global, Blackstone, Texas Pacific Land, PayPal, LendingClub, RTX, Rheinmetall - und Mutares

Mein Investor-Update zum Ende des 3. Quartals '24

In meinen Investor-Updates blicke ich jeweils zum Ende eines Quartals auf die vergangenen Monate zurück und präsentiere die Top-Werte in meinem Investmentdepots; es ist in gewisser Weise 'mein persönliches 13F'. Des Weiteren beschäftige ich mich gegebenenfalls auch mit Unternehmen, die ich hier im Blog noch nicht vorgestellt habe, die jedoch bereits den Weg in mein Depot gefunden haben.

Dienstag, 17. September 2024

[Im Fokus] Brookfield macht Rendite - mit dem Geld anderer Leute

In diesem Kurzportrait geht es um die Brookfield Corp, den hinter Blackstone zweitgrößten Finanzinvestor der Welt. Und kürzlich konnte Brookfield nun einen Meilenstein erreichen und ebenfalls die Marke von 1 Billion Dollar bei den Assets under Management überschreiten.

Das Unternehmen wurde bereits 1899 als São Paulo Railway, Light and Power Company gegründet und kann auf eine wechselhafte Geschichte zurückblicken. 1979 wurden die brasilianischen Vermögenswerte an das brasilianische Tochterunternehmen, Eletropaulo and Light S.A. transferiert und das Unternehmen weitete sich in andere Geschäftsbereiche aus. 2005 erfolgte die Umfirmierung in Brookfield Asset Management und inzwischen ist das Unternehmen im kanadischen Toronto beheimatet.

Ende 2022 gab es eine weitere tiefgreifende Umstrukturierung. Zuvor firmierte die Holding als Brookfield Asset Management, doch die Konzernmutter wurde in Brookfield Corp. umbenannt, während das Asset Management als selbständige und börsengelistete Einheit ausgegliedert wurde. Die Mutter hat nun das Börsenkürzel BN und die Asset Management-Tochter hat das ehemalige Kürzel BAM der Mutter übernommen. Es gibt damit heute sechs börsennotierte Brookfield-Gesellschaften, an denen die Holding Brookfield Corp. zumeist die Mehrheit hält: neben der Muttergesellschaft gibt es nun Brookfield Asset Management (73,2 %), Brookfield Infrastructure Partners (26,1 %), Brookfield Renewable Partners (45,8 %), Brookfield Business Partners (60,8 %), Brookfield Property Group (100 %), Brookfield Wealth Solutions (100 %). Brookfield Reinsurance und Oaktree (73 %). Und nicht nur das macht Brookfield zu einem ganz besonderen Alternativen Asset Manager...


Freitag, 30. August 2024

Kissigs Portfoliocheck: Akre Capital setzt auf Compounding Machines – und stockt bei Finanzinvestor Brookfield auf

In meiner Kolumne "Kissigs Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der besten Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

Bei meinem 269. Portfoliocheck schaue ich wieder einmal bei Akre Capital Management. Value Investor Charles T. Akre hatte sie bis zu seinem Ausscheiden Ende 2020 geleitete und seitdem führen Chris Cerrone und John Neff die Geschäfte. Doch Akres Erfolgsprinzipien bleiben weiterhin die Basis der Entscheidungen. Die nötige Sicherheitsmarge bestand für Akre nicht zuvorderst in einem niedrigen Einkaufspreis, sondern er suchte nach Unternehmen mit bestimmten Kriterien: Gutes Management mit nachgewiesenen Erfolgen, wesentliche und dauerhaften Wettbewerbsvorteilen (ökonomischer Burggraben), langfristigen Wachstums- und Reinvestitionsmöglichkeiten, attraktivem Kaufpreis im Verhältnis zu den vom Unternehmen generierten Cashflows. Neudeutsch formuliert setzte Chuck Akre bevorzugt auf 'Compounding Machines'. Chuck Akre strebte nach einer hohen Kapitalrendite, indem er den Free Cashflow ins Verhältnis setzt mit dem eingesetzten Kapital. Dabei investierte Akre stets nach derselben Maxime wie Charlie Munger: ohne hektische Betriebsamkeit, lieber zweimal nachdenken, bevor man nichts tut. Und als Anhänger des 'Focus Investing' konzentriert er sein Depot auf einige wenige Positionen.

Im 2. Quartal 2024 agierte Akre erneut mit der bekannten ruhigen Hand. Die Turnoverrate lag bei niedrigen 4 % und man hält weiterhin lediglich 19 Positionen in seinem fokussierten Portfolio und tätigte lediglich eine Neuerwerbung; der Portfoliowert sank um 6 % auf 11,4 Mrd. USD. Wie Warren Buffett und Munger fand Akre stets großen Gefallen an Finanzwerten und diese machten zum Ende des Quartals mit 58,6 % weiterhin deutlich mehr als die Hälfte des Portfolios aus, gefolgt von Immobilienwerten mit 17,5 % und zyklischen Konsumwerten mit 11,5 %. Dahinter liegen Technologiewerte mit 8,4 % und Gesundheitswerte mit 4,0 %. Im Großen und Ganzen hat sich hier nicht viel verändert.
 
Am stärksten fiel ein Teilverkauf bei Mastercard ins Gewicht, wo Akre mehr als 12 % seiner Anteile abstieß. Seine VISA-Position rührte er hingegen in diesem Quartal nicht an. Dafür wurde die Ratingagentur Moody's um 5 % gestutzt und bei Gebrauchtwagenhändler Carmax und Autoteileanbieter O'Reily Automotive um 21 bzw. 3 %. Des Weiteren nahm Akre bei Finanzinvestor KKR etwas Geld vom Tisch. Damit setzte Akre bei denselben Werten seine Teilverkäufe fort, die es auch bereits im Vorquartal getroffen hatte. Und dann setzte er seine Einkaufstour beim kanadischen Alternativen Asset Manager Brookfield Corp. fort, wo er im 3. Quartal 2019 erstmals eingestiegen war und seitdem seinen Bestand immer mal wieder aufstockt. Von den Aktien der abgespaltenen Tochter Brookfield Asset Management hat sich Akre hingegen nun vollständig getrennt.

Der Teilverkauf bei Mastercard hat die erhöhte Gewichtung von 18,6 auf 15,7 % reduziert. Sie liegt nun wieder auf Augenhöhe mit der von Moody's und dahinter folgen erneut KKR, American Tower und O’Reilly Automotive. An der Reihenfolge von Akres fünf Top-Positionen hat sich nichts geändert und die fünf Werte stehen mit 64 % Gewichtung für beinahe zwei Drittel des Gesamtportfolios. Nimmt man die Investments in KKR und Brookfield zusammen, hat Akre rund ein Fünftel seines Geldes in die beiden Alternativen Asset Manager gesteckt. Das ist bemerkenswert und durchaus nachvollziehbar. Nicht nur wegen der sich nun konkretisierenden Zinswende der US-Notenbank Fed und der überdurchschnittlich starken Performance in den letzten Jahren...


Disclaimer: Habe American Tower, KKR, Moody's auf meiner Beobachtungsliste und/oder in meinem Depot/Wiki.

Sonntag, 19. Mai 2024

[Kissigs Börsentheater] Tim Schäfer meint wirklich, mit Private Equity lasse sich mehr Geld verdienen als mit Aktien

Finanzinvestoren haben keinen guten Ruf, obwohl sie ihr Geschäftsgebaren längst vom 'Corporate Raider 'zum 'Corporate Partner' gewandelt haben. Sie finanzieren keine feindliche Übernahmen mehr, sondern stellen Unternehmen Fremd- und Eigenkapital zur Verfügung, damit diese ihr Wachstum finanzieren können. 'Private Equity' hat damit die Rolle übernommen, die die Banken im Zeitalter der Industrialisierung übernommen haben und dem sie heute kaum noch nachkommen (können). Das kann man beklagen, aber das bringt wenig. Und man kann sich der Situation stellen und daraus seine Schlüsse - und Vorteile - ziehen.
"Mit Private Equity lässt sich mehr Geld verdienen als mit Aktien. Deshalb investieren hier die großen Stiftungen und Pensionskassen."
(Tim Schäfer, 2024)
Das ist gar nicht so schwer, seit viele der größten und erfolgreichsten Finanzinvestoren selbst als börsengehandelte Aktiengesellschaften firmieren. Man muss nicht in Private Equity-Fonds investieren, man muss ihnen keine Millionen zum Verwalten anvertrauen, man kann ganz einfach Miteigentümer an ihnen werden und so an ihren Erfolgen teilhaben. Und nun gibt es einen Faktor, der den Finanzinvestoren bzw. Alternativen Asset Managern zusätzlich in die Karten spielt: Die meisten Unternehmen befinden sich in privater Hand und nur ein Bruchteil ist an der Börse gelistet. Aldi, Lidl, Dr. Oetker, Trigema sind nur einige der bekanntesten deutschen Unternehmen, die ihre Eigentümer zu Milliardären gemacht haben, an denen Anleger aber nicht Miteigentümer durch den Kauf von Aktien werden können. Finanzinvestoren hingegen haben den Zugang zu ihnen, daher bieten sich ihnen noch interessantere Möglichkeiten zum Investieren.

Zudem agieren die Finanzinvestoren über viele Anlageklassen hinweg und global. Als Privatanleger hat man kaum die Expertise, um adäquat bewerten zu könne, ob gerade Aktien, Anleihen, Kryptowährungen, Rohstoffe oder Kunst die aussichtsreichste Anlageform sind und ob man in China, Indien, Angola, Bolivien oder Deutschland investieren sollte. Apollo Global Management, Blackstone, KKR beschäftigen viele Experten, die hier die aussichtsreichsten Assets und Regionen herauspicken und das seit Jahr(zehnt)en erfolgreich. Ebenso Ares Management, Brookfield oder das soeben an die Börse gegangene schwedische PE-Powerhouse EQT.

Deshalb setzen vermögende Adressen, die das ihnen anvertraute Geld sicher und renditestark investieren müssen, auf Alternative Asset Manager. Jeder von uns kann das ebenfalls. Und aus meiner Sicht sollte man das auch - durch den Kauf von deren Aktien...

Disclaimer: Habe Apollo, Blackstone, KKR auf meiner Beobachtungsliste und/oder in meinem Depot/Wiki.

Dienstag, 20. Juni 2023

Kissigs Portfoliocheck: Ausgerechnet jetzt verstärkt Akre Capital sein Engagement bei Brookfield Corp?!

In meiner Kolumne "Kissigs Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der besten Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

Bei meinem 227. Portfoliocheck schaue ich wieder einmal bei Akre Capital Management. Value Investor Charles T. Akre hatte sie bis zu seinem Ausscheiden Ende 2020 geleitete und seitdem führen Chris Cerrone und John Neff die Geschäfte. Doch Akres Erfolgsprinzipien bleiben weiterhin die Basis der Entscheidungen. Die nötige Sicherheitsmarge bestand für Akre nicht zuvorderst in einem niedrigen Einkaufspreis, sondern er suchte nach Unternehmen mit bestimmten Kriterien: Gutes Management mit nachgewiesenen Erfolgen, wesentliche und dauerhaften Wettbewerbsvorteilen (ökonomischer Burggraben), langfristigen Wachstums- und Reinvestitionsmöglichkeiten, attraktivem Kaufpreis im Verhältnis zu den vom Unternehmen generierten Cashflows. Chuck Akre strebte nach einer hohen Kapitalrendite, indem er den Free Cashflow ins Verhältnis setzt mit dem eingesetzten Kapital. Dabei investierte Akre stets nach derselben Maxime wie Charlie Munger: ohne hektische Betriebsamkeit, lieber zweimal nachdenken, bevor man nichts tut. Und als Anhänger des "Focus Investing" konzentriert er sein Depot auf einige wenige Positionen.

Im 1. Quartal 2023 agierte Akre Capital mit einer Turnoverrate von unter 1 % erneut mit ruhiger Hand. Man hält lediglich 19 Positionen in dem fokussierten Portfolio und darunter findet sich diesmal keine Neuerwerbung; der Portfoliowert stieg von 11,06 auf 11,37 Mrd. USD. Wie Buffett und Munger fand Akre stets großen Gefallen an Finanzwerten. Diese machten zum Ende des Quartals mit 57,3 % (Q4/22: 54,4 %) deutlich mehr als die Hälfte seines Portfolios aus, gefolgt von Immobilienwerten mit 17,4 % (18,9 %) und zyklischen Konsumwerten mit 10,6 % (11,9 %), die sich nur knapp vor Technologiewerten behaupten konnten, die es auf 10,5 % brachten (3,9 %) und dabei Gesundheitswerte (4,0 nach zuvor 4,3 %) und Industriewerte (0,3 nach bisher 6,5 %) verdrängten.

Auf den ersten fünf Positionen in Akres Portfolio gab es keine Veränderungen: An der Spitze liegt Mastercard mit einem Gewicht von 18,8 % vor Moody’s, die 15,4 % auf die Waage bringen. An der Ratingagentur, die auch Warren Buffett schon lange im Depot hat, hält Akre inzwischen mehr als 3 % aller Anteile. Es folgen American Tower mit 12,6 %, Visa mit 9,8 % und O’Reilly Automotive mit 8,8 %. Die drei Top-Werte stehen für 46,7 % des stark fokussierten Portfolios, die größten fünf Positionen für 65,3 %.

KKR & Co und Roper Technologies haben die Plätze getauscht und Brookfield Corp hat sich durch das erneute Aufstocken mit 5,22 % inzwischen schon auf den siebten Rang hochgearbeitet. Im Brookfield-Konzern, dem zweitgrößten Alternativen Asset Manager der Welt, hatte es Ende 2022 eine tiefgreifende Umstrukturierung gegeben. Und wie bei solchen Konglomeraten üblich notiert die Muttergesellschaft Brookfield Corp mit einigem Abschlag auf den summierten Wert ihrer Beteiligungen. Für einen Value Investor wie Akre Grund genug, gerade diese Position weiter aufzustocken. Zumal man dem Thema 'kleine Bankenkrise' und wie Akre Capital hiervon sogar profitieren wird, in seinem jüngsten Investorenbrief ausführlich Raum gab...


Disclaimer: Habe American Tower, Brookfield Corp, KKR, Mastercard, Moody's, Roper Technologies auf meiner Beobachtungsliste und/oder in meinem Depot/Wiki.

Sonntag, 17. April 2022

Buffett erklärt, wie der "Float" ihn ganz einfach immer reicher macht

Warren Buffett ist der wohl beste Investor aller Zeiten. In seinem 2009er Aktionärsbrief erklärte er, was es mit dem "Float" auf sich hat und welch ungeheure Kraft ihm innewohnt. Neben dem Zinseszinseffekt und extremer Geduld ist er die dritte Säule, auf der Berkshire Hathaways mehr als 50-jährige Erfolgsgeschichte basiert.

Die größte Ehre ist es ja, kopiert zu werden. Und Buffett widerfährt diese Ehre nun seitens der Alternativen Asset Manager wie Apollo Global Management, Blackstone, KKR und jüngst auch Brookfield Asset Management, die reihenweise Versicherungskonzerne aufkaufen, um sich deren Float und sich selbst somit einen steten Strom an frischen Finanzmittel zu sichern. Und genau so arbeitet der Float für Warren Buffett...

Freitag, 14. Januar 2022

Kissigs Portfoliocheck: Brookfield steht bei Selfmade-Milliardär Andreas Halvorsen hoch im Kurs

In meiner Kolumne "Kissigs Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der besten Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 173. Portfoliocheck blicke ich wieder einmal Andreas Halvorsen ins Depot, einem der sog. "Tiger Cubs" (Tigerwelpen). Diese Bezeichnung geht zurück auf den legendären Hedgefonds-Manager Julian Robertson, der mit einem durchschnittlichen Return on Investment (ROI) von über 30% seiner Tiger Management Group zu den erfolgreichsten Fondsmanagern des letzten Jahrhunderts gehört. Und die Performance von Halvorsens Viking Global Fonds mit durchschnittlichen 20% über die letzten 19 Jahre ist ebenfalls überragend.

Halvorsen blieb auch im 3. Quartal seinem aktiven Stil treu und wirbelte sein Depot mächtig durcheinander. Seine Turnoverrate lag erneut bei hohen 36 Prozent und zum Quartalsende hielt er 95 Positionen, darunter 25 neue in seinem nun $35,9 Mrd schweren Depot. Mit 33,5% gewichtete er den Healthcare-Sektor nochmals etwas höher. Es folgen Technologiewerte mit 23,7% vor Financial Services mit 12,1% und zyklischen Konsumwerten, die sich mit 11,1% vor die Industriewerte geschoben haben. Diese wurden auf 9,1% gestutzt und liegen damit nur noch knapp vor den Communication Services mit 9,0%.

Amazon wurde halbiert und verlor den 1. Platz im Depot. Neuer Spitzenreiter ist Gingko Bioworks mit knapp 10%, wo Halvorsen bereits 2015 eingestiegen war und mit 15,48% der mit Abstand größte Aktionär ist. Im 3. Quartal gab es einen Börsengang via SPAC-Merger und anschließend eine Short-Attacke von Skion. Die setzte dem Kurs weniger zu als der allgemeine Abverkauf der Wachstumswerte seit November. General Electric stockte Halvorsen auf; es ist nun der zweitgewichtigste Wert im Depot. Auf den achten Platz brachte die erneute Aufstockung Brookfield Asset Management, einen großen Profiteur der aktuellen wirtschaftlichen und finanzpolitischen Gemengelage...

-▶ zum Artikel auf aktien-mag.de

Disclaimer: Habe Amazon, General Electric auf meiner Beobachtungsliste und/oder in meinem Depot/Wiki.

Sonntag, 19. September 2021

Kissigs Kloogschieterei: Kurze Gedankenspiele über die Schieflage bei China Evergrande, Konjunktursorgen und den Run der Private-Equity-Giganten wie KKR, Apollo Global Management und Blackstone auf Lebensversicherer und deren Float

Die Börsenkurse bröckeln, wie es vom September zu erwarten ist. Starke Aufwärtsimpulse fehlen, so dass negativen Nachrichten noch mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird als ohnehin schon.

In Asien ist Feiertagszeit und viele maßgebliche Indizes sind oder werden für einen oder mehrere Tage mit dem Handel aussetzen. Das reduziert die Handelsvolumina und sorgt eher für Abgabebereitschaft, weil Anleger ungerne "long" in verlängerte Wochenenden gehen. Hinzu kam, dass Freitag großer Verfallstag für viele Optionen war und an einem solchen "Hexensabbat" die Börsenkurse generell überempfindlich reagieren.