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Donnerstag, 2. März 2023

Kissigs Nebenwerte-Analyse zu Berentzen: Knackiger Getränkespaß gibt wieder Gas

Im Magazin "Der Nebenwerte Investor" von Traderfox finden sich regelmäßig Analysen von mir zu deutschen Nebenwerten. Das Magazin ist kostenpflichtig und wer dieses oder eine der weiteren Börsenzeitschriften von Traderfox bestellen möchte, gelangt ▶ hier zur Übersicht. Mehrwert für die Leser meines Blogs: Nach Erscheinen des Magazins darf ich die eine oder andere meiner Analysen dann auch hier veröffentlichen.

Artikel aus "Der Nebenwerte Investor" Ausgabe 1/2023 vom 26.01.2023

Montag, 18. September 2017

Investor-Update: Berentzen, Deutsche Rohstoff, Genworth Financial, Gilead, Hercules Capital, Leifheit, Prospect Capital

In meine Investor-Updates notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

Der September ist da!
Überall ist zu lesen, dass der böse September als schlechtester Börsenmonat nun endlich für den lang herbeigeredeten Crash sorgen wird. Und unisono werden die großen Finanzexperten nicht müde zu betonen, dass sie ihr Geld aus dem Aktienmarkt herausgenommen haben und es lieber in Gold oder sonstwas parken (ja, wo nur, wo es doch auf dem Konto Strafzinsen kostet?). Und die Bewertung der Aktien ist im Schnitt schon ambitioniert, allerdings wird gerne außer Acht gelassen, dass es kaum Alternativen gibt. Dank der Niedrigzinsen. Wer Anleihen kauft, muss sich bei nun leicht steigenden Zinsen mit sinkenden Kursen und unattraktiver Verzinsung herumschlagen. Gold... also bitte! Ich halte nichts von Gold als Geldanlage. Habe ich hier im Blog ja mehrfach ausgeführt, ist noch immer wo, bleibt auch so. Zum Thema Rohstoffe insgesamt hat Warren Buffett es mal schön verdeutlicht.

»Das Problem bei Rohstoffen ist, dass du darauf wettest, dass jemand anderes in einem halben Jahr mehr dafür bezahlen will. Der Rohstoff selbst bringt dir nichts. Etwas zu kaufen und darauf zu hoffen, dass die jemand in zwei Jahren mehr dafür bezahlt, ist etwas komplett anderes, als etwas zu kaufen, von dem du in Zukunft ein Einkommen erwartest.«
(Warren Buffett) 

Nun macht der September aber bisher nicht, was man von ihm erwartet. Denn die Kurse steigen, die Stimmung steigt und da so viele bereits ihr Geld aus dem Aktienmarkt abgezogen habe - und sich in den USA viele institutionelle Anleger über Puts gegen einen Markteinbruch abgesichert haben - besteht auch gar keine so große Wahrscheinlichkeit, dass viel Material auf den Markt geworfen werden dürfte, sollte es zu einem Negativszenario kommen. Seit anderthalb Jahren erleben wir, dass Abverkäufe immer wieder nach kurzer Zeit zum (Wieder-) Einstieg genutzt werden und der Markt nach kleinen Zwischenkorrekturen von um die 10% zu neuen Höhen strebt. Das muss sich nicht ständig wiederholen, aber die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass es noch eine Zeit lang so bleibt. Solange die Zinsen so niedrig sind und es keine wirklichen Alternativen zu Aktien gibt, wird das Geld immer schnell wieder in die Aktienmärkte zurückströmen. Trotz Crash-Angst und Crash-Gefahr kann man diese Gemengelage wohl als Sicherheitsnetz betrachten...

Freitag, 15. September 2017

Gewinnwarnung bei Berentzen: Ausgequetscht, ausgelutscht, ausgezählt...

Der Spirituosen- und Getränkehersteller Berentzen durchlebte eine schwierige Phase und wurde von Aurelius gerettet und wieder auf Vordermann gebracht. Seitdem Aurelius sich im letzten Jahr vollständig von allen Anteilen getrennt hat, steht Berentzen wieder auf eigenen Füßen - und das mit Erfolg. Jedenfalls eine Zeit lang. Denn nun läuft es nicht mehr rund...

Schon bei Vorlage der Halbjahreszahlen hatte Berentzen vermelden müssen, dass es erhebliche Probleme gäbe. Einerseits mit der Orangenernte und damit im Hoffnungsmarkt Saftpressen und dann auch mit einem wichtigen amerikanischen Distributionspartner. Der Vorstand gab aber die Losung aus, das würde sich im zweiten Halbjahr schon wieder einrenken. Nun, seit gestern Abend wissen wir, dass daraus nichts wird. Im Gegenteil. Denn Berentzen musste die Jahresprognose nach unten korrigieren und zwar nicht nur wegen der bereits bekannten Probleme, sondern auch wegen zusätzlicher Absatzschwächen bei Sinalco, einem ganz wichtigen Standbein des Konzerns und quasi das Brot- und Buttergeschäft.

Donnerstag, 20. April 2017

Berentzen: Knackiger Spaß gibt Gas

Der Spirituosenhersteller Berentzen war früher in aller Mund und das im wahrsten Sinne des Wortes. Zu den bekanntesten Marken im Sortiment gehören Pushkin, Bommerlunder, Doornkaat, Hansen, Springer Urvater, Echt Stonsdorfer. Von Linie Aquavit und Licor 43 hat man sich inzwischen getrennt. Doch die kleinen Liköre und die Kornverschnitte gerieten seit Ende der 1980er Jahre zunehmend ins Aus und der Absatz ging immer mehr zurück. Daher positionierte man sich mit zweitem Standbein als Lizenz-Abfüller für andere Hersteller, insbesondere Pepsi.

Zum unternehmerischen Niedergang gesellte sich dann noch eine zerstrittene Eigentümerfamilie hinzu, die jahrelang kein Umsteuern zuließ so dass das Traditionsunternehmen vor sich hin siechte. Bis dann 2008 schließlich der Finanzinvestor Aurelius die Anteile der Alteigentümer übernahm und für klare Verhältnisse sorgte. Es war Rettung in letzter Sekunde, könnte man sagen. 

Steiniger Sanierungsweg
Es folgte ein dornenreicher Weg für Berentzen, um sich gesund zu schrumpfen und mit neuer Strategie wieder erfolgreich und profitabel zu werden. Und nicht immer sah es danach aus, als wenn dieser Umschwung gelingen würde. Denn es gab zahlreiche Rückschläge in einem hart umkämpften Markt moderaten Wachstumsraten und -aussichten.

Montag, 9. Januar 2017

Berentzen pimpt sein Finanzergebnis und sorgt für zusätzliche Gewinne

Die Berentzen-Gruppe ist längst nicht mehr (nur) das angestaubte Spirituosen-Business alter Tage, die Neuausrichtung durch Finanzinvestor Aurelius trägt spürbar Früchte. Und hat dazu geführt, dass Aurelius sich im letzten Jahr sukzessive von allen seinen Anteilen an Berentzen getrennt hat, so dass Berentzen künftig auf eigenen Füßen stehen muss.

Zuletzt hatte die Meldung verunsichert, dass CEO Frank Schübel seinen im Oktober auslaufenden Vertrag wider Erwarten nicht verlängern wird. Er führt hierfür private Gründe an und den Wunsch, wieder mehr Privatleben zu haben. Zugleich erklärte er seine Bereitschaft, sich künftig im Aufsichtsrat einbringen zu wollen, sofern dies von den Aktionären und dem Aufsichtsrat gewünscht sei. Und Plätze dürften hier frei werden, denn bisher nehmen Aurelius-Vertreter vier der Aufsichtsratsmandate wahr und nach dem vollständigen Ausstieg des Finanzinvestors dürften diese, wenn vielleicht auch nicht gleich alle, neu besetzt werden.

Heute kommt eine sehr positive Nachricht und sie betrifft die Finanzen. Im Oktober 2017 wird eine fünfjährige Unternehmensanleihe im Volumen von €50 Mio. fällig, die mit vergleichsweise teuren 6,5% verzinst wird. Knapp zehn Monate vor deren Rückzahlung sicherte sich Berentzen nun seinen Finanzierungsbedarf durch einen fünf Jahre laufenden Konsortialkredit mit einem Volumen von €25,5 Mio., den ein Bankenkonsortium unter Führung der Deutsche Postbank zur Verfügung stellt.

 Berentzen-Gruppe (Quelle: finanzen.net) 
Aufgrund seiner guten Liquiditätssituation braucht das Unternehmen nur etwa die Hälfte des ursprünglichen Nominalbetrages der Anleihe durch eine externe Refinanzierung abzudecken und tilgt die andere Hälfte wird aus vorhandenen Eigenmitteln. Den Liquiditätszufluss aus der Anleiheemission im Jahr 2012 hatte die Berentzen-Gruppe zur Finanzierung von Unternehmenskäufen und der Ausweitung des eigenen Geschäftsumfangs verwendet, jedoch nicht in vollem Umfang. So betrug die Nettoauszahlung für den Erwerb des österreichischen Frischsaftsystem-Spezialisten TMP im Herbst 2014 nur rund €15,5 Mio. Durch die neue Finanzierung senkt Berentzen seine jährlichen Finanzierungskosten ab Oktober um mehr als €2 Mio., die sich damit mehr als halbieren. Dies wird deutliche positive Effekte haben auf Cashflow, Ertragslage und Eigenkapital mit einem Effekt von annähernd €0,18 beim Gewinn je Aktie. Und Spekulationen anheizen, ob sich Berentzen nicht bei der Dividende großzügiger zeigen könnte als bisher.

Freitag, 2. September 2016

Berentzen: Aurelius hat weitere Anteile verkauft

Der Münchener Finanzinvestor Aurelius Equity Opportunities SE & Co. KGaA war bis vor Kurzem noch Mehrheitseigentümer beim traditionsreichen Spirituosenhersteller Berentzen, doch schon länger gab es Gerüchte, wonach sich Aurelius von seinen 51,04% trennen wolle.

Im März gab man dann bekannt, über eine Privatplatzierung im beschleunigten Bookbuildingverfahren seine Anteile abgeben zu wollen und konnte einen Großteil bei institutionellen Anlegern platzieren. Zurück blieb ein Anteil von 18,75%, der weiterhin zur Disposition steht.

 Aurelius SE (Quelle: finanzen.net) 
Heute meldete dann Berentzen, dass Aurelius eine Meldeschwelle unterschritten habe, nämlich 15%. Aurelius hatte über die Börse weitere Berentzen-Aktien verkauft und weist nun noch einen Bestand von 14,22% auf, so dass 4,53% abgegeben wurden. Aurelius hält nun also noch 1.365.012 von insgesamt 9.600.00 Stimmrechten bzw. Anteilen. Bei einem aktuellen Brentzen-Kurs rund €6,60 macht die Beteiligung noch gut €9 Mio. aus und es ist davon auszugehen, dass Aurelius auch die restlichen Stücke sukzessive abgeben wird.

Aurelius befindet sich in meinem Depot und ist eine der ältesten und erfolgreichsten Werte auf meiner Empfehlungsliste. Langfristig orientierte Anleger bleiben investiert und nutzen Kursrücksetzer konsequent zum Aufstocken.


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ERGÄNZUNG VOM 22.09.2016
Soeben meldete Berentzen, Aurelius habe seinen Anteil weiter reduziert und zwar auf nun nur noch 6,26%. Es ist davon auszugehen, dass auch die restlichen Anteile zeitnah über die Börse veräußert werden.


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ERGÄNZUNG VOM 29.09.2016
Seit heute hält Aurelius keine Aktien der Berentzen AG mehr; sämtliche Anteile wurden veräußert, wurde vermeldet.

Dienstag, 26. April 2016

Zahlen & Mehr: Aurelius, Berentzen, MBB, mVISE, Steico, WCM

:: Aurelius
Der Finanzinvestor Aurelius hat weitere Anteile an seiner Beteiligung am Spirituosenhersteller Berentzen abgegeben. Der niederländische Finanzinvestor Monolith wird rund 10,4% der Aktien übernehmen, so dass der Aurelius-Anteil weiter auf 18,8% absinkt. Aurelius hatte kürzlich bereits mit dem Verkauf seines Aktienpakets von vormals 51,04% begonnen. (>>> zur Meldung)

:: MBB
Die Beteiligungsgesellschaft MBB hat Zahlen zum ersten Quartal 2016 vorgelegt und einen Rekordumsatz in Höhe von €78,2 Mio. gegenüber €60,2 Mio. im Vorjahresquartal erzielt. Das entspricht einem Umsatzwachstum von 29,8%. Das EBITDA stieg um 21,1% auf €7,8 Mio. das Ergebnis je Aktie belief sich auf €0,56 nach €0,47 in den ersten drei Monaten des Vorjahres und stieg damit um 19,1%. Das Eigenkapital stieg auf 91,9 Mio. EUR nach 87,6 Mio. EUR zum Jahresende 2015, so dass sich die Eigenkapitalquote auf 39,3% zum Ende des ersten Quartals 2016 erhöhte. MBB verfügt damit unverändert über eine signifikante Liquiditätsausstattung, um aus eigener Kraft in Tochterunternehmen und Wachstum durch Unternehmenserwerb zu investieren. Die sehr guten Ergebnisse spiegeln das organische Wachstum in sämtlichen Tochtergesellschaften des MBB Konzerns wider und übertreffen die Unternehmensplanung für das erste Quartal. Die Ergebnisse untermauern zudem die zunehmend konservativ erscheinende Prognose von 300 Mio. EUR Umsatz und €2,00 EPS für das Geschäftsjahr 2016. Darüber hinaus zeigt sich, dass sich die hohen Erwartungen, die mit der Übernahme der Aumann-Gruppe verbunden sind, erfüllen, den MBB-Chef Nesemeier "als vermutlich bester Zukauf" bezeichnete, den MBB jemals getätigt habe.

Wenn man sich ein paar Jahre zurück erinnert, gab es damals den Zukauf der Claas Fertigungstechnik, der auf Schlag den Umsatz der MBB-Gruppe verdoppelte und die gewinne überproportional steigerte. Es war bereits nach dem ersten Quartal absehbar, dass die weiteren Quartalszahlen und das Jahresergebnis mit großen Steigerungen verbunden sein würden und der Aktienkurs zog mit den jeweils nach oben angepassten Prognosen immer weiter stark mit. Diese Geschichte könnte sich aufgrund des Aumann-Zukaufs in diesem Jahr wiederholen; eine (oder mehrere) Anpassung der Jahresprognosen ist nur eine Frage der Zeit. Und der Aktienkurs dürfte über das Jahr gesehen immer wieder davon beflügelt werden und auf neue Hochs vorstoßen. (>>> zur Meldung)

:: mVISE
Die mVISE AGist ein Spezialist für cloudbasierte mobile Digitalisierung und hat heute ihre abschließenden Zahlen für das Geschäftsjahr 2015 bekannt gegeben. Dabei wurden die vorab gemeldeten Zahlen aus dem März weitgehend bestätigt. So konnte mVISE im Jahr 2015 im Vergleich zum Vorjahr die Gesamtleistung  auf €5,86 Mio. (Vorjahr: € 2,14 Mio.) gesteigert werden und der. Der Jahresfehlbetrag konnte von einem negativen EBITDA in Höhe von €-1,18 Mio. auf ein um Einmalaufwendungen bereinigtes EBITDA in Höhe von €-0,38 Mio. gesenkt werden. Nachdem in 2015 umfassenden Reorganisationen und Neuorientierungen erfolgten, peilt das Unternehmen weitere Umsatzsteigerungen und ab dem zweiten Quartal 2016 ein kontinuierlich positives Ergebnis an. (>>> zur Meldung)

:: Steico
Der Dämmmittelhersteller Steico kommt immer besser in Schwung, auch aufgrund des milden Winters. Die Zahlen zum Jahresabschluss 2015 und zum ersten Quartal 2016 lassen jedenfalls aufhorchen. Die Umsatzerlöse stiegen 2015 um 8,1% auf €188,9 Mio. nach €174,7 Mio. im Vorjahr und der Gewinn je Aktie legte um 36,9% auf €0,63 zu nach €0,46 in 2014. Daher soll die Hauptversammlung Ende Juni eine um 3 Cents auf €0,15 je Aktie erhöhte Dividende beschließen.

Im ersten Quartal zahlten sich die hohen Investitionen in neue Maschinen und Produkte weiter aus. Das Umsatzwachstum lag bei 4,7%, während der Periodenüberschuss auf €2,7 Mio. hochschnellte nach €0,7 Mio. im Vorjahresquartal. Die Erhöhung der Margen läuft somit wie geplant und dürfte auch in den nächsten Quartalen weiter für Freude sorgen. (>>> zur Meldung ,PDF)

:: WCM
Auch Gewerbeimmobilienspezialist WCM hat Zahlen für das Geschäftsjahr 2015 vorgelegt und einen kräftigen Sprung zu verzeichnen. Wo wurde im Geschäftsjahr 2015 nach ungeprüften IFRS-Zahlen ein Konzernergebnis von €57,7 Mio. erzielt, nach €1,2 Mio. im Vorjahr. Das Ergebnis je Aktie stieg von €0,08 in 2014 auf €0,72 im Jahr 2015, während die Funds from Operations (FFO) auf €7,9 Mio. hochschnellten. Der Net Asset Value (NAV) nach EPRA betrug zum Jahresultimo 2015 €290,6 Mio. Euro oder €2,38 pro Aktie. Der absolute Wert überstieg Ende 2015 bereits die 500 Mio-Euro-Marke.

Bei diesen Zahlen ist zu berücksichtigen, dass WCM erst Ende 2014 wieder den operativen Geschäftsbetrieb aufgenommen hat und daher die Vergleichswerte eine sehr niedrige Basis aufweisen. Insbesondere weist das EPS auch Zuschreibungen beim Wert der Immobilien als Gewinne aus, weil die Bilanzierungsmethode nach IFRS nicht denen nach HGB entspricht, wo sich bei Immobilienvermögen hohe stille Reserven aufbauen, die erst beim Verkauf zutrage treten. Nach den IAS (International Accounting Standards) wirken sich die Wertveränderungen unmittelbar auf das Ergebnis aus, sowohl positiv als auch ggf. negativ.

Der Auf- und Ausbau des Immobilienportfolios geht voran und für das laufende Jahr sind zahlreiche Zukäufe geplant, wie die Unternehmenspräsentation von Dezember 2015 zeigt. (>>> zur Meldung)


Aurelius, MBB, mVISE, Steico und WCM befinden sich auf meiner Empfehlungsliste.

Dienstag, 22. März 2016

Aurelius steuert unter Volldampf auf höhere Sonderdividende zu

Der Finanzinvestor Aurelius ist hervorragend ins neue Jahr gestartet und konnte im ersten Quartal 2016 bereits zwei erfolgreiche Exits vermelden, die den Puls seiner Aktionäre kräftig beschleunigen dürften.

So wurde nach vielen Jahren der Restrukturierung fast die Hälfte der Beteiligung an Berentzen abgebaut, einem traditionsreichen Spirituosen- und Getränkehersteller, an dem Aurelius nun noch gut 29% hält.

Und kurz darauf wurde die Beteiligung fidelis HR an SD Worx verkauft, einen führenden HR Services Anbieter. Aurelius hatte fidelis HR im Jahr 2013 von der TDS Informationstechnologie AG, einer Tochter des Fujitsu-Konzerns, übernommen und das Unternehmen konsequent operativ neu ausgerichtet und dabei Umsatz, Ergebnis und Mitarbeiterzahl von fidelis HR in den vergangenen Jahren maßgeblich gesteigert werden.

Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart, doch in einem Interview mit Börse Global äußert sich Aurelius-CEO Dr. Dirk Markus zu den Auswirkungen der beiden Exits auf die Aurelius Bilanz. Aurelius werde 2016 wahrscheinlich in der glücklichen Lage sein, sowohl von den steigenden Erträgen bestehender Beteiligungen als auch von einer größeren Anzahl an Exits zu profitieren. Man gehe für dieses Jahr von sechs bis acht Übernahmen aus sowie noch einigen weiteren Exits, da eine ganze Reihe von Portfoliounternehmen den entsprechenden Reifegrad erreicht hätten. Hier sei man aber kein getriebener, sondern würde nur dann verkaufen, wenn dies für Aurelius, den Käufer und die Beteiligungen selbst und ihre Mitarbeiter die beste Entscheidung sei.

 Aurelius SE & Co. KGaA (Quelle: comdirect.de) 
Partizipationsdividende wird 2016 höher ausfallen
Dass dabei der Verkaufspreis auch eine wichtige Rolle spielt, zeigt sich an den Erfolgen des ersten Quartals. Denn bei dem Exit bei Berentzen und der fiedelis HR habe Aurelius bereits mehr Geld eingenommen, als mit den allen Verkäufen im Vorjahr zusammen. Das führe schon heute zu der Aussage, dass die Partizipationsdividende für das Geschäftsjahr 2016 höher ausfallen werde als die für 2015. Für 2015 will Aurelius eine um 10 Cents auf €0,90 erhöhte Basisdividende zahlen und darüber hinaus werden wieder rund die Hälfte der Gewinne aus dem Übernahmegeschäft in Form einer Sonderausschüttung an die Aktionäre ausgekehrt. Für 2015 liegt diese bei €0,65 €0,55, so dass die Gesamtausschüttung bei €1,45 je Aktie liegen wird.

fidelis HR einer der erfolgreichsten Exits der Aurelius-Geschichte
Weiter führt Dr. Markus in dem Interview aus, dass fidelis HR einer der erfolgreichsten Exits sei, die Aurelius jemals verbuchen konnte. Man konnte das eingesetzte Kapital "um einen deutlichen zweistelligen Wert" vervielfachen und damit in diesem Fall das historische Exit-Multiple von über neun signifikant übertreffen. Im Klartext heißt das, dass Aurelius hier sein eingesetztes Kapital innerhalb von 3 Jahren verdreizehn- oder verfünfzehnfachen konnte.

Angesichts dieser großartigen Leistung ist es nicht verwunderlich, dass der Kurs der Aurelius-Aktie wieder kräftig Fahrt aufgenommen hat und gestern ein neues Allzeithoch markierte. Aurelius befindet sich seit vielen Jahren auf meiner Empfehlungsliste und in meinem Depot und bestätigt immer wieder, dass das Geschäftsmodell hervorragend funktioniert und immer höhere Gewinne abwirft. Mittelfristig soll der inzwischen auf €3 Mrd. angewachsene Umsatz des Konzerns auf €5 Mrd. gesteigert werden und was für Potenziale in den 25 Beteiligungen im Aurelius-Portfolio schlummern, hat der fidelis-Exit gezeigt. Daher bleibt Aurelius für mich der Top-Pick in der deutschen Beteiligungs- und Finanzinvestorensparte und ziert als langfristiges Basisinvestment in mein Depot.

Freitag, 4. März 2016

Investor-Update: Berentzen, Gladstone Capital, Publity, Wirecard

Im Investor-Update notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

DAX Richtung 10.000, Dow über 17.000 Punkten
Trotz weiterhin starker Schwankungen der Börsenkurse steigen die Aktienmärkte weiter an. Die ganz große Panik ist ausgeblieben und dass die Börsen nicht mehr ausschließlich auf jedes negative Detail starren, führt dazu, dass viele Leute, die auf hohen Cash-Reserven sitzen, zunehmend nervös werden und zu nun höheren Kursen in den Markt zurückdrängen. Alternativen zu Aktien finden sich nach wie vor nicht und so streben die Kurse wieder gen Norden. Auch wenn die Risiken ja nicht verschwunden sind, sie werden nur halt nicht mehr ganz so einseitig man Markt übergewichtet.

 Quelle: CNN Money - Fear and Greed Index 
Fear-and-Greed-Index deutlich positiv
Das zeigt sich auch Angst-und-Gier-Index, der mit 71 Punkten inzwischen im völlig entspannten Terrain liegt. Die Angst, die noch vor drei Wochen alles bestimmte, scheint hinweggefegt und nachdem sogar Crash-Prophet und Dauer-Pessimist Marc Faber neulich eine Rallye voraussagte, werden wieder andere Faktoren wichtiger: Konjunkturdaten, Unternehmenszahlen.

Die meisten Unternehmen haben inzwischen ihre Zahlen präsentiert und bei vielen ist es nicht so schlimm gekommen, wie inzwischen erwartet wurde. Die Unternehmen passen sich an den stärkeren Dollar und den konjunkturellen Gegenwind an und die Anleger preisen die neuen Erkenntnisse und Erwartungen in die Aktienkurse ein. Es gibt jetzt kaum noch Aktien zu Tiefstkursen, die meisten haben sich schon um einiges erholt. Aber man findet noch immer gute Gelegenheiten - und wenn Aktien noch immer am Boden liegen, dann hat das meistens eine Grund. Wie bei Hugo Boss, die ich nicht kaufen würde, weil die Strategie nicht schlüssig ist. Oder Berentzen, wo der Ausstieg des Großaktionärs den Kurs zweistellig ins Minus geritten hat. Und die ich deshalb gekauft habe.

Dienstag, 1. März 2016

Berentzen: Aurelius lässt den Geist aus der Flasche

Der Finanzinvestor Aurelius ist seit vielen Jahren beim Spirituosenhersteller Berentzen Mehrheitsgesellschafter und hat diesen wieder auf profitables Wachstum getrimmt. Bereits seit einiger Zeit gibt es Anzeichen, dass sich Aurelius von seinen restlichen 51,04 Prozent trennen möchte und soeben machte das Unternehmen Nägel mit Köpfen. So will man im Rahmen einer Privatplatzierung über ein beschleunigtes Bookbuildingverfahren alle oder Teile des eigenen Aktienbestandes institutionellen Investoren andienen. Durch diese deutliche Erhöhung des Streubesitzes sollen die Berentzen-Aktien noch attraktiver für institutionelle Investoren in Europa gemacht werden. Und natürlich die Kasse bei Aurelius klingeln lassen.

Aurelius befindet sich auf meiner Empfehlungsliste und ist die mit Abstand größte Position in meinem Depot.

>>> zur Meldung

Montag, 3. August 2015

Sorgt Berentzen bei Aurelius bald für gute Laune?

Als bekennender Apfelkorn-Liebhaber habe ich ja ein ganz besonderes Verhältnis zu Berentzen, dem Hersteller dieser herausragenden Leckerei. Und als Aktionär der Beteiligungsgesellschaft Aurelius, die sich auch auf meiner Empfehlungsliste befindet, habe ich ein nicht minderes Interesse an der Berentzen-Gruppe, denn als Aurelius-Aktionär bin ich ja quasi Miteigentümer bei Berentzen, seitdem Aurelius dort im Jahr 2008 eingestiegen ist.

Das Grundkapital von knapp 25 Mio. EUR verteilt sich auf je 4,8 Millionen nennwertlose Inhaber-Stammaktien und ebenso viele Vorzugsaktien. Zum Jahresende 2014 hielt Aurelius 91,21% der Stammaktien und 26,98% der börsennotierten Vorzugsaktien. Zwischenzeitlich gab Aurelius bekannt, weitere Stammaktien erworben zu haben und auch der Vorstandsvorsitzende von Berentzen, Frank Schübel, hat Stammaktien gekauft und sich damit erstmals am Unternehmen direkt beteiligt.

Die jüngsten Meldungen aus dem Unternehmen zeigen, dass der Sanierungskurs greift und Berentzen wieder attraktiv am Markt platziert ist. So waren die Zahlen zum ersten Quartal ziemlich erfreulich: das Konzern-EBIT wurde auf 1,5 Mio. EUR verbessert (minus 1,2 Mio. EUR), das Konzern-EBITDA stieg auf 3,4 Mio. EUR (0,5 Mio. EUR) und beim Konzernumsatz legte man um 5,8% gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu.

Nun wird schon seit einiger Zeit gemunkelt, Aurelius suche nach einem Käufer für seine inzwischen wieder hübschere Tochter. Doch die Trennung des Grundkapitals in Stamm- und Vorzugsaktien erweist sich hier als Hemmschuh und so hat Aurelius kürzlich auf der Hauptversammlung die Zusammenlegung der beiden Aktiengattungen durchgesetzt. Nun werden im Verhältnis 1:1 die Vorzugsaktien in Stammaktien getauscht und anschließend sollen sämtliche Stammaktien im General Standard der Frankfurter Wertpapierbörse notiert werden. Das Grundkapital verändert sich durch diese Maßnahme nicht - wohl aber an der Gewichtung der Berentzen-Aktien an der Börse, denn nun werden ja sämtliche der 9,6 Mio. Stammaktien in die Marktkapitalisierung mit einbezogen, so dass diese nun rund 70 Mio. EUR betragen wird. Das klingt schon interessanter für Kaufinteressenten, zumal Aurelius ja auch nach der Zusammenlegung über mehr als 50% der Stammaktien verfügt und ein Kaufinteressent mit einer Transaktion zum Mehrheitseigner werden könnte.

 Berentzen Vz. (Quelle: comdirect.de)
Dem Aktienkurs von Berentzen ist der erfolgreiche Turnaround und die Zusammenlegung der Aktiengattungen samt der Spekulationen über einen Ausstieg von Aurelius jedenfalls bisher prächtig bekommen und er ist von den 4 EUR zu Jahresanfang auf nunmehr 7,30 EUR in die Höhe geschossen. Auch zur Freude von Aurelius, denn deren rund 5 Mio. Aktien haben ihren Wert von etwa 20 Mio. EUR auf gute 37 Mio. EUR erhöht. Und sollte man einen interessierten Käufer für Berenzten finden, dürfte sich hier eine weitere Prämie ergeben.

Denkbar wäre natürlich auch eine außerbörsliche und ggf. schrittweise Veräußerung an institutionelle Anleger. Allerdings hatte Aurelius 2008 wohl mehr als 3 EUR je Aktie bezahlt und selbst inkl. der teilweise üppigen Dividenden und Zinszahlungen für Kredite, die man Berentzen übergangsweise gewährt hatte, läge man bei Verkaufskursen um die 7 bis 8 EUR meilenweit unter dem Track-Rekord von Aurelius, die bisher im durchschnitt mit ihren Engagements das eingesetzte Kapital in etwas verneunfacht hat.

So oder so, die Aktionäre von Berentzen und von Aurelius können sich freuen, denn die Sanierungsbemühungen bei dem alteingesessenen Spirituosenhersteller tragen zunehmend saftige Früchte.

Mittwoch, 28. März 2012

Berentzen: Plünderung durch Rekord-Dividende

Ich bin ja ein Freund davon, Aktionäre an der positiven Unternehmensentwicklung zu beteiligen und mit Dividenden zu belohnen. Aber was sich gerade bei Berentzen abspielt, ist ein eine Perversion der Gewinnausschüttungsidee sondergleichen. Denn Berentzen, eine Tochter des Beteiligungsunternehmens Aurelius AG, hat angekündigt, der Hauptversammlung am 24. Mai 2012 vorzuschlagen, aus dem Bilanzgewinn für das Geschäftsjahr 2011 die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 0,90 Euro je Vorzugsaktie sowie die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 0,84 Euro je Stammaktie für das Geschäftsjahr 2011 vorzunehmen.

Alleine schon die Formulierung "aus dem Gewinn" ist ein Hohn, denn Berentzen hat gar keinen Gewinn in dieser Höhe gemacht. Und die Dividende der Vorjahre lag zwischen 2000 und 2010 bei durchschnittlich 0,17 EUR (in drei dieser Jahre gab es gar keine Dividende) und zuletzt bei 0,13 EUR, so dass der neue Betrag fast eine Versiebenfachung darstellt. Zum Zeitpunkt der Nachricht lag der Berentzenkurs bei 4,80 EUR und schoss dann in der Spitze bis auf 6,25 EUR hoch - ein Plus von 30%. Abgesehen davon, dass eine Dividendenerhöhung um 0,77 EUR (und die ist ja auch noch zu versteuern, so dass es eigentlich sogar nur 0,58 EUR je Aktie sind), einen Sprung um 1,45 EUR kaum rechtfertigen dürfte, scheinen einige Anleger nur auf die nun optisch hohe Dividendenrendite geschaut zu haben, die mit 14,4% (bei Kurs 6,25 EUR) ja auch verlockend aussieht. Aber der Hund hat doch ein paar Flöhe, bekanntlich Überträger der todbringenden Pest.

Denn Berentzen verdient diese hohe Dividende gar nicht, was bedeutet, dass nach Dividendenabschlag und Versteuerung mit 25% beim Aktionär dessen Investment auch noch deutlich weniger Wert ist, da ja die Gewinnrücklagen deutlich abgeschmolzen werden. Eine solche Ausschüttungspolitik, die deutlich jenseits von 100% des Gewinns liegt, ist unverantwortlich für ein Unternehmen. Hier wird ausschließlich auf die Interessen des Großaktionärs Aurelius AG geschaut, der Kapital aus dem Unternehmen ziehen will - und selbst seine Dividenden nur mit 5% versteuern muss (da die Aurelius eine Kapitalgesellschaft ist), so dass die Rendite der Aurelius AG nach Steuern weit höher ausfällt, als die der normalen Aktionäre.

Es drängt sich der Eindruck auf, dass Berentzen geplündert, dass die Liquidität aus dem Unternehmen gesogen wird. Dies deutet darauf hin, dass Aurelius AG die Berentzen-Gruppe wieder veräußern will und kein Interesse an einer nachhaltigen Entwicklung des Unternehmens hat. Für alle anderen Aktionäre der Berentzen-Gruppe sollten die Alarmglocken schrillen, denn ihr Investment ist in akuter Gefahr. Und die jetzt optisch hohe Dividendenrendite wird im nächsten Jahr wieder eingedampft, da man nicht mehrfach mehr ausschütten kann, als an Gewinnen reingekommen ist. Sonst ist das Unternehmen ganz schnell insolvent. Und Aurelius will Berentzen zwar aussaugen, aber nicht töten, denn dann wäre es kaum noch zu einem akzeptablen Preis zu veräußern.