Nun ist es also passiert: die erste Zinsanhebung der Fed seit 2023. Der neue Fed-Chef Kevin Warsh hat seinen Worten Taten folgen lassen, nachdem er immer wieder betont hatte, Preisstabilität sei der zentrale Auftrag der US-Notenbank neben einem robusten Arbeitsmarkt. Und der Arbeitsmarkt steht ziemlich gut da, während die Inflation wieder und immer stärker zulegt.
US-Präsident Trump hat dann auch nicht lange auf sich warten lassen und eine Schimpfkannonade gegen die Fed losgelassen. Der von ihm selbst ernannte Warsh sei ein "guter Mann", aber er sei umgeben von inkompetenten Wirrköpfen. Die Fed muss (!) die Zinsen auf 1% senken, so Wüterich Trump. Und weiter behauptet er, die Zinserhöhung sei politisch motiviert und alleine gegen ihn persönlich gerichtet. Selbstüberschätzende Irrlichterei!
In der Realität hat die Fed ihren Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf die Spanne von 3,75% bis 4,00% angehoben. Damit folgt sie nur der Inflation, denn die Preisentwicklung zieht gewaltig an. Die Gründe dafür liegen in
- Trumps Strafzöllen, die wie eine Steuer für US-Verbraucher und -Unternehmen wirken,
- Trumps Krieg gegen den Iran, der den Ölpreis über 100 Dollar getrieben hat mit weiter steigender Tendenz,
- Trumps Ausgabenwut, die das US-Defizit ebenso auf Rekordhöhe treibt wie die Verschuldung, die nun bereits über 40 Billionen Dollar liegt, so dass die Neuverschuldung 6% des BIP übersteigt und die Zinsen für die neuen Staatskredite nur noch aus neuen Schulden beglichen werden können.
Trumps wirtschafts- und steuerpolitischer Kamikazekurs ist das Übel, doch Trump zeigt mit dem Finger auf andere. Natürlich. Zuletzt erklärte er allen Ernstes, die hohen Dieselpreise lägen nur daran, dass die Ukraine in ihrem Selbstverteidigungskampf gegen Russland deren Öl-Infrastruktur angreife und zerstöre. Das solle sie doch lieber lassen. Na klar...
Während sich Kevin Warsh nun zunehmend ins Fadenkreuz Trumpscher Attacken bewegt und damit seinem Vorgänger Jerome Powell nacheifert, kommt die Haltung der Fed außerhalb des Weißen Hauses gut an. Dort wird die demonstrierte Unabhängigkeit der US-Notenbang mit Erleichterung aufgenommen, wenngleich höhere Zinsen die Märkte durchaus belasten.
Wie so oft gehen das Positive und das Negative Hand in Hand und es liegt an jedem selbst, wem er folgt. Wobei Optimisten an der Börse auf lange Sicht die Gewinner sind, denn die Märkte steigen öfter als sie fallen und sie steigen stetig an, wenn auch bisweilen unter heftigen Schwankungen.
Optimismus zahlt sich aus. Nicht nur, aber vor allem an der Börse...




















