Am 16.10.1923 legten Walt und Roy Disney den Grundstein für eines der erfolgreichsten Unterhaltungsunternehmen der Welt. Aus einer kleinen Zeichentrickproduktion wurde ein Imperium aus Filmklassikern, Freizeitparks, Fernsehsendern und Streamingdiensten. Doch hundert Jahre nach seiner Gründung steht Disney vor einer neuen Herausforderung: Im Kampf um die Aufmerksamkeit des Publikums muss selbst Mickey Mouse beweisen, dass Magie und wirtschaftlicher Erfolg auch im digitalen Zeitalter zusammenpassen.
Die Geschichte der Walt Disney Company beginnt nicht mit einem riesigen Filmstudio, einem weltberühmten Freizeitpark oder einem der bekanntesten Comicfiguren der Welt. Sie beginnt mit zwei Brüdern, einer Geschäftsidee und einer gehörigen Portion Risikobereitschaft. Am 16. Oktober 1923 schloss Walt Disney einen Vertrag über die Produktion einer Reihe von Kurzfilmen mit Alice-Elementen ab. Sein älterer Bruder Roy kümmerte sich um die geschäftlichen Angelegenheiten. Dieses Datum gilt heute als Gründungstag des Unternehmens, das zunächst unter dem Namen Disney Brothers Cartoon Studio firmierte.
Walt Disney war der kreative Kopf, Roy Disney der kaufmännische Organisator. Diese Aufgabenteilung sollte das Unternehmen über Jahrzehnte prägen. Walt wollte Geschichten erzählen, neue Animationstechniken ausprobieren und das Publikum überraschen. Roy sorgte dafür, dass aus diesen Ideen ein tragfähiges Geschäft wurde. Ohne Walts Fantasie wäre Disney vermutlich nie zu einem kulturellen Phänomen geworden. Ohne Roys finanzielles Geschick hätte das Unternehmen manche seiner ambitionierten Projekte möglicherweise nicht überlebt.
Der Weg zum Erfolg war allerdings keineswegs vorgezeichnet. Walt hatte bereits mit einem eigenen Animationsstudio Rückschläge erlebt. Sein früherer Geschäftspartner Charles Mintz übernahm nach einem Konflikt die Rechte an der Figur Oswald the Lucky Rabbit und beschäftigte zahlreiche der bisherigen Disney-Zeichner. Walt verlor damit nicht nur eine wichtige Figur, sondern musste auch erkennen, wie gefährlich es sein konnte, die Kontrolle über die eigenen kreativen Ideen und deren wirtschaftliche Verwertung aus der Hand zu geben.
Aus dieser Erfahrung zog er Konsequenzen. Die nächste Figur sollte ihm und seinem Unternehmen gehören. Sie hieß Mickey Mouse...





















