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Montag, 4. Mai 2026

[Einfach gedacht] Sell in May? Na klar doch, join the Losers Game...

Die Börsenbewertungen sind hoch und zumindest die US-Börsen feiern neue Rekordstände. Dennoch fühlen sich viele nicht mehr wohl mit den erreichten Kursniveaus und kramen die olle Börsen(un)weisheit des "Sell in may and go away" aus der Mottenkiste.

Das Argument dafür ist die unterschiedliche Börsenentwicklung in den beiden Jahreshälften: die sechs Monate zwischen November und April verbuchen statistisch gesehen deutlich größere Kurszuwächse als der Zeitraum zwischen May und Oktober abwirft. Und dann fallen eine Reihe von finsteren Börsencrashs in den Spätherbst sowie das Platzen der Dotcom-Bubble in den März, so dass es sich in dieser Zeit auch emotional zwiespältig anfühlt, investiert zu sein.

Also ist "sell in may" doch eigentlich ein guter Ratschlag? Ja! Wenn man unbedingt verlieren will...

Dienstag, 10. März 2026

Kissigs Börsengeschichte(n): Am 10.03.2000 markierte die Börse ein neues Rekordhoch, bevor die Dotcom-Blase platzte und die Börsen in den Abgrund riss. Und eine ganze Generation zu Losern machte...

Der 10.03.2000 markierte einen symbolischen Höhepunkt der modernen Börsengeschichte. An diesem Tag erreichte der Technologieindex NASDAQ Composite mit rund 5.048 Punkten ein neues Allzeithoch. In den Jahren zuvor hatte eine außergewöhnliche Börsenrally eingesetzt, die vor allem von Technologie- und Internetunternehmen getragen wurde. Investoren glaubten an eine neue Ära wirtschaftlichen Wachstums, die durch das Internet ausgelöst werden sollte. Die Erwartungen waren enorm, die Bewertungen vieler Unternehmen stiegen in zuvor kaum vorstellbare Höhen. Doch nur kurze Zeit nach diesem historischen Höchststand begann eine dramatische Kurskorrektur, die schließlich zum Platzen der Dotcom-Blase führte. Und innerhalb von gut zwei Jahren verlor der NASDAQ 100 fast vier Fünftel seines Wertes.

Das Entstehen und das Platzen dieser Spekulationsblase zählen bis heute zu den eindrucksvollsten Beispielen für die Dynamik von Finanzmärkten, technologischer Innovation und wirtschaftlicher Euphorie. Und obwohl so viel aus den damaligen Fehlern zu lernen ist, wird bereits die nächste Spekulationsblase aufgepumpt - der Mensch kann einfach nicht die Finger davon lassen...

Dienstag, 4. November 2025

Börsenweisheit des Tages | 04.11.2025

"Der Anlageerfolg besteht zu zwei Dritteln daraus, Fehler zu vermeiden."
(Ken Fisher)

Mittwoch, 29. Oktober 2025

Börsenweisheit des Tages | 29.10.2025

"Stop-Losses garantieren keinen Schutz gegen Verluste. Sie erhöhen sogar die Chancen, Kursgewinne zu verpassen, und sie steigern definitiv die Transaktionskosten."
(Ken Fisher)

Dienstag, 14. Oktober 2025

Peter Lynch warnt: Markttiming frisst unnötig Geld und Rendite. Einfach zu dumm...

Die Börsenkurse steigen immer. So sieht es aus, wenn man sich die Entwicklung von S&P 500 oder DAX über einen langen Zeitraum ansieht. Klar, zwischendrin gibt es immer mal Rücksetzer, aber auf lange Sicht fallen die kaum ins Gewicht. In der Rückschau, wohlgemerkt, denn die Kurseinbrüche waren zu ihrer Zeit bisweilen dramatisch: 1929 mit annähernd 90 % oder 1987 mit einem Verlust von mehr als 22 % an nur einem einzigen Tag, dem "schwarzen Montag" am 19. Oktober. Zudem gibt es regelmäßig heftige Korrekturen, wie beispielsweise 2011, als es fast 40 % abwärts ging. Jedenfalls vorübergehend, auch dank des billigen Geldes der Notenbanken. Anfang 2016 und Ende 2018 gab es ebenfalls heftige Einbrüche und 2021 folgte ein rund anderthalb Jahre anhaltender Bärenmarkt, bevor eine neue Hausse einsetzte, die (beinahe) Anfang April 2025 durch Don Trumps Zollkriegserklärungen gekillt wurde.

Das zugrundeliegende Muster ist klar: es geht längere Zeit eher gemächlich nach oben und dann tritt irgendwann ein emotional getriebenes, panikartiges Kursmassaker auf. Und auf ein solches warten Anleger derzeit wieder, denn seit dem letzten Tiefpunkt zogen die Aktienbörsen bereits stark an entlang der "Wall of Worries". Und dieser Aufschwung wird überwiegend von einigen wenigen BigTechs getragen und gehypten KI-Aktien, so die Kritik, die die Befürchtung auf eine weitere Börsenblase nährt.

Dabei ist zu bemerken, dass die Volatilität der Märkte grundsätzlich zugenommen hat, also dass die Kursausschläge extremer werden, in beide Richtungen. In Deutschland gibt es den VDAX, der die Volatilität misst. Und wenn wir diesen betrachten, so weist er - erstaunlicherweise - seit Monaten ein niedriges und sinkendes Niveau auf; er ist geradezu entspannt, von kurzen Ausreißern nach oben einmal abgesehen. Und das, wo weltweit Krisen toben, Inflations- und Zinssorgen die Börse umtreiben und Rezessionsängste die Stimmung belasten. Doch die Börsianer blieben entspannt - wenn sie schlau(er) waren…

Freitag, 2. August 2024

Kissigs Aktien Report: Enteignung durch StaRUG-Verfahren - (nur) so können Aktionäre sich schützen

Im Rahmen meiner Kooperation mit dem 'Aktien Report' von Armin Brack nehme ich mir in unregelmäßigen Abständen interessante Unternehmen und Themen vor. Die Ausgaben des 'Aktien Reports' und/oder 'Geld Anlage Reports' erreichen ihre Leser samstags kostenlos und 'druckfrisch' per Email und man kann sich ▶ hier beim 'Geld Anlage Report' anmelden. Bonbon für die Leser meines Blogs: einige Tage später darf ich die Artikel dann auch hier veröffentlichen.

Aktien Report Nr. 174 vom 26.07.2024

Dienstag, 9. Juli 2024

Börsenweisheit des Tages | 09.07.2024

"Wie wir alle in der dritten Schulklasse lernten – und manche von uns noch einmal 2008 – verdampft jede Serie positiver Zahlen, egal wie beeindruckend, wenn sie mit einer einzelnen Null multipliziert wird. Die Finanzgeschichte lehrt, dass Leverage leider oft Nullen produziert, auch wenn er von cleveren Leuten angewendet wird."
(Warren Buffett)

Mittwoch, 14. Februar 2024

Buffett warnt: Spekuliere niemals auf Kredit, denn Kredit ist wie Sauerstoff!

Fremdfinanzierung ist ein wichtiges Treibmittel unseres Wirtschaftssystems. Unternehmen nutzen Fremdkapital, der Staat begibt Anleihen, Privatleute finanzieren Möbel, Autos, Häuser über Kredite. Weshalb sollten Anleger nicht auch auf Kredite zurückgreifen, um an der Börse zu spekulieren? Immerhin gibt es speziell zugeschnittene Wertpapierkredite, bei denen man zu vergleichsweise attraktiven Zinskonditionen Kredit erhält gegen Verpfändung von Wertpapieren. Also eigentlich eine sichere Sache, oder?
»Kredit ist wie Sauerstoff. Ist er vorhanden, bleibt seine Anwesenheit unbemerkt. Fehlt er, ist das alles, was bemerkt wird. Schon eine kurze Phase ohne Kredit kann ein Unternehmen in die Knie zwingen.«
(Warren Buffett)
Jedenfalls so lange, bis die Aktienkurse zu fallen beginnen. Denn dann sinkt auch der Wert der als Sicherheit hinterlegten Papiere und wenn er unter den des Kreditbetrages fällt, fordert die Bank zum Nachschießen auf (sog. Margin Call). Dann muss man entweder frisches Geld auftreiben, um den Kreditbetrag zu senken, oder Wertpapiere veräußern. Das klingt extrem ungeil. Ist es auch...

Freitag, 27. Oktober 2023

Ken Fisher mahnt: Dividendenrenditen sind manchmal auch mit Vorsicht zu genießen

Immer mehr Anleger setzen auf passive Einkommensströme, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten oder ihre Rente aufzupolstern. In Zeiten niedriger Zinsen gingen Anlegern die Alternativen für rentierliche Anlagen aus, inzwischen bekommt man für Geldanlagen wieder Zinsen und auch Anleihen werfen einiges ab, wobei die Inflation die Erträge wieder wegfrisst.

Als charmante Möglichkeit bietet sich an, auf dividendenstarke Aktien zu setzen, um so eine attraktive Verzinsung zu erzielen. Doch so ganz ohne Risiko ist auch dieser Weg natürlich nicht und es gibt Einiges zu beachten...

Montag, 11. September 2023

Kissigs Kunstfehler: Weshalb Kursraketen auch mal Gift für die Rendite sein können...

Aktien, deren Kurs sich innerhalb weniger Monate oder manchmal auch nur Wochen verdoppelt, lassen Anlegerherzen höher schlagen und nicht wenige Börseninteressierte sind stets auf der Suche nach diesen 'Hot Stocks'.

In den Depots von Value Investoren finden sich solche Aktien eher selten; sie graben die langweiligen, unterbewerteten Aktien aus, deren Kurs vor sich hin dümpelt und irgendwann einmal von der Börse entdeckt wird. Das geschieht zumeist eher gemächlich und ist mit langsamen Kursanstiegen verbunden. Doch manchmal erwischt man eine solche Aktie und dann erfreut man sich an deren Kursfeuerwerk und sieht die Euroscheine zu Bergen wachsen.

Diese schnellen und starken Kurssteigerungen sind einerseits erfreulich (und einträglich), andererseits bringen diese Kursexplosionen auch ein nicht zu unterschätzendes Problem mit sich. Jedenfalls für mich...

Samstag, 12. August 2023

Kissigs Kunstfehler: Warum ich mich an der Börse öfter mal bremsen muss. Und wie...

Es gibt viele Börsenweisheiten und Bonmots berühmter Investoren und doch stelle ich leider viel zu häufig im Nachhinein fest, dass ich eine ganz entscheidende mal wieder nicht beherzigt habe: cool bleiben. Das ist ärgerlich und nicht selten kostet mich das Geld, weil ich entweder total aufs falsche Pferd gesetzt habe, oder mich mit einem Investment einfach nicht wohl fühle. Und es deshalb verkaufe, mit den entsprechenden Folgen wie Gebühren und Spesen und, im besseren Fall, mit Steuern auf den Gewinn.

Grundsätzlich sollte man langfristig investieren und nicht schnell kaufen und verkaufen. Denn dieses schnelle Hin- und Her ist einer der häufigsten Anfängerfehler und einer, den man sich noch am einfachsten sparen kann. Man muss schlicht bei der Auswahl seiner Investments behutsamer vorgehen, sich selbst ein wenig bremsen. (Viel) mehr braucht es nicht. Eigentlich...

Freitag, 4. August 2023

Benjamin Graham lehrt uns: Kümmere dich zuerst um das Risiko und dann um die Rendite!

Herausragende Erfolge an der Börse feiert man, wenn es einem gelingt, Aktien zu einem Kurs deutlich unterhalb ihres wirklichen Werts zu kaufen. Und dann geduldig auf den Kursanstieg zu warten, der irgendwann fast zwangsläufig erfolgt, wenn an der Börse diese Unterbewertung registriert und folgerichtig abgebaut wird.

Nun liegt es allerdings in der menschlichen Natur, lieber mit der Herde zu ziehen, als sich gegen den Strom zu stellen. Durch die Börsenbrille betrachtet, agieren Anleger eher wie Lemminge als wie Leitwölfe. Und daher schneiden sie beim Stock-Picking zumeist noch schlechter ab als die Profis. Es ist halt einfacher, den angesagten Aktien hinterherzulaufen, als sich für die hässlichen, ungeliebten Mauerblümchen zu erwärmen.
»Ein Investment liegt immer dann vor, wenn nach einer gründlichen Analyse in erster Linie Sicherheit und erst im Anschluss daran eine zufriedenstellende Rendite steht.«
Dabei sind gerade sie es, die außergewöhnliche Renditechancen versprechen. Wenn man denn nicht voll ins Drecksloch greift, genauer gesagt, in eine Value Trap tritt. Doch was ist so eine Wertfalle und wie erkennt man den Unterschied zwischen weitgehend wertlosem Aktien-Katzengold und dem wirklichen Aktien-Goldfund?

Sonntag, 2. Juli 2023

[Kissigs Börsenlexikon] Der Wertpapierkredit - Fluch und Segen eines gehebelten Depots

Ein Wertpapierkredit (auch Effekten-Lombardkredit) ist eine besondere Form des  Kredits, denn seine Besicherung erfolgt durch die Wertpapiere in einem Depot - umgangssprachlich werden diese verpfändet. Die Höhe des Kreditrahmens errechnet sich hierbei an dem Kurswert der zugrunde liegenden Wertpapiere und schwankt daher. Zinsen fallen allerdings nur für den Betrag an, der auch als Kredit in Anspruch genommen wurde, nicht für den maximalen Höchstbetrag des eingeräumten Wertpapierkredits.

Zusätzlich verlangen Banken einen Abschlag auf diesen Kurswert als Risikopuffer für den Fall, dass die Wertpapierkurse fallen; somit soll sichergestellt werden, dass die Sicherheit für den Kreditbetrag ausreicht. Inländische Aktien werden z.B. mit 60% ihres Kurswertes angerechnet, ausländische Aktien mit 50%, Optionsscheine oder Derivate gar nicht. Eine regelmäßige Tilgung des Wertpapierkredits erfolgt nicht, sondern die Summe wird bei Verkauf der Wertpapiere zurückgezahlt (oder durch Einzahlung von Cash in den Kredit); die Zinsen werden allerdings regelmäßig in Rechnung gestellt.

Der Charme eines Wertpapierkredits besteht in seiner Hebelwirkung - die wirkt allerdings in beide Richtungen und daher sollten sich Anleger vorab äußerst gründlich Gedanken über seine Verwendung machen. Und zwar vor allem über die Risiken, denn die Chancen sorgen für sich selbst...

Montag, 29. Mai 2023

Hör auf Warren Buffett und investiere niemals außerhalb Deines "Circle of Competence"

Investieren ist kein Spiel, sondern der ernsthafte Versuch, sich ein Vermögen aufzubauen, seine Altersversorgung abzusichern jenseits der löchrigen Versprechungen der gesetzlichen Rentenzusagen. Und deshalb sollten Anleger auch stets bemüht sein, so wenige Fehler wie möglich zu machen. Denn schon der große Stratege Sunzi lehrte bereits vor mehr als 2.500 Jahren: "Keine Fehler zu machen, ist die Gewissheit des Sieges. Denn es bedeutet, einen Gegner zu schlagen, der bereits geschlagen ist". Für Anleger ist der Gegner der Markt, die Börse, die anderen Anleger. Die haben nichts zu verschenken und der Markt ist gnadenlos, er hat kein Mitleid mit Dummen, mit Unwissenden, mit Ignoranten und daher sollten Anleger so viel möglich dafür tun, nicht zu diesem Kreis zu gehören - denn aus deren Geld speisen sich die Gewinne der Cleveren. Oder wie Warren Buffetts kongenialer Partner Charlie Munger es ausrückte: "Lägen die anderen nicht so oft falsch, wären wir nicht so reich". Nicht unbedingt charmant, aber ziemlich treffend.

Eine weitere Analogie aus der Strategiekiste ist, dass man sich immer ein Schlachtfeld suchen sollte, bei dem die Vorteile auf der eigenen Seite liegen. Also die höhere Position und die Sonne im Rücken. Und Buffetts Rat, seinen 'Circle of Competence' genauestens abzustecken und sich auf die Unternehmen innerhalb dieses Kompetenzbereichs zu konzentrieren, überträgt dieses Erfolgskonzept auf das Investieren...

Freitag, 5. Mai 2023

Renditekiller Ankereffekt: Passiert fast jedem, ganz unbewusst. Ist aber echt teuer...

Psychologie hat einen enormen Einfluss auf unsere Entscheidungen, auch an der Börse. André Kostolany meinte sogar, die Börsenkurse würden zu 90 % von psychologischen Faktoren beeinflusst. Grund genug, sich als Anleger mit "Behavioral Finance" (Verhaltensökonomie) zu beschäftigen und dabei einem Phänomen auf die Schliche zu kommen, das so natürlich zu unserem Lebensalltag gehört, dass wir es gar nicht mitbekommen. Und das uns viel Rendite kostet, wenn wir uns nicht bewusst dagegen zu Wehr setzen: der Ankereffekt.

Sonntag, 9. April 2023

Konzentrier Dich: Warren Buffett rät Anlegern zum Diversifizieren. Aber nicht zu sehr...

Die Börse lebt von Extremen, Langeweile und Ruhe liegen ihr nicht. Und damit befriedigt sie die Bedürfnisse des Menschen nach Abwechslung, nach Aufregung - und seine Gier. Investoren sollten sich bei ihren Investmententscheidungen dieser Gefühle entledigen und sie vielmehr für ihre eigenen Vorteile nutzen. Denn wenn Panik herrscht, werden auch die besten Aktien zu Ausverkaufspreisen auf den Markt geworfen und wenn Gier vorherrscht, erzielen selbst Ramsch-Titel ungeahnte Preise.
»Die Märkte können länger irrational bleiben, als du solvent.«
(John Maynard Keynes)
Die Börse ist alles, nur nicht rational. Und da Übertreibungen auch lange anhalten können, sind sie auch dazu geeignet, Anlegers Geldbörse stark zu schrumpfen. Daher ist es wichtig, seine Anlagen zu streuen, um das Risiko eines Totalverlusts zu verringern. Man sollte nicht zuerst auf die Chancen achten, sondern zuerst die Risiken bedenken.

Sonntag, 29. Januar 2023

Börsenweisheit des Tages | 29.01.2023

"Einer der größten Fehler von Anlegern ist, ihre Gewinneraktien zu verkaufen, um ihre Verliereraktien aufzustocken."
(Ian Cassel)

Freitag, 6. Januar 2023

Kissigs Kloogschieterei: Kurze Gedankenspiele über "the Man in the Arena" oder auch "Skin in the Game"

Nicht nur die politische Arena ist überfüllt mit Leuten, die auf den billigen Plätzen sitzen und sich mit noch billigeren Kommentierungen begnügen, die kloogschieterisch alles besser wissen und alles und jeden kritisieren. Und dabei jeden Beweis schuldig bleiben, dass sie es selbst besser gekonnt hätten oder gar können.

Und das gilt genauso an der Börse. Auch rund um Aktien und Investitionen wissen es viele immer besser. Hinterher. Sie können immer erklären, weshalb Entscheidungen falsch waren, weshalb Aktien zu teuer oder zu billig gewesen sind, weshalb absehbar war, dass sie ins Bodenlose fallen oder in die Höhe schießen würden. Hinterher. Gerade nach einem Börsenseuchenjahr wie 2022.

"Ein Experte ist jemand, der hinterher genau sagen kann, warum seine Prognose nicht gestimmt hat."
(Winston Churchill)

Kritisiert werden dabei zumeist diejenigen, die sich aus der Deckung gewagt haben, die ihre Entscheidungen und Beweggründe frühzeitig und transparent dargelegt und die sich damit auch der Kritik ausgesetzt haben. Vorher. Dabei liegt es in der Natur der Sache, dass in der Rückschau Entscheidungen oft dumm aussehen. Aber nur, weil man ja das Ergebnis kennt und weiß, wie die Entwicklung gelaufen ist. Zum Zeitpunkt der Entscheidung war das noch nicht klar. An der Börse geht es um Wahrscheinlichkeiten, nicht um Gewissheiten, erklärt Ken Fisher.

"Die sicherste Zeit für eine Prognose ist kurz nach dem Ergebnis."
(Winston Churchill)

Ich halte wenig von 'Ich hab's euch ja gesagt-Kritikern', die es einem eben nicht gesagt haben, sondern sich erst hinterher zu Wort melden, wenn das Ergebnis bekannt ist. Mein Respekt gilt (allein) jenen, die sich offen äußern und zu ihren Einschätzungen stehen. Und damit auch ihre Fehlentscheidungen verantworten. Der frühere US-Präsident Theodore Roosevelt nannte solche Menschen "the Man in the Arena"...

Samstag, 19. November 2022

Benjamin Graham wertet Dividenden als Qualitätsmerkmal. Natürlich...

In Zeiten niedriger Zinsen für Spareinlagen und Anleihen gehen Anlegern die Alternativen aus. Immer hört man den Rat, auf dividendenstarke Aktien zu setzen, um so attraktive Renditen zu erzielen. "Dividenden sind der neue Zins" ist gar zu einem geflügelten Werbespruch geworden. Richtig so!?

Benjamin Graham erkannte eine langfristige und zuverlässige Dividendenzahlung sogar als ein besonderes Qualitätsmerkmal für die Auswahl von geeigneten Aktieninvestitionen.
»Einer der überzeugendsten Tests hoher Qualität von Firmen ist eine ununterbrochene Historie von Dividenden, die sehr viele Jahre zurückreicht.«
Doch die Dividendenrendite alleine ist kein Qualitätsmerkmal; auch hier kommt es darauf an, genauer hinzusehen und sich die richtigen Gedanken zu machen, bevor man investiert. Denn hohe Dividendenrenditen können auch unschöne und ggf. teure Begleiterscheinungen haben...

Freitag, 23. September 2022

Börsenweisheit des Tages | 23.09.2022

"Wenn ich nur eine einzige Aktie meiden könnte, dann wäre es die heißeste Aktie in der heißesten Branche, diejenige, die am meisten positive Publicity erhält, diejenige, von der jeder Anleger in der Fahrgemeinschaft oder im Pendlerzug hört - und dem sozialen Druck erliegend, oft kauft."
(Peter Lynch)