"Prognosen sind schwierig, besonders, wenn sie die Zukunft betreffen". Diese weisen Worte
Mark Twains gelten natürlich auch für meinen Ausblick auf das neue Jahr, denn wenn man eine Aussage für die nächsten Monate machen soll, ist es am leichtesten, einfach die Entwicklung der letzten Monate fortzuschreiben. Das klingt in den Ohren der Zuhörer jedenfalls plausibel und nicht per se unmöglich. Aber dann bräuchte ich nichts zu schreiben, was über "alles bleibt wie es ist" hinausgeht - und wenn uns die Geschichte etwas lehrt, dann sich alles stets verändert. Auch und gerade an der Börse. Oder wie es Börsenaltmeister
André Kostolany ausdrückte: "An der Börse ist alles möglich. Auch das Gegenteil".
Also, wagen wir einen groben Blick auf das Jetzt und Hier und auf das, was uns bevorsteht. Das "Fiscal-Cliff" in den USA wurde - zunächst einmal - überwunden und die USA rutschen nicht unmittelbar in eine schwere Rezession ab. Ansonsten hat der alte und neue Präsident eine Reihe von Herkulesaufgaben vor sich, denn das jährliche Staatsdefizit von annähernd 1 Billion USD ist natürlich nicht zukunftsfähig. Dazu gesellen sich eine hohe Arbeitslosigkeit und die Verelendung breiter Schichten der amerikanischen Gesellschaft, während die (Super)Reichen gar nicht mehr wissen, wohin mit ihrem niedrigstbesteuerten Geld. Diese Schieflage und die noch immer darbende US-Konjunktur lasten auf den Börsen wie ein Mühlstein. Allerdings lassen sich erste Anzeichen für Erholungstendenzen absehen, wie z.B. bei den Verkaufszahlen für Automobile oder das langsame Wiedererstarken des US-Immobilienmarktes. Und eine anziehende US-Konjunktur war schon immer ein Wegweiser zu steigenden Börsenkursen.