Der Mai begann erneut schwach, doch zum Ende schloss er versöhnlich. Am Markt weicht die Angst vor einem heftigen Überdrehen der Zinsschraube durch die US-Notenbank, weil der Preisdruck etwas nachlässt, die Konjunktur schwächelt, China seinen Lockdown in Shanghai lockert und damit die Störungen der Lieferketten langsam entwirrt werden. Gleichzeitig trifft man fast nur noch auf Pessimisten, die ellenlange Erklärungen dafür haben, dass alles nur noch schlimmer werden kann. Viel schlimmer. Dazu passt, dass die professionellen Fondsmanager mehr Bargeld horten als in den letzten 20 Jahren zuvor. Doch wie sagte schon André Kostoalany: "Wenn alle Spieler auf eine angeblich todsichere Sache spekulieren, geht es fast immer schief". Aber was könnte schiefgehen? Richtig, die Rezession wird abgeblasen, der Börsencrash bleibt aus und die Aktienkurse beginnen einfach wieder zu steigen. Vielleicht sogar (schon) die niedergeknüppelten High-Growth-Werte. Also nix da mit "Sell in may", der Spruch ist ohnehin renditeschädlich.
Und bisher ist ja auch kaum was passiert. Die Earnings Season offenbarte, dass die Unternehmen noch immer gut verdienen; -1 % ggü. Q1/21, allerdings -14 % ggü. Q4/2021. Die Dividendenausschüttungen sind auf Rekordniveau. Optimismus? Fehlanzeige. Beim Blick nach vorn herrscht Tristesse, es werden sorgenvolle Minen aufgesetzt. Doch wie lehrte uns Börsenlegende Sir John Templeton: "Die Zeiten des größten Pessimismus sind die besten Zeiten, um zu kaufen und die Zeiten des äußersten Optimismus sind die besten Zeiten, um zu verkaufen".
Für die meisten Anleger stellt sich die Frage, ob jetzt (schon) die beste Zeit ist, um mit Aktien wieder ordentlich Geld zu verdienen. Doch das ist die falsche Frage. Die (einzig) richtige Frage lautet, an welchen großartigen Unternehmen man jetzt beteiligt sein sollte. Und davon gibt es einige...








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