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Montag, 12. September 2022

Kissigs Aktien Report: Charlie Munger simplified - Das Geheimnis hinter seinen großen Positionen an Bank of America und Wells Fargo

Im Rahmen meiner Kooperation mit dem "Aktien Report" von Armin Brack nehme ich mir in unregelmäßigen Abständen interessante Unternehmen vor. Die Ausgaben des "Aktien Reports" und/oder "Geld Anlage Reports" erreichen ihre Leser samstags kostenlos und "druckfrisch" im Email-Postfach und man kann sich ▶ hier beim "Geld Anlage Report" anmelden. Bonbon für die Leser meines Blogs: einige Tage später darf ich die Artikel dann auch hier veröffentlichen.

Mittwoch, 2. September 2020

Kissigs Aktien Repot: Buffetts (un-) erklärliche Aktionen bei Airlines, Banken, Gold

Im Rahmen der Kooperation mit Armin Bracks "Aktien Report" nehme ich mir in unregelmäßigen Abständen interessante Unternehmen vor. Die Ausgaben des "Aktien Reports" und/oder "Geld Anlage Reports" erreichen ihre Leser samstags kostenlos und "druckfrisch" im Email-Postfach und man kann sich ▶ hier beim "Geld Anlage Report" anmelden. Für die Leser meines Blogs hat das Ganze auch einen direkten Nutzen; mit einigen Tagen Zeitverzögerung darf ich die Analysen dann auch hier veröffentlichen...

Donnerstag, 2. Juli 2020

Kissigs Portfoliocheck: Darum vertraut Tom Russo sein Geld jetzt lieber JPMorgan Chase an

In meiner Kolumne "Kissigs Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der besten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 95. Portfoliocheck blicke ich Tom Russo über die Schulter, der nach ganz klaren Grundsätzen investiert und durch eine unaufgeregte und fokussierte Anlagestrategie auffällt, die ihm in den letzten 32 Jahren eine durchschnittliche Jahresrenditen von gut 15% einbrachte.

Russo ist fast immer voll investiert und als Anhänger des Focus Investing setzt auf einige wenige Qualitätsunternehmen mit breitem ökonomischen Burggraben ("Moat"). Dabei bevorzugt er die Schwächen und Vorlieben der Menschen und investiert gerne in defensive Konsumwerte, Luxusgüter, Spirituosen.

Auch im 2020er Auftaktquartal knabberte Russo bei den meisten seiner Positionen ein paar Ecken ab, kommt aber dieses Mal zu einer für seine Verhältnisse hohen Turnoverrate von fünf Prozent. Mit dazu beigetragen hat sein Favoritenwechsel im Bankensektor, wo er seine Position an Wells Fargo um 88% reduzierte, während er im Gegenzug bei JPMorgan Chase seine Position massiv ausgebaut hat. Damit geht er eine Wette auf eine Erholung der US-Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte ein - ob diese Wette aufgeht, hängt nicht zuletzt auch an Donald Trump, der verzweifelt versucht, sich eine zweite Amtszeit als Präsident zu sichern und dabei ist ihm das eigene Wohl deutlich näher als das des Landes. "America first" hat ausgedient...

-▶ zum Artikel auf aktien-mag.de

Donnerstag, 16. April 2020

Kissigs Kloogschieterei: Stürmische Berichtssaison - Banks, Advertising, Payment im Blick!?

Es dürfte sich herumgesprochen haben, dass ab Mitte Februar die Wirtschaftsleistung weltweit eingebrochen ist und fast kein Unternehmen davon unberührt geblieben ist. Die Kurse haben mit ihrem massiven Einbruch diese Entwicklung schon vorweggenommen, aber nun folgt der erste Lackmustest, weil die Unternehmen ihre Quartalszahlen präsentieren - und vermutlich nicht wenige ihre Jahresprognose aussetzen oder deutlich senken müssen.

Neben den "üblichen Verdächtigen", wie der Automobilbranche, den Tourimuskonzernen, den Restaurantketten oder den Luftfahrtunternehmen, die erwartbar Katastrophenzahlen vermelden werden, könnte es auch in anderen Bereichen in nächster Zeit lange Gesichter geben. Ich habe mir mal ein paar Gedanken gemacht zum Bankensektor und zu vermeintlichen Gewinnern in der Welt des Digital Payments und der Werbung...

Dienstag, 4. Februar 2020

Kissigs Portfoliocheck: Finanzwerte stehen bei Chris Davis hoch im Kurs und jetzt auch noch Bank of America

In meiner Kolumne "Kissigs Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der besten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 72. Portfoliocheck beschäftige ich mich mit Chris Davis, dessen Familien geführte Investmentfirma Davis Advisors seit ihrer Gründung vor 50 Jahren stets ein und dieselbe bewährte Anlagephilosophie verfolgt: man versteht Aktien als Eigentumsanteile an realen Unternehmen und nicht als Wettscheine auf Kursschwankungen. Daher investiert Davis Advisors viel Zeit und Ressourcen in gründliche fundamentale Analysen der Unternehmen und setzt den Schwerpunkt auf dem Konzept der „Owners Earnings“, das auch Warren Buffett bei der Auswahl von Aktien für Berkshire Hathaway bevorzugt.

Im 3. Quartal 2019 ließ Chris Davis es noch ruhiger angehen und veränderte nur einige Aktienbestände; die Turnoverrate bei Davis Advisors lag bei lediglich einem Prozent. Finanzwerte liegen mit einem Anteil von 40,4% weiter unangefochten an der Spitze, gefolgt von Communication Services mit 13,1%, zyklischen Konsumwerten mit 11,6% und Technologiewerten mit 10,6%. Bei seinen meisten Top-Werten hat er Teilverkäufe vorgenommen, aufgestockt hat er hingegen nur einen einzigen Wert: Bank of America. Wells Fargo ist seine größte Bankenposition und auch Berkshire Hathaway hat er hoch gewichtet. In Buffetts Depot ist Bank of America mit 12,6% der zweitstärkste Wert, während Wells Fargo auf Platz vier es auf 8,9% bringt. Doch Chris Davis folgt mit seinem Kauf von BoA nicht einfach nur Warren Buffett, sondern einem eigenen Plan. Der irgendwie auch mit Wells Fargo zu tun hat…

-▶ zum Artikel auf aktien-mag.de

Disclaimer
Berkshire Hathaway befindet sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Freitag, 6. Dezember 2019

Bill Ackman hält Berkshire Hathaway am Allzeithoch für total unterbewertet. Spinnt der?

Wenn man über den aktivistischen Investor Bill Ackman spricht, muss man sein Armageddon erwähnen: Valeant Pharmaceuticals (heute Bausch Health, WKN: A2JQ1X). Er sah in der kanadischen Pharma-Beteiligungsgesellschaft "das neue Berkshire Hathaway" und kaufte große Anteile an dem Unternehmen, bevor dieses dann total abstürzte - und Milliardensummen von Ackman und seinen Investoren vernichtete.

Dieses Fiasko bedeutet allerdings nicht, dass der frühere Anlegerliebling das Investieren nicht (mehr) drauf hätte. Ebenso wenig, wie ein großer Erfolg nicht belegt, dass Investoren dauerhaft einen goldenden Daumen für Investments hätten. Der Hedgefonds-Manager John Paulson ist das genaue Gegenteil von Ackman: er warnte rechtzeitig vor dem Platzen der US-Immobilienblase und wettete viel Geld darauf - und verdiente Milliarden. Seitdem sieht es allerdings trübe aus, seine weiteren Investments erweisen sich eher als schlecht bis unterdurchschnittlich.

Doch zurück zu Bill Ackman. Aus seiner Verehrung für Warren Buffett macht er keinen Hehl und seit einigen Monaten kauft er auch fleißig Aktien von dessen Beteiligungskonglomerat Berkshire Hathaway [WKN: A0YJQ2]. In seinem nur auf wenige Werte fokussierten Portfolio ist die Buffett-Aktie nach dem Aufstocken im dritten Quartal inzwischen mit mehr als 13% gewichtet. Das macht Ackmann nicht etwa aus Nostalgie oder Verklärung, sondern weil Berkshire Hathaway "derzeit mit einem der größten Abschläge auf seinen inneren Wert seit vielen Jahren" gehandelt würde und das zu einer Zeit, wo sich operative Verbesserungen bei einigen schwächelnden Tochterunternehmen einstellen würden.

Freitag, 1. März 2019

Portfoliocheck: Finanzwerte sind wieder en vogue und Primecap verdoppelt den Einsatz bei der Bank of America

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der besten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

Bei meinem 25. Portfoliocheck blicke ich in das Depot von Primecap Management, die nicht nur drei milliardenschwere Fonds für die Vanguard Group managen, sondern mit den Primecap Odyssey Fonds auch drei "Eigenproduktionen" am Start haben. Damit erzielten sie seit 1985 eine durchschnittliche Jahresrendite von 13,4% und hängten den S&P 500 um 2% pro Jahr ab.

Bei ihren Anlageentscheidungen schauen die Macher von Primecap nicht nur auf die fundamentalen Daten eines Unternehmens, sondern vor allem auch auf seine künftigen Entwicklungschancen und setzen auf einen Macher an der Unternehmensspitze anstelle eines Kollektivs.

Nachdem sie zuletzt bereits bei Wells Fargo auf den frischen Wind eines neuen CEOs gesetzt haben, haben sie nun auch bei der zweitgrößten US-Bank, der Bank of America ihre Position verdoppelt. Und folgen damit Warren Buffett, der ebenfalls stark und zunehmend auf US-Banken setzt...

▶ zum Artikel auf aktien-mag.de

Mittwoch, 15. November 2017

Und was tat sich in Warren Buffetts Depot im 3. Quartal 2017?

Value Investor Warren Buffett, das "Orakel von Omaha", musste für seine Investmentholding Berkshire Hathaway wieder das sog. Formular 13F bei der amerikanischen Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) einreichen. In diesem vierteljährlich vorzulegenden Dokument müssen institutionelle Asset-Manager ab einem verwalteten Vermögen von $100 Mio. ihre Investments in US-amerikanischen börsennotierter Unternehmen stichtagsbezogen offenlegen.

Veränderungen im 3. Quartal 2017
Im abgelaufenen Quartal gab es nur wenige, aber dafür bemerkenswerte Veränderungen an Buffetts Positionen.

Mittwoch, 16. August 2017

Und was tat sich in Warren Buffetts Depot im 2. Quartal 2017?

Value Investor Warren Buffett, das "Orakel von Omaha", musste für seine Investmentholding Berkshire Hathaway wieder das sog. Formular 13F bei der amerikanischen Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) einreichen. In diesem vierteljährlich vorzulegenden Dokument müssen institutionelle Asset-Manager ab einem verwalteten Vermögen von $100 Mio. ihre Investments in US-amerikanischen börsennotierter Unternehmen stichtagsbezogen offenlegen.

Veränderungen im 2. Quartal 2017
Auch im abgelaufenen Quartal gab es einige bemerkenswerte Veränderungen an Buffetts Positionen.

Käufe
Überraschen kam Buffetts 10-prozentiger Einstieg Immobilien-REIT (Real Investment Trust) Store Cap Corp., die sich auf Handelsimmobilien mit mittelgroßen Mietern konzentrieren. Die Sorge, ob die Händler dem zunehmenden Druck seitens des Online-Handels gewachsen sein werden und dem entsprechend die Immobilien ihren (Miet-) Wert erhalten können, hatte den Aktienkurs unter Druck gebracht. Der vergleichsweise günstige Einstiegskurs bei einer attraktiven Dividendenrendite und mittel- bis langfristig stabilen Aussichten, dürften für Buffett der Grund für den Kauf gewesen sein.

Die zweite völlig neue Position ist die von Synchrony Financial, der ehemaligen Finanzsparte von General Electric. Die zunehmende Verschuldungskrise privater Haushalte in den USA hat den Kurs taumeln lassen und auch hier stieg Buffett gegen den Trend ein. Er liebt Kreditkartenfirmen und hält ja auch große Pakete an American Express, Mastercard und VISA.

Montag, 13. März 2017

CoBa, Deutsche Bank: Steigende Zinsen sorgen bei Banken für Gewinne. Und Verluste…

Eines hat Donald Trump schon bewirkt, bevor er überhaupt sein Amt als neuer US-Präsident angetreten hat: die Inflation zieht an und mit ihr die Zinsen. Denn seine angekündigten großen Staatsinvestitionen werden viel Geld kosten, geborgtes Geld, denn die USA sind Defizit-Weltmeister. Unter Obama gab es den Rekord von einer Billion Defizit Haushaltsdefizit - in einem Jahr wohlgemerkt. Davon sind die USA inzwischen wieder weit entfernt, doch dank Trump wird wieder gepumpt.

Hinzu gesellt sich noch der Effekt einer sich erholenden Wirtschaft und insbesondere die darbende US-Öl- und Gasindustrie steht vor einer Renaissance. Hier waren aufgrund des Ölpreisverfalls hunderttausende von Jobs verloren gegangen und Milliarden an Investitionen gestoppt worden. Dieser Trend dürfte sich schnell umkehren und gepaart mit einem wiedererstarkten Ölpreis zieht somit die Inflation an bei sich ebenfalls bessernden Wirtschafts- und Arbeitsmarktdaten. Zeit für die US-Notenbank, die Zinswende einzuleiten und wir können davon ausgehen, dass weitere Zinsanhebungen folgen werden.

Fallende Zinsen waren für die Staatshaushalte ein Segen, denn sie konnten sich immer mehr Geld zu immer niedrigeren Zinskosten leihen. Vor allem deshalb kann Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble erstmals seit mehr als 60 Jahren Haushalte vorlegen, die Überschüsse erzielen und auch die deutschen Staatsschulden senken. Doch andere leiden stark unter den niedrigen Zinsen und ich meine nicht nur die Sparer, die sich mit Nullzinsen herumplagen müssen, sondern Versicherungen, Bausparkassen und Banken. Diese haben in der Vergangenheit viele Kundengelder eingesammelt und das zu vergleichsweise hohen Zinsversprechen, die sie nun nicht mehr erwirtschaften können, weil das Geld für sie selbst kaum mehr Erträge abwirft. Einige Anbieter sind bereits in Existenznot geraten und versuchen sich mit rüden Methoden, der unrentierlichen Altverträge und Kunden zu entledigen.

Samstag, 18. Februar 2017

Und was tat sich in Warren Buffetts Depot im 4. Quartal 2016?

Value Investor Warren Buffett, das "Orakel von Omaha",musste für seine Investmentholding Berkshire Hathaway wieder das sog. Formular 13F bei der amerikanischen Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) einreichen. In diesem vierteljährlich vorzulegenden Dokument müssen institutionelle Asset-Manager ab einem verwalteten Vermögen von $100 Mio. ihre Investments in US-amerikanischen börsennotierter Unternehmen stichtagsbezogen offenlegen.

Veränderungen im 4. Quartal 2016
Auch im abgelaufenen Quartal gab es einige Veränderungen an Buffetts Positionen.

Käufe
Vor allem bei US-Airlines hat Buffett zugegriffen und ist neben den im 3. Quartal eröffneten Positionen eine weitere Positionen eingegangen. So erwarb er 23,8 Mio. weitere Aktien von American Airlines und verdoppelte seine Position, verfünffachte seinen Anteil an United Continental durch den Erwerb von zusätzlichen 24,4 Mio. Aktien und bei Delta Airlines verachtfachte er seine Position sogar durch den Zukauf von 53,7 Mio. Anteilen. Neu ist sein Aktienpaket an Southwest Airlines, wo er 43,2 Mio. Aktien erwarb.

Ich denke, dass diese Airline-Käufe nicht von Buffett selbst initiiert sind. Er hat sich jahrzehntelang gegen Investments in Airlines ausgesprochen, auch wenn sich das Business der US-Airlines in den letzten Jahren natürlich grundlegend verändert hat. Wie sein Partner Charlie Munger ausführte, sei es ähnlich wie bei Eisenbahnen. Auch dies sei jahrzehntelang ein mieses Business gewesen, aber seitdem es nur noch eine Handvoll Anbieter gäbe, habe Berkshire sich hier engagiert. Das spricht dafür, dass Buffett und Munger den Airline-Investments nicht (mehr) grundsätzlich negativ gegenüberstehen. Allerdings war Buffett immer ein Verfechter des konzentrierten Investierens. "Warum sollte ich die zweitbeste Aktie kaufen, wenn ich auch die beste kaufen kann?", ist eines seiner Mantras. Und nun kauft Berkshire Hathaway großflächig Aktien von gleich vier US-Airlines - ein Investmentstil, den Peter Lynch geprägt hat. Daher glaube ich, dass diese Investments auf seine "Leutnants" Todd Combs und/oder Ted Weschler zurückgehen.

Dienstag, 15. November 2016

Und was tat sich in Warren Buffetts Depot im 3. Quartal 2016?

Value Investor Warren Buffett, das "Orakel von Omaha",musste für seine Investmentholding Berkshire Hathaway wieder das sog. Formular 13F bei der amerikanischen Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) einreichen. In diesem vierteljährlich vorzulegenden Dokument müssen institutionelle Asset-Manager ab einem verwalteten Vermögen von $100 Mio. ihre Investments in US-amerikanischen börsennotierter Unternehmen stichtagsbezogen offenlegen.

Veränderungen im 3. Quartal 2016
Auch im dritten Quartal gab es einige Veränderungen an Buffetts Positionen. Die wichtigste vorweg: Buffett hat keine Aktien von Wells Fargo verkauft!

Käufe
Vor allem bei US-Airlines hat Buffett zugegriffen und frische Positionen eröffnet. So erwarb er 21,8 Mio. Aktien von American Airlines im Gesamtwert von $797 Mio., 6,3 Mio. Aktien von Delta Airlines im Wert von $249,3 Mio. sowie 4,5 Mio Aktien von United Continental im Wert von $237,8 Mio.

Des Weiteren kaufte Buffet 106.000 zusätzliche Aktien an Charter Communications und stockte seine Bestände bei VISA, Wabco und Bank of New York Mellon auf. Und auch bei Phillips 66 war Buffett weiter auf der Käuferseite und stockte um gute 2,4% auf bzw. 1,9 Mio. Anteilsscheine.

Sonntag, 6. November 2016

24 Prozent weniger Ergebnis? War Buffett wirklich so schlecht im letzten Quartal?

Auf die Zahlen der Investorenlegende Warren Buffett, dem "Orakel von Omaha", warten Anleger rund um den Globus immer ganz gespannt, hat er doch in seinen zurückliegenden 50 Jahren als Großaktionär und CEO seiner Investment Holding Berkshire Hathaway eine Rendite von annähernd 20 Prozent erzielt. Jahr für Jahr, wohlgemerkt. Und der Kurs der BRK-Aktien stieg von damals etwa $50 auf aktuell etwa $215.000 für eine Aktie der Klasse A - eine Wahnsinnsrendite für die Aktionäre.

Nun hat er Ergebnisse für das dritte Quartal 2016 vorgelegt und das Nettoergebnis fiel um 24% niedriger aus als im vergleichbaren Vorjahresquartal. Man könnte meinen, es reihe sich damit in eine ganze Reihe von schlechten Quartalsergebnissen ein, die an der Wall Street dieser Tage berichtet wurden. Doch ein zweiter Blick auf die Zahlen zeigt durchaus Interessantes und so schauen wir mal auf einzelne, durchaus prägende, Sparten bzw. Tochtergesellschaften.

Eisenbahn/Transport
Und hier sticht die Eisenbahnsparte heraus, wo Burlington Northern Santa Fe (BNSF) einen um 12% auf $1,02 Mrd. zurückgegangenen operativen Gewinn ausweisen muss, da das Frachtvolumen rückläufig ist aufgrund gesunkener Öl-, Gas- und Kohlepreise und daher auch die Preise, die hier vereinnahmt werden können. Diese Rückgänge sind durch andere wichtige Transportgüter, die Autos aus den Fertigungsstätten in Mexiko, (bisher) nicht zu kompensieren.

Versicherungen
Die Versicherungssparte, die u.a. den Versicherer Geico Corp. und den Rückversicherer Generel Re umfasst, erzielte ein operatives Investment-Einkommen von $850 Mio., während der operative Gewinn um 35% auf $272 Mio. sank.

Energie
Erfolge gab es in der Energiesparte Berkshire Hathaway Energy (vormals MidAmerican Energy), die $932 Mio. an Profiten ausweisen kann ggü. $786 im Vorjahresquartal. Die Sparte betreibt Kraftwerke in Großbritannien, Gaspipelines zwischen den großen Seen im Norden der USA bis runter nach Texas und hat Tochtergesellschaften u.a. in Iowa und Nevada. Dabei legt sie auch immer mehr den Fokus auf regenerative Energien, vor allem Solarenergie.

Sonderfaktoren und Sonstiges
Im dritten Quartal konnte BRK $2,35 Mrd. an Investmentgewinnen ausweisen, was deutlich unter den Vorjahreswerten liegt. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass dieses Ergebnis einerseits durch den Verkauf der Tochter Wrigleys an Mars um rund $1,6 Mrd. aufgehübscht wurde, während im Vorjahresquartal noch ein $4,4 Mrd. Sonderertrag zu Buche schlug aus dem KraftHeinz-Zusammenschluss. Daher sollte man den 24-prozentigen Rückgang des Nettoergebnisses auch nicht überbewerten, denn die Sondereinflüsse prägen diese Momentaufnahme doch deutlich und werden beim nächsten Vorjahres-Quartalsvergleich eine Rolle mehr spielen.

»Solange unsere Investments in jedem Jahr 15 Prozent zulegen, mache ich mir um Quartalszahlen keine Sorgen.«
(Warren Buffett)

Und dann war da noch Wells Fargo und es steht die Frage im Raum, was Buffett mit seinen Wells Fargo-Aktien gemacht hat. Die Antwort hierauf gibt der Quartalsbericht nicht, hier müssen wir uns noch einige Wochen gedulden, bis Buffett sein 13F-Formular mit seinen zum Quartalsende aktualisierten Aktienbeständen bei der amerikanischen Börsenaufsicht SEC einreichen muss. Dann werden wir sehen, ob und wie sein bisheriger 10-Prozentanteil an Wells Fargo sich verändert hat und dann wird Buffett auch Rede und Antwort stehen und seine Sicht auf den Wells-Fargo-Skandal öffentlich darlegen. Es bleibt also spannend...

Der Buchwert je Aktie, auf den Buffett ja immer abstellt als Gradmesser für seinen Unternehmenserfolg, war natürlich durch den massiven Einbruch bei Wells Fargo geprägt. Er erreichte per 30. September einen Wert von $163.783 je Aktie (Klasse A) und legte damit um 5,3% ggü. dem Vorjahreswert zu.

Meine Einschätzung
Berkshire Hathaway befindet sich auf meiner Empfehlungsliste. Allerdings seit einiger Zeit nur noch als Halteposition, weil die starke Abhängigkeit vom Versicherungsgeschäft meines Erachtens immer größere Risiken birgt. Und über diese Sparte sagte Buffet selbst, dass sie in den nächsten Zehn Jahren "nicht mehr so gut laufen werde wie in den letzten 30 Jahren". Ich bewerte es daher positiv, dass Buffett sein Engagement in diesem Bereich reduziert und im Gegenzug seine Konsumgüter- und Industriebeteiligungen erheblich ausbaut, nicht nur durch die $37 Milliarden schwere Übernahme von Precision Castparts oder seinen Duracell-Procter & Gable-Tausch. Allerdings schwächelt die Eisenbahnsparte, die Tochter BNSF, da sie stark vom Transport von Kohle und für die US-Öl- und Schiefergasindustrie abhängt, so dass unter dem Strich Berkshire Hathaway eine gute Halteposition für langfristig orientierte Anleger bleibt. Sie ist inzwischen wie ein Fonds der erfolgreichsten Unternehmen der USA.

Sonntag, 2. Oktober 2016

Und was macht Warren Buffett mit seinen Wells Fargo-Aktien?

Ich hab mal einfach gedacht, was Warren Buffett wohl mit seinen Wells Fargo-Aktien anstellen wird angesichts des aktuellen Skandals. Denn Warren Buffett liebt Wells Fargo, jedenfalls war das bisher so. Die amerikanische Großbank, die kein bwz. kaum Investment-Banking betreibt, sondern sich auf das klassische Bankgeschäft konzentriert, war lange Zeit die größte Beteiligung in Berkshire Hathaways Aktien-Portfolio, bevor sie durch The Kraft Heinz. Co abgelöst wurde, als Buffett Heinz Ketchup und Kraft Foods fusionierte. Ende des zweiten Quartals 2016 hielt Buffett rund 480 Mio. Aktien von Wells Fargo in einem Gesamtwert von $22,7 Mrd. und das machte immerhin 17,5% an Buffetts Gesamtportfolio aus.

Seitdem ist der Aktienkurs von Wells Fargo stark eingebrochen, weil man in einen Skandal verwickelt ist. Dabei geht es um das Provisionssystem und dessen Anreize, das Mitarbeiter genutzt haben, um mehr als 2 Mio. gefälschte gebührenpflichtige Konten im Namen von (unwissenden) Kunden zu eröffnen, woraufhin sie ihre von der Bank gesteckten Ziele erreichten bzw. übererfüllten und fette Prämien einsackten. 5.000 Mitarbeiter haben daraufhin bisher ihren Job verloren. Das eigentliche Problem für Wells Fargo liegt neben der öffentlichen Schmach, der Strafe von 185 Mio., die man aufgebrummt bekam, und dem massiven Image- und Vertrauensverlust darin, dass das einst hoch gelobte Anreizsystem von Wells Fargo wohl nicht (länger) funktioniert. Und dass die Kontrollsysteme der Bank versagt haben und einer Erneuerung bedürfen. Darüber hinaus fürchten manche wohl den "Deutsche Bank-Effekt", dass also nach einem ersten Skandal und dem notwendigen genaueren Hinsehen immer wieder neue, bisher unter Verschluss gehaltene, Skandale  und Skandälchen aufpoppen. Nun, Banker haben kein hohes Ansehen mehr, vorsichtig ausgedrückt, und sie haben es spätestens seit der Finanzkrise auch zurecht.

Der Blick richtet sich auf Warren Buffett
Als vor vielen Jahren die US-Investmentbank Salomon Bros. in Schieflage kam, kam ihr Warren Buffett zu Hilfe, weil er vom Management und der Bank überzeugt war. 1991 musste er deshalb vor einem Kongressausschuss aussagen und äußerte sich dahingehend, dass er gnadenlos durchgreifen werde, sollten Mitarbeiter den Ruf ihres Arbeitgebers auf Spiel gesetzt haben. Später sagte er einmal, das sei mit die schwerste Zeit seines Lebens gewesen, weil er starken öffentlichen Anfeindungen ausgesetzt war und sich die beteiligten Banker als weit weniger ehren- und vertrauensvoll erwiesen, als Buffett gedacht hatte. Und Buffett legt extrem großen Wert auf Seriosität bei den Managern der Unternehmen, in die er investiert.

»Man braucht 20 Jahre, um sich einen guten Ruf aufzubauen, und nur 5 Minuten, um ihn zu verlieren. Wer das beherzigt, handelt bewusster.«
(Warren Buffett)

Als größter Aktionär von Wells Fargo kommt ihn in der aktuellen Phase wieder eine entscheidende Rolle zu und auf die Frage, was er von alledem halte, äußerte sich Buffett zurückhaltend. Er habe ein Telefonat mit dem Vorstandsvorsitzenden von Wells Fargo, John Stumpf, geführt und ihm gesagt, dass das Problem größer sei, als Stumpf annehme. Stumpf habe ihm zugestimmt, das Thema zunächst unterschätzt zu haben. Buffett wird sich darüber hinaus öffentlich aber erst im November äußern, wenn Berkshire Hathaway seinen quartalsweisen Depotbericht offenlegen wird (sog. 13-F-Formular). Das hindert uns natürlich nicht daran, unsere eigenen Überlegungen anzustellen und was Buffett wohl tun wird und vielleicht schon tut.

 Wells Fargo Co. (Quelle: finanzen.net) 
Und was tut Buffet nun?
Verglichen mit dem Stand vom 30. Juni hat Buffetts Aktienposition mehr als $1,5 Mrd. eingebüßt. Doch das interessiert den Börsenaltmeister nicht, das ist nicht auf seinem Investment-Radar. Er schaut auf ganz andere Dinge.

Klar ist jedenfalls, dass er als größter Aktionär mit einem Anteilsbesitz vom rund 10% nicht einfach seine Aktien auf den Markt werfen kann, dann würde der Aktienkurs ins Bodenlose abstürzen. Der Aktienkurs hat seit Bekanntwerden des Skandals von $51 auf $44 nachgegeben, also fast 15%. Das spricht nicht für massive Verkäufe von Buffett. Im Gegenteil, ich vermute, dass Buffett seinen Bestand an Wells Fargo aufstockt.

Kauft Buffett zu?
Er hat ein Gespräch mit dem CEO geführt und sich dabei wohl der Glaubwürdigkeit und Aufrichtigkeit des Managements versichert. Das ist ihm sehr wichtig. Und er wird sich erst in einigen Wochen äußern, wenn ohnehin jeder sieht, was Buffett in Bezug aus Wells Fargo unternommen hat. Das deutet alleine weder auf Zukäufe noch Verkäufe hin, doch Buffett handelt nach klaren Prinzipien und hier dürften eine ganz entscheidende Grundregel seiner Investment-Philosophie greifen.

Warren Buffet wurde einmal gefragt, welche Aktie er wählen würde, könnte er in seinem ganzen Leben nur eine einzige kaufen. Und seine Antwort war: Wells Fargo. Aktien dieser Bank hat er erstmals gekauft, als sie vor langer Zeit bereits einmal durch trübe Wasser schlingerte und er hat seitdem seine Position immer weiter aufgestockt. Und ich denke, er wird dies auch heute tun. Denn eine von Buffets goldenen Investmentregeln lautet: "Große Anlagemöglichkeiten kommen immer dann, wenn hervorragende Unternehmen vorübergehend in schwieriges Fahrwasser geraten und deshalb unterbewertet werden". Für Buffett ist und bleibt Wells Fargo ein hervorragendes Unternehmen, seine Rentabilität sucht ihresgleichen und ihr Verhalten vor, während und nach der Finanzkrise ist vorbildlich, auch wenn sie insbesondere dank der Übernahme von Wachovia auch Negativschlagzeilen produzierte. Was allerdings mit dem negativen Gebahren anderer US-Bankinstitute kaum mithalten kann.

Meine Einschätzung
Ich bin überzeugt davon, dass Buffett Wells Fargo die Treue halten wird. Und dass er aktuell auf der Käuferseite zu finden ist und sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen wird. Immerhin sitzt er aktuell auf rund $70 Mrd. an Liquidität, die er investieren kann und will. Dass ihm dieser Skandals die Möglichkeit bietet, seine Lieblingsaktie statt zum 2014er Höchstkurs von $58 zu $44 zu kaufen, also fast 25% niedriger, dürfte sein Herz höher schlagen lassen. Und wir können sicher sein, dass Buffett dafür Sorge tragen wird, dass die Bank den Skandal offensiv aufarbeiten und abstellen wird und dass sie wieder zu der seriösen Bankinstitution wird, als die sie bekannt war. Für Buffett ist Wells Fargo ein hervorragendes Unternehmen, das vorübergehend in schwieriges Fahrwasser geraten ist. Und das ist für ihn immer ein Kaufgrund. Und Anleger sind selten schlecht damit gefahren, wenn sie auf Buffets Rat hörten...

Berkshire Hathway befindet sich auf meiner Empfehlungsliste und ist dort die älteste meiner Empfehlungen. Zu Zeit sehe ich sie als Halteposition, da mir die große Abhängigkeit vom Finanzsektor, vor allem von der Versicherungsbranche, nicht behagt. Hier hat Buffet schon gegengesteuert und einen Teil seiner Versicherungsaktivitäten verkauft; und die letzten Zukäufe fanden allesamt im industriellen Sektor statt und damit wird Berkshire Hathaway (wieder) breiter aufgestellt, was ich sehr befürworte.


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ERGÄNZUNG VOM 13.10.2016
Kurz vor Bekanntgabe der Quartalszahlen ist John Stumpf zurückgetreten, CEO und Chairman von Wells Fargo. Neuer CEO wird der für das operative Geschäft Verantwortliche Tim Sloan.


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ERGÄNZUNG VOM 11.11.2016
Seit heute ist klar, dass Buffett keine einzige Aktie von Wells Fargo verkauft hat, wie er CNBC im Interview verriet.

Dienstag, 17. Mai 2016

Und was tat sich in Warren Buffetts Depot im 1. Quartal 2016?

Value Investor Warren Buffett, das "Orakel von Omaha",musste für seine Investmentholding Berkshire Hathaway wieder das sog. Formular 13F bei der amerikanischen Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) einreichen. In diesem vierteljährlich vorzulegenden Dokument müssen institutionelle Asset-Manager ab einem verwalteten Vermögen von $100 Mio. ihre Investments in US-amerikanischen börsennotierter Unternehmen stichtagsbezogen offenlegen.

Veränderungen im 1. Quartal 2016
Auch im ersten Quartal gab es einige Veränderungen an Buffetts Positionen, dessen börsennotierte Aktienpositionen von $131,86 Mrd. auf $128,57 Mrd. sanken. Allerdings ist hierfür nicht nur die allgemeine Börsenverfassung verantwortlich, sondern auch Einmaleffekte. Denn seine bisherige siebtgrößte Position Procter & Gamble, die Ende 2015 noch $4,2 Mrd. ausgemacht hatte, sucht man nun vergebens in Buffetts Portfolio. Was "einfach" daran liegt, dass im ersten Quartal nun endlich der lang erwartete Tausch seiner P&G-Aktien in Duracell erfolgt ist - und Berkshire Hathaway einen hohen Einmalertrag brachte. Andererseits ist Duracell nicht börsennotiert, so dass der Wert dieser Beteiligung nicht (mehr) in der Übersicht auftaucht.

Eine weitere Neuerung ist, dass Wells Fargo nicht mehr die Nummer 1 in Buffetts Depot ist - sie wurde von der vormals zweitgrößten Beteiligung The Kraft Heinz Co. überholt, die erst seit dem dritten Quartal 2015 "an Bord" ist, als Buffetts nicht (mehr) börsennotierte Heinz Ketchup den Nahrungsmittelgiganten Kraft Foods übernahm und beide als Gemeinschaftsunternehmen nun wieder an der Börse notieren. Käufe oder Verkäufe hat Buffett bei beiden Unternehmen nicht getätigt, der Tausch des Spitzenplatzes liegt alleine an der sehr unterschiedlichen Kursentwicklung der beiden Aktien.

Montag, 9. Mai 2016

Investor-Update: Clere, DBAG, Leifheit, Triangle Capital, Wells Fargo

Im Investor-Update notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

Unternehmensergebnisse geben weiter den Ton an
Die Unternehmensergebnisse sorgen weiterhin für starke Kursschwankungen und die Börsen wenden sich zunehmend dem Entscheid der Briten über den Verbleib in bzw. Austritt aus der EU zu ("Brexit"). Die Nervosität wird wieder spürbarer und da wir nun auch den Wonnemonat Mai eingeläutet haben, erinnert sich so mancher an die alte Börsenweisheit "Sell in may and go away". Da im Jahresverlauf bisher kaum Gewinne eingefahren wurden mit den großen Indizes, ist hier nicht viel in Sicherheit zu bringen. Dennoch dürften die nächsten Monate bis in den Herbst hinein zumindest keine ganz einfachen werden. Die Cashquote etwas hochzufahren, um bei guten Gelegenheiten zugreifen zu können, dürfte wohl keine ganz falsche Entscheidung sein.

 Quelle: CNN Money - Fear and Greed Index 
Fear-and-Greed-Index gibt weiter nach
Der Angst-und-Gier-Index sinkt weiter von 64 auf 61 Punkte und nähert sich zusehends dem neutralen Bereich. Von überschäumendem Optimismus kann jedenfalls keine Rede sein und das zeigt eine gesunde Einstellung der Börsenteilnehmer. Realitätssinn schadet auch an der Börse nicht und gerade die Blue Chips sind weiterhin eher ambitioniert bewertet, zumal die Unternehmensgewinne doch eher verhalten ausfallen und die Bäume nicht (mehr) in den Himmel wachsen.

Im Bereich der Nebenwerte finden sich jedoch durchaus Perlen, deren Potenzial noch nicht erkannt wurde oder noch nicht ausgeschöpft ist, also Werte, die unterhalb des Radars großer Investoren und des Börsen-Mainstreams liegen, und/oder die sich in Sondersituationen befinden. Wie beispielsweise in Turnaroundsituationen. Hier habe ich zuletzt wieder verstärkt investiert, auch wenn man um tiefer gehende Analysen und Bewertungen anhand der Geschäftsberichte nicht herumkommt und einen erhöhten Aufwand betreiben muss, da weniger Informationen "einfach so" im Netz verfügbar sind. Aber das Plus an Chancen rechtfertigt den Aufwand durchaus. Wenn man die richtigen Perlen erwischt...

Dienstag, 23. Februar 2016

Und was tat sich in Warren Buffetts Depot im 4. Quartal 2015?

Value Investor Warren Buffett, das "Orakel von Omaha",musste für seine Investmentholding Berkshire Hathaway wieder das sog. Formular 13F bei der amerikanischen Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) einreichen. In diesem vierteljährlich vorzulegenden Dokument müssen institutionelle Asset-Manager ab einem verwalteten Vermögen von $100 Mio. ihre Investments in US-amerikanischen börsennotierter Unternehmen stichtagsbezogen offenlegen.

Veränderungen im 4. Quartal 2015
Auch im vierten Quartal gab es einige Veränderungen an Buffetts Positionen, dessen börsennotierte Aktienpositionen von $127,41  Mrd. auf $131,86 Mrd. anstiegen. Seine zweitgrößte Beteiligung The Kraft Heinz Co. ist erst seit dem letzten Quartal "an Bord", als Buffetts nicht (mehr) börsennotierte Heinz Ketchup den Nahrungsmittelgiganten Kraft Foods übernahm und beide als Gemeinschaftsunternehmen nun wieder an der Börse notieren.

Bemerkenswert ist, dass Buffett sich antizyklisch verhält und in die "ausgebombte" Öl-Industrie investiert. Mit Phillips 66 setzt er dabei auf Raffinerien und Tankstellen und mit Kinder Morgan auf Öl-Pipelines. Und auch seine Beteiligung in Suncor Energy zielt auf deren Raffinerien und nur bedingt auf die Ölförderung, die die Kanadier mittels Sandwaschen betreiben. Das allerdings zu sehr niedrigen $20 je Barrel.

Verkäufe
Vollständig getrennt hat sich Buffett inzwischen von Chicago Bridge & Iron, die schon länger reduziert werden. Und beim Telefonriesen AT&T, deren Aktien er aufgrund der Fusion mit DirecTV erhielt, verkaufte er Anteile, und auch bei Wabco Holdings reduzierte er sein Engagement weiter.

Mittwoch, 30. Dezember 2015

2015 war das Seuchenjahr des Warren Buffett

Star-Investor Warren Buffett schlägt mit der Aktienkursentwicklung seiner Beteiligungsholding Berkshire Hathaway regelmäßig den S&P 500 Index, doch in diesem Jahr liegt er ziemlich weit hinten. Und das, wo er sein 50. Jubiläum feiert als Chef von Berkshire Hathaway und auf eine durchschnittliche Aktienkursentwicklung von annähernd 20 Prozent blicken kann. Jahr für Jahr, wohlgemerkt.

Doch bereits nach dem zweiten Quartal zeichnete sich ab, dass es in diesem Jahr nicht einfach werden würde für Buffett. Denn einige seiner größten Aktienpositionen im Depot erwiesen sich Flops und das konnten die übrigen Werte nicht ausgleichen.

Unternehmen               Anteil per 30.09.      Kurs am 02.01.      Kurs am 31.12.    Veränderung
Wells Fargo                     18,95 %                  54,70 $                   55,00 $          +   0,05 %
Kraft Heinz Co. *)                     18,03 %                  72,96 $                  74,03 $          +   1,47 %
Coca Cola                     12,59 %                  42,14 $                  43,59 $          +   3,44 %
IBM                       9,22 %                162,06 $                139,93 $          -  13,66 %
American Express                       8,82 %                  93,02 $                  70,61 $          -  24,09 %
Phillips 66                       3,70 %                  72,29 $                  82,81 $          + 14,55 %
Procter & Gamble                       2,98 %                  90,44 $                  80,36 $           - 11,14 %
Walmart                       2,85 %                  85,90 $                  61,70 $           - 28,17 %
*) notiert erst seit 06.07.2015 an der Börse

 Berkshire Hathaway (Quelle: comdirect.de) 
Und so liegt denn die Aktienkursentwicklung von Berkshire Hathaway rund 11 Prozent hinter der Performance des S&P 500 und mit 10,47 Prozent sogar absolut betrachtet deutlich im Minus auf Jahressicht. Allerdings sollte man Buffett noch nicht abschreiben, denn zu seinen Beteiligungen gehören auch viele nicht börsennotierte Unternehmen, wie die Versicherung Geico, der Rückversicherer BH Re, die Eisenbahn BNSF oder der Energieversorger BH Energy (ehemals MidAmerican Energy). Hinzu kommen noch Preferred Stocks bzw. Wandelanleihen im Wert zweistelliger Milliardenbeträge bei Dow Chemical und der Bank of America.

Berkshire Hathaway befindet sich auf meiner Empfehlungsliste. Sie ist wie ein Indexfonds von Werten mit herausragender Marktstellung und daher sollte die Aktie in keinem langfristig orientierten Depot fehlen.

Montag, 9. November 2015

Buffett meldet Rekordgewinn. Und doch...

Value Investor Warren Buffett ist kein Freund von Quartalsberichten, weder bei den Unternehmen, in die er investiert, noch bei seiner eigenen Investment-Holding Berkshire Hathaway. Trotzdem legt er regelmäßig sein Zahlenwerk vor und nach dem Gewinneinbruch im zweiten Quartal kann Buffett nun einen Rekordgewinn vermelden. Denn zu seinem 50. Dienstjubiläum erzielt Berkshire den bisher größten Quartalsgewinn und verdoppelt seinen Überschuss auf 9,43 Mrd. USD.

Mach's nur einmal, Kraft
Allerdings liegt dies ganz überwiegend an einem Sondereffekt, der aus der Übernahme des Lebensmittelgiganten Kraft Foods herrührt, den Berkshire gemeinsam mit dem Finanzinvestor 3G kürzlich schluckte. Berkshire hält nun 51 Prozent an der fusionierten "The Kraft Heinz Co." und erzielte aus der Übernahme einen Einmaleffekt von 4,4 Mrd. USD. Operativ läuft es bei der neuen gesellschaft noch nicht rund und unter der Führung von 3G werden mehrere tausend Jobs gekürzt und 7 Fabriken geschlossen, um das Unternehmen effizienter aufzustellen. 3G ist für seine regieden Sanierungsmaßnahmen bekannt und hatte diese bereits bei der gemeinsamen Übernahme von Heinz Ketchup knallhart durchgezogen.

Operativ läuft nicht alles rund
Buffett selbst meint, man solle lieber auf das operative Ergebnis schauen, weil diese mehr Aussagekraft habe und eher Rückschlüsse auf Erfolg und Misserfolg des Managements gebe. Und so folgen wir seinem Rat und schauen uns das Ergebnis hinter den Zahlen an.

Der operative Gewinn ging um 3,7 Prozent auf 4,6 Mrd. USD zurück, was vor allem an Berkshires schwächelndem Versicherungsgeschäft liegt. Die Branche steht aufgrund der Niedrigzinsphase weltweit unter Druck und Buffett hat zuletzt Versicherungsaktivitäten reduziert und zugunsten von Industriebeteiligungen umgesteuert. So verkaufte er mindestens ein Viertel seines Aktienpakets am weltweit größten Rückversicherer Munich Re und fast im Gegenzug übernahm er für 37 Mrd. USD den Luftfahrzuliefere Precision Castparts.

 Berkshire Hathaway - B-Aktie (Quelle: comdirect.de)
Beteiligungen machen keine Freude
Daneben ist Berkshire Hathaway ist an fast 90 Firmen beteiligt, darunter viele nicht börsennotierte - von der Frachteisenbahn Burlington Northern Santa Fe (BNSF) bis hin zu Zeitungen und einer großen Energiesparte, die zunehmend in Solarenergie investiert. Zu den bekanntesten börsennotierten Beteiligungen gehören die US-Firmen Wells Fargo, Coca-Cola, IBM, American Express, Walmart und Procter & Gamble.

Doch diese großen Beteiligungen des 84-Jährigen liefen deutlich schwächer als im Vorjahresquartal. Lediglich Wells Fargo, mit fast 25 Prozent Buffetts mit Abstand größte Depotposition, konnte seinen Gewinn um magere 1 Prozent steigern, während Coca Cola einen Gewinnrückgang gegenüber dem Vorjahreswert von 12 Prozent vermelden musste, AMEX um 14 Prozent und P&G um 2 Prozent. IBMs Umsätze sanken im 14. Quartal in Folge und Walmart musste seine Umsatz- und Gewinnerwartungen für die nächsten Jahre drastisch reduzieren. Trotz der Probleme seiner größten Beteiligungen erzielte Berkshire ein Investmentergebnis von 4,9 Mrd. USD ggü. einem Verlust von 107 Mio. USD im gleichen Vorjahreszeitraum.

Buffetts große Beteiligungen sind überwiegend international agierende Großkonzerne und diese leiden in diesem Jahr unter dem starken Dollar, was ihre Umsätze und Gewinne massiv belastet. Und Buffett ist ein Freund davon, gerade dann zuzuschlagen, wenn hervorragende Unternehmen kurzfristig ins Straucheln geraten. Es bleibt daher abzuwarten, was er an Veränderungen, insbesondere an Käufen, in seinem regelmäßigen Bericht an die US-Börsenaufsicht SEC bekanntgeben wird. Dieser muss er alle 3 Monate den Bestand an US-Aktien vorlegen, so dass alle Welt die Veränderungen in seinem Portfolio nachvollziehen kann. Insbesondere zu IBM hat er bereits angekündigt, hier weiter zugekauft zu haben.


"Solange unsere Investments in jedem Jahr 15 Prozent zulegen,
mache ich mir um Quartalszahlen keine Sorgen."
(Warren Buffett)


Man sollte Buffett folgen und nicht so sehr auf die Ergebnisse einzelner Quartale schauen. Und man sollte bedenken, dass Buffetts Portfolio nicht nur aus den börsennotierten Aktiengesellschaften besteht, sondern eben auch eine Vielzahl an nicht-börsennotierten Unternehmen enthält, bei denen die Bewertungen nicht so stark schwankt wie bei Aktienkursen, sondern die anhand objektiverer Kriterien wie Buchwert, Umsatz und Gewinnen bewertet werden.

Unglaubliche Erfolgsgeschichte
Seitdem Warren Buffett 1965 in die damals strauchelnde Textilfirma Berkshire Hathaway übernahm und in der Folge zu einer Investmentholding umbaute, stieg der Aktienkurs um beispiellose 1,8 Millionen Prozent und machte Buffett mit einem Vermögen von rund 67 Mrd. USD zum dritt reichsten Menschen der Welt. Bis Ende 2014 hat die Berkshire-Aktie im Schnitt jedes Jahr doppelt so viel zugelegt wie der S&P 500 Index und Berkshire ist inzwischen das viertgrößte börsennotierte Unternehmen der Welt mit einer Marktkapitalisierung von 354 Mrd USD. Größer sind nur Apple, Google und Microsoft, die von Bill Gates gegründete Softwareschmiede - und dem inzwischen reichsten Menschen der Welt und langjährigen Freund Warren Buffetts.

Einschätzung
Berkshire Hathaway befindet sich als Halteposition auf meiner Empfehlungsliste. Die starke Abhängigkeit vom Versicherungsgeschäft birgt meines Erachtens immer größere Risiken und über diese Sparte sagte Buffet kürzlich selbst, dass sie in den nächsten Zehn Jahren "nicht mehr so gut laufen werde wie in den letzten 30 Jahren". Die soeben vorgelegten Quartalszahlen belegen dies erneut. Andererseits begrüße ich, dass Buffett sich wieder verstärkt in anderen Bereichen einkauft und zwar massiv, wie die Übernahmen von Kraft und Precision Castparts zeigen.

Freitag, 18. September 2015

Investor-Update: TICC Capital, Triangle Capital, Wells Fargo

Im Investor-Update notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

Stock-Picking lohnt sich schon
Wenn nicht gerade der China-Crash (erinnert sich überhaupt noch jemand daran?) als Thema herhalten muss, dann ist es die Zinswende der US-Notenbank FED. Und egal, wie sich die FED entscheidet, die Börse interpretiert das Ereignis selektiv so, wie es gerade passt. War bis Donnerstagabend das Einleiten der Zinswende durch die erste Zinsanhebung seit vielen Jahren noch als großes negatives Event verkauft worden, strafen heute die Börsen das Ausbleiben genau dieses negativen Events ab. Mit der Begründung, festhalten bitte!, wenn die FED die Zinswende nun doch noch einmal verschiebt, dann wohl nur, weil die Konjunktur dermaßen schlecht läuft, dass die höhere Zinsen sie gänzlich abwürgen würden. Hm... die dazu passenden negativen Nachrichten haben wir aber schon seit Wochen vorgelegt bekommen und sie wurden von den Börsianern schlichtweg ignoriert. Ich sehe daher das heutige Hochhüpfen des Euros ggü. dem Dollar sowie das Abtauchen des DAX unter die 10.000 Punkte ganz entspannt. Und als weitere Kaufgelegenheiten.

Denn trotz meiner grundsätzlich negativen Erwartungshaltung für die nächsten Wochen gibt es auch heute schon Unternehmen, die ich für so attraktiv bewertet halte, dass ich mir einige ihrer Aktien ins Depot gelegt habe. Hier habe ich mich bei US-Finanztiteln schadlos gehalten, insbesondere bei zwei Business Development Companies (BDCs), also Mitbewerbern von der bereits auf meiner Empfehlungsliste befindlichen KCAP Capital. Ich werde demnächst einmal ausführlich auf BDCs, ihr Geschäftsmodell, die Chancen und Risiken eingehen. Nur kurz dazu: BDCs sind Investmentfirmen, die in kleine und mittlere Unternehmen investieren und diese mit Kapital ausstatten. Grundlage für ihr Wirken ist der "Investment Company Act of 1940" und sie müssen den ganz überwiegenden Teil ihrer Gewinne in Form von Dividenden an ihre Aktionäre ausschütten - hier ähneln sie den auch in Deutschland bekannten REITs aus dem Immobilienbereich. Am Dienstagabend tauchten die Kurse vieler BDCs an den USA-Börsen nochmals deutlich ab und ich habe gleich am Mittwochmorgen in Frankfurt zu den Eröffnungskursen zugegriffen. Die Kurseinbrüche bei den BDCs in den letzten Monaten mit teilweise Kurshalbierungen bei gleichzeitig sehr hohen Dividenden sehe ich als Einstiegschancen und BDCs auf diesem Niveau als lukrative Depotbeimischungen mit attraktivem Chance-Risiko-Verhältnis an.

+ TICC Capital Corp.
Eine Business Development Company (BDC), die deutlich unter ihrem NAV (Nettoinventarwert) notiert und dazu eine Dividendenrendite von rund 17,5% p.a bietet. Mein Timing war bei diesem Unternehmen ganz hervorragend, wenn auch mindestens ebenso glücklich, denn TICC zählt zu den BDCs, die ihre Investments durch eine externe Managementfirma betreuen lassen. Und die wollen sie austauschen. Das TICC-Board hat auch ein neues Managementunternehmen ausfindig gemacht, das zu verbesserten Konditionen arbeiten will. Allerdings gibt es seit kurzem einen Mitbewerber, der es noch günstiger erledigen möchte und dazu noch 20 Mio. USD in TICC-Aktien investieren will. Das Board ignoriert diesen Mitbewerber, obwohl seine Offerte für die TICC-Aktionäre die bessere Wahl zu sein scheint. Und just am Donnerstag, also kurz nach meinem Kauf, trat eine weitere BDC-Firma auf den Plan, TPG Specialty Lending, die TICC ganz übernehmen möchte. Für 7,50 USD, allerdings komplett bezahlt mit (neuen) TPG-Aktien. Der Kurs von TICC schoss daraufhin erst einmal auf deutlich über 6 USD hoch.

Es ist Bewegung in der Branche, denn die Kurseinbrüche haben die Unternehmen sehr attraktiv gemacht für Übernahmen durch größere Mitbewerber. Und auch wenn ich TICC-Aktien vor allem wegen der niedrigen Bewertung und der hohen Dividendenrendite gekauft habe, so sehe ich der weiteren Entwicklung bzgl. der potenziellen neuen Manager - oder gar neuen Eigentümer - sehr entspannt entgegen.

+ Triangle Capital Corp.
Auch TCAP ist eine BDC mit niedriger Bewertung und hoher Dividendenrendite; aktuell rund 12,3% p.a. Meine Kaufgründe sind die gleichen wie bei KCAP Financial und TICC und ich setze zwecks Risikostreuung auf nun drei verschiedene BDCs.

+ Wells Fargo
Keine BDC, sondern eine grundsolide Bank, die größte Bank der USA. Kein Investmentgeschäft, sondern klassisches Einlagen und Kreditgeschäft, inzwischen der größte Haus-Kreditgeber der USA. Wells Fargo ist die Lieblingsaktie von Warren Buffett und die mit Abstand größte Position in seinem Portfolio. Doch nicht nur deshalb habe ich Wells Fargo heute gekauft, sondern wegen des starken Kurseinbruchs von über 6% (auf Euro-Basis). Ursächlich hierfür dürften zwei Faktoren sein: zum einen hat die FED erklärt, einige Großbanken wären nicht ausreichend kapitalisiert für Krisenzeiten (was aber nicht Wells Fargo betrifft) und zum anderen sind Banken große Nutznießer eines Zinsanstiegs, weil sich bei höheren Zinsniveaus für sie höhere Zinsmargen durchsetzen lassen. Da die FED die Zinswende mal wieder verschoben hat, bleiben diese potenziellen zusätzlichen Margen-Ausweitungen erst einmal aus. Damit wird uns richtig verstehen: die Zinsen in den USA werden angehoben werden und zwar schon bald. Ein so großer Kursabsturz (bei gleichzeitigem deutlichem Anziehen des Euros) ist daher völlig überzogen. Und bietet mir als Value Investor eine tolle Gelegenheit, endlich in die wohl beste und solideste Bank der Welt zu einem attraktiven Preis einzusteigen mit einem 2016er KGV von 11,5 und eine Dividendenrendite von 3%.

.: Cashquote
Meine Cashquote liegt trotz der drei Zukäufe weiterhin oberhalb von 20 Prozent und ich erwarte in den kommenden Wochen weitere Kaufgelegenheiten, für die ich Pulver trocken halte.