"Das Übernahme-Spiel lässt dein Herz wahrlich höher schlagen. Das ist, als wäre man inmitten einer Tigerjagd, und die Tiger kommen zu dir und du hast nur einen Speer."
(Carl Icahn)
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Sonntag, 17. August 2025
Freitag, 15. August 2025
Mittwoch, 13. August 2025
Montag, 11. August 2025
Montag, 28. Oktober 2024
Börsenweisheit des Tages | 28.10.2024
"Ich bin ein Value-Investor, aber ich bin auch ein Value-Trader. Ich versuche, Dinge zu kaufen, die unterbewertet sind, und sie dann zu verkaufen, wenn sie überbewertet sind."
(Carl Icahn)
Mittwoch, 10. Juli 2024
Börsenweisheit des Tages | 10.07.2024
"Das Konsensdenken ist in der Regel falsch. Wenn man einem Trend folgt, wendet sich die Dynamik irgendwann immer gegen einen. Deshalb kaufe ich Unternehmen, die nicht glamourös sind und in der Regel nicht in der Gunst der Anleger stehen. Noch besser ist es, wenn die ganze Branche als unattraktiv angesehen wird."
(Carl Icahn)
Sonntag, 24. März 2024
Börsenweisheit des Tages | 24.03.2024
"Ich schaue mir Unternehmen als Geschäftsmodelle an, während die Wall Street auf Quartalsergebnisse guckt. Ich kaufe Vermögenswerte und potentielle Produktivität. Wall Street kauft Gewinne und deshalb entgeht denen in einer Situation viel, das ich wiederum sehe."
(Carl Icahn)
Mittwoch, 21. Februar 2024
Börsenweisheit des Tages | 21.02.2024
"Im Leben und in der Geschäftswelt gibt es zwei Todsünden. Die erste ist schnelles Handeln ohne sich Gedanken zu machen, und die zweite ist, überhaupt nicht zu handeln."
(Carl Icahn)
(Carl Icahn)
Montag, 21. August 2023
Börsenweisheit des Tages | 21.08.2023
"Ich mache Geld. Daran ist nichts Falsches. Das ist, was ich tun möchte. Das ist, weshalb ich hier bin. Das ist, was mir gefällt."
(Carl Icahn)
(Carl Icahn)
Montag, 15. Mai 2023
Börsenweisheit des Tages | 15.05.2023
"Ich bin ein aktivistischer Investor, ich warte auf den richtigen Moment, um zuzuschlagen. Und natürlich hätte ich viel mehr Geld verdient, wenn ich die Apples und Netflixes, die ich gekauft habe, behalten hätte, aber ich habe sie gekauft und einen großen Gewinn gemacht."
(Carl Icahn)
Montag, 16. September 2019
Börsenweisheit der Woche 37/2019
"Einige Menschen werden durch das Studium künstlicher Intelligenz reich. Ich mache mein Geld durch das Studium natürlicher Dummheit."
(Carl Icahn)
(Carl Icahn)
Freitag, 11. Januar 2019
Mein Lese-Tipp: "Der Club der Diebe" von James B. Stewart
Selbst Insider sahen nicht voraus, dass der große Wall-Street-Boom während der "wilden Achtziger" in einen Finanzskandal von gigantischem Ausmaß münden würde. James B. Steward, Pulitzerpreisträger und Redakteur des New Yorker "Wall Street Journals", erzählt die Geschichte eines der größten Börsenschwindels aller Zeiten und die seiner Akteure. Und darunter sind so illustre Namen wie der des Königs der Junk-Bonds, Michael Milken, des "Corporate Raides" Ivan Boesky und des Firmenjägers Carl Icahn. Aber auch Goldman Sachs und Drexel Burnham Lambert sind mit von der Partie. Und natürlich "Mr. Diamond".
Wen die Fakten hinter Oliver Stones Film "Wall Street" mit Michael Douglas in der Rolle des Raiders Gordon Gekko interessieren (Filmzitat: "Die Gier ist gut, die Gier ist richtig, die Gier funktioniert, sie klärt die Dinge"), kommt mit diesem Buch voll auf seine Kosten. Denn "der wichtigste Gebrauchsgegenstand, den ich kenne, ist die Information" - auch dieses Zitat wurde Gekko in den Mund gelegt...
Samstag, 15. Oktober 2016
Investor-Update: Blue Cap, Deutsche Rohstoff, Eon, MPC, Patrizia, S&T, Suncor
Im Investor-Update notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.
Kurz vor dem Oktober-Crash. 1987...!
Der "Crash-Monat" September ist überstanden und es war ein Non-Event. Fast. Obwohl die Volatilität seit vielen Wochen auf sehr niedrigem Niveau verharrt, gab es insbesondere beim DAX starke Kursschwankungen in der Range zwischen 10.300 und 10.700 Punkten. Mehrmals und immer wieder. Dass es nicht im September zu einer heftigen Korrektur gekommen ist, stellt für sich allein genommen keine Entwarnung für die Börsen dar. Denn auch der Oktober kann es in sich haben, wie der 25-Prozent-Einbruch am "Schwarzen Montag", dem 19. Oktober 1987 zeigte. Der Dow Jones Index hatte sich in den beiden Jahren zuvor annähernd verdoppelt und kurz vor dem Crash hatte die US-Notenbank FED erstmals seit Jahren den Leitzins wieder erhöht. Klingt ziemlich genau nach unserer Situation heute. Und so kommt es nicht von ungefähr, dass hier Parallelen gezogen werden - und wenn man den Dow-Jones-Chart von damals mit dem aktuellen übereinander legt, sieht das wirklich nicht gut aus...
Kurz vor dem Oktober-Crash. 1987...!
Der "Crash-Monat" September ist überstanden und es war ein Non-Event. Fast. Obwohl die Volatilität seit vielen Wochen auf sehr niedrigem Niveau verharrt, gab es insbesondere beim DAX starke Kursschwankungen in der Range zwischen 10.300 und 10.700 Punkten. Mehrmals und immer wieder. Dass es nicht im September zu einer heftigen Korrektur gekommen ist, stellt für sich allein genommen keine Entwarnung für die Börsen dar. Denn auch der Oktober kann es in sich haben, wie der 25-Prozent-Einbruch am "Schwarzen Montag", dem 19. Oktober 1987 zeigte. Der Dow Jones Index hatte sich in den beiden Jahren zuvor annähernd verdoppelt und kurz vor dem Crash hatte die US-Notenbank FED erstmals seit Jahren den Leitzins wieder erhöht. Klingt ziemlich genau nach unserer Situation heute. Und so kommt es nicht von ungefähr, dass hier Parallelen gezogen werden - und wenn man den Dow-Jones-Chart von damals mit dem aktuellen übereinander legt, sieht das wirklich nicht gut aus...
Mittwoch, 24. August 2016
Investor-Update: Icahn, Soros, Aurelius, Deutsche Rohstoff, Ringmetall, Steico
Im Investor-Update notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.
Sommerrallye und nun...?
Die meisten Marktteilnehmer wurden eiskalt auf dem falschen Fuß erwischt, denn sie hatten sich bereits vor Wochen auf fallende Kurse eingestellt und sich entsprechend positioniert. Und dann das... die Börsen stiegen scheinbar unaufhaltsam an, zweistellige Kursgewinne allenthalben, neue Allzeithöchststände bei S&P 500, Dow Jones und MDAX. Doch der Sommer neigt sich dem Ende zu und wir steuern saisonal auf den statistisch schlechtesten aller Börsenmonate zu, den September. Die Luft wird also dünner.
Sommerrallye und nun...?
Die meisten Marktteilnehmer wurden eiskalt auf dem falschen Fuß erwischt, denn sie hatten sich bereits vor Wochen auf fallende Kurse eingestellt und sich entsprechend positioniert. Und dann das... die Börsen stiegen scheinbar unaufhaltsam an, zweistellige Kursgewinne allenthalben, neue Allzeithöchststände bei S&P 500, Dow Jones und MDAX. Doch der Sommer neigt sich dem Ende zu und wir steuern saisonal auf den statistisch schlechtesten aller Börsenmonate zu, den September. Die Luft wird also dünner.
Dienstag, 16. August 2016
Und was tat sich in Warren Buffetts Depot im 2. Quartal 2016?
Value Investor Warren Buffett, das "Orakel von Omaha",musste für seine Investmentholding Berkshire Hathaway wieder das sog. Formular 13F bei der amerikanischen Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) einreichen. In diesem vierteljährlich vorzulegenden Dokument müssen institutionelle Asset-Manager ab einem verwalteten Vermögen von $100 Mio. ihre Investments in US-amerikanischen börsennotierter Unternehmen stichtagsbezogen offenlegen.
Veränderungen im 2. Quartal 2016
Auch im zweiten Quartal gab es einige Veränderungen an Buffetts Positionen. Größere Verwirrung könnte es um den Komplettverkauf der A- und C-Aktien von Liberty Media Corp. geben und die Neuerwerbungen von Liberty Media Group und Liberty Media SiriusXM. Allerdings klärt sich diese Verwirrung schnell auf den,, Liberty Media wurde in drei separate Aktien aufgesplittet, die Liberty Braves, die Liberty Media und die Liberty Sirius XM.
Des Weiteren wurden die alten Charter Communications Aktien getauscht in neue, nachdem man Time Warner Cable übernommen hatte.
Käufe
Abgesehen von diesen beiden Tauschvorgängen gab es im letzten Quartal nur zwei erwähnenswerte Zukäufe, nämlich die Aufstockung bei Apple um rund 55% auf nun 15,23 Mio. Aktien im Gegenwert von knapp $1,5 Mrd. und bei Phillips 66 um gute 4%. Beide Aktien standen auch schon im ersten Quartal auf Buffetts Einkaufsliste und von Phillips 66 hält Berkshire Hathaway inzwischen 15% der Anteile.
Dabei geht der Apple-Kauf nicht auf Buffett selbst zurück, sondern auf einen seiner beiden "Leutnants", die ehemaligen Hedgefonds-Manager Todd Combs und Ted Weschler, die seit einigen Jahren in Diensten Berkshires stehen und eigenverantwortlich jeweils rund $9 Mrd. Depotvolumen betreuen und Anlageentscheidungen treffen. Dies hatte Buffett in einer Mail an das Wall Street Journal klargestellt. Und während Berkshire Hathaway seinen Apple-Anteil aufstockte, haben sich die beiden Star-Investoren Carl Icahn und George Soros sowie Michael Burry vom Hedgefonds Scion Asset Management komplett von ihren Apple-Aktien getrennt. David Einhorn von Greenlight Capital reduzierte seinen Apple-Anteil um 16%.
Veränderungen im 2. Quartal 2016
Auch im zweiten Quartal gab es einige Veränderungen an Buffetts Positionen. Größere Verwirrung könnte es um den Komplettverkauf der A- und C-Aktien von Liberty Media Corp. geben und die Neuerwerbungen von Liberty Media Group und Liberty Media SiriusXM. Allerdings klärt sich diese Verwirrung schnell auf den,, Liberty Media wurde in drei separate Aktien aufgesplittet, die Liberty Braves, die Liberty Media und die Liberty Sirius XM.
Des Weiteren wurden die alten Charter Communications Aktien getauscht in neue, nachdem man Time Warner Cable übernommen hatte.
Käufe
Abgesehen von diesen beiden Tauschvorgängen gab es im letzten Quartal nur zwei erwähnenswerte Zukäufe, nämlich die Aufstockung bei Apple um rund 55% auf nun 15,23 Mio. Aktien im Gegenwert von knapp $1,5 Mrd. und bei Phillips 66 um gute 4%. Beide Aktien standen auch schon im ersten Quartal auf Buffetts Einkaufsliste und von Phillips 66 hält Berkshire Hathaway inzwischen 15% der Anteile.
Dabei geht der Apple-Kauf nicht auf Buffett selbst zurück, sondern auf einen seiner beiden "Leutnants", die ehemaligen Hedgefonds-Manager Todd Combs und Ted Weschler, die seit einigen Jahren in Diensten Berkshires stehen und eigenverantwortlich jeweils rund $9 Mrd. Depotvolumen betreuen und Anlageentscheidungen treffen. Dies hatte Buffett in einer Mail an das Wall Street Journal klargestellt. Und während Berkshire Hathaway seinen Apple-Anteil aufstockte, haben sich die beiden Star-Investoren Carl Icahn und George Soros sowie Michael Burry vom Hedgefonds Scion Asset Management komplett von ihren Apple-Aktien getrennt. David Einhorn von Greenlight Capital reduzierte seinen Apple-Anteil um 16%.
Freitag, 29. April 2016
Zahlen & Mehr: Apple, Genworth Financial, Johnson & Johnson, KKR, PayPal, Western Digital
:: Apple
Eben wurde bekannt, dass sich der aktivistische Investor Carl Icahn inzwischen vollständig aus Apple zurückgezogen und alle seine Aktien auf den Markt geworfen hat. Und das, obwohl er Apple öffentlich mit einem fairen Wert von $240 angesetzt hat. Ich hatte bereits vor einiger Zeit vermutet, dass er hier die Privatanleger aufs Glatteis zu führen versucht, um sein eigenes milliardenschweres Aktienpaket loswerden zu können, ohne dass ihm der Kurs total einbricht ("Verschleuderte Carl Icahn seine Apple-Aktien 50 Prozent unter Wert?"). Nun, das Manöver war ziemlich offensichtlich und auch wenn Icahn nun auf regulatorische Einflussnahmen in China als Begründung abzielt, ging es ihm doch alleine um seinen eigenen Profit. Auch vorgeschobene Gründe sind Gründe und Icahn verdiente an seinen "Apfeltagen" unterm Strich rund $1,5 Mrd.... (>>> zur Meldung)
:: Genworth Financial
Der Versicherungskonzern Genworth Financial Inc. musste im vergangenen Jahr einen Gewinneinbruch von 66% hinnehmen, schlug damit die Markterwartungen jedoch deutlich. Das Unternehmen, das die ehemalige Versicherungssparte des Industriegiganten General Electric war, wird aktuell zusammengeschrumpft, um durch das Absenken der Verschuldung wieder auf Kurs zu kommen, nachdem man für das Geschäftsjahr 2014 einen Rekordverlust von mehr als §1,2 Mrd. ausweisen musste. Der Nettogewinn fiel von $154 Mio. oder $0,31 je Aktie auf $53 bzw. $0,11 je Aktie. Der operative Gewinn, der auch Ergebnisse aus Investmentgeschäften enthält, lag bei $0,21 je Aktie und damit deutlich über den Erwartungen. (>>> zur Meldung, Engl.)
:: Johnson & Johnson
Beim Pharmazie- und Konsumgüterhersteller Johnson & Johnson laufen die Geschäfte rund, hauptsächlich der starke Dollar und das Abgeben von Geschäftsbereichen haben das Zahlenwerk etwas belastet. Die weltweit 127.500 Mitarbeiter erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2015 einen Umsatz von $70,1 Mrd. (Vorjahr: $74,3 Mrd.) und dabei einem Gewinn in Höhe von $15,4 Mrd. (Vorjahr: $16,3 Mrd.) und so wird das Unternehmen das 54. Jahr in Folge seine Dividende steigern. Für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2016 wird die Dividende von $0,75 auf $0,80 je Aktie angehoben, was einer Steigerung von 6,7% entspricht. (>>> zur Meldung).
:: KKR
Der Finanzinvestor KKR & Co. L.P. wird von den Börsenturbulenzen und dem niedrigen Ölpreis mächtig in Mitleidenschaft gezogen. Insbesondere seine großen börsennotierten Beteiligungen, Walgreen Alliance Boots und First Data mussten im ersten Quartal 2016 Kursverluste hinnehmen und das wirkte sich stark in den Zahlen der Private Equity Gesellschaft aus. So musste ein Nettoergebnis, das sowohl unrealisierte als auch realisierte Profite enthält, von Minus $553 Mio. bzw. $-0,65 je Aktie ausgewiesen werden, nachdem im Vorjahresquartal noch ein Gewinn von $526 Mio. zu Buche stand. KKR ist stark von der Börsenverfassung abhängig und die taumelnden Aktienkurse hatten starke Auswirkungen auf die Ergebnisse. Umgekehrt wirken anziehende Börsenkurs allerdings ebenso stark und wie ein Turbo auf das KKRs Zahlenwerk. (>>> zur Meldung, Engl.)
:: PayPal
Der Zahlungsdienstleister PayPal Inc. kann sich im immer härter umkämpften Markt der Online- und Mobilbezahldienste behaupten. So kletterten im ersten Quartal 2016 die Erlöse im Vorjahresvergleich um 19% auf $2,5 Mrd. und der Überschuss konnte sogar um 43% auf $365 Mio. zulegen. Die Zahl der aktiven PayPal-Kundenkonten stieg um 11,5% auf 184 Mio und es wurden insgesamt 1,41 Mrd. Transaktionen wurden abgewickelt (>>> zur Meldung)
:: Western Digital
Der Speicher-Spezialist Western Digital ist unbestritten das Sorgenkind auf meiner Empfehlungsliste und der Aktienkurs notiert tief im Minus. Und die vorgelegten Zahlen zum dritten Geschäftsquartal sind nicht dazu geeignet, hieran etwas zu ändern. Kurz vor der angestrebten Übernahme des Konkurrenten SanDisk musste WDC einen Umsatzrückgang um 21% bekanntgeben und ein Absinken des Nettogewinns auf nur noch $283 Mio., nachdem vor einem Jahr noch von $441 Mio. verdient worden waren. Auch wenn der weiter schrumpfende PC-Markt seine Spuren hinterlässt, kann man diese Zahlen nur als große Enttäuschung ansehen. (>>> zur Meldung, Engl.)
Genworth Financial, Johnson & Johnson, KKR, PayPal und Western Digital befinden sich auf meiner Empfehlungsliste.
Eben wurde bekannt, dass sich der aktivistische Investor Carl Icahn inzwischen vollständig aus Apple zurückgezogen und alle seine Aktien auf den Markt geworfen hat. Und das, obwohl er Apple öffentlich mit einem fairen Wert von $240 angesetzt hat. Ich hatte bereits vor einiger Zeit vermutet, dass er hier die Privatanleger aufs Glatteis zu führen versucht, um sein eigenes milliardenschweres Aktienpaket loswerden zu können, ohne dass ihm der Kurs total einbricht ("Verschleuderte Carl Icahn seine Apple-Aktien 50 Prozent unter Wert?"). Nun, das Manöver war ziemlich offensichtlich und auch wenn Icahn nun auf regulatorische Einflussnahmen in China als Begründung abzielt, ging es ihm doch alleine um seinen eigenen Profit. Auch vorgeschobene Gründe sind Gründe und Icahn verdiente an seinen "Apfeltagen" unterm Strich rund $1,5 Mrd.... (>>> zur Meldung)
:: Genworth Financial
Der Versicherungskonzern Genworth Financial Inc. musste im vergangenen Jahr einen Gewinneinbruch von 66% hinnehmen, schlug damit die Markterwartungen jedoch deutlich. Das Unternehmen, das die ehemalige Versicherungssparte des Industriegiganten General Electric war, wird aktuell zusammengeschrumpft, um durch das Absenken der Verschuldung wieder auf Kurs zu kommen, nachdem man für das Geschäftsjahr 2014 einen Rekordverlust von mehr als §1,2 Mrd. ausweisen musste. Der Nettogewinn fiel von $154 Mio. oder $0,31 je Aktie auf $53 bzw. $0,11 je Aktie. Der operative Gewinn, der auch Ergebnisse aus Investmentgeschäften enthält, lag bei $0,21 je Aktie und damit deutlich über den Erwartungen. (>>> zur Meldung, Engl.)
:: Johnson & Johnson
Beim Pharmazie- und Konsumgüterhersteller Johnson & Johnson laufen die Geschäfte rund, hauptsächlich der starke Dollar und das Abgeben von Geschäftsbereichen haben das Zahlenwerk etwas belastet. Die weltweit 127.500 Mitarbeiter erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2015 einen Umsatz von $70,1 Mrd. (Vorjahr: $74,3 Mrd.) und dabei einem Gewinn in Höhe von $15,4 Mrd. (Vorjahr: $16,3 Mrd.) und so wird das Unternehmen das 54. Jahr in Folge seine Dividende steigern. Für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2016 wird die Dividende von $0,75 auf $0,80 je Aktie angehoben, was einer Steigerung von 6,7% entspricht. (>>> zur Meldung).
:: KKR
Der Finanzinvestor KKR & Co. L.P. wird von den Börsenturbulenzen und dem niedrigen Ölpreis mächtig in Mitleidenschaft gezogen. Insbesondere seine großen börsennotierten Beteiligungen, Walgreen Alliance Boots und First Data mussten im ersten Quartal 2016 Kursverluste hinnehmen und das wirkte sich stark in den Zahlen der Private Equity Gesellschaft aus. So musste ein Nettoergebnis, das sowohl unrealisierte als auch realisierte Profite enthält, von Minus $553 Mio. bzw. $-0,65 je Aktie ausgewiesen werden, nachdem im Vorjahresquartal noch ein Gewinn von $526 Mio. zu Buche stand. KKR ist stark von der Börsenverfassung abhängig und die taumelnden Aktienkurse hatten starke Auswirkungen auf die Ergebnisse. Umgekehrt wirken anziehende Börsenkurs allerdings ebenso stark und wie ein Turbo auf das KKRs Zahlenwerk. (>>> zur Meldung, Engl.)
:: PayPal
Der Zahlungsdienstleister PayPal Inc. kann sich im immer härter umkämpften Markt der Online- und Mobilbezahldienste behaupten. So kletterten im ersten Quartal 2016 die Erlöse im Vorjahresvergleich um 19% auf $2,5 Mrd. und der Überschuss konnte sogar um 43% auf $365 Mio. zulegen. Die Zahl der aktiven PayPal-Kundenkonten stieg um 11,5% auf 184 Mio und es wurden insgesamt 1,41 Mrd. Transaktionen wurden abgewickelt (>>> zur Meldung)
:: Western Digital
Der Speicher-Spezialist Western Digital ist unbestritten das Sorgenkind auf meiner Empfehlungsliste und der Aktienkurs notiert tief im Minus. Und die vorgelegten Zahlen zum dritten Geschäftsquartal sind nicht dazu geeignet, hieran etwas zu ändern. Kurz vor der angestrebten Übernahme des Konkurrenten SanDisk musste WDC einen Umsatzrückgang um 21% bekanntgeben und ein Absinken des Nettogewinns auf nur noch $283 Mio., nachdem vor einem Jahr noch von $441 Mio. verdient worden waren. Auch wenn der weiter schrumpfende PC-Markt seine Spuren hinterlässt, kann man diese Zahlen nur als große Enttäuschung ansehen. (>>> zur Meldung, Engl.)
Genworth Financial, Johnson & Johnson, KKR, PayPal und Western Digital befinden sich auf meiner Empfehlungsliste.
Donnerstag, 18. Februar 2016
Verschleuderte Carl Icahn seine Apple-Aktien 50 Prozent unter Wert?
Carl Icahn hat den Ruf, ein gewiefter Spekulant zu sein und er ist Milliardär, was dies zu belegen scheint. So hatte der aktivistische Investor Ebay dazu gezwungen, seine Online-Bezahltochter PayPal abzuspalten und separat an die Börse zu bringen. Zuletzt machen seine Investments allerdings wenig Freude: beim Versicherungsriesen AIG stieg er ein, um diesen zur Aufspaltung in mehrere Teile zu bewegen - und er liegt im Minus. Bei Transocean stieg er ein, um hohe Dividendenausschüttungen zu erzwingen - das gelang ihm, allerdings ist sein Investment in dem Offshore-Ölwert dermaßen abgestürzt, dass die Dividendenausschüttungen nur einen Bruchteil seiner aufgelaufenen Verluste wettmachen. Weitere Investments in Öl-Firmen stehen massiv zweistellig im Minus und auch sein vor einigen Monaten getätigtes Engagement in einem global agierenden Kupferproduzenten steht tiefrot im Minus.
Apple, der Ex-No-Brainer
Aber bei Apple, da liegt Icahn weit im Plus. Er war - wie ich - im Sommer 2014 eingestiegen ("Ist Apple noch ein Investment wert?"), nachdem Apple einen starken Kursrückgang zu verzeichnen gehabt hatte. Icahn bezeichnete den Einstieg damals als "No-Brainer", einen Kauf also, der so offensichtlich erfolgversprechend war, dass jeder es hätte sehen müssen. In der Folgezeit erfreute er sich an steigenden Cashflows, steigenden Dividenden, steigenden Aktienrückkäufen, steigenden Aktienkursen. Er war es, der Apple-Chef Tim Cook durch öffentlichen Druck dazu gezwungen hatte, viel mehr Geld für Dividenden und Aktienrückkäufe auszugeben. Ich habe mich ein Jahr später dann von meinen Apple-Aktien verabschiedet ("Apple, it's time to say goodbye!") und bei Kursen von knapp unter €120 verzeichnete ich inkl. Dividenden eine Rendite von knapp 95 Prozent. Aber das war nicht der Grund für meinen Ausstieg aus dem wertvollsten Unternehmen der Welt, sondern das hohe Risiko, das ich in der Abhängigkeit vom Iphone sah und das immer weiter zunimmt. Und während der Iphone-Absatz damals noch zulegen konnte ("Der Apple fällt nicht weit vom Stamm... aber tief"), stagniert er inzwischen und legt Apple Dilemma als "Ein-Produkt-Unternehmen" schonungslos offen. Alle sonstigen Erfolge Apples haben so gut wie keinen Einfluss auf Umsatz, Gewinn und Cashflow. Ein massives Klumpenrisiko, das auch den Aktienkurs immer stärker belastet.
Doch Carl Icahn ficht das nicht an, er hatte sich in seine Apple-Aktien verliebt und er verschickte Liebesbriefe an die Investoren, in denen er den fairen Wert der Aktie bei $240 ansetzte. Schon damals mutmaßte ich, dass Icahn die Aktie nur massiv pushen wollte, um ein Umfeld für einen kursschonenden Abgang zu erzeugen. Denn wem mehrere Prozente an einem Unternehmen gehören, kann diese ja nicht einfach mal so ins Orderbuch stellen, um sie loszuwerden, er muss sie in kleinen Portionen verkaufen und zwar möglichst dann, wenn einen ansonsten rege Nachfrage besteht. Sonst treibt er mit seinen Verkäufen selbst den Aktienkurs in den Keller. Und Großinvestoren wie Carl Icahn müssen auch noch quartalsweise über ihre Wertpapierpositionen berichten, so dass seine Verkäufe entdeckt worden wären. Nun, seit Spätsommer letzten Jahres geht es an den Börsen abwärts, nicht nur die Ölwerte sind enorm gefallen, auch Apple. Eigentlich müsste man es anders herum formulieren: Apple hat die Börsen mit nach unten gezogen, denn als (nach Börsenkapitalisierung) wertvollstes Unternehmen der Welt ist es ja nicht nur Mitläufer, sondern Taktgeber des Dow Jones Index und damit der Leitbörse der Welt.
Icahn warf 13 Prozent seiner Apple-Aktien auf den Markt
Und nun standen wieder die sog. 13F-Formulare an, die Berichte der Großinvestoren an die amerikanischen Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission). In diesem vierteljährlich vorzulegenden Dokument müssen institutionelle Asset-Manager ab einem verwalteten Vermögen von $100 Mio. ihre Investments in US-amerikanischen börsennotierter Unternehmen stichtagsbezogen offenlegen. Und Carl Icahn hat sich in großem Stil von seinen Apple-Aktien getrennt, er hat seine Position immerhin um 13 Prozent abgebaut. Im vierten Quartal 2015, auf das sich das 13F bezieht, schwankte der Apple-Kurs zwischen $120 und $105 und lag damit viel höher als die aktuellen $98. Bemerkenswert ist nicht, dass Carl Icahn Apple-Aktien verkauft. Ich habe ja meine Meinung dazu und kann diesen Schritt unter Chance-Risiko-Aspekten mehr als nachvollziehen. Allerdings sind die Aktien ja nach Icahns öffentlich verkündeter Ansicht $240 wert, er verramscht sie also geradezu, indem er sie um 50 bis 60 Prozent unter diesem Wert verkauft. Entweder hat er also über den Wert Apples gelogen, oder aber er ist ein schlechter Investor. Denn auf aktueller Kursbasis hätten die Apple-Aktien ja ein Aufwärtspotenzial von 150 Prozent bis zu Icahns behauptetem Wert von $240. Und während er diese "sichere" Chance aufgibt, investiert er Milliarden in die weiter abstürzenden Rohstoffwerte, wo er schon auf Milliardenverlusten setzt. Hierzu fallen einem eine Reihe von schlauen Sprichwörtern ein, die das nicht gutheißen. "Schlechtem Geld soll man kein gutes hinterher werfen", "Verluste soll man begrenzen und Gewinne laufen lassen", oder die alte Weisheit der Dakota-Indianer: "Wenn du merkst, dass du ein totes Pferd reitest, steig ab".
The good, the bad, the ugly...
Was auch immer Carl Icahn reitet, ihn treibt nicht sein Herz für andere Anleger. Er hat Apple versucht bis ans Limit zu puschen, um für sich und sein Investment das Beste herauszuholen und das auf Kosten der anderen Anleger, die seinen Worten Glauben schenkten. Das hat nicht funktioniert, der Aktienkurs von Apple hat deutlich Federn gelassen. Und dennoch trennt er sich mit fettem Gewinn von seinen Aktien - er hat es nötig, um seine Verluste im Rohstoffsektor auszugleichen und um hier noch mehr Geld nachschießen zu können. Auch George Soros erklärt inzwischen jeden Tag, dass die chinesische Währung massiv überbewertet sei und abstürzen müsse - natürlich nachdem er selbst mit Milliarden gegen den Yuan wettet. So bleibt die Erkenntnis, dass viele dieser Starinvestoren ihre Weisheit aus Eigennutz von sich geben und ihre Rendite auch daraus ziehen, dass sie selbst investieren und dann öffentlich darüber berichten, um möglichst viele Nachahmer zu finden, die das Investment durch ihre Käufe dann schon zu einem Erfolg machen. Auf der anderen Seite gibt es Warren Buffett und Charlie Munger, die geben ihre kostenlosen Ratschläge (weitgehend) uneigennützig von sich und von denen können wir alle etwas lernen. Und das sollten wir auch. Es steht uns Anlegern frei, auf welche Starinvestoren wir vertrauen, wem wir zuhören, wem wir folgen. Warren Buffett, Benjamin Graham, Charlie Munger sind meine Leitsterne...
Apple, der Ex-No-Brainer
Aber bei Apple, da liegt Icahn weit im Plus. Er war - wie ich - im Sommer 2014 eingestiegen ("Ist Apple noch ein Investment wert?"), nachdem Apple einen starken Kursrückgang zu verzeichnen gehabt hatte. Icahn bezeichnete den Einstieg damals als "No-Brainer", einen Kauf also, der so offensichtlich erfolgversprechend war, dass jeder es hätte sehen müssen. In der Folgezeit erfreute er sich an steigenden Cashflows, steigenden Dividenden, steigenden Aktienrückkäufen, steigenden Aktienkursen. Er war es, der Apple-Chef Tim Cook durch öffentlichen Druck dazu gezwungen hatte, viel mehr Geld für Dividenden und Aktienrückkäufe auszugeben. Ich habe mich ein Jahr später dann von meinen Apple-Aktien verabschiedet ("Apple, it's time to say goodbye!") und bei Kursen von knapp unter €120 verzeichnete ich inkl. Dividenden eine Rendite von knapp 95 Prozent. Aber das war nicht der Grund für meinen Ausstieg aus dem wertvollsten Unternehmen der Welt, sondern das hohe Risiko, das ich in der Abhängigkeit vom Iphone sah und das immer weiter zunimmt. Und während der Iphone-Absatz damals noch zulegen konnte ("Der Apple fällt nicht weit vom Stamm... aber tief"), stagniert er inzwischen und legt Apple Dilemma als "Ein-Produkt-Unternehmen" schonungslos offen. Alle sonstigen Erfolge Apples haben so gut wie keinen Einfluss auf Umsatz, Gewinn und Cashflow. Ein massives Klumpenrisiko, das auch den Aktienkurs immer stärker belastet.
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| Apple Inc. (Quelle: comdirect.de) |
Icahn warf 13 Prozent seiner Apple-Aktien auf den Markt
Und nun standen wieder die sog. 13F-Formulare an, die Berichte der Großinvestoren an die amerikanischen Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission). In diesem vierteljährlich vorzulegenden Dokument müssen institutionelle Asset-Manager ab einem verwalteten Vermögen von $100 Mio. ihre Investments in US-amerikanischen börsennotierter Unternehmen stichtagsbezogen offenlegen. Und Carl Icahn hat sich in großem Stil von seinen Apple-Aktien getrennt, er hat seine Position immerhin um 13 Prozent abgebaut. Im vierten Quartal 2015, auf das sich das 13F bezieht, schwankte der Apple-Kurs zwischen $120 und $105 und lag damit viel höher als die aktuellen $98. Bemerkenswert ist nicht, dass Carl Icahn Apple-Aktien verkauft. Ich habe ja meine Meinung dazu und kann diesen Schritt unter Chance-Risiko-Aspekten mehr als nachvollziehen. Allerdings sind die Aktien ja nach Icahns öffentlich verkündeter Ansicht $240 wert, er verramscht sie also geradezu, indem er sie um 50 bis 60 Prozent unter diesem Wert verkauft. Entweder hat er also über den Wert Apples gelogen, oder aber er ist ein schlechter Investor. Denn auf aktueller Kursbasis hätten die Apple-Aktien ja ein Aufwärtspotenzial von 150 Prozent bis zu Icahns behauptetem Wert von $240. Und während er diese "sichere" Chance aufgibt, investiert er Milliarden in die weiter abstürzenden Rohstoffwerte, wo er schon auf Milliardenverlusten setzt. Hierzu fallen einem eine Reihe von schlauen Sprichwörtern ein, die das nicht gutheißen. "Schlechtem Geld soll man kein gutes hinterher werfen", "Verluste soll man begrenzen und Gewinne laufen lassen", oder die alte Weisheit der Dakota-Indianer: "Wenn du merkst, dass du ein totes Pferd reitest, steig ab".
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| Carl Icahn |
Was auch immer Carl Icahn reitet, ihn treibt nicht sein Herz für andere Anleger. Er hat Apple versucht bis ans Limit zu puschen, um für sich und sein Investment das Beste herauszuholen und das auf Kosten der anderen Anleger, die seinen Worten Glauben schenkten. Das hat nicht funktioniert, der Aktienkurs von Apple hat deutlich Federn gelassen. Und dennoch trennt er sich mit fettem Gewinn von seinen Aktien - er hat es nötig, um seine Verluste im Rohstoffsektor auszugleichen und um hier noch mehr Geld nachschießen zu können. Auch George Soros erklärt inzwischen jeden Tag, dass die chinesische Währung massiv überbewertet sei und abstürzen müsse - natürlich nachdem er selbst mit Milliarden gegen den Yuan wettet. So bleibt die Erkenntnis, dass viele dieser Starinvestoren ihre Weisheit aus Eigennutz von sich geben und ihre Rendite auch daraus ziehen, dass sie selbst investieren und dann öffentlich darüber berichten, um möglichst viele Nachahmer zu finden, die das Investment durch ihre Käufe dann schon zu einem Erfolg machen. Auf der anderen Seite gibt es Warren Buffett und Charlie Munger, die geben ihre kostenlosen Ratschläge (weitgehend) uneigennützig von sich und von denen können wir alle etwas lernen. Und das sollten wir auch. Es steht uns Anlegern frei, auf welche Starinvestoren wir vertrauen, wem wir zuhören, wem wir folgen. Warren Buffett, Benjamin Graham, Charlie Munger sind meine Leitsterne...
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Sonntag, 22. November 2015
PayPal und die starken Männer
Der Zahlungsdienstleister PayPal wird seit seinem Spin-off von der ehemaligen Konzernmutter, dem Internet-Auktionshaus Ebay, als selbständiges Unternehmen an der Börse gelistet. Die Aufspaltung war Ergebnis der heftigen Kritik des aktivistischen Investors Carl Icahn, der das damalige Management von Ebay immer wieder mit öffentlichen Attacken zu einer Aufspaltung der beiden Konzernteile gedrängt hat.
Carl Icahn verkauft Ebay und kauft PayPal
Mit Erfolg. Und nachdem nun Großinvestoren in den USA ihre Aktivitäten im letzten Quartal gegenüber der US-Börsenaufsicht SEC mittels des sog. 13F-Formulars offenlegen mussten, zeigt sich, dass Icahn hier keine halben Sachen machte. Er hat nach der Aufspaltung nämlich seine Ebay-Aktien vollständig veräußert und in gleichem Umfang in weitere PayPal-Aktien investiert, wodurch der New Yorker Milliardär nun 46,3 Millionen Anteilscheine und damit etwa 3,8 Prozent an dem Online-Bezahldienst hält.
George Soros kauft Ebay und PayPal
Vielleicht hat er seine Ebay-Aktien sogar an einen anderen illustren Star-Investor verkauft, denn George Soros stockte bei Ebay kräftig auf. 5,4 Millionen eBay-Aktien hat der Hedgefonds-Manager nun im Depot, ein Plus von 2,2 Millionen Stück im Vergleich zum Vorquartal. Der Gesamtwert des eBay-Paketes summiert sich auf knapp 154 Millionen Dollar. Daneben hält Soros nun 4,4 Millionen Aktien von PayPal im Wert von insgesamt 157 Millionen Dollar.
Umsatz und Gewinn steigen, die Take Rate sinkt
Beide nutzten den Kursabsacker, der auf den Spin-off folgte und positionierten sich bereits vor der Vorlage der Zahlen zum dritten Quartal. Obwohl PayPal weiterhin kräftig wächst, machen sich bei Anlegern Sorgen um die Zukunft breit...
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Montag, 16. November 2015
Börsenweisheit der Woche 46/2015
"Richtiges Geld habe ich verdient, wenn ich Unternehmen über sieben, acht, neun Jahre gehalten habe. Du musst Aktien kaufen, wenn sie keiner haben möchte. Das ist das wahre Geheimnis. Es klingt sehr einfach, aber es ist wirklich schwierig in die Tat umzusetzen. Wenn alle etwas hassen, dann kaufst Du es. Und dann, wenn jeder die Aktie haben möchte, verkaufst Du sie an diese Leute. Genau das machen wir."
(Carl Icahn)
(Carl Icahn)
Mittwoch, 28. Oktober 2015
Corning ist glasklar ein Investment wert
Corning Inc. ist weltweiter Marktführer in der Herstellung von Spezialgläsern und Keramik - und eigentlich eine Holding, die 5 Geschäftsbereiche unter ihren Fittichen hat. Denn obwohl alle mit Glas und seiner Nutzung zu tun haben, sind sie doch ziemlich eigenständig und bergen nur bedingt Synergien.
Am bekanntesten und zuletzt immer häufiger in den Medien ist der Bereich Spezialmaterialien, der das berühmte "Gorilla Glas" fertigt, das so viele Smartphones und Tablets von Herstellern wie Apple oder Samsung ziert. Denn Gorilla Glas ist extrem kratzfest, berührungsempfindlich, stromsparend und wenig reflektierend – kurz gesagt, es ist das Produkt von Corning, das wir alle tagtäglich antatschen, oft mehrmals in der Minute. Corning liefert die Touchscreens unseres iPhones, unseres Nexus-Tablets und vieler anderer Geräte, die über Gesten und Berührungen gesteuert werden.
Doch auch wenn diese Sparte die meiste Phantasie birgt, ist sie doch nur ein Bereich unter vielen im Corning-Universum. Denn neben den Spezialmaterialien gibt es noch die vier weiteren Geschäftsbereiche Anzeigentechnologien, Umwelttechnologien, Optische Kommunikation und Biowissenschaften.
In der Sparte Umwelttechnologien produziert Corning Keramiksubstrate und Filterprodukte zur Emissionskontrolle in mobilen und stationären Anwendungen weltweit, also in Generatoren, Antrieben, Autokatalysatoren.
Die im Bereich Biowissenschaften zusammengefassten Produkte umfassen allgemeine Laborprodukte und Geräte sowie Spezialoberflächen, die in der Arzneimittelforschung, Mikrobiologie und Chemie zum Einsatz kommen. Hier hatte man kürzlich erst das Röhrenglasgeschäft des deutschen Verpackungsspezialisten Gerresheimer übernommen.
Die Sparte Optische Kommunikation könnte man vereinfacht als Glasfaserkabelsparte bezeichnen, denn hier geht es um das schnelle Internet, das Rückgrat der immer höheren Bandbreiten, die die neuen Smartphones, Tablets, Video-on-Demand-Anbieter verlangen, um den Kunden immer bessere und ruckelfreie Kommunikation und Entertainment anbieten zu können.
Und bei den Anzeigentechnologien geht es vor allem um Glassubstrate, die in LCD-Fernsehern, Notebooks und Flachbildschirmen zum Einsatz kommen.
Glas ist der Werkstoff der Zukunft(stechnologien)
Während die ersten beiden Sparten für solide, langweilige Geschäftsbereiche mit etablierten Geschäftsfeldern, Umsätzen und Erträgen stehen, spielt in den drei anderen die Zukunftsmusik. Der schleichende Tod der Computermaus und der Tastatur durch den Siegeszug der Touchscreens führt dazu, dass immer mehr Bereiche unseres Lebens mit „intelligentem“ Glas überzogen werden (müssen), ob es Fernseher sind oder die Bedienungselemente in unseren Autos – hier ging Corning jüngst eine Kooperation mit BMW ein, um das neuste Cornings-Glas im Elektroauto i8 einzusetzen. Die normalen Glasfenster werden so zu berührungsempfindlichen Steuerelementen und zu Anzeigekomponenten für technische Einblendungen und Informationsdarstellung.
Doch gerade im Bereich von Gorilla Glas stand Corning vor einer großen Herausforderung. Denn Apple hatte sich auf eine andere Technologie versteift, wollte für seine Geräte Saphir-Glas einsetzen, und hatte sich mit Milliardenaufwand an einer eigenen Fertigung versucht. Und ist gescheitert. Denn die Hoffnungen, die man mit Saphir-Glas verband, konnten nicht erfüllt werden. Zu schwer, zu splitteranfällig, zu energieintensiv. Und während Apples größter Konkurrent (und gleichzeitig wichtigster Zulieferer) Samsung sich mit 10% an Corning beteiligte und Gorilla Glas in seinen Geräten einsetzt, hatte die Apple-Abkehr für empfindliche Kurseinbrüche bei Corning gesorgt. Notgedrungen musste Apple wieder auf Gorilla Glas zurückgreifen für seine iPhones und iPads.
Project Phire
Corning ist schlau genug, sich nicht auf alten Erfolgen auszuruhen. Vielmehr hat man diesen deutlichen Wink mit dem Zaunpfahl verstanden und fleißig an einer Verbesserung von Gorilla Glas gearbeitet. Und diese sind so gravierend, dass das neue Produkt gleich einen neuen Namen bekommt: Project Phire. Dieses neue Glas vereint die Bruchfestigkeit von Gorilla Glas mit der Kratzfestigkeit von Saphir-Glas und bietet weitere Vorteile, weil es leichter ist, noch weniger Energie verbraucht und weil Sonneneinstrahlung nach besser kompensiert werden kann, so dass die Endgeräte sich noch besser für den Einsatz im Freien eignen, kratz- uns bruchsicherer sein werden und längere Akkulaufzeiten versprechen. Allein aufgrund des verwendeten Materials für das Display bzw. die Touchscreens.
Unternehmen der verschiedenen Geschwindigkeiten
Wie man an den unterschiedlichen Sparten sehen kann, ist Corning ein Unternehmen der verschiedenen Geschwindigkeiten. Einerseits gibt es etablierte Geschäftsbereiche mit wenig Wachstum und gefestigten Erlösen und hinsichtlich seines Silikon-Joint-Ventures mit dem Chemie-Giganten Dow Chemical hatte Corning bereits die Absicht geäußert, seine Anteile an den Partner abgeben zu wollen und Dow hat seinerseits nun Interesse bekundet. Und dann gibt es jene Bereiche, die schnell wachsen sowie höhere Investitionen in neue Produkte erfordern - und die hohe Gewinne für die Zukunft versprechen.
Versteckte Werte heben
An dieser Stelle wird es spannend, denn Gerüchten zufolge ist genau diese Konstellation der Grund, weshalb Corning ins Visier „aktivistischer Investoren“ geraten ist. Kein Geringerer als Starinvestor Carl Icahn soll sich bei Corning zur Zeit einkaufen und was dann folgen wird, kann man sich in bunten Farben ausmalen. Denn Icahn ist ein aktiver, konfliktfreudiger Investor, der sich bevorzugt in Unternehmen einkauft und einmischt, bei denen er versteckte Werte vermutet. So kaufte er nach dem großen Einbruch bei Apple einen Milliardenanteil zusammen und setzte Apple-CEO Tim Cook auch öffentlich dermaßen unter Druck, dass Apple die Dividenden deutlich erhöhte und seine Aktienrückkäufe massiv ausweitete. Bei Ebay sorgte Icahn dafür, dass der Online-Bezahldienst PayPal abgespalten und als separates Unternehmen an die Börse gebracht wurde - die jüngst präsentierten Quartalszahlen belegen, dass es beiden seit der Trennung hervorragend geht. Und bei Corning findet sich ebenfalls eine Mischung aus unterschiedlichen Geschäftsfeldern, die sich getrennt wohl deutlich besser entwickeln könnten als unter einem gemeinsamen Dach. Wer in die wachsenden Zukunftsbereiche investieren will, der muss heute auch den Medizin- und Umweltbereich mit kaufen.
Ob es nun Icahn ist oder ein anderer der vielen aktivistischen Investoren, unter dem Strich bahnt sich bei Corning eine Entwicklung an, die die Werte der einzelnen Geschäftsbereiche zum Vorschein bringen könnte. Dabei bin ich nicht per se ein Freund von Einmischungen seitens der Aktionäre, denn das Unternehmen gut zu führen, ist zuvorderst Aufgabe des Managements, nicht des Aufsichtsrats und auch nicht der Aktionäre. Allerdings kann eine solche Einmischung dem Management dabei helfen, verkrustete Strukturen aufzubrechen und notwendige Veränderungsprozesse anzugehen, die ohne einen starken äußeren Impuls vielleicht am „bürokratischen Widerstand“ innerhalb des Unternehmens gar nicht realisierbar wären.
Quartalszahlen, mehr Dividende und stärkere Aktienrückkäufe
Bis es soweit ist, hat das Unternehmen auch heute schon operativ einiges zu bieten, auch wenn die Zahlen zum 3. Quartal unter denen des Vorjahres lagen. Der Nettoumsatz fiel gegenüber dem Vorjahreswert von 2,54 Mrd. USD auf 2,27 Mrd. USD und der Nettogewinn sogar von 1,01 Mrd. USD auf 188 Mio. USD bzw. 0,15 USD je Aktie (0,72 USD). Unter Ausblendung von Sondereffekten blieben Corning 0,34 USD je Aktie nach 0,37 USD im Vorjahr.
Ein größeres Augenmerk richtet sich allerdings auf die begleitenden Aussagen des Managements. Bis 2019 will man 20 Mrd. USD investieren, darunter 10 Mrd. USD in Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufe. Dazu weitet man das bestehende Aktienrückkaufprogramm um weitere 4 Mrd. USD aus und bereits im aktuellen vierten Quartal soll es beschleunigt und für 1,25 Mrd. USD eigene Aktien erworben werden. Weitere 10 Mrd. USD werden in den Ausbau des Geschäfts fließen, um Cornings führende Marktposition zu erhalten und auszubauen.
Cornings Quartalsdividende wird zum vierten Mal 0,12 USD je Aktie betragen und am 11. Dezember überwiesen. Der Dividendenabschlag hierzu erfolgt am 10. November. Allerdings will das Unternehmen seine Dividende bis 2019 um jährlich jeweils 10% anheben.
Fazit
Ob nun durch äußere Einmischung oder durch eigenes Erkennen des Managements, wir Corning-Aktionäre können eigentlich von den Überlegungen nur profitieren und die möglichen Entwicklungen als Bonus betrachten bei einem attraktiv bewerteten Langfristinvestment mit interessanten Perspektiven.
Seitdem ich Corning Ende Juli auf meine Empfehlungsliste genommen habe, ist der Kurs im Zuge der Herbstkorrektur noch etwas weiter gefallen. Bei den jetzt aktuellen 16,50 EUR wird das Unternehmen mit einem 2016er KGV von 11,8 und einer Dividendenrendite von 2,7% bewertet, was angesichts des soliden Cashflows und der positiven Aussichten geradezu unverschämt günstig erscheint.
Am bekanntesten und zuletzt immer häufiger in den Medien ist der Bereich Spezialmaterialien, der das berühmte "Gorilla Glas" fertigt, das so viele Smartphones und Tablets von Herstellern wie Apple oder Samsung ziert. Denn Gorilla Glas ist extrem kratzfest, berührungsempfindlich, stromsparend und wenig reflektierend – kurz gesagt, es ist das Produkt von Corning, das wir alle tagtäglich antatschen, oft mehrmals in der Minute. Corning liefert die Touchscreens unseres iPhones, unseres Nexus-Tablets und vieler anderer Geräte, die über Gesten und Berührungen gesteuert werden.
Doch auch wenn diese Sparte die meiste Phantasie birgt, ist sie doch nur ein Bereich unter vielen im Corning-Universum. Denn neben den Spezialmaterialien gibt es noch die vier weiteren Geschäftsbereiche Anzeigentechnologien, Umwelttechnologien, Optische Kommunikation und Biowissenschaften.
In der Sparte Umwelttechnologien produziert Corning Keramiksubstrate und Filterprodukte zur Emissionskontrolle in mobilen und stationären Anwendungen weltweit, also in Generatoren, Antrieben, Autokatalysatoren.
Die im Bereich Biowissenschaften zusammengefassten Produkte umfassen allgemeine Laborprodukte und Geräte sowie Spezialoberflächen, die in der Arzneimittelforschung, Mikrobiologie und Chemie zum Einsatz kommen. Hier hatte man kürzlich erst das Röhrenglasgeschäft des deutschen Verpackungsspezialisten Gerresheimer übernommen.
Die Sparte Optische Kommunikation könnte man vereinfacht als Glasfaserkabelsparte bezeichnen, denn hier geht es um das schnelle Internet, das Rückgrat der immer höheren Bandbreiten, die die neuen Smartphones, Tablets, Video-on-Demand-Anbieter verlangen, um den Kunden immer bessere und ruckelfreie Kommunikation und Entertainment anbieten zu können.
Und bei den Anzeigentechnologien geht es vor allem um Glassubstrate, die in LCD-Fernsehern, Notebooks und Flachbildschirmen zum Einsatz kommen.
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| Corning (Quelle: comdirect.de) |
Während die ersten beiden Sparten für solide, langweilige Geschäftsbereiche mit etablierten Geschäftsfeldern, Umsätzen und Erträgen stehen, spielt in den drei anderen die Zukunftsmusik. Der schleichende Tod der Computermaus und der Tastatur durch den Siegeszug der Touchscreens führt dazu, dass immer mehr Bereiche unseres Lebens mit „intelligentem“ Glas überzogen werden (müssen), ob es Fernseher sind oder die Bedienungselemente in unseren Autos – hier ging Corning jüngst eine Kooperation mit BMW ein, um das neuste Cornings-Glas im Elektroauto i8 einzusetzen. Die normalen Glasfenster werden so zu berührungsempfindlichen Steuerelementen und zu Anzeigekomponenten für technische Einblendungen und Informationsdarstellung.
Doch gerade im Bereich von Gorilla Glas stand Corning vor einer großen Herausforderung. Denn Apple hatte sich auf eine andere Technologie versteift, wollte für seine Geräte Saphir-Glas einsetzen, und hatte sich mit Milliardenaufwand an einer eigenen Fertigung versucht. Und ist gescheitert. Denn die Hoffnungen, die man mit Saphir-Glas verband, konnten nicht erfüllt werden. Zu schwer, zu splitteranfällig, zu energieintensiv. Und während Apples größter Konkurrent (und gleichzeitig wichtigster Zulieferer) Samsung sich mit 10% an Corning beteiligte und Gorilla Glas in seinen Geräten einsetzt, hatte die Apple-Abkehr für empfindliche Kurseinbrüche bei Corning gesorgt. Notgedrungen musste Apple wieder auf Gorilla Glas zurückgreifen für seine iPhones und iPads.
Project Phire
Corning ist schlau genug, sich nicht auf alten Erfolgen auszuruhen. Vielmehr hat man diesen deutlichen Wink mit dem Zaunpfahl verstanden und fleißig an einer Verbesserung von Gorilla Glas gearbeitet. Und diese sind so gravierend, dass das neue Produkt gleich einen neuen Namen bekommt: Project Phire. Dieses neue Glas vereint die Bruchfestigkeit von Gorilla Glas mit der Kratzfestigkeit von Saphir-Glas und bietet weitere Vorteile, weil es leichter ist, noch weniger Energie verbraucht und weil Sonneneinstrahlung nach besser kompensiert werden kann, so dass die Endgeräte sich noch besser für den Einsatz im Freien eignen, kratz- uns bruchsicherer sein werden und längere Akkulaufzeiten versprechen. Allein aufgrund des verwendeten Materials für das Display bzw. die Touchscreens.
Unternehmen der verschiedenen Geschwindigkeiten
Wie man an den unterschiedlichen Sparten sehen kann, ist Corning ein Unternehmen der verschiedenen Geschwindigkeiten. Einerseits gibt es etablierte Geschäftsbereiche mit wenig Wachstum und gefestigten Erlösen und hinsichtlich seines Silikon-Joint-Ventures mit dem Chemie-Giganten Dow Chemical hatte Corning bereits die Absicht geäußert, seine Anteile an den Partner abgeben zu wollen und Dow hat seinerseits nun Interesse bekundet. Und dann gibt es jene Bereiche, die schnell wachsen sowie höhere Investitionen in neue Produkte erfordern - und die hohe Gewinne für die Zukunft versprechen.
Versteckte Werte heben
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| Star-Invstor Carl Icahn, Icahn Enterprises |
Ob es nun Icahn ist oder ein anderer der vielen aktivistischen Investoren, unter dem Strich bahnt sich bei Corning eine Entwicklung an, die die Werte der einzelnen Geschäftsbereiche zum Vorschein bringen könnte. Dabei bin ich nicht per se ein Freund von Einmischungen seitens der Aktionäre, denn das Unternehmen gut zu führen, ist zuvorderst Aufgabe des Managements, nicht des Aufsichtsrats und auch nicht der Aktionäre. Allerdings kann eine solche Einmischung dem Management dabei helfen, verkrustete Strukturen aufzubrechen und notwendige Veränderungsprozesse anzugehen, die ohne einen starken äußeren Impuls vielleicht am „bürokratischen Widerstand“ innerhalb des Unternehmens gar nicht realisierbar wären.
Quartalszahlen, mehr Dividende und stärkere Aktienrückkäufe
Bis es soweit ist, hat das Unternehmen auch heute schon operativ einiges zu bieten, auch wenn die Zahlen zum 3. Quartal unter denen des Vorjahres lagen. Der Nettoumsatz fiel gegenüber dem Vorjahreswert von 2,54 Mrd. USD auf 2,27 Mrd. USD und der Nettogewinn sogar von 1,01 Mrd. USD auf 188 Mio. USD bzw. 0,15 USD je Aktie (0,72 USD). Unter Ausblendung von Sondereffekten blieben Corning 0,34 USD je Aktie nach 0,37 USD im Vorjahr.
Ein größeres Augenmerk richtet sich allerdings auf die begleitenden Aussagen des Managements. Bis 2019 will man 20 Mrd. USD investieren, darunter 10 Mrd. USD in Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufe. Dazu weitet man das bestehende Aktienrückkaufprogramm um weitere 4 Mrd. USD aus und bereits im aktuellen vierten Quartal soll es beschleunigt und für 1,25 Mrd. USD eigene Aktien erworben werden. Weitere 10 Mrd. USD werden in den Ausbau des Geschäfts fließen, um Cornings führende Marktposition zu erhalten und auszubauen.
Cornings Quartalsdividende wird zum vierten Mal 0,12 USD je Aktie betragen und am 11. Dezember überwiesen. Der Dividendenabschlag hierzu erfolgt am 10. November. Allerdings will das Unternehmen seine Dividende bis 2019 um jährlich jeweils 10% anheben.
Fazit
Ob nun durch äußere Einmischung oder durch eigenes Erkennen des Managements, wir Corning-Aktionäre können eigentlich von den Überlegungen nur profitieren und die möglichen Entwicklungen als Bonus betrachten bei einem attraktiv bewerteten Langfristinvestment mit interessanten Perspektiven.
Seitdem ich Corning Ende Juli auf meine Empfehlungsliste genommen habe, ist der Kurs im Zuge der Herbstkorrektur noch etwas weiter gefallen. Bei den jetzt aktuellen 16,50 EUR wird das Unternehmen mit einem 2016er KGV von 11,8 und einer Dividendenrendite von 2,7% bewertet, was angesichts des soliden Cashflows und der positiven Aussichten geradezu unverschämt günstig erscheint.
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