Die Immobilienpreise klettern. Die Grundstückspreise klettern. Die Preise der Bauunternehmen klettern. Der Immobilienboom scheint kein Ende zu nehmen, jedenfalls in den Ballungszentren. Auf dem Land sieht das ganz anders aus. Und auch in den Metropolen gibt es - neben steigenden Mieten - eine Kehrseite: Verzögerungen. Nicht nur die kommunalen Auftraggeber mit ihren Schulanbauten, sondern auch immer öfter private Bauträger können ihre Projekte nicht mehr fristgerecht fertigstellen. Zu oft finden sie keine Handwerksbetriebe mehr oder wenn, dann nur zu horrenden Ausschreibungsergebnissen (bei den Kommunen). Wer diese hohen Priese nicht akzeptiert, bleibt auf seiner Planung oder seiner unfertigen Baustelle sitzen. Das kann sich natürlich kaum jemand leisten und so werden oft die (viel zu) hohen Preise zähneknirschend akzeptiert. Zu Lasten der ohnehin schrumpfenden Rendite.
Ein Schlaraffenland-Szenario für die Baubranche könnte man meinen. Doch nicht alle Anbieter profitieren wirklich. Auch bei Villeroy & Boch und Hornbach Baumarkt sollten Anleger vielleicht lieber zweimal hinsehen...
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Dienstag, 16. Oktober 2018
Mittwoch, 14. Juni 2017
Villeroy & Boch: Tradition trifft Zukunft. Und den Geist der Zeit...
Wenn es auf dem deutschen Kurszettel ein Traditionsunternehmen gibt, dann dürfte dies Villeroy & Boch sein. Die Marke ist jedem ein Begriff, nicht nur der Großmutter, die noch der Idee nachhängt, dass gute Geschirrset müsse von Generation zu Generation weitervererbt werden, um dann beim Sonntagskaffee im großen Familienkreis aufgetischt zu werden.
Doch die Zeiten der großen Familien und häufigen Zusammenkünfte sind längst vorbei und auch der Stellenwert der Aussteuer samt Omas hochwertigem Kaffeeservice ist deutlich gesunken. Anhand des Kursverlaufs der Villeroy & Boch-Aktie kann man dies gut ablesen. Denn schaut man weit in die Vergangenheit zurück, dann findet man Anfang der 1990er Jahre Kurse von über 35 Euro. Das ist beinahe doppelt so hoch wie heute und doch liegen die aktuellen 19 Euro, die man für jetzt einen Anteil an der Börse bezahlen muss, um das Fünffache höher, als zum Tiefstkurs während der Finanzkrise, als man eine Aktie für gerade mal 3,10 Euro bekam.
Dieses Auf- und Ab der Kurse spiegelt die Geschichte des Unternehmens gut wider und zeigt, wie schwer es Traditionsunternehmen mitunter haben, sich aus ihren traditionellen Geschäftsfeldern zu lösen und sich neu zu erfinden. Villeroy & Boch ist dies seit seiner Gründung im Jahr 1748 mehrfach gelungen. Obwohl man weiterhin vor allem für das hochwertige Porzellangeschirr bekannt ist, bieten die Saarländer heute ein weitaus breiteres Angebotsspektrum an. So ist man inzwischen zu einem Einrichtungs- und Ausstatterhaus geworden, das Architekten, Planern und Bauherren Einzel- und Komplettangebote bietet zum Thema Inneneinrichtung, Bad und Armaturen, Wohnkultur. Ganz wesentliches Element der Firmenphilosophie ist dabei der Qualitätsanspruch.
Doch die Zeiten der großen Familien und häufigen Zusammenkünfte sind längst vorbei und auch der Stellenwert der Aussteuer samt Omas hochwertigem Kaffeeservice ist deutlich gesunken. Anhand des Kursverlaufs der Villeroy & Boch-Aktie kann man dies gut ablesen. Denn schaut man weit in die Vergangenheit zurück, dann findet man Anfang der 1990er Jahre Kurse von über 35 Euro. Das ist beinahe doppelt so hoch wie heute und doch liegen die aktuellen 19 Euro, die man für jetzt einen Anteil an der Börse bezahlen muss, um das Fünffache höher, als zum Tiefstkurs während der Finanzkrise, als man eine Aktie für gerade mal 3,10 Euro bekam.
Dieses Auf- und Ab der Kurse spiegelt die Geschichte des Unternehmens gut wider und zeigt, wie schwer es Traditionsunternehmen mitunter haben, sich aus ihren traditionellen Geschäftsfeldern zu lösen und sich neu zu erfinden. Villeroy & Boch ist dies seit seiner Gründung im Jahr 1748 mehrfach gelungen. Obwohl man weiterhin vor allem für das hochwertige Porzellangeschirr bekannt ist, bieten die Saarländer heute ein weitaus breiteres Angebotsspektrum an. So ist man inzwischen zu einem Einrichtungs- und Ausstatterhaus geworden, das Architekten, Planern und Bauherren Einzel- und Komplettangebote bietet zum Thema Inneneinrichtung, Bad und Armaturen, Wohnkultur. Ganz wesentliches Element der Firmenphilosophie ist dabei der Qualitätsanspruch.
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Samstag, 22. Oktober 2016
Zahlen & Mehr: Funkwerk, Hypoport, Microsoft, PayPal, Sixt, Villeroy & Boch
:: Funkwerk
Funkwerk-Großaktionär Hörmann Finance wird ihre Beteiligung an der Funkwerk AG noch in diesem Jahr auf einen Mehrheitsanteil ausbauen. Die Anteile an Funkwerk übernimmt man gegen Verrechnung von Schulden von der Hörmann Funkwerk Holding GmbH und anschließend wird die Hörmann Finance 78,35% an der Funkwerk AG halten.
Meine Einschätzung
Grundsätzlich ändern tut sich nichts, auch zuvor schon hatte die Hörmann-Gruppe das Sagen bei Funkwerk. Nachdem bei Funkwerk inzwischen allerdings immer deutlicher der erfolgreiche Turnaround in den Vordergrund drängt, dürfte diese "Optimierung der Konzernstruktur" bei der Hörman-Gruppe wieder Übernahmephantasien bzgl. der Funkwerk AG beflügeln. Geduldige Anleger setzen auf die operativen Fortschritte und den nachhaltigen Turnaround; die Übernahme-Spekulation ist nur ein leckeres Zubrot.
:: Hypoport
Das im SDAX notierte Fintech-Unternehmen wartete mit vorläufigen 9-Monats-Zahlen auf und die konnten sich sehen lassen. So wird ein Umsatz von rund €113,5 Mio. (9M 2015: €103,1 Mio.) und ein Ertrag vor Zinsen und Steuern (EBIT) von rund €17 Mio. erwartet. Das EBIT konnte somit gegenüber dem ersten neun Monaten des Vorjahrs mit einer Steigerung um 15% überproportional ausgebaut werden (9M 2015: €14,7 Mio.). Und kurz zuvor hatte man auch Zahlen für das Transaktionsvolumen auf der Finanzplattform Europace vorgelegt, wo im dritten Quartal ein Rekordvolumen von €11,8 Mrd. erzielt wurde und damit 8% mehr als im Vorquartal. Für den bisherigen Jahresverlauf in den ersten 9 Monaten verzeichnet Hypoport allerdings einen leichten Rückgang der Summe auf €33,1 Mrd., was an den beiden schwachen Monaten April und Mai liegt, in denen sich die neue Wohnimmobilienkreditrichtlinie besonders negativ ausgewirkt hatte.
Meine Einschätzung
Hypoport ist ein "Game-Changer" in der Bankenlandschaft und wird einer der großen Gewinner des Umbruchs in der Bankenbranche bleiben. Die Wachstumskurve hat sich abgeflacht, während sich die Gewinne verstetigen. Für Langfristanleger bietet Hypoport hervorragende Perspektiven, da die gegenwärtigen Zahlen noch durch die massiven Investitionen in die neue Versicherungsplattform belastet sind, aus denen in den folgenden Jahren dann hohe Erträge zu erwarten sind.
:: Microsoft
Der IT-Riese legte Quartalszahlen vor und diese fielen ziemlich positiv aus. Der Umsatz im Geschäftsbereich Windows-Software und Mobilfunk fiel um 2% auf $9,3 Mrd. und das beinahe vollständig aufgegebene Smartphone-Geschäft ("Nokia") brach um weitere 72% ein. Und auch die Gaming-Sparte um die Spielkonsole Xbox gab um 5% niedrigere Umsätze her. Während diese negativen Aspekte bereits erwartet wurden, konnte Microsoft in den übrigen Bereichen massiv punkten. Die Office-Sparte, die inzwischen verstärkt als Abo angeboten werden,legte 6% auf $6,7 Mrd. zu und die Cloud-Sparte wuchs sogar um 8% auf $6,4 Mrd. Insbesondere der Cloud-Dienst Azure, mit dem Unternehmen ihre Websites, Apps oder Daten verwalten können, konnte beim Umsatz nahezu um 100% zulegen. Unterm Strich legte der bereinigte Konzernumsatz um 3% auf $22,3 Mird. zu und auch der Überschuss von $4,7 Mrd. lag über den Erwartungen der Analysten. Obwohl er auf Jahressicht um 4% nachgab.
Meine Einschätzung
Satya Nadella trimmt Microsoft auf Zukunft und hat aus dem angestaubten Software-Dinosaurier wieder ein hippes Business geformt. Sein Credo "Cloud first, mobile first" trägt Früchte und hat die Aktien von Microsoft auf ein neues Allzeithoch katapultiert und somit sogar die einstigen Höchststände aus der Zeit des Internet-Hypes und dem Platzen der Dot-Com-Blase Anfang 2000 hinter sich gelassen. Trotz der Schwäche beim Windows-Betriebssystem, das unter weiterhin nachgebenden Absätzen bei PCs und Notebooks leidet, befindet sich Microsoft auf dem richtigen Weg und dürfte für Anleger auch künftig eine erstklassige Wahl bleiben. Dazu trägt sicherlich auch bei, das Microsoft seine Quartalsdividende um 8% auf $0,39 anheben wird und ein weiteres Aktienrückkaufprogramm im Volumen von $40 Mrd. angekündigt hat.
:: PayPal
Der Bezahldienst Paypal konnte seinen Umsatz und Gewinn im vergangenen Quartal deutlich steigern. Die Erlöse kletterten im Vorjahresvergleich um 18% auf €2,7 Mrd., wie die ehemalige Ebay-Tochter mitteilte. Der Überschuss legte dabei um 7% auf €323 Mio. zu und für das traditionell konsumfreudige Weihnachtsquartal stellt PayPal ein Umsatzwachstum zwischen 14 und 17 Prozent in Aussicht.
Meine Einschätzung
PayPal profitiert vom zunehmenden Trend hin zu mobilen und bargeldlosen Bezahlformen und als Platzhirsch im E-Commerce-Business wächst man überproportional. Denn die wichtigste Währung beim Onlinebezahlen bleibt Vertrauen und hier hat PayPal eine sehr starke Marktstellung, einen ökonomischen Burggraben ("Moat"). Allerdings wird es künftig schwerer, sich hier zu behaupten, da mit Apple und Amazon zwei Giganten zu Konkurrenten heranwachsen, die über eine sehr breite Kundenbasis verfügen, denen man über die eigene Shops bereits Bezahldienstleistungen zur Verfügung stellt und die dort eigene Konten unterhalten. Und die beide ebenfalls über hohes Kundenvertrauen verfügen. PayPal wird sich hier jedoch auf absehbare Zeit behaupten können, auch weil der Markt insgesamt rasant weiter wächst.
:: Sixt Vz.
Der Autovermieter Sixt hat vorläufige Zahlen für das dritte Quartal präsentiert und im Anschluss seine Jahresprognose angehoben. Der Gewinn stieg von €79 Mio. auf rund €90 Mio. Diese deutliche Steigerung beruht nach Unternehmensangaben "im Wesentlichen auf einer im Geschäftsfeld Autovermietung im Ausland stark gestiegenen Nachfrage, verbunden mit einer hohen Auslastung der Vermietflotte und geringeren Refinanzierungskosten“. Für das Gesamtjahr rechnet Sixt nun mit einem Vorsteuerergebnis von mindestens €200 Mio.
Meine Einschätzung
Der umtriebige Autovermieter fährt weiter voll auf Kurs und bleibt der Top-Pick im Autovermietbusiness für langfristig orientierte Anleger, nicht nur wegen der üppigen Dividendenrendite.
:: Villeroy & Boch
Der Porzellan-Konzern hat seine 9-Monats-Zahlen vorgelegt und kann einen Umsatzanstieg um 2,8% auf €594,7 Mio. vermelden, während der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) sogar um 7,7% auf €23,8 Mio. gesteigert werden konnte. Das Konzernergebnis stieg auf €13,9 Mio. nach zuvor €12,5 Mio. Insbesondere mit dem robusten deutschen Heimatmarkt zeigte sich Villeroy & Boch zufrieden und bestätigte die bisherige Prognose für das Gesamtjahr, die einen Umsatzanstieg um 3 bis 6 Prozent vorsieht, während der operative Gewinn zwischen 5 und 10 Prozent gesteigert werden soll.
Meine Einschätzung
Villeroy & Boch gelingt es, seine Margen zu verbessern und sich auf seine Kerngeschäftsfelder zu konzentrieren. Daneben winken noch hohe Sondererträge aus Immobiliengeschäften, weil das Unternehmen in mehreren Ländern seine oftmals innenstädtischen Produktionsstätten aufgegeben hat und diese Liegenschaften nun verkauft werden. Insbesondere das Grundstück in Luxemburg dürfte hier in absehbarer Zeit zu über mehrere Jahren verteilten Erlösen führen. Und diese Kombination aus operativen Erfolgen und Mehrwert generierenden Sonderfaktoren macht Villeroy & Boch für Langfristanleger auch weiterhin interessant.
Funkwerk, Hypoport, Microsoft, PayPal, Sixt und Villeroy & Boch befinden sich auf meiner Empfehlungsliste.
Funkwerk-Großaktionär Hörmann Finance wird ihre Beteiligung an der Funkwerk AG noch in diesem Jahr auf einen Mehrheitsanteil ausbauen. Die Anteile an Funkwerk übernimmt man gegen Verrechnung von Schulden von der Hörmann Funkwerk Holding GmbH und anschließend wird die Hörmann Finance 78,35% an der Funkwerk AG halten.
Meine Einschätzung
Grundsätzlich ändern tut sich nichts, auch zuvor schon hatte die Hörmann-Gruppe das Sagen bei Funkwerk. Nachdem bei Funkwerk inzwischen allerdings immer deutlicher der erfolgreiche Turnaround in den Vordergrund drängt, dürfte diese "Optimierung der Konzernstruktur" bei der Hörman-Gruppe wieder Übernahmephantasien bzgl. der Funkwerk AG beflügeln. Geduldige Anleger setzen auf die operativen Fortschritte und den nachhaltigen Turnaround; die Übernahme-Spekulation ist nur ein leckeres Zubrot.
:: Hypoport
Das im SDAX notierte Fintech-Unternehmen wartete mit vorläufigen 9-Monats-Zahlen auf und die konnten sich sehen lassen. So wird ein Umsatz von rund €113,5 Mio. (9M 2015: €103,1 Mio.) und ein Ertrag vor Zinsen und Steuern (EBIT) von rund €17 Mio. erwartet. Das EBIT konnte somit gegenüber dem ersten neun Monaten des Vorjahrs mit einer Steigerung um 15% überproportional ausgebaut werden (9M 2015: €14,7 Mio.). Und kurz zuvor hatte man auch Zahlen für das Transaktionsvolumen auf der Finanzplattform Europace vorgelegt, wo im dritten Quartal ein Rekordvolumen von €11,8 Mrd. erzielt wurde und damit 8% mehr als im Vorquartal. Für den bisherigen Jahresverlauf in den ersten 9 Monaten verzeichnet Hypoport allerdings einen leichten Rückgang der Summe auf €33,1 Mrd., was an den beiden schwachen Monaten April und Mai liegt, in denen sich die neue Wohnimmobilienkreditrichtlinie besonders negativ ausgewirkt hatte.
Meine Einschätzung
Hypoport ist ein "Game-Changer" in der Bankenlandschaft und wird einer der großen Gewinner des Umbruchs in der Bankenbranche bleiben. Die Wachstumskurve hat sich abgeflacht, während sich die Gewinne verstetigen. Für Langfristanleger bietet Hypoport hervorragende Perspektiven, da die gegenwärtigen Zahlen noch durch die massiven Investitionen in die neue Versicherungsplattform belastet sind, aus denen in den folgenden Jahren dann hohe Erträge zu erwarten sind.
:: Microsoft
Der IT-Riese legte Quartalszahlen vor und diese fielen ziemlich positiv aus. Der Umsatz im Geschäftsbereich Windows-Software und Mobilfunk fiel um 2% auf $9,3 Mrd. und das beinahe vollständig aufgegebene Smartphone-Geschäft ("Nokia") brach um weitere 72% ein. Und auch die Gaming-Sparte um die Spielkonsole Xbox gab um 5% niedrigere Umsätze her. Während diese negativen Aspekte bereits erwartet wurden, konnte Microsoft in den übrigen Bereichen massiv punkten. Die Office-Sparte, die inzwischen verstärkt als Abo angeboten werden,legte 6% auf $6,7 Mrd. zu und die Cloud-Sparte wuchs sogar um 8% auf $6,4 Mrd. Insbesondere der Cloud-Dienst Azure, mit dem Unternehmen ihre Websites, Apps oder Daten verwalten können, konnte beim Umsatz nahezu um 100% zulegen. Unterm Strich legte der bereinigte Konzernumsatz um 3% auf $22,3 Mird. zu und auch der Überschuss von $4,7 Mrd. lag über den Erwartungen der Analysten. Obwohl er auf Jahressicht um 4% nachgab.
Meine Einschätzung
Satya Nadella trimmt Microsoft auf Zukunft und hat aus dem angestaubten Software-Dinosaurier wieder ein hippes Business geformt. Sein Credo "Cloud first, mobile first" trägt Früchte und hat die Aktien von Microsoft auf ein neues Allzeithoch katapultiert und somit sogar die einstigen Höchststände aus der Zeit des Internet-Hypes und dem Platzen der Dot-Com-Blase Anfang 2000 hinter sich gelassen. Trotz der Schwäche beim Windows-Betriebssystem, das unter weiterhin nachgebenden Absätzen bei PCs und Notebooks leidet, befindet sich Microsoft auf dem richtigen Weg und dürfte für Anleger auch künftig eine erstklassige Wahl bleiben. Dazu trägt sicherlich auch bei, das Microsoft seine Quartalsdividende um 8% auf $0,39 anheben wird und ein weiteres Aktienrückkaufprogramm im Volumen von $40 Mrd. angekündigt hat.
:: PayPal
Der Bezahldienst Paypal konnte seinen Umsatz und Gewinn im vergangenen Quartal deutlich steigern. Die Erlöse kletterten im Vorjahresvergleich um 18% auf €2,7 Mrd., wie die ehemalige Ebay-Tochter mitteilte. Der Überschuss legte dabei um 7% auf €323 Mio. zu und für das traditionell konsumfreudige Weihnachtsquartal stellt PayPal ein Umsatzwachstum zwischen 14 und 17 Prozent in Aussicht.
Meine Einschätzung
PayPal profitiert vom zunehmenden Trend hin zu mobilen und bargeldlosen Bezahlformen und als Platzhirsch im E-Commerce-Business wächst man überproportional. Denn die wichtigste Währung beim Onlinebezahlen bleibt Vertrauen und hier hat PayPal eine sehr starke Marktstellung, einen ökonomischen Burggraben ("Moat"). Allerdings wird es künftig schwerer, sich hier zu behaupten, da mit Apple und Amazon zwei Giganten zu Konkurrenten heranwachsen, die über eine sehr breite Kundenbasis verfügen, denen man über die eigene Shops bereits Bezahldienstleistungen zur Verfügung stellt und die dort eigene Konten unterhalten. Und die beide ebenfalls über hohes Kundenvertrauen verfügen. PayPal wird sich hier jedoch auf absehbare Zeit behaupten können, auch weil der Markt insgesamt rasant weiter wächst.
:: Sixt Vz.
Der Autovermieter Sixt hat vorläufige Zahlen für das dritte Quartal präsentiert und im Anschluss seine Jahresprognose angehoben. Der Gewinn stieg von €79 Mio. auf rund €90 Mio. Diese deutliche Steigerung beruht nach Unternehmensangaben "im Wesentlichen auf einer im Geschäftsfeld Autovermietung im Ausland stark gestiegenen Nachfrage, verbunden mit einer hohen Auslastung der Vermietflotte und geringeren Refinanzierungskosten“. Für das Gesamtjahr rechnet Sixt nun mit einem Vorsteuerergebnis von mindestens €200 Mio.
Meine Einschätzung
Der umtriebige Autovermieter fährt weiter voll auf Kurs und bleibt der Top-Pick im Autovermietbusiness für langfristig orientierte Anleger, nicht nur wegen der üppigen Dividendenrendite.
:: Villeroy & Boch
Der Porzellan-Konzern hat seine 9-Monats-Zahlen vorgelegt und kann einen Umsatzanstieg um 2,8% auf €594,7 Mio. vermelden, während der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) sogar um 7,7% auf €23,8 Mio. gesteigert werden konnte. Das Konzernergebnis stieg auf €13,9 Mio. nach zuvor €12,5 Mio. Insbesondere mit dem robusten deutschen Heimatmarkt zeigte sich Villeroy & Boch zufrieden und bestätigte die bisherige Prognose für das Gesamtjahr, die einen Umsatzanstieg um 3 bis 6 Prozent vorsieht, während der operative Gewinn zwischen 5 und 10 Prozent gesteigert werden soll.
Meine Einschätzung
Villeroy & Boch gelingt es, seine Margen zu verbessern und sich auf seine Kerngeschäftsfelder zu konzentrieren. Daneben winken noch hohe Sondererträge aus Immobiliengeschäften, weil das Unternehmen in mehreren Ländern seine oftmals innenstädtischen Produktionsstätten aufgegeben hat und diese Liegenschaften nun verkauft werden. Insbesondere das Grundstück in Luxemburg dürfte hier in absehbarer Zeit zu über mehrere Jahren verteilten Erlösen führen. Und diese Kombination aus operativen Erfolgen und Mehrwert generierenden Sonderfaktoren macht Villeroy & Boch für Langfristanleger auch weiterhin interessant.
Funkwerk, Hypoport, Microsoft, PayPal, Sixt und Villeroy & Boch befinden sich auf meiner Empfehlungsliste.
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Freitag, 24. Juli 2015
Villeroy & Boch-CFO Warncke im Interview: "Potenziale sind Phantasie für die Zukunft"
Kürzlich hatte das 1748 gegründete Traditionsunternehmen Villeroy & Boch Halbjahreszahlen präsentiert und die können sich sehen lassen. Der Umsatz stieg um 4 Prozent auf 387 Mio. EUR und das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sogar um 16,3 Prozent auf 15,7 Mio. EUR. Insbesondere in den USA und in Europa laufen die Geschäfte rund, im Hoffnungsmarkt Russland steht man aber vor großen Herausforderungen. Im Gesamtjahr will der Konzern, der weltweit in 125 Ländern vertreten ist und rund 7.000 Mitarbeiter beschäftigt, seinen Umsatz um 3 bis 5 und das Betriebsergebnis um mehr als 5 Prozent verbessern und bekräftigte die diesbezügliche Jahresprognose.
Markus Warncke ist seit Anfang des Jahres Finanzvorstand, Neudeutsch CFO, beim Traditionsunternehmen Villeroy & Boch. iNTELLiGENT iNVESTiEREN befragte ihn zu den aktuellen Quartalszahlen und den weiteren Aussichten des Bad- und Keramikherstellers, der seit drei Jahren auf meiner Empfehlungsliste steht.
ii: Herr Warncke, zum zweiten Mal durften Sie die Zahlen des Villeroy & Boch Konzerns präsentieren und zwar gute. Welche Erfolge halten Sie für besonders erwähnenswert?
Warncke: Nach einem durchwachsenen ersten Quartal 2015 hat unser Geschäft zwischen April und Juni kräftig Fahrt aufgenommen – das hat uns sehr gefreut. Zum Halbjahr haben wir unseren Umsatz um 4 % gesteigert und liegen damit genau in der Mitte unserer Wachstumsprognose von 3 % bis 5 %. Unser operatives Ergebnis haben wir deutlich überproportional verbessert, nämlich um 16,3 %. Sowohl in der Produktion als auch in der Verwaltung arbeiten wir immer effizienter, außerdem hilft uns die höhere Umsatzqualität. In puncto Profitabilität sind wir aber noch nicht am Ende – mittelfristig wollen wir die EBIT-Rendite auf 7 % steigern.
ii: In der Vergangenheit war das Geschäft von Villeroy & Boch eher margenschwach und insbesondere nicht nur die nationalen Aktivitäten von großen Herausforderungen geprägt. Wie wollen Sie in Deutschland im Wettbewerb bestehen und ihre Margen verbessern?
Warncke: Mit unserer starken Marke im Rücken haben wir zunächst einmal die perfekte Ausgangsposition. Europa ist und bleibt unser Heimatmarkt – hier sind wir bekannt und hier ist unsere Distribution am größten. Über den Erfolg entscheiden am Ende unsere Produkte und die Vermarktung. Im Bereich Tischkultur adressieren wir derzeit verstärkt spezielle Produktwelten für Trendthemen wie Barbecue, Pasta, Pizza und Kaffee. Ebenso wollen wir uns stärker im Segment hochwertiger Geschenke positionieren. Im Sanitärgeschäft rücken zunehmend digitale Service-Angebote zur Badezimmer-Planung in den Fokus, beispielsweise mit unserer neuen 3D-Brille, mit der man virtuell durch das zuvor am PC gestaltete Bad gehen kann. Produktseitig beschäftigen wir uns u.a. mit neuen Werkstoffen, um außergewöhnliche Formen mit enorm dünner Keramik herzustellen. Gleichzeitig arbeiten wir weiter daran, unsere Prozesse in Produktion und Verwaltung zu verbessern und Kosten zu sparen. Insgesamt sind wir auf dem richtigen Weg, davon bin ich überzeugt!
ii: Als einer der großen Zukunftsmärkte für V&B wurde in den letzten Jahren Russland bezeichnet. Die Ukrainekrise und die Russlandsanktionen treffen das Land hart und auch viele Deutsche Unternehmen. Inwieweit ist das Geschäft von V&B betroffen und hat dies Auswirkungen auf ihre Strategie?
Warncke: Im Bereich Tischkultur trifft uns die Krise vor allem, weil die russischen Verbraucher deutlich weniger in Konsumgüter investieren. Bei Bad und Wellness – mit einem Umsatzanteil von 80 % der deutlich größere Geschäftsbereich in Russland – zeigt sich aber ein ganz anderes Bild. Hier haben wir im ersten Halbjahr 40,5 % mehr umgesetzt als im Vorjahr. Der Grund: Es wird weiter massiv in langfristige Vermögenswerte investiert – und wo viel gebaut wird, sind wir mit unseren Sanitärprodukten zur Stelle. Dabei profitieren wir auch von unserem eigenen Lager in der Nähe Moskaus, durch das wir schneller liefern können als so mancher Wettbewerber. Außerdem gewährt unsere Rubel-Preisliste den Kunden Preissicherheit – ein wichtiges Argument in Zeiten der Währungsturbulenzen. An Russland als Wachstumsmarkt halten wir also fest.
ii: Neben den operativen Fortschritten sind die Geschäftsberichte immer wieder von außerordentlichen Faktoren geprägt. So werden dem Unternehmen über mehrere Jahre hinweg Einnahmen aus dem Grundstücksprojekt in Gustavsberg (Schweden) zufließen und auch in anderen Ländern hat V&B Standorte aufgegeben. Gibt es dort neue Entwicklungen? Insbesondere das Areal in Luxemburg war ja mit großen Hoffnungen verbunden.
Warncke: Die Entwicklung unseres Grundstücks in Luxemburg haben wir weiterhin fest im Blick! Wir sind in konstruktiven Gesprächen mit der Stadt Luxemburg und haben bereits Pläne vorgelegt, wie das über 60.000 m² große Areal, das mit rund 3,5 km Entfernung zum Stadtzentrum auch bestens für Wohnraum geeignet ist, genutzt werden kann. Bis zur Umsetzung wird es aber noch dauern. In Gustavsberg sind wir dagegen mitten in der Projektabwicklung. In den Jahren 2013 und 2014 haben wir bereits Sondererträge in Höhe von 11,8 Mio. € realisiert, im laufenden Jahr bislang 1,0 Mio. €. Von den ausstehenden 4,2 Mio. € erwarten wir den größeren Teil noch in diesem Jahr.
ii: Sie haben für das abgelaufene Geschäftsjahr die Dividende erhöht und weisen eine Rendite von 3,5% auf. Wie wichtig sind Dividenden für Sie und wie sieht ihre Dividendenstrategie aus?
Warncke: Wir wollen rund 50 % des operativen Gewinns an die Aktionäre ausschütten und die andere Hälfte nutzen, um Investitionen zu tätigen und die Substanz des Unternehmens zu stärken. Das bedeutet: Von unserer positiven Entwicklung und steigenden Gewinnen profitieren auch die Aktionäre.
ii: Im Zuge des Börsengangs 1990 wurden die stimmrechtslosen Vorzugsaktien eingeführt, während die vielen beteiligten Familienmitglieder die Stammaktien halten. In letzter Zeit legen immer mehr Unternehmen ihre Stamm- und Vorzugsaktien zusammen, um für den Kapitalmarkt attraktiver zu werden. Gleichzeitig wählen sie die Gesellschaftsform der KGaA, um den Einfluss der bisherigen Stammaktien-Inhaber zu sichern. Gibt es bei V&B auch Gedanken in diese Richtung?
Warncke: Nein, diese Gedanken gibt es derzeit nicht.
ii: Wenn Sie V&B einem Anleger in wenigen Worten beschreiben müssten, was würden Sie ihm sagen? Weshalb ist die V&B-Aktie aus ihrer Sicht ein lohnendes Investment?
Warncke: Wir verfügen mit unserer Marke über einen echten Wert und bieten Produkte von einer besonderen Qualität an. Außerdem sind wir in den europäischen Kernmärkten enorm gut aufgestellt. Gleichzeitig forcieren wir das Wachstumstempo außerhalb von Kerneuropa, arbeiten an unserer Effizienz in Produktion und Verwaltung und damit an unserer Profitabilität. Kurz gesagt: Wir haben in allen Bereichen noch Potenzial – sowohl auf der Umsatz- als auch auf der Ertragsseite. Und das ist es doch, was Investoren interessiert: Potenziale sind Phantasie für die Zukunft.
ii: Herr Warncke, vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben für dieses Gespräch.
Markus Warncke ist seit Anfang des Jahres Finanzvorstand, Neudeutsch CFO, beim Traditionsunternehmen Villeroy & Boch. iNTELLiGENT iNVESTiEREN befragte ihn zu den aktuellen Quartalszahlen und den weiteren Aussichten des Bad- und Keramikherstellers, der seit drei Jahren auf meiner Empfehlungsliste steht.
ii: Herr Warncke, zum zweiten Mal durften Sie die Zahlen des Villeroy & Boch Konzerns präsentieren und zwar gute. Welche Erfolge halten Sie für besonders erwähnenswert?
Warncke: Nach einem durchwachsenen ersten Quartal 2015 hat unser Geschäft zwischen April und Juni kräftig Fahrt aufgenommen – das hat uns sehr gefreut. Zum Halbjahr haben wir unseren Umsatz um 4 % gesteigert und liegen damit genau in der Mitte unserer Wachstumsprognose von 3 % bis 5 %. Unser operatives Ergebnis haben wir deutlich überproportional verbessert, nämlich um 16,3 %. Sowohl in der Produktion als auch in der Verwaltung arbeiten wir immer effizienter, außerdem hilft uns die höhere Umsatzqualität. In puncto Profitabilität sind wir aber noch nicht am Ende – mittelfristig wollen wir die EBIT-Rendite auf 7 % steigern.
ii: In der Vergangenheit war das Geschäft von Villeroy & Boch eher margenschwach und insbesondere nicht nur die nationalen Aktivitäten von großen Herausforderungen geprägt. Wie wollen Sie in Deutschland im Wettbewerb bestehen und ihre Margen verbessern?
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| Villeroy & Boch-CFO Markus Warncke |
ii: Als einer der großen Zukunftsmärkte für V&B wurde in den letzten Jahren Russland bezeichnet. Die Ukrainekrise und die Russlandsanktionen treffen das Land hart und auch viele Deutsche Unternehmen. Inwieweit ist das Geschäft von V&B betroffen und hat dies Auswirkungen auf ihre Strategie?
Warncke: Im Bereich Tischkultur trifft uns die Krise vor allem, weil die russischen Verbraucher deutlich weniger in Konsumgüter investieren. Bei Bad und Wellness – mit einem Umsatzanteil von 80 % der deutlich größere Geschäftsbereich in Russland – zeigt sich aber ein ganz anderes Bild. Hier haben wir im ersten Halbjahr 40,5 % mehr umgesetzt als im Vorjahr. Der Grund: Es wird weiter massiv in langfristige Vermögenswerte investiert – und wo viel gebaut wird, sind wir mit unseren Sanitärprodukten zur Stelle. Dabei profitieren wir auch von unserem eigenen Lager in der Nähe Moskaus, durch das wir schneller liefern können als so mancher Wettbewerber. Außerdem gewährt unsere Rubel-Preisliste den Kunden Preissicherheit – ein wichtiges Argument in Zeiten der Währungsturbulenzen. An Russland als Wachstumsmarkt halten wir also fest.
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| Villeroy & Boch (Quelle: comdirect.de) |
Warncke: Die Entwicklung unseres Grundstücks in Luxemburg haben wir weiterhin fest im Blick! Wir sind in konstruktiven Gesprächen mit der Stadt Luxemburg und haben bereits Pläne vorgelegt, wie das über 60.000 m² große Areal, das mit rund 3,5 km Entfernung zum Stadtzentrum auch bestens für Wohnraum geeignet ist, genutzt werden kann. Bis zur Umsetzung wird es aber noch dauern. In Gustavsberg sind wir dagegen mitten in der Projektabwicklung. In den Jahren 2013 und 2014 haben wir bereits Sondererträge in Höhe von 11,8 Mio. € realisiert, im laufenden Jahr bislang 1,0 Mio. €. Von den ausstehenden 4,2 Mio. € erwarten wir den größeren Teil noch in diesem Jahr.
ii: Sie haben für das abgelaufene Geschäftsjahr die Dividende erhöht und weisen eine Rendite von 3,5% auf. Wie wichtig sind Dividenden für Sie und wie sieht ihre Dividendenstrategie aus?
Warncke: Wir wollen rund 50 % des operativen Gewinns an die Aktionäre ausschütten und die andere Hälfte nutzen, um Investitionen zu tätigen und die Substanz des Unternehmens zu stärken. Das bedeutet: Von unserer positiven Entwicklung und steigenden Gewinnen profitieren auch die Aktionäre.
ii: Im Zuge des Börsengangs 1990 wurden die stimmrechtslosen Vorzugsaktien eingeführt, während die vielen beteiligten Familienmitglieder die Stammaktien halten. In letzter Zeit legen immer mehr Unternehmen ihre Stamm- und Vorzugsaktien zusammen, um für den Kapitalmarkt attraktiver zu werden. Gleichzeitig wählen sie die Gesellschaftsform der KGaA, um den Einfluss der bisherigen Stammaktien-Inhaber zu sichern. Gibt es bei V&B auch Gedanken in diese Richtung?
Warncke: Nein, diese Gedanken gibt es derzeit nicht.
ii: Wenn Sie V&B einem Anleger in wenigen Worten beschreiben müssten, was würden Sie ihm sagen? Weshalb ist die V&B-Aktie aus ihrer Sicht ein lohnendes Investment?
Warncke: Wir verfügen mit unserer Marke über einen echten Wert und bieten Produkte von einer besonderen Qualität an. Außerdem sind wir in den europäischen Kernmärkten enorm gut aufgestellt. Gleichzeitig forcieren wir das Wachstumstempo außerhalb von Kerneuropa, arbeiten an unserer Effizienz in Produktion und Verwaltung und damit an unserer Profitabilität. Kurz gesagt: Wir haben in allen Bereichen noch Potenzial – sowohl auf der Umsatz- als auch auf der Ertragsseite. Und das ist es doch, was Investoren interessiert: Potenziale sind Phantasie für die Zukunft.
ii: Herr Warncke, vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben für dieses Gespräch.
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Freitag, 13. Februar 2015
Villeroy & Boch hebt nach soliden Zahlen die Dividende an
Der traditionsreiche Keramik-Hersteller Villeroy & Boch hat ein solides Zahlenwerk präsentiert, das den Unruhen in der Ukraine und den Turbulenzen in Russland trotzen konnte. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014 konnte der Konzernumsatz auf konstanter Wechselkursbasis um 4,0%, nominal um 2,8% auf 766,3 Mio. EUR gesteigert werden. Das operative EBIT wurde um 6,1% auf 38,4 Mio. EUR verbessert und ein weiterer Sonderertrag wurde im Rahmen des Immobilienprojekts in Schweden realisiert. Durch diese 4,8 Mio. EUR (Vorjahr: 7,0 Mio. EUR) wurde ein EBIT von insgesamt 43,2 Mio. EUR. erzielt, so dass das Konzernergebnis mit 24,3 Mio. EUR über dem Vorjahreswert von 23,9 Mio. EUR liegt. Besonders erwähnenswert ist, dass die operative Nettovermögensrendite von 12,0% auf 13,0% gesteigert werden konnte - hier hatte Villeroy & Boch in der Vergangenheit deutliches Nachholpotenzial aufgewiesen und die neuen Werte zeigen, dass die eingeleiteten Maßnahmen zunehmend ihre Wirkung entfalten.
Für 2015 will man an das gute Abschneiden im Jahr 2014 anknüpfen und den Konzernumsatz erneut um 3 bis 5 Prozent steigern. Beim operativen Ergebnis soll der Zuwachs sogar leicht über der prognostizierten Umsatzsteigerung und somit über 5 Prozent liegen.
Für Anleger weiterhin interessant dürfte die Nachricht sein, dass die Dividenden deutlich um 5 Prozent erhöht werden soll. Stammaktien sollen auf der Hauptversammlung am 27. März mit 0,39 EUR bedacht werden, die Vorzugsaktien sogar mit 0,44 EUR. Auf Basis des derzeitigen Börsenkurses von 13 Euro für die Vorzugsaktie liegt die aktuelle Dividendenrendite bei knapp 3,4 Prozent.
Villeroy & Boch Vz. befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.
Für 2015 will man an das gute Abschneiden im Jahr 2014 anknüpfen und den Konzernumsatz erneut um 3 bis 5 Prozent steigern. Beim operativen Ergebnis soll der Zuwachs sogar leicht über der prognostizierten Umsatzsteigerung und somit über 5 Prozent liegen.
Für Anleger weiterhin interessant dürfte die Nachricht sein, dass die Dividenden deutlich um 5 Prozent erhöht werden soll. Stammaktien sollen auf der Hauptversammlung am 27. März mit 0,39 EUR bedacht werden, die Vorzugsaktien sogar mit 0,44 EUR. Auf Basis des derzeitigen Börsenkurses von 13 Euro für die Vorzugsaktie liegt die aktuelle Dividendenrendite bei knapp 3,4 Prozent.
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Dienstag, 23. Oktober 2012
Villeroy & Boch bleibt stark auf Kurs
Der Keramikhersteller Villeroy & Boch hat in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres weniger Umsatz mit Geschirr, Küchenutensilien und Accessoires erzielt, allerdings entfielt das Minus ausschließlich auf die Sparte "Tischkultur". "Die für Villeroy & Boch wichtigen Märkte des Euroraums befinden sich in einer Rezession", hieß es. Darüber hinaus war ein Werk in Südamerika verkauft worden, in dem überwiegend margenschwache Erzeugnisse gefertigt wurden und im Vorjahreszeitraum schlug ein großer Einmalauftrag positiv zu Buche. Das Konzernergebnis blieb mit 6 Mio. EUR genau auf Vorjahresniveau.
Die Zahlen belegen, dass Villeroy & Boch es versteht, seine Margen zu verbessern und trotz widrigem Marktumfeldes unternehmerisch Kurs zu halten. Darüber hinaus bietet das Unternehmen neben der attraktiven Dividendenrendite von 5,5% und der moderaten Bewertung (2013er KGV von 7) auch erheblich Phantasie bzgl. der möglichen Grundstücksverkaufserlöse in Luxemburg.
An meiner positiven Einschätzung für Villeroy & Boch aus dem September hat sich nichts geändert und ich halte die Aktie weiterhin für unterbewertet.
Die Zahlen belegen, dass Villeroy & Boch es versteht, seine Margen zu verbessern und trotz widrigem Marktumfeldes unternehmerisch Kurs zu halten. Darüber hinaus bietet das Unternehmen neben der attraktiven Dividendenrendite von 5,5% und der moderaten Bewertung (2013er KGV von 7) auch erheblich Phantasie bzgl. der möglichen Grundstücksverkaufserlöse in Luxemburg.
An meiner positiven Einschätzung für Villeroy & Boch aus dem September hat sich nichts geändert und ich halte die Aktie weiterhin für unterbewertet.
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Sonntag, 16. September 2012
Villeroy & Boch: Lifestyle und noch viel mehr
Das traditionsreiche Familienunternehmen Villeroy & Boch AG stellt Haushaltswaren und Badezimmerequipment her und bewegt sich damit nicht gerade in spektakulären Sphären, die die Phantasie eines durchschnittlichen Börsenanlegers beflügeln würden. Andererseits steht das Unternehmen für solide und steige Zuwächse bei Umsätzen und Erträgen und ist seit Jahren in den Rankings der Spitzendividendenzahler weit oben vertreten.
Rund 8.700 Mitarbeiter erzielen gut 750 Mio. EUR Umsatz und für die nächsten Jahre rechnet das Unternehmen mit durchschnhittlichen Wachstumsraten von 5% - in Anbetracht der schwierigen konjunkturellen Lage nicht unambitionierte Ziele. Durch die beiden Bereiche „Bad und Wellness“ sowie „Tischkultur“ kann die Umsatzentwicklung im gewissen Maße diversifiziert werden. Vor allem das Geschäftsfeld „Bad und Wellness“ ist stark von der Entwicklung auf dem Immobilienmarkt und somit den Wohnungsneubauten und Renovierungen abhängig, während der Erfolg im Bereich „Tischkultur“ durch das Konsumentenverhalten bestimmt wird. Auch in Zukunft dürfte „Bad & Wellness“ maßgeblich die Entwicklung bei Villeroy & Boch bestimmen. Rund 60% der Investitionen sollen in diesen Bereich fließen, der Rest ist für „Tischkultur“ bestimmt.
Neben der originären unternehmerischen Betätigung fallen bei Villeroy & Boch allerdings Sonderfaktoren ins Gewicht. Zum einen musste das Unternehmen im Jahr 2010 eine EU-Kartellstrafe von 73 Mio. EUR bezahlen, die das Ergebnis deutlich verhagelt hat. Zum anderen trennt es sich von unrentablen Unternehmensbereichen und Grundstücken. Neben einem Werk in Mexiko wurden 2011 rund 9 Mio. EUR durch einen Immobilienverkauf erlöst. Und nachdem das ehemalige Produktionsgelände in Lübeck veräußert wurde, rückt nun das rund 70.000 qm große Arreal in Luxemburg in den Fokus. Nach Angaben der Analysten von Montega soll auf dem Gebiet bald ein neuer Wohnkomplex entstehen, so dass mit einem Verkaufspreis von 1.200 EUR/qm kalkuliert werden könne. Der daraus abgeleitete Cash-Zufluss von 85 Mio. EUR entspricht rund 40% der aktuellen Marktkapitalisierung (Stamm- und Vorzugsaktien) und die Aktionäre dürften durch eine Sonderdividende in signifikanter Höhe an dem Verkaufserlös beteiligt werden.
Fazit
Villeroy & Boch besticht durch eine solide Geschäftsentwicklung mit steigenden Umsätzen und Erträgen bei gleichzeitig attraktiver Bewertung mit einem 2013er KGV von knapp über 8 und einer Dividendenrendite von 6,7%. Darüber hinaus bieten die angedachten Grundstücksverkäufe zusätzliche Phantasie, so dass der Kurs nach unten hin abgesichert sein sollte und gleichzeitig einiges an Kurssteigerungspotenzial bietet. Eine Konstellation, die das Herz eines Langfristanlegers höher schlagen lässt.
Neben der originären unternehmerischen Betätigung fallen bei Villeroy & Boch allerdings Sonderfaktoren ins Gewicht. Zum einen musste das Unternehmen im Jahr 2010 eine EU-Kartellstrafe von 73 Mio. EUR bezahlen, die das Ergebnis deutlich verhagelt hat. Zum anderen trennt es sich von unrentablen Unternehmensbereichen und Grundstücken. Neben einem Werk in Mexiko wurden 2011 rund 9 Mio. EUR durch einen Immobilienverkauf erlöst. Und nachdem das ehemalige Produktionsgelände in Lübeck veräußert wurde, rückt nun das rund 70.000 qm große Arreal in Luxemburg in den Fokus. Nach Angaben der Analysten von Montega soll auf dem Gebiet bald ein neuer Wohnkomplex entstehen, so dass mit einem Verkaufspreis von 1.200 EUR/qm kalkuliert werden könne. Der daraus abgeleitete Cash-Zufluss von 85 Mio. EUR entspricht rund 40% der aktuellen Marktkapitalisierung (Stamm- und Vorzugsaktien) und die Aktionäre dürften durch eine Sonderdividende in signifikanter Höhe an dem Verkaufserlös beteiligt werden.
Fazit
Villeroy & Boch besticht durch eine solide Geschäftsentwicklung mit steigenden Umsätzen und Erträgen bei gleichzeitig attraktiver Bewertung mit einem 2013er KGV von knapp über 8 und einer Dividendenrendite von 6,7%. Darüber hinaus bieten die angedachten Grundstücksverkäufe zusätzliche Phantasie, so dass der Kurs nach unten hin abgesichert sein sollte und gleichzeitig einiges an Kurssteigerungspotenzial bietet. Eine Konstellation, die das Herz eines Langfristanlegers höher schlagen lässt.
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Sonntag, 8. April 2012
Villeroy & Boch: gute Zahlen für 2011, aber verhaltener Ausblick
Villeroy & Boch (WKN: 765723) hat gute Geschäftszahlen für 2011 präsentiert, doch der verhaltene Ausblick sorgt etwas für Ernüchterung. Demnach erwarte das Management für 2012 aufgrund des relativ verhaltenen Jahresstarts (Umsatzwachstum Jan-Feb: 1%) nur ein leichtes Umsatzwachstum auf 750 Mio. EUR bis 760 Mio. EUR. In den Folgejahren solle das Wachstum bei durchschnittlich 5% liegen. Die Ergebnisguidance sei mit +/- 15% (Wachstum ggü. 2011) sehr vage geblieben. Entsprechend dürfte das EBIT ohne Sondereffekte bei ca. 24 Mio. Euro bis 32 Mio. Euro liegen.
Doch gerade die Sondereffekte in Form von Grundstücksveräußerungen in Luxemburg und Schweden, die in den nächsten 2 bis fünf Jahren abgewickelt sein sollen, bringen Feuer in die Aktie, weil mit der Hebung erheblicher Bewertungsreserven zu rechnen ist und ggf. mit entsprechenden Ausschüttungen an die Aktionäre, nachdem kürzlich bereits die Dividende für 2011 auf 0,40 EUR verdoppelt wurde. Wie die Tagesordnung für die HV zeigt, will sich V&B sogar die Möglichkeit einräumen lassen, die selbst gehaltenen 1,68 Mio. eigenen Aktien als Sachdividende ("Gratisaktien") ausschütten zu können. Somit hat die Aktie fundamental einiges zu bieten. Nach einem EPS von 0,72 EUR in 2011 rechnet BÖRSE ONLINE unter konservativer Betrachtung mit 0,85 EUR in 2012. Für 2013 liegt die Schätzung derzeit bei 1,05 EUR. Daraus errechnet sich ein 2013er-Kurs-Gewinn-Verhältnis von 7,8. Auf Basis der Prognosen von Montega, bei der ein jährlicher Immobiliengewinn von zehn Mio. EUR für die nächsten vier Jahre unterstellt wird, kostet der Titel sogar nur das 3,8fache der 2013er-Schätzungen.
Doch gerade die Sondereffekte in Form von Grundstücksveräußerungen in Luxemburg und Schweden, die in den nächsten 2 bis fünf Jahren abgewickelt sein sollen, bringen Feuer in die Aktie, weil mit der Hebung erheblicher Bewertungsreserven zu rechnen ist und ggf. mit entsprechenden Ausschüttungen an die Aktionäre, nachdem kürzlich bereits die Dividende für 2011 auf 0,40 EUR verdoppelt wurde. Wie die Tagesordnung für die HV zeigt, will sich V&B sogar die Möglichkeit einräumen lassen, die selbst gehaltenen 1,68 Mio. eigenen Aktien als Sachdividende ("Gratisaktien") ausschütten zu können. Somit hat die Aktie fundamental einiges zu bieten. Nach einem EPS von 0,72 EUR in 2011 rechnet BÖRSE ONLINE unter konservativer Betrachtung mit 0,85 EUR in 2012. Für 2013 liegt die Schätzung derzeit bei 1,05 EUR. Daraus errechnet sich ein 2013er-Kurs-Gewinn-Verhältnis von 7,8. Auf Basis der Prognosen von Montega, bei der ein jährlicher Immobiliengewinn von zehn Mio. EUR für die nächsten vier Jahre unterstellt wird, kostet der Titel sogar nur das 3,8fache der 2013er-Schätzungen.
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