Samstag, 26. November 2022

Kissigs Beobachtungsliste

Meine Beobachtungsliste ist eine Anregung. Sie enthält Aktien, die ich langfristig für interessant und aussichtsreich erachte und hier im Blog begleite. Trotz vieler Überschneidungen ist sie weder identisch mit meinem Investmentdepot noch mit meinen Wikis und sie ist auch kein Musterdepot.















































































▶ Denke selbst!

»Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen«, riet Immanuel Kant. Also Leute, denkt selbst! Diese Beobachtungsliste ist eine Anregung, mehr nicht. Sie dient dazu, dass ihr euch eure eigenen Gedanken zu den Unternehmen macht und euren eigenen Investment-Case erarbeitet. Dazu könnt ihr gerne auf meine Einschätzungen zurückgreifen und gerne können wir über die einzelnen Positionen und das (Value) Investing diskutieren. Denn das ist der Grund, weshalb ich dieses Blog betreibe: ich möchte mit euch ins Gespräch kommen, von euch lernen, und auch dadurch ein besserer Investor werden.
»Wer nicht fähig ist, sich selber eine Meinung zu bilden und eine Entscheidung zu treffen, darf nicht zur Börse.«
(André Kostolany)
Fakt ist allerdings, dass nicht jeder Mensch zum guten Aktieninvestor taugt; z.B. mangels Zeit, mangels Interesses, mangels notwendiger charakterlicher Eigenschaften (wie Geduld und Coolness in Stresssituationen). Ist nun mal so, muss sich niemand für schämen. Entscheidend ist aber, dass man dies für sich erkennt und dann die richtigen Konsequenzen daraus zieht. Warren Buffett, der wohl beste Investor aller Zeiten, rät für diese Fälle, sein Geld nicht in Einzelwerte zu stecken, sondern kostengünstige Indexfonds (auf den S&P 500) zu kaufen und einfach unberührt im Depot für sich arbeiten lassen. Geht auch...

▶ Historie der Zu- und Abgänge auf meiner Beobachtungsliste

Alle Aufnahmen und Streichungen zu meiner Beobachtungsliste finden sich auf der Transaktionsliste.

▶ Investor-Updates

In meinen Investor-Updates beschreibe ich quartalsweise, wie sich die Entwicklungen bei einzelnen Unternehmen in meinem Depot als Käufe, Verkäufe oder Umschichtungen niedergeschlagen haben und erläutere meine aktuelle TOP 10.

▶ Performance-Updates

In meinen Performance-Updates beschreibe ich monatlich, wie sich die Börsen und meine drei Wikis in den vergangenen Wochen so geschlagen haben.


▶ RECHTLICHER HINWEIS NACH WPHG

Viele der in meinem Blog erwähnten Werte halte oder handle ich regelmäßig. Die in diesem Blog enthaltenen Beiträge sind meine persönliche Meinung und stellen weder eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar, noch sind sie als Beratungsleistung zu werten. Ich übernehme trotz aller Sorgfalt keine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Informationen; sie beruhen auf Quellen, die ich für vertrauenswürdig und zuverlässig halte.

Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass der Handel mit Aktien, Optionsscheinen, Zertifikaten, Optionen und anderen Finanzprodukten mit grundsätzlichen Risiken verbunden ist und zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen kann. Gewinne der Vergangenheit können zukünftige Ergebnisse nicht garantieren.

Für Investitionen, die aufgrund meiner Aussagen getätigt werden, übernehme ich keinerlei Verantwortung. Jeder Anleger handelt auf eigenes Risiko und sollte sich von einem Bank unabhängigen Experten beraten lassen, inwieweit die vorgestellten Wertpapiere zu seinem persönlichen Risikoprofil passen.

Vor allem Nebenwerte und/oder Aktien in Turnaround-Situationen sind oftmals markteng und weisen daher bisweilen sehr hohe Differenzen zwischen An- und Verkaufskursen aus (sog. Spreads). Bereits kleinere Orders können daher starke Kursschwankungen auslösen. Hier sollte man daher stets mit Limits agieren!

143 Kommentare:

  1. Hallo,Michael,
    ich überlege meinen Bestand an Aggreko (A1XFZR) aufzustocken, bin aber noch unsicher. Meiner Meinung nach ein einfaches Geschäftsmodell mit temporären Problemen. Eine eher zurückhaltende Einschätzung bei Value&Opportunity hat mich aber verunsichert. Hast du dich vielleicht schonmal mit diesem Wert beschäftigt ? Kannst du eine Einschätzung vornehmen ? Das würde mich dann interessieren.
    Herzliche Grüße
    Maria

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    1. Moin Maria,
      Aggreko kenne ich nur oberflächlich. Die Analyse bei Value and Opportunity habe ich mir angesehen, die wirkt ziemlich stimmig. Insbesondere gibt zu denken, dass das Management selbst davon ausgeht, dass 2015 kein gutes Jahr wird und 2016 noch schlechter. Es stellt sich daher die Frage, weshalb man dann jetzt die Aktien kaufen sollte? Denn ich glaube nicht, dass diese schlechte operative Entwicklung bereits im Kurs enthalten ist - die gerät schnell wieder in Vergessenheit und bei Vorlage der nächsten Zahlen gibt es dann wieder eine negative "Überraschung" und die nächste Abverkaufswelle. Vermutlich ist es ratsam, zunächst einmal abzuwarten, bis das Überangebot nachlässt und die Aktie einen Boden findet. Auf dieser Basis kann man dann schauen, ob Aggreko eine akzeptable Bewertung (für 2016 und danach) aufweist.

      Ein Aspekt, der Aggreko in die Hände spielen könnte, ist das von mir im Blog angesprochene Naturphänomen "El Niño", das wohl in diesem Jahr wieder sein Unwesen treiben wird. Denn Einsatzmöglichkeiten für die Stromaggregate von Aggreko ergeben sich ja vor allem in Kriegs- und Krisengebieten - und die dürften dank "El Niño" zum Jahresende hin weltweit deutlich zunehmen. Das spielt dann Aggreko in die Karten, allerdings erst ab 2016. Hier könnte man also beobachten, wie schlimm "El Niño" wütet und im Wissen, dass dann die Nachfrage nach Aggrekos Generatoren anziehen wird, die Aktien im Vorgriff auf die dann zu erwartenden besseren Zahlen kaufen. Sofern die Bewertung zu dem Zeitpunkt attraktiv ist.

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    2. Ich halte auch folgende Interpretation für möglich, frei nach Kostolany, also eher stimmungstechnisch : Lt. V&O Blog ist die Aktie bei den Analysten schon länger in Ungnade gefallen, vormals Darling-Status, der Kurs dümpelt bereits seit einiger Zeit und jetzt haben viele die Aktie verkauft. Hohe Umsätze, bei fallenden Kursen. Könnte auch eine gute Einstiegsmöglichkeit sein, gerade weil die schlechten Nachrichten ja zu fallenden Kursen geführt haben, könnten diese jetzt eingepreist sein. Es ist halt die Frage, schmerzt es mich mehr, wenn mir der Kurs davonläuft, weil die Ertragssituation sich plötzlich verbessert, was ich eben nicht voraussehen kann, wann das passieren wird ? Oder schmerzt es mich mehr, wenn der Kurs noch etwas fällt, ich aber von dem Geschäftsmodell überzeugt bin und die Verluste dann halt aussitzen muss ?

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    3. So wie ich Dich verstanden habe, sitzt Du die bereits aufgelaufenen Kursverluste bei Deinem Aggreko-Bestand ja ohnehin aus, denn Du überlegst ja, weitere Aktien hinzuzukaufen. Nur zu kaufen, um den Einstiegskurs zu verbilligen, davon halte ich nichts - in absoluten Zahlen macht es die Verluste ja nicht kleiner. Einen Nachkauf würde ich nur empfehlen, wenn man davon ausgeht, dass sich das Unternehmen operativ wieder erholt. Und das Management selbst davon ausgeht, dass das nächste Jahr noch schlechter wird, dürfte die Wahrscheinlichkeit recht hoch sein, dass der Kurs noch weiter fällt. Wie gesagt, sollte El Niño zum ersten Mal in der TV-Berichterstattung auftauchen, könnte dies der Startschuss für bessere Geschäfte in 2016 sein. Und vermutlich ein guter Einstiegszeitpunkt (zumal dann ja auch der Börsenherbst hinter aus liegt, der erfahrungsgemäß ja eher eine unterdurchschnittliche Kursperformance aufweist)...

      Wenn Du allerdings total von Aggreko überzeugt bist und der Meinung, dass es dort ab 2017 wieder aufwärts geht bzw. sie wieder an die alten geschäftlichen Erfolge anknüpfen können, und Du das Geld auch über die Durststrecke dazwischen schon in das Unternehmen zu investieren, dann kannst Du natürlich auch sofort nachkaufen, weil Dir dann die letzten 10 oder 15 Prozent Absacker egal sind.

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  2. Hallo Michael,

    ich schätze deinen Blog sehr! Die Einzigartigkeit an deinem Blog ist m.E. vor allem dadurch geprägt, dass du immer offen und ehrlich bist, deiner Linie immer treu bleibst und selber auch Fehler zugibst. Hinzu kommt, dass du dein Wissen, welches du dir über Jahrzehnte mühsam selbst erarbeitet hast, hier weiter gibst. Dein Ursprungsgedanke für diesen Blog war ja, dass du selber immer wieder daran erinnerst wirst, den Regeln des Value-Investments zu folgen. Genau aus diesem Grund lese ich deinen Blog auch so gerne, da man leider des Öfteren, von den 'Leitsätzen' etwas abweichen möchte, obwohl man sich, wenn man Erfolg haben möchte, einfach daran halten muss. Aber ich denke, es ist einfach menschlich, dass man manchmal anders reagieren möchte, als es uns die Leitsätze von Warren Buffett lehren:).

    Und genau hier habe ich nun eine fundamentale Frage an dich, welche mich schon sehr lange beschäftigt. Gem. Warren Buffett und anderen großen Value-Investoren investiert man langfristig in Werte. Die Kurse, also der Preis ist nur interessant, um zu wissen, wann ein Unternehmen vom Markt unterbewertet ist und wann nicht. Was einem jedoch auffällt ist das Sommerloch. Es gibt ja die alte Börsenweisheit - 'sell in May come back in September'. Wenn man sich mal die Kurse der vergangen Jahrzehnte anschaut, trifft diese Börsenweisheit sehr oft zu. Wenn man jedoch auf Warren Buffett hört, müsste man in unterbewertete Unternehmen investieren, die Aktien liegen lassen, Tee trinken und einfach abwarten, bis der Markt den wahren Wert erkennt. Diese Sichtweise schließt mehrere Jahre ein, d.h. sehr langfristiger Ansatz. Dies ist in meinen Augen auch richtig und so habe ich in der Vergangenheit auch investiert.

    Wenn man jedoch die Börsenweisheit nimmt, welche fast jedes Jahr richtig ist, würde dies heissen, dass man sich im Mai von seinen Anteilen verabschiedet und im September wieder investiert. Das Sommerloch ist zumeist von Korrekturmaßnahmen geprägt. Wie handhabst du das? Verkaufst du Anteile noch vor dem Sommerloch, um die Cash-Quote zu steigern und dann nach dem Sommerloch wieder zu investieren oder beachtest du die alte Börsenweisheit überhaupt nicht? Ich bin wirklich am Überlegen, in Zukunft, zumindest die Anteile im Mai herunterzufahren, die Cash-Quote zu erhöhen und dann erst wieder im September nachzukaufen. Das Problem ist, dass dies an sich, eigentlich kein Value-Investment mehr wäre, da ich die Kursschwankungen ausnutzen würde, obwohl ich auch im Mai vom Wert des Unternehmens überzeugt wäre. Wenn man sich aber die Vergangenheit anschaut, ist das Sommerloch in 3 von 4 Fällen von Korrekturmaßnahmen geprägt.

    Viele Grüße!
    Stefan D.

    Ps. Es könne auch gerne die anderen Blog-Leser antworten. Habe gemerkt, dass hier ein sehr hohes KnowHow-Niveau herrscht:)

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    1. Moin Stefan,
      diese Saisonalität scheint nur zu passen, denn wenn man sich mal die "fiesen" großen Crashs der letzten Jahres vornimmt, fanden die nicht selten im Herbst statt. Allerdings hätten sie auch zu einem anderen Zeitpunkt im Jahr stattfinden können (Stichwort Asienkrise), daher verzerren diese Ereignisse das Bild schon etwas nach unten.

      Auch stimmt der früher sicher richtige Spruch "Sell in May and go away - but remeber to come back in September" heute nicht mehr ohne Weiteres, denn die Sommermonate sind schon noch gute Börsenmonate. Heute ist man auch im Urlaub ständig erreichbar, das gilt für alle Marktteilnehmer, das ist also völlig anderes als früher, wo man über die Sommermonate dann von der Börse abgeschnitten war und nicht auf Unvorhergesehenes reagieren konnte.

      Als Langfristinvestor halte ich wenig davon, den Markt timen zu wollen. Damit liegt man meistens schief! Die Unternehmen werden ja nicht schlechter, nur weil der Aktienkurs etwas sinkt. Daher kann ich der Überlegung, aus Timinggründen heraus gezielt Aktien zu verkaufen, nichts abgewinnen. Allerdings braucht man die Saisonalität ja nicht zu ignorieren; man erzielt ja in der ersten Jahreshälfte auch Dividendeneinnahmen und da kann man sich mit Zukäufen ja zurückhalten und auf den - vermeintlich - schwachen Herbst warten. Dann hat man Cash auf dem Konto, um bei einem Kurseinbruch überproportional zukaufen zu können. So trennt man sich nicht aus den falschen Gründen von seinen Unternehmensbeteiligungen und kann dennoch die vermeintlich höheren Zukaufchancen im Herbst nutzen. Und ist man grundsätzlich nicht mehr von seinem Unternehmen überzeugt, dann sollte man sich von seine Aktien trennen. Aber eben nicht aus saisonalen Gründen...

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    2. Hi Michael,

      vielen Dank für deine Antwort. Ja du hast völlig recht, es wäre nichts anderes gewesen, als den Markt timen zu wollen. Und das ist wohl einer der größten Fehler, die man machen kann. Da der Markt überwiegend irrational ist, funktioniert das so nicht. Ich werde in Zukunft versuchen die Cash-Quote im Mai durch die Dividenden und die eigenen monatlichen Einzahlungen zu erhöhen und mich mit Zukäufen ab Mai-September erstmal zurück zu halten und den Markt in dieser Phase noch genauer beobachten. Von dem Wert der Unternehmen bin ich ja weiterhin überzeugt.

      Es ging mir darum, noch mehr Anteile von einem Unternehmen zu bekommen. Wenn man immer zu hohen Kursen verkauft und zu niedrigen einkauft, kann man so nach und nach immer mehr Anteile von dem Unternehmen, welches man langfristig halten möchte, gewinnen. Aber dies läuft zu sehr ins Timing rein, was man kaum bis überhaupt nicht beherrschen kann. Um hier das Risiko zu begrenzen, mach ich also doch lieber den easy Weg, behalten, Cash-Quote aus Dividenden u. Einzahlungen erhöhen, und vor allem 'abwarten'. Falls der Markt dann tatsächlich fällt, freut man sich ja auch:). Anders rum hat man nichts falsch gemacht. Danke Michael, ich wäre da vermutlich wieder in etwas hinein getappt, was zu sehr von den Leitsätzen abweicht, obwohl gerade diese langfristig gesehen so gut wie immer Gewinn versprechen.

      Viele Grüße!
      Stefan

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  3. Hallo Michael,

    auch ich möchte Dir für den tollen Blog danken. Die ein oder andere Unternehmung habe ich nicht zuletzt dank dir ins Depot gelegt.
    Ich persönlich hole mir - mittlerweile - zuerst Investmentideen bei diversen Bloggern und anschließend bewerte ich selber anhand der letzten beiden Geschäftsberichte die Unternehmen.

    Der Hintergrund meines Eintrags ist jedoch nicht nur der Lob für Deinen Blog ;-)

    Ich habe mir via Aktienscreening einige Interessante Unternehmen rausgesucht. Wäre folgende Unternehmung für deine Empfehlungsliste geeignet? Insbesondere die Finanzierungssituation lässt mich grübeln. Chancen sind langfristige niedrige Darlehen (kfw), die den EBIT weiter beflügeln könnten.
    http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-aktien/ktg-agrar-se.htm
    http://www.ktg-agrar.de/fileadmin/Dateien/Investor-Relations/Publikationen/2015/150513_KTG_Agrar_GBPflichtteil_Digital.pdf

    Besten Dank vorab und einen guten Rutsch ins neue Jahr.
    Markus Wilms

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    1. Moin Markus, ich wünsche Dir ein frohes Neues Jahr!

      KTG Agrar habe ich mir vor zwei (oder drei?) Jahren mal genauer angesehen, doch ich habe mich auf kein Investment eingelassen und würde das auch weiterhin eher nicht tun. Im Agrarbereich ist wenig zu verdienen, viel hängt von staatlichen Subventionen ab. Und KTG ist enorm verschuldet, das kann der Konzern kaum aus dem laufenden Geschäft bedienen. So verkaufen de immer mal wieder Land, was ihnen recht hohe Erträge bringt, weil die Preise deutlich angezogen sind und weiterhin anziehen. Nur ist diese Einnahmequelle ja endlich und wenn man nachher die eigenen Produktionsflächen teuer pachten muss, kann man schon an der Nachhaltigkeit dieses Weges zweifeln.

      Das sieht wohl auch das KTG-management inzwischen so und hat nach der Phase des Investierens die Phase des Erntens ausgerufen. Markige Worte. Aber es geht im Kern darum, die Verschuldung und den Schuldendienst deutlich zu senken, weil man sonst irgendwann voll gegen die Wand fährt. So hat man ein Joint-Venture mit Tönnies beendet (wobei man rund 20 Mio. EUR erlöst) und die chinesische Fosun soll bereit sein, mit fast 10 Prozent bei KTG einzusteigen - mit den neuen Mitteln sollen (teure) Altschulden getilgt werden, die per Ende 2014 Netto rund 463 Mio. EUR betrugen. Wie z.B. die 2017 anstehende Mittelstandsanleihe mit einem Volumen von 210 Mio. EUR.

      Ich bleibe skeptisch, ob man bei KTG wirklich in ein nachhaltig profitables Geschäftsmodell investieren kann und daher lasse ich diese Chance (und die damit einhergehenden Risiken) lieber an mir vorüberziehen...

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  4. Hallo Michael,
    zuallererst möchte ich mich mal für deinen Blog bedanken. Als Neuling im Bereich Aktien schaue ich hier immer wieder interessiert herein und habe das Gefühl, dabei eine Menge über die Bewertung von Unternehmen und das Börsenleben zu lernen, ferner nutze ich deine Empfehlungen auch für eigene Investmententscheidungen.
    Seit einer Zeit gehen mir beim Lesen deines Blogs einige Fragen durch den Kopf, die du mir hoffentlich beantworten kannst.
    Meine ersten Börsenschritte habe ich im Bereich Unterhaltungselektronik gemacht und werde da bspw. in Sony investiert bleiben, da ich als junger Mensch das Gefühl habe, den Zeitgeist ganz gut abschätzen zu können und andererseits bei durchaus stabilen fundamentalen kennzahlen des Unternehmens auch Wachstumschancen (VR, sicht festigende Vorherrschaft im Heimspielbereich bei gleichzeitiger Fokussierung auf diesen Bereich) sehe, während ich den materiellen Investmentbedarf eines solchen Unternehmens auch für mich als Laien als halbwegs durchschaubar empfinde. Weil ich die Investitionsmöglichkeiten in diesem Bereich aber als begrenzt ansehe,da viele Aktien ja schon recht hoch bewertet scheinen und bei einem Börsenbeben wahrscheinlich zuallererst die heiße Luft bei den Aktien mit den überirdischen KGV und KBV entweicht, scheue ich mich, hier noch mehr Geld anzulegen und suche nach anderen Investitionsmöglichkeiten, wobei ich mich mich mit deinen Empfehlungen auseinandersetze.
    Die Aktienauswahl auf deiner Empfehlungsliste erscheint ja wie ein bunter Blumenstrauß, also recht wenig spezialisiert, da vermute ich, wirst du trotz dieser Diversifikation als ausgebildeter Experte auch in verschiedenen Bereichen ein gewisses Hintergrundwissen über die entsprechenden Geschäftsfelder der Unternehmen mitbringen. Als eine deiner "Lieblinge" sticht für mich gerade besonders die Deutsche Rohstoff AG als eine Rohstoffaktie hervor, wo ich zwar bärenstarke fundamentale Kennzahlen erkenne, es mir aber so vorkommt, dass man für das Abschätzen eines derartigen Investments am besten VWL studiert haben sollte, um mögliche Risiken und Chancen (Ölpreisentwicklung, Goldpreisentwicklung auch im Zusammenhang mit allen möglichen politischen Entwicklungen) zu durchschauen. Inwiefern setzt du für deine Investments denn eine breite Kenntnis des Geschäftsfelds über die reinen fundamentalen Kennzahlen hinaus voraus? Beispielsweise war ja für dich als Nicht-Biologe der "Burggraben" von Novo Nordisk vermutlich schwierig abzuschätzen.
    Und wie findest du eigentlich diese Unternehmen und wählst sie aus? Viele davon, gerade die mit erheblichem Kurspotential, findet man wohl nicht einfach so im Supermarktregal, wie es bspw Peter Lynch geschrieben hat.
    Und gibt es für dich (ethische) Ausschlusskriterien bei der Auswahl von Unternehmen? Nachdem ich bei der Deutschen Rohstoff investiert habe, musste ich bei weiterem Recherchieren mit Unmut feststellen, dass dort die "horizontalen Bohrungen" mithilfe von Fracking vorgenommen werden, welches ich eigentlich als kritisch ansehe. Da bin ich jetzt sehr ambivalent bezüglich dem weiteren Halten der Aktie.
    Gibt es tiefergehende Literatur neben den populären Werken zum Valueinvesting, die du interessierten Anlegern empfehlen kannst? Würdest du sagen, dass es sich für private Anleger lohnt, sich intensiv mit Grundlagenbüchern der BWL auseinanderzusetzen?
    Das war jetzt doch ein etwas längerer Post mit einigen Fragen, aber vielleicht findest du ja mal die Zeit, die eine oder andere Frage aufzugreifen.
    Viele Grüße Andreas

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    1. Moin Andreas,
      ein wahrlich umfassender Rundritt, den Du da hingelegt hast...

      VWL muss man nicht studiert haben, um an der Börse investieren zu können. Ich denke, man muss eine gute Allgemeinbildung haben und Spezialkenntnisse in eine oder mehreren Bereichen ist sicherlich nicht verkehrt. Eine überdurchschnittliche Bereitschaft, sich Wissen und neuer Erkenntnisse anzueignen, sind durchaus hilfreich. Letztlich muss man bereit sein, Dinge zu hinterfragen, Dinge zu lernen, und daraus seine Schlüsse zu ziehen. Nur der Meinung anderer Leute hinterherzulaufen, ist nicht ausreichend. Man muss seinen eigenen Verstand einsetzen, denn man investiert ja auch sein eigenes Geld. Entscheidend ist zu erkennen, was man nicht kann, was man nicht weiß, was man nicht versteht. Um diese Bereiche sollte man einen Bogen machen und sich auf die übrig bleibenden konzentrieren. Damit ist man der Mehrzahl der Börsianer schon einen großen Schritt voraus und mächtig im Vorteil. Man muss nicht jede vermeintlich günstige Gelegenheit mitnehmen, man sollte lieber auf die sicheren Sachen setzen. Also die, von denen man überzeugt ist.

      Spezielle BWL-Literatur halte ich nicht für nötig; ein gewisses Grundwissen über Bilanzen und Rechnungslegung, also auch die entscheidenden Kennzahlen für die Bewertung von Unternehmen/Aktien hingegen schon. Reinhold Gagels "Wie man eine Bilanz liest" finde ich gut verständlich, ebenso Nicolas Schmidlins "Unternehmensbewertung & Kennzahlenanalyse".

      Zu DRAG und dem Fracking. Ich weiß gar nicht, was alle Leute gegen diese Fördermethode haben. Sie ist erprobt (in Deutschland wird seit mehr als 50 Jahren auf diese Weise Öl und Gas gefördert) und sie ist vergleichsweise sicher. Die Umweltschäden nehmen sich ziemlich gering aus verglichen mit den anderen Arten der Öl- und Gasförderung. Natürlich hat jeder den Fernsehbericht gesehen, wo des Wasserhahn Feuer gefangen hat. Und die meisten Leute kennen nicht die Klarstellung, dass dies nichts mit dem Fracking zu tun hatte. Wenn jedoch jemand der Meinung ist, diese Methode sei grundsätzlich abzulehnen, dann kann und sollte er vielleicht auch nicht in derartige Unternehmen investieren. Das ist ja die Entscheidung von jedem selbst.

      Ich habe keine ethische rote Linie, aber ich investiere nicht in bestimmten Bereichen. Rüstungsaktien sind für mich kein No-go, aber ich kaufe keine Tabakaktien. Krebs (durch Rauchen) verursacht unendliches Leid bei den Betroffenen und die Tabakkonzerne verdienen daran, Menschen Gift zu verkaufen und auch noch solches, das sie süchtig macht. Kein Geschäft für mich. Im Grunde gibt es ja bei allen Dingen im Leben Vor- und Nachteile, Positives und Negatives. Und jeder kann für sich entscheiden, wie er die Schwerpunkte setzt.

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    2. Hallo Michael,
      danke für deine ausführliche Antwort. Dass Fracking hierzulande schon ein alter Hut ist, war mir gar nicht bekannt. Ich werde meine bisherige Position erstmal halten, aber trotz der momentanen Kursschwäche erstmal nichts mehr dazukaufen, weil es für mich schwer abzuschätzen ist, wie schädlich Fracking tatsächlich ist, außerdem der Punkt mit dem Wohlfühlen. Da kommen mir beispielsweise Immobilienaktien durchschaubarer vor und deshalb behalte ich gerade vor allem Patrizia und Publity im Auge. Würdest du sagen, dass du dich als Finanzfachmann mit "Finanzaktien" (Assetmanager, Immobilienhandel, Versicherungen) im Allgemeinen versierter/wohler fühlst als mit Rohstoff- und Technologieaktien, wo Dinge wie technisches Know-How eine Rolle spielen?
      Schöne Grüße Andreas

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    3. Moin Andreas,
      es ist natürlich schon ein Unterschied, ob man in den Weiten Colorados oder Nevadas Fracking betreibt oder im dicht besiedelten Ruhrgebiet mit seinen großen Trinkwasserreserven im Grundwasser. Nicht nur subjektiv, sondern auch objektiv. Sollte es gelingen, den inzwischen schon sehr geringen Anteil an giftigen Chemikalien vollständig zu ersetzen, wird das in Deutschland die panische Angst vor Fracking nicht lindern, aber objektiv die Methode "annehmbarer" machen.

      Zu Deiner anderen Frage: Buffett nennt das den "Circle of Competence", den man nicht verlassen sollte. Man darf nur innerhalb dieses Kompetenzradius investieren, alles was außerhalb liegt, ist tabu. So stellt man sicher, dass man (viel eher) weiß, was man tut.

      Natürlich habe ich zu einigen Bereichen einen einfacheren Zugang als zu anderen. Ich kann nicht/kaum einschätzen, wie sich bestimmte geologische Formationen auf den Ertrag oder die Kosten auswirken. Ich kann auch nicht einschätzen, wie wirkungsvoll eine Software ist, ob sie am Markt ankommt oder wie leicht es ist, sie einfach nachzuschreiben oder eine noch bessere auf den Markt zu bringen. Hier bin ich auf die Analysen und Einschätzungen anderer Leute angewiesen. Je mehr ich hier lese, um so mehr unterschiedliche Meinungen lese ich und umso besser wird mein Empfinden für das Geschäft. Wenn ich glaube, dass ich eine eigene Einschätzung der Chancen und Risiken vornehmen kann, dann bin ich bereit für ein Investment. Dann muss "nur" noch der Preis stimmen. Erkenne ich jedoch, dass ich nicht wirklich verstehe, was im Unternehmen und seinem Marktsegment vor sich geht, dann darf ich gar nicht investieren! Ich würde ja nur den Kurs kaufen und darauf hoffen, dass der sich in die gewünschte Richtung entwickelt. Den Wert des Unternehmens, absolut und relativ im Verhältnis zu seinen Wettbewerbern, kann ich dann ja überhaupt nicht einschätzen. Und Value Investing bedeutet das Ausnutzen des Unterschieds zwischen Wert und Preis. Kennt man einen oder gar beide Faktoren nicht, zockt man, aber man investiert nicht.

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  5. Hallo Michael,

    ich verfolge Deinen Blog schon ziemlich lange. Was mich jedoch immer wundert ist: Warum nimmst Du Deinem schlecht gelaufenen Empfehlungen raus (Beispiel WD)? somit hat die Liste den Anschein, dass alle Deine Empfehlungen Volltreffer. So hatte ich die List am Anfang immer verstanden. Aber sicher präsentierst Du eine andere Definition.

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    1. Es geht mir nicht um die Performance. Die Empfehlungsliste ist nur eine Übersicht, welche Aktien ich im Blick und wann ich sie erstmals empfohlen habe. Wenn aber einer dieser Werte, die ich im Blog vorgestellt habe, nicht mehr meinem Investmentcase entspricht, streiche ich ihn wieder von der Liste. Das kann daran liegen, dass sich das Geschäftsmodell geändert hat und mir nicht mehr gefällt, oder weil meine Erwartungen und/oder die des Unternehmens nicht erfüllt wurden, oder weil sich die Lage der Branche geändert hat. Oder schlicht, weil ich mich geirrt habe und mein Investmentcase nicht eintrat.

      Das führt natürlich in der Konsequenz dazu, dass vor allem die Werte dauerhaft auf der Liste bleiben, die meine Erwartungen erfüllen und die sich über die Jahre gut entwickeln. Also die Werte, wo ich - aus meiner Sicht - richtig lag und liege.

      Andererseits habe ich nach relativ kurzer Zeit die Dresdner Factoring wieder von der Liste genommen, weil diese übernommen wurde und ich nach mehrmaligem Nachbessern des Übernahmepreises kein weiteres Potenzial mehr sah. Damals war sie mit fast 200% Kurszuwachs, wenn ich mich recht erinnere, die mit Abstand beste Aktie auf meiner Liste. Und die DRAG hat zwei Jahre lang bei Kursverlusten von über -30% auf der Liste ausgeharrt, weil ich von ihr überzeugt war, weil ich mir sicher war, dass ich mit meinen Überlegungen richtig lag. Nur beim Timing eben nicht, aber das ist auch überhaupt nicht meine Stärke. Bei Western Digtal bin ich zu früh eingestiegen und als sich durch die SanDisk-Übernahme alles geändert hat, konnte ich die Situation nicht mehr einschätzen. Deshalb habe ich WD von der Liste gestrichen. Dass der Kurs sich danach prima erholt hat und sich letztlich wohl mein ursprünglicher Investmentcase doch noch einstellt, ist Pech (für mich). Oder erneut lausiges Timing, wie auch immer.

      Letztlich investiere ich mein Geld in Aktien und ich berichte hier im Blog darüber. Dabei mache ich Fehler und Verluste und erziele nicht immer Gewinne. Auch darüber berichte ich hier.

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  6. Hi Michael,

    was hälst eigentlich von der Susan Levermann-Strategie. Als Börsen-Neuling habe ich nach diesem System die Aktien Eyemaxx Real Estate und Deutsche Lufthansa gekauft. Und bin bisher nicht enttäscht worden. Beide AKtien sind gut im Plus.

    Emil

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    1. Sie scheint zu funktionieren, wobei ich kein Freund eines solchen starren Systems bin. Zu Eyemaxx ist allerdings zu sagen, dass es ein Wikifolio gibt, das nach der Levermann-Strategie vorgeht. Dieses Wiki ist ziemlich erfolgreich und wird gerade ziemlich stark beworben und in der Presse gehypet. Auch deshalb hat es große Mittelzuflüsse (aktuell sind mehr als 36 Mio. Euro in diesem Wiki investiert) und da es Eyemaxx in seinem Bestand hat (mit 12,3% hoch gewichtet), müssen alleine deswegen immer mehr Eyemaxx-Aktien für dieses Wiki gekauft werden. Inzwischen hält das Wiki einen nicht geringen Anteil des gesamten Streubesitzes. Sollte dieses eine Wiki jemals die Eyemaxx-Aktien verkaufen wollen, dann wird der Kurs vermutlich ins Bodenlose abstürzen, weil diese Menge dann gar nicht mehr am Markt platziert werden kann. Ich betrachte das als ziemlich kritisch und diese Problemstellung ist eine meiner größten Kritikpunkte am Wikifolio-System. Beim Kursanstieg freuen sich alle, beim Ausstieg kann es zu einem Crash in der betreffenden Aktie kommen. Und auch alleine dann schon, wenn zu viele Anleger viel Geld aus diesem Wiki abziehen, denn dann werden entsprechend Aktien des Wikis auf den Markt geworfen. Bei Siemens oder Vonovia ist so etwas kein Problem, bei marktengen Werten wie Pferdewetten.de oder Eyemaxx aber schon.

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    2. Vielen Dank für deine fundierte Einschätzung zu Eyemaxx. Dass ein Wikifolio in Eyemaxx investiert ist, war mir bisher nicht bekannt. Die Problematik sehe ich nun auch. Allerdings habe ich zu dem von dir geschilderten Szenario noch eine grundsätzliche Frage: Wenn der Kursverlust nichts mit dem inneren Wert eines Unternehmens zu tun hat - in unserem Szenario entziehen die Anleger einem Wiki-System ihr Vertrauen, dadurch kommt es zu massiven Kursverlusten eines im Wiki stark gewichteten Unternehmens - dann sollte sich der Aktienkurs mittel- bis langfristig doch wieder erholen und steigen. Oder gilt es nicht für marktenge Werte?

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    3. Theoretisch schon. In der Praxis kann das aber lange dauern, weil es ja zu einem massiven Vertrauensverlust der Anleger in die betreffende Aktie führen kann. Nehmen wir an, es gibt nur 1 Mio. Aktien und davon sind nur 10% in Streubesitz. Von diesen 100.000 Aktien hat inzwischen das Wiki die Hälfte im Bestand, weil ihm immer Mittel zugeflossen sind und daher immer weiter automatisch diese Aktien gekauft wurden. Wodurch der Kurs anstieg. Und auch andere Anleger kauften diese Aktie, weil sie sich prächtig entwickelte. Alle sind im Glück. Bis das Wiki verkauft - oder verkaufen muss, weil z.B. massiv Gelder aus dem Wiki abgezogen werden. Also werden nach Gewichtung im Wiki entsprechend Aktien verkauft, auch unser marktenger Wert. Der Kurs fällt. Und nun verkaufen auch andere Anleger außerhalb des Wikis - immer mehr Aktien kommen auf den Markt, dabei gibt es kaum Käufer. Der Kurs fällt stark. Passiert dies nun noch in einer Phase, wo es allgemein an der Börse stärker abwärts geht, werden Anleger auch noch mehr Geld aus dem Wiki abziehen und der Kurs der einen Aktie damit noch mehr unter Druck gesetzt. Es folgt ein sehr starker Kursverlust - und d Anleger immer hinter den Kursbewegungen irgendein Geheimnis und/oder eine Schweinerei vermuten, könnten sie auf Dauer von dieser Aktie die Nase voll haben. Und wenn das Wiki und die ehemaligen freien Aktionäre die Aktien erst einmal nicht wieder kaufen, dann erholt sich der Kurs auch nicht so schnell wieder - egal, ob das Unternehmen fundamental gut dasteht oder nicht. Das Wikifolio-Prinzip ist bei marktengen Titeln ein Raketenturbo - aber in beider Richtungen!

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    4. Herr Kissig , das mit dem Wikifolio ist schlechtweg falsch! Ein Wikifolio ist ein virtuelles Portfolio, welches durch ein, darauf aufgelegtes Zertifikat ( von Lang & Schwarz), abgebildet wird! Wie geagt, das Wikoflio-Portfolio ist rein virtuell und auch für das ( darauf aufgelegte Zertifikat) real handelbare Zertifikat ist es keine Bedingung , auch nur ansatzweise die Werte des Wikifolios zu beinhalten!! Es bildet als Derivat nur den zugrundeliegenden Index ab und geht evtl. auch Absicherungsgeschäfte ein. Das ein Wikifolio große Bestände eines Wertes hat und diese bei Investition vergrößert ist falsch. Wer das glaubt, hat ein Wikifolio und das darauf handelbare Zertifikat schlechtweg nicht verstanden !!!

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    5. Ich behaupte nicht, dass ich die Hintergründe bzgl. Wikifolio komplett verstanden habe. Aber... was ich hier wiedergegeben habe, sind die Darstellungen einiger Wikifolio-Betreiber aus dem Diskussionsboard wallstreet-online. Ich hatte den Eindruck, dass die ziemlich genau wissen, von was sie reden. Daher habe ich diese Auffassung übernommen und sehe sie als Fakt an.

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    6. Ich betreibe selbst ein Wikifolio! Fakt 1 : Ein Wikifolio ist rein virtuell, also nicht real ! Fakt 2: Das zugrundeliegende real handelbare Zertifikat bildet dieses Wikifolio ( diesen Index) ab, ohne notwendigerweise dessen Werte zu beinhalten. Auch das Investitionsvolumen in dem Zertifikat hat keinen Einfluss auf die Positionsgrößen. Ein Zertifikat ist ein Derivat, und dessen Emittenten bilden immer ein entsprechenden Index ab, der durchaus viele, tolle Aktien beinhaltet. Aber das jeweilige Zertifikat beinhaltet diese Werte nicht, meist keinen einzigen, der Emittent sichert sich anderweitig ab!
      Herr Kissig, ich halte viel von ihnen und sie machen tolle Arbeit, aber hier liegen sie einfach falsch.

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    7. Sehr interessanter Artikel zu Wikifolios; auch die Kommentare sind lesenswert. Insbesondere zur Frage, ob Aktien real gekauft werden (was für Nebenwerte bejaht wird).

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    8. Ist ja nicht zu übersehen, dass der Autor neidisch auf den Erfolg mancher Wikifolios ist und versucht sie schlecht zu reden, weil sie besser performen als er selbst. Speziell bezieht er sich dabei wohl auf die Wikifolios von Junolyst, wie man zwischen den Zeilen rauslesen kann. Fakten präsentiert der Autor jedenfalls keine.

      In den Kommentaren geht der Chefredakteur etwas näher auf das Problem der gekauften Aktien ein, liefert allerdings auch nur Vermutungen, dass Wikifolio die Aktien kaufen müsste, um sich gegen Kurssteigerungen abzusichern.

      Wenn denn die Aktien wirklich real gekauft werden proportional zum investierten Kapital und diese Käufe/Verkäufe so einen großen Einfluss auf den Kursverlauf haben, dass sie die Kurse zweistellig nach oben oder unten treiben können, wie der Autor schreibt, dann würde Wikifolio doch einen enormen Verlust dabei machen, wenn z.B. ein Trader eine Position komplett verkauft und beim Verkauf der realen Aktien der Kurs in den Keller geht.

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    9. Tasächlich kauft Lang& Schwarz im Hintergrund die in den Wikifolios gehaltenen Wertpapiere , Quelle: Bericht des Treuhänders.
      https://www.ls-tc.de/de/wikifolio/treuhand-berichte
      Der Bericht unter Godemodertrader trifft somit wohl zu.

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  7. Guten tag ich bin neu an der Börse und finde deinen Blog echt gut und hilfreich,ich interessiere mich sehr für umicore da ich nur das Unternehmen gefunden habe das aus elektro Müll die Metalle Recyclt und barren zum Verkauf dadurch anbieten. Die EigenkapitalQuote ist bei 40% ich denke das ist vollkommen okay, Jahres Überschuss und Ergebnis pro Aktie steigt auch jährlich an. Da du einmal umicore hattest und etwas dazu geschrieben hast das sie an der Entwicklung von Elektromotoren beteiligt sind und es in dem Bereich allgemein Grade etwas schwierig keiten gibt verkauft haben. Also ich denke das es das Unternehmen nicht schadet da das Haupt Geschäft ja das elektro Schrott und die barren die daraus entstehen das Kern Geschäft sind, würde mich sehr freuen auf eine Antwort da du dich eventuell mehr damit beschäftigt hast vielleicht kennst du ja noch andre Unternehmen mit diesem Geschäfts Modell Recycling von elektro Schrott und die dadurch entstehde barren vertreiben das finde ich sehr gut und auch zukunfts sicher weil es immer mehr elektronische Geräte gibt also Müll und metalle wieder zu verarbeitung gebraucht wird.

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    1. Recycling oder Neudeutsch "Urban Mining" ist ein spannender und aussichtsreicher Industriezweig. Umicore ist hier eines der führenden Unternehmen, Tomra ein weiteres. Bzgl. der Elektrobatterien ist das Hauptproblem, dass es bisher keine Standards gibt, nach denen diese Batterien gefertigt werden. Jeder Hersteller baut sie so, wie sie in sein Auto passen. Daher gibt es auch keine Möglichkeit, sie nachher mit Standardverfahren zu recyclen. Das muss von Hand geschehen und ist dem entsprechend extrem aufwändig und teuer. Solange hier keine verbindlichen Standards vorgeschrieben werden (durch die EU oder weltweit), ist das wenig lukatriv.

      Ein zweites Problem besteht darin, dass die Batteriezellen brandgefährlich sind. Werden sie beschädigt, brennen sie schier unaufhaltsam bei extrem hohen Temperaturen. Daher muss (!) jede Batterie einzeln als Gefahrgut transportiert werden, was auch wieder die Kosten enorm in die Höhe treibt. Daher wird versucht, die Batterien nach ihrem Ableben im Automobilbereich (da wird ein sehr hoher Wirkungsgrad benötigt, da ansonsten die Reichweite zu gering wird) anderen Aufgaben zuzuführen, zum Beispiel als Energiespeicher. Da können sie mit nachlassenden Wirkungsgraden noch einige Jahre weitergenutzt werden, was ihre Umweltverträglichkeit und ihren "ökologischen Fußabdruck" erheblich verbessert. In Bezug auf das Recycling ändert sich hierdurch allerdings nichts.

      Ich denke, dass in diesem Bereich kaum Geld verdient werden kann, solange nicht einheitliche Standards gelten und die Reclingunternehmen sich dann hierauf einstellen und eine automatisierte Bearbeitung/Demontage einführen können. Bis dahin ist jede Investition in diesem Bereich seitens Umicore oder seiner Wettbewerber mit hohen Risiken verbunden und erweist sich ggf. als Fehlinvestition mit dann hohem Abschreibungsbedarf. Für mich daher auf dieser Basis nicht visibel genug für ein Investment.

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    2. Ach so... eine Alternative zu Umicore könnte z.B. Waste Management aus den USA sein. Die sind ja dort der größte Müllverbrennungsanlagenbetreiber, aber auch das größte Recyclingunternehmen. Auch die fahren die Recyclingquote jedes Jahr weiter hoch und verdienen dem entsprechend immer mehr an den wiedergewonnenen Rohstoffen - auch Edelmetallen, z.B. aus Computerschrott und alten Smartphones/Tablets.

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  8. Ahoi Michael,

    ich habe heute mal meine nächsten heissen Kandidaten PNE, SBF und Datagoup angesehen.

    Erste Sichtungen waren bei 30-50% der jetzigen Kurse.

    Meiner Einschätzung nach haben die PNE und die Datagroup ein enormes Potential.
    Bei der Datagroup is der Goodwill Anteil etwas was mir Sorgen bereit, bei der PNE der Staat und die Umsetzung der EEGs der kommenden Jahre, Trassenausbau, Elektromobilität etc.

    Meine Thesen:

    PNE ist mit 4,35 € ca aktuell ordentlich bepreist, es lohnt langfristig ein Einstieg, wenn ich auch erstmal ne Sättigung bei den Investoren auszumachen vermag ( reine Schätzung)

    Bei der SBF wurde seitens der Börse viel reingepumpt und ich ärgere mich, dass ich bei 2,40 € damals nicht rein bin. Aber so recht mag ich an einen Investment Case aka Doppelung innerhalb von 2 Jahren bzw 8 Jahre für nen Ten-Bagger bei stabilen FCFs nicht glauben, auch wenn sie eine stabile Auftragslage haben.

    Die Datagroup KANN für mich in 10 Jahren bei 500 bei 1000 oder bei 0 liegen, ich teile nach vielen Recherchen und Gesprächen mit Mitarbeitern, die Einschätzung, dass sie sehr gut geführt wird, dass man weiss wo man hin will, habe aber Sorge, dass man sich dort bei den nächsten Übernahmen mal "verschluckt".
    Zudem kann ich bei den "IT-Servicedienstleistern", grade nach dem 5-Forces Modell schwer die Konkurrenz wie Bechtle und Cancom nicht klar abschätzen.

    Aktuell würde ich aber bei 55 € ne Position durchaus eröffnen.

    Wie siehst du vor dem unsicheren Wahljahr in Amerika, des konjunkturellen Abschwungs und einer eventuell erneuten Aufflammung von Corona und Überhitzung der eh schon hohen Aktien Bewertungen die aktuellen Nieveaus?

    findest du auch dass man vllt bei Datagroup rein sollte, aber die anderen, ähnlich wie 3U eher nochmal 20 % nachgeben sollten, bevor man sich ne Position aufbaut? Gerade im EE-Bereich hätte ich ( wenn auch eine etwas andere Konzernstruktur) Encavis und die ist von den Tiefs auch wieder erholt.

    Ich habe für mich und meine Ansprüche entsprechend viel fundamentales Research betrieben, allerdings finde ich ist es nochmal etwas anderes, selbst wenn man seine "faire" aktuelle Bewertung der Firmen kennt, die Meinung eines Nebenwerte Investoren wie dir zu hören. als Anregung und Denkanstoss schätze ich die nämlich ungemein.


    Vielen Dank und schönes WE :)

    Grüße, Dagobert

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    1. Bei PNE ist der Trigger für mich, dass man das Windparkportfolio2020 nicht mehr verkaufen will, sondern in den Eigenbestand überführt. Allerdings nicht so, wie ich erst gedacht hatte, nämlich auf einen Schlag, sondern sukzessive. Daher werden sich die positiven Auswirkungen in der Bilanz (und GuV) über einige Zeit hinziehen. Da PNE nicht nur in Deutschland aktiv ist, und hierzulande ja seit zwei Jahren Stillstand beim Ausbau herrscht, dürfte das Negative Deutschland-Szenario weitgehend eingepreist sein. Hier steht eher Besserung an für die nächsten Jahre.

      Bei SBF legen die Aufträge weiter zu und da man mit relativ kleinem Aufwand die Kapazitäten noch knapp verdoppeln könnte, winken hier große Skaleneffekte; also deutlich stärke Zunahmen beim Ergebnis als beim Umsatz. Da die Aufträge über vier Jahre abgearbeitet werden (und erst dann Geld reinkommt), ist der Wachstumspfad für die nächsten Jahre vorprogrammiert. Der zunehmende Auftragseingang zeigt zudem, dass es auch darüber hinaus "mehr" wird.

      Datagroup hat Goodwill durch Firmenübernahmen und durch seine Rechte. Das Unternehmen wächst von Anfang an durch Übernahmen und hat diese fast alle erfolgreich und relativ reibungslos integrieren können. Daher ist davon auszugehen, dass dies auch zukünftig gelingt. Hier einfach nur Zufall oder Glück anzunehmen, dürfte dem Erfolg nicht gerecht werden. Datagroup sehe ich hier eher in einer Position der Stärke, weil sie auch in der Vergangenheit schon Firmen übernommen haben, die in die Insolvenz geschlittert waren. Man hat viele Positionen nicht mehr besetzten können und daher zielt man vor allem auf Personal und Kunden ab, weniger auf neue Technologien. Das SAP-Business schwächelt gerade und man ist seit einigen Jahren sehr stark im Bankenbereich. Hier dürfte sich die Auftragslage eher verbessern, weil der Druck auf die Banken in Richtung digitalem Wandel immer stärker wird.

      Die Präsidentschaftswahl in den USA... abwarten, wie es läuft. Unter Clinton lief die Börse super. Unter Obama letztlich auch. Obwohl beide Demokraten waren und die Börse anfangs skeptisch. Und Trump ist ja nun wahrlich kein guter Präsident; eine zweite Trump-Amtszeit ist der Welt kaum zuzumuten. Da ist Biden aus meiner Sicht wesentlich besser. Zumal er unter Obama Vize war und sich auskennt. Und die Welt kennt ihn.

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  9. Hallo Michael,

    sehr schöner Blog. Bin stiller Mitleser seit geraumer Zeit und freue mich immer über deine Einschätzungen, gerade zu den kleinen Firmen.

    1) Wie kommt es zu dem Sinneswandel in Bezug auf China-Aktien (New Oriental Education)?
    2) Wie hoch ist deine Gewichtung der Nebenwerte beim Einkauf bei den Nebenwerten im Vergleich zu den etablierten US-Werten? Beimischung oder ebenbürtig? Der Börsenpunk empfiehlt eine 80/20 Strategie, aber ein Nebenwert ist nicht automatisch ein Risikowert!?
    3) Woher beziehst du Deine Informationen zu den Nebenwerten (Nebenwerte-Journal, Eigenrecherche, etc.)?
    4) Wie oft legst du nach, z.B. bei einer SBF, die hervorragend läuft, aber weiter steigt?

    Viele Grüße
    Martin

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    1. Moin Martin,
      einen generellen Sinneswandel bzgl. China-Aktien habe ich nicht. Bei New Oriental Education ist es allerdings so, dass die eben in China tätig sind und China ein absoluter Boom-Markt für Online-Bildung ist. Das hat in diesem Fall den Ausschlag gegeben.

      Die Gewichtung von Nebenwerten ist zumeist geringer als die meiner Quality Investments. Wenn man eine zehn Jahre alte Position im Depot hat, mit mehreren hundert Prozent Zuwachs dann kann man mit einer neuen Position kaum auf die gleiche Größe kommen. Des Weiteren hängt es natürlich auch davon ab, wie man die "neue" Aktie einschätzt; ob es eher ein spekulativerer Nebenwert ist oder eine Turnaround-Spekulation. Hier muss man einschätzen, was die richtige/beste Gewichtung ist im Vergleich mit den anderen Positionen im Depot und im Verhältnis zum Gesamtvermögen.

      Aber nein, Nebenwerte sind nicht automatisch Risikowerte. General Motors ging 2008/09 Pleite, die Aktionäre verloren alles. Lehman Brothers als eine der größten Investmentbanken der Welt, ebenfalls. Aktuell würde die Lufthansa ohne Staatshilfe die Segel streichen müssen und General Electric hat die Größe auch nicht gerettet oder die Diversifikation in so viele verschiedene Geschäftsbereiche. Nebenwerte sind zumeist fokussierter auf ihre Branche; das erhöhte Risiko ergibt sich ggf. aus einem (zu) geringen Börsenumsatz, so dass man weder schnell ein- noch aussteigen kann. Was die Positionsgröße dann auch selbst schon beschränkt. Doch das Risiko liegt weniger in dem Status Nebenwert als vielmehr darin, dass man als Anleger genau(er) wissen muss, was man da kauft. Weil man eben nicht wie bei einer Siemens fast jede Positionsgröße sofort und ohne großen Spread abstoßen kann. Ich werte das aber nicht als Risiko, sondern als Qualitätsmerkmal im Hinblick auf den Ausleseprozess (vor dem Aktienkauf).

      Meine Infos beziehe ich u.a. über das Nebenwerte Journal (Abo), aber auch über die HV-Berichte von GSC (kostenpflichtig). Des Weiteren über die Unternehmensnachrichten (finanznachrichten.de, dgap.de) und auch wallstreet-online. Und natürlich aus den Geschäftsberichten der Unternehmen.

      Wie oft ich "nachlege"? Kommt drauf an. Wenn ein Unternehmen "nur" meinem Investmentcase folgt, dann eigentlich gar nicht - sofern nicht Unternehmenswert und Kurs deutlich auseinanderklaffen. Bei SBF zeichnete sich der Turnaround schon länger ab, aber der Kurs zog noch nicht an. Da habe ich aufgestockt. Bei Funkwerk habe ich auch meine Position verdoppelt, als der Turnaround wirklich ins Laufen kam. Aber auch Microsoft habe ich aufgestockt, nachdem Nadella dort angetreten war und seine neue Strategie das Unternehmen wieder nach vorne katapultierte.

      Doch gerade bei den Nebenwerten gibt es oft längere Phasen, wo der Kurs nicht anspringt, obwohl er das sollte. Das muss man einkalkulieren und tolerieren. Der Kurs hat nicht immer Recht, das ist eine dümmliche Annahme. Der Kurs ist nur das Ergebnis der Einschätzung zweier Menschen (oder von Algos) zu einem bestimmten Zeitpunkt. Er steigt, wenn die Nachfrage steigt - und bei Nebenwerten passiert das oft dann, wenn die Leute auf das Unternehmen aufmerksam werden. Weil sie es vorher nicht auf dem Schirm hatten. Das passiert bei Standardwerten eher selten. Bei Nebenwerten muss man stets die nötige Geduld mitbringen, bis einem der Markt zustimmt. Oder man erkennt, dass man falsch lag (aber das erkennt man nicht am Kurs, sondern daran, dass der Investmentcase nicht "fliegt").

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    2. Wow, sehr ausführlich. Danke!
      Online-Bildung ist nicht meine Branche. Ganz im Gegenteil.

      Mit den richtigen Smallcaps kann man schneller Rendite machen. Bei SBF kam ich auch nur 1x zum Nachlegen. Für meinen Geschmack zog die jetzt sogar etwas zu sehr an in der kurzen Zeit. Die großen Firmen sind gefühlt die sichereren Anlagen, aber eher Langstreckenläufer.

      Das Nebenwerte-Journal finde ich auch gut, allerdings hat man nicht jede Ausgabe seine Wunschunternehmen dabei. GSC ist mir auch positiv aufgefallen. Die Webseite wirkt aber etwas altbacken und ich persönlich finde es dort anstrengend zu lesen. Der Inhalt gefällt mir gut.

      Beate Sander sagt, man solle zwei bis drei Tranchen a 1000 EUR machen. Auch um dasd Risiko zu minimieren. Bei so Durchstarten ist es nicht möglich. Daher kann man auch mal eine Tranche in einem Rutsch anlegen, wenn man von der Story überzeugt ist.

      Mittlerweile muss ich sagen, dass du bei mir die Nr. 1 bist. Stefan Waldhauser war lange Zeit vorne, aber deine Analysen finde ich insgesamt etwas griffiger und kann diese eher nachvollziehen. Mag vielleicht auch an den Unternehmen liegen. In deinem Blog ist weniger Trading. Das kommt wohl durch das wikifolio von Stefan. Bin kein Fan von diesem ständigen hin und her.




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    3. Vielleicht ist für Dich neben SBF auch Funkwerk interessant? Die sind in ihrem Turnaround und der Kursentwicklung gute zwei Jahre weiter als SBF, werden vom markt aber weiterhin sträflich vernachlässigt (auch wenn sie eine der am besten performenden Aktien auf meiner Beobachtungsliste ist).

      Und auch Delignit finde ich spannend; wenn jetzt die Autoproduktion hochfährt, kommt das Delignit sehr zu gute. Und egal welcher Antrieb sich durchsetzt, Benzin, Diesel, E, Hybrid, Wasserstoff, das Thema Reichweite und Gewichtsreduktion sowie nachwachsende/recycelbare Produkte nimmt einen immer höheren Stellenwert ein. Da ist Delignit mit seinen Laubholz basierten Produkten ganz vorne mit dabei, bei PKWs, LKWs, Wohnmobilen, Zügen.

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    4. Funkwerk habe ich auf der Watchlist - wie viele andere Unternehmen. Ist schon stark gestiegen. Ggf. bei starken Rücksetzern. Mit Delignit werde ich nicht warm. Da fehlt mir persönlich etwas die Fantasie.

      Energiekontor gefällt mir noch am besten zurzeit.

      Momentan spare ich. Möchte jedoch vermehrt in Highflyer investieren, wo es mindestens eine Verdoppplung gibt.

      Würde wohl eher bei SBF-Rücksetzern nochmal nachlegen als bei Funkwerk neu einzusteigen. Möchte weiter in aussichtsreiche Firmen investieren, die noch am Anfang stehen, ggf. auch bestehende Firmen im Depot nachlegen. The Trade Desk ist jetzt am ATH, aber wenn die nochmal kräftig fällt, würde ich hier ohne Bedenken nachlegen.

      Viele Werte sind mir zu teuer gerade. Spekuliere auf den Herbst. Es gibt so viele tolle etablierte Aktien, die ich bei Abstürzen nur allzugerne aufsammeln würde.

      Als Investor ohne hohe Cash-Quote war mir dies in der Vergangenheit leider nicht möglich. Jetzt, wo das Depot eine gewisse Größe erreicht hat, kann ich eine höhere Cash-Quote testen. So profitiere ich am Markt von steigenden Kursen, kann aber auch bei sich bietenden Gelegenheiten - im Gegensatz zu früher - darauf reagieren und investieren.

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    5. Jeder muss für sich herausfinden, ob und wie hoch er ggf. eine Cashquote halten will. Ich habe meine jahrelange Praxis geändert, nachdem ich erkannt habe, dass eine üppige Cashquote nicht zu besseren Resultaten führt; im Gegenteil, man verschenkt damit Geld. Weil man sich immer sagt, dass man nachkauft, wenn der Kurs billiger ist, aber wenn er fällt, dann fällt er zumeist aus einem Grund bei dem Unternehmen oder beim Gesamtmarkt und man kauft dann nicht nach - weil zu dem Zeitpunkt die vorherige Sicherheit flöten gegangen ist und man Angst hat, der Kurs könnte noch tiefer fallen. Kannste ausführlich hier nachlesen: "Ist eine hohe Cash-Quote für günstige Gelegenheiten wirklich eine gewinnbringende Idee?.

      Zu Funkwerk habe ich gerade einen ausführlichen Artikel veröffentlicht - der von Dir benannte Kursanstieg ist nur ein Aufholen des unberechtigten (!) vorherigen Abverkaufs. Man sollte unbedingt den Ankereffekt vermeiden: ganz klassisch passiert der, wenn man einen willkürlichen Punkt als Referenz wählt, also z.B. den Tiefstpunkt einer Korrektur, und dann den jetzigen Aktienkurs damit vergleicht. Ist völlig egal!!! An der Börse wird die Zukunft gehandelt, was gestern war, ist (fast) egal. Bewerte heute das Unternehmen und seine Aussichten in 12, 18, 60 Monaten. Und überlege, was die Aktie dann wert sein dürfte. Und vergleiche dieses Ergebnis (!) mit dem heutigen Aktienkurs. Achte nicht darauf, was der Kurs vielleicht machen wird, ob er morgen steigt oder fällt oder in drei Wochen. Wo wird der Wert der Aktie in 12, 18 oder 60 Monaten stehen? Das ist die entscheidende Frage. Und wenn Du die Aktie heute deutlich tiefer kaufen kannst, dass ist sie ein Kauf. Nicht aufgrund aktueller Börsenschwankungen.

      Und das gilt selbstverständlich nicht nur für Funkwerk, sondern für jede Aktie.

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  10. Die Beobachtungsliste hat eine in meinen Augen sehr hohen Fluktuation. Gilt dasselbe auch für die Werte in Deinem Depot und ist das mit einer langfristigen Strategie (buy and hold) vereinbart?

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    1. Die Antworten auf Deine Frage stehen direkt unter der Tabelle mit den Werten.

      Zitate daraus: "Diese Liste ist eine Anregung, mehr nicht. Sie dient dazu, dass ihr euch eure eigenen Gedanken zu den Unternehmen macht und euren eigenen Investment-Case erarbeitet. Dazu könnt ihr gerne auf meine Einschätzungen zurückgreifen und gerne können wir über die einzelnen Positionen und das (Value) Investing diskutieren. Denn das ist der Grund, weshalb ich dieses Blog betreibe: ich möchte mit euch ins Gespräch kommen, von euch lernen, und auch dadurch ein besserer Investor werden.

      Alle Aufnahmen und Streichungen zu meiner Beobachtungsliste finden sich auf der Transaktionsliste.

      Diese Beobachtungsliste ist nicht zwangsläufig identisch mit meinem Investment-Portfolio, auch wenn sie viele Überschneidungen aufweist. In meinen Investor-Updates beschreibe ich daher quartalsweise, wie sich die Entwicklungen bei einzelnen Unternehmen in meinem Depot als Käufe, Verkäufe oder Umschichtungen niedergeschlagen haben und stelle meine TOP 10 vor.
      "

      Auf der Beobachtungsliste finden sich die Werte, über die ich hier im Blog schreibe und die ich dann für interessant/aussichtsreich genug erachte, dass ich sie auch künftig begleiten möchte. Es ist kein Musterdepot.

      In der Transaktionliste (hier klicken) verlinke ich die Artikel mit meinem Investmentcase und auf mit dem Grund, weshalb ich die Aktie nicht mehr interessant (genug) finde.

      In den Investor-Updates (hier klicken) findet man die vierteljährlich Top-Werte aus meinem Depot mit ausführlichen Erläuterungen. Für manche ist das nicht interessant genug, weil viele TOP-Werte über längere Zeiträume gleich bleiben (Buy & Hold), auch wenn die Gewichtung/Position mal schwankt.

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  11. Hallo Michael,
    vielen Dank für deine vielen Anregungen hier in deinem Blog, die ich immer neugierig verfolge.
    Ich möchte mein Depot nun etwas 'strum-fester' aufstellen aber gleichzeitig voll investiert bleiben, so wie du. Das führt mich zu meiner Frage: welche deiner Watchlist-Werte siehst du im Falle eines (tech-)Crashes als relativ resistent an? Immobilien mit einer DIC bsp.weise? Mir kommen viele deiner WL-Werte als bisherige Highflyer als ziemlich rückschlags-gefährdet vor. Hast du vor dich etwas konservativer aufzustellen?
    Bin gespannt auf deine Meinung!

    Grüße
    Johannes

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    1. Moin Johannes,
      wenn es zu einer deutlichen Korrektur oder gar einem Crash an den Börsen kommt, dann zählen Fundamentaldaten und Rationalität nicht mehr, dann herrscht Angst und Panik, dann werden alle Aktien gnadenlos abverkauft. Es macht daher nach meiner Erfahrung keinen Sinn, sich im Depot auf jene Aktien zu konzentrieren, die vermutlich nicht einbrechen. Was man stattdessen tun kann, ist auf solche Aktien zu setzen, die sich nach einem Einbruch schnell wieder erholen sollten. Weil zwar ihr Aktienkurs in einem Crash leidet, aber das Unternehmen nicht so sehr. Diese Aktien erholen sich nach der ersten Panikreaktion meistens schnell(er), weil Anleger in diese Unternehmen auch schnell wieder vertrauen fassen und hier ihr Geld investieren wollen - zu den dann günstigeren Kursen.

      Ich kann mich daher nur widerholen: man sollte auf Unternehmen mit soliden Bilanzen, Cashpolster und/oder steigenden Cashflows und stetigen Einnahmeströmen sowie einem ökonomischen Burggraben setzen.

      Welche Aktien von einem Crash profitieren oder besonders leiden werden, hängt darüber hinaus davon ab, aus welchem Grund es einen Crash gibt. Bei Corona sind es die Lockdowns. Bei der Immobilien- und Finanzkrise 2008/09 waren es die Ausfälle bei den Immobilienkrediten, die Hauspreise in den Keller trieben und in der Folge dann die Banken und unser gesamtes Finanzsystem. Keine Krise und kein Crash sind genau gleich. Auch deshalb kann man sich nur bedingt auf sie vorbereiten.

      Momentan dürften ja eher die bekannten Gründe (Corona, Lockdowns) Crashauslöser sein. Mit den bekannten Profiteuren und Opfer unter den Unternehmen/Aktien. Ansonsten hilft es, auf die mittel- und langfristigen Trend zu setzen; unter Berücksichtigung der Qualitätsmerkmale, die ich zuvor genannt hatte.

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  12. Danke Michael für deine Einschätzung! Irgendwie will man es ja immer besser wissen als der Markt und das ist natürlich Blödsinn. Von daher kann ich dir gut folgen, einen Crash auszusitzen, wenn man 'seinen' Aktien/Unternehmen und ihren Geschäftsmodellen vertraut.

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    1. Vielleicht noch einen Gedankengang zur Ergänzung: man denkt ja immer, wenn der Markt crasht, kann ich zur Not ja meine Aktien immer noch schnell verkaufen. Wenn man sich von diesem Gedanken jedoch löst und vorstellt, man habe keine börsennotierten Aktien, sondern wäre über Anteile an einer GmbH beteiligt (die man ja nicht ohne Weiteres so schnell verkaufen kann), kommt man weiter. Nur Aktien kaufen von Unternehmen, an denen man auch GmbH-Anteile kaufen würde, die man nicht verkaufen kann und daher mit ihnen notgedrungen einen Crash (von Börse und/oder Wirtschaft) durchstehen müsste. Fühlt man sich bei den Gedankengang mit seinen Aktien im Depot wohl? Dann hat man die richtigen Werte ausgesucht. Die anderen sollte man noch einmal gründlich hinterfragen.

      Oder mit Buffetts Worten: "Ich versuche nie, mit Aktien Geld zu verdienen. Ich kaufe in der Überzeugung, dass die Börse am nächsten Tag auch für fünf Jahre schließen könnte".

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  13. Hallo Michael,

    kannst du dich noch an Moritz erinnern? Ja, genau er - der Contrarian Investor, der Monat für Monat Hunderte Prozente Performance erzielte und immer die tollsten Investment Ideen hatte. Der Moritz, der deine Investmentideen immer wieder auslachte und mit Arroganz hier im Blog auffiel. Das ist sein Wikifolio:

    https://www.wikifolio.com/de/de/w/wfmoonet12

    Anscheinend hat sich unser Moritz verzockt :)

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    1. Ja, ich hab vor ein paar Wochen auch mal aus irgendeinem Grund sein Wiki angesehen und die Vollkatastrophe dort. Er meinte damals ja, er würde nicht nur sein eigenes Geld investieren sondern auch das fremder Leute. Ich hoffe, dass das Wiki nicht repräsentativ für seine Investments ist.

      Ich hatte mit seinem Investmentansatz weniger Probleme und hätte mich durchaus gerne mit ihm darüber ausgetauscht, aber seine Art, alle Andersdenkenden als Vollidioten hinzustellen, war schon sehr nervig. Aber, das muss ich zugeben, er hat mit einigen Kritikpunkten an mir durchaus Recht gehabt. Er hat mich ja mal als "Kontraindikator" fürs Timing hingestellt und das an Western Digital festgemacht, wo ich wirklich zweimal voll versagt habe. Hat mich gewurmt, weil er Recht hatte. Doch ich habe daraus gelernt, dass ich mit Zyklikern, wie der Chipbranche, nicht so zurechtkomme und mich hier lieber zurückhalten sollte mit Investments.

      Wo ich gar einen Nenner mit ihm fand war bzgl. der Bewertungen. Er hat da gerne mit dem KGV argumentiert, was ich ja per se für eine schlechte Kennzahl halte, und dem Quality Investing konnte er gar nichts abgewinnen. GARP-Investing war nicht seine Welt, sondern alleine Pleitekandidaten, Turnarounds, deren Sarg schon fast komplett zugeschüttet worden war. Da ist der Spielraum für Fehler natürlich sehr gering - wie man an seinem Wiki sieht...

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  14. Hallo Herr Kissig,
    inwieweit achten Sie auf die Sektorgewichtung, also wenn Sie einen neuen IT-Wert aufnehmen, reduzieren Sie dann eher einen anderen? Vergleichen Sie z.B. Ihre Gewichtung von Immobilien-Aktien mit einem Index?
    Bei Ken Fisher habe ich dazu einen interessanten Ansatz gelesen. Er meint, dass 70% der Rendite von der Assetklasse abhängen (Aktien/Anleihen/Cash), 20% von der Sektorgewichtung und nur 10% von der Auswahl der einzelnen Aktien. Faszinierender Gedanke.
    Und bei Zeit/Aufwand ist es meistens umgekehrt. Doch am Ende ist es fast egal ob Pfitzer oder Merck, da die Kurse sehr ähnlich laufen.

    Ein weiterer Aspekt: er zeigt, dass Nebenwerteperformance sich historisch auch mit den kleinen Werten des S&P500 erzielen ließ, sodass man eigentlich keine Small Caps mit ihren Nachteilen im Depot braucht.

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    1. Ja, die Sektorgewichtung spielt eine entscheidende Rolle. Ist ja auch logisch nachvollziehbar, denn wenn ein Sektor per se boomt, dann können hier auch die zweit- und drittklassigen Unternehmen erfolgreich sein. Investiert man hingegen in einen kriselnden Sektor, muss man schon den Besten herausgepickt haben, um eine Überrendite zu erzielen. Das macht das Stock Picking natürlich viel schwieriger und fehleranfälliger. Die Grundannahme in der Vergangenheit war, dass sich hieraus auch besondere Gewinnchancen ergäben. Doch das altbewährte Muster funktioniert seit mehr als zehn Jahren nicht mehr, weil der Technologiesektor unaufhaltsam boomt und auch alle anderen Sektoren "infiltriert". Der "adressable market" wächst also beständig an, weil es immer neue Anwendungsgebiete gibt, während sich immer weniger Lebensbereiche finden, in denen Technologie keine Rolle spielt.

      In meinen vierteljährlichen Investor-Updates gehe ich regelmäßig darauf ein, welche Sektoren ich favorisiere und aus diesen rekrutieren sich dann auch die meisten meiner Investments. Dies ist Teil des Quality Investings, denn die boomenden Sektoren sind prinzipiell höher bewertet als die taumelnden. Man muss/sollte daher bereit sein, für Qualität einen entsprechend höheren Preis zu akzeptieren.

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  15. Moin Michael,
    magst du noch was zum Thema IAC und dem vollzogenen Spin-Off sagen.

    Wie es aussieht hast Du Vimeo abgestoßen. Zumindest führst Du sie nicht in der Beobachtungsliste.
    Bei vielen Brokern ist die Umstellung sehr spät erfolgt oder aber noch nicht komplettiert.

    1) Daher frage ich mich, ob und wo Du die Vimeo Aktien verkaufen konntest (Broker?).

    2) Des Weiteren noch meine Frage, was du von Vimeo im Allgemeinen hältst? Es ging jetzt kurzfristig erstmal an der Börse abwärts, sie soll ja auch teuer bewertet sein. Normalerweise entwickeln sich die neuen Firmen prächtig. Eine Matchgroup hätte ich gehalten, aber da war ich noch nicht an Bord.

    3) Eigentlich war mein Ziel nur an IAC beteiligt zu sein. Ggf. wäre es schlauer vor einem Spin-Off die Aktie komplett zu verkaufen und nach dem Spin-Off wieder zu erwerben. Es sei denn, die neue Firma haut einen wirklich vom Hocker. Die Steuer muss man natürlich im Blick haben. Gibt es irgendwelche Argumente, die sonst gegen diese Vorgehensweise sprechen?

    LG
    Martin

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    1. Moin Martin,
      meine Beobachtungsliste ist ja nicht gleichzusetzen mit meinem Depot. IACs jüngster Spin-off führt also nicht automatisch dazu, dass ich den Wert auf die Beobachtungsliste aufnehme. Ich bin kein Nutzer von Videoformaten, weder bei YouTube noch sonstwo. Ich tue mich daher schwer damit, Unternehmen aus diesem Sektor "greifen" zu können. Als Teil von IAC war Vimeo nur eine von deren Sparten, wo ich mir die Ergebnisse und Entwicklungen im Rahmen der IAC-Berichterstattung angesehen habe. Als separates Unternehmen müsste hier schon eine tiefergreifende Beschäftigung mit dem Geschäftsmodell, dem Zahlenwerk usw. erfolgen, um so einer eigenen Einschätzung und Bewertung zu kommen.

      Ich habe also IAC weiter auf der beobachtungsliste und Vimeo nicht.

      Bzgl. Deiner "Verkaufe-vorher-Strategie"... Ja, die hat was für sich. Habe ich in meinem Quality Investing-Wiki auch so gemacht mit IAC. Der Spin-off der Match Group hat hier ziemlich viele Fragen hinterlassen (also die Umsetzung in Deutschland und bei Wikifolio), das habe ich mir ersparen wollen. Im Wiki von Stefan Waldhauser ist bisher auch nur die ISN getauscht worden, aber es wurde weder dem Cashkonto Geld gutgeschrieben noch Vimeo-Aktien eingebucht. Dafacto "fehlt" hier also Performance/Geld/Wert. Wie das schlussendlich geregelt wird, falls Vimeo nicht in Deutschland an einer Börse (und bei LuS) gehandelt wird, bleibt abzuwarten. Bei MATCH gab es ja zuvor bereits eine Börsennotierung.

      Bei IAC gehört es ja zum Geschäftsmodell, dass sie kleine digitale Unternehmen aufbauen und dann irgendwann als Erwachsene an die Aktionäre verschenken/übertragen. Dies kann man, so wie Du es beschrieben hast, immer durch Verkäufe vor einer solchen Maßnahme umgehen. Dann fällt natürlich ggf. die Steuer auf die bis dahin angelaufenen Kursgewinne an, dessen muss man sich bewusst sein. Ansonsten spricht aus meiner Sicht nichts gegen dieses Vorgehen.

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    2. Jetzt gibt es auch eine Erläuterung von Stefan Waldhauser zu den Vorgängen um IAC/Vimeo und den Problemen bei Wikifolio bzw. Lang & Schwarz und deutschen Brokern mit dem Spin-off. Einfach mal hier reinschauen.

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  16. Hallo,wie ist deine Einschätzung zu BHP Biliton und Rio Tinto? Hälst du ein Investment in diesem Bereich für zielführend? Was sind die Alternativen ggfs? Zudem bin ich schon lange in Henkel investiert aber leider nicht gerade erfolgreich. Vielleicht kannst du hierzu und zu Unilever,Reckitt, Danone etc. eine Meinung abgeben. Was sind hier deine Favoriten?
    Vielen Dank und ich bin auf die Antwort gespannt.
    😀

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    1. Im Rohstoffsektor habe ich nicht gerade eine große Expertise. Die Unternehmen müssen sehr viel Geld ausgeben, bevor sie endlich die Rohstoffe gefördert haben. Und dann muss gerade der Weltmarktpreis passen, damit sie sie gewinnbringend verkaufen können. Sind die Preise aber niedrig, kann es sein, dass die Minen viele Jahre lang keinen Gewinn abwerfen werden und stillgelegt werden müssen. Die Unterhemmen hängen stark vom Rohstoffzyklus ab und können darauf immer nur sehr langsam reagieren. Daher reizt mich der Sektor nicht so sehr.

      Henkel und Reckitt Benckiser sind im Bereich Reinigungsprodukte tätig, Danone und Unilever überwiegend bei Nahrungs- und Lebensmitteln. Alle zählen zu den defensiven Konsumwerten, von denen man ausgeht, dass ihre Produkte "irgendwie immer" gekauft werden. Das ist auch so, allerdings gibt es eben keine Garantie, dass die Menschen immer die Marken/Produkte eines bestimmten Herstellers kaufen. Kraft Heinz hat hier jahrelang Lehrgeld zahlen müssen mit ihren angestaubten Marken, die man nicht gepflegt hat(te).

      Die Wachstumsaussichten sind begrenzt, da der markt verteilt ist und daher lediglich mit dem Bevölkerungswachstum steigt. Daher versuchen die Unternehmen, durch rege M&A-Aktivität sich besser zu positionieren und ihre Margen zu steigern. Schwierig für die Branche ist der zunehmende Erfolg des Online-Lebensmittelhandels. Bisher konnten sich die Unternehmen mit den Supermärkten einigen und sie bekamen höhere Einkaufsrabatte für aussichtsreiche Regalplatzierungen. Künftig wird der Faktor Onlinekauf wichtiger und dort gelten andere Regeln. Ich bin mir nicht sicher, wie sich das auf die Markenherstellern auswirken wird und ob/wie sie hier die Kurve kriegen.

      Vor einigen Jahren wurden die Aktien wahnsinnig teuer bezahlt, weil Anleger auf die stabilen Cashflows und Gewinne setzten und auf die schönen Dividendeneinnahmen. Inzwischen ist der Reiz verflogen und auch die hohen Bewertungen wirken nicht mehr so attraktiv, weil stetige Cashflows eben auch mit wachstumsstarken Unternehmen erzielt werden können. Wie SaaS-Firmen und/oder Microsoft, Amazon, Apple, Facebook usw.

      Ich finde die genannten Aktien nicht übermäßig interessant als Investment. Kann man im Depot haben, sollte man aber nicht zu viel von erwarten. Mein Favorit in diesem Sektor ist Costco (hier klicken). Die wachsen ordentlich und haben mit ihren "Club-Konzept" ein saustarkes Geschäftsmodell, das seit Jahrzehnten funktioniert. Die Dividendenrendite ist auch attraktiv, wenn man die alle paar Jahre ausgeschüttete Sonderdividende mit einbezieht (die erfolgte im November 2020 und lag bei $10 je Aktie). Ab und zu gibt die Aktie mal ordentlich nach, wie im März, das sind dann immer gute Nachkauf- oder Einstiegsgelegenheiten.

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  17. Hallo Herr Kissig,

    was halten Sie eigentlich von IBM als Investment? IBM wird dieses Jahr noch Kyndryl abspalten und es bleibt das Cloud-Geschäft übrig. Ich finde es spannend, dass IBM im Bereich Quantencomputer mitmischt und auch das Geschäft mit den Batterien könnte auch spannend werden: https://energyload.eu/stromspeicher/forschung/ibm-daimler-meerwasserbatterie/

    Viele Grüße aus Oberfranken

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    1. IBM gefällt mir nicht besonders. Seit Jahrzehnten wird man von Wettbewerbern abgehängt und verkauft dann das bisherige Kerngeschäft, um auf die vermeintlich attraktiveren Geschäftsbereiche zu setzen. Aber das klappt irgendwie auch nie wirklich. Nun wird mit Kyndryl erneut das verbliebene Kerngeschäft ausgemustert und man setzt auf die Cloud - also eigentlich hauptsächlich auf die "nur" zugekaufte Red Hat. Aber man ist hier kein First Mover und hat keinen signifikanten Burggraben; der Markt ist stark umkämpft und es gibt viele starke Wettbewerber, Tanker und auch Schnellboote.

      Damit IBM ein gutes Investment wird, müssen zwei Dinge vorliegen: (1.). muss "Big Blue" zu einem erfolgreichen und profitablen Wachstumsunternehmen werden und diesen Kurs nachhaltig beibehalten können. Der Markt "Cloud" spricht dafür, weil er selbst enorm wächst und somit die Chance auf gute Geschäfte groß ist. Aber (2.) müsste IBM auch besser dastehen und mehr bieten, als die vielen Wettbewerber. Nur dann lohnt ja ein Investment in ein Unternehmen, dass seit 25 Jahren schlechter agiert als seine Herausforderer. Ich kann nicht einschätzen, ob die neue IBM deutlich besser ist als die anderen Cloudunternehmen. Und solange kommt ein Investment für mich nicht infrage. Aber... sollte sich der nachhaltige Erfolg abzeichnen und IBM zu einem Cloudpowerhouse werden mit steigender Profitabilität und ordentlichen Wachstumsraten, dann würde IBM für mich interessant.

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  18. Hallo Michael,
    Welchen max. Depotanteil würdest Du einer aussichtsreichen Aktie (in meinem Fall ist es Lang & Schwarz) zugestehen? Gibt es da eine Grenze für Dich bis zu der Du nachkaufst und ein Klumpenrisiko (und entsprechend auch eine Klumpenchance) akzeptierst?
    Gruß
    Martin

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    1. Moin Martin,
      das soll jetzt nicht kloogschieterich rüberkommen, aber bei der Frage ist die Unterscheidung zwischen Aktie und Unternehmen elementar. Die Gewichtung einer Aktie impliziert die Frage danach, welche Kursschwankung man auszuhalten bereit ist. Da habe ich kein wirkliches Empfinden zu.

      Zur Frage, wie hoch ich ein Unternehmen in meinem Depot zu gewichten bereit bin, kann ich mehr sagen. Hier habe ich mit 10% oder 15% gar kein Problem. Bezogen auf ein Anfangsinvestment. Ansonsten halte ich nicht viel von "Rekalibrierung" der Gewichtungen, was auf ein Abrasieren der erfolgreichsten Aktienwerte hinausläuft, um damit die schlecht(er) performenden Aktien aufzustocken. Eine Loserstrategie, wie Peter Lynch warnt: "Du wirst Deine Ergebnisse nicht verbessern, indem du die Blumen ausreißt und das Unkraut gießt". Ich befürworte daher, die Gewinneraktien laufen zu lassen und damit können sie tendenziell auch deutlich höhere Gewichtungen im Depot einnehmen. Das gilt solange, wie ich von dem Unternehmen und seinen mittel- und langfristigen Perspektiven absolut überzeugt bin. Dann bin ich auch bereit, eine Gewichtung von mehr als 25% im Depot zuzulassen, ggf. sogar 50%. Das hängt vom jeweiligen Unternehmen ab.

      Wenn man einen Multibagger im Depot hat und der macht dann 50% aus, dann würde mich das bei Microsoft nicht stören. Bei Netflix schon, da wäre mir 50% Gewichtung deutlich zu hoch, weil Bewertung und Chance/Risiko nicht entsprechend zusammenpassen.

      Viele Leute schwören ja auf Diversifikation. Aber die großen Vermögen wurden dort erzielt, wo Leute (Unternehmer) auf nur wenige oder gar eine Aktie gesetzt haben. Bill Gates mit Microsoft, Jeff Bezos mit Amazon, Plattner und Hopp mit SAP, Arnault mit LVMH usw. Wer zu früh oder falsch diversifiziert, beschneidet auch seine potenziellen Multibagger. Dann kann man sich irgendwann überlegen, nicht doch lieber gleich auf ETFs zu setzen und sich die Recherche zu sparen...

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  19. Hallo, würde es schön und hilfreich finden in der Liste ein Merkmal einzubauen, welche Du aktiv in Deinem Depot hast - vielleicht eine Idee für langweilige Winterabende - würde den Rotwein bezahlen ... Alles Gute

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    1. Das mag interessant erscheinen, wird aber nicht passieren. ;-) Ich habe nämlich wenig Lust, über mein Money Management zu diskutieren, weshalb ich zB aus Sektorgewichtungsgründen eine Aktie aussortiere im Depot. Und genau diese Debatten würden kommen - ich weiß das, weil ich vor vielen Jahren mal eine ähnliche Einschätzung (Kaufen/ Halten/ Verkaufen) zu jedem Wert abgegeben habe ich und dann ellenlange Debatten darüber geführt wurden, weshalb zB Jungheinrich jetzt auf K bleibt, während KION auf Halten gesetzt wurde. Dabei hat diese kurzfristige Einschätzung keinerlei Relevanz für den Investmentcase und die mittel- und langfristigen Aussichten.

      Ich denke, mit meinen viertjährlichen Investor-Updates, in denen ich meine 10 größten Positionen und die Veränderung zum Vorquartal aufzeige, erzeuge ich hier genügend Transparenz. Dazu gesellen sich noch meine beiden Wikis, die man ja tagesaktuell einsehen kann. Die enthalten nicht völlig andere Werte als mein Depot; wenngleich es auch hier keine 100%ige Deckungsgleichheit gibt.

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  20. Hallo Michael,

    IAC befindet sich aktuell im Sinkflug. Hatte mir den Quartalsabschluss und den Brief vom Ceo durchgelesen, konnte aber keine schwerwiegenden Fehler oder so erkennen. Das die bisherigen Plattxormen erstmal weiter ausgebaut - sprich dort investiert werden muss ist klar.

    Was ich auch noch nicht gefunden habe, ist der prognostizierte Verlust im nächsten Jahr, wobei eine Beteiligungsfirma ja durch die Assetbewertung Gewinne/Verluste ausweisen muss.

    Auch hast du IAC aus deinem Wiki verkauft, hat das einen bestimmten Grund?

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    1. IAC hat mal wieder den größten Teil seiner Assets an seine Aktionäre "verschenkt". Das ist Teil des Geschäftsmodells und ein Erfolgsfaktor der Unternehmensgeschichte. Klar ist, dass die neuen Plattformen erstmal wieder eine Wachstumsphase benötigen und damit die Wartezeit für die Aktionäre länger werden könnte. Als nächstes Spin-off gilt ANGI, aber dort hat IAC schon länger Arbeit vor sich, das ist kein Selbstgänger.

      Die neuen Beteiligungen kosten erstmal Geld, weil sie noch nicht profitabel und im Aufbau sind. Das stört mich aber nicht wirklich, denn IAC hat ja das nötige Kleingeld, um dieses Wachstum zu finanzieren. Und die Beteiligung an MGM Resorts war ein echter Glücksgriff, eine "Jahrhundertchance", wie IAC damals sagte.

      Für meinen Verkauf aus dem Wiki gab es zwei Gründe. Der erste Grund ist die Geschichte rund um das Spin-off von Vimeo, das für Wiki-Betreiber äußerst unerfreulich verlaufen ist. Stefan Waldhauser hatte hierzu einen interessanten Artikel veröffentlicht: "Vimeo Spin Off - ein Reinfall für viele deutsche Broker". Bei Match und auch ggf. bei ANGI gäbe es dieses Problem nicht, da beide Aktien bereits an der Börse (und in Deutschland) gelistet sind. Aber es gibt ja bereits Gedankenspiele, dass IAC weitere/andere Töchter abspalten könnte und die haben bisher keine Börsennotierung.

      Der zweite Grund ist schlichtweg Geldbedarf, da ich ja zumeist zu 100% investiert bin und dann ggf. bei anderen Positionen Kasse machen muss. Und da ich beim Cashflow-Monster Alphabet zuschlagen wollte, auch wegen der nochmals forcierten Aktienrückkäufe, musste eine andere Position weichen.

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  21. Guten Abend Herr Kissig,

    ich stelle mir gerade die Frage, ob man über längere Zeit besser als der Markt abschneiden kann. Ich habe vor kurzen das Buch "Aktien für die Ewigkeit" gelesen. Aus der statistischer Sicht werden daran viele scheitern, aber es gibt für mich auch Gründe, die dafür sprechen, dass ich besser als der Durchschnitt sein kann. Welche Gründe sehen sie dafür? Ich lese schon lange Ihren Blog und finde es an sich spannend, sich mit Einzelinvestments zu beschäftigen. Was halten Sie von dem Buch von Jeremy Siegel?

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    1. Jeremy S. Siegels Buch "Aktien für die Ewigkeit" ist ein Klassiker und jeder Anleger sollte das Werk gelesen haben. Ich hatte vor einiger Zeit mal eine ausführliche Rezension dazu verfasst (hier lesen).

      Ich denke auch, dass die meisten Anleger nicht besser als der Marktdurchschnitt abschneiden werden. Weil sie a) sich nicht genau mit den Unternehmen befassen, deren Aktien sie kaufen, sondern b) lieber der heißesten Empfehlung hinterherlaufen und c) viel zu wenig Geduld haben, wenn die Aktie nicht sofort steigt oder gar fällt nach ihrem Kauf.

      Doch genau das Gegenteil führt um Erfolg! Erst ordentlich informieren und nachdenken und erst/nur dann die Aktie kaufen, wenn man wirklich von dem Unternehmen und seinen Zukunftsaussichten überzeugt ist (so Warren Buffett). Man sollte kurz und knackig erklären können, wie das Unternehmen sein Geld verdient (so Peter Lynch). Man sollte auf Unternehmen setzen, die eine solide Bilanz und/oder hohe und wachsende Cashflows aufweisen (so Ken Fisher) und man muss die Geduld haben, sich die Aktien anhand der fundamentalen Entwicklung entwickeln zu lassen (so Benjamin Graham, Warren Buffett, Peter Lynch, Charlie Munger uvm.).

      Beherzigt man diese Grundsätze, hat man schon vieles richtig gemacht. Und trotzdem wird man so nicht nur Outperformer im Depot haben. Das ist aber auch gar nicht nötig, denn für die Überrendite reichen schon ein oder zwei Multibagger, die dann für das Gesamtdepot die Outperformance einspielen (so Peter Lynch). Und wenn man diese super Gelegenheiten vor sich hat und von ihnen überzeugt ist, sollte man auch eine ordentlich große Position bei ihnen eingehen (so Charlie Munger).

      Im Grunde ist es also ganz einfach. Aber leider scheitern die meisten Anleger daran, weil sie nicht das emotionale Mindset mitbringen und immer wieder gegen eine oder mehrere dieser simplen Regeln verstoßen und so ihre Rendite killen. Und warum? "Value Investing ist der einfachste Weg zum Reichtum, doch nur wenige nutzen ihn. Niemand will langsam reich werden", (so Warren Buffett). Und genau diese Gier, dieser Wunsch, (mit Aktien) schnell reich zu werden, versaut einem die Erfolgsbilanz. Daher sollte und muss man ständig an sich arbeiten, aus seinen Fehlern lernen und dadurch besser werden (so Charlie Munger). Dann klappt's auch mit der Überrendite - nur eben nicht sofort und nur auf lange Sicht.

      Also alles ganz einfach, aber nicht simpel (so Warren Buffett).

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  22. Hallo Michael,
    hast Du eine Auflistung der Watchlist strukturiert nach Quality und Nebenwerte oder kann man diese Info aus Deiner oben zitierten Liste indirekt entnehmen, z.B. anhand der Kapitalisierung des Werts? Und wenn ja, ab bis zu welcher Kapitalisierung würdest Du von einem "Nebenwert" sprechen?
    Vielen Dank im Voraus und Grüße
    Konstantin

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    1. Nein, ich unterscheide auf meiner Beobachtungsliste nicht zwischen Quality Investments und Nebenwerten, sondern lediglich zwischen deutschen und internationalen Unternehmen. Sonderrubriken führe ich nur für Turnaround-Spekulationen, die aber im Erfolgsfalle in die beiden anderen Kategorien wechseln, wie Funkwerk oder SBF, und ganz neu eine Rubrik für (kleine) Fintech-Spekulationen.

      Anhand des Börsenwerts ist ein Quality Investment nicht festzumachen, sondern ausschließlich anhand der entsprechenden Qualitätskriterien. Die können sich bei Großkonzernen ebenso finden wie bei eher unbekannten Hidden Champions.

      Die Einstufung als Nebenwert ist keine feste, sondern eher fließend. Nach der DAX-Reform würde ich nun sagen, dass alle Werte in Deutschland, die nicht DAX-Mitglied sind (oder es auf eine entsprechende Börsenkapitalisierung ab €10 Mrd. bringen), zu den Nebenwerten zählen. Also MDAX abwärts. Im Grunde macht es nun keinen Sinn mehr, zwischen MDAX und SDAX zu unterscheiden. beides sind Nebenwerteindizes und ich denke, dass hier mittelfristig eine weitere Reform ansteht.

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  23. Hallo Michael,
    zuerst mal ein dickes Lob für deinen transparenten Aktienblog.
    Ich lese mir regelmäßig deine Artikel durch.

    Nun zu meiner Frage. Ich beobachte seit geraumer Zeit die Friedrich Vorwerk Aktie.
    Diese ist in letzter Zeit gut runtergekommen und hat auf Basis 2022 nun ein KGV unter 20.
    Wird wohl auch daran liegen, dass nach dem Börsengang bei vielen die Haltefrist abgelaufen ist?!
    Aufgrund der Marschroute unserer Politik, sowie dem allgemeinen Zeitgeist sollte das Geschäftsmodell von FV auf lange Sicht recht erfolgreich werden.
    Ich würde gerne deine Gedanken hierzu lesen.
    Irgendwie könnte ich mir vorstellen, dass du hier auch gerade genau hinsiehst ;)

    Ich bedanke mich im Voraus für deine Antwort und wünsche dir und deinen Lieben, ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch.
    Bleib gesund.

    VG Olli

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    1. Moin Olli,
      bei Friedrich Vorwerk bin ich lediglich indirekt über MBB investiert. MBB macht das clever und bringt seine Töchter immer dann an die Börse, wenn die Stimmung optimal ist. Dass Anleger von MBB durch die IPOs abgerippt werden, halte ich für eine krude Ansicht. Immerhin steigen die Aktienkurse der MMB-Töchter nach dem IPO erstmal an und wenn dann irgendwann die allgemeine Lage oder Börsenstimmung kippt, dann ist das ja kaum MBB anzulasten. Wie bei Aumann. Es war 2018 kaum abzusehen, dass es einen Dieselskandal gibt und einen US-China-Handelskrieg mit Strafzöllen auf Autos und einen massiven Einbruch bei der Autoproduktion. Und auch die Störungen der weltweiten Lieferketten, samt Chipmangel, die zum Stoppen der Autoproduktion führt, konnte weder MBB noch Aumann oder sonstwer absehen.

      Bei Vorwerk hat man den Energiewendehype clever genutzt. Vorwerk war mir zum IPO zu hoch bewertet; aussichtsreicher Markt mit deutlichen Zuwachspotenzialen. Aber eben keine Softwarebude, sondern ein "Buddelunternehmen" und damit Personal. und Kostenintensiv.

      Friedrich Vorwerk ist aber mehr als eine Blaumanntruppe, sie haben einen ökonomischen Burggraben. Denn Energienetze und -verbindungen kann nicht jeder Tiefbauer /konzipieren und verlegen, dazu benötigt man spezielles Know-how und Zulassungen. Und eine gewisse Größe, um überregionale Ausschreibungen/Projekte bedienen zu können. Vorwerk kann das.

      Eine gewisse Schwierigkeit sehe ich darin, dass in Deutschland und in Europa noch nicht ganz klar ist, wohin der Energiezug wirklich fahren soll. Das bremst, auch Vorwerk. Hier erhoffe ich mir in 2022 mehr Klarheit und damit auch einen Startschuss für (öffentliche) Investitionen in Netze und Energieinfrastruktur. Und damit mehr Umdrehungen bei Friedrich Vorwerk. Könnte daher eine richtige interessante Aktie und eine mittel- bis langfristige tolle Anlage werden.

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  24. Hallo Herr Kissig,

    danke für diesen tollen Block.
    Kurze Frage, wie schätzen Sie die Lage bei S&T ein. Die Shortattake und Vorwürfe liegen teilweise in der Vergangenheit und sind schon 10 Jahre her. Jedoch sind Leerverkäufer Profi ,wie sagt man so schön, wo Rauch ist, ist auch Feuer. Werden Sie Ihre Position halten sogar ggf. aufstocken?

    VG Philipp

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    1. Nach oberflächlicher Durchsicht scheint an den Vorwürfen von Viceroy/Fraser Perring nicht viel Substanzielles dran zu sein. Er legt den Finger in die Wunde bzgl. der Transparenz und da hat S&T viel gutzumachen. Aber da eine "Fraud-Story" ala Wirecard draus zu basteln, ist schon lächerlich.

      Kurzfristig dürfte der Kurs sich weiter erholen. Mittelfristig kommt es darauf an, wie die Aufteilungspläne vorankommen und wie lange Niederhauser noch am Ruder bleibt. Er ist bisher ja der Erfolgsmotor. €18 bis €20 sollte die Aktie trotz der Unklarheiten jedenfalls wert sein.

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  25. Danke für die Vorstellung von RH.
    Bin mit einer kleinen langfristigen Position rein, weil Luxus auch in Zukunft immer ziehen wird.
    Und da viele keinen Geschmack haben was Einrichtung angeht, werden Sie sicher früher oder später auf RH stoßen, die Ihnen den Geschmack abnehmen.
    Das wird auch außerhalb der USA klappen.

    10 Jahre + uns wir schauen mal....

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  26. Hallo Michael,
    warum verkaufst du ausgerechnet in der aktuellen Panik Zalando?
    Bei Kursen über 100€ hast du nicht reagiert...
    Das ist ein ausgesprochen schlechtes Timing.

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    1. Bei Zalando gefällt mir der Trend nicht (mehr). Und damit meine ich nicht der Kurs. Der Kursverlauf gefällt mir zwar auch nicht, aber er ist nicht der Grund für meine Trennung von Zalando.

      Zalando war ein großer Gewinner der Coronakrise. Man konnte stark wachsen, man konnte die Margen stark ausweiten. Dann fing man an, heftig zu investieren (ins Fulfillment, was sinnvoll ist). Aber das Wachstum lässt nun stark nach, man muss die Marketingausgaben wieder massiv hochfahren, was - zusammen mit den Investitionen - die Margen dauerhaft senkt. Die nähern sich wieder Vor-Corona-Niveau an. Die erhofften und erwartbaren Skalierungseffekte bleiben also bisher aus.

      Ein weiterer Trend, den ich bisher nicht als ganz so kritisch angesehen hatte, nimmt hingegen Fahrt auf: Direct-tot-Consumer. Große, starke Brands setzen auf Eigenvermarktung und verbannen ihre Produkte aus Shops und Marktplätze. D2C-Pioniere im Modebereich sind Nike, adidas, Puma. Wenn solche Kundenmagnet-Produkte auf einer Plattform fehlen, vermindert das ihre Attraktivität. Das trifft langsam aber sicher sogar Amazon.

      Ich denke, dass Zalando weiter erfolgreich sein wird. Aber ohne Corona hat man einiges an Rückenwind verloren und wird wieder deutlich stärker kämpfen müssen. Und das steigenden Zinsen und Notenbanken, die die Geldmenge tendenziell verkleinern anstatt sie weiter massiv auszuweiten wie die letzten mehr als 10 Jahre. Ich sehe Zalando daher nicht mehr als Überflieger an, sondern fürchte, dass Zalando sich künftig eher schlechter als der Gesamtmarkt entwickeln wird. Auf Basis der zunehmenden operativen Herausforderungen. Aus diesem Grund habe ich mich von Zalando getrennt.

      Und ja, wären mir all diese Argumente schon vor einigen Monaten so klar gewesen, dann hätte ich bei höheren Kursen aussteigen können. War aber nicht so. Und es ist auch kein Grund, jetzt an den Aktien festzuhalten, nur weil sie schon mal deutlich höher standen.

      Ob ich mit meiner Einschätzung richtig liege, wird sich zeigen müssen. Ich glaube jedoch, dass es zur Zeit attraktivere Investments gibt in diesem Konjunktur- und Wirtschaftsumfeld.

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    2. Hallo Michael,
      welches sind denn deine attraktiveren Investments in diesem Konjunktur- und Wirtschaftsumfeld?

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    3. Inflationsdruck und steigende Zinsen bei einer sich erholenden Konjunktur sprechen für Finanzwerte. Versicherungen und Banken. Meine Favoriten sind weiterhin Alternative Asset Manager wie Apollo Global Management, Blackstone und KKR. Und auch Berkshire Hathaway sollte weiter gut zurecht kommen, da man ja ein starkes Exposure im Finanzsektor hat und darüber hinaus im Bereich Industrie und Konsum gut/breit aufgestellt ist (vor allem bei Einbeziehung der vielen nicht börsennotierten Beteiligungen, wie z.B. die Eisenbahn BNSF).

      Des Weiteren Unternehmen mit Preissetzungsmacht, denen die Kunden nicht weglaufen, wenn die Preise angehoben werden. Costco ist hier mein Favorit, aber auch Microsoft. Bei den deutschen Nebenwerten hat Steico im letzten Jahr mehrfach die Preise angehoben; jetzt konnte man berichten, dass man die Margen deutlich ausgeweitet hat und weiterhin an der Kapazitätsgrenze produziert (demnächst läuft die nächste Fertigungslinie an).

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  27. Hallo Michael,
    seit deinem Einstieg kennt die Shop Apotheke nur den Weg nach unten.
    Ich bin dir gefolgt und habe ebenfalls gekauft - sollte man jetzt nicht lieber aussteigen?

    Viele Grüße Karl

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    1. Aktuell ist die Situation mit Zinsangst und unklarem Starttermin für das eRezept relativ schlecht. Wenn du langfristig denkst ist die derzeitige Schwäche kein Problem und Gelegenheit für einen günstigen Nachkauf. In zwei oder drei Jahren würdest du dich sicher freuen.
      Ansonsten gilt natürlich wie immer: nicht blind kaufen und selber nachdenken.

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    2. Shop Apotheke hatte hausgemachte Probleme mit dem neuen Logistikzentrum. Ich habe die Chancen genutzt, weil ich die für lösbar und vorübergehend hielt. Die nochmalige Verschiebung des eRezepts ist ärgerlich, weil sie Chancen und Umsätze verzögert. Hinzu kam der allgemeine Abverkauf bei den Online-Werten. Ein grundsätzlich überzeugendes Geschäftsmodell. Im Nachhinein betrachtet zu teuer eingekauft.

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  28. Hallo Michael,
    die Pechsträhne geht anscheinend weiter.
    Auch bei Dr. Höhnle voll auf das falsche Pferd gesetzt und mitten im Kurseinbruch verkauft.
    Ich sehe die Aktie eher als Nachkauf bzw. in meinem Fall als gutes Einstiegsinvestment.

    Viele Grüße Karl

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    1. Dr. Hönle war bei mir unter Beobachtung. Ich hatte mir da wesentlich mehr versprochen in den letzten 15 Monaten. Aber das Unternehmen konnte die Erwartungen nicht erfüllen, die Erholung in den "traditionellen" Bereichen kam nicht so vom Fleck, wie ich mir das vorgestellt hatte. Und von der zusätzlichen Fantasie hinsichtlich der Luftentkeimungsgeräte ist ebenfalls nur wenig geblieben. Als dann die Meldung mit der Prognosesenkung herauskam, habe ich umgehend die Reißleine gezogen - zumal mir auch die Meldung nicht gefallen hat. Man darf ja wohl erwarten können, dass nicht nur die neuen, gesenkten Planzahlen genannt werden, sondern in der Meldung auch die bisherigen Werte stehen, damit man nicht erst alte Meldungen durchforsten muss, um sich ein konkretes Bild machen zu können. Gefiel mir gar nicht.

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  29. Hallo Herr Kissig,

    was hat Sie zum jetzigen Zeitpunkt zum Einstieg bei Berkshire bewogen?

    Bisher haben Sie im Wikifolio ja eher auf andere Pferde gesetzt.

    Viele Grüße
    Bill

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    1. Buffetts Berkshire Hathaway ist die älteste Position auf meiner Beobachtungsliste, quasi vom Start weg im Jahr 2011. Es sprechen aktuell viele Argumente für Berkshire: Apple als Cashcow und recht resilentem Schwergewicht im Depot, die starke Ausrichtung auf den Finanzsektor (Banken und Versicherungen profitieren von steigenden Zinsen), der hohe Anteil an Industriewerten und konjunkturaffinen Unternehmen, auch unter den nicht börsennotierten Gesellschaften (wie Precision Castparts, BSFN uvm). Berkshire ist ein klassisches Value Investment und breit diversifiziert über eine ganze Reihe von Branchen - und mit Schwerpunkt USA. Dazu hat man einen hohen Cashbestand von fast $150 Mrd und ist damit bestens für Unwägbarkeiten vorbereitet. Habe zuletzt auch im Depot meinen Bestand aufgestockt.

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  30. Hallo Michael Wie bewertest du in der aktuellen Marktphase dein Engagement in HelloFresh? Ich überlege nachzulegen, der Abverkauf ist denke ich eine Chance. Andererseits vielleicht besser noch etwas warten bis die Aktie einen Boden findet.

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    1. Schwierige Lage bei HelloFresh. Operativ läuft es super, die erhöhten Prognosen für 2021 wurde locker erreicht, das Wachstum ist enorm und kann aus dem Cashflow bezahlt werden. Auf der anderen Seite haben wir den Kursverlauf und die Angst der Anleger. Nach jeder positiven Nachricht denken die, "ja, war super, aber... in Zukunft geht das nicht so weiter". Aber es ging bisher immer so weiter. HelloFresh hat dabei nicht einfach nur Glück gehabt, sondern sich immer wieder auf neue Herausforderungen, Ideen, Märkte eingelassen. Meistens mit Erfolg. Der Russland Zukauf Chefmarket hat man aus heutiger Sicht daneben gegriffen und muss die 5 Mio. Euro wohl abschreiben. Ansonsten sind die Zukäufe immer ein guter Griff gewesen.

      Ich denke, HelloFresh ist und bleibt eine Erfolgsstory - zumal HelloFresh kräftig expandiert und so vorübergehend Marge gegen Umsatz/Marktanteile eintauscht. Ich bin fast versucht zu sagen, im Amazon-Style. Aber das wären wohl etwas zu große Fußstapfen...

      Die Börse "spielt" diese Story aktuell nicht, sondern straft das Unternehmen mit den anderen Growthwerten ab. Das ist nicht zu ändern oder zu verhindern. Ich bin aber davon überzeugt, dass sich die Wolken wieder verziehen und dann die fundamentalen Daten wieder Oberwasser bekommen. Spätestens dann wird HelloFresh vom Markt neu entdeckt...

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  31. Hallo eine Frage an Sie: die bisherigen Favoriten KKR und Apollo schmeißen sie Stück für Stück aus dem Wiki. Warum?

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    1. Der Ukraine-Krieg und die Auswirkungen der Sanktionen werden erhebliche Auswirkungen auf unser Leben in den nächsten Monaten und Jahren haben. Ich habe daher Anpassung meines Depots und meiner Wikis an die "neue Realität" vorgenommen. Und die lautet leider: hohe, anhaltende Inflation, Umsatzeinbußen bei vielen Unternehmen (durch Russland-Boykott), sinkenden Gewinne durch hohe Energiekosten, Notenbanken in Problemen (steigende Zinsen bremsen Wirtschaft zusätzlich ab; Inflationsbekämpfung ist aber ein Hauptziel). Mit anderen Worten: wir steuern absehbar auf eine Rezession zu und zwar in Deutschland, Europa, USA. Das ist kaum noch zu vermeiden, selbst wenn der Ukrainekrieg sofort beendet würde.

      Die Folge aus diesen Überlegungen ist, dass die Börsenkurse leiden werden, weil viele Unternehmen schlechtere Geschäfte machen werden und/oder die Erwartungen der Anleger zu hoch sind. Das liegt auf der Hand. Aber es lag auch auf der Hand, dass das starke Extra-Wachstum durch Corona bei einer Normalisierung zu niedrigeren Wachstumsraten führen wird - und die Kurse der Unternehmen stürzen ab, wenn dann die konkreten Zahlen vorgelegt werden.

      Ich positioniere daher Depot und Wikis so, dass ich Unternehmen höher gewichte, die mit der neuen (und wohl Monate oder länger anhaltenden) Lage gut/besser zurecht kommen und ich verkaufe die Unternehmen, die stärker in Mitleidenschaft geraten dürften. Und ich habe einige Gewichtungen leicht angepasst, wenn es mir im Hinblick auf die Depotbalance nötig erschien.

      Finanzwerte und dabei auch Alternative Asset Manager leiden in Rezessionen überdurchschnittlich, weil ihre Einnahmen sinken (Provisionen) und der Wert ihrer Beteiligungen. Das mögen Anleger gar nicht. Im Gegenzug können sie natürlich ihr "Dry Powder" für neue lukrative Zukäufe einsetzen, wodurch die zukünftigen Gewinne gepusht werden. Bis sich die Aktienkurse wieder erholen, dauert es aber ein bisschen.

      Ich habe daher Apollo und KKR reduziert und im Gegenzug Berkshire Hathaway aufgestockt.

      Meine Überlegungen hinsichtlich Inflation, Rezession usw. werde ich in einem separaten Artikel noch ausführlicher darlegen.

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    2. Wie Sie das beschreiben ist es am Besten alles zu verkaufen :D

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    3. Bei 0% Zinsen auf dem Konto und einer Inflationsrate von 5% ist das doch auch keine Option. In den richtigen Unternehmen angelegt wird dort das Geld vermehrt - das zahlt sich früher oder später dann auch in (wieder) höheren Aktienkursen aus. Qualitätsunternehmen mit Preissetzungsmacht sind der beste Schutz gegen Inflation.

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    4. ...dannn müsste doch mutares auch reduziert werden?!

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    5. Ich schätze das anders ein und habe Mutares sogar aufgestockt. Denn Mutares ist Experte für Stresssituationen in Unternehmen. Sie kaufen angeschlagene, insolvente, taumelnde Firmen oder Sparten von Großkonzernen. Dafür bezahlen sie wenig bis gar nichts und bekommen oftmals sogar eine "Sanierungsmitgift" mit auf den Weg (Bargain Purchase). Anschließend sanieren sie die Neuerwerbungen, rationalisieren, strukturieren um, positionieren sie neu und kaufen ggf. weitere Firmen aus der Branche und formen neue, schlagkräftige Konzerne. Diese verkauft Mutares nach 3 bis 5 Jahren wieder, wenn die Unternehmen "in der Spur" sind und für Branchengrößen attraktiv. Die wenigsten Unternehmen wollen sich Sanierungsfälle ins Boot holen, auch wegen der damit verbundenen negativen Publicity. Also kaufen sie lieber sanierte Firmen und zahlen dafür gutes Geld.

      Die gegenwärtige Lage und die sich abzeichnende zunehmende Verschlechterung spielt Mutares also in die Karten, weil man viel mehr Targets vor die Nase bekommt. "Zum Glück" hat man finanziell aufgerüstet durch die satte Kapitalerhöhung und kann aus dem Vollen schöpfen.

      Und die andere Seite? Klar, Mutares will und muss auch als Verkäufer aktiv werden. Und je besser die Börsen laufen und je höher die Multiplen für Unternehmen sind, desto größer der Gewinn. Aber diese Seite ist für Mutares nicht die entscheidende, das muss man verstehen. Bei Mutares liegt der Gewinn im Einkauf! Wörtlich. Der Verkauf muss nicht zwingend erfolgen, weil die Unternehmen, wenn sie saniert sind, ja Gewinne erzielen und diese an Mutares (die Mutter/Holding) abführen. Für den Erfolg einer Transaktion ist nicht der Verkaufszeitpunkt entscheidend. Der "zählt" wiederum nur für den kurzfristig orientierten Börsenkurs, weil zum Stichtag die Bücher geschlossen werden (Quartals- oder Jahresende) und daran dann die Kennzahlen und Einschätzungen festgemacht werden. Dabei ist es für das Unternehmen Mutares völlig egal, ob sie die Tochter ABC GmbH am 30.12. oder am 4.1. verkaufen und dabei €10 Mio. Gewinn einsacken. Für die Börse und das heiß geliebte KGV ist das aber wichtig. Weil selten länger als ein paar Sekunden nachgedacht wird und sich anhand von ein, zwei Kennzahlen ein sofortiges (und meist abschließendes) Urteil gebildet wird. Für "tieferschürfende" Anleger entstehen dann immer Chancen. Denn der Gewinn ist ja nicht weg, sondern er taucht im nächsten Zahlenwerk wieder auf - und dort ist er dann ein zusätzlicher, unerwarteter Beitrag, was die Börse dann wieder (zu sehr) euphorisiert.

      Da Mutares zu den attraktiveren Dividendenzahlern gehört, richtet sich der Fokus zunehmend auf die Dividendenhöhe. Und die Frage, ob Mutares auch genügend Unternehmen verkauft hat, damit die Dividenden möglichst üppig ausfällt. Ist nicht so mein Spiel, aber ich bin natürlich mit dabei als Aktionär. Wenn Mutares noch ein weitere Exit gelingt und angesichts der bevorstehenden Dividendensaison könnte der Kurs ordentlich Rückenwind kriegen - wenn der Ukraine-Krieg und die allgemeine Börsenentwicklung dem nicht völlig einen Riegel vorschiebt.

      Für mich ist Mutares damit insgesamt eines der attraktiv(st)en Unternehmen, in denen man aktuell investiert sein kann...

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    6. Konstantin12.03.22, 23:38

      Ist die bevorstehende S&P 500-Aufnahme bei Apollo nicht Grund genug, erst einmal investiert zu bleiben?

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    7. Moin Konstantin,
      eine mögliche Indexaufnahme und die damit verbundene höhere Nachfrage nach diesen Aktien ist aus meiner Sicht kein ausreichender Grund, eine Aktie zu kaufen. Das gilt für Apollo Global Management mit der potenziellen S&P 500-Aufnahme genauso wie für Alphabet und Amazon hinsichtlich der möglichen Dow-Aufnahme. Die Indexaufnahme ist vielmehr das Sahnehäubchen oben drauf. Viel entscheidender ist die zugrundeliegende fundamentale Entwicklung der Unternehmen. Und die sieht bei allen dreien positiv aus. Alle drei wachsen, alle drei seigern ihre Umsätze und ihre Gewinne - kurzfristig im Blick auf die aktuelle Entwicklung bei Inflation, Konjunktur, Ukraine-Krieg können sie aber stärker unter Druck geraten. Daher habe ich z.B. APO reduziert. Die Indexaufnahme(n) werden später wieder ein interessanteres Thema...

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  32. Wow Tesla!!! ich bin sehr überrascht. Kann mich noch gut an den VW Artikel(?) erinnern, wo Sie scharf gegen Tesla bzw. Musk geschossen haben. Wie kam es zu dieser Wendung?

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    1. Ich hatte ja kürzlich einen ausführlichen Artikel zu Tesla verfasst (hier) und war selbst überrascht, wie viele Dinge sich in den letzten anderthalb Jahren positiv entwickelt haben. Tesla verdient unterm Strich Geld und zwar mit der Autoproduktion, nicht mehr nur mit Verschmutzungszertifikaten. Tesla wächst stark und profitabel. Tesla hat einige moderne Produktionsverfahren etabliert, die die Kosten deutlich unter die der Konkurrenz senken - und die kommt nicht (mehr) hinterher. Des Weiteren hat die Klimawende und die Dekarbonisierung ordentlich an Fahrt zugenommen; durch den Ukrainekrieg nochmals, aber nicht nur deshalb. Die neue Achillesferse, neben den Netzen, ist die Stromspeicherung. Auch hier ist Tesla innovativ und vorne mit dabei. Darüber hinaus könnte auch das Thema Solardachziegel in den nächsten beiden Jahren richtig an Fahrt aufnehmen.

      Tesla ist nach wie vor sehr hoch bewertet. Aber es wächst rasant und profitabel. Zwei neue Werke sind gerade ans Netz gegangen (Gründheide und Austin) und werden in den nächsten Monaten ihre Produktion massiv hochfahren. Trotz der Lieferengpässe wächst Tesla so stark. Wenn sich hier mal etwas Entspannung einstellt, wird das Wachstumstempo noch zunehmen. Die hohe Einkaufspreise kann Tesla an die Kunden weitergeben, die Nachfrage ist ungebremst hoch.

      Ich bin weniger ein Fan vom Elektroautobauer als viel mehr vom Elektro-Innovator Tesla: Stromspeicher, Batteriezellentechnologie. Und deshalb glaube ich, dass Tesla in seine aktuelle hohe Bewertung relativ zügig hinein- und darüber hinauswachsen wird. An diesem Punkt ist Tesla für mich ein Wachstumsinvestment.

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  33. Sie haben wirklich noch Tesla aufgenommen? Wenn das nicht zeigt das Sie keine Ahnung von Aktien haben dann weiß ich nicht mehr weiter.

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    1. Sorry, was ist das für eine dumme Aussage?! Michael Kissig hat doch klar und ausführlich erläutert, warum er in Tesla investiert. Natürlich kann man das anders sehen, ich bin auch nicht investiert. Hat mich aber viel Geld gekostet, den Wert nur auf meiner Watchlist und nicht in meinem Depot zu haben.

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    2. Michael ist ein seit Jahren erfolgreicher Investor, der "skin in the game" hat und der mehr als einmal bewiesen hat, dass er die zum Investieren nötige Kompetenz mitbringt. Und das Beste: er stellt seine Einsichten KOSTENLOS zur Verfügung, mit allen Erfolgen und Fehlern. Er setzt sich dem Risiko der Fehlentscheidung, die dem Investieren inhärent ist, öffentlich aus.
      Du bist anonym, und hast lediglich einen ohne sachliche Argumente vorgebrachten Kommentar zu bieten und stehst damit für so ziemlich alles, was im Internet und sozialen Medien falsch läuft.
      Merkst was?

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  34. Na klar merke ich was. Es gibt einfach zu viele dumme Menschen. Tesla ist maßlos überbewertet. 1,1 Billionen für was 80 Millarden Umsatz. Gut das Wachstum ist stark. Aber das ist auch das einzigste was gut ist. Tesla steht immer wieder für seine Qualitätsmängel in der Öffentlichkeit und vom ihrem FDS(oder so) brauche ich erst gar nicht anzufangen. So schlimm das sogar US Senatoren damit werben ihn abzuschaffen. A California tech CEO is running for US Senate on one issue: banning Tesla's Full Self-Driving technology oder hier ein Video das einen selbstfahrenden Tesla zeigt, der in einen Privatjet kracht. Also bitte ich weiß genau worüber ich rede. Ja ich könnte manchmal höflicher sein, aber mittlerweile macht das hier keinen Sinn mehr. Alle anderen Autobauer werden mit einem KUV von 1-2 bewertet, das heißt das Tesla irgendwann um diese Bewertung zu rechtfertigen 550 Milliarden Umsatz machen müsste. Kann sein in 10-15 Jahren. Die Margen werden sinken wenn Tesla an alle Autos verkaufen möchte, nicht jeder kann sich ein Auto für über 50000$ Dollar leisten. Die Konkurrenz wird immer stärker usw usw. BLABLABLA. Tesla ist eine der wenigen überbewerteten Aktien die nicht wirklich korrigiert haben, aber keine Sorge das wird kommen. Und eure Guru wird eingestehen müssen das er falsch lag.

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  35. Lol. Erstens, nur zur Anmerkung, wurden hier schon öfter viele meiner Kommentare nicht veröffentlicht. Nur weil ich Kritik äusserte. So offen und ehrlich geht es hier nämlich nicht zu. So z.b. meine Argumente gegen Tesla. Vielleicht kommt das ja noch. Zweitens beleidigst du mich mit der Aussage "dumme Aussage" und sagst das ich für fast alles stehe was im Internet und soziale Medien falsch läuft. Zudem kritisierst das ich anonyme poste. Das Beste daran ist, das du selber anonym postest und mich ohne sachliche Argument verurteilst. Weißt du wie dumm das ist? Anscheinand stehe nicht nur ich für alles was im Internet und sozialen Medien falsch läuft. Denn du mein kleines Genie hast genau das gleiche gemacht und sogar noch schlimmer.

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    1. Sorry, Du wirfst hier zwei Aussagen von zwei unterschiedliche Autoren in einen Topf. Ich habe von "dummer Aussage" geschrieben. Das ist keine Beleidigung Deiner Person, sondern eine harte, aber aus meiner Sicht gerechtfertigte Qualifizierung Deines Beitrags. Die Aussage meines Nachschreibers, insbesondere dessen letzten Satz, würde ich aber unterstützen. Dass Michael Kissig hier nicht jeden Humbug veröffentlicht haben will, kann ich voll und ganz nachvollziehen. Das ist hier auch sein Blog.
      Viele Grüße
      Lorenz

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  36. Ich freue mich das Sie meine stark kritischen Kommentare veröffentlicht haben. Vielen Dank.

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    1. Ich habe nichts gegen sachliche Kritik; die gehört ja explizit dazu, wenn man mit Menschen über Aktienanlagen und das Investieren diskutieren will. Manche Kommentare sind aber reine Beleidigungsorgien oder völlig an den Haaren herbeigezogene Behauptungen, die will ich hier im Blog nicht haben. Und da es hier technisch keine Möglichkeit gibt, Kommentare vor der Freischaltung zu editieren, um z.B. einen einzelnen Satz zu streichen bzw. unkenntlich zu machen, fällt dann ggf. der gesamte Kommentar durchs Raster. Manchmal ist es eine knappe Abwägungsentscheidung, manchmal eine ziemlich klare Sache. Im Endeffekt entscheidet dann hinsichtlich der Freischaltung meine Einschätzung, ob der betreffende Kommentar für die Leser des Blogs einen Mehrwert bietet. Aber auch das ist natürlich subjektiv, nicht objektiv.

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  37. m_praetorius27.04.22, 23:36

    Hallo Herr Kissig,

    Wie ist denn Ihre Einschätzung zu IBM? Langsam scheint man dort insbesondere im Cloudgeschäft langsam auf den Wachstumspfad zurückzukehren. Könnte IBM mittlerweile eine Turnarround-Spekulation sein?

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    1. IBM hat endlich mal Erfolge vorzuweisen. Man hat die Rechenzentrums-Infrastruktur-Sparte abgespalten (Kyndryl) und konzentriert sich auf das wachstums- und margenstarke Software- und Beratungsgeschäft. Der Umsatz legte in Q1/22 ggü Vorjahr um 8 % zu, wobei die Cloud-Sparte sogar 14 % wuchs; die steuert rund 35 % zu den Erlösen bei. Der Nettogewinn lag um 25 % über dem Vorjahreswert. Das klingt erstmal positiv, allerdings ist der verbliebene Infrastrukturbereich weiterhin rückläufig. Und dann muss man das Wachstum ja ins Verhältnis zum Branchenwachstum und den Wettbewerbern sehen, nicht nur absolut. Im Cloudsegment klingen 14 % Wachstum jetzt nicht wirklich herausragend. AWS (Amazon) lag bei 37 % und Azure (Microsoft) bei 46 % - und die beiden globalen Marktführer sind ja deutlich umsatzstärker in der Cloudsparte, daher ist das Wachstum umso beeindruckender.

      IBM kann zumindest mal positiv auf sich aufmerksam machen. Kann man beobachten, ob der positive Trend anhält und wie die weitere Entwicklung läuft. Die Dividendenrendite ist natürlich deutlich überdurchschnittlich, aber Dividende ist eben auch nicht alles. Insgesamt auf einem besseren Weg als in den letzten 10 Jahren...

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  38. M. Leichter11.05.22, 07:22

    Guten Tag. Was ist Ihre Meinung zu den Tournaroundchancen von Corestate Capital? Ich habe den Eindruck, dass das neue Management sich beim Einstieg verschaetzt hat und mit anderen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gerechnet hat..

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    1. Bei Corestate Capital ist mehr im Argen als zuvor bekannt war. Von dem Ausmaß dürften auch Efremidis/Ehlerding überrascht sein. Es hat ja bereits personelle Konsequenzen gegeben und auch deftige Abschreibungen. Nun haben sich weitere Problemstellungen und Wertberichtigungen ergeben, während bald Anleihen zur Refinanzierung anstehen. Die Unsicherheiten erhöhen den Druck auf die Anleihen und das Unternehmen insgesamt. Daher gibt es nun Gespräche mit den Anleihegläubigern für eine frühzeitige Um- bzw. Anschlussfinanzierung. Die Aussichten sind dabei natürlich eng mit der Fähigkeit von Corestate verknüpft, die Zins- und Tilgungsleistungen bedienen zu können.

      Diese Gemengelage sowie die ohnehin herausfordernde Situation in der Baubranche (steigende Materialpreise, Personalmangel, steigende Zinsen, Bauverzögerungen usw.) haben auch dazu geführt, dass die Geschäfte im Bereich Bauprojektierung noch schleppender laufen und damit belasten sie die operative Performance von Corestate zusätzlich.

      Die Folge ist, dass der Vorstand nun (1.) die Jahresprognose kassiert und (2.) die Dividende gestrichen hat. Das kam an der Börse überhaupt nicht gut an.

      Die Unsicherheit hat nochmals zugenommen und das belastet den Kurs. Mit Efremdis führt ein branchenerfahrener Manager das Unternehmen und er selbst und auch Karl Ehlerding haben finanzielle Reserven, die ggf. bei einer Corestate-Sanierung eine Rolle spielen können. Ich sage bewusst "können", denn beide wollen in erster Linie natürlich Geld verdienen. Es kann also als Teil der Sanierung neben einer Verlängerung/Refinanzierung der Anleihen auch um Eigenkapitalspritzen gehen, bei denen sich Ehlerding/Efremidis nochmals signifikant beteiligen.

      Solange aber kein valider Sanierungsplan auf dem Tisch liegt, wird die Unsicherheit anhalten und den Kurs weiter belasten.

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  39. Hallo Herr Kissig,

    Wie sieht es aus Ihrer Sicht prognostisch mit Apollo aus, nach den wirklich guten Zahlen, die sich ja momentan nicht im Kurs widerspiegeln. Besten Dank für Ihre Einschätzung.

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    1. Apollo Global Management, wie auch Blackstone und KKR, profitieren vom gegenwärtigen Umfeld. Sie sitzen auf viel frischem Geld ("dry Powder"), das sie nun investieren können. Und dafür bieten sich immer mehr Gelegenheiten. Jedes neue Investment erhöht dabei ihren Provisionsstrom.

      An der Börse herrscht die Angst, dass die Geschäfte künftig nicht mehr so gut laufen werden.

      (1.) Weil ein Teil der Provisionseinnahmen Performance-Fees sind, also vom Wert bzw. der Bewertung von Unternehmen abhängt und da die Börsen fallen, sinken diese Bewertungen - und damit die Provisionen aus diesem Teilsegment.

      (2.) Höhere Zinsen bedeutet höhere Refinanzierungskosten. Aber vor allem stellen Anleihen und andere Zinsanlagen bei höheren Zinsen eine Alternative zu Risikoassets dar. Auf den ersten Blick. Denn die Inflation von mehr als 5 % drückt die Realverzinsung natürlich ins Minus, so dass der Anleger am Ende des Jahres trotzdem weniger Geldwert hat als vorher. Hier sind dann alternative Anlagenformen gefragt, mit denen sich eine Überrendite (oberhalb der Inflationsrate) erzielen lässt. Und die Pensionsfonds und Vermögensverwalter haben hier kaum Erfahrung, weshalb sie das Geld dann den Alternativen Asset Managern anvertrauen, weil die in diesen Märkten und Assetklassen zuhause sind.

      Dass es bei APO, KKR, BX läuft, zeigen nicht nur die Quartalszahlen, sondern auch der Newsflow. Dort ist von großen Übernahmen die Rede und vom erfolgreichen Einwerben frischer Gelder bei Investoren. Das speist die Provisionen und Gewinne von morgen.

      "Volatilität ist letztlich positiv für unser Geschäft. Die Geschäfte, die wir in diesem schwierigen Umfeld tätigen, legen den Grundstein für potenziell bedeutende zukünftige Ausschüttungen."
      (Stephen A. Schwarzman, Gründer/CEO von Blackstone)

      Schwarzman hat es treffend auf den Punkt gebracht: Börsenturbulenzen und Unsicherheit sind die Phasen, in denen die Alternativen Asset Manager bei guten Gelegenheiten öfter und stärker zum Zug kommen. Weil die Preise niedriger sind und weil andere Akteure sich mit Käufen zurückhalten. Früher haben sie vor allem ihr eigenes Geld investiert und damit waren sie viel stärker von der Börsenentwicklung abhängig. Heute investieren sie das Geld anderer Leute und verdienen hieran Provisionen. Die schwanken weniger stark.

      Aus diesen Überlegungen heraus habe ich APO und KKR wieder aufgestockt und auch BX als Ergänzung. Bei APO kommt noch die mögliche S&P 500-Aufnahme als zusätzlicher Trigger ins Spiel...

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    2. Moin Michael,
      Stefan Waldhauser hat vor einiger Zeit einen Artikel über das Risiko „Immaterielle Vermögensgegenstände“ geschrieben.
      Daraufhin habe ich mein Depot unter die Lupe genommen und bin bei insgesamt 6 von 18 Unternehmen in meinem Depot auf einen hohen Anteil „Immaterieller Vermögensgegenstände“ in der Bilanz gestoßen.
      Es handelt sich um Danaher, Thermo Fisher, Adobe, Hypoport, Nynomic und Sartorius VZ, die einen Anteil von 62 – 89 % Immaterieller Vermögensgegenstände am Anlagevermögen haben. Bei Betrachtung des 5-Jahres-Zuwachses fallen Hypoport und Sea Limited mit 521 % bzw. 2093 % besonders auf (alle Zahlen stammen vom aktien.guide)
      Bei den meisten dieser Aktien konnte ich bisher keinen Grund zur Sorge finden, bei Hypoport und Sea Limited allerdings durchaus. Daher meine Fragen an dich:
      • Beachtest du diesen Aspekt bei deinen Aktienanalysen und -entscheidungen?
      • Ist die Beachtung dieses Risikos bei Beteiligungsgesellschaften wie Danaher überhaupt möglich und sinnvoll?
      • Besteht ein erhöhtes Risiko nur bei High-Growth-Werten?
      Gruß Isabelle

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    3. Moin Isabelle,
      das Thema immaterielle Vermögenswerte ist komplex und kompliziert. Zu ihnen gehören insbesondere Firmenwerte, Patente, Warenzeichen, Marken, Rezepturen, Konzessionen, Lizenzen, Kundenlisten oder Software. Also ein breiter Mix.

      Grundsätzlich kann es jede Firma betreffen. Beispiel Marken oder Patente. Nokia war mal die wertvollste Marke im Handybereich. Dann kam BlackBerry und später das Apples Iphone und Nokia war abgemeldet. Dann hat Microsoft (noch unter Steve Ballmer) Nokia übernommen (bis auf das Netzwerkgeschäft), aber der Flop blieb ein Flop und schon nach relativ kurzer Zeit musste man den gesamten Zukauf als wertlos abschreiben - es war der größte Quartalsverlust für Microsoft aller Zeiten, den dann schon Satya Nadella als Ballmer-Nachfolger verkünden durfte.

      Richtig ist, dass eine Bilanz mit hohen immateriellen Vermögenswerten unbedingt genauer in Augenschein genommen werden sollte. Denn hier können (versteckte) Abwertungsrisiken lauern, die dann zwar kein Cash abziehen, wenn sie sich als nötig erweisen, aber zulasten des Gewinns gehen und damit ggf. auch das Eigenkapital angreifen.

      Bei Adobe als Softwarefirma schlagen hier vor allem die Software und die Marke zubuche. Das ist nicht besorgniserregend, weil Adobes Kunden kaum wechseln (können) und es keine/wenig Anzeichen dafür gibt, dass Adobe seine herausragende Marktstellung an die Konkurrenz verliert oder seine Programme nicht mehr nachgefragt/benötigt werden.

      Adobe kauft auch Firmen hinzu und bezahlt meistens mehr als sie zum Kaufzeitpunkt wert sind. Auch dieser überhöhte Kaufpreis fließt in die immateriellen Vermögenswerte mit ein und darin liegt natürlich ein Risiko. Denn wenn sich herausstellt, dass die Firma und/oder ihre Produkte nicht halten, was sie versprochen haben, erweist sie sich als teurer Fehlkauf - und muss abgewertet werden.

      Bei Danaher und Thermo Fisher gehören Firmenzukäufe zum Geschäftsmodell und auch bei Nynomic. Dennoch können auch sie sich mal Flops leisten bei Zukäufen und dann droht auch hier Abwertungsbedarf. Ihre Erfolgsquote spricht aber für sich, vor allem bei DHR und TMO.

      Bei Hypoport haben wir wieder eine Softwarefirma vor uns, deren größter Wert in ihrer Plattform steckt (EUROPACE). Hier sind in den letzten 10 Jahren massive Investitionen hineingeflossen und dies zeigt sich in immateriellen Vermögenswerten. Da die Plattform stark wächst und klarer Marktführer in Deutschland mit kaum angreifbarer Marktposition ist, lauern hier kaum Abwertungsrisiken. Anders sieht es bei der Versicherungsplattform aus. Auch hier investiert Hypoport seit einigen Jahren sehr viel Geld, aber der Erfolg ist überschaubar. Sollte man auch künftig wenig/kaum Kunden gewinnen, würde sich die Versicherungsplattform als Reinfall erweisen und damit als weniger werthaltig als bisher angenommen. Dann müsste sie konsequenterweise abgewertet werden. Aber... ob das bestehende Risiko sich hier konkretisiert, ist heute noch nicht absehbar. Der Markt ist stark fragmentiert und merklich in Bewegung. Hypoport hat noch alle Chancen, hier erfolgreich zu werden. Allerdings ist das Risiko größer geworden, weil man ursprünglich ja davon ausgehen konnte (und eigentlich sogar musste), dass Hypoport wegen seiner exzellenten Marktstellung mit seiner Immobilienplattform EUROPACE bei Sparkassen und Genobanken der "geborene" Partner für die versicherungsplattform wäre. Aber das wurde ja bekanntlich nun Wettbewerber JDC Group.
      1/2

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    4. 2/2
      Man sollte bei immateriellen Vermögenswerten also genauer hinsehen, ob hier ein "echtes" Risiko schlummert. Firmen wie Salesforce, die seit Jahren hauptsächlich durch sehr teure Übernahmen wachsen, stehen nun vor einem Dilemma, denn die Bewertungen der ganzen Branche sind massiv eingebrochen und damit auch die Firmenwerte der zugekauften Firmen in der Salesforce-Bilanz. Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir in nächster Zeit sehr viele "adjusted" und "bereinigte" Ergebniszahlen von Unternehmen vorgelegt bekommen, wo man dann ebenfalls genau(er) hinsehen sollte, was denn da bereinigt wurde.

      Immaterielle Vermögenswerte sind ein beachtenswertes und nicht ganz einfaches Themenfeld...

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    5. Moin Michael,
      erstmal wieder vielen Dank für deine ausführlichen Erläuterungen. Besonders bei Hypoport ist mir das Risiko, das in den immateriellen Vermögenswerten steckt, dadurch nochmal klarer geworden. Sie gehörten eh schon zu den Werten in meinem Depot, die ich kritisch beobachte. Jetzt warte ich noch die HV ab und entscheide mich dann weiter. Mein Depot ist schon ziemlich aufgeräumt mittlerweile, es war nicht schön, die hohen Verluste zu realisieren, aber jetzt bin ich deutlich zufriedener mit „meinen“ Aktien.
      Gruß Isabelle

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    6. Moin Isabelle,
      sich einzugestehen, dass man falsch lag, ist schon eine große emotionale Hürde; zumal, wenn man die Verluste realisieren muss. Meiner Erfahrung nach fühlt man sich dann aber besser, geradezu befreit. Man kann die Verluste abhaken und nach vorne schauen. Sich dabei mit den begangenen Fehlern auseinanderzusetzen, ist schon wichtig, um sie nicht noch einmal zu begehen. Und, wie Du richtig schreibst, sollte man nur Aktien im Depot haben, mit denen man sich wirklich wohl fühlt.

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    7. Moin Michael,
      da ich nicht davon ausgehe, dass du heute mittag einfach die Nerven verloren hast und deshalb so einiges aus deinem Nebenwerte-Wiki verkauft hast, meine Frage: Gehe ich recht in der Annahme, dass du in den nächsten Tagen/Wochen mit weiter stark fallenden Kursen insbesondere am deutschen Aktienmarkt rechnest? Durch einen zu befürchtenden Gasnotstand werden ja wahrscheinlich nicht nur die direkt betroffenen Unternehmen in Mitleidenschaft gezogen! Und die gesamte politische und wirtschaftliche Lage in der Welt lässt leider sowieso nicht viel Gutes erwarten...
      Gruß Isabelle

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    8. Moin Isabelle,
      ob ich die Nerven verloren habe, wird die Zeit zeigen. Meine Verkäufe im Depot und im Nebenwerte-Wiki haben genau den von Dir vermuteten Grund: Das heutige Auslösen der Alarmstufe im Gas-Notfallplan. Zwar wurde wohl auf Habecks Wunsch hin von der BNetzA noch nicht "förmlich festgestellt", dass viel zu wenig Gas nach Deutschland geliefert wird, so dass momentan die Gaspreisexplosion komplett bei den Energierversorgern hängen bleibt (und diese damit Richtung Insolvenz treibt), aber sofern Putin nicht umgehend den Gashahn wieder aufdreht, wird diese förmliche Feststellung wohl in den nächsten Tagen erfolgen müssen. Das löst dann reale Folgen aus, denn ab dem Moment dürfen die Energieversorger ihre massiv gestiegenen Einkaufspreise für Gas an ihre Kunden weiterbelasten - mit einer Preisanpassungsfrist von 1 Woche. Das wird dann zu erheblichen Verwerfungen führen, weil sich gerade finanzschwache Haushalte so eine Gaspreisver-X-fachung überhaupt nicht leisten können.

      Es droht aber noch die dritte Stufe des Notfallplans. In der würde die Gasmangellage festgestellt und die Energieversorger (also die Endkundenverkäufer wie Eon, Stadtwerke usw.) würden kaltgestellt und die BNetzA übernimmt dann die Gasverteilung in Deutschland. Privathaushalte zuerst, Industrie zuletzt. Und genau das ist das Katastrohenszenario!

      Einfach mal die Meldung von BASF ansehen, was die bzgl. ihres Stammwerks in Ludwigshafen gesagt haben: umgehende Komplettabschaltung. Und das bleibt dann aus, bis wieder genug Gas vorhanden ist. Die wirtschaftlichen Folgen für BASF und alle, die von deren Produkten abhängig sind, kann man sich ja vorstellen.

      Deutschland war der größte Profiteur der Globalisierung. Die wird nun teilweise zurückgedreht und Deutschland leidet stark. Deutschland hat keine Rohstoffe und ist bzgl. Energie (Gas, Öl, Kohle, Uran) komplett von Russland abhängig. Auch hier wird Deutschland der große Verlierer sein, während die USA autark sind und enorme wirtschaftlichen Vorteilen gegenüber Deutschland und der EU entgegensehen.

      Wie schlimm es wirklich wird, wen es konkret am schlimmsten trifft und wer vielleicht die Grätsche macht oder gar profitiert, ist kaum abschätzbar. Ich habe daher Teilverkäufe im Wiki vorgenommen, um das Risiko zu senken. In meinem Depot habe ich mir zur zusätzlichen Absicherung sogar einen DAX-Put "eingefangen".

      Ich will keine Panik verbreiten und glaube auch nicht, dass man jetzt alle Aktien verkaufen muss. Aber das Chance-Risiko-Verhältnis für Europa und vor allem für Deutschland hat sich zuletzt deutlich verschlechtert. Das kann und will ich nicht ignorieren. Andererseits werden sich Wirtschaft und Unternehmen auf die neue Lage einstellen. Ich werde mir genau ansehen, wie die einzelnen Firmen getroffen werden und wie sie damit klarkommen. Und dann ggf. meine Positionen reduzieren oder aufstocken, je nachdem. Aber, wie gesagt, momentan ist das alles noch vage, was da wirklich auf uns zukommt. So etwas hat es noch nie gegeben. Ist vielleicht mit dem politisch gewollten Runterfahren der Wirtschaft in 2020 zu vergleichen. So kann es werden, muss es aber nicht.

      P.S.: Ich wollte das eigentlich am Wochenende in einem ausführlichen Artikel alles nochmal darlegen; das Wesentliche habe ich ja nun schon mal vorab rausgehauen...

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    9. Vielen Dank für die klaren Worte, Michael. Mir geht es schon länger auf den Geist, wenn von nicht wenigen „Aktienexperten“ immer noch nur Beschwichtigungen kommen, nach dem Motto: Crash und Bärenmärkte gab es schon immer, da müssen wir nur durchhalten. Da wird doch so einiges übersehen, was momentan los ist: ein Krieg, der immer weiter eskaliert und bei dem keine Ende abzusehen ist und ein schnell voranschreitender Klimawandel mit seinen bekannten Folgen. Das alles zur Kenntnis zu nehmen, ist keine Schwarzmalerei, sondern eine realistische Sicht auf die aktuelle Lage. Aber die Konsequenzen für’s eigene Aktiendepot sind trotzdem schwer zu ziehen …
      Gruß Isabelle

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    10. Hallo Michael, nutzt du deinen Wertpapierkredit immer noch oder jetzt runtergefahren?
      Der DAX-Put mit Hebel ist ja auch wie ein Kredit.

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    11. Ja, ich nutze den Wertpapierkredit noch. Stand heute hat sich das nicht gelohnt (ging ja erst letzten Herbst los). Den DAX-Put habe ich mir nicht als Spekulation auf fallende Kurse gekauft, sondern als Versicherung gegen einen starken Kurseinbruch. Sollte der Fall eintreten (Gasmangellage), dürfte es kräftig runterrauschen mit den deutschen Aktien und dann vermutlich auch wieder besonders stark im Nebenwertebereich. "Mein Plan" ist, dann die aufgeblähten Mittel aus dem Verkauf des DAX-Puts zum Wiederaufstocken der Nebenwerte zu nutzen. Ob das so aufgeht und ob ich emotional dann gefestigt genug bin, zum richtigen Zeitpunkt den Put zu verkaufen und Nebenwerte zu kaufen, bleibt abzuwarten. In der Theorie klappt das bestimmt, in der Praxis vielleicht nicht...

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    12. Hallo Herr Kissig,

      mich würde interessieren, welchen Put Sie genau gekauft haben? Könnten Sie vielleicht die WKN oder eine andere Nummer uns mitteilen?

      Gruß
      Matthias

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    13. Moin Matthias,
      ich habe mich für ein endlos laufendes Knock-Out-Zertifikat auf den DAX entschieden mit einem Basiswert von 15.967 Punkten, also ganz weit "aus dem Geld". Es ist der Citi TurboBear OpenEnd DAX mit der WKN: KE9F7S.

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  40. Hallo Herr Kissig,
    ich würde gern wissen wieso Sie Mastercard und Visa verkauft haben. Den Unternehmen geht es doch prächtig. Oder übersehe ich da was?

    Beste Grüße

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    1. Aktuell laufen die Geschäfte bei Mastercard und VISA sehr gut. Meine Bedenken gehen in zwei Richtungen:

      1. Auf ihrer jetzigen Spielwiese sind die beiden nicht zu schlagen, weil ihr Zahlungsnetzwerk etabliert ist und es sich kaum jemand leisten kann, ein eigenes als Alternative aufzubauen. Das gilt aber nur solange, wie sich die Bedingungen nicht ändern. Anders gesagt: für den Straßenbetreiber ist es egal, ob darauf ein Auto mit Verbrenner- oder künftig mit Elektromotor fährt. Aber wenn das Auto nicht mehr fährt, sondern fliegt, hat er ein Problem. Neue Wettbewerber etablieren eigene Zahlungsnetzwerke auf Basis anderer Technologien (z.B. Block, PayPal) und sie verknüpfen dies zusätzlichen Angeboten für die Händler. Das ist Geschäft, das Mastercard und VISA verloren geht und dies nimmt zu.

      2. Die beiden verdienen sehr gut an den transaktionen und oft gleich bei mehreren der Teilschritte eines Zahlunsgvorgangs. Diese Gebühren werden immer wieder beklagt und von den Kartellbehörden werden zunehmen Strafen/Bußgelder verhängt gegen MA und V und sie werden gezwungen, ihre Gebühren zu senken. Die beiden haben de facto ein Duopol und nutzen dieses gnadenlos aus. Damit ziehen sie selbst Vergeltungsmaßnahmen der Wettbewerbshüter geradezu an.

      Wenn also das Transaktionsvolumen langsamer wächst, die beiden am Volumen aber weniger Prozentpunkte abgreifen können/dürfen, dann wird dies zwangsweise zu einem geringeren Gewinnwachstum führen oder gar zu Stagnation oder Absinken. Jedenfalls sind die Zukunftsperspektiven weniger rosig als das früher der Fall war. Und dann stellt sich die Frage ob die hohe Bewertung und der hohe Kurs dann noch angemessen sind, oder ob der Markt hier eine Neubewertung vornimmt.

      Das sind/waren so in groben Zügen die Überlegungen, die mich zum Verkauf der Aktien der beiden veranlasst haben. Wann die von mir aufgezeigten Effekte in signifikanter Größe auftreten, weiß ich nicht. Ich gehe aber davon aus, dass dies stattfindet. Daher habe ich lieber woanders investiert.

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  41. Hallo Herr Kissig, gerne habe ich ihren Clearvise Artikel gelesen. In einigen Beiträgen haben Sie vorher formuliert, dass sie PNE und Energiekontor (aufgrund des Geschäftsmodells) bevorzugen. Jetzt hat es zumindest in die Aufnahme in die Beobachtungsliste genügt. Ich wollte Sie fragen, wie sie den Deal mit Pacifico Renewables beurteilen.

    Wie sehen Sie die Bewertung der Sachkapitaleinlage?
    Warum kaufen Sie nicht die Pacifico Renewables als Beteiligungsgesellschaft für Erneuerbare?
    Wie beurteilen Sie, dass Pacifico mit Alexander Samwer bald ggf. 40% der Clearvise halten?

    Der Markt scheint sich auch noch keine klare Meinung gebildet zu haben? Freue mich ihre Gedanken zu hören.

    Beste Grüße
    Joachim

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    1. Moin Joachim,
      ich habe Clearvise seit einer Woche im Depot, als ich den Wert auch auf die Beobachtungsliste genommen habe. Da war der Wert unerklärlicherweise nachbörslich bei Tradegate von €2,15 auf €1,85 eingebrochen unter hohem Volumen und ich habe ordentlich Aktien gekauft.

      Grundsätzlich favorisiere ich weiterhin das Geschäftsmodell, das Projektierung und Bestandsaufbau/-halten kombiniert (Energiekontor, PNE). Da in Deutschland jedoch der Zubau, vor allem beim Onshore-Wind, stockt und die Preis- und Lieferkettenproblematik Projekte zusätzlich verzögert, wollte ich beim EE-Bestand aufstocken. Ich habe mir daher mal wieder 7C Solarparken angesehen und als mögliche Alternative dazu Clearvise. Und genau in dieser Überlegung fand der Kurseinbruch statt, daher war für mich die Entscheidung dann gefallen...

      Der Deal mit Pacifico Renewables wurde zwei Tage später bekanntgegeben. Ich sehe ihn grundsätzlich positiv, aber entscheidend ist dabei, wie die Beteiligungen von Clearvise und Pacifico letztlich bewertet werden. Hier haben sich beide Seiten darauf verständigt, dass man sich auf einen externen Gutachter verständigt, was für ein faires Verfahren und eine faire Bewertung spricht. Dem Zusammenschluss sollen/müssen am Ende die Aktionäre auf außerordentlichen Hauptversammlungen zustimmen. Ich denke, das dürfte eher Formsache sein.

      Clearvise wird am Ende schnell und deutlich gewachsen sein und zu einem großen (konzernunabhängigen) Player im EE-Markt avancieren. Neben dem deutlichen Zuwachs in Deutschland wird man künftig auch in neuen Märkten aktiv sein, wie den Niederlanden, Polen, Italien. Je größer das Anlagevolumen, desto wirtschaftlicher kann es betrieben werden und je wertvoller wird es vom Markt eingestuft. Schöner Nebeneffekt: durch die externe Bewertung der Anlagen können ggf. stille Reserven gehoben werden bei der Einbringung.

      Bedenken gibt es hinsichtlich des maßgeblichen Akteurs im Hintergrund: Alexander Samwer. Sein Bruder Oliver ist ja die treibende Kraft hinter Rocket Internet und kaum als Freund der Kleinaktionäre bekannt. Insofern schwingt hier immer Negatives mit. Andererseits hat Alexander Samwer sich selbst bisher nicht entsprechend verhalten, daher sollte man hier keine zu voreiligen Schlüsse ziehen. Im Hinterkopf sollte man das aber schon behalten. Denn... aktuell ist Alexander Samwers Pelion Green Future mit 22 % an Clearvise beteiligt. Am Ende aller Transaktionen soll dann stattdessen Alexander Samwers Pacifico Renewable 40 % an Clearvise halten - da es um Sacheinbringung der Energieparks und um eine Barkomponente geht, dürften die Grenze von 40 % nicht überschritten werden.

      Es bleibt also beim bestimmenden Großaktionär, der aber seinen Einfluss annähernd verdoppelt. Und mit 40 % natürlich de facto die Kontrolle erlangt, weil er auf der HV relativ leicht die Mehrheit der Stimmrechte hinter sich bringen und so z.B. den Aufsichtsrat besetzen kann. Das muss nicht unbedingt negativ sein, kann aber auch zu unschönen Effekten führen (z.B. wenn der Großaktionär die Kleinaktionäre aus dem Unternehmen drängen will, also einen Squeeze-out anstrebt, ggf. über ein Delisting-Erwerbsangebot).

      Momentan sieht es so aus, als dass A. Samwer seine EE-Park-Kompetenz bei Clearvise bündeln will, weil dort ein guter und besserer Job gemacht wird als bei Pacifico. Pacifico wird also zum Großaktionär und betreibt darüber hinaus die weiteren EE-Aktivitäten von A. Samwer. Die Clearvise-HV hat soeben ein umfangreiches neue EK gebilligt, so dass künftig weitere Aktivitäten von Pacfico in Clearvise eingebracht werden könnten. Allerdings ist Teil der Clearvise-Strategie ja gerade, dass dies generell allen EE-Park-Betreibern offen steht. Es kann, muss aber nicht, dadurch perspektivisch zu einer Anteilserhöhung von A. Samwer/Pacifio kommen.

      Ich denke, dass ich mit Clearvise eine Aktie im Depot habe, bei der in den nächsten Monaten und Jahren erhebliche Werte geschaffen und gehoben werden - was sich auch in einem deutlich steigenden Aktienkurs widerspiegeln sollte.

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  42. m_praetorius30.07.22, 12:11

    Hallo Herr Kissig,
    Sie haben die Porsche Automobil Holding SE als Neuzugang auf die Beobachtungsliste genommen. In der Vergangenheit waren Sie bezüglich deutschen Automobilwerten immer sehr skeptisch. Haben Sie Ihre diesbezügliche Einschätzung geändert? Gehen Sie ggf. mit einem eigenen Artikel auf diesen Investmentcase ein?
    Schöne Grüße und vielen Dank für die tollen Beiträge, die Sie hier kostenfrei veröffentlichen!

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    1. Richtig, ich bin kein großer Freund von Investments in Automobilhersteller: zu kapitalintensiv, zu große Einmischung der Politik, zu starke Gewerkschaften... Tesla sehe ich eher als EE-Unternehmen, wo Automobilbau nur Mittel zum Zweck ist; könnte mir sogar vorstellen, dass der Teil irgendwann verkauft wird und Tesla zum reinen EE-Dienstleister und -zulieferer für andere wird. Die Porsche Automobilholding SE ist ebenfalls ein Sonderfall. Sie ist ja kein Automobilhersteller, sondern die börsennotierte Vermögensverwaltung der Familien Porsche und Piech. Klar, ihr größtes Asset ist die VW-Beteiligung, aber die notiert via Porsche SE-Aktie mit einem großen Abschlag zum VW-Kurs. Das ist reizvoll, zumindest wenn man davon ausgehen kann, dass sich diese Abstand in absehbarer Zeit mal verringert. Denn... "ein Schnäppchen, das ein Schnäppchen bleibt, ist kein Schnäppchen" (Martin Whitman). Doch hier mehren sich die Anzeichen, dass die unterbewerteten Werte bald gehoben werden könnten, zumindest teilweise. Der Deal mit VW über eine Direktbeteiligung an Porsche und der angedachte Porsche-Börsengang dürften bei der VW-Aktie zu einer deutlichen Höherbewertung führen (und damit auch das VW-Paket in der Porsche SE kräftig hochtreiben). Der Porsche-Hersteller als eigenständige börsengelistete Firma dürfte viel höher bewertet werden als es momentan als bloße Tochter von VW der Fall ist. Ferrari ist hier die Blaupause, sowohl hinsichtlich des Börsengangs als auch in Bezug auf die damit einhergehenden Bewertungsaufschläge.

      Und dann scheint sich der Chipmangel und weitere Probleme in den Lieferketten langsam aufzulösen, so dass VW im 2. Halbjahr deutlich besser abschneiden dürfte als im 1. Halbjahr.

      All diese Faktoren sprechen für kräftiges Potenzial für die Aktie von Porsche SE. Obwohl es (auch) um Automobilbau geht. ;-)

      P.S.: Und ich werde meinen Investmentcase auch noch in einem ausführlichen Artikel vorstellen.

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  43. Hallo Michael,
    da du ja bekanntermaßen einen Fokus auf Beteiligungsgesellschaften legst, würde mich deine aktuelle Einschätzung zu MPH Health Care sehr interessieren. Wie ich gesehen habe, hast du vor 10 Jahren hier auf deinen Blog schon einmal näher damit beschäftigt. MPH wird ja öfters als sehr günstig bewertete Aktie (bis zu 50 Prozent unter NAV) mit zukunftsträchtigen Beteiligungen empfohlen. Du warst damals aber in deinen Beiträgen insbesondere wegen der Rolle des Mehrheitsaktionärs Magnum sehr skeptisch. Wie beurteilst du denn heute die Aussichten von MPH? Vielen Dank für deine Einschätzung! Beste Grüße, Tom

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    1. Moin Tom,
      ich meide Unternehmen sämtliche aus dem Dunstkreis der Magnum und kann deswegen auch keine Einschätzung zu diesen Werten abgeben.

      Hintergrund: Haemato war mal die Windsor AG und ein Immobilienunternehmen - mit einer Tochter namens MPH, das im Pharmabereich tätig war und hohe Dividenden liefern sollte. Und zwei weiteren Pharmatöchtern, Pharmigon und Simgen (eine wurde später in Haemato umbenannt, glaube ich). Dann wurde - nach heftigen Misserfolgen bei der Windsor - schlagartig das Immobilienbusiness verkauft und die Windsor übernahm das Pharmageschäft der Haemato und der anderen Pharmatöchter. Das Immobilienunternehmen wurde mal eben so zum Pharmaunternehmen! Und der Immobilienbereich ausgegliedert und verscherbelt. Am Ende dieses ganzen Kuddelmuddels war auf einmal die MPH war die Mutter der Haemato/Windsor.

      Die Aktionäre waren dem Hin- und Hergeschiebe der Assets/Beteiligungen schutzlos ausgeliefert und den besten Schnitt zu jedem Zeitpunkt hat immer die Magnum gemacht. Weiß nicht, ob ich die inzwischen Jahre zurückliegenden Vorgänge korrekt zusammengefasst habe, aber für mich ist seit jener Zeit klar, dass ich mit diesen Leuten (Magnum) keine Geschäfte mehr machen möchte. Als Aktionär bin ich denen nicht wichtig, die agieren ausschließlich aus Eigennutz.

      P.S.: Die Windsor AG war das erste Unternehmen, das ich hier im Blog besprochen habe (Dezember 2011). Ich habe also meine persönlichen Erfahrungen mit der Magnum gemacht, auch als herumgeschubster Aktionär ihrer Beteiligungen.

      Tut mir leid, dass ich Dir nicht wirklich weiterhelfen kann mit Deiner Frage zu MPH...

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  44. Sonos der Rohrkrepierer. Hallo Michael solltest du den Fehlgriff nicht langsam von deiner Beobachtungsliste nehmen. Der Verlust wird immer größer.

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    1. Ein "Fehlgriff" ist Sonos ja eigentlich nur, weil der Einstiegskurs zu hoch war. Operativ und was die Patente angeht, hat Sonos eine glänzende Zukunft vor sich. Auf kurze Sicht jetzt natürlich erstmal ordentlich Gegenwind, weil der Verbaucherpessimismus samt Konjunkturabschwächung bei deutlich gestiegenen Preisen (Energie, Nahrungsmittel, Mieten) zu Konsumverzicht an anderer Stelle führt. Und das trifft eben auch Sonos.

      Insgesamt sieht die Sonos-Aktie nach diesem Brutalabsturz eher nach einer interessanten Gelegenheit aus. Bin aber noch nicht allzu sehr in die Details eingestiegen, das kommt noch...

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  45. Michael, was machen wir bei IAC?

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    1. Der Kursverlauf bei IAC InterActiveCorp. ist ein Trauerspiel. Operativ machen die einen hervorragenden Job und investieren ihr vieles Geld in neue aussichtsreiche Geschäftsfelder. Zuletzt hat man ja sogar noch bei MGM Ressorts Int. zugekauft, wo IAC extrem günstig mitten im Coronacrash seinen Ersteinstieg platziert hatte. Da IAC hauptsächlich auf Online-Businesses zielt und dieser Bereich seit anderthalb Jahren an der Börse ausverkauft wird, fallen mit diesen Bewertungen auch die IAC-Aktien. Zusätzlich läuft es bei ANGI als einer der größten Töchter noch immer (oder schon wieder?) nicht richtig rund.

      Insgesamt hatte IAC in den letzten Jahrzehnten spektakuläre Erfolge mit dem Aufbau neuer Geschäfte und deren Spin-offs. Im Anschluss gab es öfter magere Zeiten für den Aktienkurs, wenn neue Geschäfte aufgebaut wurden. Unterm Strich und auf lange Sicht hat IAC aber immer überdurchschnittlich gut abgeschnitten, auch bei der Kursentwicklung. Das dürfte in einem sich wieder bessernden Börsenklima, wenn die Inflation zurückgeht und die Zinssteigerungen nicht mehr auf der Agenda stehen, wieder so werden. Also eigentlich eine aussichtsreiche Börsenphase, um antizyklisch einzusteigen oder aufzustocken...

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  46. Hallo Michael,

    da die 3U AG noch auf deiner Beobachtungsliste steht, wäre es sehr interesant zu wissen, was du vom überraschenden Exit aus der wecplapp SE hälst. Gerade in der aktuellen Börsenzeit war der 50% Kurssprung natürlich schön, andererseits hätte ich gern langfristig an der wecplapp-Entwicklung teilgehabt. Meinst du es macht Sinn auf die angekündigte üppige Dividende und eine neue Übernahme zu warten? Ich spiele eher mit dem Gedanken vorher die Gewinne mitzunehmen, da es schwer vorzustellen ist, dass mit dem jetzigen Cash Berg erneut ein so aussichtsreiches Unternehmen wie die weclapp aquiriert werden kann.

    Danke für deinen interessanten Blog.
    Beste Grüße

    Tobias

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    1. Moin Tobias,
      genau das ist bei 3U Holding je die spannende Frage und der Grund, weshalb der Kurs so deutlich unter dem (demnächst vorhandenen) Cashwert von etwa 4,50 Euro notiert.

      Man hat bei weclapp Kasse gemacht, weil sofort die Wertschöpfung vieler weiterer Jahre realisieren konnte, insofern finde ich den Verkauf sinnvoll. Mit selfio möchte man wohl etwas ähnlich Erfolgreiches durchziehen, aber ob das so gelingt, bleibt abzuwarten.

      Wohin das viele Geld fließt, ist auch nicht klar. Die neuen Geschäftsfelder, die in den letzten Jahren aufgetan wurden (weclapp, Reg. Energien) haben allesamt hohe Renditen eingebracht. Das früher sicher berechtigte Misstrauen gegen den Vorstand ist insofern nicht mehr gerechtfertigt. Ein Teil des Geldes wird in eine fette Dividende fließen, Aktienrückkäufe wird es wohl eher nicht geben. Vielleicht versucht man weitere EE-Anlagen zu erwerben? Aussichtsreich, gute perspektiven, aber momentan viel zu teuer.

      Bin gespannt, was der Vorstand da als "Vision" vorstellt. Und ich glaube, dass sich der Kurs auch erst dann deutlich über die 4-Euro-Marke aufschwingen wird; solange dürfte die Unsicherheit ihn deckeln.

      Ob man jetzt verkaufen sollte? Kann ich nicht beantworten. Nach unten sollte der Kurs eigentlich recht gut abgesichert sein durch den hohen Cashanteil.

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  47. m_praetorius20.09.22, 14:28

    Hallo Herr Kissig,
    Da Sie zur MBB SE schon länger nichts mehr geschrieben haben, würde ich Sie um ein kurzes Update zu diesem Unternehmen bitten. Der Kurs ist ja deutlich unter die Räder gekommen, das Unternehmen befindet sich aber nach wie vor auf Ihrer Beobachtungsliste. Wie sehen Sie MBB im Moment?
    Schöne Grüße
    M_Praetorius

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    1. MBB hat viel Cash auf dem Konto und mit Friedrich Vorwerk als größte Beteiligung einen großen Gewinner der Energiewende im Portfolio. Aber... FV hat bisher auch viel Umsatz mit Gasnetzen gemacht und die werden ja zum Auslaufmodell. Bzgl. der Zahlen hatte FV gewarnt, dass man bei den vielen neuen LNG- und Wasserstoffprojekten anfangs erstmal Kostenbelastungen hat, während die Erträge später folgen. Die Margen werden also eine zeitlang leiden. Bei Aumann ruht die Hoffnung auf E-Mobilität, aber die hohen Strompreise drücken hier die Absatzzahlen der Autohersteller. Die hohen Energiekosten drücken bei allen Töchtern auf die Geschäftszahlen und es ist nicht absehbar, ob MBB hier finanziell stützend eingreifen muss. Geld (genug) haben sie ja. Über potenzielle Zukäufe ist aktuell auch nichts bekannt; da MBB aber kein Sanierungsspezialist ist, muss dies nicht als schlechtes Zeichen gewertet werden. Es ist halt viel Unsicherheit über die Energiepreise, die Zinsentwicklung und die wirtschaftlichen Aussichten im Markt und das belastet alle Unternehmen in Europa und vor allem Deutschland. Auch MBB. Die Aktie kann sich der allgemeinen negativen Marktstimmung daher nicht entziehen.

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    2. m_praetorius24.09.22, 20:11

      Danke für das Update!

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  48. Wollte mir gerne Ares Capital ins Depot legen aber leider nicht möglich:-(
    Herausgefunden habe ich das BDCs in Europa nicht mehr handelbar sind, vermutlich sind sie teilweise als nicht MIFID2-konform klassifiziert...:-(

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    1. BDCs sind sehr wohl in Europa handelbar. Manche Broker machen es sich nur zu einfach und stufen sie (eigenmächtig) als AIF (Alternative Investment Fonds) ein und unterbinden den Handel für ihre Kunden.

      Nach meiner Vorstellung der BDC FS KKR Capital hier im Blog hatten wir eine lange Diskussion mehrere Leser (bitte mal die Kommentare ansehen) und über mehrere Tage verteilt und durch die gestiegenen Nachfragen bei ihren Brokern wurde die BDC "auf einmal" bei immer Brokern handelbar. Es liegt also definitiv an Deinem Broker, dass der BDCs blockt!

      Ares Capital ist eine der größten BDCs weltweit, ein Milliardenunternehmen, und keine windige Klitsche. Schon gar nicht die dahinter stehende Private Equity Firma, die auf Augenhöhe mit Blackstone oder KKR agiert...

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    2. Also bei der Comdirect ist das mit Ares,HTGC und FS KKR kein Problem mit handeln. Ares bespare ich zudem bereits seit 2 Jahren im Rahmen eines Aktiensparplanes.

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    3. Wenn eine Bank behauptet, BDCs seien nicht MIFID2-konform und könnten deshalb in Europa nicht gehandelt werden, dann einfach bei einer anderen Bank ein Depot eröffnen! Bei den meisten Depotbanken in Deutschland sind BDCs problemlos handelbar - auch zum Beispiel bei den kostengünstigen Neobrokern.

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  49. Moin Michael,

    Wie bewertest du denn den deutschen und Nordamerikanischen Immobiliensektor? Grade Firmen wie Hypoport als Finanzierer oder die diversen Reits sind ja unter Druck aus verschiedenen Problemen. Du hast ja auch Unternehmen in deinem Portfolio die grade dem Geschäftimmobilienmarkt zugängig sind, wie DIC Asset.
    Die Nordamerikaner auch im Digital Bereich Public Storage oder im "normalen" Bereich wie Realty Income stehen unter Druck. Hast du eine dezidierte Meinung, wie die Mittelfrist oder auch langfristige Aussicht sich gestaltet?
    Sind das Verwerfungen auf den Märkten, oder eher Vorwehen eines größeren Übels der Realwirtschaft bezüglich Rezension etc? Deine Meinung würde ich gerne mal hören, danke.

    Viele Grüße und warme Räume,

    Dagobert

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    1. Moin Dagobert,
      meine Einschätzung zum Immobilienmarkt und der Zinslage habe ich in meinem letzten Aktien Report dargelegt. Gewerbeimmobilien werden unter Druck bleiben, vor allem Ladenlokale. In Innenstädten fallen nun auch wieder die "Just-in-time-Delivery-Hypies" (mir fällt das Buzzword dazu gerade nicht ein, war es Quick-Commerce?) wie Gorillaz etc. weg und Amazon hat eine ganze Reihe im letzten Jahr "auf Vorrat" angemieteter Ladenlokale wieder entmietet. Insgesamt stehen ältere Immobilien, auch bei Büro- und Gewerbeimmobilien jetzt unter großem Druck wegen der Heiz- und Energiekosten. Da muss relativ schnell und umfassend wärmegedämmt oder saniert werden, das wird hohe Investitionen verschlingen und das bei steigenden Zinsen. DIC Asset gehört ja schon länger nicht mehr zu meinen Favoriten und ich sehe momentan auch keine Faktoren, die das in absehbarer Zeit ändern würden.

      Im Wohnimmosektor stehen ebenfalls Wärmedämmung und neue Heizung auf der Agenda. Gleiches Problem: niemand weiß, welche Heizung man wählen soll, die Investitionen sind hoch, die Materialpreise ebenso, die -verfügbarkeit eher niedrig. Und die Zinsen... Derweil können die Mieten nur bedingt angehoben werden, so dass die Inflation ein Loch reißt.

      In den USA sinkt die Zahl der Verkäufe bei Neubauten und die Preise geraten hier kräftig ins Rutschen - was die Nachfrage nochmals abbremst. Für Public Storage ist das grundsätzlich nicht negativ, denn wer eigentlich in ein (größeres) Haus ziehen wollte und sich das jetzt nicht mehr leisten kann, wird wohl für seinen Krempel eine alternative Unterbringung suchen (müssen). Die steigenden Zinsen belasten PSA insofern, als dass man ja stark durch Übernahmen gewachsen ist und dafür auch Fremdkapital hinzugezogen hat. Andererseits sinken Firmenwerte gerade deutlich, ebenso Immobilienpreise, daher könnte PSA wohl bessere Kaufpreise erzielen, was sich unterm Strich wohl ausgleichen dürfte. Seine preise um die Inflation anzupassen, dürfte auch nicht so schwer fallen, weil alle Anbieter gleich betroffen sind und wohl kaum jemand sein Abteil nur wegen ein paar Dollar mehr im Monat kündigen wird. Insgesamt sollte PSA von der Situation profitieren können.

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  50. Hallo Michael,

    vielen Dank für deine Antworten und deine Einschätzung zur Lage.
    Ich bilde mir meine Meinung aufgrund vieler Faktoren und Meinungen von Anlegern mit Erfahrung, Beobachtungen des Marktumfeldes und einiger Makro-ökonomischer Faktoren. Deine meinung ist mir sehr wichtig und ich verfolge deinen Blog seit einigen Jahren sehr enthusiatisch. Weiter so, deine Aussagen haben hand und Fuß und das ohne Hype, ist selten geworden im Netz. :)

    Viele Grüße, Dagobert

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  51. Danke für das Teilen der Kissigs Beobachtungsliste. Sie hat mir geholfen, den Überblick zu gewinnen. Michael, mach weiter so.

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  52. Hammer was bei Texas Pacific Land Trust los ist. Schon ein Jahr auf deiner Beobachtungsliste "überlesen", dann Performance gecheckt - dann letzte Q-Berichte gelesen und war begeistert. Aber dann habe ich die Bewertung gesehen, da war es hin mit der Euphorie.

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