Starinvestor Warren Buffett hat sich in seinem Investorenbrief von 1979 an die Aktionäre seiner Investmentholding Berkshire Hathaway damit beschäftigt, wie das Verhalten des Managements dazu führt, dass Unternehmen eine bestimmte Art von Aktionären anziehen.
"Unternehmen erhalten überwiegend genau die Aktionärsbasis, die sie anstreben und verdienen. Wenn sie ihr Denken und ihre Kommunikation auf kurzfristige Ergebnisse oder kurzfristige Börsenentwicklungen ausrichten, werden sie ebenfalls überwiegend Aktionäre anziehen, die sich auf dieselben Faktoren konzentrieren. Und wenn sie Investoren gegenüber zynisch auftreten, ist es sehr wahrscheinlich, dass ihnen dieser Zynismus schließlich von der Investmentgemeinschaft zurückgespiegelt wird.Phil Fisher verglich die Strategie eines Unternehmens zur Gewinnung von Aktionären einmal mit der eines Restaurants, das um Kunden wirbt. Ein Restaurant kann eine bestimmte Zielgruppe ansprechen – etwa Liebhaber von Fast Food, gehobener Küche oder asiatischer Speisen – und sich im Laufe der Zeit eine passende Stammkundschaft aufbauen. Wird dies professionell umgesetzt, kommen diese Gäste, zufrieden mit Service, Speisekarte und Preisniveau, immer wieder zurück. Ein Restaurant kann jedoch nicht ständig seinen Charakter wechseln und trotzdem eine zufriedene und treue Kundschaft behalten. Würde es abwechselnd französische Gourmetküche und Hähnchen zum Mitnehmen anbieten, wäre das Ergebnis ein ständiges Kommen und Gehen verwirrter und unzufriedener Kunden.Genauso verhält es sich mit Unternehmen und der Aktionärsgruppe, die sie anziehen möchten. Man kann nicht gleichzeitig alles für jeden sein und zugleich Eigentümer mit völlig unterschiedlichen Interessen gewinnen wollen – von Anlegern, die hohe laufende Ausschüttungen bevorzugen, über Investoren mit Fokus auf langfristiges Kapitalwachstum bis hin zu solchen, die auf spektakuläre Börsenbewegungen aus sind."
Diese Erkenntnisse sind ein weiteres starkes Argument dafür, dass Unternehmen nur dann nachhaltig Erfolg haben, wenn das Management zum Unternehmen passt, seine Kultur und seine DNA "lebt". Egal wie herausragend ein Manager auch ist, wenn er einen "Kulturschock" auslöst kann dies die Siegesserie auch des erfolgreichsten Unternehmens beenden. Was sich dann zumeist auch im Aktienkurs negativ niederschlägt. Und gegebenenfalls aktivistische Investoren auf den Plan ruft, die das Management zum Umlenken zwingen wollen, um die aufgestauten Wertpotenziale zu heben.
Das kann funktionieren, aber viel erfolgversprechender ist, sofort auf den richtigen Dreiklang zu setzen mit einem Management, das zum Unternehmen passt und damit gleichgesinnte Aktionäre anzieht. Buffett hat es bei und mit Berkshire vorgemacht und von Anfang an und über Jahrzehnte hinweg Langfristanleger angelockt. Sein Partner Charlie Munger verfolgte dieselbe Philosophie - und es bleibt zu hoffen, dass Buffetts Nachfolger Greg Abel ihrem Erfolgsweg treu bleibt. Time will tell...
Disclaimer: Habe Berkshire auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.









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