Börsenlegende Warren Buffett erklärt, wie man einfach zu Geld kommt: "Das beste Geschäft ist eine Lizenzgebühr auf das Wachstum anderer, die selbst wenig Kapital benötigt". Man kann sich dann einfach zurücklehnen und das Geld anderer Leute für sich selbst arbeiten lassen. Je erfolgreicher sie sind, desto mehr Kohle streicht man dabei ein. Klingt (zu) perfekt? Schon möglich, aber, es gibt eine ganze Reihe von Businessmodellen, die genau auf diesem Konzept aufbauen.
Asset Manager fahren ein solches Businessmodel, da sie Provisionen für das Managen des Kapitals ihrer Investoren und auf die realisierten Gewinne erhalten. Apollo Global Management, BlackRock, Blackstone Group, Brookfield, KKR & Co sind Experten darin und je größer ihre Assets under Management (AuM) werden, desto besser skalierbar wird ihr Geschäft. In Deutschland finden wir hierzu mit Patrizia, einen weitgehend auf Gewerbeimmobilien spezialisierten Asset Manager.
Lizenzgebühren erhält auch, wem Rechte gehören, zum Beispiel an Filmen oder Songs. Während der Corona-Phase fanden kaum Konzerte statt und so haben viele Künstler ihre Songbibliothek zu Geld gemacht durch den Verkauf ihrer Songrechte. Blackstone hat dazu Hipgnosis übernommen mit einem Bruttovermögen von rund 2,2 Mrd. Dollar an Musikkatalogen und Tantiemen mit so bekannten Künstlern wie Justin Bieber, Bob Dylan, Shakira, Bruce Springsteen und den Red Hot Chili Peppers. Inzwischen wurde Hipgnosis von Blackstone in Recognition Music umbenannt und ein Großteil der Songrechte an Sony Music Publishing veräußert.
Mit einem weiteren dieser Lizenzgebühr-Modelle haben wir es bei Börsenbetreibern und Brokern zu tun. Sie nehmen Provisionen ein, wenn Anleger aktiv handeln oder über Depotgebühren. Je aktiver Anleger sind, je größer ihr Depotvolumen, desto höher sind die Provisionseinnahmen. Die Deutsche Börse ist hier zu nennen, Charles Schwab und Intercontinental Exchange.
Ein weiteres Lizenz-Business spielt sog. "Royalties" ein und Mineral sowie Surface Rights - also umsatz- und/oder gewinnabhängige Erträge aus Landeigentum. So etwas wird vor allem im Rohstoffsektor vereinbart und ein "Royalty-Pure-Play" ist z.B. Texas Pacific Land, die riesige Gebiete im Permian Basin (Texas und New Mexico) halten, wo andere nach Öl und Gas bohren. Und an der Wasserver- und -entsorgung verdienen, ihr Land für Wind- und Solarfarmen zur Verfügung stellen - und für ein erstes KI-Rechenzentrumsprojekt von Chevron und Microsoft. Ins gleiche Horn, nur ohne Öl/Gas und ein paar Nummern kleiner, stößt LandBridge.
Mein Fazit
Lizenzgebühren sind eine einfache Geschäftsidee. Einfach (und) clever. Und als Aktionäre können wir genauso einfach daran mitverdienen. Die Gewinne explodieren nicht, aber sie fließen stetig und sorgen so für einen anhaltenden Cashflow-Strom - und entfachen so über die Jahre ganz von selbst die ungeheure Kraft des Compounding. Echt simpel...
Disclaimer: Habe Apollo Global Management, BlackRock, Blackstone Group, Brookfield, Intercontinental Exchange, KKR, LandBridge, Patrizia, Texas Pacific Land auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.
••• Überarbeite Fassung eines Artikels aus Juli 2023




















