Dienstag, 12. September 2023

Kissigs Portfoliocheck: In Sachen Gesundheit setzt Akre Capital ausschließlich auf Danaher

In meiner Kolumne "Kissigs Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der besten Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

Bei meinem 235. Portfoliocheck schaue ich wieder einmal bei Akre Capital Management. Value Investor Charles T. Akre hatte sie bis zu seinem Ausscheiden Ende 2020 geleitete und seitdem führen Chris Cerrone und John Neff die Geschäfte. Doch Akres Erfolgsprinzipien bleiben weiterhin die Basis der Entscheidungen. Die nötige Sicherheitsmarge bestand für Akre nicht zuvorderst in einem niedrigen Einkaufspreis, sondern er suchte nach Unternehmen mit bestimmten Kriterien: Gutes Management mit nachgewiesenen Erfolgen, wesentliche und dauerhaften Wettbewerbsvorteilen (ökonomischer Burggraben), langfristigen Wachstums- und Reinvestitionsmöglichkeiten, attraktivem Kaufpreis im Verhältnis zu den vom Unternehmen generierten Cashflows. Chuck Akre strebte nach einer hohen Kapitalrendite, indem er den Free Cashflow ins Verhältnis setzt mit dem eingesetzten Kapital. Dabei investierte Akre stets nach derselben Maxime wie Charlie Munger: ohne hektische Betriebsamkeit, lieber zweimal nachdenken, bevor man nichts tut. Und als Anhänger des 'Focus Investing' konzentriert er sein Depot auf einige wenige Positionen.

Im 2. Quartal 2023 agierte Akre Capital mit einer Turnoverrate von unter 1 % erneut mit ruhiger Hand. Man hält weiterhin lediglich 19 Positionen in seinem fokussierten Portfolio und tätigte keine Neuerwerbung; der Portfoliowert stieg um 6 % von 11,37 auf 12 Mrd. USD. Wie Warren Buffett und Munger fand Akre stets großen Gefallen an Finanzwerten. Diese machten zum Ende des Quartals mit 57,7 % (Q1: 57,3 %) deutlich mehr die Hälfte seines Portfolios aus, gefolgt von Immobilienwerten mit 16,8 % (Q1: 17,4 %) und Technologiewerten, die es auf 11 % brachten (Q1: 10,5 %) und sich nun auch an den zyklischen Konsumwerten vorbeischoben, die es auf 10,9 % (Q1: 10,6 %) brachten. Schlusslicht bleiben die Gesundheitswerte mit 3,8 % (Q1: 4,0), die aber alleine von Danaher repräsentiert werden.

Auf den ersten sieben Positionen in Akres Portfolio gab es keine Veränderungen: An der Spitze liegt Mastercard mit einem Gewicht von 19,2 % vor Moody's, die 15,3 % auf die Waage bringen. An der Ratingagentur, die auch Warren Buffett schon lange im Depot hat, hält Akre inzwischen knapp 3 % aller Anteile. Es folgen American Tower mit 10,9 %, Visa mit 9,7 % und O’Reilly Automotive mit 8,9 %. Die drei Top-Werte stehen für 45,4 % des stark fokussierten Portfolios, die größten 5 Positionen für 64 %.

Es wurden nur einige kleinere Teilverkäufe vorgenommen bei Moody’s, O’Reilly Automotive, American Tower, Adobe, CarMax und DigitalBridge. Die erlösten Gelder wurden in weitere Zukäufe bei den beiden Alternativen Asset Managern Brookfield Corp. und KKR & Co. investiert sowie in eine kleine Aufstockung beim MedTech-Spezialisten DanaherDie Beteiligungsgesellschaft mit Schwerpunkt Medizintechnik hat Akre seit Ende 2013 im Depot und seitdem konnte die Aktie mit einer sehr starken Performance glänzen. Zudem noch man auch noch zweimal Sparten als separate Unternehmen abgespalten und an ihre Aktionäre 'verschenkt': Mitte 2016 sein Messtechnik- und Industriesegment Fortive und Ende 2019 sein Dental-Business Envista. Und nun soll mit der Umweltsparte Veralto der dritte große Wurf folgen - aber eigentlich stehen bei Danaher sogar gleich zwei einschneidende Veränderungen ins Haus...


Disclaimer: Habe American Tower, Brookfield Corp, Danaher, Fortive, KKR & Co, Mastercard, Moody's, Roper Technologies auf meiner Beobachtungsliste und/oder in meinem Depot/Wiki.

5 Kommentare:

  1. Moin Michael,
    ja, Danaher ist auch für mich ein Wert, der mir seit etlichen Jahren Freude macht. Im Wiki hast du ja wahrscheinlich nur wegen des Spin-offs reduziert, aber könntest du wohl noch etwas zu dem kompletten Rauswurf von Thermo Fisher sagen? Sind die Aussichten so schlecht? Ich erlaube mir noch die Anmerkung, dass mir dein Quality-Wiki noch etwas unruhig erscheint. Vielen Dank für deine immer sehr informativen und sehr gut zu lesenden Artikel!
    Beste Grüße Isabelle

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    1. Moin Isabelle,
      im "Quality Investing-Wiki" habe ich Danaher wegen des Veralto-Spin-offs verkauft; ich habe dort auch einen entsprechenden kurzen Kommentar dazu verfasst. Thermo Fisher habe ich ebenfalls glattgestellt. Beide Positionen lagen jeweils knapp unter 5 % und mein Plan ist, mich lieber ganz auf Danaher zu konzentrieren und daher Anfang Oktober für rund 9 % Danaher-Aktien ins Wiki zu kaufen. Stand heute. Mal sehen, ob es dann wirklich so läuft. Denn wie heißt es so schön: "Seine Pläne laut zu verkünden, ist die einfachste Art, Gott zum Lachen zu bringen". ;-)

      Es ist also keine Entscheidung gegen Thermo Fisher, sondern eine für Danaher.

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    2. alles klar, vielen Dank für die schnelle Antwort

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  2. Moin Michael,
    weißt du was der Ex-Tag fürs Veralto Spinn-off war/ist. Ich habe von meinem Broker noch keine Mitteilung bekommen und mich wundert, dass das so "kurzfristig" passiert. Oder ist es normal, dass man (wie bei Dividenden) hinterher einfach die Aktien eingebucht bekommt?
    Beste Grüße und vielen Dank für deine Beiträge.
    Paul

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    1. Moin Paul,
      Danaher spaltet Veralto am 30.09. ab und die Anleger bekommen die Veralto-Aktien am nächsten Tag ins Depot gebucht - so ist der Plan. Die Erfahrung zeigt aber, dass es allerdings ein, zwei Tage dauern kann, bis in Deutschland die Einbuchung auch wirklich stattgefunden hat und ggf. die neuen Aktien an der Börse handelbar sind.

      Es ist wie bei einer Dividende oder einem Aktiensplit, da bekommt man auch keine Broker-Meldung vorab, sondern direkt hinterher eine Abrechnung über die erfolgte Kapitalmaßnahme.

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