Montag, 16. März 2026

Kissigs Börsentheater: Howard Marks meint, dass ein sehr niedriger Preis das Risiko von kriselnden Wertpapieren unter das von fair bewerteten Qualitätswerten drücken kann

Starinvestor Howard Stanley Marks erläutert: "Ein niedriger Kaufpreis erzeugt nicht nur das Potenzial für künftige Gewinne; er reduziert auch das Abwärtsrisiko. Je größer der Abschlag zum fairen Wert, desto größer ist die Sicherheitsmarge des Investments". Je billiger man Wertpapiere kauft, desto geringer des verbliebene Abwärtsrisiko und umso höher die Chance auf Kursgewinne.

Eigentlich ist das eine Binsenweisheit, aber in der Praxis scheitern die meisten Anleger bei der Umsetzung. Denn billig sind Wertpapiere eigentlich immer dann, wenn an den Märkten die Gier in Angst oder gar Panik umgeschlagen ist und alle Anleger gleichzeitig aussteigen wollen. Wer in solchen Phasen kühlen Kopf bewahrt und gezielt die wahren Schnäppchen einsammelt, sichert sich auf lange Sicht die großen Überrenditen. Und Schnäppchen bietet der Markt doch gerade so einige...

Aktuell frisst sich gerade die KI-Schmelze durch die Anlegerdepots, denn Künstliche Intelligenz droht damit, so einige Geschäftsmodelle zu disruptieren. Software-as-a-Service war 20 Jahre lang eine sichere Bank und ihre Aktien die Anlegerlieblinge. Doch das ist vorbei. Nach "Software eats the World" pfeift der eisige Wind nun das Lied "AI eats Software" und die Kurse implodieren. Und im Finanzsektor sind die Aktien abgestürzt, vor allem bei den Alternativen Asset Managern, da der gewaltige Investitionsbedarf in KI-Rechenzentren die Frage nach der Werthaltigkeit dieser Investitionen und der Rückzahlungsfähigkeit aufwirft. Inzwischen fordern Investoren immer öfter immer mehr Geld aus den involvierten Fonds zurück, die diese nicht in der gewünschten Höhe bedienen können - da das Geld ja investiert wurde. Also lauten die Schlagzeilen, die Finanzinvestoren hätten Geldprobleme und das schürt Ängste bei den Anlegern und löst eine Art Bankrun aus. Je mehr Leute panisch (re-)agieren, desto mehr Probleme verursacht das und umso mehr Schlagzeilen poppen auf. Der Fokus ist voll auf dieses Thema gerichtet und jede noch so kleine Meldung wird zum "Killer-Event" aufgebauscht.

Wo Rauch ist, ist auch Feuer, klar. Und dennoch macht es eine großen (und entscheidenden) Unterschied, ob es sich um einen Flächenbrand handelt oder um ein Lagerfeuer. Regiert die Angst und löst panische Aktienverkäufe aus, bieten sich hier Chancen für Anleger, die den Überblick behalten und rational Risiken gegen Chancen abwägen. Denn nicht jede Art von Software kann von KI ersetzt werden, und nur wenige Kredite im Bereich "Private Credit" sind gefährdet und dies stellt keine kritische Gefahr für die Kreditgeber und/oder Asset Manager dar. Das Kreditgeschäft ist ein zyklisches Business und wirtschaftlich schwache Phasen bringen nun einmal erhöhte Kreditausfälle mit sich. Das atmet die Branche weg, auch wenn der eine oder andere aufgrund fehlerhafter Allokation und/oder Risikoeinschätzungen stärker in Mitleidenschaft gezogen wird als andere.

Kurseinbrüche von mehr als 50% wären nur dann gerechtfertigt, wenn die Ertragskraft dauerhaft um die Hälfte eingebrochen wäre. Aber das ist sie nicht bei den Alternativen Asset Managern. Das Chance-Risiko-Verhältnis ist aktuell so attraktiv wie nur selten - gerade weil das Umfeld es nicht ist! Die Kurseinbrüche haben das Risiko überkompensiert. Irgendwann wird die Panik weichen und sich die Bewertung wieder normalisieren. Und alleine das bietet dann schon enormes Kurspotenzial. Wenn sich dann das Umfeld auch noch wieder aufhellt, lauern hier weitere Chancen.

••• Überarbeite Fassung eines Artikels aus März 2023

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