Anleger sind ständig auf der Suche nach Rendite und das am besten ohne Risiko. So ganz ohne geht das natürlich nicht, denn Chance und Risiko sind die beiden Seiten derselben Medaille. Also muss man Risiken akzeptieren und so geht es beim Investieren nicht um Risikovermeidung, sondern um Risikokontrolle, wie uns schon Benjamin Graham lehrte.
Doch wie wäre es, wenn man sich die Sache echt einfach machen könnte, und sein Geld so investiert, dass einfach immer mehr Geld aufs Konto zurückfließt, während die Risiken weitgehend gezähmt sind? Und dennoch die Chance auf zusätzliche Kursgewinne winkt? Gibt's doch gar nicht? Naja...
In Zeiten erhöhter Inflation bieten Dividenden Schutz, denn Dividendenaktien entwickeln sich dann besser als der Markt. Auf der Suche nach attraktiven Ausschüttungen kommt man zumeist um US-Werte kaum herum, doch auch andernorts gibt es attraktive Mitspieler fürs Team. Dabei zählt nicht immer die höchste Rendite, sondern den Erfolg entscheiden am Ende mehrere Faktoren.
Ein ETF sticht hier besonders hervor: der VanEck Morningstar Developed Markets Dividend Leaders. Der folgt einem klaren Regelwerk, das sich als äußerst erfolgreich erwiesen hat: In den ETF werden die 100 dividendenstärksten Aktien aus dem Morningstar Developed Markets Large Midcap Index aufgenommen, wobei die Dividendenrenditen, die Resilienz und das voraussichtliche Wachstum ausschlaggebend sind. Die Indexanpassungen erfolgen halbjährig.
Es gelten dabei strenge Qualitätskriterien. So müssen die Unternehmen in den letzten 12 Monaten eine Dividende gezahlt und in den letzten 5 Jahren die Dividende gesteigert haben. Dabei darf die Ausschüttungsquote nicht über 75% des Gewinns je Aktie liegen. Kriterien, die auch unsere Dividenden-Star-Strategie anwendet.
Während die meisten ETFs von US-Werten dominiert werden und damit durchaus eine Allokationsschieflage aufweisen mit entsprechenden Risiken, kommt der VanEck Dividend Leaders ETF ausbalancierter daher: Gut 25% des Anlagevolumens ist in US-Werten investiert, Großbritannien folgt mit knapp 12% vor Frankreich mit 10%, der Schweiz mit 9,5%, Deutschland mit 6,7% und Japan mit 6,4% und Kanada mit 6,2%. Der Finanzsektor ist dabei mit 30% gewichtet vor der Energiebranche mit 22%, dem Gesundheitswesen mit 11%, Basiskonsumgütern mit 10%, Kommunikationswerten mit 9% sowie Versorgern mit 6,5%.
Unter den größten Positionen finden sich bekannte Namen: ExxonMobil führt die Liste an mit einer Gewichtung von 5,7% vor Verizon (4,5%), TotalEnergies (3,7%), Shell PLC (3,6%), Pfizer (3,6%), Nestlé (3,6%), Roche (3,1%), Pepsico (2,9%), Allianz (2,6%, BP (2,1%), Bristol-Myers Squibb (2,0%, Banco Bilbao Vizcaya Argentaria SA (1,9%), Iberdrola (1,8%), Sanofi (1,8%), ConocoPhillips (1,8%), Comcast (1,8%), Zurich Insurance Group (1,7%), DBS Group Holdings (1,7%), Enel SpA (1,7%) sowie Novo Nordisk (1,7%).
Die Ausschüttung des ETFs erfolgt vierteljährlich, zuletzt Mitte März. Die nächste Ausschüttung steht also in Kürze an. Dabei brachte es der ETF in 2025 auf eine Dividendenrendite von 4,3% und angesichts des weltweit weiter steigenden Dividendenaufkommens wird auch 2026 die Ausschüttungssumme weiter zulegen. Doch die Dividenden sind nur die halbe Miete, denn es kommen noch die Kurssteigerungen hinzu. Seit dem Jahresstart liegt der ETF über 9% im Plus, auf Sicht von einem Jahr liegt die Performance bei 32,5%, in drei Jahren waren es gut 50% und innerhalb der letzten fünf Jahre hat er satte 85% eingespielt. Die Gesamtrendite liegt damit bei um die 20% - pro Jahr!
Zu berücksichtigen ist, dass nicht alle vier Ausschüttungen gleich üppig ausfallen. Während die US-Werte in der Regel vierteljährlich zahlen, sind Europa und dem Rest der Welt eher jährliche Dividendenausschüttungen üblich. Und diese fallen zu einem erheblichen Teil zwischen Mai und August an, so dass die Auszahlungen des ETFs im Sommer und Herbst entsprechend höher ausfallen als zu den beiden anderen Terminen. Der Attraktivität des ETFs für Cashflow-Investoren dürfte das aber keinen Abbruch tun.
Neben der Rendite sollte man auch immer einen Blick auf die Kosten werfen, denn die können einen erheblichen Teil des Anlageerfolgs wegfressen. Und auf lange Sicht macht es bei Betrachtung des Zinseszinseffekts einen gewaltigen Unterschied, ob man pro Jahr 0,5% oder 2,5% an Provision abgeben muss – Geld, das dann nicht mehr Rendite für den Anleger erwirtschaftet.
Bei Fonds und ETFs ist die gängige Kennzahl für die Kostenbelastung die Total Expanse Ratio (TER). Und beim VanEck Dividend Leaders ETF fällt diese Gesamtkostenquote mit 0,38% ziemlich moderat aus; die Freude über die attraktiven Ausschüttungen wird also nicht allzu sehr getrübt.
Mein Fazit
Der VanEck Dividend Leaders ETF eignet sich hervorragend als Depotbeimischung für Anleger, die auf verlässliche Ausschüttungen setzen, ohne dabei auf die Chance von zusätzlichen Kurssteigerungen verzichten zu wollen.
Und das ist auch der Grund, weshalb ich den ETF zur Erhöhung meines Einnahmestroms in meinem privaten Dividendendepot habe. So bin ich dauerhaft in 100 erstklassige Dividendenzahler investiert, die zudem aus Branchen stammen, die in meinem Investmentdepot (das in meiner vermögensverwaltenden GmbH liegt) ansonsten wenig(er) Beachtung finden. Und ich nutze so auch noch meinen Sparerpauschbetrag. ツ
Hinweis: Der ETF ist in den Niederlanden beheimatet, daher fallen 15% niederländische Quellensteuer an, die man ggf. mit seinen eigenen Steuerlasten verrechnen kann.
Disclaimer: Habe den VanEck Morningstar Developed Markets Dividend Leaders auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.

Für die Dividenden ist aber niederländische Quellensteuer fällig.
AntwortenLöschenDanke für den Hinweis; ich hab im Artikel dazu noch einen kurzen Passus ergänzt.
LöschenHi Michael, sollte die Inflation kommen, wie du sie erwartest, müsste der Kurs dieses ETF aber signifikant fallen und die Dividenten ggf. gekürzt werden.
AntwortenLöschenEin allgemeiner Markteinbruch trifft alle Aktien und natürlich auch diesen ETF. Ich bespare ihn mit einer monatlichen Rate und kann mich dann zumindest über günstigere Anteilsaufstockungen freuen. Auf mittlere und vor allem lange Sicht sollte der ETF zwischenzeitliche Kurseinbrüche auch wieder aufholen und darüber hinaus steigen.
LöschenBei diesem ETF müssen die Unternehmen ihre Dividenden nicht gesteigert haben. Die Dividende pro Aktie darf nur nicht niedriger als vor 5 Jahren sein. Dazwischen kann sie auch gesenkt oder ausgesetzt worden sein. Ist m. E. kein gutes Kriterium für Stabilität.
AntwortenLöschenDiesen ETF kenne und schätze ich. Das Fonddomizil Niederlande kann aber nach meinem Kenntnisstand sogar doppelt ärgerlich sein. Zum einen wird, wie bereits geschrieben, bis zum erreichen der Freibetragsgrenze die niederländische Quellensteuer fällig, zum anderen hat, auf Fondebene betrachtet, die Niederlande leider auch das schlechtere Doppelbesteuerungsabkommen mit den USA. Zum Glück hat der ETF aber im Moment nur rund ein Viertel US-Werte im Angebot. Es ist mir nach wie vor ein Rätsel, warum Vaneck seine beiden ausschüttenden Aushängeschilder Vaneck World Equal Weight Screened und den Dividend Leaders nicht genauso wie die Thesaurierer in Irland verortet. Aber vielleicht kann mir das hier jemand erläutern. Auf jeden Fall ein spannendes Produkt aus der ETF-Welt.
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