Samstag, 8. August 2026

Kissigs Rückblick 32/2026: Die Kurstreiber in meinem Depot waren Almonty, Rocket Lab, Texas Pacific Land, Vincorion und Deutsche Rohstoff AG - der Kampf ums Öl, um Rohstoffe und den Weltraum dominierte alles

Die Top-Werte meines Investmentdepots veröffentliche ich jeweils zum Quartalsende in meinen Investor-Updates und meine Beobachtungsliste aktualisiere ich wöchentlich.

Ergänzend gebe ich heute eine kurze Übersicht zu den Werten, die in der letzten Woche mein Investmentdepot am stärksten bewegt haben. Dabei geht es um alte Bekannte und neue Liebschaften. Und es gibt die eine oder andere Überraschung sowie altkluge Einschätzungen. Natürlich... ツ

Dies waren in der vergangenen Börsenwoche die größten Gewinner und Verlierer in meinem Depot:

📈 Almonty Industries +27,5%
📈 Rocket Lab +27,0%
📈 Vincorion +5,5%
📈 iShares BioTech ETF +4,8%
📈 Deutsche Rohstoff +4,2%
📈 Apollo +1,1%
📈 KKR % Co. +1,1%
📉 2G Energy -1,8%
📉 Comfort Systems -2,3%
📉 Texas Pacific Land -15,6%

Es war eine weitere äußerst volatile Börsenwoche, die erneut ganz im Zeichen des AI-Trades stand - doch diesmal gab es einen kräftigen Rebound im Sektor und die Risikobereitschaft der Anleger kehrte zurück.

Beim Krieg im Nahen Osten scheint es ruhig zu sein, große Attacken blieben aus. Niemand gibt noch irgendwas auf Trumps Aussagen zu einer angeblich unmittelbar bevorstehenden Einigung mit dem Iran, aber der Ölpreis hält sich stabil und auf erstaunlich niedrigem Niveau. Obwohl Irans Handlanger, die jemenitischen Huthi-Rebellen, Angriffe gegen Saudi Arabien und andere mit den USA verbündete Staaten im Nahen Ost ritten und dabei insbesondere die Energieinfrastruktur ins Visier nahmen. Ebenso attackierten sie erneut Öl-Tanker auf dem Weg zum Suez-Kanal.

Der Fluss der Öl-Tanker stockt also nicht mehr nur in der Straße von Hormus, wo allerdings seit Beginn des Konflikts eine nicht unerhebliche Menge an Öl-Tankern nach Ausschaltung ihrer Trackingsysteme heimlich die Meerenge passiert haben und damit das Öl aus dem Gold holten und so die Versorgung, insbesondere Asiens, am Leben hielten. Auch deshalb ist die Mangellage beim Ölpreis weniger dramatisch als (von mir) angenommen, zumal ja die strategischen Öl-Reserven vieler Länder zur Stabilisierung auf den Markt geworfen wurden. Beim Ölpreis herrscht also weiterhin die Ruhe vor dem Sturm...

Ansonsten setzte sich in den USA die Earnings Season fort und sorgte für teilweise heftige Ausschläge in beide Richtungen. Unterm Strich markierte der S&P 500 aber einen neues Allzeithoch - auch weil der "AI-Trade" wieder Fahrt aufnahm.

Der Fear-and-Greed-Index ist in der letzten Woche von 42 auf 64 Punkte angestiegen und hat damit den neutralen Bereich übersprungen und sich nun wieder ins "Gier-Terrain" vorgewagt.


Nun der Blick in mein Depot, das nach dem heftigen Einbruch in der Vorwoche nun wieder deutliche Pluszeichen ausspuckte.

Apollo Global Management

Bei Apollo Global Management wurden Quartalszahlen vorgelegt und nachdem bereits Ares Management, Blackstone und KKR zu überzeugen wussten, konnte auch Apollo mit einem weiterem Rekordquartal glänzen. So konnte Apollo mit 1,047 Mrd. Dollar erstmals die symbolische Schwelle von 1 Billion Dollar an verwaltetem Vermögen (AuM) überschreiten (+25%). Dabei konnte der Finanzinvestor gleichzeitig Rekordwerte bei den gebührenbezogenen Erträgen (FRE) und den spreadbezogenen Erträgen (SRE) erzielen.

Das FRE-Wachstum beschleunigt sich deutlich und legte im Jahresvergleich 25% zu, während es in den vorangegangenen Quartalen jeweils +20% waren. Erreicht wurde dieser Erfolg durch ein rasantes Wachstum der Gebühren im Bereich Capital Solutions (+28% im Jahresvergleich auf 277 Mio. Dollar) und eine straffe Kostenkontrolle.

Die FRE-Marge stieg von 57,3% im 2. Quartal 2025 auf 58,5% im 2. Quartal 2026 und belegt damit, dass sich das integrierte Origination-Modell von Apollo effizient skalieren lässt, ohne dass ein entsprechendes starkes Anwachsen der Mitarbeiterzahl erforderlich ist. Unterm Strich wuchs der bereinigte Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 11% auf 1,31 Mrd. Dollar.

Die strategische Übernahme der Pension Insurance Corporation (PIC) durch Apollos UK-Tochter Athora ist abgeschlossen und wirkt sich unmittelbar auf den Umsatz aus. Sie trug 65 Mrd. Dollar zum gebührengenerierenden verwalteten Vermögen (AuM) bei. Damit entsteht im Vereinigten Königreich ein riesiges, auf Pfund Sterling basierendes Akquisitionsökosystem, das den Erfolg von Athene in den USA widerspiegelt (das Versicherungsbusiness von Apollo) und das gesamte verwaltete Vermögen sicher über die Marke von 1 Billion Dollar getrieben hat.

An "Dry Powder" hat Apollo 82 Mrd. Dollar zur Verfügung und damit 10 Mrd. mehr als vor einem Jahr.  Davon entfallen 62 Mrd. Dollar auf zukünftige Verwaltungsgebühren, wobei 70% davon in Kreditstrategien gebunden sind, was eine solide Grundlage für das weitere Wachstum der sicherstellt.

Private-Equity-Exits hinken hinterher: Im Deal-Bereich gibt es weiterhin gegenläufige Entwicklungen. Einerseits wirbt Apollo weiterhin auf höchstem Niveau frische Investorengelder ein und investiert es in aussichtsreiche Assets oder verleiht an Unternehmen verleiht. Hier wurden alleine im zweiten Quartal 74 Mrd. Dollar generiert, was zu einer erheblichen Margenausweitung führte.

Doch die anhaltende Dürre bei der Verwertung von Private-Equity-Beteiligungen belastet weiterhin erheblich die Erträge aus Eigeninvestitionen.  Das Principal Investing Income (PII) sank daher im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 66% von 47 Mio. auf 16 Mio. Dollar. Zudem sanken die realisierten Performancegebühren im Jahresvergleich um 40% auf 130 Mio. Dollar und deckten damit gerade einmal die realisierten Vergütungen aus dem PPI-Business in Höhe von 123 Mio. Dollar ab.

Allerdings verfügt Apollo über massive nicht realisierte Gewinne (netto aufgelaufene ausstehende Performancegebühren in Höhe von 1,51 Mrd. Dollar), doch das Management ist im aktuellen makroökonomischen Umfeld nicht Willens und/oder in der Lage, diese Vermögenswerte zu verwerten.

Das betrifft nicht nur Apollo, sondern ist branchenweit zu beobachten. Denn die teilweise gedrückten Preise für Unternehmensbeteiligungen lassen die PE-Firmen länger an ihren Assets festhalten. Auch deshalb sind sie begierig, ihre eigenen Finanzquellen von den früher üblichen Fonds mit 7 bis 8 Jahren Laufzeit um Versicherungsbeiträge zu erweitern, die für 25 oder 30 Jahre zur Verfügung stehen. Zusätzlich werden immer mehr "Secondary Funds" aufgelegt, die gezielt in "überreife" Assets investieren – und auch die Zahl der Teilexits über Börsengänge nimmt deutlich zu.

Trotz des Stillstands bei den Private Equity-Exits bewies das integrierte Modell von Apollo auch im zweiten Quartal seine Robustheit, da die steigenden Gebührenströme den Ausfall der Verwertungserlöse mehr als ausgeglichen haben.

Ach ja... ein paar beachtenswerte Entwicklungen gab es auch noch: Apollo hat für seinen neuesten Flaggschiff-Private-Equity-Fonds mehr als 12 Mrd. Dollar eingeworben und belegt damit, dass führende Verwalter alternativer Anlagen trotz eines schwierigen Fundraising-Umfelds weiterhin institutionelles Kapital anziehen. Apollos elfter Flaggschiff-Buyout-Fonds wurde Anfang 2026 aufgelegt und strebt ein Gesamtvolumen von 25 Mrd. Dollar an - und wäre damit der größte Private-Equity-Fonds in der Geschichte von Apollo.

Apollo übernimmt durch von ihm verwaltete Fonds die Mehrheit an der Maverick Water Group, einem in Houston ansässigen Entwickler, Eigentümer und Betreiber alternativer Anlagen für nicht-trinkbare Wassersysteme. Der Fokus liegt dabei auf verlässlicher Versorgung mit nicht-trinkbarem Wasser – und damit auf einem Teilbereich, der in Texas wegen Bevölkerungswachstum und Ressourcendruck strukturell an Bedeutung gewinnt. Die Systeme werden für Gemeinden in Texas eingesetzt und sind als Ergänzung zu traditionellen Wasserversorgungswegen konzipiert.

Und dann übernimmt Apollo noch den britischen Billigflieger easyJet  für  5,7 Mrd. Pfund bzw. 7 Mrd. Euro). Hier fällt mir die Einschätzung von Milliardär Sir Richard Branson ein: "Der schnellste Weg zum Millionär ist, Milliardär zu sein und eine Airline zu gründen" und natürlich Gordon Gekko: "Fluggesellschaften kann ich nicht leiden. Scheiß Gewerkschaften". Naja, mal sehen was Apollo draus macht... ;-)

Mein Fazit zu Apollo: Der Einbruch bei den PE-Monetarisierungen ist ein branchenweiter und seit längerem bekannter Gegenwind und hat die Kurse der Alternativen Asset Manager auch ordentlich gedrückt. Doch die Fähigkeit von Apollo, ein Gewinnwachstum von 11% ausschließlich über seine Geschäftsbereiche für Gebühren und Spreads zu erzielen, zeugt von einem im Vergleich zu traditionellen Managern alternativer Anlagen deutlich überlegenen, krisensicheren Geschäftsmodell.
"Unsere starken Ergebnisse im zweiten Quartal spiegeln Rekordgewinne in den Bereichen Asset Management und Altersvorsorgedienste wider und unterstreichen die Qualität und die wachsende Größe unseres Geschäfts."
(CEO Marc Rowan)
Es ist ein grundsolides Geschäftsmodell, das anhaltend hohes Wachstum zeigt und dabei noch die stärksten Gewinntreiber auf der Reservebank hält. Solange Unternehmensbeteiligungen nicht die Preise erzielen, die sich Apollo von ihnen verspricht, verkauft der Finanzinvestor von ihnen nicht mehr als nötig. Hier baut sich ein kräftiges Gewinnpotenzial auf, das sich irgendwann entladen wird; ein stetiger Geldregen vor dem Wolkenbruch!

Der Kurs dürfte schon vorher wieder mächtig Auftrieb bekommen, auch ohne euphorische Schlagzeilen. Und die Aktionäre werden dann für ihre Geduld belohnt. Doch auch bis dahin winken bei Apollo wieder überdurchschnittliche Renditen, denn hier prallen solides und profitables Wachstum auf branchenweit miese Stimmung. Und Stimmungen ändern sich beinahe beliebig und vor allem ständig. Auch mein Depot hat davon schon einmal ganz enorm profitiert…

Costco

Costco hat Zahlen für den Einzelhandelsmonat Juli vorgelegt: in den vier Wochen bis zum 2. August 2026 gab es einen Nettoumsatz von 23,12 Mrd. Dollar (+10,7% gegenüber dem Vorjahr) und der Nettoumsatz in den ersten 48 Wochen des Jahres 2026 lag mit 273,55 Mrd. Dollar um +10,1% über dem Vorjahreswert.

Die vergleichbaren Umsätze stiegen dabei im Juli-Zeitraum um 8,9%, darunter ein Plus von 10,3% in den USA, ein Anstieg von 4,2% in Kanada und ein Zuwachs von 6,0% in anderen internationalen Märkten. Die vergleichbaren E-Commerce-Umsätze stiegen im Monatsverlauf um 17,7% und damit erneut besonders stark.

Ohne die Auswirkungen von Veränderungen der Benzinpreise und Wechselkurse legten die vergleichbaren Umsätze im Berichtszeitraum um 6,6% zu, mit Zuwächsen von 6,9% in den USA, 4,9% in Kanada und 6,6% in anderen internationalen Märkten. In den ersten 48 Wochen stiegen die vergleichbaren Umsätze um 8,4% bzw. um 6,7% ohne die Auswirkungen von Benzinpreisen und Wechselkursen. Die digital ermöglichten vergleichbaren Umsätze legten in diesem Zeitraum um 21,2% zu.

Digital wächst Costco also besonders stark und das bei vergleichsweise höheren Margen, da die gegenläufigen Kosten deutlich niedriger sind als in den Märkten. (Auch) deshalb geht Costco wohl nun in China völlig neue Wege. Dort ist man äußerst erfolgreich, hat jedoch seit dem Markteintritt in 2019 bisher lediglich sieben Märkte eröffnet. Und nun erschließt man sich ganz China durch eine Kooperation mit JD.com als exklusivem E-Commerce-Partner. Damit öffnet Costco sein Sortiment erstmals für Kunden im gesamten chinesischen Markt und zwar auch außerhalb der bisherigen Einzugsgebiete seiner Warenhäuser.

Im Zentrum der Kooperation steht ein offizieller Flagship-Store auf JD.com, der bereits im Mai in einer Testphase gestartet ist. Aktuell umfasst das Sortiment rund 700 Produkte aus Bereichen wie Lebensmittel, Haushaltswaren, Körperpflege, Beauty und Nahrungsergänzungsmittel. Durch die Integration in die Plattform erhält Costco direkten Zugang zu einer der größten E-Commerce-Infrastrukturen des Landes. Bemerkenswert daran ist auch, dass nicht nur Costco-Mitglieder adressiert werden, sondern jeder JD-Kunde nun Zugriff auf Costcos Angebote hat. Und vor allem Costcos Eigenmarke Kirkland Signature ist in China total angesagt, weshalb Costco wohl die Chancen als besonders hoch einschätzt und von seiner ansonsten geltenden „Nur-für-Mitglieder-Politik“ abweicht.

Wir dürfen gespannt sein, wie das die Umsätze und Ergebnisse in China pushen wird und inwieweit sich dies auf den Gesamtkonzern auswirkt – und ggf. auf Costcos Strategie in anderen regionalen Märkten.

Mein Fazit zu Costco: Es läuft wie am Schnürchen. Costco belegt mit jedem weiteren Monat die Resilienz seines Geschäftsmodells auch und gerade in Zeiten erhöhter Inflation. Nachdem die US-Regierung bereits mehr als 100 Mrd. Dollar al illegal abgegriffenen Strafzöllen zurückerstatten musste, und Costco zu den klagenden Unternehmen zählte, wird hier bald die Rückerstattung an die Costco-Mitglieder erfolgen - und vermutlich für einen weiteren Andrang nach Mitgliedsausweisen sorgen.

Und eine Bonusdividende dürfte auch bald wieder auf die Tagesordnung rücken. Die letzte gab es im Januar 2024 in Höhe von 15 Dollar je Aktie und wenn Costco seinen üblichen Zeitrahmen einhält, könnte es 2027 wieder soweit sein.

Deutsche Rohstoff AG

Bei der Deutschen Rohstoff AG dreht sich weiterhin operativ fast alles um Öl und Gas (in den USA). Nun gab es - mal wieder - eine Anhebung der Gewinnprognosen und darüber hinaus auch noch eine Aktualisierung des Bohrprogramms. Die dritte Gewinnanhebung im laufenden Geschäftsjahr resultierte diesmal nicht aus einem Verkauf weiterer Almonty-Anteile, sondern aufgrund erhöhter Produktionsmengen. Aber der Reihe nach...

(1.) Das Bohrprogramm: Die DRAG hat ihr Bohrprogramm für 2026 um sechs Bohrlöcher auf insgesamt 32 erweitert, nachdem die ersten 2-Meilen und 3-Meilen Bohrlöcher in der Niobrara-Formation die Erwartungen um 35% bzw. 50% übertroffen haben.

Von Ende Mai bis Ende Juli wurden vier weitere Bohrplätze in Produktion gebracht und können den positiven Trend bestätigen. Teilweise konnten die Zwei-Meilen Bohrungen in den ersten Wochen über 1.500 Barrel Öl pro Tag produzieren und lagen damit in der frühen Produktionsphase deutlich über der Planung und den Bohrungen der vergangenen Jahre. Auf dem Malta Pad hat die DRAG erstmals drei Drei-Meilen-Bohrungen mit einer horizontalen Länge von jeweils rund 4,8 km in Betrieb genommen. Die drei Bohrungen erreichten im Durchschnitt Spitzenfördervolumen je Bohrung von rund 2.000 Barrel Öl pro Tag und liegen nach einem Monat bei der kumulierten Förderung um 50% über dem Erwartungswert.
"Wir haben das technische Design unserer Bohrungen deutlich weiterentwickelt. Diese Maßnahmen haben zu Mehrkosten von rund 1 Mio. USD pro Bohrung geführt. Die bisherigen Fördermengen zeigen jedoch, dass sich die zusätzlichen Investitionen auszahlen werden. Auf Grundlage dieser überzeugenden Ergebnisse haben wir uns entschieden, das Bohrprogramm auszuweiten und zusätzliche Bohrungen umzusetzen."
(CEO Jan-Philipp Weitz)
Neben der erfreulichen Entwicklung der Fördervolumina konnten einige Bohrungen auch mit einer längeren horizontalen Strecke realisiert werden. Einige geplante Bohrungen werden auf 3-Meilen horizontaler Länge erweitert oder konnten etwas länger als Zwei-Meilen abgeteuft werden. Damit steigt die Länge der bisherigen 26 Bohrungen insgesamt um 5% bis 10%.

Vor wenigen Tagen wurde auch die erste Drei-Meilen "Horse-shoe"-Bohrung erfolgreich abgeteuft, die nach zwei Meilen horizontaler Strecke eine 180 Drehung macht und die letzte Meile in die entgegengesetzte Richtung bohrt.

Zudem steig auch der durchschnittliche Anteil der Deutsche Rohstoff AG an den bislang geplanten Bohrungen erhöht sich um von 70% auf rund 73%.

Das Investitionsvolumen steigt: Aufgrund der sechs weiteren Bohrungen, der größeren Bohrlängen, der gestiegenen Beteiligungsanteile und des verbesserten Completions-Designs erhöhen sich die erwarteten Investitionen. Das Investitionsbudget für die eigenen 32 Bohrungen und Infrastrukturinvestitionen, sowie neun Bohrungen mit Partnern in Wyoming liegt im Jahr 2026 voraussichtlich bei 310 bis 330 Mio. Euro.

Die hohe Flexibilität der US-Tochtergesellschaften ermöglicht es weiterhin, das Entwicklungsprogramm kurzfristig an die Marktbedingungen und die Entwicklung der Rohstoffpreise anzupassen. Die Umsetzung der zusätzlichen Bohrungen steht insbesondere unter dem Vorbehalt unveränderter operativer Rahmenbedingungen, der Verfügbarkeit von Dienstleistern und Materialien sowie einer weiterhin wirtschaftlichen Rohstoffpreisentwicklung.

Der stärkere mittelfristige Cashflows soll die gestiegenen kurzfristigen Investitionen vollständig ausgleichen.

(2.) Anhebung der Umsatz- Gewinnprognose: Aufgrund dieser Dynamik hob das Management seine Basisprognose für den Umsatz im Geschäftsjahr 2026 um 15% auf 310 Mio. Euro und das EBITDA um 7% auf 390 Mio. Euro an, (einschließlich rund 162 Mio. Euro aus den beiden Teilverkäufen der Almonty-Beteiligung), während die EBITDA-Prognose für das Geschäftsjahr 2027 um 14% auf 250 Mio. Euroangehoben wurde. Dies ist bereits die dritte Anhebung der Gewinnprognose in 2026.

(3.) Erhöhung der Reserven: Demnächst dürfte die DRAG ihren aktualisierten Reservenbericht veröffentlichen und der dürfte deutlich besser ausfallen als der letzte von Ende 2025. Zum einen liegen die Futures deutlich höher und damit sind die Reserven perspektivisch mehr Wert. Entscheidend(er) dürfte aber sein, dass die DRAG ja mit einem neuen "Completion Design" arbeitet, das zwar höhere Produktionskosten verursacht, aber eben auch die Ausbeute deutlich erhöht. Und diese Erhöhung dürfte sich durch alle Reservenkategorien durchziehen, also die produzierenden Quellen, sowie auch die proven und probable Reserves.

Hier stehen also die nächsten positiven Nachrichten vor der Tür.

(4.) Erhöhter Ölpreis: In ihrem Basisszenario kalkuliert die DRAG weiterhin seit der Prognoseanpassung im Frühjahr mit einem Ölpreis von 75 Dollar je Barrel, doch das erhöhte Szenario mit Jahresdurchschnittspreisen von 85 Dollar je Barrel scheint inzwischen realistischer zu sein, zumal sich der Ölpreis im Jahresschnitt bisher sogar leicht oberhalb dieses Niveaus befindet.

Bleibt es dabei, könnte hier eine weitere Prognoseerhöhung im Jahresverlauf notwendig werden.

(5.) Abschreibungsüberraschung: Einen negativen Gruß aus der Vergangenheit gibt es allerdings auch noch zu verdauen, denn auf die Buchwerte der Bohrungen im Denver-Julesburg Basin (DJ Basin) in Colorado muss zum Halbjahr eine außerplanmäßige Abschreibung in Höhe von rund 18 Mio. Euro vorgenommen werden. In dieser Region lag von 2016 bis 2021 der Schwerpunkt der Entwicklungsaktivitäten der DRAG, der sich aber inzwischen in andere Regionen/Staaten verlagert hat. Nach Berücksichtigung latenter Steuern und nicht beherrschender Anteile wird sich daraus eine Belastung des Konzernhalbjahresergebnisses von rund 15 Mio. Euro ergeben. Die Abschreibung ist nicht zahlungswirksam und hat daher keine Auswirkungen auf die Liquidität des Konzerns.

(6.) Aktienrückkäufe: Die DRAG hat ihr laufendes Aktienrückkaufprogramm vorzeitig beendet. Insgesamt wurden 83.306 Aktien mit einem Durchschnittskurs von 90,03 Euro zurückgekauft. Die Gesamtzahl der dividendenberechtigten Aktien sinkt damit um rund 1,7% auf 4.706.735 Stück. Die zurückgekauften Aktien werden in den kommenden Wochen eingezogen, womit sich der rechnerische Anteil jeder verbleibenden Aktie am Unternehmen entsprechend erhöht.

Gemäß Beschluss der Hauptversammlung 2022 ist der Vorstand ermächtigt, bis zu 10% der Aktien zurückzukaufen. Bereits in 2024 waren 109.700 Aktien im Rahmen des Rückkaufprogramms 2024 und in 2025 im Rahmen des Rückkaufprogramms 2025 105.697 erworben und anschließend eingezogen worden. Kumuliert wurden damit rund 6,1% der Aktien zurückgekauft. Und da der Aktienkurs weiterhin "spottbillig" ist, wäre ich nicht verwundert, wenn die DRAG demnächst zeitnah ein weiteres Aktienrückkaufprogramm verkünden würde.

Mein Fazit zur Deutschen Rohstoff AG: Die DRAG-Aktie ist mit einem EV/EBITDA von unter 2x und zusätzlichem Aufwärtspotenzial durch die verbleibende Almonty-Beteiligung weiterhin sehr attraktiv und sollte ihr Aufwärtspotenzial auch (wieder) ausspielen können.

Texas Pacific Land

Bei Texas Pacific Land lief es nicht ganz so erfolgreich. Zunächst gab es Quartalszahlen, die weitgehend im Rahmen der Erwartungen ausfielen: Der Umsatz lag mit 246,1 Mio. Dollar 4% über dem Wert des Vorquartals und 31% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das bereinigte EBITDA erreichte 215,6 Mio. Dollar (+19% ggü. dem Vorquartal bzw. +30% ggü. dem Vorjahr) und die EBITDA-Marge glänzte bei 88%.

Der freie Cashflow lag bei 155,5 Mio. Dollar (+14% ggü. dem Vorquartal bzw. +20% ggü. dem Vorjahreszeitraum), während der ein Nettogewinn von 153,9 Mio. Dollar übrig blieb bzw. 2,23 Dollar je verwässerter Aktie. TPL weist keine Nettoschulden auf und verfügte am Ende des zweiten Quartals über Barmittel in Höhe von 248,6 Mio. Dollar. 

Soweit, so gut. Aber nun... gab es einen 19-prozentigen Rückgang bei den Wassererlösen ggü. dem Vorquartal, weil die ÖL-Produzenten die hohen Gaspreise nicht für Produktionsausweitungen genutzt haben und zudem der Preis für Natural Gas im Permian Basin massiv eingebrochen ist aufgrund von Überkapazitäten. Es entsteht quasi als Abfallprodukt beim Fracking und da es gasförmig ist, kann es nicht einfach abtransportiert werden; es müssen Gasleitungen zur Verfügung stehen oder das Gas wird vor Ort genutzt - aber in West Texas ist die Nachfrage jenseits der Öl-Unternehmen gering. Und die Verbindung? Der niedrige Gas-Preis hat einige Produzenten dazu veranlasst, vorübergehend Aktivitäten außerhalb des Delaware-Beckens zu verlagern und damit weg von TPLs-Flächen. 

Zudem erklärte TPL, zuletzt keine Aktienrückkäufe mehr vorgenommen zu haben. Trotz hoher Barmittel erhöht man lieber die Kriegskasse. Im Gegenzug hat man Flächen akquiriert und zwar zu Marktpreisen und außerhalb des eigenen Kerngebiets. TPL erwarb 10.000 Acres für rund 100 Mio. in der Nähe von Abilene. Nach über einem Jahr sorgfältiger Prüfung wurde das Grundstück für einen Kunden erworben, mit dem das Unternehmen bereits zusammengearbeitet hatte, und TPL-CEO Glover erklärte, dass man davon ausgehe, diese Art von Transaktionen künftig wiederholen zu können. Kriterien dafür seien zusammenhängende Grundstücke, Verfügbarkeit von Wasser, Zugang zu Erdgas, Netzinfrastruktur, etablierte Glasfaserverbindungen und die Nähe zu einer mittelgroßen Stadt.

Diesmal ging es konkret um Bolt Data & Energy, mit dem TPL Ende 2025 eine strategische Vereinbarung geschlossen hat. Bolts Mitgründer und Vorsitzender ist der ehemalige Alphabet-Chef Eric Schmidt. Es geht also um KI-Rechenzentren, was generell ja ein positiver Treiber ist. Dass TPL nun hierfür erforderliche Flächen erwirbt, ist allerdings eine Abweichung vom bisherigen kapitalleichten Geschäftsmodell und im Grunde reine Grundstücksspekulation.

Erschwerend kommt eine ganz neue Entwicklung hinzu: Der US-Bundesstaat Texas wird vorerst keine neuen Rechenzentren an sein Stromnetz anschließen, bevor die Projekte nicht umfassend überprüft wurden. Greg Abbott, der republikanische Gouverneur des Bundesstaates, hat am Montag die Regulierungsbehörde "Public Utility Commission of Texas" (PUCT) sowie den Stromnetzbetreiber "Electric Reliability Council of Texas" (ERCOT) angewiesen, die Überprüfungen vorzunehmen. Diese müssten abgeschlossen werden, bevor Bauprojekte fortgesetzt und an das Stromnetz angeschlossen werden dürfen.

Zielrichtung ist der Strom- und Wasserverbrauch: Unter anderem sollen die Regulierungsbehörde und der Stromnetzbetreiber nun prüfen, inwiefern neue Rechenzentren auf das Netz angewiesen sind oder ob sie beispielsweise auch eigene Stromversorgungen planen. Die Betreiber sollen den voraussichtlichen jährlichen Verbrauch sowie den erwarteten Spitzenstromverbrauch angeben müssen – und ob sie Maßnahmen planen, um Auswirkungen auf das Netz zu verringern.

Der massive Ausbau von KI-Rechenzentren in den USA hat in vielen Bundesstaaten zu explodierenden Strompreisen für die Bevölkerung und Unternehmen geführt, weil die Netzbetreiber die Anschlussosten und den Ausbau der hierfür nötigen Netze auf alle Kunden umlegen. Daher haben mehrere US-Staaten bereits Moratorien erlassen, so dass (erstmal) keine neuen Rechenzentren mehr entstehen können.

Zudem soll auch der Wasserverbrauch geprüft werden. Rechenzentren verbrauchen häufig viel Wasser für die Kühlung der Server – daher müssen die Betreiber auch Angaben zu den eingesetzten Kühlsystemen machen. Dies kann nicht überraschen, da sich der Süden der USA seit Jahren mit einer anhaltenden Dürre konfrontiert sieht.

Aktuell gibt es in Texas Anträge für Anschlussleistungen von insgesamt 474 Gigawatt, was etwa dem Fünffachen der bisherigen Spitzenlast des texanischen Stromnetzes entsprechen würde. Gut 90% dieser Anträge stammen laut Abbott von Rechenzentren. Texas war bisher das "Rechenzentren-Paradies", doch auch um Texas macht die Realität keinen Bogen. Billiges Gas ist verfügbar, geeignete Flächen auch, aber der Stromanschluss ist das neue Nadelöhr - und die Wasserver- und entsrgung.

Und das trifft TPL, weil... das geplante KI-Rechenzentrum von/mit Bolt nun erstmal die Eignung der Flächen nachweisen und die (möglichst) geringen Auswirkungen auf Strom- und Wasserversorgung nachweisen muss.

Meine Einschätzung zu Texas Pacific Land: Der neue Wind in Texas bläst auch TPL erstmal fies ins Gesicht. Dabei ist TPL wohl mit a besten aufgestellt, um die Genehmigungen zu erhalten, aber sicher ist hier nichts. Und da CEO Glover die Expansion ins Rechenzentrumsbusiness gerade auf der Agenda nach oben gerückt und 100 Mio. Dollar dafür ausgegeben hat, zeigt sich die Börse nicht amüsiert. Darüber hinaus schwächelt gerade das Kerngeschäft und die dafür verantwortlichen Zustände halten bisher weiter an.

Die Börse hat daher den bisherigen Premiumaufschlag für TPL-Business eingedampft und daran wird sich auch so schnell nichts ändern. Ein Grund zur Panik besteht allerdings nicht, auch wenn der Kurseinbruch von mehr als 15% innerhalb von zwei Tagen schon beachtlich ist.

2G Energy

Umso erstaunlicher ist die Kurslethargie bei 2G Energy. Nachdem man letzte Woche starke Quartalsergebnisse vorgelegt hatte und dabei auf weitere verbuchte Aufträge für die dezentrale Stromversorgung von US-Rechenzentren verweisen hat und auf zusätzliche in der Entscheidungsfindung befindliche entsprechende Ausschreibungen, hätte die Nachricht vom Ausbaustopp in Texas, der zuvorderst auf Sorgen über die Stromversorgung und -anbindung fußt, eigentlich einen enormen Kursschub auslösen sollen/müssen. Denn 2G Energy wird damit beinahe schon gewaltsam in den Fokus der Entwicklung geschoben - denn wer in den USA Rechenzentren errichten will, muss für dezentrale Lösungen sorgen.

Klar, wer reicht wie Amazon ist, kann auch mal eben so ein eigenes Gaskraftwerk für drei seiner in Texas geplanten KI-Rechenzentren springen lassen. Aus den eingereichten Genehmigungsunterlagen für das Kraftwerk geht hervor, dass die Anlage über 35 Turbinen verfügen und eine Leistung von 7,65 Gigawatt erzeugen soll - mehr als jedes derzeit in den USA betriebene Gaskraftwerk. Zum Vergleich: Laut BUND sind derzeit in Deutschland rund 90 Gaskraftwerke mit einer installierten Leistung von 35,5 Gigawatt in Betrieb, also im Schnitt knapp 0,4 GW je Gaskraftwerk. Bam! Allerdings verfügen nur wenige Unternehmen über Amazons Finanzpower und da auch bereits laufende Bauvorhaben (in Texas) betroffen sind, müssen viele ganz schnell umdenken. Vielleicht auch bei TPL und Partner Bolt? 

Mein Fazit zu 2G Energy: Es läuft bei 2G Energy weiterhin sehr dynamisch. Auch dank der jüngsten Entwicklung dürften die Drähte bei 2G Energy wohl bald heiß laufen - und der Aktienkurs wird das bestimmt irgendwann auch (wieder)...

Almonty Industries

Bei meiner Wolfram-Spekulation Almonty Industries gibt es keine Neuigkeiten. Ich hatte letzte Woche auf den meiner Meinung nach unfundierten Kurseinbruch hingewiesen und auf das erhebliche Reboundpotenzial. Mein Fazit lautete: "Fundamental läuft alles rund - so rund, wie es im Minenbereich eben laufen kann mit seinen Unwägbarkeiten. Ich schätze die Aussichten als mittel- und langfristig hervorragend ein und habe daher die Gunst der Stunde genutzt, meine Position um 50% aufzustocken und meiner Wolfram-Spekulation damit (noch) mehr Gewicht zu verleihen." Und das hat sich mit einem Wochenplus von mehr als 25% natürlich doppelt anderthalbfach ausgezahlt.

Rheinmatell

Rheinmetall hat die bereits angekündigte Prognosesenkung verkündet. Wegen des Aus für das Fregattenprojekt F126 erwartet Deutschlands führende Rüstungsschmiede nun 300 Mio. Euro weniger Umsatz in 2026 und das Ziel für den Auftragsbestand per Ende 2026 wurde von 135 Mrd. auf 100 Mrd. Euro gesenkt.

Soweit alles im Rahmen der bereits bekannten Erwartungen und so blieben die Analysten weitgehend bei ihren Einschätzungen zwischen Halten und Kaufen mit dem höchsten Kursziel bei 2.300 Euro. Doch mwb research schwenkte um auf Moll und senkte sein Kursziel von 1.150 auf 1.50 Euro und stufte die Aktien von HOLD auf SELL ab. Das versaute dann doch die Stimmung und drückte den Kurs deutlicher ins Minus.

Hintergrund ist Meinung des Analysten, dass sich der künftige Beschaffungsschwerpunkt Deutschland und der Bundeswehr stärker Richtung Drohen und Raketen verschieben wird und damit in Bereiche, wo Rheinmetall (noch) nicht zu den führenden Anbietern gehört. Das ist sicherlich richtig, doch halte ich Sorgenfalten für unangebracht. Denn der Rüstungssuperzyklus sorgt für erhöhte Nachfrage in allen Bereichen, also auch bei den klassischen Systemen, wie Transporter, Panzer, Flugzeuge, Munition. Hier ist Rheinmetall hervorragend und führend positioniert.

Bei den neuen Waffensystemen hat Rheinmetall einige interessante Kooperationen geschlossen und bringt sich u.a. über Joint Ventures ins Spiel. Man passt sich also an die neuen Herausforderungen an. Und die ändern sich ständig. So schießt die Ukraine inzwischen mehr als 90% aller russischer Drohnen ab - wer also nur auf Drohnen setzen will, könnte bald ohne Hosen dastehen. Bei ballistischen Raketen hingegen muss die Ukraine maximale Schläge einstecken - aber nicht, weil es keine Abfangwaffen gäbe. Die gibt es. Doch die stammen vor allem von den USA, doch die benötigen alle ihre Patriots im Nahostkrieg selbst und liefern keine an die Ukraine, die EU-NATO-Partner oder Japan. Und die Europäer stellen für ihr Abfangsystem SAMP/T ebenfalls viel zu wenig Raketen her. Der Ukraine fehlt also schlicht die Munition und daraus sollte man nicht schließen, dass ballistische Raketen die ultimative Zukunftswaffe sei, die Panzer oder Flugzeuge verdrängt. Seit jeher haben unterschiedliche Waffensysteme ihre Berechtigung auf dem Schlagfeld und darüber hinaus, sie haben alle ihre Stärken und Schwächen und wer einseitig nur auf das vermeintlich führende System setzt, mag Schlachtengewinnen, aber nicht unbedingt den Krieg. Und en Frieden erst recht nicht.

Zur Erinnerung: Über 30 Jahre lang haben die USA mit ihren Tarnkappenjägern und -bombern die Luft beherrscht und mit ihren Flugzeugträgern die Weltmeere. Deshalb haben sie in Vietnam gewonnen und im Irak und in Afghanistan und jetzt auch im Iran. Äh... genau. Sie sind die bei weitem überlegene Militärmacht, aber sie wurden aus Vietnam herausgeworfen und flohen aus Afghanistan und auch der Rückzug aus dem Irak war nicht gerade glanzvoll. Und auf den bereits mehrfach von Trump verkündeten Sieg über den Iran kann die Welt wohl noch lange warten.

Drohnen, Raketen und Bomben zerstören. Panzer beherrschen das Gelände. Die neusten Generationen der Kampfpanzer sind stark gegen Drohnenangriffe gewappnet - was in der Ukraine gegen die Drohen antreten musste, sind Sowjetpanzer aus den 1960er Jahren und westliche Panzer aus den 1980ern. Videos eines halbwegs modernen Leopard II, der in der Ukraine neun Drohnentreffer einstecken musste, aber anschließend noch mit eigener Kraft in die Werkstatt humpeln konnte, sollten einem dies bezüglich zu denken geben.

Mein Fazit: Rheinmetall konnte mit seinen vorläufigen Quartalszahlen die beiden Hauptzweifel versenken: dass man (1.) den Auftragsbestand nicht schnell genug in Umsatz umsetzen könnte und (2.) wegen des Produktionshochlaufs seine operativen Margen schreddern würde. Die Marine-Sparte soll weiter ausgebaut werden und erste Aufträge wurden bereits eingetütet. Zudem konnten diverse Aufträge ergattert werden für Truppentransporter, mobile Lazarettsysteme, Munition - und auch im Bereich Kampfpanzer gehen immer mehr Orders ein.

Rheinmetall bleibt eine Kernposition. Der große Hype mit entsprechend großer Euphorie ist vorbei, aber der Rüstungssuperzyklus wird die Geschäfte in den nächsten Jahren und Jahrzehnten antrieben. Die Welt rüstet auf, Die europäischen NATO-Staaten (und Kanada) fahren ihre Budgets entsprechend hoch und Rheinmetall gehört zu den größten Profiteuren. Dabei sollte man immer im Hinterkopf behalten, dass Rüstung ein Industriezweig ist und entsprechend lange Produktionszyklen aufweist. Neue Schlagzeilen sind in Sekundenbruchstücken zu generieren - und beides prallt oft aufeinander und daraus bieten sich dann oft Über- oder Untertreibungen bei der Kursentwicklung.

Rocket Lab

Rocket Lab punktet mit Oderflut. Mein Weltraumabenteuer Rocket Lab hat zwei Aufträge der Space Force im Wert von 663 Mio. Dollar erhalten und damit annähernd drei Viertel des Neugeschäfts innerhalb von acht Tagen unter Dach und Fach gebracht.

(1.) Ein Auftrag im Wert von 266 Mio. Dollar erfolgte im Rahmen des "Rocket Systems Launch Program" der Space Force für suborbitale Starts und ist der größte Startauftrag in der Unternehmensgeschichte. Er umfasst 12 garantierte suborbitale Missionen für Raketenabwehrtests, und durch Optionen könnte sich die Gesamtzahl auf 18 erhöhen. Rocket Lab hat der Rakete noch keinen Namen gegeben, doch seine suborbitalen Missionen werden derzeit mit "HASTE" durchgeführt, einer Version seiner Electron-Rakete. Diese beiden Trägerraketen absolvierten im vergangenen Jahr rekordverdächtige 21 Missionen mit einer Erfolgsquote von 100%. Also wird ziemlich sicher Hardware zum Einsatz kommen, die erprobt und sicher ist. Die Missionen werden von einem neuen Startplatz im Pacific Spaceport Complex-Alaska auf Kodiak Island starten, und der erste Start wird bereits für Ende 2026 erwartet.

(2) Darüber hinaus erhielt Rocket Lab einen Auftrag über 397 Mio. Dollar, um mehrere Flatellites für das Programm Space-Based Airborne Moving Target Indicator (SB-AMTI) zu entwickeln, zu starten und zu betreiben. Im Rahmen des Auftrags wird Rocket Lab mehrere Flatellites bauen, starten und auf seiner kommenden Neutron-Rakete betreiben und der Space Force aus sicheren Missionsbetriebsanlagen Tracking-Daten bereitstellen. Der Auftrag umfasst außerdem eine Option auf zusätzliche Flatellites innerhalb des gesamten Auftragswerts.

Rocket Lab übernimmt hierbei nicht nur den Transport, sondern baut auch die Satelliten und betreibt sie im Orbit. Das entspricht genau dem vertikal integrierten Geschäftsmodell, auf das CEO Peter Beck seit Jahren hinarbeitet.
"Rocket Lab fühlt sich geehrt, eine Schlüsselrolle im SB-AMTI-Programm zu spielen, das für den Ausbau der mehrschichtigen, widerstandsfähigen Ortungsarchitektur der Space Force von entscheidender Bedeutung ist."
(Gründer und CEO Sir Peter Beck)
Das "Haken" an der Sache ist die Rakete. Denn diese Satelliten sollen mit "Neutron" ins All gebracht werden, der größeren Trägerrakete von Rocket Lab. Die Neutron-Rakete war bisher aber noch nicht im Einsatz, nachdem ein Testlauf Ende 2025 abgebrochen wurde aufgrund eines Materialdefekts und der Entscheidung, die externe Produktion zu beenden und durch Insourcing zu ersetzen. Der erste Neutron-Start ist für Ende 2026 geplant.

Neutron ist Rocket Labs Einstieg in den Markt für Trägerraketen mittlerer Tragkraft, den derzeit noch SpaceX dominiert. Das Risiko liegt nun nicht nur grundsätzlich im Erfolg von Neutron, sondern auch im Einhalten des Zeitplans. Denn eine weitere Verzögerung könnte dazu führen, dass ein Teil der mit diesem Auftrag verbundenen Einnahmen ebenfalls verschoben oder gar obsolet wird.

Mein Fazit zu Rocket Lab: Die Gegenwart gehört Electron, die absehbare Zukunft Neutron. Bisher liefert Rocket Lab solide ab und kann immer mehr und immer größere Aufträge verbuchen. Die Bewertung ist astronomisch und ist alleine mit den Electron-Erfolgen nicht zu rechtfertigen. Erst wenn Neutron erfolgreich am Start ist und zu Umsätzen und Gewinnen beiträgt, wird das Business auf eine neue Eben gehoben. Solange sichern die (neuen) Iridium Umsätze, Cashflows und Gewinne das laufende Geschäft, während an der Skalierung gearbeitet wird.

Ich habe keinen "Investmentcase" für Rocket Lab, sondern es ist eine klare Zukunftsspekulation, ein Venture. Eben mein "Weltraumabenteuer"...


Mein Vermögen hatte 2026 anfangs schnell auf +10% zugelegt, doch nach einigen heftigen Rücksetzern lag es zum Ende des 1. Quartals bei -1,5%. Nach einem starken Start ins 2. Quartal kosteten der Juni wieder kräftig Rendite und so schloss das 1. Halbjahr am Ende mit einem moderatem Plus ab. Und der Juli war sehr volatil und am Ende schloss er tiefrot ab bei -4,75% ab. Der August startete hingegen mit starkem Aufwärtsdrang und einem Wochenplus von +3%.

Meine 2026er Vermögensveränderung liegt nun bei -1,5% (YTD) und meine Cashquote bei rund 1,0%.


Mein Investor-Update zum Q2/2026 - (fast noch) brandneu und in Farbe!
Auf welche Unternehmen und welche Schwerpunkte ich in meinem Depot setze zeigt mein Investor-Update, das ich immer zu Ende eines Quartals veröffentliche - quasi mein persönliches 13F.
Meine langfristige durchschnittliche Zielrendite liegt bei +15% pro Jahr. Bei diesem Wert lande ich selten; meistens liegt meine Performance bei über +20%, aber alle drei bis vier Jahre auch im Minus, teilweise satt. Seit ich meiner Ergebnisse ermittle, also seit 2011, komme ich auf rund 20% pro Jahr. Auch dank einiger herausragender Jahresergebnisse, zu denen insbesondere 2023 und 2024 zählen.

Die Börse verläuft nicht linear und auch wenn sie auf lange Sicht rund 10% pro Jahr zulegt, tut sie dies doch unter teilweise heftigen Schwankungen. Die sollte man aushalten und sich nicht aus seinen Qualitätsaktien herausdrängen lassen. Auch wenn heftige Korrekturen emotional stressig sind und der Weg zur Wunschrendite anschließend sehr viel länger ist. Ich versuche immer im Hinterkopf zu behalten, dass ich nicht mit Aktien spekuliere, sondern in herausragenden Unternehmen investieren, dort also Miteigentümer werde. Auch deshalb fahre ich einen fokussierten Investmentstil mit selten mehr als 15 Werten im Depot. Ich will und muss mich in "meinen" Unternehmen eben gut auskennen. Ansonsten lasse ich lieber die Finger davon.

Der Kompetenzkreis gewinnt also immer mehr Bedeutung. Je älter ich werde und je länger ich an der Börse aktiv bin, desto größer wurde er (naja, etwas zumindest). Vor allem erkenne ich immer besser, welche Themen und Branchen außerhalb meins Kompetenzbereichs liegen - dummerweise zählen dazu meistens auch die neuen, besonders aussichtsreichen, aber auch gehypten Themen. In "den neuen heißesten Scheiß" investiere ich daher selten(er) - und wenn, dann mit einer kleinen spekulativ orientieren Position.
Es bleibt spannend - wie eigentlich immer an der Börse. ツ

Disclaimer: Habe die meisten der genannten Werte auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.

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