"Jeder Mensch kann irren. Im Irrtum verharren, wird jedoch nur der Tor."
(Marcus Tillius Cicero)
Montag, 29. September 2014
Montag, 22. September 2014
Börsenweisheit der Woche 38/2014
"Das eine Unternehmen braucht eine Menge Kapital, um zu wachsen, das andere nicht. Das ist ein großer Unterschied."
(Warren Buffett)
(Warren Buffett)
Mittwoch, 17. September 2014
Sind deutsche Autozulieferer wieder kaufenswert?
Manch einer reibt sich verwundert die Augen, denn viele deutsche Autozulieferer notieren zwischen 25 und 30 Prozent unter ihren Jahreshöchstständen und sind auf den ersten Blick günstig bewertet mit einstelligen KGVs und attraktiven Dividendenrenditen. Trotzdem kennen die Kurse seit Wochen nur eine Richtung, nach unten. Es stellt sich die Frage, ob man als Value-Investor hier nicht zugreifen sollte, obwohl die alte Börsenregel "Greife nie in ein fallendes Messer" eine der wichtigsten und richtigsten ist.
Schauen wir uns kurz einige Werte näher an (die Kurzportraits stammen von finanzen.net):
Grammer AG
Die Grammer AG ist ein deutsches Unternehmen, das sich auf die Entwicklung und Herstellung von Komponenten und Systemen für die Pkw-Innenausstattung sowie von Fahrer- und Passagiersitzen für Offroad-Fahrzeuge, Lkws, Busse und Bahnen spezialisiert hat. In Europa gehört das Unternehmen zu den Marktführern im Bereich der Herstellung von Offroad-Sitzsystemen. In den Wachstumsmärkten Asien und auf dem amerikanischen Kontinent arbeitet die Gesellschaft an der Etablierung des Portfolios. Zu den Kunden der Grammer AG gehören neben Automobil- und Fahrzeugherstellern unterschiedlicher Branchen auch Reparaturwerkstätten oder Großhändler, die über ein direktes Vertriebsnetz beliefert werden. Der Konzern beliefert seine Industrie- und Gewerbekunden mit Komplettausstattungen und -Systemen und verkauft außerdem einzelne Ersatzteile oder Sonderanfertigungen. Unter dem Dach der Grammer AG sind die Aktivitäten zahlreicher Tochter- und Beteiligungsunternehmen vereint. Mit ihnen ist der Konzern an mehreren internationalen Standorten vertreten, darunter China, Spanien, Slowenien, Japan, Großbritannien, Brasilien und die USA.
Aktienkurs: 33,65 EUR
Streubesitz: 97,14%
EPS 14/15e: 2,98/3,67
KGV 14/15e: 11,41/9,27
Dividende 14/15e: 0,79/0,94 EUR
Div.-Rendite 14/15e: 2,31%/2,78%
Leoni AG
Die LEONI AG ist ein weltweit tätiger System- und Entwicklungslieferant von Drähten, Kabeln und Bordnetz-Systemen. Das Angebotsspektrum umfasst Drähte und Litzen, Standard- und Spezialkabel, Lichtwellenleiter sowie komplette Kabelsysteme und Dienstleistungen für unterschiedlichste industrielle Anwendungen. Im Bereich Wiring Systems werden Kabelsätze und komplette Bordnetz-Systeme sowie Komponenten für die internationale Fahrzeugindustrie entwickelt, produziert und vertrieben. Die beiden Segmente bilden eine aufeinander aufbauende Wertschöpfungskette: Drähte, Litzen und Glasfaser sind die Grundlage für isolierte Kupferleitungen und -kabel bzw. Lichtwellenleiter. Diese werden konfektioniert, zu Kabelsätzen, Kabelsystemen sowie Bordnetz-Systemen weiterverarbeitet und als Komplettpaket inklusive ergänzender Services angeboten. Neben Produkten für die Automobil- und Nutzfahrzeugindustrie umfasst das LEONI-Leistungsspektrum Spezialkabel nach Kundenspezifikation, montagefertige Kabelsysteme, verkabelte Module, Datenleitungen und Netzwerk-Komponenten, isolierte Starkstromleitungen, Steuerleitungen, Koaxial- und Instrumentenkabel, Netzanschlussleitungen, Kupferdrähte und -litzen sowie die Strahlenvernetzung von Kabeln und Rohren.
Aktienkurs: 46,10 EUR
Streubesitz: 87,10%
EPS 14/15e: 4,21/5,36
KGV 14/15e: 11,07/8,70
Dividende 14/15e: 1,36/1,71 EUR
Div.-Rendite 14/15e: 2,91%/3,68%
SAF Holland SA
SAF-HOLLAND S.A. ist ein führender globaler Anbieter von Bauteilen und Systemen für die Anhänger-, Auflieger-, Lastkraftwagen-, Sattelzugmaschinen-, Bus- und Wohnmobil-Industrie. Das Produktangebot umfasst Achs- und Fahrwerksysteme, Sattelkupplungen, Königszapfen, Anhängerkupplungen und Stützwinden. Zu den Kunden zählen neben Original Equipment Manufacturers (OEMs) und Original Equipment Suppliers (OESs) auch Endverbraucher und Service-Zentren. Zusätzlich verfügt das Unternehmen über eigene Forschungs-, Entwicklungs- und Testabteilungen.
Aktienkurs: 10,00 EUR
Streubesitz: 86,23%
EPS 14/15e: 0,86/1,10
KGV 14/15e: 11,79/9,19
Dividende 14/15e: 0,37/0,49 EUR
Div.-Rendite 14/15e: 3,66%/4,89%
SHW AG
Die SHW AG - 1365 gegründet und damit einer der ältesten Industriebetriebe Deutschlands - zählt heute zu den führenden Automobilzulieferern in Deutschland. Das Unternehmen entwickelt und fertigt sowohl Pumpen und Motorkomponenten wie auch Bremsscheiben und beliefert Lieferanten der Fahrzeugindustrie, Nutzfahrzeughersteller sowie namhafte Automobilhersteller in Europa und Nordamerika. Das Produktsortiment ist in den einzelnen Bereichen breitgefächert und enthält verschiedenartige Öl-, Wasser-, Vakuum- oder elektrische Pumpen sowie Sinterteile, Pumpenräder und unterschiedliche Bremsscheiben. Erklärtes Unternehmensziel ist insbesondere die Fertigung von Produkten, die zur Verringerung des Kraftstoffverbrauchs und der CO2-Emisionen beitragen. Darüber hinaus arbeitet der Konzern an neuen Technologien und Lösungen, um den Anforderungen des Automobilmarktes gerecht zu werden. Im Bereich Forschung & Entwicklung werden daher verschiedene Produkte zur Lösung von komplexen Problemen im Fahrzeugbau entwickelt. Im Vordergrund stehen dabei Materialien und Herstellungsverfahren für Leichtbauteile auf dem neuesten Stand der Technik. Insgesamt verfügt die SHW AG über vier Produktionsstandorte in Deutschland sowie über weitere in Kanada und Mexico.
Aktienkurs: 34,25 EUR
Streubesitz: 53,34%
EPS 14/15e: 2,73/3,43
KGV 14/15e: 12,57/9,99
Dividende 14/15e: 1,21/1,15 EUR
Div.-Rendite 14/15e: 3,52%/3,35%
Einschätzung
Von den Kennzahlen her sehen alle Unternehmen attraktiv aus und sie sind allesamt in ihren Bereichen gut bis hervorragend aufgestellt. Einige haben jüngst sogar ihre Jahresprognosen bestätigt, andere liegen nahe dran. Was könnte also die Skepsis gegenüber derart niedrig bewerteten Aktien nähren? Ich denke, es sind die Kunden, denn die Automobilindustrie ist eine stark zyklische und konjunktursensible Branche. Und die Zulieferer hängen zu einem erheblichen Teil von den Autokonzernen ab. Schaut man nun auf die Meldungen der vergangenen Monate, dann sieht man, dass sich der Automobilzyklus längst abkühlt: laut dem europäischen Autoverband ACEA lag der Zuwachs im August mit 2,1 Prozent zum Vormonat deutlich unter dem des Juli. In den großen Absatzmärkten wie Deutschland und Frankreich wurden sogar weniger Wagen verkauft. Dazu kommt zunehmende Zurückhaltung in China und die Russlandsanktionen treffen die Hersteller mit voller Wucht. Die Konsequenz wird sein, dass sie bei geringeren Absatzzahlen einerseits weniger Teile von ihren Zulieferern beziehen werden und darüber hinaus auch wieder auf Kostenoptimierungspotenziale schielen werden. Und auch hier fällt schnell der Fokus auf die Zulieferer und deren Margen.
Fazit
Die Zulieferbetriebe scheinen auf den ersten Blick günstig bewertet zu sein, dennoch steht und fällt diese Einschätzung ja mit den zugrundeliegenden Kennzahlen. Und wenn man perspektivisch davon ausgehen muss, dass die Zulieferer weniger absetzen und ggf. zu niedrigeren Preisen, dann werden die bisher genannten Zahlen und Prognosen nicht zu halten sein. Die Folge der wohl zu erwartenden Reduzierungen wären höhere KGVs/Bewertungen - und der Kurs hätte letztlich nur die zu erwartenden Entwicklung vorweggenommen. Und dann wären die vermeintlichen Kaufkurse doch nur Zwischenstationen auf dem Weg zu wirklich attraktiven Einstiegskursen gewesen.
Unter Chance-Risiko-Aspekten drängen sich Neuengagements zurzeit eher nicht auf, auch wenn die aktuelle Kennzahlenlage anderes vermuten lässt. Man sollte auch nicht vergessen, dass die Zulieferer die Börsenstars des Vorjahres waren und hohe Kurssteigerungen zu verzeichnen hatten. Diese korrigieren sie jetzt. Und "nur weil eine Aktie fällt, heißt das nicht, dass sie nicht noch weiter fallen kann", mahnte schon Peter Lynch.
Schauen wir uns kurz einige Werte näher an (die Kurzportraits stammen von finanzen.net):
Grammer AG
Die Grammer AG ist ein deutsches Unternehmen, das sich auf die Entwicklung und Herstellung von Komponenten und Systemen für die Pkw-Innenausstattung sowie von Fahrer- und Passagiersitzen für Offroad-Fahrzeuge, Lkws, Busse und Bahnen spezialisiert hat. In Europa gehört das Unternehmen zu den Marktführern im Bereich der Herstellung von Offroad-Sitzsystemen. In den Wachstumsmärkten Asien und auf dem amerikanischen Kontinent arbeitet die Gesellschaft an der Etablierung des Portfolios. Zu den Kunden der Grammer AG gehören neben Automobil- und Fahrzeugherstellern unterschiedlicher Branchen auch Reparaturwerkstätten oder Großhändler, die über ein direktes Vertriebsnetz beliefert werden. Der Konzern beliefert seine Industrie- und Gewerbekunden mit Komplettausstattungen und -Systemen und verkauft außerdem einzelne Ersatzteile oder Sonderanfertigungen. Unter dem Dach der Grammer AG sind die Aktivitäten zahlreicher Tochter- und Beteiligungsunternehmen vereint. Mit ihnen ist der Konzern an mehreren internationalen Standorten vertreten, darunter China, Spanien, Slowenien, Japan, Großbritannien, Brasilien und die USA.
Aktienkurs: 33,65 EUR
Streubesitz: 97,14%
EPS 14/15e: 2,98/3,67
KGV 14/15e: 11,41/9,27
Dividende 14/15e: 0,79/0,94 EUR
Div.-Rendite 14/15e: 2,31%/2,78%
Leoni AG
Die LEONI AG ist ein weltweit tätiger System- und Entwicklungslieferant von Drähten, Kabeln und Bordnetz-Systemen. Das Angebotsspektrum umfasst Drähte und Litzen, Standard- und Spezialkabel, Lichtwellenleiter sowie komplette Kabelsysteme und Dienstleistungen für unterschiedlichste industrielle Anwendungen. Im Bereich Wiring Systems werden Kabelsätze und komplette Bordnetz-Systeme sowie Komponenten für die internationale Fahrzeugindustrie entwickelt, produziert und vertrieben. Die beiden Segmente bilden eine aufeinander aufbauende Wertschöpfungskette: Drähte, Litzen und Glasfaser sind die Grundlage für isolierte Kupferleitungen und -kabel bzw. Lichtwellenleiter. Diese werden konfektioniert, zu Kabelsätzen, Kabelsystemen sowie Bordnetz-Systemen weiterverarbeitet und als Komplettpaket inklusive ergänzender Services angeboten. Neben Produkten für die Automobil- und Nutzfahrzeugindustrie umfasst das LEONI-Leistungsspektrum Spezialkabel nach Kundenspezifikation, montagefertige Kabelsysteme, verkabelte Module, Datenleitungen und Netzwerk-Komponenten, isolierte Starkstromleitungen, Steuerleitungen, Koaxial- und Instrumentenkabel, Netzanschlussleitungen, Kupferdrähte und -litzen sowie die Strahlenvernetzung von Kabeln und Rohren.
Aktienkurs: 46,10 EUR
Streubesitz: 87,10%
EPS 14/15e: 4,21/5,36
KGV 14/15e: 11,07/8,70
Dividende 14/15e: 1,36/1,71 EUR
Div.-Rendite 14/15e: 2,91%/3,68%
SAF Holland SA
SAF-HOLLAND S.A. ist ein führender globaler Anbieter von Bauteilen und Systemen für die Anhänger-, Auflieger-, Lastkraftwagen-, Sattelzugmaschinen-, Bus- und Wohnmobil-Industrie. Das Produktangebot umfasst Achs- und Fahrwerksysteme, Sattelkupplungen, Königszapfen, Anhängerkupplungen und Stützwinden. Zu den Kunden zählen neben Original Equipment Manufacturers (OEMs) und Original Equipment Suppliers (OESs) auch Endverbraucher und Service-Zentren. Zusätzlich verfügt das Unternehmen über eigene Forschungs-, Entwicklungs- und Testabteilungen.
Aktienkurs: 10,00 EUR
Streubesitz: 86,23%
EPS 14/15e: 0,86/1,10
KGV 14/15e: 11,79/9,19
Dividende 14/15e: 0,37/0,49 EUR
Div.-Rendite 14/15e: 3,66%/4,89%
SHW AG
Die SHW AG - 1365 gegründet und damit einer der ältesten Industriebetriebe Deutschlands - zählt heute zu den führenden Automobilzulieferern in Deutschland. Das Unternehmen entwickelt und fertigt sowohl Pumpen und Motorkomponenten wie auch Bremsscheiben und beliefert Lieferanten der Fahrzeugindustrie, Nutzfahrzeughersteller sowie namhafte Automobilhersteller in Europa und Nordamerika. Das Produktsortiment ist in den einzelnen Bereichen breitgefächert und enthält verschiedenartige Öl-, Wasser-, Vakuum- oder elektrische Pumpen sowie Sinterteile, Pumpenräder und unterschiedliche Bremsscheiben. Erklärtes Unternehmensziel ist insbesondere die Fertigung von Produkten, die zur Verringerung des Kraftstoffverbrauchs und der CO2-Emisionen beitragen. Darüber hinaus arbeitet der Konzern an neuen Technologien und Lösungen, um den Anforderungen des Automobilmarktes gerecht zu werden. Im Bereich Forschung & Entwicklung werden daher verschiedene Produkte zur Lösung von komplexen Problemen im Fahrzeugbau entwickelt. Im Vordergrund stehen dabei Materialien und Herstellungsverfahren für Leichtbauteile auf dem neuesten Stand der Technik. Insgesamt verfügt die SHW AG über vier Produktionsstandorte in Deutschland sowie über weitere in Kanada und Mexico.
Aktienkurs: 34,25 EUR
Streubesitz: 53,34%
EPS 14/15e: 2,73/3,43
KGV 14/15e: 12,57/9,99
Dividende 14/15e: 1,21/1,15 EUR
Div.-Rendite 14/15e: 3,52%/3,35%
Einschätzung
Von den Kennzahlen her sehen alle Unternehmen attraktiv aus und sie sind allesamt in ihren Bereichen gut bis hervorragend aufgestellt. Einige haben jüngst sogar ihre Jahresprognosen bestätigt, andere liegen nahe dran. Was könnte also die Skepsis gegenüber derart niedrig bewerteten Aktien nähren? Ich denke, es sind die Kunden, denn die Automobilindustrie ist eine stark zyklische und konjunktursensible Branche. Und die Zulieferer hängen zu einem erheblichen Teil von den Autokonzernen ab. Schaut man nun auf die Meldungen der vergangenen Monate, dann sieht man, dass sich der Automobilzyklus längst abkühlt: laut dem europäischen Autoverband ACEA lag der Zuwachs im August mit 2,1 Prozent zum Vormonat deutlich unter dem des Juli. In den großen Absatzmärkten wie Deutschland und Frankreich wurden sogar weniger Wagen verkauft. Dazu kommt zunehmende Zurückhaltung in China und die Russlandsanktionen treffen die Hersteller mit voller Wucht. Die Konsequenz wird sein, dass sie bei geringeren Absatzzahlen einerseits weniger Teile von ihren Zulieferern beziehen werden und darüber hinaus auch wieder auf Kostenoptimierungspotenziale schielen werden. Und auch hier fällt schnell der Fokus auf die Zulieferer und deren Margen.
Fazit
Die Zulieferbetriebe scheinen auf den ersten Blick günstig bewertet zu sein, dennoch steht und fällt diese Einschätzung ja mit den zugrundeliegenden Kennzahlen. Und wenn man perspektivisch davon ausgehen muss, dass die Zulieferer weniger absetzen und ggf. zu niedrigeren Preisen, dann werden die bisher genannten Zahlen und Prognosen nicht zu halten sein. Die Folge der wohl zu erwartenden Reduzierungen wären höhere KGVs/Bewertungen - und der Kurs hätte letztlich nur die zu erwartenden Entwicklung vorweggenommen. Und dann wären die vermeintlichen Kaufkurse doch nur Zwischenstationen auf dem Weg zu wirklich attraktiven Einstiegskursen gewesen.
Unter Chance-Risiko-Aspekten drängen sich Neuengagements zurzeit eher nicht auf, auch wenn die aktuelle Kennzahlenlage anderes vermuten lässt. Man sollte auch nicht vergessen, dass die Zulieferer die Börsenstars des Vorjahres waren und hohe Kurssteigerungen zu verzeichnen hatten. Diese korrigieren sie jetzt. Und "nur weil eine Aktie fällt, heißt das nicht, dass sie nicht noch weiter fallen kann", mahnte schon Peter Lynch.
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Value Trap
Montag, 15. September 2014
Montag, 8. September 2014
Börsenweisheit der Woche 36/2014
"Bringe so viel Mut und Überzeugung auf, dass Du zumindest zehn Prozent Deines Kapitals in eine Geldanlage stecken kannst."
(Warren Buffett)
(Warren Buffett)
Montag, 1. September 2014
Börsenweisheit der Woche 35/2014
"Die Leute sollen wieder anfangen zu arbeiten, anstatt auf öffentliche Rechnung zu leben."
(Marcus Tullius Cicero)
(Marcus Tullius Cicero)
Dienstag, 26. August 2014
Aktienrückkaufprogramm dürfte Aurelius-Kurs zusätzlich beflügeln
Heute gab die Beteiligungsgesellschaft Aurelius bekannt, eigene Aktien zurückkaufen zu wollen. Entsprechend der von der Hauptversammlung am 21. Mai 2014 erteilten Genehmigung sollen bis zum 30. Juni 2015 insgesamt bis zu 3.168.000 eigene Aktien zurückgekauft werden bis zu einem Gesamtvolumen von max. 15 Mio. EUR.
Üblicherweise wirken sich Aktienrückkäufe kurstreibend aus und nachdem Aurelius zuletzt sehr positive Nachrichten zu Käufen und Verkäufen von Beteiligungen vermelden konnte und inzwischen von einer Dividendenrendite von bis zu 7% für 2014 ausgegangen werden kann, notiert der Aktienkurs nahe seines Allzeithochs von 30 EUR. Die möglichen Impulse aus dem Aktienrückkaufprogramm könnten jetzt für weiter steigende Notierungen sorgen, zumal das Unternehmen auch auf diesem Kursniveau weiterhin attraktiv bewertet ist. Jüngst hatte Aurelius-CEO Dr. Dirk Markus auch seine Prognose nach oben angepasst.
Aurelius befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.
Üblicherweise wirken sich Aktienrückkäufe kurstreibend aus und nachdem Aurelius zuletzt sehr positive Nachrichten zu Käufen und Verkäufen von Beteiligungen vermelden konnte und inzwischen von einer Dividendenrendite von bis zu 7% für 2014 ausgegangen werden kann, notiert der Aktienkurs nahe seines Allzeithochs von 30 EUR. Die möglichen Impulse aus dem Aktienrückkaufprogramm könnten jetzt für weiter steigende Notierungen sorgen, zumal das Unternehmen auch auf diesem Kursniveau weiterhin attraktiv bewertet ist. Jüngst hatte Aurelius-CEO Dr. Dirk Markus auch seine Prognose nach oben angepasst.
Aurelius befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.
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Stock-Picking
Montag, 25. August 2014
Börsenweisheit der Woche 34/2014
"Um außergewöhnliche Ergebnisse zu erzielen, muss man nichts Außergewöhnliches tun."
(Warren Buffett)
(Warren Buffett)
Montag, 18. August 2014
Und was tat sich in Warren Buffetts Depot im 2. Quartal 2014?
Value Investor Warren Buffett musste wieder einmal das sog. Formular 13-F bei der amerikanischen Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) einreichen, ein vierteljährlich vorzulegendes Dokument, in dem er seine An- und Verkäufe für seine Investmentholding Berkshire Hathaway offenlegen muss.
Wichtigste Käufe
Buffett kaufte vor allem im Kabel - und Telekommunikationssektor zu. Insbesondere stockte er sein Engagement bei Verizon um gut 36% oder fast 4 Mio. Anteilsscheine auf und hält nun 15 Mio. Aktien. Weitere 2 Mio. Aktien, ein Zuwachs von fast 35%, erwarb er an Liberty Global und kommt nun auf 9,86 Mio. Anteile. Suncor Energy stockte er um 3,5 Mio. Aktien oder 26,6% auf und liegt nun bei 16,5 Mio. Anteilen. Des Weiteren baute er seine Anteile an bekannten Positionen aus, wie VISA (+15,7%), Verisign (+11,1%), General Motors (+9,6%), IBM (+2,66%) und Walmart (+1,28%).
Ganz neu im Depot sind 2,3 Mio. Aktien von Charter Communications und 1,8 Mio. Anteile an Now Inc.
Wichtigste Verkäufe
Reduziert hat Buffett vor allem seine Positionen bei Graham Holdings (-93,8%), Conocophillips (-87,8%), Phillips 66 (-33,1%), Direct TV (-32%), Liberty Media A-Aktien (-24,5%).
Wichtigste Käufe
Buffett kaufte vor allem im Kabel - und Telekommunikationssektor zu. Insbesondere stockte er sein Engagement bei Verizon um gut 36% oder fast 4 Mio. Anteilsscheine auf und hält nun 15 Mio. Aktien. Weitere 2 Mio. Aktien, ein Zuwachs von fast 35%, erwarb er an Liberty Global und kommt nun auf 9,86 Mio. Anteile. Suncor Energy stockte er um 3,5 Mio. Aktien oder 26,6% auf und liegt nun bei 16,5 Mio. Anteilen. Des Weiteren baute er seine Anteile an bekannten Positionen aus, wie VISA (+15,7%), Verisign (+11,1%), General Motors (+9,6%), IBM (+2,66%) und Walmart (+1,28%).
Ganz neu im Depot sind 2,3 Mio. Aktien von Charter Communications und 1,8 Mio. Anteile an Now Inc.
Wichtigste Verkäufe
Reduziert hat Buffett vor allem seine Positionen bei Graham Holdings (-93,8%), Conocophillips (-87,8%), Phillips 66 (-33,1%), Direct TV (-32%), Liberty Media A-Aktien (-24,5%).
Börsenweisheit der Woche 33/2014
"Der Staatsdienst muss zum Nutzen derer geführt werden, die ihm anvertraut sind, nicht zum Nutzen derer, denen er anvertraut ist."
(Marcus Tullius Cicero)
(Marcus Tullius Cicero)
Donnerstag, 14. August 2014
Aurelius mit Prognoseanhebung auf Rekordjagd
Die Beteiligungsgesellschaft Aurelius lässt Anlegerherzen höher schlagen und markiert neue Aktienhöchststände - zumindest wenn man die kürzlich erfolgte Dividendenausschüttung von 1,05 EUR hinzurechnet. Nachdem zuletzt mehrere Erfolgreiche Deals verkündet wurden, wurden heute die konkreten Auswirkungen deutlich, denn Aurelius präsentierte seine Halbjahresergebnisse. Und die können sich mehr als sehen lassen!
Für die erste Jahreshälfte vermeldet Aurelius einen Umsatzanstieg auf 804 Mio. EUR (Vorjahr: 765 Mio. EUR), das EBITDA stieg auf 111,5 Mio. EUR (48,9 Mio. EUR) und einen um Sondereffekte bereinigten operativen Gewinn von 51,2 Mio. EUR (50,0 Mio. EUR). Der operative Cashflow stieg auf 39,4 Mio. EUR (29,4 Mio. EUR) und die liquiden Mittel lagen am Ende des ersten Halbjahres bei 239,4 Mio. EUR (31. Dezember 2013: 223,9 Mio. EUR). In den Zahlen sind die Neuerwerbe der IDS Individual Desktop Services und von Scholl Footwear noch nicht enthalten. Beide Transaktionen sollen im Laufe des dritten Quartals abgeschlossen werden.
Für das zweite Halbjahr erwartet CEO Dr. Dirk Markus eine weiterhin intensive Transaktionstätigkeit und hebt vor diesem Hintergrund die Jahresprognose für das Gesamt-EBITDA auf mindestens 220 Mio. EUR an (bisher mind. 200 Mio. EUR).
Da zu der Basisdividende jeweils immer auch die Hälfte der erzielten Gewinne aus Beteiligungsverkäufen ausgeschüttet werden, winkt auch für das Geschäftsjahr 2014 wieder eine attraktive Sonderdividende - insgesamt könnte sogar eine Dividendenrendite von mehr als 6 Prozent dabei herausspringen.
Aurelius befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.
Für die erste Jahreshälfte vermeldet Aurelius einen Umsatzanstieg auf 804 Mio. EUR (Vorjahr: 765 Mio. EUR), das EBITDA stieg auf 111,5 Mio. EUR (48,9 Mio. EUR) und einen um Sondereffekte bereinigten operativen Gewinn von 51,2 Mio. EUR (50,0 Mio. EUR). Der operative Cashflow stieg auf 39,4 Mio. EUR (29,4 Mio. EUR) und die liquiden Mittel lagen am Ende des ersten Halbjahres bei 239,4 Mio. EUR (31. Dezember 2013: 223,9 Mio. EUR). In den Zahlen sind die Neuerwerbe der IDS Individual Desktop Services und von Scholl Footwear noch nicht enthalten. Beide Transaktionen sollen im Laufe des dritten Quartals abgeschlossen werden.
Für das zweite Halbjahr erwartet CEO Dr. Dirk Markus eine weiterhin intensive Transaktionstätigkeit und hebt vor diesem Hintergrund die Jahresprognose für das Gesamt-EBITDA auf mindestens 220 Mio. EUR an (bisher mind. 200 Mio. EUR).
Da zu der Basisdividende jeweils immer auch die Hälfte der erzielten Gewinne aus Beteiligungsverkäufen ausgeschüttet werden, winkt auch für das Geschäftsjahr 2014 wieder eine attraktive Sonderdividende - insgesamt könnte sogar eine Dividendenrendite von mehr als 6 Prozent dabei herausspringen.
Aurelius befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.
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Nebenwerte,
Stock-Picking
Montag, 11. August 2014
Jungheinrich: mit diesen Hochstaplern lässt sich gut Geld verdienen!
Die 1953 gegründete Jungheinrich AG aus Hamburg notiert im SDAX und ist in den Bereichen Intralogistik und Maschinenbau unterwegs. Sie ist weltweit die Nummer 3 im Gabelstapler-Markt und in Europa die Nummer zwei. Vor ihr rangiert die ebenfalls deutsche Kion (ehemaliges Linde-Staplersegment) und an der Weltspitze liegt Toyota. Zusammen mit dem US-Hersteller Hyster-Yale machen die 4 Unternehmen rund die Hälfte des Weltmarktes unter sich aus.
Dabei ist der Abstand zur Nummer 2 schon recht deutlich, denn Jungheinrich verzichtet bewusst auf Übernahmen, sondern kauft allenfalls Technologie zu. Man bevorzugt organisches Wachstum und hat hier in den vergangenen Jahren mehr als 100 Mio. EUR investiert. Neben den neuen Produkten, die jetzt an den Markt kommen, setzt Jungheinrich auch ganz bewusst auf die Instandsetzung älterer Geräte. So hat kürzlich das 25.000ste Gebrauchtfahrzeug das Aufarbeitungszentrum in Dresden verlassen und die Kapazitäten sollen hier bis 2018 auf 8.000 Fahrzeuge jährlich annähernd verdoppelt werden. Nach Schätzung der Berenberg Bank fahren die Hersteller jedoch inzwischen rund 85 Prozent ihrer Gewinne mit Serviceleistungen ein und hier sind die beiden deutschen Hersteller Kion und Jungheinrich Spitze, denn bei ihnen macht der Serviceanteil bereits 40 Prozent vom Umsatz aus. Es zahlt sich eben aus, dass rund 40 Prozent der Geräte verleast werden und somit dem Jungheinrich-Service unterstehen.
Angriff auf den Boommarkt China
Den Wachstumsmarkt China, mit seinen rund 250.000 Gabelstaplern pro Jahr, nimmt Jungheinrich nun verstärkt in den Fokus, denn bisher bauten die Hanseaten vor allem Stapler mit Elektroantrieb. Doch die Chinesen ordern vor allem Verbrennungsmotor getriebene Stapler und so hat Jungheinrich reagiert und vor kurzem ein neues Werk in der Nähe von Shanghai in Betrieb genommen. Mehr als 10.000 Stapler können hier pro Jahr vom Band laufen, mit Elektromotor, aber auch mit Verbrennungsmotor. Und so soll sich Jungheinrichs Anteil am gigantischen China-Markt in den nächsten Jahren von wenigen tausend Fahrzeugen vervielfachen. Mit einem zusätzlichen Sortiment günstiger Produkte will man den Anteil der Fahrzeuge mit Dieselantrieb während der nächsten fünf Jahre auf zehn Prozent verdoppeln.
Doch auch Nordamerika und Russland sind lukrative Märkte, die Wachstumsraten jenseits der 5 Prozent versprechen - der Russlandbezug könnte daher auch mitverantwortlich für den Kursrutsch der letzten Wochen gewesen sein, denn hier verkauft Jungheinrich seit 1993 Stapler und ist seit 2003 mit einer Vertriebskooperation vor Ort vertreten.
Solide Geschäftsentwicklung
Nur 8 Prozent des Jahresumsatzes von 2,3 Mrd. EUR macht Jungheinrich außerhalb der EU, Tendenz stark steigend. Und man möchte in diesem Jahr bereits den Absatzrekord von 75.000 Gabelstaplern aus dem Jahr 2011 übertrumpfen. Das dritte Quartal 2013 hatte Jungheinrich noch Probleme bereitet. So musste das Unternehmen seine Prognose nach unten korrigieren und hatte Anlaufprobleme im neuen Werk Degernpoint. Davon war im ersten Quartal 2014 nichts mehr zu spüren; der Markt für Flurförderfahrzeuge wächst mit 10 Prozent in diesem Jahr und nach der starken Geschäftsentwicklung samt gestiegenen Auftragsbestand erhöhte der Lagertechnikspezialist Anfang Mai seine Ziele für das Gesamtjahr und es ist davon auszugehen, dass das Unternehmen seine Prognosen mindestens erfüllen wird. Vorstandschef Hans-Georg Frey hatte kürzlich noch erwähnt, dass es durchaus zu einer weiteren Prognoseanhebung im laufenden Jahr kommen könne.
2013 lag der Umsatz bei 2.289,78 Mio. EUR, in diesem Jahr werden 2.437,88 Mio. EUR angepeilt und 2015 schon 2.562,68 Mio. EUR. Der Gewinn je Aktie soll von 3,15 EUR im Jahr 2013 auf 3,52 EUR auf 2015 dann auf 3,97 EUR steigen, was einem 2015er KGV von knapp unter 11 entspricht. Und die Dividendenrendite für 2014 dürfte bei gut 2,3 Prozent liegen, was auch nicht zu verachten ist.
Aktienkurs ist deutlich zurückgekommen
Der Aktienkurs startete zu Jahresanfang bei rund 50 EUR und erklomm im Frühjahr bei 59 EUR seinen Hochpunkt. Seitdem geht es mit dem Kurs bergab, zuletzt beschleunigt dank der allgemeinen Talfahrt an der Börse. Und am Freitag habe ich zugeschlagen für 42,75 EUR, also fast 25 Prozent unter dem Höchstkurs. Doch schon Peter Lynch wusste: "Nur weil eine Aktie fällt, heißt das nicht, dass sie nicht noch weiter fallen kann". Daher waren für meinen Kauf die fundamentalen Daten und die Perspektiven des Unternehmens ausschlaggebend, nicht der Kursrücksetzer. Dieser bietet lediglich die Chance, die Aktien eines gut positionierten Unternehmens zu einem attraktiven Kaufpreis einzusammeln. Und sollten die vorgelegten Zahlen meine Erwartungen bestätigen (oder gar übertreffen), werde ich auf diesem Niveau noch weiter zukaufen. Denn die fundamentalen Daten berechtigen zu deutlich höheren Aktienkursen, wie auch die Kursziele einiger Analystenhäuser ebenfalls vermuten lassen (Bankhaus Lampe: 58 EUR, Warburg Research: 58 EUR, Commerzbank: 62 EUR, Hauck & Aufhäuser: 62 EUR, LBBW: 62 EUR, DZ Bank: 67 EUR). Das entsprechende Kurszielpotenzial läge also zwischen 36 und 56 Prozent.
Ich nehme Jungheinrich auf meine Empfehlungsliste.
Dabei ist der Abstand zur Nummer 2 schon recht deutlich, denn Jungheinrich verzichtet bewusst auf Übernahmen, sondern kauft allenfalls Technologie zu. Man bevorzugt organisches Wachstum und hat hier in den vergangenen Jahren mehr als 100 Mio. EUR investiert. Neben den neuen Produkten, die jetzt an den Markt kommen, setzt Jungheinrich auch ganz bewusst auf die Instandsetzung älterer Geräte. So hat kürzlich das 25.000ste Gebrauchtfahrzeug das Aufarbeitungszentrum in Dresden verlassen und die Kapazitäten sollen hier bis 2018 auf 8.000 Fahrzeuge jährlich annähernd verdoppelt werden. Nach Schätzung der Berenberg Bank fahren die Hersteller jedoch inzwischen rund 85 Prozent ihrer Gewinne mit Serviceleistungen ein und hier sind die beiden deutschen Hersteller Kion und Jungheinrich Spitze, denn bei ihnen macht der Serviceanteil bereits 40 Prozent vom Umsatz aus. Es zahlt sich eben aus, dass rund 40 Prozent der Geräte verleast werden und somit dem Jungheinrich-Service unterstehen.
Angriff auf den Boommarkt China
Den Wachstumsmarkt China, mit seinen rund 250.000 Gabelstaplern pro Jahr, nimmt Jungheinrich nun verstärkt in den Fokus, denn bisher bauten die Hanseaten vor allem Stapler mit Elektroantrieb. Doch die Chinesen ordern vor allem Verbrennungsmotor getriebene Stapler und so hat Jungheinrich reagiert und vor kurzem ein neues Werk in der Nähe von Shanghai in Betrieb genommen. Mehr als 10.000 Stapler können hier pro Jahr vom Band laufen, mit Elektromotor, aber auch mit Verbrennungsmotor. Und so soll sich Jungheinrichs Anteil am gigantischen China-Markt in den nächsten Jahren von wenigen tausend Fahrzeugen vervielfachen. Mit einem zusätzlichen Sortiment günstiger Produkte will man den Anteil der Fahrzeuge mit Dieselantrieb während der nächsten fünf Jahre auf zehn Prozent verdoppeln.
Doch auch Nordamerika und Russland sind lukrative Märkte, die Wachstumsraten jenseits der 5 Prozent versprechen - der Russlandbezug könnte daher auch mitverantwortlich für den Kursrutsch der letzten Wochen gewesen sein, denn hier verkauft Jungheinrich seit 1993 Stapler und ist seit 2003 mit einer Vertriebskooperation vor Ort vertreten.
Solide Geschäftsentwicklung
Nur 8 Prozent des Jahresumsatzes von 2,3 Mrd. EUR macht Jungheinrich außerhalb der EU, Tendenz stark steigend. Und man möchte in diesem Jahr bereits den Absatzrekord von 75.000 Gabelstaplern aus dem Jahr 2011 übertrumpfen. Das dritte Quartal 2013 hatte Jungheinrich noch Probleme bereitet. So musste das Unternehmen seine Prognose nach unten korrigieren und hatte Anlaufprobleme im neuen Werk Degernpoint. Davon war im ersten Quartal 2014 nichts mehr zu spüren; der Markt für Flurförderfahrzeuge wächst mit 10 Prozent in diesem Jahr und nach der starken Geschäftsentwicklung samt gestiegenen Auftragsbestand erhöhte der Lagertechnikspezialist Anfang Mai seine Ziele für das Gesamtjahr und es ist davon auszugehen, dass das Unternehmen seine Prognosen mindestens erfüllen wird. Vorstandschef Hans-Georg Frey hatte kürzlich noch erwähnt, dass es durchaus zu einer weiteren Prognoseanhebung im laufenden Jahr kommen könne.
2013 lag der Umsatz bei 2.289,78 Mio. EUR, in diesem Jahr werden 2.437,88 Mio. EUR angepeilt und 2015 schon 2.562,68 Mio. EUR. Der Gewinn je Aktie soll von 3,15 EUR im Jahr 2013 auf 3,52 EUR auf 2015 dann auf 3,97 EUR steigen, was einem 2015er KGV von knapp unter 11 entspricht. Und die Dividendenrendite für 2014 dürfte bei gut 2,3 Prozent liegen, was auch nicht zu verachten ist.
Aktienkurs ist deutlich zurückgekommen
Der Aktienkurs startete zu Jahresanfang bei rund 50 EUR und erklomm im Frühjahr bei 59 EUR seinen Hochpunkt. Seitdem geht es mit dem Kurs bergab, zuletzt beschleunigt dank der allgemeinen Talfahrt an der Börse. Und am Freitag habe ich zugeschlagen für 42,75 EUR, also fast 25 Prozent unter dem Höchstkurs. Doch schon Peter Lynch wusste: "Nur weil eine Aktie fällt, heißt das nicht, dass sie nicht noch weiter fallen kann". Daher waren für meinen Kauf die fundamentalen Daten und die Perspektiven des Unternehmens ausschlaggebend, nicht der Kursrücksetzer. Dieser bietet lediglich die Chance, die Aktien eines gut positionierten Unternehmens zu einem attraktiven Kaufpreis einzusammeln. Und sollten die vorgelegten Zahlen meine Erwartungen bestätigen (oder gar übertreffen), werde ich auf diesem Niveau noch weiter zukaufen. Denn die fundamentalen Daten berechtigen zu deutlich höheren Aktienkursen, wie auch die Kursziele einiger Analystenhäuser ebenfalls vermuten lassen (Bankhaus Lampe: 58 EUR, Warburg Research: 58 EUR, Commerzbank: 62 EUR, Hauck & Aufhäuser: 62 EUR, LBBW: 62 EUR, DZ Bank: 67 EUR). Das entsprechende Kurszielpotenzial läge also zwischen 36 und 56 Prozent.
Ich nehme Jungheinrich auf meine Empfehlungsliste.
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Börsenweisheit der Woche 32/2014
"Man braucht 20 Jahre, um sich einen guten Ruf aufzubauen, und nur fünf Minuten, um ihn zu verlieren. Wer das beherzigt, handelt bewusster."
(Warren Buffett)
(Warren Buffett)
Dienstag, 5. August 2014
Aurelius: Erfolg kann man (ver)kaufen
Die Beteiligungsgesellschaft Aurelius ist weiterhin sehr erfolgreich unterwegs. Nachdem in diesem Jahr bereits mehrere Zukäufe erfolgt sind, so der Schweizer Werbevermarkter Publicitas, die T-Systems-Tochter IDS, die AKAD University und zuletzt Scholl Footwear von Reckitt Benckiser, wurden auch mehrere erfolgreiche Exit-Deals durchgezogen. So wurde die Healthcare-Sparte der Tochter brightONE an T-Systems veräußert, und das Sorgenkind, die Reederei Peter Deilmann samt der MS DEUTSCHLAND, an Callista Private Equity. Und in den letzten Tagen folgten zwei weitere Verkäufe: die Aurelius-Tochter Isochem hat ihre ungarische Tochter Framochem Kft sowie deren deutsche Vertriebseinheit Isochem Deutschland GmbH an den US-Konzern VanDeMark Chemical Inc. abgegeben und heute gab man bekannt, die Schweizer Tochter connectis an die französische SPIE-Gruppe verkauft zu haben.
Viel Bewegung also im Beteiligungsportfolio der Aurelius, wobei die Exits seit 2006 durchschnittlich eine Verachtfachung des eingesetzten Kapitals erzielt haben - beim Isochem-Deal soll es dem Vernehmen nach sogar noch mehr gewesen sein. Und auch der Connectis-Exit wird sich deutlich positiv auf das Ergebnis des dritten Quartals auswirken, gab Aurelius heute bekannt, nachdem bereits das Auftaktquartal das beste der Unternehmensgeschichte war.
Interessant sind die Exits nicht nur, weil auf so die enormen stillen Reserven gehoben werden, die in den erfolgreich umstrukturierten und neu positionierten Beteiligungen schlummern, sondern weil Aurelius stets neben der regulären Basisdividende auch die Hälfte der durch die Exits erzielten Gewinne in Form einer Sonderdividende an die Aktionäre ausschüttet. Für 2013 waren so 0,70 EUR zuzüglich 0,35 EUR zusammengekommen, also insgesamt 1,05 EUR. Und für 2014 könnten diese Werte nochmals getoppt werden, denn weitere Deals sind laut Aussage von Aurelius-CEO Dr. Dirk Markus in der Pipeline. Eine Dividendenrendite von deutlich über 3 Prozent ist in Zeiten von Niedrigzinsen nicht zu verachten. Und sie wird nicht aus der Substanz ausgeschüttet, sondern wurde vom Unternehmen verdient!
Erst kürzlich hatte Aurelius sich an mehr Transparenz versucht und erstmals einen NAV (Net-Asset-Value oder Nettoinventarwert) für sein Beteiligungsportfolio veröffentlicht und mit 1.067,6 Mio. EUR angegeben, also etwa 33,70 EUR je Aktie. Das liegt etwa 20 Prozent unter dem aktuellen Börsenkurs und war vor den beiden letzten Exits. Berenberg Equity Research gibt inzwischen den fairen Wert von Aurelius mit 39,50 EUR an und geht davon aus, dass es in diesem Jahr einen Gewinnsprung von 130 Prozent geben wird auf 3,57 EUR je Aktie. Das würde einem rekordverdächtig niedrigen KGV von 7,7 entsprechen auf Basis des aktuellen Aktienkurses. Bei dem genannten Kursziel von 39,50 EUR läge es immer noch bei moderaten 11.
Umso verständlicher und betriebswirtschaftlich vernünftig ist es, dass Aurelius nun auch eigene Aktien zurückkaufen will, immerhin wollen rund 200 Mio. EUR investiert werden und der Abschlag auf den NAV ist beträchtlich - auf den fairen Wert nach Berenberg von 39,50 EUR sogar satte 36 Prozent!
Der Aktienkurs hat sich in diesem Jahr noch nicht gut entwickelt, er verdaut noch den rasanten Anstieg aus dem Vorjahr. Eine deutliche Höherbewertung der Aurelius-Aktie wäre aufgrund der positiven Ergebnisse und hervorragenden Aussichten allerdings angemessen und sollte nur eine Frage der Zeit sein. In den jüngsten Kursturbulenzen hat die Aktie jedenfalls relative Stärke bewiesen und dürfte einiges an Kurssteigerungspotenzial aufgebaut haben. Es ist davon auszugehen, dass sich dieses demnächst auch entfalten wird - die angekündigten Aktienrückkäufe dürften zusätzlich kurstreibend wirken.
Aurelius befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.
Viel Bewegung also im Beteiligungsportfolio der Aurelius, wobei die Exits seit 2006 durchschnittlich eine Verachtfachung des eingesetzten Kapitals erzielt haben - beim Isochem-Deal soll es dem Vernehmen nach sogar noch mehr gewesen sein. Und auch der Connectis-Exit wird sich deutlich positiv auf das Ergebnis des dritten Quartals auswirken, gab Aurelius heute bekannt, nachdem bereits das Auftaktquartal das beste der Unternehmensgeschichte war.
Interessant sind die Exits nicht nur, weil auf so die enormen stillen Reserven gehoben werden, die in den erfolgreich umstrukturierten und neu positionierten Beteiligungen schlummern, sondern weil Aurelius stets neben der regulären Basisdividende auch die Hälfte der durch die Exits erzielten Gewinne in Form einer Sonderdividende an die Aktionäre ausschüttet. Für 2013 waren so 0,70 EUR zuzüglich 0,35 EUR zusammengekommen, also insgesamt 1,05 EUR. Und für 2014 könnten diese Werte nochmals getoppt werden, denn weitere Deals sind laut Aussage von Aurelius-CEO Dr. Dirk Markus in der Pipeline. Eine Dividendenrendite von deutlich über 3 Prozent ist in Zeiten von Niedrigzinsen nicht zu verachten. Und sie wird nicht aus der Substanz ausgeschüttet, sondern wurde vom Unternehmen verdient!
Erst kürzlich hatte Aurelius sich an mehr Transparenz versucht und erstmals einen NAV (Net-Asset-Value oder Nettoinventarwert) für sein Beteiligungsportfolio veröffentlicht und mit 1.067,6 Mio. EUR angegeben, also etwa 33,70 EUR je Aktie. Das liegt etwa 20 Prozent unter dem aktuellen Börsenkurs und war vor den beiden letzten Exits. Berenberg Equity Research gibt inzwischen den fairen Wert von Aurelius mit 39,50 EUR an und geht davon aus, dass es in diesem Jahr einen Gewinnsprung von 130 Prozent geben wird auf 3,57 EUR je Aktie. Das würde einem rekordverdächtig niedrigen KGV von 7,7 entsprechen auf Basis des aktuellen Aktienkurses. Bei dem genannten Kursziel von 39,50 EUR läge es immer noch bei moderaten 11.
Umso verständlicher und betriebswirtschaftlich vernünftig ist es, dass Aurelius nun auch eigene Aktien zurückkaufen will, immerhin wollen rund 200 Mio. EUR investiert werden und der Abschlag auf den NAV ist beträchtlich - auf den fairen Wert nach Berenberg von 39,50 EUR sogar satte 36 Prozent!
Der Aktienkurs hat sich in diesem Jahr noch nicht gut entwickelt, er verdaut noch den rasanten Anstieg aus dem Vorjahr. Eine deutliche Höherbewertung der Aurelius-Aktie wäre aufgrund der positiven Ergebnisse und hervorragenden Aussichten allerdings angemessen und sollte nur eine Frage der Zeit sein. In den jüngsten Kursturbulenzen hat die Aktie jedenfalls relative Stärke bewiesen und dürfte einiges an Kurssteigerungspotenzial aufgebaut haben. Es ist davon auszugehen, dass sich dieses demnächst auch entfalten wird - die angekündigten Aktienrückkäufe dürften zusätzlich kurstreibend wirken.
Aurelius befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.
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Montag, 4. August 2014
Börsenweisheit der Woche 31/2014
"Ein guter Anzug und ein maßgeschneidertes Hemd können sogar aus einem Börsianer einen Gentleman machen."
(Oscar Wilde)
(Oscar Wilde)
Montag, 28. Juli 2014
Montag, 21. Juli 2014
Börsenweisheit der Woche 29/2014
"Value Investoren sollten bei den hässlichen, versteckten und unbeliebten Aktien suchen."
(Bruce Greenwald)
(Bruce Greenwald)
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Montag, 14. Juli 2014
Deutsche Rohstoff AG beschließt Aktienrückkauf
Kürzlich hatte ich ausführlich über die Deutsche Rohstoff AG berichtet und sie auf meine Empfehlungsliste genommen. Nachdem große Abwertungen den Jahresabschluss 2013 ins Minus gedrückt hatten, war eine Dividendenausschüttung für die erheblichen Mittel aus dem Tekton-Deal nicht mehr zulässig. Heute hat die DRAG nun ihre Pläne für ein Aktienrückkaufprogramm vorgestellt.
Insgesamt sollen eigene Aktien mit einem Volumen von bis zu 5 Mio. EUR zurückgekauft werden und zwar über die Börse. Das entspricht rund 250.000 Aktien bei zugrundelegen des Schlusskurses von Freitag. Die Rückkäufe beginnen ab 16. Juli und enden spätestens zum Jahresende. Dabei darf "für die zurückgekauften Aktien der Kaufpreis je erworbener Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) den nicht gewichteten durchschnittlichen Schlusskurs der Aktien der Gesellschaft im elektronischen Handel an der Frankfurter Wertpapierbörse an den letzten drei Börsenhandelstagen vor der Begründung der Verpflichtung zum Erwerb der Aktien um nicht mehr als 10% über- oder unterschreiten" und es dürfen "an einem Tag nicht mehr als 25 % des durchschnittlichen täglichen Aktienumsatzes an der Börse erworben werden", heißt es. Man ist sich also durchaus der kurststeigernden Wirkung dieser Aktienrückkäufe bewusst und genau dies ist ja auch der Zweck der Maßnahme. Man möchte durch die Verknappung der Aktienzahl den Aktionären einen Teil der erzielten Verkaufserlöse aus dem Tekton-Deal zukommen lassen und den Kurs stützen und steigern. Der Freudensprung, den der Aktienkurs heute macht, dürfte erst der Anfang sein.
Entscheidend für die mittel- und langfristige Unternehmens- und Kursentwicklung bleibt aber, wie die DRAG die noch immer reichlich vorhandenen Mittel investieren will. Schwerpunkt soll ja die Exploration von Öl- und Gasvorkommen (in den USA) sein.
Die Deutsche Rohstoff AG befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.
Insgesamt sollen eigene Aktien mit einem Volumen von bis zu 5 Mio. EUR zurückgekauft werden und zwar über die Börse. Das entspricht rund 250.000 Aktien bei zugrundelegen des Schlusskurses von Freitag. Die Rückkäufe beginnen ab 16. Juli und enden spätestens zum Jahresende. Dabei darf "für die zurückgekauften Aktien der Kaufpreis je erworbener Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) den nicht gewichteten durchschnittlichen Schlusskurs der Aktien der Gesellschaft im elektronischen Handel an der Frankfurter Wertpapierbörse an den letzten drei Börsenhandelstagen vor der Begründung der Verpflichtung zum Erwerb der Aktien um nicht mehr als 10% über- oder unterschreiten" und es dürfen "an einem Tag nicht mehr als 25 % des durchschnittlichen täglichen Aktienumsatzes an der Börse erworben werden", heißt es. Man ist sich also durchaus der kurststeigernden Wirkung dieser Aktienrückkäufe bewusst und genau dies ist ja auch der Zweck der Maßnahme. Man möchte durch die Verknappung der Aktienzahl den Aktionären einen Teil der erzielten Verkaufserlöse aus dem Tekton-Deal zukommen lassen und den Kurs stützen und steigern. Der Freudensprung, den der Aktienkurs heute macht, dürfte erst der Anfang sein.
Entscheidend für die mittel- und langfristige Unternehmens- und Kursentwicklung bleibt aber, wie die DRAG die noch immer reichlich vorhandenen Mittel investieren will. Schwerpunkt soll ja die Exploration von Öl- und Gasvorkommen (in den USA) sein.
Die Deutsche Rohstoff AG befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.
Dienstag, 8. Juli 2014
Steico: groß(artig) in der Nische
Die Steico SE ist ein deutscher Hidden Champion, ein Unternehmen, das ich seit Jahren auf meiner Empfehlungsliste habe und das sich kontinuierlich nach oben arbeitet, sowohl was die Unternehmensentwicklung als auch den Aktienkurs angeht. Das Unternehmen "ist ein Systemanbieter für ökologische Baustoffe in den Bereichen Dämmung und Konstruktion. Zudem liefert die Gesellschaft dem Holzgroßhandel und der Möbelindustrie Teile zu. Zum Kerngeschäft gehören die Produktion und der Vertrieb von Faserprodukten auf Basis nachwachsender Rohstoffe. Zum Sortiment zählen neben dem Kerngeschäft der Holzfaser-Dämmstoffe Stegträger als konstruktive Bauelemente sowie Furnierschichtholz als Handelsware", so die unternehmenseigene Präsentation.
Steico ist weltweit der größte Hersteller von holzfaserbasierten Dämmstoffen mit einem europäischen Marktanteil von 50% und damit in einem absoluten Wachstumsmarkt tätig, denn der Klimawandel zwingt auch Deutschland zu sauberer Energienutzung und Energieeinsparung. Der weitaus größte Effekt kann durch den Ersatz maroder Bausubstanz erreicht werden bzw. durch das Nachrüsten alter Gebäude mit moderner Dämmtechnik. Denn Energieverbräuche zu reduzieren ist immer noch besser, als (viel) saubere Energie produzieren zu müssen. Seitens der Regierung wird denn auch einiges getan, um deutsche Immobilienbesitzer über Fördermittel und -programme zur Wärmedämmung zu ermutigen.
Nun ist Steico nicht ein weiterer Anbieter der typischen Wärmeverbundsysteme, die man am Markt relativ günstig einkaufen kann. Steico setzt auf ökologische Materialien und damit auf ein höherpreisiges Segment. Die Nachfrage der Bauherren ist daher geringer als nach den klassischen Wärmeverbundsystemen. Doch das ändert sich gerade. Denn diese typischen Systeme haben erhebliche Nachteile: sie kommen mit Feuchtigkeit nicht gut klar und schimmeln bzw. werden von Pilzen befallen, was dazu führt, dass sie mit hochgiftigen Stoffen beschichtet werden, die ansonsten nirgndwo mehr eingesetzt werden dürfen. Und obwohl diese Gifte "gebunden" sind, werden sie doch ausgewaschen und gelangen so ins Grundwasser, nachdem sie die Fassade heruntergelaufen sind. Wenig erbauliche Vorstellung, zumal höchst krebserregend. Und ein weiterer Nachteil ist, dass diese Wärmeverbundsysteme ganz überwiegend auf Styropor u.ä. basieren, und es hier vermehrt zu Brandproblemen kommt. Denn wenn das Zeug erst einmal Feuer gefangen hat, ist es kaum mehr zu löschen. Immer mehr Experten raten daher von der Verwendung dieser Systeme ab, die Feuerversicherungen machen ebenfalls Druck. Es ist also abzusehen, dass die bisherigen Standardlösungen in der jetzigen Form keine Zukunftsperspektive haben - Alternativen, und zwar aktuell verfügbare - werden gesucht. Und gefunden. Bei Steico.
Steico selbst investiert kräftig in die Zukunft. Nachdem das neue Werk ans Netz gegangen ist, steigen die Margen, die EBITDA-Marge auf 12,0% (Vorjahr 11,4%) und die EBIT-Marge auf 4,3% (Vorjahr 2,6%). Und da geht noch mehr. So sollen rund 60 Mio. EUR in zwei neue Produktionslinien gesteckt werden, wobei die eine weitere Holzfaser-Dämmplatten produzieren soll, um das weitere Wachstum voranzutreiben, während die zweite Furnierschichtholz erzeugen soll. Dieses bietet Steico bisher als reiner Reseller an und möchte die Herstellung künftig in Eigenregie vornehmen, um seine Fertigungstiefe zu verbessern. CEO Meyer erwartet hierdurch eine "signifikante Erhöhung der Margen". Hilfreich ist hierbei auch, dass die neue Fabrik am Standort Czarna Woda (PL) in einer Sonderwirtschaftszone liegt, wodurch Steico 10 Jahre lang von den polnischen Ertragssteuern befreit ist.
Für die kommenden Jahre rechnet Firmenchef Meyer mit einem durchschnittlichen Wachstum von 10% p.a. aus eigener Kraft. Darüber hinaus seien auch Akquisitionen denkbar. Derzeit produziert Steico mit insgesamt 900 Mitarbeitern an drei Standorten in Polen und in Frankreich, wobei etwa zwei Drittel des Umsatzes auf das Ausland entfallen. Den Startschuss für die Furnierholz-Produktionsanlage wurde jüngst gegeben und auch die Finanzierung für das Projekt ist bereits gesichert.
Im ersten Quartal lief es jedenfalls schon mal mehr als rund für Steico, denn es war das beste Auftaktquartal der Unternehmensgeschichte, sowohl hinsichtlich des Umsatzes als auch des Ergebnisses. Beim aktuellen Börsenkurs von knapp 7 EUR liegt die Marktkapitalisierung bei etwas über 90 Mio. EUR und damit leicht unter dem Buchwert des Unternehmens. Die Eigenkapitalquote betrug stolze 68% - vor Berücksichtigung der neuen Investitionen und der hierfür aufgenommenen Investitionskredite.
Fazit
Mit einem KGV für 2014 von etwa 16 und für 2015 von etwa 13 ist das Unternehmen nicht zu teuer bewertet und die erwartete Verbesserung der Margen dürfte hier noch zusätzlichen Bewertungsspielraum und somit Wertsteigerungspotenzial bieten. Wovon der Aktienkurs auch künftig weiterhin profitieren und den Steico-Aktionären unaufgeregte Steigerungen bieten sollte.
Steico ist weltweit der größte Hersteller von holzfaserbasierten Dämmstoffen mit einem europäischen Marktanteil von 50% und damit in einem absoluten Wachstumsmarkt tätig, denn der Klimawandel zwingt auch Deutschland zu sauberer Energienutzung und Energieeinsparung. Der weitaus größte Effekt kann durch den Ersatz maroder Bausubstanz erreicht werden bzw. durch das Nachrüsten alter Gebäude mit moderner Dämmtechnik. Denn Energieverbräuche zu reduzieren ist immer noch besser, als (viel) saubere Energie produzieren zu müssen. Seitens der Regierung wird denn auch einiges getan, um deutsche Immobilienbesitzer über Fördermittel und -programme zur Wärmedämmung zu ermutigen.
Nun ist Steico nicht ein weiterer Anbieter der typischen Wärmeverbundsysteme, die man am Markt relativ günstig einkaufen kann. Steico setzt auf ökologische Materialien und damit auf ein höherpreisiges Segment. Die Nachfrage der Bauherren ist daher geringer als nach den klassischen Wärmeverbundsystemen. Doch das ändert sich gerade. Denn diese typischen Systeme haben erhebliche Nachteile: sie kommen mit Feuchtigkeit nicht gut klar und schimmeln bzw. werden von Pilzen befallen, was dazu führt, dass sie mit hochgiftigen Stoffen beschichtet werden, die ansonsten nirgndwo mehr eingesetzt werden dürfen. Und obwohl diese Gifte "gebunden" sind, werden sie doch ausgewaschen und gelangen so ins Grundwasser, nachdem sie die Fassade heruntergelaufen sind. Wenig erbauliche Vorstellung, zumal höchst krebserregend. Und ein weiterer Nachteil ist, dass diese Wärmeverbundsysteme ganz überwiegend auf Styropor u.ä. basieren, und es hier vermehrt zu Brandproblemen kommt. Denn wenn das Zeug erst einmal Feuer gefangen hat, ist es kaum mehr zu löschen. Immer mehr Experten raten daher von der Verwendung dieser Systeme ab, die Feuerversicherungen machen ebenfalls Druck. Es ist also abzusehen, dass die bisherigen Standardlösungen in der jetzigen Form keine Zukunftsperspektive haben - Alternativen, und zwar aktuell verfügbare - werden gesucht. Und gefunden. Bei Steico.
Steico selbst investiert kräftig in die Zukunft. Nachdem das neue Werk ans Netz gegangen ist, steigen die Margen, die EBITDA-Marge auf 12,0% (Vorjahr 11,4%) und die EBIT-Marge auf 4,3% (Vorjahr 2,6%). Und da geht noch mehr. So sollen rund 60 Mio. EUR in zwei neue Produktionslinien gesteckt werden, wobei die eine weitere Holzfaser-Dämmplatten produzieren soll, um das weitere Wachstum voranzutreiben, während die zweite Furnierschichtholz erzeugen soll. Dieses bietet Steico bisher als reiner Reseller an und möchte die Herstellung künftig in Eigenregie vornehmen, um seine Fertigungstiefe zu verbessern. CEO Meyer erwartet hierdurch eine "signifikante Erhöhung der Margen". Hilfreich ist hierbei auch, dass die neue Fabrik am Standort Czarna Woda (PL) in einer Sonderwirtschaftszone liegt, wodurch Steico 10 Jahre lang von den polnischen Ertragssteuern befreit ist.
Für die kommenden Jahre rechnet Firmenchef Meyer mit einem durchschnittlichen Wachstum von 10% p.a. aus eigener Kraft. Darüber hinaus seien auch Akquisitionen denkbar. Derzeit produziert Steico mit insgesamt 900 Mitarbeitern an drei Standorten in Polen und in Frankreich, wobei etwa zwei Drittel des Umsatzes auf das Ausland entfallen. Den Startschuss für die Furnierholz-Produktionsanlage wurde jüngst gegeben und auch die Finanzierung für das Projekt ist bereits gesichert.
Im ersten Quartal lief es jedenfalls schon mal mehr als rund für Steico, denn es war das beste Auftaktquartal der Unternehmensgeschichte, sowohl hinsichtlich des Umsatzes als auch des Ergebnisses. Beim aktuellen Börsenkurs von knapp 7 EUR liegt die Marktkapitalisierung bei etwas über 90 Mio. EUR und damit leicht unter dem Buchwert des Unternehmens. Die Eigenkapitalquote betrug stolze 68% - vor Berücksichtigung der neuen Investitionen und der hierfür aufgenommenen Investitionskredite.
Fazit
Mit einem KGV für 2014 von etwa 16 und für 2015 von etwa 13 ist das Unternehmen nicht zu teuer bewertet und die erwartete Verbesserung der Margen dürfte hier noch zusätzlichen Bewertungsspielraum und somit Wertsteigerungspotenzial bieten. Wovon der Aktienkurs auch künftig weiterhin profitieren und den Steico-Aktionären unaufgeregte Steigerungen bieten sollte.
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Montag, 7. Juli 2014
Börsenweisheit der Woche 27/2014
"Wie lange sollten Sie eine Aktie halten? So lange, wie die guten Dinge, die Sie auf das Unternehmen aufmerksam gemacht haben, immer noch da sind."
(Philip Carret)
(Philip Carret)
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Philip Carret
Montag, 30. Juni 2014
Börsenweisheit der Woche 26/2014
"Das Verhältnis von Wirtschaft und Börse ist wie das eines Mannes auf einem Spaziergang mit seinem Hund. Der Mann (Wirtschaft) geht stetig voran, der Hund (Börse) rennt vor und zurück."
(André Kostolany)
(André Kostolany)
Mittwoch, 25. Juni 2014
Gewinne mitnehmen bei der Dresdner Factoring AG
Im Februar 2012 hatte ich die Aktien der Dresdner Factoring AG zum Kauf empfohlen und die Performance kann sich sehen lassen. Nach zwischenzeitlich zwei Übernahmeangeboten hat sich der Kurs seit geraumer Zeit zwischen 9 und 11 EUR eingependelt, und sich seit meiner Empfehlung zeitweilig mehr als verdreifacht.
Der Bericht zur Hauptversammlung gibt den aktuellen Stand des Unternehmens sehr gut wieder: nach wie vor ist die DFAG erfolgreich am Markt unterwegs, leidet aber unter Margendruck und weist inzwischen mit einem KGV von gut 16 keine zwingend günstigen Bewertungskriterien mehr auf. Für 2013 erhalten die Aktionäre auch keine Dividende und für nächstes Jahr geht man von 20 Cents je Anteilsschein aus. Magere 2 Prozent also für einen ehemaligen Dividendenstar.
Auch wenn das Unternehmen in einem interessanten Markt erfolgreich unterwegs und die Bewertung nicht völlig überteuert ist, verbleibt auf dem derzeitigen Niveau weniger Potenzial als in der Vergangenheit. Zeit, die Gewinne mitzunehmen und woanders für sich arbeiten zu lassen. Ich streiche daher die DFAG nach knapp zweieinhalb Jahren mit rund 196 Prozent Zuwachs von meiner Empfehlungsliste.
Der Bericht zur Hauptversammlung gibt den aktuellen Stand des Unternehmens sehr gut wieder: nach wie vor ist die DFAG erfolgreich am Markt unterwegs, leidet aber unter Margendruck und weist inzwischen mit einem KGV von gut 16 keine zwingend günstigen Bewertungskriterien mehr auf. Für 2013 erhalten die Aktionäre auch keine Dividende und für nächstes Jahr geht man von 20 Cents je Anteilsschein aus. Magere 2 Prozent also für einen ehemaligen Dividendenstar.
Auch wenn das Unternehmen in einem interessanten Markt erfolgreich unterwegs und die Bewertung nicht völlig überteuert ist, verbleibt auf dem derzeitigen Niveau weniger Potenzial als in der Vergangenheit. Zeit, die Gewinne mitzunehmen und woanders für sich arbeiten zu lassen. Ich streiche daher die DFAG nach knapp zweieinhalb Jahren mit rund 196 Prozent Zuwachs von meiner Empfehlungsliste.
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