Montag, 26. März 2018

Börsenweisheit der Woche 13/2018

"Kursgewinne entstehen zwischen dem Kauf und dem Verkauf von Wertpapieren. Sonst machst du was falsch."
(Michael C. Kissig)

Mittwoch, 21. März 2018

WashTec: Gewaschen wird immer…

Die Börsen befinden sich in Turbulenzen, so viel ist mal sicher. Ob es sich um den von einigen herbeigeredeten Crash handelt, wird sich erst noch zeigen. Zumindest handelt es sich um eine deutliche Korrektur, denn der DAX gab innerhalb weniger Tage um mehr als 10 Prozent ab.

Einige Mahner weisen darauf hin, dass sich die Börsen seit neun Jahren in einem anhaltenden Kursaufschwung befänden, der ohne nennenswerte Korrekturen ausgekommen sei. Und daher wäre die Zeit einfach reif für einen Crash. Da ist etwas dran. Doch bei näherer Betrachtung nicht wirklich viel. Denn schaut man auf den Verlauf des DAX seit dem Tiefpunkt der Finanzkrise im Jahr 2009, dann findet man in dieser Zeit schnell eine ganze Reihe von scharfen Rücksetzern und in vier Phasen waren diese sogar bemerkenswert: im Sommer 2011 verlor der DAX zwischen Hoch- und Tiefpunkt 34 Prozent und während der zehnmonatigen Korrekturphase von April 2015 bis Februar 2016 ebenfalls knapp 30 Prozent. Und auch die beiden mehrwöchigen Einbrüche im Sommer 2012 und im Herbst 2014 mit jeweils rund 17,5 Prozent waren durchaus spürbare Korrekturen, die mit panikartigen Verkaufswellen einher gingen.

Darüber hinaus gibt es Marktbeobachter, die Börsenphasen nicht vom jeweiligen Tiefpunkt aus berechnen, sondern ab dem Zeitpunkt, als der Index sein vormaliges Hoch überschritt. Für den DAX würde dies bedeuten, dass er erst im Jahr 2013 seine Vorkrisenhöchststände bei 8.000 Punkten überwurden hätte und wir uns nach dieser Lesart erst seit fünf Jahren in einem Bullenmarkt befänden. Was wiederum eine vergleichsweise kurze Zeitspanne wäre und auch unter diesem Aspekt noch keinen Crash als „zwingend erforderlich“ an die Wand malen würde.

[Kissigs Börsenlexikon] Price-Earnings-Growth-Ratio

Das Price-Earnings-Growth-Ratio (PEG) soll dem traditionellen KGV Dynamik einhauchen (es wird daher auch 'Dynamisches KGV' genannt). Es setzt das KGV ins Verhältnis zum Gewinnwachstum und macht es so zum Kurs-Gewinn-Wachstum-Verhältnis. Als fairer Wert gilt ein PEG von eins, denn dann ist das KGV genauso hoch wie das durchschnittliche Ertragswachstum des Unternehmens. Je kleiner also das PEG, desto günstiger ist der Aktienkurs.

Schnell wachsende Technologiefirmen weisen meist ein deutlich höheres KGV auf als Standardwerte; sie sind daher über das PEG besser zu bewerten. Denn ähnlich wie das KGV greift auch das PEG auf den Gewinn je Aktie zurück. Allerdings nicht auf den eines bestimmten Jahres, sondern auf die Gewinn mehrerer Jahre. Meist gibt es genügend Vergangenheits- und Zukunftsdaten und je länger die gewählte Zahlenreihe ist, desto valider wird das Ergebnis - allerdings stehen die zukünftigen Ergebnisse nur als Schätzungen zur Verfügung, während die Angaben aus den vergangenen Jahren den Geschäftsberichten zu entnehmen sind. Je weiter also die geschätzten Ergebnisse in die Zukunft reichen, desto unsicherer wird die Prognose...

Montag, 19. März 2018

Börsenweisheit der Woche 12/2018

"Der Markt ist ein Pendel, das für immer zwischen unhaltbarem Optimismus (der Aktien zu teuer macht) und ungerechtfertigtem Pessimismus (der sie zu billig macht) schwankt. Der intelligente Investor ist ein Realist, der an Optimisten verkauft und von Pessimisten kauft."
(Jason Zweig)

Mittwoch, 14. März 2018

Megatrend Lagerlogistik: Mit Jungheinrich und KION vollautomatisch mitverdienen

Die Anlagephilosophie von Peter Lynch lässt sich in einem Satz zusammenfassen: "Kaufe, was du kennst". Lynch war der erfolgreichste Fondsmanager der 1980er Jahre und übernahm mit nur 33 Jahren den Magellan-Fonds. Dieser wurde das Flaggschiff von Fidelity, da es Lynch gelang, Jahr um Jahr deutlich bessere Renditen einzufahren, als der Gesamtmarkt. Mit Mitte 50 zog er sich dann aus dem aktiven Fondsmanagement zurück und verfasste Bücher über sein Lieblingsthema. Am bekanntesten ist "Der Börse einen Schritt voraus", in dem er den Anlegern rät, mit offenen Augen durchs Leben zu gehen und auf die Trends in ihrer Umgebung zu achten. So entdeckte er Gilette, den ersten Wegwerfrasierer der Welt. Weil immer mehr Menschen in seiner Umgebung diese Rasierer kauften, erkannte Lynch das große Potenzial. Und kaufte nicht nur selbst die praktischen Rasierer, sondern vorher gleich noch eine große Menge Gilette-Aktien.

Nun könnte man sagen, dass so ein Trend rückwirkend leicht zu erkennen ist, in der Vorausschau dies aber sehr viel schwerer gelingt. Klar, ist so. Wie Mark Twain schon anmerkte, sind Prognosen immer schwierig, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen. Trotzdem ist es möglich, man muss noch nicht einmal ein Experte sein. Schauen wir mal auf Smartphones. Spätestens als das Iphone auf den Markt kam und plötzlich jeder eines haben wollte, als sich endlose Schlangen vor den Apple-Stores bildeten und die Menschen sogar tagelang vor diesen kampierten, nur um eines der Geräte kaufen zu können, da konnte jeder erkennen, dass hier ein neuer Megatrend ins Rollen kam. Der erste Schritt war also getan, der zweite ist allerdings schon schwieriger.

Montag, 12. März 2018

Börsenweisheit der Woche 11/2018

"Diversifikation begünstigt die Ignoranz."
(William O'Neil)

Dienstag, 6. März 2018

Covestro: Hier stimmt die Chemie einfach...

Es war einmal ein deutscher Chemiekonzern, der wollte sich vom hässlichen Entlein zum schönen Schwan wandeln. Also begann er, vermeintlich hässliche Teilbereiche abzuspalten, um vom Chemiekonzern zu einem Life-Science-Unternehmen zu werden. Und dies ist seine Geschichte. Obwohl er eigentlich gar nicht die Hauptrolle in unserem Börsenmärchen spielt…

Die Rede ist natürlich von Bayer und nachdem bereits im Jahr 2004 die ehemalige Polymersparte abgespalten und später unter dem Namen Lanxess an die Börse gebracht wurde, folgte im Herbst 2015 die auf Kunststoffe spezialisierte Sparte MaterialScience, die heute unter dem Namen Covestro im Mittelstandsindex MDAX notiert.

Und sowohl Lanxess als auch Covestro laufen seit ihrer Eigenständigkeit der Bayer-Aktie den Rang ab. Was Börsenkenner allerdings nicht wirklich verwundert, denn Spin-offs sind überwiegend erfolgreich. Obwohl man eigentlich denken sollte, dass so eine Abspaltung eines großen Konzerns keine aussichtsreiche Zukunft haben dürfte, da der Konzern ansonsten diese Sparte ja selbst behalten hätte. Doch die Gründe für die Abspaltung können vielfältig sein und daher sollte man sich von diesem Vorurteil lösen und sich lieber das neue Unternehmen separat anschauen.

Montag, 5. März 2018

Börsenweisheit der Woche 10/2018

"Die meisten Leute verdienen an der Börse kein Geld, weil sie dem Gefühl den Vortritt vor dem Verstand lassen."
(Wieland Staud)

Mittwoch, 28. Februar 2018

Leoni: Kabelsalat war gestern...

Deutschland lebt von seinem breit aufgestellten Mittelstand und weltweit werden wir hierfür beneidet. Diese „Unternehmen aus der zweiten Reihe“ sind oftmals unbekannt, auch wenn sie sich in ihren Nischen führende Positionen im Weltmarkt erobert haben und wir immer wieder mit ihren Produkten in Berührung kommen, ohne dies immer auch zu wissen.

Schaut man in Deutschland auf die Börse, ist fast nur vom DAX die Rede. Dabei ist sein kleinerer Bruder, der MDAX für die Mid Caps eigentlich viel interessanter. Er weist seit Jahren eine bessere Rendite auf als der DAX und viel DAX-Unternehmen waren lange Zeit Mitglied des MDAX, bevor sie in die erste Index-Liga aufstiegen. Schaut man auf den Kursverlauf solcher Werte wie Lanxess oder Pro7Sat1 stellt man schnell fest, dass sie in ihrer Zeit im MDAX eine beeindruckende Entwicklung vorzuweisen haben, während sie nach Aufnahme in den DAX eher durchwachsen performt haben. Es lohnt sich also ein genauerer Blick auf die MDAX-Werte, zumal viele von ihnen auch schon Milliardenwerte auf die Börsenwaage bringen und somit weit entfernt von kleinen Nebenwerten sind. Und mit genau so einem Nischenwert mit rund 2 Milliarden Euro Börsenkapitalisierung haben wir es bei Leoni zu tun.

Dienstag, 27. Februar 2018

MBB reduziert bei Aumann und nimmt neue Übernahmeziele ins Visier

Die mittelständische Beteiligungsgesellschaft MBB SE hatte kürzlich ihre vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2017 präsentiert und diese beinhalten auch die Zahlen ihrer beiden börsennotierten Töchter Aumann und Delignit. Im Rahmen dieses Zahlenwerks gab MBB auch seine Planungen für den Gewinne für 2018 aus, der zwischen 2,60 und 2,80 Euro je Aktie liegen soll. Naja, sollte, denn nun reduzierte MBB diesen Ausblick wieder. Allerdings nicht aufgrund schlecht laufender Geschäfte, sondern wegen des Anteilsverkaufs bei Aumann. Und was zunächst einmal negativ klingt, ist bei genauerer Betrachtung das Gegenteil, nämlich der Treibsatz zur Zündung der nächsten Raketenstufe.

Montag, 26. Februar 2018

Börsenweisheit der Woche 09/2018

"Die Leidenschaft des Geldmachens beherrscht alle anderen Leidenschaften."
(Alexis Clérel de Tocqueville)

Freitag, 23. Februar 2018

Aumann und Delignit mit starken Zahlen - zündet MBB bald wieder die Rakete?

Die mittelständische Beteiligungsgesellschaft MBB SE war zuletzt etwas aus dem Fokus der Anleger verschwunden, nachdem der Kurs im letzten geradezu explodiert war. Und das lag vor allem an der börsennotierten Beteiligung Aumann AG, an der MBB knapp 50% der Anteile hält. Aumann ist aus dem Zusammenschluss der MBB Fertigungstechnik mit der Aumann GmbH hervorgegangen und wurde im Anschluss von MBB als eigenständiges Unternehmen an die Börse geführt. Mit den frischen Mitteln aus dem Börsengang expandiert Aumann seitdem stark. Denn man ist ein weltweit führender Hersteller von innovativen Spezialmaschinen und automatisierten Fertigungslinien mit Fokus auf Elektromobilität. Das Unternehmen verbindet einzigartige Wickeltechnologie zur hocheffizienten Herstellung von Elektromotoren mit jahrzehntelanger Automatisierungserfahrung, insbesondere in der Automobilindustrie.

Doch im vergangenen Herbst kam die Ernüchterung: Aumann musste kleinere Brötchen backen, was den Gewinn angeht. Denn aufgrund der starken Nachfrage arbeitete man unter Vollauslastung und sah sich gezwungen, die Kapazitäten schnell zu erweitern. Was natürlich zunächst einmal Kosten verursachte für Investitionen und zusätzliches personal. Und da Aumann bei der MBB in der Bilanz konsolidiert wird, führte dies auch bei MBB zu einer Umsatz- und Gewinnwarnung. Und einem empfindlichen Kursrücksetzer.

Doch dieses Ungemach scheint vergessen. Aumann legte seine vorläufigen Zahlen für 2017 vor und die wussten zu überzeugen:

Donnerstag, 22. Februar 2018

Mutares: Nicht nur Personalquerelen sorgen für erhöhtes Risiko

Der Sanierungsspezialist Mutares könnte nun selbst zum Sanierungsobjekt werden. Denn gestern Abend gab das Unternehmen eine Ad-hoc-Meldung heraus, wonach der bis Ende 2018 laufende Vorstandsvertrag von Gründer und Großaktionär Dr. Axel Geuer nicht verlängert würde. Das Unternehmen betonte hingegen, die Verträge mit den Vorständen Mark Friedrich (CFO), Dr. Kristian Schleede und Dr. Wolf Cornelius langfristig verlängert zu haben. Und auch mit Co-Gründer und Großaktionär Robin Laik, wie man in einer zweiten Ad-hoc Meldung noch nachschob. Soweit eigentlich nichts Dramatisches, aber dennoch birgt die Meldung einigen Sprengstoff... denn man hat mit sofortiger Wirkung Dr. Axel Geuer als Vorstand abberufen. Und nicht ein Wort der Anerkennung oder der guten Wünsche für die Zukunft haben Vorstand und Aufsichtsrat für ihren Gründer und Kollegen übrig. Das könnte bittere Folgen für das Unternehmen haben. Und seine Aktionäre...

Montag, 19. Februar 2018

Andere Ansichten zur verpassten Chance bei der TTL Beteiligungs- und Grundbesitz AG

Die TTL Beteiligungs- und Grundbesitz AG hat ihren Geschäftsbericht für Geschäftsjahr 2017 vorgelegt und Gereon Kruse hat sich auf boersengefluester.de damit auseinandergesetzt.
"Mit Theo Reichert (CEO) und Thomas Grimm (CFO) gibt es mittlerweile ein professionelles Management. Schmidt zieht derweil die Strippen über seine – ohnehin bevorzugte – Position im Aufsichtsrat. 
Die Aufbauarbeit spiegelt sich auch in der Gewinn- und Verlustrechnung wider: Immerhin weist TTL für 2017 einen Überschuss von gut 860.000 Euro aus, wovon rund 525.000 Euro auf die Aktionäre der TTL entfallen. Mit Abstand größter Ergebnisbringer war dabei die GEG Group mit einem Beitrag von etwa 900.000 Euro, auf die DIC Capital Partners (Europe) entfallen rund 300.000 Euro. Die Differenz zum Gewinn ist in erster Linie auf Beratungskosten und Personalaufwendungen zurückzuführen. Positiv sticht die im beinahe ausschließlich durch Eigenkapital sowie die Ende 2017 emittierten Wandelanleihe unterlegte Finanzierung von TTL hervor. Den für das laufende Jahr zu erwartenden Überschuss, setzt das Unternehmen – „bei konservativer Schätzung“ – leicht oberhalb des Niveaus von 2017 an. 
Wahrscheinlich ist allerdings, dass das Ergebnis je Aktie nicht entsprechend mitzieht, da sich die Zahl der umlaufenden Aktien bereits ab Mitte 2018 aus der jüngst emittierten Wandelanleihe (mit einem niedrigen Wandlungspreis 2,60 Euro) von derzeit 14.133.333 um bis zu 3.475.000 Stück erhöhen dürfte."
An den Zahlen gibt es nichts auszusetzen; Gereon Kruse bemängelt jedoch, dass von Seiten des Vorstands bzw. der "Machers" Prof. Dr. Gerhard Schmidt keinerlei Erläuterungen zum Zahlenwerk abgegeben wurden. Dies wäre hilfreich gewesen, um dem Aktienkurs wieder auf die Sprünge zu helfen, nachdem dieser rasant auf über 4 Euro durchgestartet, zuletzt aber wieder auf knapp 3,25 Euro zurückgekommen war. Ich denke allerdings, dass Schmidt (noch) gar kein Interesse an steigenden Aktienkursen haben dürfte.

Zahlen & Mehr: KAP, PEH Wertpapier

In der Rubrik "Zahlen & Mehr" gehe ich kurz auf aktuelle Unternehmensmeldungen ein und bewerte diese im Hinblick auf meinen Investmentcase.

KAP Beteiligungs-AG
Das Unternehmen hat seine vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2017 präsentiert und konnte Zuwächse sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis vermelden. Auf bereinigter Basis ergaben sich Steigerungen von 6% beim Konzernumsatz (409 Mio. Euro nach 386 Mio. im Vorjahr) und beim Konzernbetriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) konnte zum zweiten Mal in Folge eine Steigerung um mehr als 50% erzielt werden. Das EBIT lag 2017 bei 20,2 Mio. Euro (Vorjahr 12,9 Mio.) und damit nochmals deutlich über dem Ausblick des 2. Zwischenberichts von November 2017, als man noch von einem EBIT in Höhe von 16,5 Mio. Euro (bereinigt) ausging.

Börsenweisheit der Woche 08/2018

"Die Finanzminister und die Bankiers haben eins gemeinsam. Sie leben von anderer Leute Geld. Die Bankiers haben nur die unangenehme Aufgabe, es wieder zurückzuzahlen."
(Hermann Josef Abs)

Mittwoch, 14. Februar 2018

Doppelte Spannung bei Hornbach

Deutschland geht es wirtschaftlich hervorragend und die Bürger merken dies am ehesten an den seit Jahren explodierenden Baulandpreisen und Mieten. Und das ist eine schier unglaubliche Entwicklung, denn vor zehn Jahren begannen die Immobilienpreise weltweit abzustürzen, als die Immobilienblase in den USA platzte. In ihrer Folge gerieten reihenweise Häuslebauer in Zahlungsschwierigkeiten und auch die kreditgebenden Banken rutschten in existenzbedrohende Nöte. Am Ende mussten es die Staaten richten über Garantien und Geldspritzen. Und während sich die Banken in den USA inzwischen vollständig erholt haben von der Krise und wieder Milliardengewinne schreiben, siecht die Branche in Europa weiter vor sich hin und versucht noch immer, sich zu stabilisieren. Ganz anders der Immobilienmarkt...

Montag, 12. Februar 2018

Börsenweisheit der Woche 07/2018

"Kaufe niemals eine Aktie, wenn du nicht damit leben kannst, dass sich der Kurs halbiert."
(Warren Buffett)

Freitag, 9. Februar 2018

Ergebnisverdopplung und Sonderdividende bei DIC Asset befeuern auch die TTL AG

Den Gewerbe-Immobilienprofi DIC Asset habe ich vor zweieinhalb Jahren als "lohnenswerte Substanzspekulation" auf meine Empfehlungsliste genommen und seitdem schlagen knapp 25% Rendite zu Buche. Das ist ganz okay, doch auch nicht herausragend. Anders sieht es beim Ergebnis für das Geschäftsjahr 2017 aus, das DIC Asset nun vorgelegt hat und das die Planungen teilweise deutlich übertreffen konnte.

Die Ende 2016 erfolgte Refinanzierung des Commercial Portfolios und die erzielten Beteiligungserträge an der WCM und der TLG Immobilien AG machen sich deutlich bemerkbar. So konnte das Konzernergebnis mit 64,4 Mio. Euro mehr als verdoppelt werden (Vorjahr: bereinigt 26,9 Mio. Euro). Bei den Funds-from-Operations (FFO), der maßgeblichen Kennzahl in der Immobilienwirtschaft (quasi das operative Ergebnis) konnte DIC Asset auf  60,2 Mio. Euro zulegen und damit um 28% (Vorjahr: 47,0 Mio. Euro). Die FFO fallen damit deutlich höher aus als noch zu Jahresbeginn prognostiziert.

Donnerstag, 8. Februar 2018

BlackBerry ist wieder smart und das ganz ohne Phone…

BlackBerry ist Weltmeister, mal wieder. Genauer gesagt, als einer der Hauptsponsoren des Mercedes-Formel 1-Teams konnte sich der kanadische Technologiekonzern endlich mal wieder über einen Sieg freuen. Erfolge waren in den letzten Jahren rar gesät, dabei hatte man den Handykrieg gewonnen und den allmächtigen Platzhirschen in die Bedeutungslosigkeit gerammt.

Ja, BlackBerry hat das Smartphone erfunden. Vor 20 Jahren war Nokia der Weltmarktführer bei Handys und schien nicht aufzuhalten. Die Konkurrenz, zu denen Großkonzerne wie Siemens, Sony, Motorola und Ericsson gehörten, kam nicht gegen Nokia an, die zeitweilig fast 90 Prozent des Handymarktes dominierten. Und dann kam Research in Motion, selbst eine Abspaltung von Palm, die als erste einen elektronischen und mit dem PC synchronisierbaren Kalender auf den Markt gebracht hatten. Und während die Welt noch mit zwei dieser Geräte durch die Gegend lief, schuf RIM mit dem BlackBerry das erste Smartphone, das diese Geräte in einem zusammenführte. Und fegte die gesamte Konkurrenz vom Markt. Vor allem im Bereich der Geschäftsleute wurde ein BlackBerry schnell zu dem Statussymbol – wer keines hatte, war auch nicht wichtig. Selbstverständlich hatte ich auch eines und fühlte mich entsprechend wichtig.

Was dann folgte, ist bekannt. Steve Jobs erfand vor 15 Jahren Apple neu und führte es mit innovativen neuen Produkten aus der Existenzkrise. Mit dem iPod, dem iMac und vor allem mit dem iPhone. Letztlich ein BlackBerry mit Touch-Display und ohne die obligatorische BlackBerry-Tastatur. Und Bei RIM ignorierte man Apple, denn RIM stand nicht nur für ein schickes Smartphone, sondern man ließ alle Emails und den gesamten Datenverkehr seiner Kunden über die eigenen Server laufen und diese waren und sind es bis heute mit die sichersten weltweit. Man fühlte sich also schier unangreifbar, da man sich seiner vielen Geschäftskunden und der vielen Behörden, die auf BlackBerrys setzen, sicher war. Das iPhone zielte vor allem auf die Privatkundschaft und war so teuer, dass es eigentlich keine Konkurrenz für BlackBerry hätte darstellen dürfen. Eigentlich...

Montag, 5. Februar 2018

Börsenweisheit der Woche 06/2018

"Die Börse ist der härteste und auch der schnellste Richter über die Qualität eines Unternehmens."
(Uwe Distel)

Donnerstag, 1. Februar 2018

PayPal und der Ebay-Schock: Echtes Drama oder alles halb so wild?

Der Zahlungsdienstleister PayPal präsentierte gestern Abend nach Börsenschluss Zahlen zum vierten Quartal und konnte die - hohen - Erwartungen wieder einmal toppen. So stieg der Nettogewinn für das vierte Geschäftsquartal auf 620 Mio. Dollar (390 Mio. Q417) und ohne Berücksichtigung von Sonderposten lag der Gewinn je Aktie bei 55 Cents; der Marktkonsens hatte lediglich 52 Cents erwartet. Der Umsatz stieg auf 3,7 Mrd. Dollar (Q417 3 Mrd.) und für das erste Quartal erwartet Paypal einen Gewinn je Aktie in der Spanne von 52 bis 54 Cents, während die Erwartungen im Schnitt 54 Cent erwarteten. Also alles im Lack könnte man meinen, doch es gibt auch zwei Schönheitsfehler und die schickten die Aktie erst um 4% und später sogar um mehr als 10% in den Keller...

Dienstag, 30. Januar 2018

Und es ward (wieder) Licht. Dank Osram...

Der Name ist jedem bekannt, Osram steht für Tradition, für Licht. Der 111 Jahre alte Traditionskonzern hat viele von uns durch die Welt der zunehmenden Elektrifizierung geführt und noch heute haben die meisten von uns Osram-Leuchtmittel im Schrank und in ihrem Lampen. Sobald wir einen Baumarkt betreten, strahlen sie uns an, diese Leuchtmittel – dabei sind die meisten gar nicht mehr von Osram und wo heute Osram drauf steht, ist nicht mehr Osram drin.

Der Spin-Off
Osram war lange Zeit eine Siemens-Sparte, doch in dem Konzern entschloss man sich, sich vom absehbar schwächelnden Geschäft mit Beleuchtungsmitteln zu trennen. Das war 2013 und Siemens führt Osram seinerzeit mit einem Wert von rund 3,2 Milliarden Euro in den Büchern. Nachdem man lange geprüft und abgewogen hatte, entschied man sich gegen einen eigenen Börsengang von Osram, sondern für einen klassischen Spin-Off. Siemens selbst behielt noch 19,5 Prozent der Anteile und wollte wohl zeigen, dass man Osram für eine eigentlich gute Investition hielt.

Neben der reinen Kurspflege stand aber noch ein anderer Gedanke im Vordergrund und der heißt Geld. Genauer gesagt Wertschöpfung. Denn bei Mischkonzernen nimmt die Börse oft Konglomeratabschläge vor, so dass diese Mischkonzerne nicht selten an der Börse unter dem Wert ihrer einzelnen Sparten gehandelt werden. Dahinter steckt der Gedanke, dass ein eigenständiges und von Konzernzwängen befreites Unternehmen agiler am Markt agieren kann, während es als in die Konzernstrukturen eingebundene Sparte mit zu langen Entscheidungswegen und zurückzustellenden Eigeninteressen gegenüber anderen Konzerntöchtern konfrontiert ist.

Durch den Spin-Off von Osram wollte Siemens also auch den Konglomeratabschlag abschmelzen, der üblicherweise zwischen 10 und 20 Prozent liegt. Denn nach Untersuchung von 500 Spin-Offs aus den Jahren 2000 bis 2010 kamen die Analysten des US-Researchhauses „The Spinoff Researcher“ zu dem Ergebnis, dass die Aktien der abgebenden Muttergesellschaft innerhalb eines Jahres nach dem Spin-Off im Schnitt um 17 Prozent stiegen, während die neuen Aktien im gleichen Zeitraum sogar durchschnittlich um 23 Prozent zulegten. Zwei Jahre nach den Spin-Offs war der Kurs der neu an die Börse gebrachten Unternehmen im Mittel sogar um 37 Prozent geklettert.

Und natürlich hatte Siemens auch im Blick, dass das EU-Verbot klassischer Glühbirnen auch bei Osram zu heftigen Strukturveränderungen und Personalabbau führen würde. Und dies würde in einem eigenständigen Unternehmen Osram nicht mehr so sehr Siemens angelastet werden. Was dann aber folgte, damit hat niemand gerechnet…