In meiner Kolumne "Kissigs Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der besten Investoren unserer Zeit unter die Lupe.
Bei meinem 331. Portfoliocheck schaue ich wieder einmal bei Akre Capital Management. Value Investor Charles T. Akre hatte sie bis zu seinem Ausscheiden Ende 2020 geleitete und seitdem führen Chris Cerrone und John Neff die Geschäfte. Doch Akres Erfolgsprinzipien bleiben weiterhin die Basis der Entscheidungen. Die nötige Sicherheitsmarge bestand für Akre nicht zuvorderst in einem niedrigen Einkaufspreis, sondern er suchte nach Unternehmen mit bestimmten Kriterien: Gutes Management mit nachgewiesenen Erfolgen, wesentliche und dauerhaften Wettbewerbsvorteilen (ökonomischer Burggraben), langfristigen Wachstums- und Reinvestitionsmöglichkeiten, attraktivem Kaufpreis im Verhältnis zu den vom Unternehmen generierten Cashflows. Neudeutsch formuliert setzte Chuck Akre bevorzugt auf 'Compounding Machines'. Chuck Akre strebte nach einer hohen Kapitalrendite, indem er den Free Cashflow ins Verhältnis setzt mit dem eingesetzten Kapital. Dabei investierte Akre stets nach derselben Maxime wie Charlie Munger: ohne hektische Betriebsamkeit, lieber zweimal nachdenken, bevor man nichts tut. Und als Anhänger des 'Focus Investing' konzentriert er sein Depot auf einige wenige Positionen.
Im 3. Quartal 2025 agierte Akre erneut mit der bekannten ruhigen Hand, wenngleich die Turnoverrate auf 5 % anstieg.
Beim Medizintechnikspezialisten Danaher halbierte Akre seine Position, doch mit den zwischenzeitlich erfolgten Spin-offs von Fortive, Envista und Veralto ist Danaher eines der erfolgreichsten Investments - obwohl der Kurs noch immer weit unterhalb seiner Höchststände aus dem Corona-Boom 2021 liegt. Ebenso stark baute Akre seinen Bestand an American Tower ab, doch bei seiner ehemals größten Position ist er schon seit einiger Zeit auf der Verkäuferseite. Des Weiteren stieß Akre erneut Aktien des Serial Acquirers Roper Technologies ab zum drei- bis vierfachen des EInstandskurses.
Im Gegenzug wurde die im Vorquartal neu etablierte Position an Fair Isaac massiv erhöht, die den sogenannten FICO-Score ermitteln, was mit unserer Schufa vergleichbar ist. Und dann ist da noch CCC Intelligent Solutions, wo Akre seit Anfang 2024 investiert ist und die Position bei fallenden Kursen immer weiter aufstockt. CCC ist auf die Schaden- und Unfallversicherungsbranche spezialisiert und hauptsächlich in den USA und China tätig und bietet eine cloudbasierte Plattform für den Versicherungssektor, die komplexe Prozesse und Interaktionen digitalisiert und mithilfe künstlicher Intelligenz Arbeitsabläufe wie die Erkennung von Fahrzeugschäden, die Reparaturkalkulation und die Abwicklung von Schadenfällen optimiert. Inzwischen zählen bereits über 35.000 Unternehmen zu CCCs Netzwerk, darunter mehr als 300 Versicherer und 30.500 Reparaturbetriebe sowie zahlreiche Automobilhersteller, Zulieferer und Kreditgeber. Und genau dieses Netzwerk weckt Akres Interesse, denn der Netzwerkeffekt ist einer der wichtigsten Burggrabeneffekte überhaupt.
Akre Capitals Portfoliowert sank in diesem Quartal erneut leicht auf 10 Mrd. USD. Das fokussierte Portfolio enthält unverändert 19 Positionen und es erfolgten dementsprechend keine Neuerwerbungen. Wie Buffett und Munger fand Akre stets großen Gefallen an Finanzwerten und diese machen nun mit 63 % beinahe zwei Drittel des Portfolios aus. Dahinter folgen zyklische Konsumtitel mit 13,5 % Gewichtung vor Technologiewerten mit 11,1 %, Immobilienwerten mit 8,7 %, Gesundheitswerten mit 3,6 % und Industriewerten mit 1,9 %.
Die fünf größten Positionen Mastercard, Brookfield, KKR, VISA und Moody's bringen es zusammen auf 62 % Gewichtung. Dieses Finanz-Quintett führt schon länger Akres Portfolio an, doch nun haben VISA und Moody’s zumindest mal die Plätze getauscht. Die überschaubare Restposition an American Tower ist inzwischen aus Akres Top 10 gefallen, während sich CCC Intelligent Solutions auf Schlagdistanz herangearbeitet hat.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen