Samstag, 10. Januar 2026

Wochenrückblick 02/2026: Meine stärksten Kurstreiber im Depot waren Rheinmetall, RocketLab, Costco, KKR, LendingClub - und auch Neuling TransDigm legte ordentlich los

Die Top-Werte meines Investmentdepots veröffentliche ich jeweils zum Quartalsende in meinen Investor-Updates und meine Beobachtungsliste aktualisiere ich wöchentlich.

Ergänzend gebe ich heute eine kurze Übersicht zu den Werten, die in der letzten Woche mein Investmentdepot am stärksten bewegt haben. Dabei geht es um alte Bekannte und neue Liebschaften. Und es gibt die eine oder andere Überraschung...


Dies waren in der vergangenen Börsenwoche die größten Gewinner und Verlierer in meinem Depot:

📈 Rheinmetall +18,3 %
📈 RocketLab +12,3 %
📈 Costco +9,0 %
📈 KKR +5,2 %
📈 LendingClub +5,2 %
📈 Alphabet +4,9 %
📈 TransDigm +3,4 %

Es war eine seeeehr erfreuliche Börsenwoche, die den Börsen und meinem Depot einen sattgrünen Push verschaffte. Trumps spektakuläre Verhaftung von Venezuelas Machthaber Maduro hat die Welt überrascht und dabei allem Venezuelas Verbündete Russland, China und Iran bloßgestellt. Im Iran selbst toben zurzeit Unruhen und aus den anfänglichen Protesten ist inzwischen ein Massenprotest mit vielen Toten geworden - und Trump droht unverhohlen mit einem militärischen Eingreifen der USA. Zudem brachte die US-Marine einen Öltanker vor der britischen Küste auf, der zu Russlands Schattenflotte zu zählen ist, und in dem wochenlange Versuch, sich dem US-Zugriff zu entziehen, sogar unter die Flagge Russlands schlüpfte. Die USA schlugen dennoch zu, Putin reagiert verschnupft - und zahnlos. "Passend" dazu kündigte "Friedenspräsident" Donald Trump an, er wolle anstelle des aktuellen US-Militärbudgets von 1 Billion USD für 2027 eher 1,5 Billionen, um das "Traum-Militär" zu formen, das die USA verdienen.

Kein Wunder, dass Rüstungswerte in diesen Tagen haussieren - selbst wenn Trump in den USA die Branche an den Pranger stellt(e), weil sie angeblich zu wenig und zu langsam produziere, zu wenig auf die Wünsche der US-Regierung und des US-Militärs eingehe und zu wenig in neue Produktionsstrecken investiere. Trump kündigte daher an, den betroffenen angeprangerten Unternehmen Dividendenausschüttungen und Aktienrückkäufe zu untersagen und die Gehälter des Managements zu deckeln - bis diese sich seinen Wünschen beugen. Explizit benannte er RTX als den schlimmsten Missetäter.

Nachdem Trump auch fortgesetzt seine Annektierungswünsche Grönlands abfeuert, und dies den Vertrauensverlust der (europäischen) Partner in die USA weiter erschüttert, sind europäische Rüstungswerte "der Place to be". Allen voran Deutschlands führende Rüstungsschmiede Rheinmetall - aber mit dieser Aussage wiederhole ich mich ja auch schon seit vielen Monaten.

Der Fear-and-Greed-Index ist von 45 auf 51 Punkte gestiegen und ist damit zurück im "Gier-Territorium" nach einem einwöchigen Kururlaub in der neutralen Zone.


Nun der Blick in mein Depot, das in dieser Woche ziemlich rasant moderat zulegen konnte. Ich habe kürzlich meinen Jahresrück- und -ausblick veröffentlicht, in dem ich die allgemeinen Entwicklungen aufgegriffen habe. Die spiegeln sich auch überwiegend in meiner Depotaufstellung wider; in meinem Investor-Update zum 4. Quartal 2025 bin ich detailliert auf meine größten Depotposition eingegangen und was hinter den Veränderungen bzw. der neuen Gewichtung steckt.
Meine Alternativen Asset Manager haben sich in den letzten Wochen erfreulich entwickelt. Während die Exit-Pipeline in den letzten Jahren etwas verstopft war, hellt sich die Lage hier zusehends auf. Dem entsprechend winken deutlich zunehmende Provisionserlöse aus Verkäufen, was die Gewinne antreiben dürfte. Bisher kamen die Steigerungen überwiegend durch das Wachstum der Assets under Management, doch das Wachstumstempo ließ zuletzt nach – weil die Finanzinvestoren ihren Anlegern nicht genügend altes Investmentkapital zurückzahlten, da es noch in Assets gebunden war, hielten die sich mit der Zusage neuer Gelder spürbar zurück. Zudem sanken die durchschnittlichen Provisionssätze, was Kritiker als Red Flag ansehen. Doch der Trend geht Richtung größerer Fonds und dort sind die Gebühren per se niedriger – wie auch die Kosten für die Asset Manager. Daher sinken ihre Margen also nicht, obwohl die Provisionssätze niedriger liegen als früher. Insgesamt behaupten sich die Großen der Branche deutlich besser als die Kleinen und mit Apollo, Brookfield und KKR bin ich hier genau richtig positioniert für deutlich zweistellige Zuwachsraten auch in den nächsten Jahren.

Aber... da gibt es ja noch Donald Trump. Und der hat sich zuletzt die Branche (indirekt) vorgenommen und damit die Kurse unter Druck gesetzt. So hat Trump angekündigt, dass er den Kauf von Einfamilienhäusern durch institutionelle Investoren verbieten will. Er behauptet, dass diese der Grund für die "Affordability Crisis" am US-Immobilienmarkt sei. Das ist zwar Quatsch, aber auf die bösen Finanzunternehmen einzuprügeln ist eben ziemlich populär - und an Popularität mangelt es Trump wohl mit am meisten. Die Fakten liegen anders: zwar hat sich seit 2011 der Anteil von privaten Hauskäufern von 86 % auf 82 % verringert, aber sie stellen noch immer den mit weitem Abstand größte Käuferblock dar. Das zentrale Problem ist, dass es viel zu wenig Angebot auf dem Markt gibt! Und zwar wegen des vergleichsweise hohen Zinsniveaus. Denn die meisten Immobilienbesitzer haben die Niedrigzinsphase genutzt und ihre Immobilien langfristig finanziert. Das war sehr schlau, ist aber jetzt genau der Kern des Problems. Derzeit haben bestehende Hausbesitzer einen durchschnittlichen Hypothekenzins von 4,2 % und das sind 200 Basispunkte weniger als der aktuelle 30-jährige Festhypothekenzins von 6,2 %. Also verkauft niemand. Denn die Zinsen über die gesamte Laufzeit von 25 oder 30 Jahren ist der größte Kostenblock bei einem Immobilienkauf (neben dem Kaufpreis selbst). Bei einem Immobilienpreis von 1 Mio. USD machen 2 % Zinsdifferenz satte 20.000 USD aus - Zinsrate pro Jahr! Im Umkehrschluss würde man also beim Verkauf der Immobilie und dem damit einhergehenden "Verlust" der günstigen Hypothek beim Kauf einer neuen Immobilien deutlich mehr Zinsen zahlen müssen, also weniger Einkommen übrig haben, oder aber man müsste sich einen Immobilie mit einem deutlich niedrigeren Kaufpreis suchen. Und genau das bremst das Angebot am US-Immobilienmarkt. Wer nicht verkaufen muss (aus finanzieller Not oder Umzug oder auslaufe der Zinsfestschreibung), sitzt die Sache einfach aus und wartet auf bessere Zeiten.

Das Angebot ist also historisch niedrig und Trump will nun auch noch die institutionellen Käufer vom Markt ausschließen. Ein Irrsinn und ein Irrweg! Die alleinige entscheidende Drehschraube sind die Zinsen und die müssen deutlich sinken, dann erholt sich auch der US-Immobilienmarkt. Fakten sind aber nicht Trumps erste Wahl, daher ignoriert er sie gerne.
"Nur weil du die Realität ignorierst, heißt das nicht, dass sie dich auch ignorieren wird."
(Charlie Munger)
In der Realität gingen die Kurse institutioneller Immobilienbesitzer auf Tauchstation, insbesondere die entsprechender Real Investment Trusts (REITs), aber auch von Finanzinvestoren wie Blackstone, die in der Spitze 9 % und damit einen signifikant zweistelligen Milliardenbetrag, abgaben (obwohl der Anteil von Einfamilienhäusern im Bestand bei nur leicht über 1 Mrd. USD liegt). Und auch Apollo ruckte südwärts, dabei halten die weniger als 0,5 Mrd. USD im Bestand. Und die wären bei einem "Zwangsverkauf" ja nicht wertlos, sondern würden zu Marktpreisen verkauft. Die Marktreaktion ist also entsprechend kurzsichtig und überzogen; das ggf. entfallene Ertragspotenzial eher vernachlässigbar.

Mehr Effekt auf die Zinssätze und den Immobilienmarkt hat hingegen eine weitere Trump-Maßnahme: denn Trump hat die beiden staatlichen Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac angewiesen, Hypothekenanleihen im Wert von 200 Mrd. USD zu kaufen. Damit will er versuchen, die Hypothekenzinsen zu senken. Selbstverständlich kann er nicht darauf verzichten, sich selbst dafür zu loben.
"Da ich mich in meiner ersten Amtszeit gegen den Verkauf von Fannie Mae und Freddie Mac entschieden habe – eine wirklich großartige Entscheidung, die gegen den Rat der "Experten" ging –, sind diese Unternehmen heute um ein Vielfaches mehr wert – ein absolutes Vermögen – und verfügen über 200 Milliarden Dollar in bar. Aus diesem Grund weise ich meine Vertreter an, Hypothekenanleihen im Wert von 200 Milliarden Dollar zu kaufen. Dies wird die Hypothekenzinsen und die monatlichen Zahlungen senken und die Kosten für den Erwerb von Wohneigentum erschwinglicher machen."
(Donald Trump, 09.01.2026)
Ob das anhaltende Auswirkungen hat, bleibt abzuwarten. Die meisten Analysten prognostizieren jedenfalls einen Rückgang der Hypothekenzinsen um etwa einen Viertel bis einen halben Prozentpunkt, vor allem aus psychologischen Gründen. Und ein erstes Effekt war am Freitag bereits zu spüren, denn die Hypothekenzinsen erreichen 3-Jahres-Tief nach einem Rutsch der 30-jährigen Zinskonditionen um 22 Basispunkte auf 5,99 %.

Wer, wie ich, Donald Trump gerne (und zu Recht) kritisiert, muss auch loben können, wenn er mal was schafft. Also... well done, Don!

Eine herausstechendes Ereignis gab es dann noch bei KKR, die ihre Beteiligung OneStream für 24 USD je Aktie an die Private-Equity-Gesellschaft Hg verkaufen und damit zu einem Gesamtkapitalwert von rund 6,4 Mrd. USD. Damit erzielt KKR eine interne Bruttorendite von 24,9 % auf Basis seiner ursprünglichen Investition in OneStream im Jahr 2019. KKR ist nach Angaben von Bloomberg der größte Anteilseigner von OneStream und besitzt die Mehrheit der C- und D-Aktien des Softwareunternehmens. Nach KKRs Einstieg 2019 gab es 2024 einen ersten Teilausstieg durch einen Börsengang mit einem Ausgabepreis von 20 USD je Aktie. Seitdem haben KKR und seine Investoren Erlöse in Höhe von 2,8 Mrd. USD erzielt, darunter 2,3 Mrd. USD aus dem Privatisierungsgeschäft. KKR hat damit in relativ kurzer Zeit sein eingesetztes Kapital verviereinhalbfacht; die Investition von erfolgte über KKRs Fonds Americas Fund XII und Next Generation Technology, die beide eine starke Performance gezeigt haben. So liegt die Netto-IRR des Americas Fund XII 19,9 % und die des NGT-Fonds 23,7 %. KKR als Asset Manager erzielte hieraus die stetigen Managementprovisionen und nun auch eine Gewinnbeteiligung. Es läuft also - für KKR, seine Investoren und für mich als KKR-Aktionär. ツ

Und auch der Aktienkurs sollte nach zweieinhalb Jahren sehr starker Kurszuwächse und der anschließenden Durststrecke im letzten Jahr wieder reichlich Potenzial bieten. Das gilt auch für Apollo und Brookfield.

LendingClub entwickelte sich stark, während SoFi an seiner Kapitalerhöhung zu knabbern hat. SoFi hatte am 18. Dezember 2025 offiziell den Stablecoin SoFiUSD angekündigt und zwar nicht als Spielerei für Privatanleger, sondern als Infrastruktur-Angebot für Banken, FinTechs und Unternehmen (B2B). Wichtig ist dabei die Positionierung, denn SoFiUSD wird von der SoFi Bank ausgegeben und der Coin ist voll gedeckt (1:1) durch Cash, das bei SoFi Bank liegt. SoFi vermarktet ihn als "bank-grade" Stablecoin, also als regulierten Baustein für Settlement, Treasury und Zahlungsabwicklung. Das ist insofern neu und relevant, weil SoFi damit versucht, sich vom reinen Konsumenten-Fintech hin zum "finanziellen Betriebssystem" weiterzuentwickeln.

Obwohl man eigentlich ein Businessmodell fährt, das ohne allzu großen eigenen Kapitalaufwand auskommt, wurde eine Kapitalerhöhung durchgezogen. Das sorgte für Unverständnis und Kursdruck am Markt. Davon erholte sich der Kurs zuletzt wieder, geriet aber in dieser Woche erneut unter Druck, weil die beteiligten Banken ihre Mehrzuteilungsoption gezogen haben und damit die Verwässerung noch einmal größer wurde. Ich hingegen kann die Maßnahme (und den Kapitalbedarf) nachvollziehen, denn die Cash-Abdeckung des Stablecoin SoFiUSD erfordert dies (sofern man davon ausgeht, dass es eine nicht unerhebliche Nachfrage nach den Stablecoins gibt). Da hier ein neues und sehr profitables Geschäftsfeld eröffnet wurde, stört mich die Verwässerung überhaupt nicht!

Aber es gibt noch mehr "News": soeben hat Trump hat eine Obergrenze für Kreditkartenzinsen von 10 % gefordert (für ein Jahr). Dabei ist völlig unklar, wie er das erreichen will und ob es überhaupt rechtlich zulässig wäre. Immerhin würde damit die Unternehmensfreiheit beschnitten und ggf. Schadenersatzansprüche der Unternehmen gegen die Regierung begründet. Es war allerdings ein Wahlkampfversprechen von Trump und so verwundert es nicht, dass er das Thema populistisch aufgreift, nachdem ihm von vielen Seiten vorgeworfen wird, seine Wahlkampfversprechen nicht umzusetzen. Sollte es eine solche Obergrenze für Kreditkartenschulden geben, würde dies vor allem die Banken hart treffen, weil die ja die Kredite vergeben (und von den hohen Zinsen profitieren). Das gilt auch für American Express und Capital One, die ja die Kredite in die eigene Bilanz nehmen, während Mastercard und VISA reine Zahlungsdienstleister sind.

Für LendingClub und SoFi könnte so eine Regelung das Neugeschäft bremsen. Sie Vergeben ja Kredite an Menschen, die die hohen Kreditkartenschulden ablösen wollen/müssen, um wieder mehr finanziellen Spielraum zu bekommen. Wären die Kreditkartenzinsen de facto halbiert, würde der finanzielle Druck und damit die Nachfrage nach Alternativen entsprechend sinken. Und niedrigere Zinssätze würde auch das Interesse der Investoren, die diese Kredite auf den Plattformen nachfragen und/oder die strukturierten Zertifikate, die Finanzinvestoren kaufen, senken. Unterm Strich wäre es für die Unternehmen also keine positiven Entwicklung.

Ich halte die Maßnahme aber (auch) aus einem anderen Blickwinkel für fatal. Eine vorübergehende Senkung der Kreditkartenzinssätze würde den Menschen helfen und weniger Insolvenzen generieren. Aber... diese Leute werden dadurch nicht ihren Konsum einschränken und/oder die eingesparten Zinsen zur Schuldentilgung nutzen. Nein, sie werden eher weiter und ggf. noch stärker konsumieren und so ihre Schulden weiter hochtreiben und wenn dann irgendwann das Moratorium ausläuft und die Zinsen wieder auf 20% oder 24 % hochschnellen, werden die Privatpleiten geradezu in die Höhe schnellen - weil der "neue" Spielraum nicht richtig genutzt wurde und dann schlagartig verschwunden ist. Ist alles eine Entwicklung, die man im Blick behalten sollte. Aber kurzfristig erstmal keine Red Flag mit entsprechendem Handlungsdruck.

Viper Energy ist war nur eine kleine Position in meinem privaten Dividendendepot, aber ich habe die Position nun glattgestellt. Hintergrund sind natürlich die Vorkommnisse in Venezuela. Die OPEC+ hat ihre Förderung deutlich hochgefahren und sorgt so für ein Überangebot an den Märkten. Insbesondere Saudi-Arabien ist nicht mehr bereit, die eigene Produktion zu drosseln und so den Marktpreis zu stabilisieren. Man will sogar durch den Preisdruck die expandierenden US-Fracker in die Knie zwingen. Während die Weltkonjunktur schwächelt mit entsprechend geringerer Nachfrage, droht nun eine Rückkehr Venezuelas auf den Weltmarkt. Venezuela hat nicht nur die weltweit größten Ölreserven, sondern war in früheren Jahren auch der größte Öl-Anbieter - vor Saudi-Arabien. Die damaligen 3 Mio. Barrel pro Tag lägen zwar noch hinter der Tagesproduktion des heutigen Marktführers USA mit 5 Mio. Barrel, würden bei voller Kapazitätsauslastung aber dem Rest der Förderländer die Rücklichter zeigen. 

Doch das ist natürlich keine (!) kurzfristige Perspektive, sondern eine auf lange Sicht und unter der Voraussetzung, dass hohe zweistelligen Milliardenbeträge in Venezuelas Öl-Infrastruktur investiert werden. Auf kurze Sicht greift nun allerdings die erste Vereinbarung Trumps mit Venezuela, nach der die USA bis zu 2 Mrd. Barrel Öl erhalten. Wegen der seit Jahren anhaltenden US-Sanktionen sind Venezuelas Öl-Lager randvoll und bisher war das Öl weitgehend unverkäuflich. Nun fließt es in die USA, was den Ölpreis - und die Benzinpreise - drücken dürfte. Profiteur ist u.a. Philipps 66 mit seinen Raffinerien an der US-Golfküste. Die US-Öl-Produzenten sehen hingegen eine Ölschwemme auf sich zukommen mit tendenziell sinkenden Preisen - und das ist genau das Ziel von Trump. Kein Grund zur Panik, aber auch wenig Aussicht auf positive Impulse.

Ich werde mir wohl einen ausschüttenden Dividenden-ETF in mein privates Dividendendepot legen, denn es geht mir dort eigentlich nur darum, den Freibetrag nicht ungenutzt zu "verschenken". Nachdem mein Gesellschafterdarlehen an meine GmbH inzwischen erheblich zurückgeführt wurde (anstelle eines Gehalts), erziele ich hierdurch auch keine so hohen privaten Zinseinnahmen mehr, so dass der Spielraum für Alternativen stetig wächst. Aber das ist eine andere Geschichte...

Philipps 66 werde ich künftig genauer beobachten und vielleicht auch einsteigen. Bei TransDigm bin ich das bereits. Die TransDigm Group ist ein weltweit führender Entwickler, Hersteller und Lieferant von hochtechnisierten Flugzeugkomponenten. Das 1993 gegründete Unternehmen ist hauptsächlich im Luft- und Raumfahrtsektor tätig und liefert wichtige Komponenten für zivile und militärische Flugzeuge. Das Geschäft von TransDigm ist in drei Segmente unterteilt: Power & Control, Airframe und Non-Aviation. Der Bereich Power & Control bietet Produkte wie mechanische und elektromechanische Stellantriebe, Zündsysteme und Spezialpumpen an. Der Bereich Airframe umfasst technische Verriegelungsvorrichtungen, Cockpit-Sicherheitssysteme und Sicherheitsgurte. Der Bereich Non-Aviation produziert Komponenten wie Sicherheitsgurte für den Bodentransport und Turbinensteuerungen für den Energiemarkt. TransDigm erzielt Einnahmen durch den Verkauf von Originalausrüstung und einen erheblichen Teil durch Aftermarket-Dienstleistungen, die etwa 55 % seines Nettoumsatzes ausmachen. Die Produkte des Unternehmens sind oft proprietär, was ihm einen Wettbewerbsvorteil in Bezug auf Preisgestaltungsmacht und Marktpräsenz verschafft.

Der eigentliche Clou und mein Investmentcase ist allerdings dieser: TransDigm ist ein Serial Acquirer. Die Akquisitionsstrategie von TransDigm konzentriert sich auf Unternehmen mit starkem Aftermarket-Potenzial, was zu einem diversifizierten Produktportfolio und einer stabilen Einnahmequelle führt. Das Unternehmen bedient in erster Linie Luft- und Raumfahrthersteller, Fluggesellschaften und Militärbehörden weltweit. Man übernimmt dabei Hersteller von unauffälligen Komponenten, die aber nicht (oder nur sehr schwer) ersetzt werden können, und erhöht nach der Übernahme sofort die Preise - und zwar deutlich. Die Kunden lassen das mit sich machen, weil TransDigm sich auf vergleichsweise billige Komponenten fokussiert und eine Preiserhöhung von 100 USD auf 400 USD je Stück zwar drastisch klingt ist, aber wenn sich das Volumen insgesamt pro Flugzeug im fünfstelligen Bereich befindet bei Kosten pro Maschine von über 100 Mio. USD, wird das so hingenommen. Die Kosten, einen anderen Anbieter (wenn es denn überhaupt einen gibt) zu finden und dessen Produkte in Planung, Produktion, Fertigung usw. zu integrieren, sind einfach zu hoch; und auch bei Reparatur/Wartung müssten die Fluggesellschaften jahre- und jahrzehntelang zweigleisig fahren mit entsprechenden Kosten für Personalschulungen und Lagerhaltung). "Wechselkosten" sind einer der stärksten Burggrabeneffekte überhaupt und TransDigm reitet die Welle in Perfektion.

Größtes Risiko ist, dass TransDigm inzwischen kein kleiner Nischenplayer mehr ist, sondern knapp 10 Mrd. USD Jahresumsatz erzielt und an der Börse rund 90 Mrd. USD auf die Waage bringt. Und Größe ist ein Wachstumskiller, denn es wird auch für TransDigm schwieriger, geeignete Targets zu finden, die dann auch noch genügend Umsatz und Ertragspotenzial beisteuern, damit es sich lohnt.

Ich denke allerdings, dass der TransDigm noch nicht am Ende seines Weges ist, allenfalls am Ende seine Anfangs (um Winston Churchill zu zitieren). Und ich werde meinen Investmentcase in nächster Zeit selbstverständlich noch ausführlich(er) darlegen...


Mein Vermögen hatte am ersten Januartag schon mal um +1,0 % zugelegt und auch in der ersten vollen Handelswoche des Jahres weiter kräftig Gas gegeben. Im Jahr 2025 hatte mein Vermögen insgesamt um +7,5 % zugelegt und nun verbuche ich nach acht Tagen für 2026 bereits dasselbe Ergebnis. Aber das ist nur eine kurzfristige Momentaufnahme mit wenig bis null Aussagekraft, denn die hohe Volatilität der Märkte und die noch höhere Unsicherheit (auch, aber nicht nur durch Trumps Aktionismus) werden für deutliche Schwankungen sorgen - in beide Richtungen. Für den Moment freue ich mich jedenfalls über einen positiven Jahresstart mit einem Wochenplus von +6,5 %. Meine 2026er Vermögensveränderung liegt nun bei +7,5 % (YTD).

Die von Trump bewusst lancierte Dollarschwäche belastet US-Werte auf Euro-Basis im Jahr 2025 mit rund 12 %. Ich gehe davon aus, dass diese Tendenz auch in 2026 anhalten wird, wenngleich nicht derselben Größenordnung. Da ich einen hohen Anteil an US-Werten im Depot halte (rund 75 %), wirkt sich die Dollarschwäche natürlich entsprechend negativ auf meine Performance aus.

Mein Investor-Update zu Q4/2025 - brandneu und in Farbe!

Auf welche Unternehmen und welche Schwerpunkte ich in meinem Depot setze zeigt mein Investor-Update, das ich immer zu Ende eines Quartals veröffentliche - quasi mein persönliches 13F.
Meine langfristige durchschnittliche Zielrendite liegt bei +15 % pro Jahr. Bei diesem Wert lande ich selten; meistens liegt meine Performance bei über +20 %, aber alle drei bis vier Jahre auch im Minus, teilweise satt. Seit ich meiner Ergebnisse ermittle, also seit 2011, komme ich auf rund 20 % pro Jahr. Auch dank einiger herausragender Jahresergebnisse, zu denen insbesondere 2023 und 2024 zählen.

Die Börse verläuft nicht linear und auch wenn sie auf lange Sicht rund 10 % pro Jahr zulegt, tut sie dies doch unter teilweise heftigen Schwankungen. Die sollte man aushalten und sich nicht aus seinen Qualitätsaktien herausdrängen lassen. Auch wenn heftige Korrekturen emotional stressig sind und der Weg zur Wunschrendite anschließend sehr viel länger ist. Ich versuche immer im Hinterkopf zu behalten, dass ich nicht mit Aktien spekuliere, sondern in herausragenden Unternehmen investieren, dort also Miteigentümer werde. Auch deshalb fahre ich einen fokussierten Investmentstil mit selten mehr als 15 Werten im Depot. Ich will und muss mich in "meinen" Unternehmen eben gut auskennen. Ansonsten lasse ich lieber die Finger davon.

Der Kompetenzkreis gewinnt also immer mehr Bedeutung. Je älter ich werde und je länger ich an der Börse aktiv bin, desto größer wurde er (naja, etwas zumindest). Vor allem erkenne ich immer besser, welche Themen und Branchen außerhalb meins Kompetenzbereichs liegen - dummerweise zählen dazu meistens auch die neuen, besonders aussichtsreichen, aber auch gehypten Themen. In "den neuen heißesten Scheiß" investiere ich daher selten(er) - und wenn, dann mit einer kleinen spekulativ orientieren Position. Mein Weltraumabenteuer Rocket Lab gehört definitiv in diese Kategorie. Selbst wenn ich als jahrzehntelanger Fan von Star Wars und Star Trek hier durchaus Insiderwissen habe... ツ
Es bleibt spannend - wie eigentlich immer an der Börse. ツ

Disclaimer: Habe die meisten der genannten Werte auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.

1 Kommentar:

  1. Hi Michael, TransDigm ist laut Moodys nicht investment grade (B1 in Okt 2025) - keine red Flag?

    AntwortenLöschen