Montag, 25. Mai 2026

[Im Fokus] Cashflow-Investing simplified: Capital Southwest lässt Anlegerherzen höher schlagen mit einer üppigen Dividendenrendite von 11% und monatliche Ausschüttungen

Capital Southwest ist eine Business Development Company und weist eine hohe Dividendenrendite auf. Doch im Gegensatz zu vielen anderen hochrentierlichen Unternehmen handelt es sich hierbei nicht um einen Kreditgeber für notleidende Kredite, sondern um eine Qualitäts-BDC mit solider operativer Performance und einer langen Tradition zufriedener Aktionäre.

Als BDC wird das Unternehmen dem Bereich Private Credit zugeordnet und damit aktuell ziemlich kritisch beäugt. BDCs vergeben Kredite an kleine und mittlere US-Unternehmen; sie sind steuerbegünstigt, müssen im Gegenzug dafür aber rund 90% ihrer ausschüttungsfähigen Gewinne als Dividenden auszahlen.

Bei Unternehmenskrediten schrillen sofort die Alarmglocken, denn hier hört man überall von steigenden Kreditausfällen, Abschreibungen und Dividendenkürzungen. Doch bei Capital Southwest ist diese Gefahr gering und das eröffnet Chancen...

CSWC ist eine intern gemanagte BDC, muss also kein externes Management bezahlen. Man vergibt Kredite im unteren Mittelstand, einem Segment, das von traditionellen Kreditgebern nicht aktiv bedient wird. Die Zielkunden des Unternehmens erzielen ein EBITDA zwischen 3 und 25 Mio. USD. Großbanken und Konsortialkreditmärkte konzentrieren sich in der Regel auf größere, standardisiertere Kreditnehmer, während kleine Unternehmen ihre Finanzierung über lokale Banken oder aus privaten Quellen erhalten.

Für CSWC ergeben sich hier mehrere Vorteile.
  • Erstens herrscht weniger Wettbewerb. Größere Kreditgeber sind in diesem Markt nicht tätig; kleinere lokale Banken sind dazu nicht in der Lage. Dies senkt den Preisdruck im Vergleich zum oberen Mittelstand.
  • Zweitens führt derselbe Mangel an Wettbewerb direkt zu höheren Spreads. CSWC kann attraktive Renditen auf seine Kredite erzielen und zusätzliche Konditionen wie Gebühren, Kreditauflagen und sogar Eigenkapitalbeteiligungen einbauen. Die jüngsten Kredite wiesen Spreads von ca. 6,4% über dem Leitzins auf – ein hoher Wert, der die Preissetzungsmacht des Unternehmens unterstreicht.
  • Drittens verschafft die starke Marktposition CSWC eine starke Kontrolle als Kreditgeber. Da die Kunden klein und die Transaktionen überschaubar sind, können die Kreditgeber strengere Auflagen, bessere Sicherheiten und mehr Einfluss auf die Ergebnisse aushandeln, falls der Kredit nicht wie erwartet läuft.
All dies führt zu soliden Finanzergebnissen und den hohen operativen Margen, die CSWC regelmäßig ausweist. Die EBIT-Margen liegen in der Regel im mittleren 80-Prozent-Bereich, und das Kreditportfolio sorgt für einen stetigen Strom an Nettozinserträgen. Der untere Mittelstand sichert die Rendite und sorgt für Stabilität.

Breite Aufstellung: CSWC investiert breit gestreut in aussichtsreiche Branchen. 13% stecken in Healthcare Services, 10% in Consumer Products, 9% in Media & Marketing, 9% in Consumer Services, 6% in Transport & Logistics, 6% in Food, Agriculture & Beverages, 5% in Business Services, 4% in Financial Services. Die krisengeschüttelte Softwarebranche sucht man (beinahe) vergebens.

CSWC verfolgt ein hybrides Ertragsmodell. 90% der Investitionen erfolgen als erstrangig besicherte Darlehen und 9% sind Equity-Investments, also Eigenkapitaleinlagen in Unternehmen. Es fließen damit stetige Kreditzinsen und Dividenden, doch die Earnings werden auch durch einmalige Verkaufsgewinne geprägt; in 2025 hat CSWC rund 44,5 Mio. USD an realisierten Gewinnen aus dem Verkauf von Beteiligungen erzielt. Diese Einnahmen unterliegen allerdings zyklischen Schwankungen und können in dieser Höhe nicht in jedem Jahr realisiert werden.

Solide Zahlen: Vermögenszuwachs kompensiert Renditeverfall

Capital Southwest hat mit einem Portfolio von über 2,1 Mrd. Dollar einen Meilenstein erreicht, doch unter der Motorhaube macht sich Margendruck breit. Die Kapitalerträge beendeten ihre lange Wachstumsstrecke fielen von 61,4 Mio. USD im letzten Quartal auf 57,8 Mio. USD, was direkt auf niedrigere Basiszinsen zurückzuführen ist.

Während der absolute Netto-Zinsertrag vor Steuern (Net Investment Income, NII) auf 35,2 Mio. USD stieg, führte die aggressive Aktienemission im Rahmen des ATM-Programms dazu, dass sich der NII pro Aktie im dritten Quartal in Folge verlangsamte und bei 0,59 USD landete.

Erläuterung: Unternehmen nutzen ein ATM-Programm, um fortlaufend neue Aktien direkt über die Börse zu verkaufen und sich so Eigenkapital zu beschaffen.

Die Aktie von CSWC notiert deutlich über ihrem Buchwert. Während der Verkauf von Aktien zu 135% des Nettoinventarwerts (NAV) rein rechnerisch wertsteigernd ist, verwässert die Erhöhung der Aktienanzahl den Nettozinsertrag pro Aktie schneller, als das neu eingesetzte Kapital in einem Umfeld mit engen Spreads Renditen generieren kann. Platt ausgedrückt: Capital Southwest bekommt das frische Geld nicht sofort ans Arbeiten, so dass es zunächst einmal keine Erträge erwirtschaftet und daher den Gewinn je Aktie belastet. Sobald es eingesetzt werden kann, ändert sich dies.

Positiv ist hingegen die branchenweit führende Kosteneffizienz: Die intern verwaltete Struktur skaliert weiterhin hervorragend. Der operative Hebel verbesserte sich von 1,7% vor einem Jahr auf 1,4%, wodurch ein größerer Teil des Umsatzes direkt an die Aktionäre weitergegeben werden konnte.

Die Kreditqualität bleibt mit 1,1% notleidenden Krediten makellos, was vor allem daran liegt, dass 99% des Kreditportfolios durch vorrangig besicherte Verbindlichkeiten abgesichert sind, was die außergewöhnliche Disziplin bei der Kreditvergabe unterstreicht.

Doch die sinkenden Anleiherenditen (10,8% gegenüber 11,8% vor einem Jahr) zwingen das Management zu einem Kurswechsel. Das neu angekündigte Joint Venture CapTrin ist ihr strategischer Gegenschlag gegen die Spread-Kompression im unteren Mittelstand.

Erläuterung: Capital Southwest hat gemeinsam mit Trinity Capital das Joint Venture CapTrin Partners (CapTrin) gegründet. Das zu 50% von jedem Partner gehaltene Joint Venture konzentriert sich auf vorrangig besicherte Kredite im unteren Mittelstand mit vorrangiger Rückzahlungsposition, die durch eine revolvierende Kreditfazilität in Höhe von 150 Millionen USD abgesichert sind, und strebt ein vierteljährliches Neugeschäftsvolumen von 30 bis 40 Millionen USD an.

Die variabel verzinsliche Zusammensetzung des Portfolios (95,5%) wirkt sich nun belastend aus. Die Rendite der Schuldtitel ist im Vergleich zum Vorquartal um 50 Basispunkte abgesackt und weitere Zinssenkungen werden die Kapitalerträge automatisch schmälern. Dieser Effekt könnte sich aber zunächst in Luft auflösen, da die deutlich anziehende Inflationsrate Zinssenkungen unwahrscheinlicher macht. 

Monatliche Dividenden

Neben seinem niedrigen Risikoprofil sticht CSWC durch die monatliche Dividendenzahlung heraus. Hier gibt es alle 4 Wochen 0,1934 USD je Aktie und zusätzlich noch einen vierteljährlichen Bonus von 0,2534 USD je Aktie. Das summiert sich zu 2,56 USD pro Jahr auf und ergibt eine Dividendenrendite von satten 11,25%.

Meine Einschätzung: Solide Renditen und üppige Ausschüttungen

Nachvollziehbar, dass die Aktie nicht zu den billigen gehört und zum mehr als 1,3-fachen ihres Buchwerts notiert. Die Qualität rechtfertigt diesen Aufschlag aber allemal. Ein Blick auf den Chart hilft ebenfalls: auf Sicht von 5 Jahren gab es hier nicht viel zu holen – außer der fetten Dividende.

Die Bilanz ist eine Festung und die Bonität ist außergewöhnlich, aber das Unternehmen kommt im gegenwärtigen Umfeld nicht wirklich vom Fleck. Sinkende Leitzinsen und eine anhaltende Verwässerung des Aktienkapitals begrenzen das Aufwärtspotenzial für das Gewinnwachstum je Aktie auf kurze Sicht. Zudem dürften branchenweit erhöhte Kreditausfälle und zunehmende Probleme im US-Mittelstand die Kreditvergabe bremsen und so auch das Ergebniswachstum von CSWC.

Man sieht auch gut, wie heftig sich das Börsenseuchenjahr 2022 ausgewirkt hat und gerade hieraus könnten sich Anlegern bei einer ähnlichen Entwicklung in 2026 große Chance winken. Denn wer 2022 den Absturz abgewartet hat, hatte anschließend fast ein Jahr lang Zeit, die Aktie zu Schnäppchenpreisen einzusammeln. Sofern CSWC seine Gewinne und Dividenden konstant halten kann, sorgen niedrigere Kurse für eine automatisch höhere Dividendenrendite.

Darüber hinaus winken neben der üppigen Dividende dann auch noch satte Kursgewinne, wenn sich die Lage wieder normalisiert und sich die Aktie "einfach nur" auf ihr übliches Niveau erholt. Kursgewinne und Dividenden verbinden sich dann zu einer überdurchschnittlichen Gesamtrendite. Und dazu braucht man nur etwas Geduld und Cash zum Zuschlagen – wenn es soweit ist…

Disclaimer: Habe Capital Southwest (noch) nicht auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.

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