Freitag, 12. August 2016

BaFin warnt: Lage bei den Lebensversicherern spitzt sich weiter zu

Ich weiß, ich weiß, es kann niemand mehr hören, dass ich seit Jahren vor der zunehmenden Gefahr bei Lebensversicherern warne und den sich immer weiter verschärfenden Risiken in deren Bilanzen aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase. Aber es nützt ja nichts, auch wenn es euch zu den Ohren herauskommt, die Gefahren sind vorhanden und sie nehmen zu!

Nachdem im letzten Jahr die Ratingagentur Moody's die deutsche Lebensversicherungsbranche als die riskanteste der Welt eingestuft hat, warnte nur wenige Tage später auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), in Deutschland würden Versicherungspleiten drohen. Unterstützt wurde diese Aussage durch eine Untersuchung der Unternehmensberatung Assekurata, die vor einer enormen drohenden Kapitallücke warnte, die die deutsche Lebensversicherungsbranche in den nächsten Jahren überrollen könnte, wenn die Zinsen so niedrig bleiben würden. Da entsprechende Renditen am Kapitalmarkt nicht mehr zu erzielen seien, müssten die Versicherer seit 2011 eine sog. Zinszusatzreserve aufbauenund um die Garantien laufender Lebens- und Rentenversicherungsverträge abzudecken, müssten die Unternehmen diese Zinszusatzreserve bis zum Jahr 2024 von bislang gut €21 Milliarden im schlimmsten Fall auf rund €150 Milliarden aufstocken. Doch schon heute zehre die Zinszusatzreserve an den ohnehin sinkenden Überschussbeteiligungen der Lebens- und Rentenversicherungen und für die Kunden würde die Rendite damit immer unattraktiver werden...

Donnerstag, 11. August 2016

Neuausrichtung: Ernst Russ (H.C.I. Capital) ist auf dem Weg zu neuen Ufern

Die Ernst Russ AG ist vielen Anlegern noch unbekannt und doch ist sie schon seit vielen Jahren an der Börse gelistet, als HCI Capital AG. Unter diesem Namen war sie viele Jahre lang als Asset-Manager, insbesondere für geschlossene Schiffsfonds für Privatanleger unterwegs, bis die mit der Finanzkrise einhergehende Krise der Schifffahrt ihr das Genick brach - und vielen ihrer Anleger, die mit den von HCI Capital aufgelegten Fonds Schiffbruch erlitten.

Doch während die Anleger noch immer mit Problemen ihrer Fonds zu kämpfen haben und versuchen, die damals an den Verkäufen beteiligten Banken und Berater in Regress zu nehmen für die entstandenen Schäden, hat sich die HCI Capital selbst wieder Leben eingehaucht. Nachdem Ende 2015 ein Kapitalschnitt mit anschließender Rekapitalisierung durchgeführt wurden, nahm das Unternehmen mit frischem Geld und neuem Management langsam wieder Fahrt auf.

Januar 2016: Kauf des Assemtmanagers König & Cie
Die HCI Gruppe übernahm zum Jahresanfang 2016 die Anteilsmehrheit an dem Konkurrenten König & Cie. von den bisherigen Investoren Tennenbaum Capital Partners und Delos Shipping, wodurch das Investment- und Assetmanagement unter einem Dach vereinigt und gestärkt werden sollte. Der Erwerb von König & Cie. sei eine strategisch sinnvolle Ergänzung des Leistungsspektrums der HCI Gruppe, die sich als Investment- und Assetmanager mit Schwerpunkt im maritimen Bereich positioniert.

April 2016: Kauf der Hamburger Traditionsreederei Ernst Russ
Im April kaufte HCI Capital dass die bereits seit 1893 bestehende Hamburger Traditionsreederei Ernst Russ und erweiterte so seine eigene Schiffsflotte. Ernst Russ bereedert eine Flotte von sieben Container- sowie vier RoRo-Schiffen und verfügt über unterschiedliche Beteiligungen. Dazu gehören unter anderem Combi Trade, eine internationale Werftenvermittlung, und eine Beteiligung am Befrachtungsmakler Ernst Russ Shipbroker. Durch den Erwerb der Reederei verfügte HCI über rund 40 Schiffe im aktiven Management und über etwa 180 Fondsschiffe, die von Partnerreedern betreut werden. Der Erwerb erfolgte mittels einer Sacheinlage, aufgrund derer das Grundkapital der HCI Capital AG um €6,2 Mio. €32,4 Mio. erhöht wurde.

Mai 2016: Erwerb eine Schiffsportfolios von der HSH Nordbank
Die HCI-Gruppe hat dann im Mai im Zuge einer Portfoliotransaktion gemeinsam mit zwei weiteren Investoren aus dem Aktionärskreis dreizehn Schiffe aus dem Kreditportfolio der HSH Nordbank übernommen. Das Portfolio besteht aus Feeder-Schiffen zwischen 800 und 1.800 TEU mit einem durchschnittlichen Alter von knapp zehn Jahren. HCI Capital hat Anbindung des Portfolios strukturiert und ist selbst mit einem “substantiellen Anteil” beteiligt und im Zuge der Portfolio-Transaktion wurde die bestehende Finanzierung teilweise von der Deutschen Bank abgelöst. Das technische Schiffsmanagement wird durch die HCI-Gruppe in ihrer Eigenschaft als Generalbereederer an drei Adressen innerhalb des norddeutschen maritimen Clusters vergeben, während das kommerzielle Management der Schiffe über HCI gesteuert wird und durch Partner des Unternehmens erfolgt.

Juli 2016: Kauf des Immobilienfonds-Anbieter Westfonds
Und im Juli übernahm HCI Capital die Mehrheit der Anteile an der Westfonds Immobilien-Anlagegesellschaft von der Erste Abwicklungsanstalt AöR (EAA), der Rechtsnachfolgerin der WestLB. Westfonds betreut aktuell rund 12.000 Anleger in insgesamt 17 Fonds mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund €540 Mio.. Dazu gehören 12 überwiegend im Inland investierte Immobilienfonds mit fünfzehn Büro- und Hotelobjekten. Mit dem Kauf von West-Fonds will HCI Capital ihre Immobilienaktivitäten erweitern. Die Transaktion wurde maßgeblich durch die von Matthias Voss geführte Assetando Real Estate begleitet, die zukünftig auch die vollumfängliche Betreuung der Immobilienfonds der West-Fonds übernehmen wird. Die Assetando Real Estate wurde Anfang des Jahres 2016 als zentrale Immobilieneinheit gegründet und bündelt sämtliche Immobilienaktivitäten der zukünftigen Ernst Russ Gruppe, zu der inzwischen auch die Immobilienfondsbestände des Fondshauses König & Cie. zählen. Das Unternehmen betreut bereits bisher Immobilieninvestments mit einem zu managenden Eigenkapital von rund €350 Mio.


 Ernst Russ AG (Quelle: finanzen.net) 
HCI Capital heißt nun Ernst Russ
Aber die Neuausrichtung der HCI Capital erstreckt sich nicht nur über Kapitalmaßnahmen und Zukäufe bzw. Sacheinbringungen. Die Hauptversammlung hatte beschlossen, den Namen des Unternehmens in Ernst Russ AG zu ändern und so die Neuausrichtung zu unterstreichen. "Dieser neue Name baut auf einer langen hanseatischen Tradition auf und verdeutlicht, wo wir unsere Basis sehen: in Qualität und Zuverlässigkeit. Er verdeutlicht den Aufbruch, in dem wir uns mit unserem neuen Geschäftsmodell als ‘One-Stop’-Shop entlang der gesamten Wertschöpfungskette im Asset- und Investment-Management befinden”, so Vorstandssprecher Jens Mahnke.

2015er Geschäftszahlen deuten den Turnaround bereits an
Bereits Ende April hatte das Unternehmen bekanntgegeben, dass man im Geschäftsjahr 2015 ein positives Konzernergebnis von €1 Mio. erzielt habe, nach €0,1 Mio. im Vorjahr. Das Betriebsergebnis ging von €3 Mio. auf €1,6 Mio. zurück. Die Umsatzerlöse konnten um €1 Mio. auf €20,7 Mio. erhöht werden, während sich investitionsbedingt die liquiden Mittel von €20,3 Mio. auf €12,8 Mio. verringerten. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich von 34,9 Prozent auf 35,3 Prozent.

Neuausrichtung wird sich erst in den 2016er Zahlen richtig niederschlagen
Im Geschäftsjahr 2015 habe man den Wandel zum Asset- und Investmentmanager mit Betonung auf den Bereich Schifffahrt vollzogen. Nach dem Kauf zweier Treuhandgesellschaften zu Beginn des Jahres 2015 sei der Bereich Investmentmanagement insbesondere durch den Anfang 2016 erfolgten Erwerb von König & Cie. gestärkt worden und durch den Kauf der Reederei Ernst Russ, wurde der Schifffahrtsbereich erheblich ausgebaut.

Die Selbstdarstellung des Unternehmens liest sich so:
»Die Ernst Russ AG ist ein börsengehandelter Asset- und Investmentmanager mit maritimem Schwerpunkt. Wir managen eine Flotte von rund 50 Container-, Tanker- sowie Bulkschiffen, betreuen weitere 180 Fondsschiffe und verwalten als Asset-Manager Objekte u.a. aus den Bereichen Schifffahrt, Immobilien, Erneuerbare Energien und Private Equity.
Zu unserem Geschäft gehören außerdem Treuhanddienstleistungen, eine vollzugelassene Service-KVG sowie die Konzeption und Realisierung von Alternativen Investment Funds. Die Unternehmen der Ernst Russ AG verwalten aktuell ein Gesamtinvestitionsvolumen von über 7,5 Mrd. Euro in mehr als 200 laufenden Fonds – vor allem in den Bereichen Schiff, Immobilien und Energie. 
Die Ernst Russ AG ist 2016 aus dem Zusammenschluss der HCI Capital AG, der König & Cie. Gruppe und der Traditionsreederei Ernst Russ entstanden und vereint das Wissen und Können aus über 120 Jahren Erfahrung in den Bereichen Schifffahrt sowie Asset- und Investment-Management.«
Meine Einschätzung
Ich hatte ja bereits Mitte Mai angekündigt, mich verstärkt im Bereich deutscher Nebenwerte und insbesondere in der Sparte "alternative Assets" zu engagieren, auch bei Turnaroundwerten aus der Schifffahrtsbranche. Dabei habe ich mit Patrizia Immobilien und Publity nach meiner Alt-Empfehlung WCM zwei weitere Immobilienwerte aufgegriffen, mit Lloyd Fonds und MPC Capital zwei Asset-Manager aus der Immobilien- und Schifffahrtsbranche sowie mit Softship einen maritimen Software-Dienstleister. Und ich hatte mir zu knapp €0,80 eine Einsteigerposition in HCI Capital gegönnt, die ich im Zuge der positiven Unternehmensnachrichten hinsichtlich der Neuausrichtung ausgebaut habe. Nachdem das Unternehmen nun Ernst Russ heißt und das Management die Neuausrichtung nicht nur verbal, sondern vor allem durch Taten angeht, habe ich die Ernst Russ AG nach Verlassen des Pennystock-Terrains und Durchbrechen der 1-Euro-Marke auch auf meine Empfehlungsliste genommen.

Dabei sollten Anleger beachten, dass es sich um einen marktengen Titel handelt, der sich in einer Umbruch- und Turnaroundsituation befindet. Man benötigt auch hier einen langen Atem und entsprechende Geduld sowie eine gewisse Risikobereitschaft. Denn die Schifffahrtsbranche ist noch immer von Überkapazitäten und Preisdruck bei den Frachtraten gekennzeichnet und ob der Turnaround wirklich gelingt, wird sich erst noch zeigen. Ein Engagement in Aktien der Ernst Russ AG ist eine Turnaround-Spekulation, kein Value Investment im klassischen Sinn. Die Risiken sind entsprechend höher, die Chancen im Erfolgsfall ebenso.

Mittwoch, 10. August 2016

Deutsche Rohstoff AG gibt in den USA weiter mächtig Gas. Und Öl...

Die Deutsche Rohstoff AG (DRAG) kann einen weiteren Erfolg vermelden und hat sich signifikante zusätzliche Flächen im prospektiven westlichen Teil des Denver Julesberg Becken in Colorado für die Öl- und Gasentwicklung gesichert. Ein entsprechender Vertrag wurde mit einem privaten Öl- und Gasunternehmen aus Colorado unterzeichnet. Der Vertrag bezieht sich auf rund 1.500 netto acres (607 Hektar), die sich relativ konzentriert unweit von den anderen Flächen von Cub Creek (CCE), einer DRAG-Tochter, befinden.

Der bisherige Eigentümer erhält eine Umsatzbeteiligung, die erst mit Produktionsbeginn anfällt so dass wie bei fast allen anderen Flächen von CCE auch bei Vertragsabschluss keine Zahlungen geleistet werden müssen. CCE erwartet nach ersten Planungen, auf den neuen Flächen bis zu 50 Horizontalbohrungen mit je zwei Meilen Länge abteufen zu können. Die endgültige Anzahl hängt von den verfügbaren Bohrplätzen und den weiteren geologischen Untersuchungen ab. Beides zusammen wird die endgültige Anzahl der betriebswirtschaftlich sinnvollen Bohrungen bestimmen. Cub Creek wird kurzfristig mit den entsprechenden genehmigungsseitigen und technischen Vorbereitungen beginnen, um die Flächen zu entwickeln.

 Deutsche Rohstoff AG (Quelle: finanzen.net) 
Bohrprogramm läuft
Kürzlich hatten die beiden Explorationstöchter der DRAG ihr Bohrprogramm aufgenommen  und der Produktionsbeginn soll im September oder Oktober erfolgen. Das Gesamtinvestitionsvolumen von CCE wird sich auf rund $45 Mio. belaufen, der Anteil ("Working Interest") von CCE an den Bohrungen wird bei nahezu 100% im Falle von Vail und mindestens 75% im Falle von Markham liegen. Beide Bohrplätze liegen in einem Gebiet, in dem CCE über detaillierte geologische Kenntnisse und Bohrerfahrung verfügt. Sie liegen nur wenige Meilen südlich des früheren Tekton Energy-Projekts und des Magpie-Gebietes, in dem Elster Oil & Gas (EOG) aktiv ist. EOG, an der die Deutsche Rohstoff zu 93% beteiligt ist, ist derzeit an sechs neuen Horizontalbohrungen im Magpie-Gebiet beteiligt. Diese Bohrungen sind inzwischen fertiggestellt und nehmen im 3. Quartal 2016 die Produktion auf. Dabei kommt der DRAG und ihren Töchtern der gestiegene Ölpreis entgegen, der bei vergleichsweise niedrigen Bohr- und Förderkosten höhere Gewinne verspricht. Hinzu kommt, dass die DRAG beim Verkauf der damaligen Tochter Tekton in den USA hohe Steuern auf den Verkaufserlös von annähernd $200 Mio. zahlen musste, die jedoch bei neuen Förderprogrammen zum Großteil wieder erstattet werden. Hierbei geht es um einen zweistelligen Millionenbetrag, den die DRAG "spart" und der dazu führt, dass man auch unterhalb von 40 je Barrel (WTI) "richtig Geld verdient", wie DRAG-CEO Thomas Gutschlag es ausdrückte.

Deutlich höherer Reserven als vermutet
Neben den neuen Flächen, schlummern auch unter den bereits akquirierten Gebieten mehr Potenziale als vermutet. Denn im Juni legten CCE und EOG ein aktualisiertes Reservengutachten vor, wonach sich die Öl & Gas Reserven der beiden Firmen seit Dezember 2015 um 84% erhöht haben. Ursächlich hierfür sind vor allem zahlreiche weitere Bohrplätze von CCE, die nun Teil des Reservengutachtens sind. Zusammengefasst ergeben die Reservengutachten eine nachgewiesene Reserve von 10,07 Mio. BOE (Barrel of Oil Equivalent) und eine wahrscheinliche Reserve von 12,55 Mio. BOE.

Meine Einschätzung
Nachdem die DRAG kürzlich ihre bestehende Mittelstandsanleihe teilweise durch eine deutlich niedriger verzinste Anleihe ersetzt hatte, investiert sie die frischen Gelder gleich in aussichtsreiche Projekte. Die DRAG ist vermutlich eine der sichersten Möglichkeiten, von allgemein steigenden Rohstoffpreisen zu profitieren und insbesondere von einem Wiedererstarken des Ölpreises. Aufgrund der hohen Cash-Reserven ist man nicht darauf angewiesen, windige Finanzierungen in Anspruch zu nehmen, sondern kann sich solide finanzieren. Auch bei einem Ölpreis von $35 schreibt man keine Verluste, hat also beim aktuellen Ölpreis von rund $45 einen Sicherheitspuffer von knapp 30%. Und jeder Dollar über $35 spült der DRAG Gewinne in die Kasse, jedenfalls sobald die Förderung beginnt. Das soll im Herbst der Fall sein und dann kann auch der Ölpreis gerne weiter steigen und so die Gewinne der DRAG explodieren lassen. Und spätestens dann dürfte auch der Aktienkurs wieder richtig zünden und seine Potenziale ausspielen. Vielleicht sogar bis an die alten Höchststände aus "guten, alten Tekton-Zeiten", was einer glatten Kursverdopplung gleichkäme.

Die Deutsche Rohstoff AG befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Dienstag, 9. August 2016

Patrizia kann im ersten Halbjahr kräftig punkten

Die Patrizia Immobilen AG hat sich von einem Immobilien-Bestandsunternehmen zu einem bankenunabhängigen Immobilien-Investmenthaus gewandelt. Dabei deckt man den gesamten Immobilien-Lebenszyklus ab und bietet den Kunden ein umfangreiches Angebot an Dienstleistungen rund um Wohnimmobilien. Patrizia bietet Akquisition & Consulting, Asset Management, Wohnungsprivatisierung, Immobilienmanagement, Projektentwicklung, Bautechnik und Sales. Zu den Kunden gehören institutionelle Investoren, gewerbliche und private Anleger sowie Selbstnutzer.

Nachdem Patrizia zu den Börsenlieblingen 2015 gehörte, konsolidiert der Kurs seit Jahresbeginn zwischen €20 und €25, doch gut möglich, dass nun der Ausbruch aus diesem Korridor gelingt. Denn die vorgelegten Zahlen zum ersten Halbjahr 2016 können sich sehen lassen.

Insgesamt wurden europaweit Immobilientransaktionen im Volumen von €2,8 Mrd. getätigt. Dabei konnten Immobilien für €1,5 Mrd. angekauft werden, während Verkäufe im Volumen von 1,3 Mrd. getätigt wurden, darunter auch das sogenannte Harald-Portfolio mit rund 13.500 Wohnungen und einem Volumen von €1,0 Mrd., das nun ergebniswirksam geworden ist. Das operative Ergebnis hat sich in den ersten sechs Monaten dieses Jahres auf €231,8 Mio. vervielfacht. Doch auch ohne die Harald-Transaktion wurde das operative Ergebnis im ersten Halbjahr 2016 um mehr als 90 Prozent auf €23,8 Mio. gesteigert, im Vergleich zu €12,5 Mio. im ersten Halbjahr 2015. Erfreulich ist dabei insbesondere der Anstieg der Dienstleistungseinnahmen aus der Betreuung der Immobilieninvestments, die sich gegenüber dem ersten Halbjahr 2015 um mehr als 34 Prozent auf €73,1 Mio. erhöhten.


 Patrizia Immobilien (Quelle: finanzen.net) 
Assets under Management (AUM) legen kräftig zu
Neben dem deutlich gestiegenen Transaktionsvolumen nimmt auch das Wachstum des betreuten Immobilienvermögens weiter zu. Dabei spielt Patrizia das Niedrigzinsumfeld immer stärker in die Hände, da immer mehr Anleger, gerade auch institutionelle, händeringend nach rentierlichen Investitionsmöglichkeiten suchen und auf Spezialisten wie Patrizia angewiesen sind. Und so konnten bei institutionellen und privaten Investoren mehr als €900 Mio. Eigenkapital für Investitionen eingeworben werden und damit mehr als doppelt so viel wie im ersten Halbjahr 2015. Insgesamt erhöhte sich das betreute Immobilienvermögen zum 30. Juni 2016 auf €17,2 Mrd. nach €16,6 Mrd. Ende 2015.

Im Fokus des ersten Halbjahres stand einmal mehr die Expansion des internationalen Geschäfts. So konnte Patrizia unter anderem im Januar mit einem der größten britischen Pensionsfonds den Bau eines Bürogebäudes in Manchester vereinbaren und im März gelang es, den bekannten Astro Tower in Brüssel für ein koreanisches Konsortium zu übernehmen. Ebenfalls im März wurde für einen der größten deutschen institutionellen Investoren ein Wohnungsportfolio in den Niederlanden mit 1.275 Wohnungen erworben und in London konnte im Juni zudem ein Entwicklungsprojekt für die Realisierung von rund 200 Wohneinheiten gekauft werden. Daneben gab es Immobilienankäufe in Dänemark, Irland und Spanien.

Jahresprognosen werden bestätigt
Vor dem Hintergrund der starken operativen Entwicklung im ersten Halbjahr 2016 bekräftigt Patrizia die Prognose für das Gesamtjahr 2016. Demnach ist geplant, das betreute Immobilienvermögen um €2,0 Mrd. auf €18,6 Mrd. zu erhöhen und das operative Ergebnis soll mindestens €250 Mio. betragen, nach €155 Mio. im Geschäftsjahr 2015.

Zudem werden die europäischen Aktivitäten weiter ausgebaut, wobei bereits ein Drittel der AUM mittlerweile außerhalb Deutschlands liegt und inzwischen über 200 institutionelle Investoren, wie Sparkassen, Altersvorsorgeeinrichtungen, Staatsfonds oder Versicherungen über Patrizia in Immobilien investiert sind.

Meine Einschätzung
Patrizia ist hervorragend positioniert und dürfte auch künftig stark davon profitieren, dass die Niedrigstzinsen keine attraktiven Renditen für Geldanlagen mehr bringen und Anleger auf andere Anlagen ausweichen müssen. Der anstehende Brexit und der seit dem Votum massiv einbrechende britische Immobilienmarkt verlagern Anlegergelder in dieser Asset-Klasse weg von den britischen Inseln hin zu den Metropolen Kontinentaleuropas und hier insbesondere in den sicheren Hafen Deutschland. Die angespannte Lage am heimischen Immobilienmarkt bei gleichzeitig günstigen Ko-Finanzierungsmöglichkeiten über Kredite birgt enormes Potenzial für das Geschäft von Patrizia und die Konsolidierungsphase des Aktienkurses sollte bald vorüber sein und Anleger wieder viel Freude an ihrem Investment haben. Demnächst steht zudem noch die Ausgabe von Gratisaktien im Verhältnis 10:1 an.

Patrizia befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Montag, 8. August 2016

Squeeze-outs: Birgt das Scherzer-Portfolio unerkannte Millionenpotenziale?

Die Nebenwerte-Beteiligungsgesellschaft Scherzer & Co. habe ich schon seit gut drei Jahren auf meiner Empfehlungsliste und mit knapp 48% Performance hat sie sich in dieser Zeit ganz passabel geschlagen und konnte nach einer längeren Konsolidierungsphase endlich die Marke von €1,75 nachhaltig überwinden.

Der von der Gesellschaft jeweils zum Monatsende veröffentlichte Net-Asset-Value (NAV) notiert per Ende Juli bei €1,96 und damit gute 5% oberhalb des aktuellen Börsenkurses von €1,85. Und hier könnte noch beträchtliches Potenzial schlummern...

Das aktuelle Scherzer-Portfolio
Die zehn größten Aktienpositionen der Gesellschaft zum 31. Juli 2016 nach Positionsgröße geordnet sind:

  • GK Software AG,
  • W&W Wüstenrot und Württembergische AG,
  • freenet AG,
  • Lotto24 AG,
  • Mobotix AG,
  • Allerthal-Werke AG,
  • Data Modul AG,
  • MAN SE (Vorzüge),
  • Pfeiffer Vacuum AG,
  • Manz AG.

Scherzer & Co. hat die Mehrheit an der Horus AG übernommen
Daneben gibt es bei einer kleinen, unbeachteten Beteiligung Interessantes zu vermelden, der börsennotierten Horus AG. Diese ist wie Scherzer & Co. selbst ein Beteiligungsunternehmen mit Fokus auf Value Investments. Mit einer Marktkapitalisierung von gerade einmal knapp über €3 Mio. spielt sie natürlich in einer viel niedrigeren Liga als Scherzer & Co. Interessant ist dieses Investment deshalb, weil Horus ihren NAV zum Halbjahr 2016 mit €1,42 je Aktie ausweist, der Aktienkurs aber um die €1,20 pendelt, also mit einem Abschlag von gut 15%. Für Scherzer & Co. ist dies beachtlich, weil man seinen Horus-Anteil durch Übernahme des von der Allerthal-Werke AG gehaltenen Pakets und durch ergänzende Zukäufe mittlerweile auf einen Anteil von 76% ausgebaut hat. Dies gab Horus-Aufsichtsratsmitglied Dr. Georg Issels, auch Vorstand von Scherzer & Co., auf der Horus-Hauptversammlung Ende Juli bekannt. Hier schlummert also noch einiges an Potenzial und vielleicht wird es irgendwann eine Komplettübernahme von Horus durch Scherzer & Co. geben. Das wäre mal eine Squeeze-out-Spekulation mit anderen Vorzeichen...

Halbjahresergebnis
Das erste Halbjahr 2016 wurde nach vorläufigen Zahlen mit einem Verlust abgeschlossen. So liegt das Halbjahresergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) bei €-1,10 Mio. (+€3,54 Mio.) und das Ergebnis vor Steuern (EBT) beträgt -€1,13 Mio. (+€3,46 Mio. ). Zum Ergebnis des ersten Halbjahres trugen im Wesentlichen die realisierten Kursgewinne von €0,91 Mio. sowie Zuschreibungen in Höhe von €0,52 Mio. bei. Das Ergebnis aus Stillhaltergeschäften lag bei €0,71 Mio und es wurden Dividenden in Höhe von €1,18 Mio. vereinnahmt. Dem gegenüber standen stichtagsbedingte Abschreibungen in Höhe von €3,53 Mio. und der Zinssaldo betrug -€0,03 Mio., während der betriebliche Aufwand bei €0,92 Mio. lag.

Dieses Ergebnis ruft auf den ersten Blick natürlich keine Begeisterungsstürme hervor, allerdings gibt es einige Besonderheiten zu beachten. Denn größere Gewinne fährt Scherzer & Co. immer dann ein, wenn man eine Beteiligung wieder auflöst, ggf. bei einer Firmenübernahme. Unterjährig gibt es ansonsten eher nur kursbezogene Zu- oder Abschreibungen. Und zum Stichtag der Halbjahreszahlen , dem 30. Juni, taumelten die Börsenkurse infolge des Brexit-Votums, während sie sich inzwischen wieder gefangen haben und neuen Höchstständen entgegenstreben. Für die Bewertung einer solchen Beteiligungsgesellschaft wie Scherzer & Co. ist es daher sinnvoll, anstelle auf das Jahresergebnis und das daraus resultierende KGV lieber auf die Entwicklung des NAV abzustellen, also des Nettovermögenswertes.

Und das versuchen wir dann mal, denn neben dem von Scherzer & Co. selbst monatlich ausgewiesenen NAV gibt es noch einige weitere Besonderheiten zu berücksichtigen, die den Scherzer-NAV-Ansatz sogar noch konservativer erscheinen lassen könnten, als er es nach HGB-Regeln ohnehin schon ist.

Hoher Verkaufserlös winkt
Scherzer & Co. hat Ende Juli einen Vertrag zur Veräußerung ihrer Beteiligung an der FIDOR-Bank AG unterzeichnet. Dieser Vertrag steht noch unter einer Reihe von aufschiebenden Bedingungen; Scherzer & Co jedoch geht davon aus, dass der Vollzug der Vereinbarung nach Eintritt der aufschiebenden Bedingungen im vierten Quartal 2016 erfolgen wird. Dies wird bei der Scherzer & Co. AG zu einem zahlungswirksamen Ertrag in Höhe von ca. €2,9 Mio. vor Steuern führen und so den Nettoinventarwert (NAV) um ca. €0,10 je Aktie erhöhen, also um mehr als 5%.

 Scherzer & Co. AG (Quelle: finanzen.net) 
Eine Schatztruhe voller Nachbesserungsrechte
Und damit kommen wir zu den interessanteren Perspektiven. Denn neben den reinen Beteiligungswerten verfügt Scherzer & Co. auch über eine größere Anzahl an sog. Nachbesserungsrechten. Diese entstehen, wenn bei Firmenübernahmen der neue Mehrheitsaktionär die verbliebenen Minderheitsaktionäre herausdrängt, also einen Squeeze-out durchführt. Wie sich bei Squeeze-outs mit langem Atem sicher Geld verdienen lässt, habe ich bereits vor einiger Zeit erläutert, und Scherzer & Co. ist in diesem Bereich sehr aktiv - und ziemlich erfolgreich.

Wert der Nachbesserungsrechte etwa €0,40 je Scherzer-Aktie
Die Scherzer & Co. AG besitzt per Ende Juli 2016 Nachbesserungsrechte (Abfindungsergänzungsansprüche) entsprechend eines Andienungsvolumens von €95,5 Mio. Je Aktie ergibt dies ein Andienungsvolumen von €3,19. Rechnet man nur mit den zuletzt durchschnittlichen erzielten 12,5% als Nachbesserungsrendite, würden sich diese mit immerhin €0,40 je Scherzer-Aktie niederschlagen. Hierbei handelt es sich um potenzielle Ansprüche, die sich aus der Durchführung von gerichtlichen Spruchstellenverfahren im Nachgang von Strukturmaßnahmen von Aktiengesellschaften ergeben. Nun werden nicht alle geltend gemachten Ansprüche zu Geld, denn nicht selten geht man im Spruchstellenverfahren leer aus. Manchmal gelingen aber auch spektakuläre Nachbesserungen, wie z.B. bei der Bayer-Schering-Übernahme. Und dann klingelt die Kasse richtig.

Allerthal-Werke AG und RM Rheiner Managament AG
Mitte Juli fand die Hauptversammlung der Allerthal-Werke AG statt, einem Unternehmen, das die gleiche Strategie fährt wie Scherzer & Co., und an dem Scherzer rund 23% der Anteile hält bzw. fast 300.000 Aktien. Daher kommt man nicht nur in den Genuss der Rekorddividenden von €1,15 je Aktie (Vorjahr: €0,50), sondern man hat auch Teil am hohen Bestand an Andienungsrechten, die die Allerthal-Werke AG selbst angesammelt hat. Und ähnlich verhält es sich mit der RM Rheiner Management AG, an der Scherzer & Co. knapp 30% hält.

Weshalb ich gerade auf diesen Punkt so abstelle, hat einen Grund. Der ausführliche Allerthal-HV-Bericht von GSC-Research birgt interessante Informationen, auch für Scherzer-Aktionäre.

»Das bestehende Nachbesserungsportfolio (der Allerthal-Werke AG) enthält zudem weitere interessante Chancen. In den vergangenen Wochen hat ein Gutachten in der AXA Konzern-Spruchstelle im Markt für Fantasie gesorgt, da der gerichtliche Gutachter eine Nachbesserung um 90 Euro ermittelt hat. Auch wenn ein Gutachten noch lange keine endgültige und rechtskräftige Entscheidung darstellt, zeigen sich die erheblichen Chancen aus diesem Geschäftsmodell. Wenn es klappen würde, könnte sich Allerthal über einen Zufluss von 10,2 Mio. Euro oder über 8 Euro je (Allerthal-)Aktie freuen. Die vom Vorstand gegebene Einschätzung des NAV zuzüglich der Chancen aus den Nachbesserungsrechten gibt einen guten Überblick über den möglichen Wert, die Bandbreite des NAV bewegt sich somit zwischen 16,31 Euro ohne jede weitere Nachbesserung bis hin zu 23,19 Euro für den Fall einer durchschnittlichen Rendite von 21 Prozent.«

Doch ist Scherzer & Co. nicht nur indirekt über die Allerthal-Werke am AXA-Squeeze-out beteiligt und über die RM Rheiner Management AG, sondern auch direkt über eigene Andienungsrechte. So weist Scherzer & Co. per Ende April 2015 als größte Positionen im Nachbesserungsvolumen die AXA Konzern Stämme und Vorzüge aus dem Squeeze-out im Volumen von €18,8 Mio. bzw. €6,8 Mio. aus.

AXA-Potenzial von €0,55 je Scherzer-Aktie
Hieraus ergibt sich für die Scherzer-Andienungsrechte folgende Rechnung: Im Spruchverfahren vor dem Landgericht Köln zwischen ehemaligen Aktionären der AXA Konzern AG und der AXA S.A. kommt der gerichtlich bestellte Sachverständige in seinem Gutachten zu einem Unternehmenswert in Höhe von €7,425 Mrd., was €237,74 je Stammaktie bzw. €238,77 je Vorzugsaktie entspricht. AXA selbst hatte die Barabfindung für die Stammaktien von Minderheitsaktionären auf €144,68 und für die Vorzugsaktien auf €146,24 festgesetzt.

Scherzer hätte also rund 130.000 Stammaktien und 46.500 Vorzugsaktien angedient und somit ergäben sich €12.097.800 und €4.375.185, zusammen also knapp €16,5 Mio. an Nachbesserungsansprüchen. Bei ausgegebenen 29,94 Mio. Aktien der Scherzer & Co. AG würde dies je Aktie €0,55 ausmachen!

Das kumulierte NAV-Potenzial je Scherzer-Aktie
Addieren wir die einzelnen Beträge, ergäbe sich aus den Überlegungen

   €1,96 aktueller NAV per 31.07.2016
+ €0,10 aus dem FIDOR-Verkauf
+ €0,55 aus der AXA-Nachbesserung
+ €0,33 aus weiteren Andienungsrechten (ohne AXA bleiben €79 Mio. oder €2,64 je Aktie zu 12,5%)

ein Potenzial-NAV von €2,94. Dieser steht einem aktuellen Aktienkurs von €1,85 gegenüber und somit notiert die Aktie momentan mit einem 59-prozentigem Abschlag zu ihrem Potenzial-NAV.

Berücksichtigt man dann noch die beträchtlichen Aktienpakete der Scherzer & Co. AG an der Allerthal-Werke AG, der Rheiner Management AG und der Horus AG, die ebenfalls von einer AXA-Nachbesserung profitieren würden, schlummern hier noch zusätzliche NAV-Potenziale, die sich bei diesen Beteiligungen in höheren NAV-Bewertungen und Aktienkursen auswirken würden und somit in der Folge in einem noch weiter erhöhten NAV des Scherzer-Portfolios. Inkl. dieser Aktienpakete dürfte der wahre Wert der Scherzer-Aktien bei über €3 liegen!

Meine Einschätzung
Sollte sich hier auch nur ein Teilbetrag der gutachterlich festgestellten Nachbesserungen von mehr als €90 je AXA-Aktie realisieren lassen, hätte dies erheblich positive Auswirkungen auf den NAV der Scherzer-Aktien. Mit entsprechend treibenden Auswirkungen auf den Aktienkurs.

Bis dahin wird allerdings noch einige Zeit vergehen und auch die endgültige Höhe steht noch nicht fest. Auf jeden Fall können mutige Anleger mit Geduld und mittel- bis langfristigem Anlagehorizont sich hier aussichtsreich positionieren und in aller Ruhe auf den großen Geldregen warten. Und in der Zwischenzeit auf das Können der Scherzer-Verantwortlichen um Dr. Issels vertrauen, die immer wieder belegen, dass sie attraktive Chancen im deutschen Nebenwerte-Segment aufzutun fähig sind. Und noch viele weitere potenziell höchst-lukrative Andienungsrechte in ihrer Schatztruhe haben. Ich habe jedenfalls meine Scherzer-Position ausgebaut und da die Aktien aktuell sogar noch unterhalb des ausgewiesenen NAVs notieren (im Gegensatz zu denen der Allerthal-Werke und von Rheiner Management), bleibt die Scherzer-Aktie für mich die erste Wahl. Denn, wie Warren Buffett es ausdrückte, man wird reich, indem man den Dollar für 50 Cents kauft. Und deshalb kaufe ich die Aktien von Scherzer & Co.


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ERGÄNZUNG VOM 01.09.2016

Heute meldete Scherzer & Co. einen NAV von €1,99 je Aktie per Ende August und damit eine Steigerung um €0,03 gegenüber dem Wert von Ende Juli. Der avisierte Ertrag aus der FIDOR-Transaktion in Höhe von €0,10 ist hierin noch nicht enthalten. Im Umfeld solider Zahlen nutzte Scherzer & Co. Kursrückgänge bei freenet zum weiteren Ausbau ihrer Beteiligung und bei InVision wurde die Position aufgestockt nach guten Halbjahreszahlen mit einer Verdopplung des EBIT.


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ERGÄNZUNG VOM 04.10.2016

Heute meldete Scherzer & Co. einen NAV von €2,04 je Aktie per Ende September und damit eine Steigerung um €0,05 gegenüber dem Wert von Ende August. Der avisierte Ertrag aus der FIDOR-Transaktion in Höhe von €0,10 ist hierin noch nicht enthalten. Ausgebaut wurden insbesondere die Beteiligungen an freenet und InVision, bei der man die meldepflichtige 3-Prozent-Schwelle überschritt.


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ERGÄNZUNG VOM 02.11.2016

Heute meldete Scherzer & Co. einen NAV von €2,08 je Aktie per Ende Oktober und damit eine Steigerung um €0,04 gegenüber dem Wert von Ende September. Der avisierte Ertrag aus der FIDOR-Transaktion in Höhe von €0,10 ist hierin noch nicht enthalten. Bei der Strabag AG wird ein umwandlungsrechtlicher Squeeze-out durchgeführt; Scherzer & Co. hat hier weitere Zukäufe getätigt. Bei der Constantin Medien AG gibt es eine Auseinandersetzung über die zukünftige Strategie der Gesellschaft; Scherzer & Co. hat im Umfeld der Hauptversammlung am 9. November eine Position erworben. Die Scherzer & Co. AG hat begonnen, in der ertrags- und substanzstarken Audi AG eine Beteiligung aufzubauen. Weiter ausgebaut wurden die Beteiligungen an der freenet AG und der Schweizer Sunrise Communications AG.


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ERGÄNZUNG VOM 02.12.2016

Heute meldete Scherzer & Co. einen NAV von €2,08 je Aktie per Ende November und damit keine Veränderung gegenüber dem Wert von Ende Oktober. Der avisierte Ertrag aus der FIDOR-Transaktion in Höhe von €0,10 ist hierin noch nicht enthalten. Trotz kurzfristiger Probleme bei der Leoni AG sieht Scherzer & Co. mittelfristig gute Aussichten auf einen Turnaround und nutzte das Kursniveau zum Aufbau einer Position. Bei der Invision AG, die vor einer großen Vertriebsoffensive steht, hat Scherzer & Co. das attraktive Kursniveau genutzt, um die Beteiligung weiter auszubauen, während der Bestand an Aktien der Manz AG vollständig veräußert wurde.

Novo Nordisk: Den Insulin-Weltmarktführer bei diesen Diät-Kursen kaufen?

Der weltgrößte Insulinhersteller, die dänische Novo Nordisk, musste am Freitag einen zweistelligen Kurseinbruch hinnehmen, nachdem das Unternehmen seine Prognosen für das laufende Jahr leicht gesenkt hatte. Für langfristig orientierte Anleger dürfte der Kurseinbruch eine Chance bieten, sich vergleichsweise günstig in ein Top-Unternehmen in einem wachsenden Markt einzukaufen.

Der Insulinmarkt
Weltweit leiden mehr als 350 Mio. Menschen an Diabetes, Tendenz steigend. Denn immer mehr Menschen leiden unter Fettleibigkeit und Übergewicht und insbesondere in den aufstrebenden Staaten Indien und China nehmen diese Wohlstandskrankheiten rasant zu. Dabei sind rund 90% der Kranken vom nach wie vor unheilbaren Diabetes Typ II betroffen und benötigen regelmäßige Insulinzufuhren. In diesem Markt erzielt Novo Nordisk etwa 80% seiner Umsatzerlöse und ist Weltmarktführer.

Eine sehr lesenswerte Darstellung zu Wirkweise und Markt der Insulinprodukte gibt P. Tschischik in seinem Blog "seekingvalue.de".

Halbjahreszahlen "in line"
Im ersten Halbjahr stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 5 Prozent auf 54,671 Mrd. dänische Kronen (€5,75 Mrd.), während der operative Gewinn um 6 Prozent auf 24,80 Mrd. Kronen fiel. Ein Jahr zuvor hatte allerdings der Börsengang einer Sparte das Ergebnis nach oben getrieben und die Zahlen lagen auf Höhe der Analysten-Erwartungen.

Börsenweisheit der Woche 32/2016

"Es ist besser, ein hervorragendes Unternehmen zu einem guten Preis zu kaufen, als ein gutes Unternehmen zu einem hervorragenden Preis."
(Warren Buffett)

Montag, 1. August 2016

Börsenweisheit der Woche 31/2016

"Euphorie und Panik sind die schlechtesten Ratgeber bei Geldanlagen."
(Roland Leuschel)

Montag, 25. Juli 2016

Börsenweisheit der Woche 30/2016

"Als Faustregel gilt: Eine Hausse dauert etwa dreimal länger als eine Baisse. Vergeuden Sie nicht ihre Zeit mit Timing, sondern nutzen Sie Baissen für Käufe."
(Gottfried Heller)

Donnerstag, 21. Juli 2016

Gewinnexplosion: Steico liegt weiter richtig im Trend

Die Steico SE, ein Hersteller holzfaserbasierter Bauprodukte, profitiert vom Trend zum nachhaltigen und CO2-armen Bauen und auch die beiden großen Trends hin zu Immobilien in Ballungsräumen und schnelle Lösungen für die Flüchtlingsunterbringung bieten dem Unternehmen zusätzliche Chancen. Hohen Investitionen in neue Maschinen und die damit einhergehende Angebotserweiterung bzw. Ausweitung der Fertigungstiefe trugen bereits im ersten Quartal erste Früchte und sorgten für eine Verbesserung der Margen einhergehend mit höheren Gewinnen. Doch die jetzt präsentierten Halbjahreszahlen dürften Anlegerherzen so richtig schneller schlagen lassen, denn auch das zweite Quartal war sowohl umsatz- als auch ergbnisseitig wieder das Beste der Unternehmensgeschichte.

Saustarke Zahlen
Mit €101,3 Mio. liegt der Umsatz im ersten Halbjahr um 9,5% über dem Vorjahresumsatz von €92,5 Mio. Das operative Ergebnis (EBITDA) konnte um 52,2% auf €17,5 Mio. zulegen (Vorjahr €11,5 Mio.) und das EBIT sogar um 81,5% auf €9,8 Mio. (Vorjahr €5,4 Mio.). Der Periodenüberschuss ist um 57,9% auf €6,0 Mio. angewachsen (Vorjahr €3,8 Mio.).

 Steico SE (Quelle: finanzen.net) 
Diese Zahlen belegen, dass sich die Unternehmensstrategie des "integrierten Holzbausystems" bezahlt macht. Eine steigende Nachfrage nach ökologischen Holzfaser-Dämmstoffen und die erfreulichen Margenbeiträge aus der neuen Produktionsanlage für Furnierschichtholz sind maßgebliche Treiber dieser erfreulichen Entwicklung. Steico steht nach wie vor im harten Preiswettbewerb bei Dämmmaterialien und kämpft dabei mit Überkapazitäten in der Branche. Aus diesem Grund hat man sich vor einiger Zeit entschlossen, neue Produktionskapazitäten aufzubauen, um fremdvergebene Teilaufträge selbst abwickeln zu können, wodurch man weniger abhängig von Zulieferern wurde und in diesem Bereich eine höhere Wertschöpfungstiefe erreicht und somit insgesamt höhere Margen. Das Management hat dem entsprechend auch seine Gesamtjahresprognose konkretisiert und erwartet nun "ein EBIT-Wachstum im oberen zweistelligen Prozentbereich".

Meine Einschätzung
Die Investitionen von rund €50 Mio. waren angesichts der Überkapazitäten und des Preisdrucks in der Branche durchaus mit Risiken verbunden, scheinen sich aber jetzt richtig auszuzahlen. Das Unternehmen wird das neue Werk zunehmend auslasten können und so weitere Kosteneinsparungen realisieren und gleichzeitig davon profitieren, dass die herkömmlichen Wärmeverbundsysteme aufgrund ihrer Problembehaftung (Krebsrisiko, Umweltschädlichkeit, Brandgefahr) sukzessive vom Markt gedrängt werden und immer häufiger hochwertige ökologische Dämmmaterialien zum Einsatz kommen. Darüber hinaus verbreitert die eigene Stegträger-Produktion die Angebotspalette und sorgt für eine Verbreiterung und Ausweitung der Margenbasis.

Allerdings... da ein nicht unerheblicher Umsatzanteil in Großbritannien (rund 15%), dem zweitwichtigsten Absatzmarkt nach Deutschland, erzielt wird, dürfte die Pfund-Abwertung im Zuge des Brexit-Votums hier - zumindest vorübergehend - für eine Margenabschwächung sorgen.

Ich habe Steico seit vielen Jahren auf meiner Empfehlungsliste und in meinem Depot und werde das Unternehmen auf seinem erfolgreichen Weg noch lange Zeit weiter begleiten. Selbst auf dem inzwischen deutlich höheren Kursniveau bietet Steico für Anleger ein attraktives Chance-Risiko-Verhältnis.

Mittwoch, 20. Juli 2016

Lloyd Fonds mit Gewinnverdopplung im ersten Halbjahr voll im Plan

Der seit über 20 Jahren auf sachwertbasierte Investitionen und Kapitalanlagen spezialisierte Investment- und Asset-Manager Lloyd Fonds aus Hamburg kommt bei seinem Turnaround weiter voran. Die heute stattfindende Hauptversammlung soll erstmals seit sieben Jahren wieder eine Dividende beschließen und €0,07 je Aktie ausschütten.

Im Vorfeld der Hauptversammlung präsentierte das Unternehmen auch vorläufige Halbjahreszahlen und kann damit den erfolgreichen Turnaround eindrucksvoll bestätigen. So wurde ein Konzernergebnis von €1,8 Mio. erzielt und damit deutlich mehr als doppelt so viel wie in der Vergleichsperiode des Vorjahres (€0,7 Mio). Diese deutliche Verbesserung des Ergebnisses resultiere aus einem Anstieg der Managementeinnahmen und der darin enthaltenen Transaktionsgebühren, insbesondere im Immobilienbereich, teilte das Unternehmen mit.

Vor dem Hintergrund der erfolgreichen Geschäftsentwicklung erwartet die Lloyd Fonds AG für das Geschäftsjahr 2016 einen kräftigen Anstieg des Konzernergebnisses, das nun am oberen Ende der bisherigen Gewinnprognose von €2 Mio. bis €3 Mio. erwartet wird.

 Lloyd Fonds AG (Quelle: finanzen.net) 
Nachhaltiges Wachstum durch neue Strategie und neue Projekte
Vor dem Hintergrund der strategischen Entscheidung des Unternehmens, aktienbasierte und handelbare Investments zu entwickeln, arbeitet Lloyd Fonds derzeit aktiv an dem Aufbau einer börsennotierten Gesellschaft für den geförderten Wohnungsbau in Metropolregionen. Zielgruppe sind primär institutionelle Investoren.

Darüber hinaus soll in einem zweiten Projekt Privatanlegern über einen börsennotierten Real Estate Investment Trust (REIT) Zugang zu Immobilieninvestments ermöglicht werden.

Im maritimen Bereich wird der Aufbau einer Plattform für Schiffe, die sich in wirtschaftlicher Krise befinden, vorbereitet.

Meine Einschätzung
Lloyds Fonds befindet sich seit Anfang Juni auf meiner Empfehlungsliste und in meinem Depot. Seitdem konnte der Aktienkurs bereits deutlich zulegen und die hervorragenden Unternehmenszahlen bestätigen, dass das Unternehmen auf dem richtigen Weg ist hin zu einem erfolgreichen Turnaround. Ich habe vor, das Unternehmen auf diesem Weg zu begleiten, weil sich im Bereich alternativer Anlageformen eine Menge Potenzial bietet. Die anhaltende Niedrigzinsphase, steigende Immobilienpreise und Mieten sowie die Aussicht auf sich verbessernde Frachtraten im Schifffahrtsbereich sollten Anlegern in den nächsten Jahren eine Menge Freude an den Aktien der Lloyds Fonds AG bieten, sofern sie sich des erhöhten Risikos einer Turnaround-Spekulation immer bewusst sind.

Dienstag, 19. Juli 2016

Publity steigert im ersten Halbjahr den Nettogewinn um 40 Prozent

Der Aktienkurs von Publity, einem Investor in und Asset-Manager von deutschen Büroimmobilien mit langjähriger Erfahrung im Bereich der Immobilienfinanzierung in Sondersituationen, kannte seit der Hauptversammlung und der unmittelbar im Anschluss erfolgten überraschenden Kapitalerhöhung nur einen Weg: nach unten. Und das, obwohl man immer wieder positive Nachrichten zum Verlauf des operativen Geschäfts veröffentlichen konnte. Die Abgaben eines britischen Aktionärs sollen ursächlich für den Kursverfall gewesen sein, aber es schossen auch andere, ganz wilde Spekulationen ins Kraut.

Heute legte Publity nun die lang ersehnten vorläufigen Zahlen zum Verlauf des ersten Halbjahrs 2016 vor und die können sich sehen lassen. So verdoppelte man den Umsatz auf €11,6 Mio. während der Nettogewinn um 40% auf €4,2 Mio. anstieg und das EBIT sogar um 60% auf €6,4 Mio. Die Assets under Management (AUM) lagen zum Halbjahresende bei €2,1 Mrd. nach €1,6 Mrd. zum Jahresende 2015 und Publity verfügt zudem bereits heute über eine Pipeline von Objekten, bei denen mit dem Verkäufer Exklusivität vereinbart wurde, von rund €0,9 Mrd.

Positiv wirkten sich das erfolgreiche Co-Investmentgeschäft im Rahmen von Joint Ventures mit internationalen Investoren und der damit verbundene starke Ausbau des von Publity verwalteten Immobilienvermögens aus. Publity erhält eine Finders Fee beim Ankauf der Objekte, bekommt Erlöse für das umfangreiche Asset Management und ist am gewinnbringenden Verkauf der Immobilien beteiligt. Darüber hinaus lieferte im ersten Halbjahr 2016 der NPL-Bereich (Non- performing Loans) zusätzliche positive Impulse. Publity hat im Berichtszeitraum Aufträge zur Verwertung notleidender Immobilien-Kredite im Nominalvolumen von insgesamt €1,7 Mrd. von einem internationalen Investor erhalten.

Verdopplung des Jahresüberschusses angepeilt
Aufgrund des gelungenen ersten Halbjahrs, der umfangreichen Pipeline und den regelmäßig und langfristig zufließenden Erträgen aus Asset-Management-Verträgen, bestätigt der Vorstand seine Wachstums- und Ergebnisprognose für 2016, die eine Verdoppelung des Jahresüberschusses vorsieht. Die Gesellschaft erwartet unverändert eine Erhöhung des EBIT auf rund €37,5 Mio. (2015: €20,3 Mio.), eine Verdoppelung des Jahresüberschusses auf etwa €25 Mio. (2015: €12,5 Mio. ) und eine Umsatzsteigerung auf rund €44 Mio. (2015: €23,0 Mio.). Die AUM, also das verwaltete Immobilienvermögen, sollen zum Jahresende 2016 bei mehr als €3 Mrd. und zum Jahresende 2017 bei mehr als €5 Mrd. Euro liegen.

 Publity (Quelle: finanzen.net) 
Dividendenrendite von 10 Prozent
Auch die Aktionäre sollen wieder partizipieren am Erfolg und so plant Publity eine Dividendenausschüttung von €2,80 je Aktie für das Geschäftsjahr 2016, was einen satten Plus von 40% entspräche. Beim aktuellen Börsenkurs von €28 ergäbe dies eine Dividendenrendite von 10%.

Meine Einschätzung
Publity befindet sich auf meiner Empfehlungsliste und in meinem Depot. Trotz des bisher enttäuschenden Kursverlaufs ist der Immobilien-Manager aussichtsreich positioniert und die vorgelegten Zahlen bestätigen die operativen Erfolge. Bis zum Allzeithoch bei über €40 ist noch reichlich Luft und der heutige Kurssprung könnte die Trendwende einläuten, da Publity gemessen an der Bewertung ein echtes Schnäppchen ist.

Montag, 18. Juli 2016

Softship: Kommt jetzt die Übernahme durch WiseTech Global Ltd.?

Die Softship AG, ein Hamburger IT-Dienstleister für Spezialsoftware für die Linienschifffahrt, verhandelt mit ihrem Großaktionär WiseTech Global Ltd. über eine vertiefte Kooperation mit Schwerpunkt in den Bereichen Produktentwicklung und Expansion in Europa sowie im weltweiten Vertrieb.

Die Unternehmen sehen ein enormes Potenzial in dieser Kooperation, bei der die weltweite Präsenz von WiseTech Global und die finanzielle sowie technische Stärke der Gesellschaft mit Softships Produkt- und Technologieführer bei Softwarelösungen im Bereich der Fracht- und Linienschifffahrt kombiniert werden sollen. Dabei passten die Kulturen der beiden Unternehmen gut zusammen.

 Softship AG (Quelle: finanzen.net) 
WiseTech stockt Anteil von 19% auf 43% auf
Interessanter als die künftige intensivierte Zusammenarbeit ist allerdings eine Randnotiz in der Meldung, denn die ungleich größere WiseTech war bisher mit rund 19% an Softship beteiligt und hat zwischenzeitlich ihren Anteil auf 43% erhöht. Zwar bemühte sich WiseTech, Spekulationen über eine baldige Übernahme zu zerstreuen, und meinte, aktuell gäbe keine Einigung, ein Übernahmeangebot zu unterbreiten oder einen vollständigen Erwerb zu tätigen. Allerdings deutet der massive Ausbau des Anteils darauf hin, dass WiseTech genau in diese Richtung steuert. Und aufgrund der doch überschaubaren Umsätze an der Börse dürfte der Anteil nicht alleine über XETRA aufgebaut worden sein, sondern eher auch über Paketverkäufe von abgabewilligen Blockaktionären jenseits der Börsen. Ein weiteres Indiz dafür, dass WiseTech so schnell und so leise wie möglich Aktien zusammenkaufen möchte, bevor jeder den Braten riecht und die Übernahme immer teurer wird.

Meine Einschätzung
Der erfolgreiche Turnaround bei Softship ist alleine schon Grund genug, sich hier als Nebenwerte-Investor zu engagieren. Die Übernahmephantasie dürfte den Aktienkurs nach unten absichern und mögliche weitere Zukäufe von WiseTech den Kurs eher antreiben. Sollte es zu einem Pflichtangebot an die freuen Aktionäre kommen, müsste WiseTech wohl erheblich mehr bieten als die aktuellen €8, um Aktien angedient zu bekommen. Darüber hinaus könnten auch Squeeze-out-Spezialisten wie Scherzer & Co. oder Allerthal-Werke Positionen in Aktien der Shoftship AG aufbauen, um an dem sich abzeichneneden Übernahme-Deal mitzuverdienen. Das wäre ein weiterer Kurstreiber für die Anleger, die bereits investiert sind.

Softship befindet sich auf meiner Empfehlungsliste und in meinem Depot. Ich bleibe dabei und werde bei einem Kursrücksetzer tendenziell eher meine Position noch ausbauen, als dass ich Stücke abgebe.

Zahlen & Mehr: Aurelius, Burberry, BYD, Datagroup, H&R, Hypoport, Patrizia, Ringmetall

:: Aurelius SE
Der Finanzinvestor Aurelius nutzt die sich aufgrund des Brexit-Votums bietenden Chancen konsequent aus und hat erneut auf der Insel zugeschlagen. So übernimmt man den Schönheitsklinikbetreiber "The Hospital Group" und sieht großes Synergiepotenzial mit der seit 2015 im Konzern befindlichen Aurelius-Tochter Transform. Die komplexe Eigentümerstruktur soll "attraktive Übernahmeparameter" ermöglicht haben.

Meine Einschätzung
Dies ist die erste Aurelius-Akquisition im dritten Quartal 2016, nach drei Zukäufen im zweiten Quartal und CEO Dr. Dirk Markus hat noch noch 5 bis 7 Käufe und Verkäufe in der Pipeline für dieses Jahr. Negative Auswirkungen durch den Brexit erwartet Aurelius nicht, weder für seine Tochterunternehmen in Großbritannien noch für für den Konzer, sondern man agiert seit jeher eher antizyklisch und derartige gesamtwirtschaftliche Umbruchsituationen liefern für das Geschäftsmodell interessante Möglichkeiten, die konsequent genutzt werden. Aktionäre sollten auch künftig weiter sehr viel Freude an ihrem Langfristinvestment in Aurelius haben und keine Stücke aus der Hand geben.

:: Burberry Group PLC
Der britische Luxusartikelhersteller Burberry hat Zahlen vorgelegt, die nicht schön, aber dennoch besser als erwartet ausfielen. Im soeben beendeten Geschäftsquartal fiel der Umsatz auf vergleichbarer Basis um 3% auf 423 Millionen Pfund oder rund €506 Mio. Allerdings erwartet das exportsensible Modeunternehmen aufgrund des Brexit und der damit einhergehenden Pfundabwertung positive Währungseffekte von bis zu 90 Mio. Pfund in diesem Jahr. Darüber hinaus konnte die Vakanz an der Unternehmensspitze beseitigt werden, da der italienische Chef der zu LVMH gehörenden Modemarke Celine, Marco Gobbetti, im kommenden Jahr Burberry-Chef Christopher Bailey ablösen wird.

Meine Einschätzung
Burberry steht mächtig unter Druck, zuletzt auch wegen des relativ starken Pfunds und der Wirtschaftsschwäche in China. Die Pfundabwertung infolge des Brexitvotums hebt die kurz- und mittelfristigen Aussichten auf der Währungsseite an, operativ muss sich die angepasste Unternehmensstrategie aber erst noch beweisen und mit ihr der neue Chef an der Spitze des Modekonzerns. Burberry ist einer der aussichtsreichsten Player in einem insgesamt schwierigen Branchenumfeld.

:: BYD Co. Ltd.
Der chinesische E-Mobilitäts-Konzern BYD hat einen weiteren Großaktionär gewinnen können. Der koreanische Samsung-Konzern will sich mit rund 4% einkaufen, indem man für rund €400 Mio. junge Aktien zeichnet. Weitere Großaktionäre sind Warren Buffetts Berkshire Hathaway mit 10% über ihre Emergie-Tochter und Charlie Munger, der privat auch eine Position erworben hat.

Meine Einschätzung
BYD baut bereits E-Autos für den chinesischen Markt und agiert profitabel. Insbesondere im Bereich von E-Bussen ist man führend und hat auch schon in Deutschland E-Busse verkauft. BYD sollte auch dank seiner finanzstarken und langfristig orientierten Großaktionäre Buffett und Munger einer der Gewinner des E-Mobilitätstrends sein.

:: Datagroup AG
Der IT-Dienstleister Datagroup hat die lang erwartete Übernahme des Hewlett-Packard--Geschäftsbereichs SAP- und Application Management-Services vollzogen. Datagroup übernimmt damit 330 SAP- und Application Management-Experten von Hewlett Packard Enterprise (HPE) in Deutschland und erbringt zukünftig definierte IT-Services für HPE, wodurch man sich damit ein garantiertes Umsatzvolumen im dreistelligen Millionenbereich über mindestens fünf Jahre sichert.

Meine Einschätzung
Die Übernahme stärkt Datagroups SAP-Geschäftsbereich und katapultiert das Unternehmen in eine höhere Liga unter den IT-Dienstleistern. Datagroup ist eine meiner ältesten Empfehlungen und Anleger können sich über die Jahre über eine Kursvervielfachung freuen. Datagroup wächst auch dank Übernahmen und hat immer wieder bewiesen, dass man diese auch erfolgreich integrieren kann. Für Langfristanleger bieten sich weiterhin interessante Perspektiven.

:: H&R AG
Das Spezialchemieunternehmen H&R konnte mit seinen jüngst vorgelegten vorläufigen Zahlen zum zweiten Quartal seinen erfolgreichen Turnaround bestätigen. Das Operative Ergebnis (EBITDA) wurde im Halbjahresvergleich kräftig auf €54,4 Mio. gesteigert und die es wurde eine positive EBITDA-Entwicklung über alle drei Segmente der Konzerns erzielt. Die Bilanzsumme erhöhte sich im Vergleich zum 31. Dezember 2015 von €628,8 Mio. leicht auf €647,9 Mio, während das Eigenkapital von €287,1 Mio. auf €303,6 Mio. anstieg Per 30. Juni 2016 beträgt die Eigenkapitalquote der Gesellschaft 46,9 % nach 45,7% zum 31. Dezember 2015. Nachdem das erste Halbjahr über den Erwartungen verlaufen ist, passt das Unternehmen seines Jahresprognosen nach oben an und geht, eine auch weiterhin insgesamt stabile Preis- und Margensituation für seine Produkte vorausgesetzt, von einem zusätzlichen Ergebnispotenzial in Höhe von rund 10% aus.

Meine Einschätzung
Der Turnaround bei H&R nimmt weiter Fahrt auf und dies zeigt sich in steigenden Umsatz- und Ergebniszahlen. Sollte der Ölpreis weiter anziehen, wird H&R hiervon nicht negativ beeinflusst, sondern dürfte sogar eher noch weiter profitieren.

:: Hypoport
Im ersten Halbjahr 2016 konnte der Finanzdienstleister Hypoport nach vorläufigen Zahlen den Umsatz von €67,5 Mio. auf €73 Mio. steigern und das EBIT von €9,1 Mio. auf €11 Mio. Bei der Tochter Europace dämpften auch im April und Mai noch die negativen Auswirkungen der Wohnraumkreditrichtlinie die Umsätze, die aber gegen Ende des Quartals spürbar anzogen.

Meine Einschätzung
Das Fintech-Unternehmen Hypoport wächst weiter rasant und wird einer der Gewinner der Bankenkonsolidierung sein, während die klassischen Filialbanken weiterhin und zunehmend unter Druck bleiben werden. Mit der Plattform Europace hat man ein Quasi-Monopol in der Kreditvermittlung für und durch Banken erschaffen und wird in den nächsten Jahren die Ernte auch in diesem Geschäftsbereich einfahren.

:: Patrizia Immobilien AG
Patrizia Immobilen hat sich von einem Immobilien-Bestandsunternehmen zu einem bankenunabhängigen Immobilien-Investmenthaus gewandelt und kann nun einen weiteren Erfolg vermelden. Denn man hat ein weiteres Mandat übertragen bekommen, bei dem man für den Investor europaweit €300 Mio. in Wohnimmobilien investieren soll. Und der erste Ankauf ist bereits getätigt mit einer Projektentwicklung für eine Wohnimmobilie in Dänemarks Hauptstadt Kopenhagen.

Meine Einschätzung
Patrizia ist hervorragend positioniert und dürfte auf künftig stark davon profitieren, dass die Niedrigstzinsen keine attraktiven Renditen für Geldanlagen mehr bringen und Anleger auf andere Anlagen ausweichen müssen. Der anstehende Brexit und der seit dem Votum massiv einbrechende britische Immobilienmarkt verlagern Anlegergelder in dieser Assetklasse weg von den britischen Inseln hin zu den Metropolen Kontinentaleuropas und hier insbesondere in den sicheren Hafen Deutschland. Die angespannte Lage am heimischen Immobilienmarkt bei gleichzeitig günstigen Ko-Finanzierungsmöglichkeiten über Kredite bergen enormes Potenzial für das Geschäft von Patrizia und die Konsolidierungsphase des Aktienkurses sollte bald vorüber sein und Anleger wieder viel Freude an ihrem Investment haben. Demnächst steht zudem noch die Ausgabe von Gratisaktien im Verhältnis 10:1 an.

:: Ringmetall AG
Bei Ringmetall geht es nun Schlag auf Schlag. Es wurde eine Barkapitalerhöhung unter Ausschluss des Bezugsrechts der Altaktionäre beschlossen und innerhalb kürzester Zeit wurden die 2.288.000 neue Aktien im Rahmen einer Privatplatzierung bei qualifizierten Anlegern platziert. Der Platzierungspreis wurde auf  €2,20 je neuer Aktie festgelegt und die Transaktion war mehrfach überzeichnet. So wurde das Grundkapital der Ringmetall AG von €22.880.000,00 um €2.288.000,00 auf €25.168.000,00 erhöht und der Ringmetall AG fließt damit ein Bruttoemissionserlös in Höhe von €5.033.600,00 aus der Kapitalerhöhung zu. Hiermit soll das weitere interne und externe Wachstum der Ringmetall-Gruppe finanziert und die Grundlage für weitere Unternehmensakquisitionen gelegt werden.

Und direkt im Anschluss vermeldete Ringmetall den ersten Vollzug, indem man seine Beteiligung an der italienischen Tochtergesellschaft S.G.T. von bisher 51% auf 80% "zu wirtschaftlich attraktiven Konditionen" erhöht hat. Für den Jahresverlauf ist noch eine weitere kleinere Akquisition geplant.

Meine Einschätzung
Der große Zukauf der Self Industries im letzten Jahr hat die Unternehmenszahlen kräftig gepuscht und den Aktienkurs deutlich von €1,70 auf €2,30 anziehen lassen. Die Kapitalerhöhung versetzt Ringmetall in die Lage, weitere Zukäufe zu tätigen und sich zu einem Spezialanbieter in der Metallindustrie zu entwickeln. Der starke Kursanstieg nach einer viele Monate anhaltenden Konsolidierung hat nun allerdings einiges an Phantasie aus dem Kurs genommen.


Aurelius, Burberry, BYD, Datagroup, H&R, Hypoport, Patrizia Immobilien und Ringmetall befinden sich auf meiner Empfehlungsliste.

Börsenweisheit der Woche 29/2016

"An der Börse sagt uns oft das Gefühl, was mir machen, und der Verstand, was wir vermeiden sollen."
(André Kostolany)

Montag, 11. Juli 2016

Börsenweisheit der Woche 28/2016

"Laufen Sie keinen Modetrends hinterher. Wenn alle an der gleichen Stelle nach Gold suchen, sind die Chancen, dass Sie etwas finden, sehr gering."
(Gottfried Heller)

Montag, 4. Juli 2016

Börsenweisheit der Woche 27/2016

"Preis ist, was Du bezahlst. Wert ist, was Du bekommst."
(Benjamin Graham)

Donnerstag, 30. Juni 2016

Intelligent investieren im Sachwert Magazin: Buy & Hold à la Warren Buffett

In der aktuellen Ausgabe des Sachwert Magazins ist ein Artikel von mir erschienen zum Thema Buy & Hold, dem langfristigen Investieren in Qualitätsaktien.

▶ Link zur Online-Version der Ausgabe 44.

Buy & Hold: Geh den Warren Buffett Weg
Warren Buffett liebt und lebt das Prinzip des Buy & Hold, des Kaufens und Behaltens. Seine bevorzugte Anlagedauer sei für immer, hat er öffentlich verkündet. Und wenn man sich die größten Positionen in dem Portfolio seiner Investmentholding Berkshire Hathaway ansieht, so sind sie teilweise seit Jahren und Jahrzehnten unverändert: Wells Fargo, American Express, Coca Cola. Auch seine im lukrativen Duracell-Deal eingetauschten Procter & Gamble-Aktien hielt er weit mehr als 10 Jahre - sie resultierten aus seinem Einstieg bei Gillette, die dann von P&G übernommen wurden.

Seine Einstellung zum langfristigen Investieren legt Buffett auch immer wieder in seinen Jahresberichten dar, die er den Berkshire-Aktionären und Anlegern weltweit zur Verfügung stellt. Zwei besonders bemerkenswerte Passagen aus Jahresberichten von Mitte der 1990er Jahre möchte ich heute mal aufgreifen und in Erinnerung rufen.

Mittwoch, 29. Juni 2016

Zahlen & Mehr: Aurelius, Deutsche Rohstoff, Lloyd Fonds, Ringmetall

:: Aurelius SE
Der Münchener Finanzinvestor Aurelius erwirbt Working Links, den führenden Anbieter von beruflichen und sozialen Wiedereingliederungsleistungen, mit Niederlassungen in Großbritannien, Irland und im Nahen Osten. Working Links bietet Beratungs- und Betreuungsleistungen zur Wiedereingliederung und Rehabilitation in drei verschiedenen Bereichen: Der Bereich der beruflichen Wiedereingliederung zielt darauf ab, die Lebensverhältnisse von Menschen durch Beschäftigung, Schulung und die Entwicklung persönlicher Fertigkeiten zu verbessern. Mit den sozialen Wiedereingliederungsmaßnahmen zur Rückfallprävention soll eine erneute Straffälligkeit verhindert und so die Öffentlichkeit geschützt werden. Der Bereich internationale Dienstleistungen beinhaltet Beratungsdienstleistungen zur beruflichen Wiedereingliederung für inländische Arbeitnehmer in Saudi-Arabien und Kuwait sowie die Durchführung von "Job Path", einem Programm der irischen Regierung, um Langzeitarbeitslose in sechs Regionen Irlands wieder zurück in Arbeit zu bringen. 2015 erzielte Working Links einen Jahresumsatz von rund €160 Mio. und über die Kaufsumme wurde Stillschweigen vereinbart.

Dies ist bereits die dritte Aurelius-Akquisition im zweiten Quartal 2016 und nach CEO Dr. Dirk Markus sind noch 6 bis 8 Käufe und Verkäufe in der Pipeline für dieses Jahr. Negative Auswirkungen durch den Brexit erwartet Aurelius nicht, weder für seine Tochterunternehmen in Großbritannien noch für für den Konzern. Aurelius handele von jeher eher antizyklisch und derartige gesamtwirtschaftliche Umbruchsituationen liefern für das Geschäftsmodell interessante Opportunitäten.

:: Deutsche Rohstoff AG
Die DRAG wird bis 18.7.2016 eine neue Unternehmensanleihe 2016/2021 (WKN A2AA05) mit einem Volumen von bis zu €75 Mio. platzieren, deren Laufzeit 5 Jahre beträgt. Der jährliche Zinssatz beläuft sich auf 5,625% und wird halbjährlich ausgezahlt. Darüber hinaus erhalten die Inhaber der Anleihe 2013/2018 (WKN A1R07G) eine Einladung zur Abgabe von Umtauschangeboten und können je €1.000 nominal der Anleihe 2013/2018 in den gleichen Betrag der neuen Anleihe 2016/2021 tauschen. Zusätzlich erhalten sie eine Barzahlung in Höhe von €40 pro €1.000 nominal, so dass der Umtausch zu 104% erfolgt.

Die DRAG verfolgt hiermit das Ziel, ihre deutlich höher verzinste Anleihe aus den Büchern zu bekommen, um sie gegen eine günstigere Variante auszutauschen. Sie hat die Möglichkeit, die alte Anleihe ab 11. Juli zu kündigen und zu 103% zurückzukaufen. Es ist davon auszugehen, dass die DRAG hiervon Gebrauch machen wird, um (Zins-)Kosten zu sparen. Das Umtauschangebot ist daher eine freundliche Variante für die Anleiheinhaber, denn die DRAG möchte diese ja nicht vergraulen, sondern als Anleger für die neue Anleihe gewinnen.

Mit den verfügbaren liquiden Mitteln, die sich per 31.12.2015 auf €83 Mio. beliefen, beabsichtigt die DRAG im Wesentlichen, Öl- und Gasbohrungen auf ihren Flächen in der Nähe von Denver im US-Bundesstaat Colorado zu finanzieren. Seit September 2015 besteht dort eine Öl- und Gasproduktion aus fünf Horizontalbohrungen, die bereits in den ersten drei Produktionsmonaten rund 35% der Investitionskosten wieder eingespielt hatten. Seit Ende März 2016 läuft ein weiteres Bohrprogramm, in dessen Rahmen insgesamt 25 Bohrungen abgeteuft werden sollen. Alle 25 Bohrungen werden voraussichtlich zwischen August und Oktober 2016 mit der Öl- und Gasproduktion beginnen. Bei den Bohrungen handelt es sich nicht um Explorationsbohrungen mit dem entsprechenden Fündigkeitsrisiko, sondern um die Entwicklung des bereits gut erschlossenen und bekannten Wattenberg Öl- und Gasfeldes.

:: Lloyd Fonds AG
Der Asset-Manager Lloyd Fonds verkauft zwei Hotels in Berlin und Nürnberg aus dem Bestand seines Immobilienfonds "Moderne Großstadthotels". Dessen Anleger erzielen somit eine Rendite von über 11% p.a. vor Steuern und die Lloyd Fonds AG erhält einen substantiellen Ertrag aus der Erfolgsbeteiligung. Käufer der beiden Motel One-Hotels ist die Hotelgruppe Motel One. Die beiden Hotels wurden zum 14,6-fachen der Jahresnettomiete erworben und nun konnte Lloyd Fonds sie zum rund 19,8-fachen verkaufen. Der jetzige Verkaufspreis liegt damit um rund 42% über dem damaligen Kaufpreis und da Lloyd Fonds über eine Performance-Regelung am Erfolg des Fonds beteiligt ist, verzeichnet das Unternehmen aus diesem Verkauf einen substantiellen Ergebnisbeitrag. Die Lloyds Fonds AG geht mit großen Schritten ihren Weg und mausert sich zu einem äußert erfolgreichen Turnaroundwert, der künftig verstärkt mit Schiffen und Immobilien punkten will. Nachdem man den Konzerngewinn im Geschäftsjahr 2015 auf €1,6 Mio. glatt verdoppeln konnte und damit das dritte Jahr infolge im positiven Bereich lag, wird der Hauptversammlung am 20. Juli erstmals seit vielen Jahren wieder eine Dividendenausschüttung vorgeschlagen, die bei €0,07 je Aktie liegen soll. Und auch im laufenden Jahr kommt man voran: so konnte der Asset-Manager zuletzt vermelden, er habe "ergebniswirksam" mehrere Touristen-Hotels an ein namhaftes Family Office vermittelt.

:: Ringmetall AG
Ringmetall, früher unter H.P.I. Holding firmierend, hat ertsmals nach der großen Firmenübernahme der Self Industries im vergangenen Jahr Unternehmenszahlen präsentiert und die können sich sehen lassen. Im ersten Quartal 2016 legte man in der neuen Firmenstruktur sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis deutlich zu: die Umsatzerlöse erhöhten sich um 35,9% auf €22,4 Mio. (Q1 2015: €16,5 Mio.), die Bruttomarge verbesserte sich von 48,5% auf 51,5% und dementsprechend überproportional stiegen auch das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um 76,9% auf über €3,0 Mio. (Q1 2015: €1,7 Mio.) an und das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT), bei dem ein Anstieg um 114,7% auf  €1,9 Mio. zu verzeichnen war (Q1 2015: €0,9 Mio.).

Künftig möchte man einen verbesserte Kapitalmarktkommunikation an den Tag legen und heuerte hierzu den Experten Ingo Middelmenne an. Gut möglich, dass dieser schon bald Meldungen über neue Zukäufe verfassen muss, denn Ringmetall befinde sich in "fortgeschrittenen Gesprächen mit diversen interessanten Unternehmen". Ringmetall wird zurzeit noch im Entry Standrad gelistet, strebt aber mittelfristig eine Notiz im Geregelten Markt an.

Aurelius, Deutsche Rohstoff, Lloyd Fonds und Ringmetall befinden sich auf meiner Empfehlungsliste.